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Reviews 1 bis 25 (von 33 insgesamt):
12.09.2021 | 15:11 Uhr
Allerliebste Sesa <3

Ich schaffe es nach längerer Zeit auch einmal wieder zu einem Review. So wie ich das sehe, ist das ein Übergangskapitel für den nächsten Teil, nicht wahr? Das mag kritisch klingen, aber ich mag Übergangskapitel - da hat man wieder Gelegenheit, etwas durchzuatmen und zu genießen, dass hier keine dramatischen Dinge passieren.

Mario hat Ezio und Leonardo gehen lassen, natürlich nicht ohne sie mit Briefen zu beladen und ihnen aufzutragen, zu einer bestimmten Zeit wieder in Monteriggioni zu sein. Das ist verständlich, immerhin ist Ezio noch in der Ausbildung und auch wenn sein Zusammenspiel mit Leonardo vielversprechend ist, sollte ein Außenstehender seine Fortschritte überprüfen. Ganz zu schweigen davon, dass es sich bei einem Treffen leichter austauschen lässt als mit Briefen. Da es in Florenz in der nächsten Zeit einige wichtige Dinge gibt, werden da regelmäßige Treffen zwischen Leonardo und Mario unausweichlich werden, schätze ich.

Ein Brief an Leonardos Stiefvater also. Das ist durchaus interessant, wobei Mario ihn mit Sicherheit bereits kennt. Söldneranführer sind ja normal relativ bekannt und begegnen sich definitiv öfters mal, während sie Aufträge erfüllen. Wobei sich mir jetzt natürlich die Frage stellt, wann Popoleschi eigentlich aufgetaucht ist. Er war ja in Florenz Anführer der Wachleute, glaube ich zumindest. Ist Attacabriga dann der Anführer der Söldner von Florenz und ein Informant der Bruderschaft, so wie Volpe? Ah, ich merke, wie viel ich vergessen habe xD

Die Geschichte von Leonardo fand ich sehr gut. Ich weiß, diese Rückblicke sind nicht jedermanns Fall, aber ich mag gut gesetzte Einblicke in die Vergangenheit, einfach weil sie so viel lebendiger sind als bloße Erzählungen. Und das hier scheint eine wichtige Szene für Leonardo gewesen zu sein, weshalb der Rückblick Sinn macht.

Allerliebste Grüße, Flauschengelchen <3

Antwort von Severin Sesachar am 12.09.2021 | 15:42 Uhr
Allerliebstes Flauschetani <3

Übergangskapitel ist wirklich ein passender Begriff, zumal ich hier einen zeitlichen Raum zwischen Verbannung der Auditore und Pazzi-Verschwörung habe, die es relativ zügig zu überbrücken gilt. Neben Accattabriga gibt es noch einen wichtigen Zwischenfall, der angeführt werden muss, ansonsten werde ich in den folgenden zwei, drei Kapiteln auch einen Zeitraffer einbauen müssen, um zum eigentlichen Hauptteil, der Pazzi-Verschwörung, zu kommen. Wie immer tue ich mir mit diesen Zwischenkapiteln/Verbindungskapiteln schwer. An denen nage und kratze ich am längsten herum, da ich immer die Befürchtung habe, dass sie langweilig sind, weil keine große Action darin vorkommt. ^.^‘

Ja, Mario kennt Accattabriga, was er kurz erwähnt hat. Deine Vermutung ist jedenfalls verdammt gut. Ja, eine Vermutung, denn so hatte ich das in der Ursprungsfassung von „Waffenbrüder“ gar nicht drin, das wird jetzt nachgeholt. Popoleschi tritt erst nach der Pazzi-Verschwörung in Erscheinung, wenn sich die Besetzung der Signoria inklusive Garde ändert. Popoleschi ist zur Stunde nicht einmal in Florenz (in einem der späteren Bände hat er Ezio ja erklärt, dass er für die Bruderschaft öfter im „Außeneinsatz“ und nicht immer in Florenz war, auch wenn diese Stadt seine Heimats-/Geburtsstadt ist). Ich denke, ich werde es dabei belassen, dass er offiziell erst in Band 2 eingeführt wird, sonst muss ich da zu viel viel ändern (zumal ich das Auftaktskapitel von Band 2 so lassen möchte, das hat einen schönen Drive/angenehme Action zum Leseeinstieg). ^.^

Der Rückblick war der zweite, den ich aus Band 1 übernommen habe. Der dritte ist gestrichen und in dieser Version auch nicht mehr nötig, da die Vorgeschichte mit Giovanni und Leonardo nun eleganter gelöst ist. Bis auf Leonardos Familie, die jetzt drankommt, sind damit alle Charakterkonstellationen durch und etabliert und ich kann mich wieder mehr Action zuwenden. *reibt sich schon mal vorfreudig die Hände* XD

Vielen lieben Dank für dein Review, es hat mich wie immer mega gefreut. <3

Allerliebste Flauschegrüße,
Sesa
11.09.2021 | 12:39 Uhr
Moin Sesa,
endlich bin ich auch auf dem neusten Stand.
Als allererstes, dein Werk kann man gut ohne Vorkenntnisse lesen.

Lana hat nämlich null Dunst von der Reihe. Aber kommen wir nun zu meinem Senf, von den Sachen, die mir Kopf geblieben sind und da ich Franke bin, fasse ich mich etwas kürzer:

Wenn ich ehrlich bin, hätte ich nie etwas angeklickt, dass in der Renaissance spielt. Ich hatte das Bild im Kopf, dass solche Geschichten sehr hochgestochen, trocken, langatmig und „anstrengend“ sind.
Du hast eine gute Mischung aus Leichtigkeit, Humor, Ernst und Spannung geschaffen. Die Handlung ist interessant und verständlich geschrieben und hat eine gute Balance. Die mich bei der ein oder anderen Situation wirklich mitfühlen lassen hat.
Man merkt, dass dir das historische wichtig ist, aber du erschlägst einen nicht damit.
Ich habe keinen Dunst wie die Leute damals gesprochen oder gelebt haben, aber in deiner Darstellung hatte ich das Gefühl, dat war so. Nicht wie in Pseudo historische Geschichten.
Deine Beschreibungen haben mir gut gefallen, da es nicht nur optische waren, sondern du auch auf die anderen Sinne und Gefühle eingehst.

Slash-Geschichten wie deine würde mir wünschen. Keine gehetzte Romanze, keine gekünstelten Gefühle und kein Zwangsgesexe. Einfach eine Liebe, die aus Freundschaft entstanden ist. Es fühlt sich beim Lesen „natürlich“ an.
Kurz zu Leo und Ezio:
Leonardos Art vor allem am Anfang finde ich sehr süß und putzig. Ich kann seine Gefühle/Gedanken sehr gut nachvollziehen.
Ezio: Am Anfang dachte ich mir nur, was ist das für ein Dämlack, aber er scheint mir doch jemand zu sein, dem seine „Familie“ Herzen liegen und eine ordentliche Wandlung durchzumachen.
Die Spannung/Dynamik zwischen den zweien hat auf jeden Fall etwas.
Generell finde ich das Charakterdesign/Darstellung von allen in sich geschlossen und somit harmonisch. Auch, wenn ich ein paar Charaktere habe, bei denen ich mir nicht sicher bin, was ich über sie denken soll z. B. Mario und Giovanni. Claudia hingegen finde ich wieder sehr cool.

Plot technisch will ich gar nicht so viel anmerken, da sich der Autor meistens etwas gedacht hat. Bei dir weiß ich, dass du dir sogar sehr viel gedacht hast.
Ich mag deinen Plot, weil es wirklich ein Plot ist und kein Alibi-Sub-08/15-Plot. (weißt du, was ich sagen will?) Ich weiß, es ist nicht viel Neues zu meinem anderen FF-Review, aber ich wollte einfach meine Wertschätzung für deine Arbeit dalassen, da es mir gefällt.
Besonders, wenn man weiß, wie viel Herzblut in deiner Geschichte steckt.


Grüßchen Lana

*verschwindet wieder in ihre Schwarzleserecke*

Antwort von Severin Sesachar am 11.09.2021 | 13:07 Uhr
Huhu Lana!
*winkt enthusiastisch ins Eckchen*

Zuerst einmal herzlichen Dank für dein Review. *freut sich sehr darüber und schnurrt*
Dass die Reihe ohne Fandom-Vorkenntnisse verständlich sein soll, ist eines meiner Hauptanliegen bei der Überarbeitung, und ich freue mich sehr, dass dieser Punkt offenbar aufgeht. *schnurrt noch ein bisschen mehr*

Bedenken, Renaissance-Geschichten – oder allgemein historische Geschichten – anzuklicken, kann ich sehr gut verstehen. Auch, da mir leider selbst schon viel untergekommen ist, das … nun ja … entweder reines Liebesgeschnulz ohne tatsächliche historische Kenntnisse war oder oberlehrerhaft mit erhobenem Zeigefinger daherkam. Beides ist auf seine Art abschreckend und beides habe ich versucht, nach besten Möglichkeiten zu umgehen. Letztendlich soll die Geschichte unterhalten. Ich möchte einfach, dass die Kulisse stimmt. ^.^‘ Im Fokus stehen die Charaktere und wie sie mit dem,w as ihnen so alles passiert, umgehen. Auch das scheint deinen Worten nach wie erhofft zu funktionieren, und ich kann mich nur umso mehr freuen. :D

Ich glaube, ich habe es dir gegenüber schon mal erwähnt … mein Hirnsieb. Verzeih, wenn ich mich wiederhole. Aber Paare zusammenzuwerfen, nur um des Versexens zuliebe, widerstrebt mir. Ich habe keinerlei Ansprüche an die sexuellen Präferenzen der Figuren, die ich schreibe – in der Form, dass ich ihnen nichts aufzwingen möchte, das nicht zu ihnen passt. „Commilitones“ ist meine erste Slashstory, da hier die Vorlage perfekt war und mich auch emotional überzeugt hat. Würde ich keine Zuneigung füreinander bei den Original-Charakteren erkennen, könnte ich da auch nichts hindichten, was nicht da ist. Vielleicht liegt es daran, dass es in dieser Story funktioniert und natürlich wirkt.

*lacht herzlich über den Dämlack* Jaaa, genau das dachte ich auch, als ich ihn zum allerersten Mal gespielt habe. So ein Großmaul mit Dusselanlage. Seine wirklich tief verwurzelte Loyalität zu seiner Familie und seinen gewählten Freunden, die du hier auch ansprichst, war es, was mir Ezio als Charakter sehr sympathisch gemacht hat. Ich schätze Menschen, auf die man sich in allen Lebenslagen verlassen kann. Mit dieser Eigenschaft hat mir der Dämlack das Herz gestohlen. X‘D

Zu Mario wird noch einiges an Hintergründen und Ausarbeitung kommen. Er ist keine einfache Figur. Zwar einer der „Guten“, aber oft sehr festgefahren in seinen Ansichten und dann auch unempathisch und ruppig. Er wäre nicht mein Wunschonkel. Sagen wir’s mal so. Giovanni kann ja leider nicht mehr für sich selbst sprechen, aber einige Inputs zu ihm wird es im Laufe der Geschichte/Bände auch noch geben. Er erinnert mich sehr stark an eine Person aus meiner Familie – vielleicht hat er es mir deshalb so als Figur angetan.

Und ja, ich weiß, was du mit „Alibi-Sub-08/15-Plot“ meinst. Mir würde es auch schwerfallen, das mit wenigen Worten ähnlich prägnant und klar auszudrücken. Gewisse Dinge liest man und hat das Gefühl, es war schon tausendmal da … oder zum x-ten Mal so hinkonstruiert. Ich schreibe hier auch nichts Neues in dem Sinn. Ich glaube auch nicht, dass das bei Storytelling überhaupt möglich ist, da es doch unverrückbare Grundpfeiler für Geschichten gibt. Aber ich versuche, alles so zu schreiben, dass es angenehm zu lesen ist. Was das angeht, lerne ich beständig noch dazu … und werde wohl auch nie damit fertigwerden. ^.^

Ich danke dir noch einmal ganz, ganz herzlich für deine lieben Worte. Sie bedeuten mir tatsächlich sehr viel. <3

Mit den allerflauschigsten Grüßen,
Sesa
28.08.2021 | 15:12 Uhr
Liebste Sesa
Ich fühle mich mal wieder motiviert, dir zu schreiben, nachdem wir gestern deine beiden Kapitel vorgelesen bekommen haben. Ich kann gar nicht oft genug betonen, dass mir diese Version wirklich besser gefällt, da wir wenigstens noch zu Beginn eine heile Familienwelt zu sehen bekamen, auch wenn das leider nicht lange anhielt. Aber wir können so Leonardos Beziehung zu der Familie Auditore besser verstehen und begreifen. Irgendwie hätte ich es süss gefunden (wie mir gearde einfällt), wenn sich Leonardo und Petruccio kennengelernt hätten. Macht das Sinn? Ich glaube schon, der Junge war ja so wissbegierig, zumindest habe ich ihn so in Erinnerung.

Ich kann Ezio verstehen, dass er lieber unter Leonardo trainieren würde. ich glaube einfach, auch wenn sein Onkel Familie ist, hatten die beiden in der Vergangenheit nicht wirklich viel miteinander zu tun. War nicht sogar das letzte Treffen, als Ezio noch ein Kind gewesen war? Zu jemandem, der ihm beigestanden hatte, als die Templer seine Familie auseinandergerissen haben und mit daran gewachsen ist, fasst man eher Vertrauen. Ich liebe die Beziehung zwischen Ezio und Leo, einfach weil sie sich schön und gesund anfühlt. Du weisst ja, wie sehr ich das schätze.

Ich habe mich heute ein bisschen allgemein gehalten, einfach weil ich für das Gesamtpaket mein Lob aussprechen wollte. Deine Geschichten sind mein momentan einziger Grund überhaupt noch das Fandom anzuklicken. Danke dafür <3

Liebste Grüsse
yours Ani

Antwort von Severin Sesachar am 28.08.2021 | 18:55 Uhr
Liebste Ani,
ich freue mich wirklich sehr, dass die neue Version bei euch auf so viel Zuspruch stößt. Das bedeutet mir wirklich unheimlich viel. <3
Das ist ein interessanter Gedankengang, den du da hast – bezüglich Leonardo und Petruccio. So unähnlich sind sich die beiden ja nicht. Wahrscheinlich hätten sie unter irgendeinem baum im Garten gesessen, um Vögel und andere Tiere zu zeichnen. Da sehe ich Petruccio irgendwie. :D

Und ja, du hast vollkommen recht. Emotional wirkt jemand, der in der Stunde der Not für einen da war, mehr, als ein Verwandter, den man nicht mal richtig kennt. Ezio war fünf Jahre alt, als er Mario zum letzten Mal gesehen hat. Das ist eine riesige Lücke an Entwicklung, an Selbstfindung. Leonardo hat ihn als den Menschen kennen gelernt, der Ezio jetzt ist, und behandelt ihn auch so. Und natürlich liebt er ihn, was er nicht verhehlen kann. Ezio merkt es ja doch recht früh (es sei ihm gegönnt ^.^).

Dein letzter Absatz bringt mich zum Schmelzen und ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll. *wünscht sich das Glubschi-Emote von Discord hierher* Falls du etwas kilometerweit bis zu dir schnurren hörst, ich glaube, das bin ich … *puschel*

Allerliebste Flauschegrüße,
Sesa <3
28.08.2021 | 14:50 Uhr
Allerliebste Sesa <3

"Warum war es so leicht, Abneigungen auszusprechen, und so schwer, Wertschätzung zu formulieren?" - Oh man, dieser Satz ist einfach perfekt. Einfach, weil er immer stimmt. Es muss nicht nur Wertschätzung sein, es können auch Komplimente sein. Fehler zu finden ist viel einfacher als gut gemachte Dinge, Kritik ist einfacher zu formulieren als Lob. Ich weiß noch nicht einmal, ob das etwas mit den Ländern zu tun hat oder ob das überall auf der Welt das Problem ist. Bei Lob meine ich übrigens aufrichtiges, kein scheinheiliges Getue wie beispielsweise in den USA.

Naw, die Anfangsszene <3 Sie ist so süß und ich liebe diese Liebeserklärung, die eigentlich keine ist, weil es nicht ausgesprochen wird. Doch umso tiefgründiger ist sie. Ebenso wie die Sexszene und ich fühle mich bestätigt, dass es nicht grafisch sein muss, um intensiv zu wirken. Deine Methode hier, sich nur auf Emotionen und Empfindungen zu konzentrieren, verleiht dem Ganzen eine Wirkung, die man mit keiner noch so detaillierten Beschreibung jemals hinbekommt. Und es bindet sich harmonischer in das Gesamtkonzept der Geschichte mit ein. Außerdem ist das erste Mal für Ezio etwas Besonderes und das kommt mit deiner Schilderung viel besser für den Leser rüber.

Mario muss sich hier einige Dinge wirklich eingestehen :D Ein wenig leid tut er mir schon. Erst bemerkt er, dass Ezio unter Leonardos Führung weitaus besser ist und aufblüht als unter seiner, auch wenn das mit den Fähigkeiten von Leonardo zu tun hat. Dann verliert er die verbale Auseinandersetzung mit Claudia eindeutig, was er mit Sicherheit weiß. Und zum Schluss muss er sich seiner Schwägerin geschlagen geben, die ihm die Dinge aufzeigt, die ihm bewusst sind, während er sie aber noch verdrängt.
In Bezug auf Monteriggioni wird er sich wohl am einfachsten geschlagen geben. Immerhin wird er merken, wie positiv sich diese Veränderungen auf seine Heimatstadt auswirken. Und das bedeutet auch mehr Einnahmen für die Stadtkasse und mit Sicherheit auch für die Auditore-Familie. Denn jetzt, wo der Geldfluss in Florenz für immer versiegt ist, müssen sich die Auditore irgendwo anders her Geld verschaffen. Auf legalem Weg natürlich!
Und Ezio darf doch früher als erwartet nach Florenz zurück. Bedeutet das auch, dass Leonardo in die Bruderschaft aufgenommen wird und von Mario die Erlaubnis erhält, Ezio auszubilden? Denn wenn Mario merkt, dass Ezio weitaus besser mit Leonardo harmoniert als mit den Söldnern, macht das für mich Sinn. Und Mario selbst muss sich dann nur noch mit Claudia herumärgern ;)

Allerliebste Grüße, Flauschengelchen <3

Antwort von Severin Sesachar am 28.08.2021 | 18:45 Uhr
Allerliebstes Flauschetani <3

Man tut sich so schwer, ehrlich Nettes zu sagen. Komplimente zu verteilen. Ich halte mich im Alltag immer wieder dazu an, auch wenn ich schauen muss, bei welchen Menschen das überhaupt als das ankommt, was es sein soll: eine freundliche Bekundung von Aufmerksamkeit, Zustimmung und/oder Respekt. Dabei fällt es uns nicht nur schwer, so etwas zu sagen/zeigen. Auch im Annehmen haben so viele Probleme. Ich inklusive. Es ist so dämlich. Man sollte sich einfach freuen. Und zugleich schämt man sich dafür. Total bescheuert irgendwie. ._.

Mit der Sexszene hatte ich lange überlegt. Ich wollte sie nicht so ausufernd wie im ersten Teil, da hatte sie ja ein ganzes Kapitel eingenommen. Ich wollte sie auch nicht so ausführlich und graphisch. Was im Fokus steht, ist nun mal, was Ezio fühlt. Er betritt Neuland, aber was ihn fort prägt, ist keine IKEA-Bauanleitung sondern das Zusammenspiel an Emotionen. Er kann vertrauen, er kann sich fallenlassen – und das ist das Wichtigste. Wahrscheinlich ist es vor allem das, was das Erlebnis für ihn schön und berauschend macht und endgültig an Leonardo bindet. Vielleicht bin ich jetzt ein kleiner Träumer oder Illusionist, ich weiß es nicht, aber wünschen wir uns im Grunde nicht einfach, dass wir als das, was wir sind, respektiert und angenommen werden? Der Rest … ist Show. Sex kann man mit jedem erleben, aber Hingabe? *glaubt das irgendwie nicht*

Wieder sind es „die Mädels“, die Ezio den Rücken stärken. Claudia piesackt, Maria spricht mit ruhiger Vernunft. Was soll der arme Mario da noch machen? Zumal er selbst sieht und begreift, was Maria ihm sagt. Er muss mit Konventionen brechen, auch wenn ihm das nicht behagt. Weg von der Norm und hinein ins Feldexperiment … welcher Mensch von Verantwortung wäre da nicht ein bisschen nervös? XD

Zu deiner Frage: Damit habe ich mich auch lange beschäftigt. Hält sich Mario an die Tradition, müsste er Leonardo initiieren. Das bedeutet aber, dass Ezio nicht dabei sein dürfte, denn nur vollwertige Mitglieder dürfen neben dem Anwärter an der Zeremonie teilnehmen. Das würde mir irgendwie leidtun, zumal wir dann zwei Riten bräuchten, am Ende auch einen für Ezio. Ich habe mich dazu entschieden, es bei einer Zeremonie zu belassen, damit Ezio und Leonardo zusammen sein können – nachdem sie sich als würdig erwiesen haben, was nach dem ganzen Chaos der Pazzi-Verschwörung der Fall sein wird. Mario muss also noch ein bisschen mehr mit Konventionen brechen, indem er Leonardo die Schulung gewissermaßen erlaubt, wenn auch unter der Aufsicht von … ja. Das kommt noch. So ganz die Zügel aus der Hand gibt ein Mario Auditore natürlich nicht. Und für Leonardo wird es ein kleines WTF, wobei er sich – logisch betrachtet – nur kurz darüber wundern darf. *reibt sich grinsend die Hände* XD

Allerliebste Flauschegrüße,
Sesa <3
28.08.2021 | 14:34 Uhr
Allerliebste Sesa <3

Naw, was für ein süßer Briefwechsel am Anfang! Mir gefällt es sehr, dass du die Reaktionen von Claudia und Maria beschrieben hast. Eigentlich bevorzuge ich solche Szenen direkt, aber in diesem Brief haben diese kleinen Sätze meine Vorstellungen vollkommen erfüllt. Und ehrlich gesagt, gibt es im Moment auch Wichtigeres zwischen Ezio und Leonardo zu klären als die Reaktionen auf die aus Florenz kommenden Andenken ;)
Aber es ist schön zu wissen, dass Arrigo nicht vermisst wird bzw. eher an ein Durchbrennen gedacht wurde. Das klingt für Leonardos Bottega sehr gut.

Claudia xD Ich liebe sie einfach. Und es entspricht vollkommen ihrem Charakter, sich einfach den Brief zu schnappen und selbst zu lesen. Da Ezio sie offenbar sowieso eingeweiht hat und regelmäßig mit ihr über Leonardo spricht, ist das Lesen des Briefes vollkommen in Ordnung. Und irgenwie muss sie Ezio ja in den Hintern treten, damit er endlich über seinen Schatten springt. Denn natürlich hat sie dank ihrer weiblichen Intuition (denke ich mal) erkannt, dass von Leonardo niemals der erste Schritt kommen wird. Einerseits wegen Ezios Abstammung und ich denke, seine negativen Erfahrungen und der Gefängnisaufenthalt haben ihn da nochmals vorsichtiger werden lassen.

Aber Leonardo ist endlich wieder in Monteriggioni! Mit halbwegs positiven Neuigkeiten, denn Ezio kann sich in Florenz wieder blicken lassen. Und Stella ist ebenfalls aufgetaucht, das ist auch schön. Nun, zwar wird Ezio nicht allzu schnell in Florenz aufkreuzen, aber ich denke, allein das Wissen, dort nicht mehr von Gardisten bei Sichtkontakt verhaftet zu werden, beruhigt ihn. Immerhin ist Florenz seine Heimat und es ist kein schönes Gefühl, dort nicht mehr erwünscht zu sein.
Währenddessen haben Claudia und Ezio schon etliche Schritte für Monteriggionis Wiederaufbau getan. Die Pläne klingen auf jeden Fall super und auch die Idee, Marios Söldner dafür einzusetzen, ist klug. Mario hingegen hat Probleme damit, sich daran zu gewöhnen. Nun, ich vermute einfach, er ist generell nicht der Typ für schnelle Veränderungen und benötigt deshalb Zeit, sich mit dem neuen Monteriggioni anzufreunden. Doch immerhin murrt er nur leise vor sich hin und versucht nicht, die Pläne zu verhindern.

Und jetzt, da das alles geklärt ist, kann Ezio endlich den entscheidenden Schritt auf Leonardo zu machen! Ich meine, die tension in den letzten Kapiteln war mehr als deutlich (auch wenn ich sie immer vergessen habe zu erwähnen) und so langsam wird er wohl seinen Mut gesammelt haben :D

Allerliebste Grüße, Flauschengelchen <3

Antwort von Severin Sesachar am 28.08.2021 | 18:25 Uhr
Allerliebste Flauschetani <3

Du hältst mich heute mega auf Trab – ich liebe es! *schnurrt glücklich in ihrem Eckchen*
Der Briefwechsel diente natürlich auch ein bisschen zum Überbrücken. Schließlich vergehen hier zwei Monate, und wenn ich die erzählerisch durchziehe, wäre es eine Menge Tell … und eine Menge mehr Text, der irgendwie zu arg ausbremsen und alles in die Länge ziehen würde. Ich liebe das Zwischenmenschliche und Familiäre in „Commilitones“, aber ich muss schauen, dass es nicht Überhand nimmt. Zumal dieser Band schon 70K hat und die Pazzi-Verschwörung ist immer noch nicht im Anlaufen. Die braucht wohl auch noch mal 20-30K. Du kannst dir ausrechnen, was das bedeutet. Am Ende ist Band 1 doch der umfangreichste von allen, zumal noch die Begegnung mit Leos Familie/Accattabriga fehlt, Tommaso, die Initiation ... *winselt*

Claudia ist frech! In den Büchern gibt es herrliche Neck-Gespräche zwischen ihr und Ezio, die auch unterstreichen, was für einen Stellenwert sie für ihn hat. In den Spielen kann man es erahnen, aber die Tiefe hat da – mal wieder – gefehlt. ^.^ Und ja, sie tritt Ezio in den Hintern und bestärkt ihn in seinen Gefühlen. Sie möchte ihn ja auch nicht unglücklich sehen – so wenig, wie er sie traurig sehen möchte. Da wir ja alle wissen, worauf es später hinausläuft, fand ich es auch wichtig, das vertrauensvolle Verhältnis zwischen Claudia und Ezio schon zu etablieren, damit es nachvollziehbar ist, dass sie einander beziehungstechnisch nichts neiden.

Jaaaahaaaa … schnelle Veränderungen sind nichts für Mario. Ich hab es nie so formuliert, wenn ich ihn erklärt habe, aber du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. Genau das ist er!

Tension zwischen Ezio und Leonaro ist nun genug da. Ezio hat seine Gefühle mit Claudia diskutiert und eine gemeinsame Zukunft mit Leonardo kann er sich längst vorstellen. Ideale Rahmenbedingungen, um endlich mal reinen Tisch zu machen. Hopp, Ezio. Was du willst, musst du dir schon holen… ;)

Allerliebste Flauschegrüße,
Sesa <3
28.08.2021 | 14:15 Uhr
Allerliebste Sesa <3

Ganz am Anfang habe ich eine grammatikalische Frage an dich: "Er musste sich neue besorgen, und das am besten bald. " - Bleibt das "neue" klein oder muss das groß? Ich bin da jetzt unsicher, weil es ja eigentlich eine Substantivierung ist, oder? *blinzelt irritiert wegen der vielen Reformen* Und dabei hab ich eigentlich nur eine mitgemacht, inklusive der Nachbesserungen ._.

Kommen wir zum Inhalt: Nachträglich herzlichen Glückwunsch zum Fünfjährigen! <3 Und für dieses Jubiläum hast du dir ein wirklich schönes, fluffiges Kapitel ausgesucht, auch wenn etwas Herzschmerz dabei ist ;)

Diese Trainingsbeschreibung am Anfang mag ich sehr. Ich finde die Idee super, dass Leonardo erstmal gegen Milo kämpft. Milo ist noch frisch und energiegeladen und so kann Mario, der die Fähigkeiten seines Söldners in- und auswendig kennt, die Fähigkeiten von Leonardo als Assassine umso besser einschätzen. Immerhin muss er als Großmeister über die Fähigkeiten seiner Assassinen im Bilde sein, um sie nicht unnötig auf Missionen zu gefährden.
Auch das Gespräch mit Ezio währenddessen wird für beide positiv sein. Ezio merkt, dass er trotz seines Widerwillens für das Leben eines Assassinen gemacht ist und Mario weiß über diese Erkenntnis bescheid. Gleichzeitig kann er Ezio beim Kämpfen direkt mit Leonardo vergleichen und weiß, was er bei Ezio in Angriff nehmen muss.

Der Abschied wiederum ... Nun ja, die Szene im Badezuber war dafür sehr süß. Auch wenn sie auf der rein emotionalen Ebene war, machen mich solche Dinge sehr glücklich. Es zeigt einfach eine Verbundenheit, die viel besser als jede Sexszene wirkt. Außerdem mag ich Ezios Bitte, dass Leonardo ein paar Dinge von seiner Familie mitbringt, wenn er wieder in Monteriggioni aufschlägt. Die Bilder werden für Maria immens wichtig sein und Claudias Kleid ist ein Andenken an ihren Vater. Dass Ezio im Gegensatz nichts will außer Leonardo, macht diesen Wunsch noch etwas süßer.

Und natürlich nehmen die beiden Auditore-Geschwister die Herrichtung von Monteriggioni ins Auge! Ehrlich gesagt fand ich diese Stadt im Spiel anfangs so unglaublich bedrückend, dass ich sie immer als Erstes ausgebaut habe. Einfach, um eine freundlichere Umgebung zu haben :D
Mir gefällt es auch, dass du Claudia hier von Anfang an als eher "burschikos" beschreibst. Ich fand sie im Spiel immer merkwürdig, weil sie einerseits die Bücher super geführt hat, sich andererseits aber nur darüber beschwert hat. Das hat einfach nicht zusammengepasst. Und ehrlich gesagt: Sich jahrelang um Bücher einer Stadt zu kümmern, die gefühlt tot ist, kann nicht allzu toll sein. Ganz zu schweigen von dem wenigen Arbeitsaufwand, den man hat.

Allerliebste Grüße, Flauschengelchen <3

Antwort von Severin Sesachar am 28.08.2021 | 14:40 Uhr
Allerliebstes Flauschetani, die Zweite <3

„Er musste sich neue besorgen“ ist korrekt, denn die Aussage bezieht sich auf den vorangehenden Satz – die Kleidung. Nur, wenn du keinen Bezug hast, musst du großschreiben. „Wir haben uns gestern getroffen und viel Neues erfahren.“ Da wissen wir ja nicht, worum es geht, dieses Neue kann alles Mögliche (ha, noch ein Beispiel) sein. Deutsch ist so doof!

*schnurrt die Glückwünsche an* Vielen lieben Dank dafür! <3

In der Vorlage hat Ezio ja viel heftiger gezickt – nicht nur gegen seinen Onkel. Einfach gegen alles. Nur war er da allein. Hier darf er einen Mitstreiter haben, der ihm noch dazu voraus ist, was Ezios Ehrgeiz weckt, zu Leonardo aufzuschließen. Also bleibt hier nur das Gegrummel mit Geheimniskrämer-Mario. Das reicht eigentlich auch, finde ich. :D

*schnurrt auch über Tanis Anmerkung zur Badezuberszene* Das Ganze wird noch süßer, wenn man bedenkt, dass Ezio sich tatsächlich das gewünscht hat, was Giovanni ihm zuletzt geschenkt hat. Was, wenn kein Geschenk, war Leonardo? ^.^

Bei Claudia stimm ich dir komplett zu. Da haben wir wieder das Spielmechanikproblem. Was man nicht selbst steuern kann, wo’s nichts zu looten oder zu kämpfen gibt, sei’s drum. Ein Gamer vermisst das doch nicht. In einem Prosatext sieht das schon wieder ganz anders aus. Da mag man keine Pappaufsteller haben. *pattet Claudia* Ja, du darfst deinem Onkel gerne gemeinsam mit Ezio auf den Zeiger gehen. :D

Allerliebste Flauschegrüße an den Review-Engel,
Sesa <3
28.08.2021 | 13:56 Uhr
Allerliebste Sesa <3

Ah, der Crashkurs hat angefangen! Wie wunderbar, wenn auch nicht für Ezio.
Mario hat sich noch einmal wirklich bei Leonardo entschuldigt. Wie gesagt, ich mag ihn und diese Geste beweist es einmal mehr. Es gehört für einen stolzen Mann wie ihn viel dazu, sich einen Fehler einzugestehen und das nicht nur gegenüber dem anderen Part, sondern auch vor einem halbwegs unbeteiligten Dritten.
Ezio begreift also, dass Leonardo wieder nach Florenz muss (ja, ich versuche, mir die deutsche Bezeichnung anzugewöhnen xD Dieser blöde Italienischunterricht von damals ...) und natürlich will er das nicht. Wie er am Ende schön sagt, er möchte nicht allein sein und natürlich wird er das, wenn sein neuer Kampfgefährte wieder zurück muss. Während er die nächsten Monate in Monteriggioni bleiben und seinen Rückstand bezüglich Training, Philosophie und Wissen über die Bruderschaft aufholen muss. Wobei seine Tage dann so gefüllt sind, dass da nicht viel Zeit für das Vermissen von Leonardo bleibt. Vielleicht versteht er dann auch endlich mal, warum er ihn so vermissen wird?
Die Geschichte von Domenico Auditore fand ich schon immer super spannend. Ich weiß nicht mehr genau, wann sie im Spiel erwähnt wurde (aber es war doch in der Gegenwart, nicht wahr?) und ich fand es immer schade, dass sie nur bruchstückhaft gefunden werden konnte. Deshalb mag ich deine Erzählung hier an einem Stück und auch mit der Überleitung in Ezios Zeit, weil der Reichtum der Auditore-Villa eben dank Domenico existiert. Dass Mario davon nichts verkaufen möchte, ist verständlich, immerin ist das gewissermaßen ein Familienerbe. Da tut man sich schwer, sich von etwas zu trennen.
Der Brief von Alberti ... Nun, es erklärt seine Gründe, aber natürlich macht es das nicht besser. Aber ich finde es gut, dass Ezio und Leonardo den Brief an Albertis Gattin übergeben möchten. Immerhin ist sie ebenso unbeteiligt an dem Ganzen wie die Frauen der Auditore-Familie und alle drei sind mit die Leidtragenden an dem Schlamassel.

Allerliebste Grüße, Flauschengelchen <3

Antwort von Severin Sesachar am 28.08.2021 | 14:29 Uhr
Allerliebstes Flauschetani <3

Langsam findet eine Annäherung zwischen Mario, Ezio und auch Leonardo statt. Es wird dennoch noch eine Weile dauern, bis sich alle drei wirklich grün sind, zumal Mario noch ein paar (verständliche) Zweifel hat und Ezio ein parteiischer Sturschädel ist, der jeden beißt, der gegen das argumentiert, was er liebt. Und da muss Mario wirklich noch um seine Gunst buhlen. Er ist ja quasi noch ein Fremder, Onkel hin oder her. Also werden die beiden noch eine Weile schmollend und grollend umeinander tanzen, sich gegenseitig Zugeständnisse machen, einander beschimpfen und jammern, aber irgendwann wird‘s. XD
Die Geschichte Domenicos erfährt man im Spiel nur, wenn man die Nebenmission der Auditore-Gruft erledigt. Ich habe sie gehasst, das ganze Rennen und Springen auf Zeit durch diese unterirdischen Tunnel und Schluchten (man könnte meinen, Monteriggioni sei auf Mora erbaut …). Bei jeder Zwischenstation fand man dort eine große Steintafel mit Teilen der Geschichte Domenicos an der Wand, in Tagebuchform. Für Band 4 habe ich das ja leicht abgeändert und ergänzt übernommen, nur ohne tiefe Felsschluchten, unterirdische Ruinen und anderes krudes Gedöns. :D
Der Brief von Alberti war im Spiel auch nur so ein … Nebending, wenn man in die Datenbanken abgetaucht ist. Dabei fand ich den irgendwie bedeutend/wichtig (und Ezios Umgang dabei bezeichnend für seinen Charakter).
Allerliebsten Dank für dein Review!
Allerliebste Flauschegrüße,
Sesa <3
27.08.2021 | 15:59 Uhr
Allerliebste Sesa <3

Und da ist der barsche, aber herzliche Onkel wieder! Ich muss sagen, ich mag Mario, trotz seiner Probleme mit Ezio. Oder Ezios Problemen mit ihm, wenn man das so sieht.
Sein Argwohn gegenüber Leonardo war zu erwarten, denke ich. Aber obwohl er ein etwas sturer Zeitgenosse ist, hat er hier seine Abneigung und den Verdacht gegen Leonardo relativ schnell abgelegt. Wobei ich vermute, dass das eher an Marias Aussage bezüglich Leonardos Auge liegt als an Ezios Beteuerungen, wie sehr er ihm bisher geholfen hat. Misstrauen ist ja die beste Garantie auf ein langes Assassinen-Leben, ganz besonders für den Großmeister.
Marias Ansprache hier gefällt mir sehr gut. Mario wird seine Schwägerin sehr gut kennen um zu wissen, dass er ihrem Urteil vertrauen kann. Auch ihre Ausführungen, warum Giovanni Leonardo aufgenommen hat - besonders der Hinweis auf ein Leben als Assassinen-Paar, wenn auch beruflich - werden ihre Wirkung gezeigt haben. Immerhin ist Ezio der letzte männliche Nachkomme der Auditore, er sollte schon etwas länger leben. Auch wenn Kinder vermutlich keine Rolle bei im spielen werden, zumindest keine eigenen.
Deine Beschreibung der Villa <3 Ah, ich liebe Beschreibungen einfach. Zwar kenne ich das Bauwerk sehr gut, ganz besonders diesen krassen Unterschied zwischen pompöser Villa und einfachem Turmzimmer, aber schriftliche Beschreibungen mag ich weitaus mehr als dieses "Da. Hier Bild."
Nun, zum größten Teil wurde Ezio jetzt vor Einführungen in die Bruderschaft der Assassinen verschont. Aber ich kann mir denken, was die nächsten Tage und Wochen so auf ihn wartet. Leonardo wird den größten Teil bereits wissen, aber Ezios Crashkurs wird mit Sicherheit umfangreich.

Allerliebste Grüße, Flauschengelchen <3

Antwort von Severin Sesachar am 27.08.2021 | 16:12 Uhr
Allerliebstes Flauschetani <3

Ja, Mario handelt durchaus logisch, auch wenn man ihn natürlich gern an die Wand klatschen möchte, wenn man ihn von Ezios und Leos Warte aus betrachtet. Insbesondere von Ezios aus. Der fühlt sich natürlich angekratzt, wenn man ausgerechnet den Menschen bekrittelt, der sich für ihn in den letzten Tagen als rettender Anker inmitten des Chaos hervorgetan hat. Insofern ist auch Ezios Unmut nachvollziehbar. Er hat Angst, die letzte Konstante zu verlieren, die er noch hat und die eine Brücke zwischen seinem alten und seinem neuen Leben schlägt.
Marias Wort wiegt hier mehr als Ezios, da hast du vollkommen recht. Natürlich sieht Mario in ihm den aufbrausenden Halbstarken, der noch vollkommen unwissend und naiv ist – etwas, das er über Maria nicht sagen kann. Vor ihr hat er ehrlichen Respekt (gut, wer hätte das vor dieser Frau nicht, lol).
Jetzt schmunzle ich grade sehr. Natürlich weiß ich, dass man sich unmöglich jedes Detail bei einer so langen Reihe wie „Commilitones“ merken kann, aber ohne Nachfahren bleibt Ezio nicht. Spoiler: Wir haben besagten Nachkommen in Band 2 sogar schon kennengelernt. Mit der neuen Ausarbeitung von Band 1 ist jetzt sogar noch deutlicher, dass dieses Kind tatsächlich Ezios ist. *reibt sich grinsend die Hände, weil die arme Socke es noch gar nicht weiß und Leo nur vermutet, aber keinen Pieps gesagt hat*
Beschreibungen fallen mir am schwersten. Vielleicht lachst du mich jetzt aus, aber ich frage mich immer, was zu viel ist … oder auch zu wenig. Wobei, nein, das „Ist es zu viel?“ überwiegt als Zweifel wohl. :‘D
Der von dir prophezeite Crashkurs kommt bald. *legt Ezio schon mal ein paar Kopfschmerztabletten hin* Ob einem diesbezüglich eher er oder Mario leidtun sollten … darüber entscheide ich ebsser nicht. ^.^

Mit den allerliebsten Flauschegrüßen,
Sesa <3
23.08.2021 | 15:32 Uhr
Allerliebste Sesa <3

Naw, bei der Anfangsszene blüht das Romantikerherz doch so richtig auf! Vor allem, da Ezio sich immer mehr seiner Faszination für Leonardo bewusst wird. Trotz der unglücklichen Lage, in der er sich momentan befindet.

Il Magnifico ist sehr verstimmt über den Tod der Auditore. Ich weiß zwar, dass Lorenzo nicht der beste Zeitgenosse ist (wer in dieser Position ist das schon), aber er vertraut seinen Leuten. Und entsprechend weiß er hier, dass die Auditore unschuldig sind. Nun, der Gonfaloniere ist zwar kurz danach gestorben, aber ich kann mir vorstellen, dass Lorenzo ihn die restliche Amtszeit nicht mehr ganz so freundlich behandelt hätte. Ganz besonders nach der offenen Drohung, dass er seine Gesellschaft überdenken sollte. Aggressiver kann man dem eigentlichen Herren von Firenze nicht sagen, dass sein Leben verwirkt sein könnte, sollte er nicht einen anderen Weg einschlagen.

Der Tod von Alberti war weitaus weniger blutig, als ich befürchtet hatte. Vor allem, weil Ezio in diesem Kapitel immer wieder von Rache gesprochen hat - der Tod war kurz und schmerzlos. Ich kann mir denken, dass das nicht zum geringen Teil an Leonardos Erklärungen lag, wie ein Assassine tötet. Auch die Beschreibung von Ezios Gefühlen danach, also die Leere, zeugt davon, dass er im Prinzip nur eine Aufgabe erledigt hat. Denn ändern tut das nichts, die anderen drei Auditore werden weiterhin tot bleiben.

Und jetzt verlassen sie Firenze in Richtung Monteriggioni und Mario. Weiß Ezio, dass ihn dort weitere Ausbildungsbereiche erwarten? Bzw ist er mental darauf vorbereitet? Wobei - wenn ich 13 Jahre lang meinen Onkel nicht gesehen hätte, wüsste ich auch nicht wirklich etwas über ihn. Vor allem, weil Ezio damals vier gewesen ist, da gibt man sich als Onkel deutlich anders, als man eigentlich ist.

Allerliebste Grüße, Flauschengelchen <3

Antwort von Severin Sesachar am 23.08.2021 | 15:58 Uhr
Allerliebste Flauschetani <3

Ja, ein bisschen Romantik darf sein, trotz der Situation – oder vielleicht sogar wegen ihr? Das Gefühl alleine dazustehen und zusehen zu müssen, wie man mit allem zurecht kommt, ist so deutlich weniger bitter. Ezio ist zwar eine Persönlichkeit, die sich nicht in den Schlamm treten lässt und liegen bleibt, ihm aber dennoch Wärme zu verwehren, ging mir gegen den Strich. ^.^‘

Für Lorenzo war Giovanni ein willkommenes Helferlein, das er in Italien herumschicken und als Werkzeug gebrauchen konnte. Ich will ihn weder niedermachen noch sein Tun beschönigen, aber er weiß schon, von dem er profitiert, und zeigt sich dann auch nicht undankbar. Eine Hand wäscht schließlich die andere. Spannender Sidefact: Zum Zeitpunkt dieses Kapitels ist Lorenzo noch nicht quasi Alleinherrscher der Stadt, das wird er erst nach Scheitern der Pazzi-Verschwörung – und das aus reiner Rache an besagten Pazzi. Die haben sich also so richtig übel is Fleisch geschnitten mit ihrer depperten Idee. Schlafende Hunde soll man bekanntlich nicht wecken und so … :D

Ja, es ist Leonardo zu verdanken, dass Ezio hier fast schon neutral an die Sache herangeht. Er weiß, dass er sich in Gefahr bringt, wenn er den Kopf verliert, und er will nicht versagen. Alberti muss weg. Zugleich begreift er, dass ihm keine Rache – so sehr er sie der Gerechtigkeit zuliebe nehmen will und wird – seinen Verlust nehmen wird. Eine gewisse Befriedigung hätte Ezio dennoch erwartet und ist ernüchtert davon, dass er nichts fühlt. Ezio verliert mehr und mehr die Unschuld – nicht durch die Tatsache, dass er tötet, sondern indem er in vielen Bereichen massiv desillusioniert wird. Verantwortung zu übernehmen, kann verdammt wehtun.

Ezio weiß noch gar nicht, was ihn bei Maria erwartet – oder wer Mario überhaupt ist. Er hat ihn fast zwölf, dreizehn Jahre lang nicht mehr gesehen. Rechnen wir zurück: Ezio war also vier, allerhöchstens fünf als er Mario zum letzten Mal gesehen hat (Spoiler: Er war gerade fünf geworden, es wird später gesagt). Was nimmt man da erinnerungstechnisch schon mit? Wer hat mich Anfang fünf schon eine wirklich weitreichende Menschenkenntnis? Mario ist ihm ziemlich fremd – Claudia noch mehr. Dass Maria hier nicht total abgedreht ist, sondern offen mit ihren Kindern spricht, ist ein vermittelnder Vorteil (für den Ezio noch dankbar sein wird). Also ja, Monteriggioni wird eine Überraschung. ^.^

Allerliebste Flauschegrüße,
Sesa <3
22.08.2021 | 10:15 Uhr
Allerliebste Sesa <3

Ah, die Erklärung, wie die Klinge funktioniert! Daran kann ich mich sogar noch erinnern, weil ich das Thema super spannend und interessant finde. Im Spiel wurde das ja nicht wirklich erwähnt, was ich schade fand. Gut, es wäre auch überflüssig gewesen, aber dennoch …
Ezio wird wohl Schleichen üben müssen, schätze ich? Oh man, der Arme. So überzeugt von seinen Schleichkünsten und dann wird ihm nüchtern gesagt, mit was er Geräusche von sich gegeben hat. Aber nun ja, auch Schleichen will gelernt sein. Und es ist schön zu sehen, wie gut Leonardo Ezio schon jetzt durchschauen kann. Denn ich kann mir vorstellen, dass es hier eine kleine Diskussion gegeben hätte, wenn er dieser nicht direkt einen Riegel vorgeschoben hätte.
Und es scheint zu funktionieren. Ezio begreift zum Glück sehr schnell, was er falsch gemacht hat und wie er es anders anstellen muss. Wahrscheinlich liegt das zum Teil an seiner Gabe, oder er hat einfach nur ein Talent dafür, wie Giovanni bereits früher angedeutet hat.
Das Kämpfen: Sickereffekt? Denn das, was Ezio beschreibt, klingt sehr stark danach. Ah, es muss praktisch sein, unbewusst auf die Erfahrungen eines Vorfahren zurückzugreifen und sich zumindest körperlich an die Bewegungsabläufe erinnern zu können.
Und Arrigo ist tot. Nun, ich würde lügen, wenn ich behaupte, es wäre schade. Außerdem kenne ich diese Stelle bereits und weiß, dass mindestens ein Gardist gestorben ist. Und um Arrigo scheint es nicht schade zu sein.
Ezio weiß jetzt über Leonardos Untersuchungen an Leichen Bescheid – und ich spüre die Funken, die momentan eher von Leonardo ausgehen. Aber gut, wer findet denn einen jungen Mann, der einem hilft und dann noch ärztlich versorgt, nicht toll?

Allerliebste Grüße, Flauschengelchen <3

Antwort von Severin Sesachar am 22.08.2021 | 11:45 Uhr
Allerliebstes Flauschetani <3

Stimmt, im Spiel wurde das die Funktion der Klinge gar nicht so richtig erklärt. Aber Klein-Sesa ist doch neugierig und will eine Erklärung. Also saß Klein-Sesa mit ner LARP-Replik da und hat daran herumgespielt, um zu schauen, wie sie es am besten in Worte packen kann. *lol*
Leonardo kann ziemlich streng sein, wenn er will, bzw. das Gefühl hat, dass er es sein muss. Für Ezio bedeutet das hier erst mal ein wenig Zähneknirschen, aber hey, es geht um sein Überleben. Und bei allem jugendlichen Übermut, das versteht er schon. ^.^
Der Sickereffekt, genau. Bei Leonardo hat er im Text beim Kontakt mit Altaïrs Kodexseite zugeschlagen, was einfach ist. Es ist ja etwas, das man wirklich anfassen kann. Bei Ezio ist es etwas „Unfassbareres“, eben das in ihm verwurzelte Kampftalent. Man muss nur die richtigen Knöpfe drücken, um zu entfesseln, was in ihm steckt. Leonardo kennt sie – zum einen, weil er selbst war, wo Ezio gerade ist, zum anderen kann er Ezio durch die vielen Jahre mit Giovanni gut einschätzen und weiß, wie er ihn anpacken muss (etwas, das ihn von Mario unterscheidet, aber dazu später).
Arrigo hatte im Spiel keinen Namen und auch keine Geschichte. Schade eigentlich. Aber so, wie er mit Leonardo umgegangen ist, lag der Verdacht nahe, dass er ihn in Bezug auf die Saltarelli-Affäre kennt. Also habe ich ihn etwas personalisiert. ^.^
Knistern tut es längst bei beiden. Bei Leonardo schon deutlich länger, schließlich hat Giovanni ihn bereits mit „Er gefällt dir“ aufgezogen. Ezio hat einen seiner ersten „Uh, was passiert hier?“-Moment, als er Leonardo erfolgreich auflauern und überwältigen kann. Ihm dermaßen körperlich nah war er zuvor ja auch noch nicht. Und er begreift immer mehr, wie sehr Leonardo hinter ihm steht – schließlich verrät der ihn mit keinem Wort und riskiert mächtigen Ärger, um Ezio zu schützen. Das ist ihm auch eingefahren. Aber ja, das ist erst der Anfang … *grinst vergnügt*

Allerliebste Flauschegrüße,
Sesa <3
21.08.2021 | 14:20 Uhr
Allerliebste Sesa <3

Direkt ein Geständnis: Ich weiß gar nicht, welche Szene du meinst - irgendwie ist alles aus dem ersten Teil von Commilitones, zumindest was die Details angeht, aus meinem Kopf verschwunden. Ich weiß nur die generelle Handlung. Aber das ist bei mir normal, wenn ich ehrlich bin.
Aber: Ich liebe dieses Kapitel! Ich weiß nicht, ob du damals die Erzählung Leonardos, wie er Giovanni kennengelernt und von seiner zweiten Identität als Assassine erfahren hat, ebenfalls in deinem Erstwerk drinhattest, aber ich liebe sie hier einfach. Für mich sind einzelne Szenen aus der Vergangenheit so viel lebendiger als eine simple Schilderung, vermutlich "Show don't tell", nicht wahr? Auf jeden Fall gefällt mir die Idee, dass ausgerechnet Leonardo diese prägnante Gürtelschnalle entworfen hat. Sie ist ausschlaggebend für das Outfit von Ezio und mit der Verbindung zu Leonardo wird diese automatisch stärker mit in dieses Assassinen-Ding miteinbezogen.
Die Anfangsszene von Ezio und Leonardo in der Bottega war übrigens sehr toll. Ganz besonders der kurze bedröppelte Satz von Ezio, dass er nicht wusste, ob Leonardo allein in der Bottega ist xD Das passt einfach perfekt zu seiner noch unbeholfenen Persönlichkeit. Und ich sehe die Faszination, die Leonardo auf ihn ausübt! Nebenbei finde ich es auch sehr nett von ihm, Leonardo etwas die Unbeholfenheit zu nehmen, indem er ihn in Bezug auf Giovanni bestärkt. Es zeugt von einer gewissen Stärke, zu akzeptieren, dass Leonardo seinen Vater als Vaterersatz angesehen hat, anstatt es ihm auszureden oder abfällig zu werden.
Allerliebste Grüße, Flauschengelchen <3

Antwort von Severin Sesachar am 21.08.2021 | 18:54 Uhr
Allerliebstes Flauschetani <3
Ich freue mich schon immer, wenn ich beim Anklicken eines Alerts deinen Namen lese, deine Revs sind immer so süß. *schnurrt das Engelchen an*
Es ist die Rückblickszene mit Giovanni, die aus der ersten Fassung von „Waffenbrüder“ stammt. Die ist hier – ein wenig umgeschrieben und auch gekürzt – drin. Nachdem Psy zu Recht mit mir geschimpft hat, dass in der Ursprungsfassung ein POV-Patzer drin war (Leos Erinnerung kann ja unmöglich zum Teil aus Giovannis Sicht erzählt werden), habe ich das angepasst. ^.^
Dass du den ersten Teil vergessen hast, ist gar nicht schlimm – der hier ist ja ohnehin ganz anders (und so wirst du nicht verwirrt). :D
Und genau deshalb wollte ich den Rückblick – mehr Show als Tell. Es sind im Zuge dieses Bandes auch ein paar Tell-Sachen drin, aber wenn ich jetzt auch noch Erinnerungen wie diese so verpacke, wird es eindeutig zu viel. *versucht, ganz brav die Waage zu halten*
Ezio … macht mich fertig. Ich mochte ihn ja schon immer, aber je mehr ich ihn aufrolle und je weiter ich (zeitlich/altersmäßig) mit seinem Charakter zurückgehe, um die Anlagen für seine erwachsene Persönlichkeit herauszuarbeiten, desto mehr verfalle ich diesem Mistkerl. Er ist – wie du sagst – noch etwas unbeholfen, aber das lässt ihn überhaupt nicht dümmlich rüberkommen. Zumindest empfinde ich es für mich nicht so beim Schreiben. Ich weiß nicht, wie es auf den objektiven Leser wirkt, aber was bei ihm an Emotionen abfällt, ist für mich beim Schreiben immer besonders deutlich.
Dass Ezio nicht eifersüchtig reagiert, dass Leonardo in Giovanni auch einen Vaterersatz gesehen hat, hat mehrere nachvollziehbare Gründe. Zum einen ist Ezio so familienfixiert, dass er sich Menschen, die seine Familie achten, automatisch öffnet. Zum anderen ist Leonardo quasi DAS Bindeglied zu dem Giovanni, den Ezio nie hat kennenlernen dürfen, den er aber genauso in seinem Herzen haben will wie den, den er kannte. Er versteht die untrennbare Persönlichkeit. Er möchte seinen Vater, seine Handlungen und Absichten verstehen – darüber hinaus trägt Leonardo alle Lehren, die Ezio eigentlich von Giovanni hätte erfahren sollen, in sich und kann sie mit Ezio kommunizieren. In Angedenken an Giovanni, in respektvollem Gedenken und in etwas, das Ezio und Leonardo tief verbindet: Giovannis aufgeschlossene Weltansichten. Man möge „Er lebt in dir“ aus Lion King II einspielen. Wenn ich mir einen Disney-Track für die geistig-emotionale Verbindung dieser drei Figuren klauen dürfte, der wäre es. :D.
Allerliebste Grüße,
das Flauschesesa <3
16.08.2021 | 17:22 Uhr
Allerliebste Sesa <3

So, das war hoffentlich das letzte deprimierende Kapitel fürs Erste. Denn auch hier hast du es mal wieder geschafft, die Emotionen fast schon beiläufig immer wieder zu erwähnen, damit man nicht aus dieser deprimierenden Spirale herauskommt.
Selbst nicht, als Volpe seine Anschuldigungen gegenüber Leonardo äußert. Nun gut, Menschen in seiner Position sind vermutlich immer von der Richtigkeit ihrer Meinung überzeugt, deshalb lässt sich da nicht viel machen.
Ich kann nur einmal mehr betonen, wie sehr ich es mag, dass Maria hier beschwichtigend eingreift. Weitaus verständlicher als das jahrelange Stummsein aus dem Spiel. Hier hat sie natürlich ebenfalls diese bodenlose Trauer, ganz besonders am Anfang des Kapitels, aber sie ist für ihre verbliebenen Kinder und für Leonardo da. Und sie weiß, was Giovanni gewollt hätte, weshalb sie alle Versammelten darum bittet, die Leichname halbwegs gebührend zu verabschieden.
So wie es den Eindruck hat, hat man zu diesem Zeitpunkt nur Erdbestattungen vorgenommen? Nun, eine Feuerbestattung hat aus neumodischer Sicht ihre eigene Berechtigung, aber ich kann mir vorstellen, wie schwierig eine andere Art der Bestattung anzunehmen ist. Man merkt es an Volpes Reaktion sehr gut.
Und es wurde offiziell bekannt gegeben, dass Alberti unter der Fuchtel des Spaniers steht, ebenso wei Leonardos Vater. Darüber wissen wir ja bereits genug - stirbt Alberti nicht sogar relativ bald? Also, in so einigen Jahren, nachdem Ezio seine Ausbildung bei seinem Onkel vollendet hat?

Allerliebste Grüße, Flauschengelchen <3

Antwort von Severin Sesachar am 16.08.2021 | 17:45 Uhr
Allerliebstes Flauscheengelchen! <3

Ja, das Schlimmste an deprimierenden Szenen und Stimmung ist jetzt vorbei. Natürlich gibt es immer wieder mal wehmütige Momente, aber das ist ganz normal, und es wäre wenig nachvollziehbar, wenn sie fehlen würden. ^.^
Mir gefällt Maria so auch besser. Es trifft einfach mehr den Charakter der Frau, mit der Ezios Geschichte in den Spielen beginnt. Diese starke, bodenständige Persönlichkeit, die auch ohne Worte eine Menge Charisma ausstrahlt. Je mehr ich drüber nachdenke, desto mehr grolle ich Ubisoft für die Wahl, sie als stummen Pappaufsteller in Monteriggioni zu platzieren, dem man Federn bringt …
Erdbestattungen waren auch ein Spiegel der Zeit. Wir sind hier in Westeuropa, in Italien. Katholischer geht es fast nicht. Verbrennung fällt unter Leichenschändung und viele fromme Katholiken haben bis heute massive Probleme damit. Dass Ezio die Leichen von Giovanni, Federico und Petruccio verbrennt, ist ein dermaßen ketzerischer Akt, dass man ihn damals für diese Tat exkommuniziert hätte. Streng betrachtet ist Ezio hier zum ersten Mal Assassine – frei von religiösen Dogmen und im Respekt vor dem Tod handelnd. Leonardos „Requiescat in pace“ unterstreicht diesen Umstand. Die Kombination aus Ezios Taten und Leonardos Worten war hier sehr bewusst gewählt. ^.^
Alberti stirbt sogar noch, bevor Ezio zu seinem Onkel aufbricht – im Game, in den Büchern und auch hier. Das macht auch Sinn. Gonfaloniere ist man nur für zwei Monate. Wartet Ezio Jahre, ist Alberti längst über alle Berge. Er muss jetzt handeln … ;)

Allerliebste Flauschegrüße,
Sesa <3
14.08.2021 | 09:56 Uhr
Allerliebste Sesa <3

Der große Augenblick ist also gekommen. Ich mag diese Version einfach, dass Leonardo alles weiß und Ezio eher hinter ihm her stolpert, weil er komplett überfordert mit der Situation und einfach allem ist. Ganz nebenbei, wenn wir schon in Giovannis Büro sind: Ich mag deine Beschreibung sehr! Nachdem ich sogar weiß, was Kassettendecken sind und wie sie zu dieser Zeit aussehen, wird das das prägendste Merkmal des Raumes sein, abgesehen von den beiden Schreibtischen. Dass du da nur sporadisch beschreibst, überfordert das Leserhirn nicht so und außerdem denkt sich das Hirn selbst den Rest dazu.

Dass Ezio Bitterkeit verspürt, kann ich nachvollziehen. Es ist eine Sache, vom Doppelleben seines Vaters zu erfahren. Aber darüber hinaus noch zu erfahren, dass ein Außenstehender mehr über Giovanni weiß als er selbst, ist noch eine Spur härter in meinen Augen. Da stellt man sich vermutlich unbewusst die Frage nach dem Vertrauen des Vaters in einen selbst. Doch andererseits ist es gut, dass Giovanni Ezio klar und deutlich gesagt hat, dass er sich mit Leonardo zusammentun soll. Zum einen hat er immerhin einen Verbündeten und zum anderen hat er jemanden, der seine baldige Trauer abfangen und nachvollziehen kann. Ich vermute, auch für Leonardo wird Giovannis Verlust nicht einfach sein.

Die Briefübergabe an Alberti. Mit dem Spanier, der dabeisitzt und zuschaut. Jedes Mal ist diese Szene sehr frustrierend, wenn man weiß, was geschieht. Und diese Einladung, über Nacht zu bleiben … Ich weiß genau, wo Ezio dann aufgewacht wäre, falls er das überhaupt wäre. Gift in eine Pastete zu tun ist ja nicht allzu schwer, wenn man sich etwas damit auskennt. Interessant hingegen finde ich, dass Alberti gar nicht nach dem Aufenthaltsort von Maria und Claudia fragt – aber wahrscheinlich ist es einfach zu spät, um ausgefeilte Pläne auszuhecken. Oder er denkt, er weiß, wo sie sind. Das kann natürlich auch sein.

Aurora ist ja putzig! Also hier, ich kann mir vorstellen, dass sie das nicht ist. Oder sie ist einfach erheitert über Ezios Unbeholfenheit ihr gegenüber. Ah, der Gedanke eines überforderten Ezios gegenüber einer Dirne ist einfach Gold. Ich mag das, vor allem, weil er später keine Probleme damit hat. Da ruft man sich doch gern die anfänglichen Schwierigkeiten vor Augen, die Ezio hatte. Und gleichzeitig sieht man die Entwicklung, die der Charakter durchläuft.

Was mir gerade auffällt: „Signoria“ ist die Bezeichnung für Florenz, oder? Genau wie „Serenissima“ die für Venedig ist? Oder zumindest für die Obrigkeit der Stadt. Auf jeden Fall ist das jetzt die Szene, vor der es mir gegraut hat. Hinrichtungen sind nie schön, vor allem, wenn sie so überraschend kommen wie hier.
Und dann sterben die drei Auditore noch nacheinander … Uff. Das ist hart. Da wäre ein gleichzeitiges Erhängen weitaus gnädiger gewesen, ganz besonders für Giovanni. Seine Söhne vor einem sterben zu sehen, ist glaube ich das schlimmste, was einem Vater passieren kann. Ganz egal, wie schnell danach man selbst stirbt. Aber immerhin konnte er Ezio noch Abschiedsworte mitgeben, die wohl nur dieser verstanden hat.

Ein Kompliment übrigens an deine Schilderung von Ezios Flucht vom Hinrichtungsplatz! Du weißt vielleicht inzwischen, dass ich deine Beschreibungen mag und diese hier ist wie immer wundervoll :D

Ezio hat Leonardo erkannt. Nun, ehrlich gesagt hätte es mich auch gewundert, wenn er es nicht getan hätte. Nachdem bereits Volpe aufgetaucht ist und Leonardo viel mehr über Giovanni weiß, als Ezio es jemals getan hat, war das die logische Schlussfolgerung. Nun bin ich gespannt, wie Ezio auf die komplette Wahrheit reagieren wird. Und wie sich das zwischen ihm und Leonardo entwickelt.

Allerliebste Grüße, Flauschengelchen <3

Antwort von Severin Sesachar am 14.08.2021 | 11:54 Uhr
Allerliebstes Flauscheengelchen <3

Der arme Ezio. Er ist überfordert. Das gemeine am Spiel ist, dass man ihn damit so ziemlich allein lässt. Ewig beantwortet ihm niemand seine Fragen und er soll einfach funktionieren. Das ist so gemeint. :(
*bedankt sich an der Stelle glücklich schnurrend für Tanis Lob zu den Beschreibungen*

Leonardo wird unter Giovannis Tod auch leiden, ja. Immerhin sieht er in ihm eine Vaterfigur – oder genauer: Den Vater, den er sich gewünscht hätte, aber nie hatte. Und Ezio hat spannenderweise nie seinen Vater für sein Unwissen verantwortlich gemacht sondern ausschließlich gegen Mario und Volpe gewettert – wobei ich verstehen kann, warum es so ist. Sein Vater war tot und konnte nichts mehr tun. Mario und Volpe, beide am Leben und wissend, was Ezio durchmacht, machen weiter ein Geheimnis aus allem, statt ihn durch klare Ansagen den Boden unter den Füßen zurückzugeben. Jemandem zu grollen, der seine Handlungen noch überdenken könnte, macht so gesehen mehr Sinn, als dem zu zürnen, der nichts mehr am Geschehenen ändern kann.

Wäre Ezio bei Alberti geblieben, er wäre entweder nie mehr aufgewacht oder am Morgen mit unter den Galgen gezerrt worden. Maria und Claudia waren für Alberti (und Borgia) tatsächlich uninteressant. Hier haben wir es wieder mit dem Phänomen spätmittelalterliche Rechtsprechung zu tun. Die Todesstrafe für Verrat ging stets an Männer. Wofür man Frauen hinrichtete, war Kindsmord, was als Verbrechen gegen Gott betrachtet wurde. Allerdings kamen Frauen auch nicht an den Galgen, sondern wurden ertränkt. Das Baumeln am Strick (oder gerädert werden) war Männersache. Abgesehen davon will Borgia die „Assassinenbrut“ loswerden, was Maria per se verschonte. Nicht vor Schmach und Schande, aber durchaus vor dem Tod.

*schmunzelt über Aurora* Die hat mir schon in der Erstfassung von Band 1+2 Spaß gemacht, auch wenn ihr Auftritt hier natürlich etwas anders ausfällt. Die Dame sehen wir auch noch mal. XD Und ja, da ist er wieder, der überforderte Ezio. Um ein Zitat der Dirnen aus dem Spiel zu nehmen: „So jung und unschuldig“. :D

Die Signoria ist kein Synonym für Florenz, nein. Signoria war in der Renaissance ein genereller Begriff für die Stadtverwaltung, wobei es eher Gemeinde- oder Landesverwaltung heißen müsste. Zur Republik Florenz gehörte ein großes Gebiet mit vielen Ortschaften (wie Vinci), während Florenz als Stadt schlichtweg das politische Zentrum war. Die Signoria bestand aus einem Rat aus Juristen, Notaren, Gelehrten, Handwerksmeistern, Lobbyisten, usw., die Gesetze bestimmten, Recht sprachen, große Bauvorhaben wie Kirchen und Spitäler beschlossen, die Hand auf den Steuern hatten, die Gilden überwachten, etc. Ein riesiger Verwaltungsapparat, sozusagen. Der Gonfaloniere – hier Alberti – war einfach der (temporäre) Vorstand. Quasi der Präsident, der der Exekutive ein Gesicht gab.

Die Hinrichtung selbst: Im Spiel hat man alle drei Auditore auf einmal gehängt, was historisch allerdings kaum haltbar ist. Dazu hätte man auch drei Henkersmeister gebraucht und hätte – noch dazu – die Zuschauer um die ganze Show gebracht. Da der Hauptverurteilte, also Giovanni, besonders hart bestraft werden muss, ist es logisch, dass er mitanzusehen hat, wie man seine Söhne richtet. Eine solche Vorgehensweise war gängige Praxis. Menschen sind grausam.:/

Es freut mich, dass die Fluchtszene gelungen ist! Ich wollte es temporeich aber auch emotional haben. Ezio ist verzweifelt und schockiert, zugleich weiß er aber auch, dass er um sein Leben laufen muss, wenn er es behalten will. Über alles nachdenken darf er erst später.

Leonardos Offenbarungen werden nicht lange auf sich warten lassen. Das ist der entscheidende Unterschied zwischen ihm und Volpe. Er speist Ezio nicht ab, er lässt ihn nicht draußen vor der Tür. Er erklärt und zieht Ezio somit in das Ganze mit rein. Aber das … ja, das verrät das nächste Kapitel. ^.^


Allerliebste Flauschegrüße,
Sesa <3
13.08.2021 | 19:34 Uhr
Allerliebste Sesa <3

Ah, jetzt kommt der spannend-traurige Teil, der mich damals beim ersten Spielen so geschockt hat! Und der Wendepunkt in diesem ersten Band, vermute ich mal.
Da du die Szene direkt beschreibst – ich glaube, im Spiel wurde sie nur erzählt, weil Ezio abwesend war – macht das alles noch tragischer. Insbesondere im Fall von Petruccio, der ja wirklich nichts verbrochen hat. Und ein Kind ist, wie du Maria hier schön betonen lässt. Aber nun ja, wenn es darum geht, Feinde aus dem Weg zu räumen, macht niemand vor Kindern Halt.
Immerhin ist der Hauptmann sympathisch. Ich meine, er erfüllt ja nur seinen Auftrag. Arrigo hingegen kann gern zu Fischfutter werden *guckt unschuldig* Man schlägt keine Frauen, fertig. Egal, wie toll man sich dabei fühlt.

Ich mag es, wie Leonardo hier die Zügel übernimmt. Man weiß ja von den anderen Bänden, dass er in Krisensituationen wie dieser besonnen reagiert (was teilweise auch an seiner Ausbildung als Assassine liegt) und weiß, was er bzw. die Betroffenen als Nächstes zu tun haben.

Ach, der arme Ezio und sein erstes Treffen mit Menschen der unteren Schicht xD Wenn der Zeitpunkt nicht so tragisch wäre, wäre das wirklich, wirklich lustig. Und dazu die erste Begegnung mit Volpe, auch wenn Ezio natürlich nicht weiß, wen er da vor sich hat. Aber immerhin wird er gewissermaßen vorgewarnt, auch wenn es bereits zu spät ist. Doch der „Spanier“ bleibt Ezio ja sehr lange im Gedächtnis.

War im Spiel Volpe ebenfalls dabei, als Leonardo Ezio erreicht und ihm die Vorkommnisse schildert? Wer hat damals Ezio überhaupt informiert, das war doch Leonardo? Ich merke, ich werde vollkommen verwirrt, weil ich mir diese Details natürlich nicht gemerkt habe. Vielleicht sollte ich auch einfach anfangen, mich vom Spiel zu lösen xD
Aber ich mag Volpe – das weißt du ja. Mürrische Menschen sind mir einfach sympathisch, sie wirken immer so ehrlich! Ganz besonders, wenn sie sich in einer besonderen Position befinden wie der selbsternannte Meister der Diebe.

Ezios Empörung, als er den Ort sieht, zu dem seine Schwester und Mutter gebracht worden sind xD Ich behaupte, ein Bordell ist für Frauen der sicherste Unterschlupf überhaupt, wenn sie versteckt werden sollen. Niemand schaut in einem Bordell nach und die Freudenmädchen haben normal viel Respekt vor Schutzbedürftigen. Eben weil sie diese Situation sehr gut kennen.
Paola! Ah, ich liebe sie einfach, sie war im Spiel schon so toll <3 Und deine Beschreibung hier aus Ezios Augen ist wirklich wunderschön, denn ich fand sie damals auch sehr beeindruckend. Von ihrem Aussehen und von ihrem Charakter her, und ihre Hintergrundgeschichte war sehr interessant.

Leonardo kennt Arrigo also aufgrund des Vorfalls damals. Die Frage ist nur, inwiefern. Mich würde es noch nicht einmal wundern, wenn Arrigo insgeheim auch auf Kerle steht – die sind ja gern besonders ausfällig, um ja keinen Verdacht zu erregen.
Immerhin ist Ezio nicht allein zu Giovanni aufgebrochen. Ich fand diese Szene im Spiel mit am traurigsten, einfach weil es der Abschied war. Und bei dir hat Ezio immerhin Unterstützung durch Leonardo, weshalb er nicht hilflos durch die Gegen läuft und sich fragt, was er eigentlich verpasst hat.

Allerliebste Grüße, Flauschengelchen <3

Antwort von Severin Sesachar am 14.08.2021 | 11:19 Uhr
Allerliebstes Flauscheengelchen <3

Ja, der traurige Teil. Aber es hilft alles nichts, ich komme leider nicht drumherum. Obwohl ich genau weiß, was passiert, habe ich dieses und das nachfolgende Kapitel so rasch runtergeschrieben, einfach, weil ich es von der Seele haben musste und nicht auf der To do-Liste haben wollte. Klingt vielleicht arg bescheuert, aber die Tragik dieses Storyelements nimmt mich tatsächlich auch nach dem xten Mal mit.

Im Spiel gab es die Szene, in der Giovanni verhaftet wurde, nicht, nein. Dass grade sie „im Verborgenen“ lag, hat mich irgendwie immer gestört. Ja, klar, man erlebt die Geschichte im Spiel aus Ezios Sicht, zumindest 90% davon. Ausreißer hat auch Ubisoft – ich sag nur die Kussszene zwischen Cesare und Lucrezia Borgia, die Ezio von seinem Versteck an der Mauer gefühlt 100 m entfernt unmöglich durchs Fenster beobachten kann, nicht mal mit Adlerauge …

*schmunzelt über Engelchens Anmerkung zu Arrigo* Um es mit Siras Worten zu sagen: „Er hat einen Namen … das bedeutet …!“ XD

Ezios WTF vor den Leuten, denen er die Briefe überbringen soll, darf ruhig amüsieren – zumal er ja gar nicht weiß, was gerade in Palazzo Auditore passiert. Er ist noch so herrlich unschuldig und leicht zu überfordern. Ich mag das unheimlich an seiner Charakterdarstellung. Erwachsen/im Alter so badass, aber nein, er hat die Coolness absolut nicht mit dem Löffel gefressen (und gewisse Unsicherheiten schimmern sogar beim alten Ezio durch, was ich immer wieder feiere, da es ihn so menschlich macht).

Im Spiel waren weder Volpe noch Leonardo dabei, als Ezio alles erfährt. Da kommt er einfach zurück in den Palazzo und wird fast von der neue Gefahren erwartenden Annetta mit einer Bratpfanne erschlagen. Sie erzählt ihm dann, was passiert ist, bzw. Claudia übernimmt einen Teil davon, als sie dazukommt. Aber ja, Vergleiche mit dem Spiel werden zunehmend schwieriger. ^.^‘

Mit dem Bordell hast du vollkommen recht. Es ist der sicherste Ort für Maria und Claudia. Niemand sucht sie dort und zugleich sind sie unter Frauen, die selbst sehr gut wissen, was Bedrängnis und Gefahr bedeuten (ich bin am Rande angemerkt auch oft sehr beeindruckt von vielen Sexdienerinnen in Interviews – wie sie auftreten, wie sie sprechen, diese absolute Bodenständigkeit aber doch Empathie … da sind viele starke Persönlichkeiten drunter).

Paola ist super! Neben Claudia und Maria meine Lieblingsfrauenfigur aus AC. Sie hat so etwas Königliches an sich. Wie sie spricht, wie sie sich bewegt. Null ordinär, aber sehr stolz und in ihren Handlungen vorausschauend. Klasse Frau!

Dein Gedankengang zu Arrigo ist interessant, und ich muss dir zustimmen. So abwegig wäre das nicht. Also vorstellen könnte ich es mir nach der Anmerkung irgendwie auch, grade mit deiner Begründung. Wir sehen ihn auf jeden Fall wieder. Mal sehen, wie weit deine Spekulationen dann gehen. ^.^

Die Szene mit Ezios Gefängnisbesuch im Spiel … ja. Die war sehr traurig. Und noch dazu absolut unrealistisch, da es im Palazzo della Signoria keine Arrestzellen im Turm gibt (wer schleppt Inhaftierte auch durch zig Stockwerke und über mehrere Treppen bis zur Spitze eines Gebäudes, wenn die Verhandlungsräume im Erdgeschoss sind). Das war wieder reine Spielmechanik ohne Logik. ^.^

Allerliebste Flauschegrüße,
Sesa <3
13.08.2021 | 10:39 Uhr
Huhu Sesa :)

Nachdem ich mir jetzt drei Tage den Kopf darüber zerbrochen habe, was ich in dieses Review schreiben soll, hab ich aufgegeben. Ich wollte dir ein Review schreiben, das ausdrückt, was mir diese Geschichte jetzt schon bedeutet und finde keine Worte. Es ist die erste längere Geschichte, die ich seit Jahren lese und ich kann zumindest erahnen, wie viel Arbeit darin steckt.

Ich mag die Art, wie Giovanni mit Leonardo umgeht sehr und ich bin schon sehr auf diesen Leonardo gespannt. Viel weiß ich ja nicht, aber mal sehen.

Ja, so viel zu meinem Review.

Ich freue mich schon auf die nächsten Kapitel :)

*wink*
Kara

Antwort von Severin Sesachar am 13.08.2021 | 11:20 Uhr
Liebe Kara,

ich danke dir ganz herzlich für dein Review. So unerwartet wie die Tatsache, dass es in meine Inbox geflattert ist, ist auch sein Inhalt. Der hat mich erst mal sprachlos gemacht und ich musste eine Weile um das Antwortfenster herumtanzen, bevor ich tippen konnte. Im "keine Worte finden" scheinen wir uns hier in nichts nachzustehen. ^.^'

Ich bin gespannt, ob du mit diesem Leonardo warm werden kannst und hoffe einfach, dass du dich gut unterhalten fühlst. *insert Glubschi-Emote*

Alles Liebe,
Sesa
02.08.2021 | 14:09 Uhr
Liebste Sesa
Da ich jetzt gerade ein bisschen in Kommentierlaune bin, kriegst du natürlich auch eins.
Ich finde es grossartig, was du aus diesem Band herausholen kannst, wenn man die Geschichte nur an einem anderen Zeitpunkt ansetzt. Jetzt kann man auch lesen, wie die Freundschaft zwischen Ezio und Leo steigt und dass es auch Leo ist, der Ezio auf dem Weg zum Assassinen begleitet und beisteht. Das gefällt mir wirklich gut.
Aber ich glaube, meine Lieblingsszene ist die, in der Giovanni nicht nur Ezio zurechtstutzt, sondern auch Federico. Das war im Spiel ein bisschen doof umgesetzt, weil man annehmen musste, dass nur Ezio was auf den Deckel bekommt, dabei hat Federico sich auch geprügelt. Und der hat auch mehr auf dem Kerbholz, das sagt ja schon sein Datenbankeintrag. Und hier werden quasi beide zurechtgewiesen. Ja, so muss das!

Ich bin gespannt, was noch alles in diesen Band reinkommt und ich bleibe natürlich dran.

Liebste Grüsse
Ani

Antwort von Severin Sesachar am 02.08.2021 | 14:20 Uhr
Liebste Ani,
ja, das mit Federico hat mich auch gestört. Ja, klar, das Spiel hat Ezio zum Fokus, aber darum muss man seinen Pazzi-Troll von Bruder ja nicht von der Gardinenpredigt ausschließen. Hätte keinem wehgetan, wenn er dabeigestanden und auch einen strafenden Blick samt Kommentar von Giovanni abgekriegt hätte. So hat man das Gefühl, dass sich Federico wirklich alles erlauben kann, dabei ist er als großer Bruder eigentlich der, der als Vorbild herhalten müsste. Meh, Ubisoft!
Es ist in der Ausgangssituation nun einiges anders, aber ich muss gestehen, dass es mir gefällt. Und diese Veränderungen in den Folgebänden anzugleichen, ist jetzt nun auch kein großer Akt, zumal es ja keinen Einfluss auf die Harmonie der Charaktere (und damit die wichtigste Essenz des Ganzen) hat. Haben Ezio und Leo halt zweieinhalb Jährchen mehr als Paar miteinander. Fällt in der Retrospektive echt nicht auf. :D
Ich bin auch gespannt, was sich hier – abseits unumstößlicher Plotstränge – noch verselbstständigen wird. Ich sitze grade an der Konfrontation mit Mario und heisssassa, Ezio hat erstaunlich viel Biss für einen Halbstarken. Viel Spaß mit ihm, Mario. Viiieeel Spaß. *hihi*

Allerliebste Flauschegrüße,
Sesa
31.07.2021 | 09:32 Uhr
Allerliebste Sesa <3

Und damit wird zum ersten Mal der böse Name erwähnt! Rodrigo Borgia bedeutet hier nichts Gutes – ist das DER Auftrag? Ah, und natürlich weiß Borgia genau, wer Giovanni ist und für wen er arbeitet. Aber interessant, dass er ihm einen Seitenwechsel anbietet, ich musste da gerade direkt an Shay Cormac denken (Ja, ich spiele gerade Rogue so ab und zu xD)
Ah, Leonardo und seine Beharrlichkeit, was Körperhygiene angeht. Wobei es in diesem Fall bei einer medizinischen Behandlung von Vorteil ist, einen gewissenhaften Bader zur Hand zu haben, um Infektionen zu vermeiden.
Leonardo repariert also die Klinge von Giovanni. Nun, das macht im Hinblick auf spätere Ereignisse sehr viel Sinn! So neugierig, wie er ist, wird er sich jede Kleinigkeit dieser Klinge merken, was spätere Reparaturen und die generelle Funktionsfähigkeit (nein, ich denke da nicht an das Abhacken des Ringfingers *hust*) betrifft.
Ein Gefühl von Vertrautheit … Ist das etwa eine Art Sickereffekt, wie beim Animus und Desmond? Also für mich würde das Sinn machen, das Adlerauge ist ja nie die einzige vererbte Eigenschaft und ich weiß ja, dass Leonardos Vorfahren mütterlicherseits aus einer Assassinenstadt oder so stammen.
Mario! Jetzt, da du Giovanni näher beschreibst, merkt man erst den Unterschied zwischen den beiden Brüdern. Mario war ja schon immer sehr leidenschaftlich, was die Assassinen und Monteriggioni angeht. Wenn er wüsste, dass Giovanni diese Kodexseite aus der Hand gibt, wäre er wenig begeistert davon, kann ich mir vorstellen.
Die Medici … Ich weiß, sie sind noch immer faszinierend. Und in deiner Reihe kann ich sagen, dass sie mir weitaus sympathischer sind als der Moro aus Mailand. Irgendwie wirken sie nicht ganz so abgehoben wie er. Oder wissen es einfach nur besser zu verbergen. Aber für mich sind sie vertrauenswürdiger, auch wenn sie natürlich stets auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind. Doch einem frischen Bankier zu helfen, weil er einen als Kind vor dem Ertrinken gerettet hat, ist schon … nett? Gut, da steckt auch ein egoistischer Gedanke dahinter, aber der schadet in dieser Situation ja keinem.
Foreshadowing! Ich habs genau erkannt! Jetzt hoffe ich nur, dass der 17.01.1477 wirklich „The Day“ ist, ansonsten wird es etwas peinlich. Wobei, ich hätte es auch an der Bemerkung erkennen können, dass Ezio seiner Mutter helfen muss, Leonardos Gemälde in den Palazzo Auditore zu bringen. Aber egal!

Petruccio … Weiß man eigentlich genau, was er hat? Das hat mich schon immer interessiert. Oder es ist wirklich nur eine schwache Konstitution.
Maria ist einfach ein super Charakter. Ich habe sie im Spiel am Anfang sehr gefeiert und ihre Wandlung nach dem Tod des Großteils ihrer Familie … Naja, für mich war das nicht so passend. Aber das weißt du ja bereits. Ihre Bemerkungen zu Ezios Liebesleben, einfach köstlich! Ah, ich liebe diese forschen, knallharten Sätze, die bestimmt sehr unangenehm sind :D
Der arme Ezio, er ist ja wirklich überfordert mit er Erkenntnis, wer dieser Maler ist :D Was mir gerade einfällt: War Leonardo da Vinci wirklich blond? Wobei, da er im oberen Teil von Italien lebt, kann das durchaus sein, wenn ich meine Schulkenntnisse nicht komplett falsch in Erinnerung habe.
Die Stiefel xD Natürlich bemerkt Ezio so etwas. Und Leonardos Art treibt ihn ja wirklich in den Wahnsinn, hier jedoch eher auf eine ungehaltene Art. Aber gut, wenn ich mit jemandem reden würde, der gefühlt fünftausend Hintergedanken hat, die ich bemerke, dann werde ich auch wahnsinnig.
Ach, Ezio ist hier wirklich naiv, was das Verhältnis von Malern und Auftraggebern angeht. Als ob Künstler nur das malen, was sie wollen – sie arbeiten. Mit anderen Worten richten sie sich nach den Wünschen des Kunden, ob es ihnen passt oder nicht. Eindeutig kein Job für mich.
Maria möchte also, dass sich Ezio mit Leonardo anfreundet. Verständlich, wenn sie so begeistert von ihm ist. Wahrscheinlich, damit Ezio überhaupt einen Freund hat, denn gefühlt hängt er nur mit seinem Bruder herum, der einen schlechten Einfluss auf ihn hat. Zumindest in meinen Augen.
Oh. Giovanni wollte wohl Ezio alles erzählen? Wenn er schon Leonardo erwähnt und darauf hinweist, dass dieser beim Gespräch ebenfalls dabei sein wird. Ezio ist hier zurecht verwirrt, er weiß ja nichts über die Beziehungen von Leonardo zu den Auditore, ganz besonders nicht zu Giovanni.

Allerliebste Grüße, Flauschengelchen <3

Antwort von Severin Sesachar am 31.07.2021 | 15:04 Uhr
Allerliebste Flauschtani! <3
*schnurrt erst mal ausgiebig-happy das Review an, bevor sie sich ans Beantworten macht*

Ja, Borgia. Da ist er nun, der böse Name. Der Spanier. Du-weißt-schon-wer! XD
Dass besagter Borgia Giovanni einen Seitenwechsel anbietet, ist tatsächlich Canon und findet sich in „Lineage“, der Vorgeschichte zu ACII. Dem habe ich einiges entlehnt, wie auch die Tatsache, dass Giovannis Klinge bei der Gegenüberstellung mit Borgia zerbrochen wurde. Er schafft es im Film noch, an die abgebrochene Klinge zu kommen und die als Faustdolch gegen den letzten Gegner einzusetzen, bevor Borgia ihn mit einem Wurfmesser niederstreckt, aber ja. Das ist tatsächlich der Grund, warum die Klinge kaputt ist, als Ezio sie an sich nimmt. Hier habe ich die Geschehnisse etwas verändert. Giovanni bringt die Waffe gleich zu Leonardo. Macht ja auch Sinn. Mehr, als sie ewig in der Truhe liegen zu lassen, wenn er als Assassine doch darauf angewiesen ist (und Paola im Game anmerkt, dass sie sowieso zu Leonardo gebracht werden sollte). ^.^
Und ja, genau das hatte ich im Hinterkopf: den Sickereffekt. Zumal ich in den späteren Bänden immer wieder angemerkt habe, dass der Kontakt mit Gegenständen oder Orten, die mit direkten Vorfahren verbunden sind, Emotionen, verborgene Fähigkeiten oder auch Visionen wecken. Ezio hat das im Spiel selbst. In „Revelations“ sieht er Altaïrs Gestalt on Masyaf, folgt ihm, hat sogar bewussten Augenkontakt mit ihm. Das macht nach der Ubisoft-Behauptung im späteren „Black Flag“ gar keinen Sinn mehr, denn da wird auf einmal gesagt, dass Ezio kein Nachfahre von Altaïr ist. Ich WTFe immer noch darüber, zumal wir den Sickereffekt von Desmond ja als genau das kennen, was ich auch hier verwende. Aber was soll’s. Ist hier eben Leonardo der direkte Nachfahre von Altaïr (über seine Mutter, 100 Punkte für Tani). Ist auch recht, zumal sich so sein Zugang zur arabischen Sprache und seine absolute Besessenheit von Altaïrs Kodex plausibel erklären lässt. XD
Und jaaaaa, die Unterschiede zwischen Giovanni und Mario sind krass. Der eine ist fast schon pedantisch, was die Bruderschaft angeht und sehr traditionell, der andere ein Rebell mit sanfter Ader, der auf eigenen Wegen zu wandeln wagt (ein Grund, warum ich bereits in der Erstfassung angemerkt hatte, dass wohl niemand das Credo so gut verstanden und auch gelebt hätte wie Giovanni).
Mir sind die Medici auch lieber als die Sforza. Ihren eigenen Vorteil im Sinn haben sie alle, aber die Medici stechen schon als die kultiviertere und diplomatischer agierende Sippe heraus, zumindest unter Lorenzo de’ Medici. Sein Sohn war der absolute Fail an der Macht …
*schmunzelt über das Datum und teilt Kaffee mit Tani* :D

Was Petruccio genau hatte … es wurde nie gesagt. In der Datenbank steht nur, er sei von so schwacher Gesundheit, dass er nicht in eine Schule gehen konnte und deshalb zu Hause unterrichtet werden musste. Einige mutmaßen, dass Petruccio zudem autistische Züge hätte, die man tatsächlich erkennt, wenn man sie sehen will. Er ist stark fixiert auf sehr wenige Dinge, und auch wenn er sanftmütig ist, mangelt es ihm etwas an Empathie. Auch scheint er seinem Alter geistig ein wenig hinterherzuhumpeln. Im Spiel ist er 13, benimmt sich in der kurzen Szene, in der man mit ihm interagiert, aber eher wie sieben oder acht. Irgendetwas stimmt jedenfalls nicht mit ihm, und es ist Ezio, der sich neben Maria am meisten um Petruccio kümmert. Das war ehrlich gesagt die Szene, bei der ich angefangen habe, Ezio zu mögen. In der Einführungssequenz mit der Prügelei wollte ich ihn für seine große Klappe nur hauen. XD
Und ja, was sie im Spiel mit Maria gemacht haben … es passt null zu ihrem Charakter, da sind wir uns einig. Sie hat sich in dieser Storyversion auch etwas verselbstständigt, was das angeht, und beschlossen, nicht Monate oder gar Jahre den stummen Fisch zu spielen. Da ich ohnehin schon so viel geändert habe, durfte das jetzt auch noch passieren, und ich bin damit zufrieden. Es fühlt sich mehr nach der Frau an, als die wir sie im Spiel auch kennenlernen. Und eben diese Frau mag ich sehr. ^.^
Ja, Leonardo da Vinci war blond. Natürlich kein Malfoyblond, das liegt auf der Hand. Die Norditaliener haben eher dieses goldene Weizenblond oder warmes Dunkelblond mit deutlichem Rotstich (das hat Giovanni, wie ich inzwischen festgestellt habe). Die Region um Rom und alles, was südlich davon liegt, beherbergt fast ausschließlich schwarz- oder doch wenigstens dunkelhaarige Menschen. Ein Phänomen, das schon in Renaissancetexten auftaucht, wenn eine wohlhabende Mutter auf Brautschau für ihren Sohn darüber seufzt, dass die Auserwählte dunkle Haare hat. „Aber sie stammt aus Rom, da ist das eben so.“ Florentiner waren extrem eitel, was ihre Haartracht wie –Farbe anging. Die Frauen saßen im Sommer stundenlang auf den Dächern oder doch zumindest draußen, um sich die Haare von der Sonne bleichen zu lassen. Was für Kopfschmerzen die gehabt haben müssen, will ich mir gar nicht ausmalen … Aber ich schweife ab. *hüstel* Der jugendliche Leonardo, bzw. der junge Erwachsene Leonardo war blond. Als er irgendwann Mitte/Ende vierzig die ersten grauen Haare bekommen hat, hat der eitle Depp damit angefangen, sich die Haare zu färben. Dafür wurden damals Kastanien ausgekocht und der Sud zum Färben benutzt. Ergebnis: Kastanienrote Haare. Die wird Leonardo also um 50 herum haben. Und ab 60 etwa hat er’s aufgegeben und langsam zu seinem Grau gestanden, zumal er sich dann auch den Bart hat stehenlassen (und den färben … nope).
Naiver Ezio – er macht so viel Spaß. Grade, wenn man weiß, was aus ihm wird, ist es umso erheiternder. Es ist ja schon eine heftige Entwicklung, die er durchgemacht hat, allein bis zum Ende des 7. Bands. Im Stillen ziehe ich ja meinen Hut vor ihm. *Sesa findet ihn nämlich echt verdammt gut geraten* :D
Und mhmhm, ich finde auch, dass Federico nicht der beste Einfluss für Ezio ist. Ich finde diesen Kontrast auch im Spiel so extrem. In Federicos Gesellschaft dreht Ezio voll auf (Wettbewerbszwang?), dabei ist er eigentlich alles andere als laut und auch nicht besonders geschwätzig. Ich mag die Szenen sehr, in denen er einfach still in sich hineinschmunzelt, weil er versteht, was da grade vor ihm/um ihn herum geschieht, es aber nicht als nötig erachtet, einen Kommentar dazu abzulassen.
So, genug von Ezio geschwärmt. Noch mal schnelle Screentime mit Giovanni: Hier spielt wieder der Canon rein. Ezio kommt mit Maria und Leonardo in den Palazzo, Giovanni fängt ihn ab, beauftragt ihn, die Briefe abzugeben, und schließt mit den Worten, dass Ezio danach bitte zu ihm ins Büro kommen solle, er müsse mit ihm sprechen. Ich nutze also ganz dreist etwas, was tatsächlich im Raum stand, für meine Auslegungen und Ideen. Pöses FF-Schreiberlein! :D

Allerliebste Flauschegrüße,
Sesa <3
30.07.2021 | 17:10 Uhr
*zieht Hut mit Straußenfeder und verbeugt sich schweigend, weil es zu solcher Poesie nichts zu sagen gibt*

Antwort von Severin Sesachar am 30.07.2021 | 20:05 Uhr
*errötet, überwältigt von diesem Kommentar, und freut sich riesig* <3
29.07.2021 | 19:03 Uhr
Hallöchen,

wie immer ein sehr schönes Kapitel. Ich mag es, das Leo ihm das Assassinenhandwerk etwas näher bringt. Ich frage mich nur, hat Ezio nicht zumindest den Kampf mit Schwert/Dolch bereits beherrscht? Ich bin mir sicher, das Giovanni ihn da bereits ein wenig trainiert hat. Immerhin prügelt er ja bereits die florentinischen Wachen K.O. als er aus dem Auditore-Palazzo flieht...

Liebe Grüße vom Steinadler

PS.: Überfall mich *grinst*

Antwort von Severin Sesachar am 29.07.2021 | 23:05 Uhr
Huhu Steinadler! ^.^

*schmunzelt erst mal ganz breit über den Review-Zusatz* :D
Mit Ezio prügeln konnte man munter, das ist richtig. Prügeln war die Erst-Skill im Spiel (irgendwelche Knöpfchen muss man als Gamer ja drücken dürfen, *lacht*). Aber der Umgang mit dem Schwert wurde Ezio erst von seinem Onkel Mario in Monteriggioni beigebracht, so wie weitere Fähigkeiten, für die man immer wieder dorthin zurückreisen musste. Ist natürlich das Spielprinzip, das so nicht wirklich für Prosa funktioniert.

Der Umgang mit Waffen wurde im Italien der Renaissance in der Regel im Alter von 17/18 begonnen. War man im höfischen Leben integriert, wichen die Regeln etwas ab (hier ging's schließlich auch um Fertigkeiten wie die Jagd), aber es passt schon, dass Ezio hier noch keine wirkliche Erfahrung mit Waffen hat. Ich muss dazu sagen, dass in den Städten der damaligen Zeit das offensichtliche Tragen von Schwertern, Äxten und Co. nicht gestattet war. Garde, okay. Aber Bürger? Das konnte richtig Ärger geben.
Die komplette Bewaffnung wie im Spiel möchte ich in "Commilitones" deshalb auch nicht durchziehen. Es gibt Situationen, in denen von vornherein klar ist, dass das Führen eines Schwertes von Vorteil wäre, aber in Alltagsmissionen mit viel Parcours reichen Kleinwaffen (Messer, Dolche, die versteckte Klinge) vollkommen aus. Es gilt ja, nach Möglichkeit unauffällig zu bleiben. ^.^

Herzlichen Dank für dein liebes Review und einen wunderschönen Freitag! *yay, Wochenende ahoi*

Viele Grüße,
Sesa
29.07.2021 | 09:30 Uhr
Allerliebste Sesa <3

Hier bin ich (endlich) mal wieder – momentan komme ich einfach nicht hinterher bzw. ich will deine Kapitel nicht einfach so zwischendurch lesen, sondern mir Zeit dafür nehmen. Denn das hast du dir hier eindeutig verdient ^^ Zwar kann ich mich nur noch schemenhaft an die alte Version erinnern, aber ich kann dir jetzt schon sagen, dass ich diese überarbeitete Version um Längen spannender und vielschichtiger finde. Ähnlich wie die nächsten Bände deiner Reihe, jetzt fügt sich dieser auch perfekt in diese hinein.
Ein fehlgeschlagener Versuch, ein Attentat zu verhindern. Hm, wenn das mal nicht negative Auswirkungen hat. Zugegeben sehe ich überall Gefahren, einfach weil ich weiß, was mit Giovanni und seiner Familie passiert. Da könnte alles der Auslöser sein, hier entweder der Mord an Sforza (warum kenne ich den Nachnamen eigentlich? Heißt so nicht auch die eine Frau, Catarina oder so, aus Forlí?) Ah, das Ornat ist fertig! Du weißt ja, ich liebe Details, deshalb kann ich nicht anders, als hier meine Begeisterung für die Erläuterung der Farben aussprechen. Das sind Dinge, die mich als Leser unheimlich glücklich machen.
Ah, ein syrischer Großmeister! Das ist doch bestimmt AltaÏr und sein Kodex, den sie später suchen dürfen, nicht wahr?
Giovanni hat Leonardo also seinen Assassinen-Namen gegeben. Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr, wie das in der alten Version war, aber hier finde ich das unglaublich schön. Der Meister gibt seinem Schüler das Ornat und damit den Namen, den er tragen soll, um nicht erkannt zu werden … Ah, ich werde hier etwas sentimental, merke ich xD
Ha, ein Gespräch über Ezio! Pf, Giovanni macht hier einen richtigen Dad Joke, seeeehr unangenehm xD Aber nun ja, dafür sind diese Witze ja da. Und ehrlich gesagt bedeutet ein attraktives Äußeres ja nicht gleich, dass man sich mehr mit dieser Person vorstellen kann, ich sehe so Leute eher als hübsches Bild, das mich glücklich macht (ich bin da etwas seltsam, das weiß ich auch^^). Ähnlich wie hübsche Grafiken in Spielen oder so.
„Beim Klettern kommt man nur ins Schwitzen!“ Omg, das hat mich unvorbereitet erwischt xD Ist Leonardo wirklich so eitel? Das ist eine Eigenschaft, die ich nicht bei ihm vermutet hätte, aber ich finde sie sehr unterhaltsam :D Wobei, auf Körperhygiene achtet er sowieso stark, da passt diese Abneigung gegen Schweiß super dazu. Und auf der anderen Seite: Wer schwitzt schon gern?
Giovanni ist zwar nett, aber ein unbarmherziger Lehrer, stelle ich in diesem Kapitel fest ^^ Aber da Assassinen ein sehr gefährliches Leben haben, muss das auch so sein und ich denke, Leonardo kann etwas Strenge sehr gut gebrauchen. Hier erinnert er mich sehr an Ezio, der anfangs im Spiel ja auch öfters mal gejammert hat.
Btw, ich mag die Schilderung, wie sich Leonardo in seinem Ornat fühlt. An seiner Stelle kann ich das sehr gut verstehen: Niemand achtet mehr auf dich, nachdem man in den letzten Wochen unfreiwillig das Straßenthema Nummer Eins war. Stattdessen wird man eher ignoriert oder nur heimlich gemustert, von Bemerkungen wird vollkommen abgesehen.

Da man jetzt mehr über Giovanni und seine Tätigkeiten weiß, ist Ezios Unwissenheit über seinen Vater und sein Frust über dessen häufige Abwesenheit einerseits amüsant, andererseits bitter. Einfach, weil man weiß, wie das endet und wann Ezio etwas vom Doppelleben seines Vaters erfährt.
Ah, das ist also der Grund, warum Signor Vespucci nicht möchte, dass seine Tochter Ezio heiratet. Politische Ansichten sind schon sehr wichtig in dieser Zeit, auch wenn es traurig für die Betroffenen ist. Aber ich finde es gut, dass Giovanni diese politischen Aspekte nicht so sehr interessieren und er eher an der Zufriedenheit seines Sohnes interessiert ist. Ich vermute mal, das liegt an der Tatsache, dass er auch aus Liebe geheiratet hat (hat er doch, oder?). Deshalb weiß er, wie viel Glück das einem bringen kann und deshalb möchte er für seine Kinder das Gleiche. Außerdem ist Cristina aus rein objektiver Sicht eine hervorragende Partie für Ezio, weshalb das auch kein Problem ist. Zumindest für Giovanni.

Gilberto ist La Volpe, da habe ich mal wieder vollkommen vergessen! Ah, ich mag diesen Charakter einfach, er ist so unglaublich missmutig, ich mag so etwas in Geschichten einfach :D Etwas eitel ist er ja schon, aber als Anführer der Diebe, auch wenn das selbsternannt sein mag, muss man eine gewisse Attitüde an den Tag legen. Und Charisma besitzt er definitiv, von seinen Talenten ganz zu schweigen. Da darf man auch etwas eingebildet sein.
Ein rätselhafter Brief also. Der sich nicht entschlüsseln lässt und deshalb zu seinem Bestimmungsort gebracht werden muss. Hm, das klingt sehr nach Templern für mich. Denn Verschlüsselung beherrschen Assassinen und Templer ja gleichermaßen gut, müssen sie ja auch, um weiterhin im Geheimen agieren zu können.
Giovanni ist wirklich so etwas wie ein zweiter Vater für Leonardo. Oder sein erster, denn Leonardos Erzeuger kann man nicht wirklich Vater nennen, auch sein ehemaliger Meister war ja kein Ersatz in diese Richtung. Leonardo scheint einfach sehr einsam zu sein – kein Wunder, dass er sich bereits jetzt darauf freut, mit dem etwas jüngeren Ezio mehr Zeit zu verbringen. Einfach, um jemanden zu haben, mit dem er sich über Dinge unterhalten kann, die Menschen in seinem Alter interessieren.

Ah, das wurde jetzt wieder sehr lang, aber ich kann mich so schlecht kurz fassen :D Wie immer ein wundervolles Kapitel und einmal mehr bestätigt sich, dass ich diese Geschichte nicht kurz zwischendurch lesen muss. Denn ich brauche Zeit für meine Rückmeldungen, wie man hier wieder gut sieht – ich glaube, heute war es eine knappe halbe Stunde xD

Allerliebste Grüße, Flauschengelchen <3

Antwort von Severin Sesachar am 29.07.2021 | 10:49 Uhr
Allerliebste Tani <3

Uh, so viele Fragen, Sesa ist im siebten Himmel! *reibt sich begeistert die Hände* Fragen sind so toll! *schnurrt um Tanis Review herum und schaut, womit sie anfangen kann – die Antwort wird wohl gewiss ebenso lang wie das Rev, LOL*
Bevor ich mit den Beantworten anfange: Vielen lieben Dank für deine Einschätzung, dass diese Version viel besser zu den übrigen Bänden passt! Genau das ist das Ziel. Es soll runder werden und für sich stehen können, auch ohne Einblicke in das Game. Dass ich auf dem richtigen Weg zu sein scheine, freut mich da wirklich sehr! ^.^
Catarina Sforza, richtig. Die hängen alle zusammen, genau wie der Moro in Mailand, der aus dem Attentat an seinem Bruder einen persönlichen Vorteil gezogen hat. Sogar dieser Vollspaten erhält jetzt durch diese Vorgeschichte eine tiefere Bedeutung, denn eins fügt sich ins andere. Die Welt ist so klein. XD
Weiß und Rot sind ja richtige Ritualfarben bei den Assassinen. Was ich persönlich spannend finde, ist, dass sie eben diese Farben mit den Templern teilen. Sogar die Farbbedeutung wird von beiden Parteien sehr ähnlich begriffen. Da wird nur umso deutlicher, dass sie ursprünglich aus derselben Gruppierung stammen, bevor sie angefangen haben, sich miteinander zu fetzen, lol.
Und genauuuu! *macht diesen „geheimnisvoller Typ aus der Sesamstraße, der Ernie Buchstaben verkaufen will“-Move* AltaÏr. Für den Storyverlauf ist es schlicht und ergreifend einfacher, wenn Leonardo den Namen hier schon kennt. Und der Gedanke, dass Leonardo seinen Assassinennamen direkt von Giovanni erhält, gefiel mir auch sehr (in der ersten Fassung war es Claudia, die ihn so getauft hat – in der Beziehungsbedeutung natürlich auch charmant, aber Giovanni überzeugt noch etwas mehr).
LOL, ja, der Joke war echter Dad-Cringe. Und nein, das ist wirklich kein Flirten, was die beiden hier betreiben, dazu ist Giovanni einfach zu sehr … genau das. Vater(ersatz) und Mentor. Die Chemie zwischen ihm und Leonardo ist einfach ausgesprochen harmonisch. ^.^
*Sesa fällt an dieser Stelle fast lachend vom Stuhl* NATÜRLICH ist Leonardo eitel. In der Ursprungsfassung war es Ezio, vor dem er herumgejammert hat, dass man am Ende des Tages verschwitzt sei und „stinke wie ein Schwein“. Mit Dreck hat er so seine Probleme (RL-Leonardo lästert auch über Michelangelo, der für ihn aussieht wie ein mehlbestäubter Bäcker, weil er den ganzen Tag an Steinen klopft und komplett eingestaubt ist). Und durch alle Commilitones-Bände hinweg motzt er immer wieder mal über gewisse menschliche Ausdünstungen/mangelnde Hygiene. Das ist halt … so typisch er und das größte Gay-Klischee, das er erfüllt (nicht falsch verstehen, ich mag das Klischee XD).
Und ja, er jammert. Und er zickt. Wir waren bei Klischees. Aber … verdammt, ja, das trifft genauso auf Ezio zu. *kichert*
Ich habe schon überlegt, was Leonardo dazu treibt, sich auf die Ausbildung einzulassen. Dass er kein aggressiver Mensch war, ist bekannt, auch wenn er Notwendigkeiten wie Selbstverteidigung nie gescheut hat. Aber was treibt jemanden dazu, sich zu einem Meuchelmörder machen zu lassen? Für diese Story und Leonardos Charakter gibt es nur folgende plausible Punkte: 1) Er fühlt sich Giovanni sehr nah und von ihm unterstützt und respektiert, 2) Giovanni tritt vor ihm als gebildeter und gütiger Mann auf, der das Töten nicht als Spaß, sondern Notwendigkeit betrachtet (und Notwendigkeiten sind es, die Leonardo versteht) und 3) Leonardo kann seinem Status als Geächteter und Verspotteter entkommen und sich in seinem Ornat frei fühlen. Dass man schlecht über ihn geredet hat, hat ihn sehr belastet, und ich nehme an dieser Stelle deine Anmerkung über seine Einsamkeit vorweg: Ja, Leonardo ist einsam. Aus der Zeit, in der diese Szenen spielen, sind mehrere Notizen von ihm erhalten, die einfach nur herzzerreißend sind. Nach der Saltarelli-Affäre wurde er von jedem fallengelassen, auch von angeblichen Freunden. Die Angst vor der eigenen Rufschädigung war zu groß, als dass jemand die Eier in der Hose gehabt hätte, zu Leonardo zu stehen. „Wie ich dir schon an vergangenen Tagen gesagt habe, weißt du, dass ich ganz ohne Freunde bin“ steht beispielsweise auf einem Blatt in seinem Notizbuch. Mit wem er hier spricht? Der RL-Leonardo wahrscheinlich mit seinem Onkel, der Commilitones-Leonardo vielleicht mit Giovanni. Wer weiß?
Vespuccis Abneigung gegen die Medici war sogar auch in der Vorlage der Grund für seinen Groll gegen Ezio. Das Ganze wird skurriler, wenn man bedenkt, dass Vespucci nach der Pazzi-Verschwörung eben wegen dieser Haltung eine Weile in den Knast gewandert und dann ins Exil gegangen ist (was in Band 4 am Rande bemerkt wird). Das sind wieder historische Fakten, denn den guten Herrn Vespucci gab es tatsächlich, auch wenn Cristina Fiktion ist. ^.^
Giovanni hat Maria aus Liebe geheiratet, ja. Lustig ist auch, dass sie älter ist als er – ein Umstand, der damals nicht sonderlich üblich war. Giovanni ist auf vielen Ebenen ein Rebell. Er hat die Heimat verlassen, geht einer für Assassinen absolut untypischen zivilen Profession nach, erzieht seine Kinder abseits gängiger Normen und nutzt seine Verbindung zu den Medici aus, um einen jungen, noch unbedeutenden Künstler aus einer pikanten Angelegenheit herauszuboxen, nur um ihn dann auch noch finanziell zu unterstützen, damit besagter Künstler Oberwasser bekommt. Das sind die Fakten aus dem Spiel und der AC-Datenbank. Und die Frage, welches Interesse er an Leonardo hegt, hat mich irgendwie nie losgelassen.
Ich nenne Volpe nur noch meinen AC-Snape. Die beiden würden sich in einem Crossover gruselig gut verstehen, wenn nicht gar als Brüder herausstellen, denk ich manchmal. Diese schnippische, herrische und alles besserwissende und bevormundende Art … Attitüde und Charisma haben beide. Aber auch dieses … Unfassbare. Sie sind weder gut noch böse, sie haben Dreck am Stecken, aber hier und da helfen sie auf einmal. Sie sind einfach nicht zu packen. Emotionale Charaktere wie Ezio oder Harry regt so was natürlich auf und es gibt reichlich Konfliktpotenzial. *reibt sich schon wieder die Hände*
So, jetzt bin ich nicht minder ausschweifend geworden als du und hab dir die Ohren blutig geschwatzt. Die Augen blutig geschrieben? Wie soll man das adäquat auf die Schriftform übertragen? Ah, du weißt schon, was ich meine (ich bin übrigens deutlich langsamer als du, eine halbe Stunde hat nicht gereicht, lol).

Allerliebste Flauschegrüße,
Sesa <3
29.07.2021 | 08:41 Uhr
Huhu,

Du schreibst ja grade schneller als ich lesen, geschweigedenn reviewen kann ;).

Wow, das war wirklich wieder ein ganz tolles Kapitel - wie Du die Szene der Hinrichtung beschreibst, da hatte ich echt Gänsehaut.

Den guten Alberti fand ich im Spiel schon unsympatisch, Du hast es grade geschafft, ihn mir noch unsysmpatischer zu machen ;) - keine Sorge, keine Kritik, sondern ein Lob! Generell hast Du eine Wahnsinns-Gabe, jede auch noch so kleine Randfigur "lebendig" zu machen, ich weiß nicht wie ich's anders formulieren soll. Oft wirken Figuren in Geschichten ja eher wie Schablonen, platt und hingesetzt. Deine sind das nicht. Liegt wohl daran, dass Du dich nicht lange mit äußerlichen Beschreibungen aufhältst, sondern die Figuren durch ihre Sprache, ihre Gesten und ihr Handeln charakterisiert - für den Leser vielleicht etwas "anstrengender", weil es nicht auf dem Silbertablett serviert bekommt, ob jemand jetzt gut oder böse, dumm oder gescheit ist, aber für mich genau das, was gute Geschichten ausmacht!

Kurze Frage: im Spiel hatte Ezio aber an der Stelle keine Hilfe von Volpe und Co, oder? Zumindest kam ich mir da ziemlich verlassen und verloren vor und es hat ein paar Anläufe gebraucht, bis ich's geschafft hatte, dieser "Armee" von Gardisten zu entkommen ;).

Viele Grüße,
Seascape
28.07.2021 | 11:45 Uhr
Liebe Sesa,

ich habe mir nun nachträglich noch dein neuntes Kapitel gegeben, nachdem ich beim Vorleseabend letztens geschwächelt habe. Waren ja insgesamt verdammt dramatisch und mitreißend die letzten Kapitel. Das Ezio bei Giovannis Hinrichtung anwesend war und es sogar mitansehen musste, macht es natürlich besonders hart. Allerdings ist es vielleicht ein Trost für ihn, dass er seine letzten Worte noch hören konnte. Ezios Verlust und der seiner Familie kommen jedenfalls gut rüber und ich trauere mit ihnen.

Ich hatte auch schon darüber nachgedacht, warum Giovanni Ezio bisher noch gar nicht ins Vertrauen gezogen hat, was die Bruderschaft angeht. Ich meine, sogar Leonardo hat ja zu dem Zeitpunkt schon mehr gewusst. Am Ende die Entscheidung eines liebenden Vaters, der wollte, dass seine Kinder auch eine Kindkeit haben. Es erinnert mich auch hart an Luke Skywalker, wenn mir dieser Star Wars Vergleich erlaubt ist. Der hat ja auch spät erfahren, dass sein Vater ein Jedi war und noch später das er Darth Vader ist.

Die Freundschaft zwischen Ezio und Leo nimmt hier deutlich seine ersten Züge an. Leo hilft ihm, seinen Vater die letze Ehre zu erweisen und ist als einziges bei ihm, als Giovanni seine letzte Fahrt antritt. Auf jeden Fall vertraut Ezio Leonardo jetzt und das ist mal der erste, vielleicht sogar der wichtigste Schritt.

Bin gespannt wie es weitergeht. Denn die Familie Auditore wird nun vemutlich gejagt werden und ist auf der Flucht. Spannend ...

Liebe Grüße
Minotuar

Antwort von Severin Sesachar am 28.07.2021 | 12:19 Uhr
Lieber Mino,
ja, die letzten Kapitel gingen schon tief. Jetzt kannst du vielleicht nachvollziehen, warum die alle so schnell rausmussten/ich zügig geschrieben habe. Da war der emotionale Input zu groß, um die Story liegen zu lassen. Wenn es weniger aufwühlend ist, bin ich auch langsamer. ^.^
Der Vergleich mit Star Wars ist durchaus erlaubt. Leben nicht alle Geschichten von ähnlichen Elementen, die leicht abgewandelt immer wieder zum Tragen kommen? Ich behaupte mal ganz frech: „Ja, das ist so.“ Ich könnte noch weiter gehen und sagen, Jedis und Assassinen sind unterm Strich dasselbe. Beide haben eine spezielle Gabe/Macht, beide werden in ihren Fähigkeiten ausgebildet, beide haben einen Kodex, an den sie sich halten. Und die Templer passen wunderbar ins Imperium. Sie streben nach einem vereinenden Frieden, der für die ganze Welt/Galaxis gilt, nutzen aber das Mittel der Unterdrückung und Kontrolle, um dieses Ziel zu erreichen. Und wie Darth Vader in Star Wars, gibt es auch in Assassin’s Creed Vertreter der „Begabten“, die auf der „dunklen Seite“ stehen. Das Gewand beider Fandoms ist dasselbe, nur die Farben und Muster sind anders arrangiert. :D

Vertrauen ist immer der wichtigste Aspekt einer Beziehung, ganz gleich, ob es „nur“ eine Freundschaft oder tatsächlich Liebe ist. Wobei ich zu der Fraktion gehöre, die eine Liebe ohne Freundschaft nicht begreifen kann, da Freundschaft einfach die Grundvoraussetzung für eine noch tiefere Bindung ist. Vielleicht denke ich da wieder zu verquer. ^.^‘

Auf die übrigen Auditore kommt jedenfalls noch eine schwere Zeit zu, oh ja. Aber sie wären keine Auditore, wenn sie sich nicht irgendwann wieder zu behaupten wüssten. Da bist du ja gewissermaßen schon gespoilert. :D

Mit den allerliebsten Grüßen,
Sesa
28.07.2021 | 11:12 Uhr
Huhu Sesa,
im Normalfall hätte ich deine Geschichte nie auf dem Schirm gehabt, da es nicht mein Fandom ist und das „Real History“ hätte mich abgeschreckt. Zum Glück hast du uns auf dein Werk aufmerksam gemacht. :3
Ich bin kein großer Reviewschreiber und hab mich jetzt durch die ersten sieben Kapitel geschmökert.
Mittlerweile kann ich deine Liebe zu der Geschichte sehr gut nachvollziehen und verstehen. Leider habe ich keinen Dunst wie Leo und Ezio in den Spielen und Büchern dargestellt werden, aber ich empfinde sie in deiner Darstellung als sehr sympathisch. Allgemein finde ich die Dynamik zwischen den einzelnen Charakteren sehr gelungen. Nichts wirkt gekünstelt oder erzwungen. Es ist auch die erste MaleSlash Geschichte, die ich mir vorstellen könnte länger zu verfolgen.
Wenn wir schon bei der Darstellung sind. Ich liebe deinen Schreibstil!
Der Einstieg in die Geschichte ist super. Der Text lässt sich locker flockig und verständlich lesen, wirkt lebendig und es gibt keine stellen über die man beim Lesen stolpert.

Grüßchen Cringerich :3

Antwort von Severin Sesachar am 28.07.2021 | 11:27 Uhr
Allerliebster Cringerich,
vielen lieben Dank für deine Zeilen, ich hab mich riesig gefreut! <3
Und klar, Sesa überlegt jetzt, ob sie den Real History-Zusatz aus dem Titel nehmen soll. Ist das echt so heftig? *beguckt sich das Ganze und ist offen für alles*
Von den Spielen und allgemein dem Fandom muss man bei dieser Fassung kein Vorwissen haben, das war mir ein persönliches Anliegen. Ezio ist sehr IC/nah am Game. Bei Leonardo orientiere ich mich mehr am realen Vorbild, ohne aber den AC-Leonardo komplett zu entfremden. Ich nenne es fiktionalen Kompromiss. ^.^
Deine Worte bezüglich der Charaktere und des Leseflusses haben mich glücklich schnurren lassen. Das sind genau die Dinge, auf die ich hinarbeite, und dass sie offenbar gelingen, ist mit das Schönste, das man mir sagen kann.
*flauscht den Cringerich* <3

Es grüßt
eine happy Sesatrude
26.07.2021 | 18:47 Uhr
Halli Hallo Lieblingsautor(in),

ich persönlich finde deine erste Fassung von Commilitones 1 hervorragend, eben weil sie sich frisch und flott liest und dabei sehr viel Spaß macht. Ich mag auch die Nähe zu AC2, wodurch sich ein guter Einstieg in deine Reihe bildet. ABER ich finde deine Real Hitory Version bisher genauso umwerfend gut, da man immer wieder über einige kleine Dinge stolpert, von denen man schon mal gehört hat, sei es in einer Randnotiz aus einer ZDF-History Reportage, oder weil man sich die Mühe gemacht hat, tatsächlich mal nachzuschlagen. Natürlich vollkommen ohne Ansporn gewisser Geschichten... *grinst*

Ich bleibe also auf jeden Fall weiter dran and dieser Edition und freue mich auch schon darauf, die nächste Szene zu lesen bei der ich mir denke: "Na aber die kenn ich ja aus der alten Fassung."

Lieben Gruß vom Steinadler

Antwort von Severin Sesachar am 26.07.2021 | 19:06 Uhr
Hallo lieber Steinadler,

zuerst einmal ein großes Dankeschön für dein Review! Wann immer ich einen neuen Namen lese, bin ich erst mal geflasht und grüble, wie ich antworten kann, ohne mich wie ein Überfallkommando anzuhören, da ich so furchtbar in diplomatischer Ausdrucksweise bin. Ich hoffe, du kannst es mir verzeihen. ^.^‘

Die erste Fassung war für Fandomfremde ein wenig „zu schnell“, zumal einige Hintergründe gefehlt haben. Lustigerweise lesen hier erstaunlich viele, die AC kaum oder gar nicht kennen. Nach mehreren Gesprächen wuchs in mir die Überzeugung, dass ein „echter“ und gut abgerundeter Anfang mit Charakter- und Ploteinstieg der Geschichte guttun würde, zumal sie ja zu einer Serie mutiert ist. Über deine Anmerkung zu Randnotizen aus ZDF-History Reportagen musste ich sehr schmunzeln. Genau so ist es tatsächlich gedacht. Es soll kein langweiliger Infodump werden, aber doch etwas vermitteln, bzw. als Behauptung haltbar sein, wenn man die Hintergründe recherchiert.

Noch einmal ein herzliches Dankeschön. Ich hoffe, die Geschichte kann dich auch weiterhin gut unterhalten. ^.^

Viele liebe Grüße,
Severin
21.07.2021 | 08:53 Uhr
Allerliebste Sesa <3
Ah, die beste Szene am Anfang des Spiels! Wobei ich im Nachhinein Ezio wirklich bedauere, dass das mit Cristina aus offensichtlichen Gründen nicht funktioniert hat. Ich fand sie wirklich passend für ihn damals und sie hat ihn scheinbar aufrichtig geliebt, wie man in den Erinnerungen in Brotherhood erfährt.
Wobei ich mich noch immer frage, warum das damals zugelassen wurde xD Bzw so halbwegs geduldet wurde, denn offenbar übernachtet Ezio nicht zum ersten Mal bei Cristina. Was mir gerade einfällt: Wäre er nicht sogar eine gute Partie für sie? Bankleute sind doch sehr angesehen in deren Gesellschaft und die Auditore scheinen nicht arm zu sein, wenn ich mir ihren Palazzo so anschaue … Oder es ist die persönliche Abneigung von Cristinas Vater gegenüber Ezio, das kann natürlich auch sein.
Oh Gott, die Pöbeleien während Ezios Flucht vor den Leibwächtern xD Die hab ich total vergessen, aber ich hatte vor allem bei dem Affen direkt die Stimme des Spiels im Kopf.
Florenz war so klein? Darüber bin ich wirklich erstaunt, wenn ich ehrlich bin. Gut, damals war alles viel kleiner, wenn ich mir die Einwohnerzahlen sämtlicher Städte von Anfang des 20. Jhds anschaue. Im 15 Jhd muss das ja noch einmal extremer gewesen sein.
Nebenbei: Ich mag die Einzelheiten aus Ezios Bankierausbildung. Da ich keine Ahnung habe, ob man das recherchieren konnte oder ob das deiner Fantasie entsprungen ist, wollte ich das anmerken. Die Sprachen machen wirklich Sinn (auch wenn mir Ezio mit Deutsch wirklich, wirklich leid tut) und auch das Kopfrechnen bzw. die kurze Anmerkung, dass Ezio schon mit wichtigen Bankleuten zu tun hatte, ist logisch. Zumindest für mich.
Ah, die Erklärung zum Gonfaloniere! Also eine Art Bürgermeister, wenn ich das richtig deute? Aber wtf, die wechseln alle zwei (!) Monate? Ich vermute mal nicht, dass sie von Vertretern gewählt, sondern eher von Il Magnifico bestellt werden :D Oder von wem anders, denn alle zwei Monate Wahlen, egal mit wie wenig Beteiligten, sind brutal.
Giovanni weiß von Claudias Freund Duccio? Okay, dann muss das damals tatsächlich erlaubt gewesen sein, zumindest in einem gewissen Rahmen. Davon bin ich jetzt wirklich geflasht, ich hab mir im Spiel immer gedacht, das liefe heimlich, damit die Eltern das nicht mitbekommen. Oder sie tun so, als ob sie nichts wissen, das kann natürlich ebenfalls der Fall sein.
Ezios Meinung über Leonardo hält sich ja wirklich in Grenzen xD Der mittellose Maler, den Ezios Mutter aus Mitleid beauftragt hat … Wenn Ezio das mit der Bottega interessiert, wird er noch eine Spur mehr begeistert sein, fürchte ich. Aber das heißt, das erste Treffen steht uns bevor, darauf freue ich mich schon!
Ah, Verrocchios Vorlieben sind also bekannt? Nun, dann stehen wohl alle Lehrlinge von ihm unter Generalverdacht. Aber natürlich war das damals relativ egal, denn Verrocchio ist ja ein begnadeter Künstler und diesen stehen bestimmt gewisse Freiheiten zu – Sarkasmus ist voll da.
Giulio d’Erlanga – das ist doch kein Deutscher aus Erlangen, oder? xD Aber es gefällt mir, dass er genug Macht besitzt, um Ezio einfach rauszwerfen, weil dieser seine Arbeit nicht vernünftig macht!
Ich merke, du hast den Dialog aus dem Spiel nicht übernommen, sondern abgeändert. Ehrlich gesagt, gefällt mir deine Version besser. Sie ist ausführlicher und Claudia wirkt nicht so wie das verzogene kleine Bankiersmädchen wie im Spiel. Denn damals fand ich sie wirklich unsympathisch, aber danach war sie von der Persönlichkeit her vollkommen anders. Gut, ein Teil davon war durch das Familienschicksal bedingt, doch sie hat sich sehr extrem verändert. Die Geste mit dem Taschentuch ist wirklich super! Allein das sagt mehr aus als jede Beteuerung, wie sie zu diesem dummen Typen steht, den man verprügeln darf.
So, ich bin mal wieder etwas ausgeartet, aber da ich ACII vor wenigen Monaten wieder gespielt habe, kann ich mich an so viele Dinge erinnern! Und ich vergleiche gern, falls es dir noch nicht aufgefallen ist *hust*
Allerliebste Grüße, Flauschengelchen <3

Antwort von Severin Sesachar am 21.07.2021 | 10:12 Uhr
Allerliebstes Flauschetani <3
Hihi, ja! Es ist wirklich eine der besten Szenen aus dem Game! Und ich hatte so ein diebisches Vergnügen dabei, sie „neu“ zu schreiben. Die ersten Kapitel hier sind generell ein Spiegel des Spielanfangs im Sinne von „Hey, das ist vertraut, das kenne ich“, aber zugleich sind die Perspektiven, Auslegungen, Umstände und Begründungen komplett anders. Wer ACII nicht kennt, bekommt quasi alles verständlich erklärt, und für die, die es kennen, ist dieses Umstellen diverser Weichen durch Vertrautes im Text (hoffentlich) leichter zu akzeptieren. ^.^
Ich finde es übrigens lustig, wie sehr du mit deinen Fragen immer wieder Dinge vorwegnimmst, die im Folgekapitel geklärt werden. *kichert* Dass Cristinas Vater nicht duldet, was Ezio tut, ist deutlich, bzw. wird noch deutlicher, aber davon abgesehen … Aber erst mal eins nach dem anderen!
Ezio wäre in Bezug auf seine finanziellen Verhältnisse eindeutig keine schlechte Partie für Cristina. Es gibt andere Gründe, warum Vespucci ihn ablehnt, und wie das in der schnöden Erwachsenenwelt so ist, haben die etwas mit Einfluss und Zugehörigkeiten zu tun. Parteiisches Verhalten und darauf begründetes Ausschließen jener, die „nicht dazu gehören“, ist kein modernes Phänomen. Die Auditore gehören zu den Medicigetreuen und sind damit – logischerweise – für Kritiker der Medici keine Familie, mit der man enge Bande knüpfen will. Man hat schließlich einen Ruf zu verlieren! ^.^
Und Florenz war nicht nur klein, Florenz IST klein. Wenn du vom Duomo aus startest bist du in 10-20 Minuten quasi überall, und das zu Fuß. Auf seine Fläche bezogen, ist die Stadt kleiner als Hanau, die Straßen liegen sehr eng beieinander und jedes wichtige Gebäude ist in Reichweite. Heute trabst du am Arnoufer in die Uffizien, wirst vorm Palazzo della Signoria wieder ausgespuckt, gehst um die Ecke, stehst zwischen Bargello und Badia und schaust zur Domkuppel, die über die Dächer guckt. Es.ist.verdammt.klein. :D Wirklich, du brauchst kein Auto (zumal die innerhalb der Stadt ohnehin verboten sind, mit Ausnahme der Taxis, die ausschließlich Elektroautos sind). Die Stadt ist so bequem, es ist einfach alles auf kleinstem Raum da, was man auch nur irgendwie gebrauchen könnte. Die Darstellung im Spiel, was die Ausdehnung der Stadt angeht, ist tatsächlich sehr realistisch, zumal im Game (natürlich) noch die Vororte fehlen, die inzwischen nahtlos an den Rest anschließen.
Uh, bevor ich es vergesse: Die Einwohnerzahl von Florenz bewegte sich in Ezios Zeit etwa bei 50.000 Menschen (Mailand hatte 80.000, Venedig über 100.000). Falls das als Orientierung hilft. ^.^
Ezios Berufsausbildung kann man recherchieren, ja. Bzw. das Bildungssystem dieser Zeit und Region im Generellen. Neben Lesen und Schreiben war Latein für Kinder und Jugendliche aus betuchtem Hause Standard (in der Regel drei Jahre Latein, mehr wenn man sich in den theologischen Zweig abgesetzt hat). Für kaufmännische Familien war Rechnen/Mathematik zudem ein Muss. Natürlich war das noch ganz anderes Mathe als wir heute ertragen müssen. Neben den Grundrechenarten und Zins-/Dreisatzrechnung war es insbesondere die doppelte Buchhaltung, die durchgepaukt wurde. Geometrie war damals was Eigenständiges und Studienbereich für Architekten u. ä. Fremdsprachen – abseits von Latein – waren extrem individuell, und die lernte man nicht in öffentlichen Schulen, sondern bei Privatlehrern. Gängige Sprachen waren damals Französisch, Flämisch und Deutsch. Um Englisch bemühte sich keine Sau. Was auf der Insel abging, war nicht gerade von allgemeinem Interesse. ^.^ In Frankreich dagegen fand jedes Jahr die wichtigste Tuchmesse in Europa statt (Französisch ist also eine logische Fremdsprache für Händler aus der Textilbranche), der Im- und Export boomte in Brügge und Deutsch war für Geschäfte in den Hansestädten bedeutend – oder in Ezios Fall aufgrund der Spezialisierung des Bankhauses Auditore. Auch nicht unbedeutend war natürlich Spanisch, auch wenn der Aufschwung hier erst nach der Reconquista/im 16. Jahrhundert kam. Solange man sich dort mit den Mauren herumschlug und weder Universitäten noch Warenumschlagsplätze so bedeutend waren wie anderswo in Europa, stand Spanien in der Rangliste noch zurück (die Top3 der Uniländer waren – in dieser Reihenfolge – Italien, Frankreich und Deutschland mit Bologna, Paris und Schlettstadt als wichtigste Adressen).
Und genau, der Gonfaloniere ist quasi der Bürgermeister, auch wenn er nicht nur über Florenz als Stadt herrschte, sondern auch Florenz als Republik, also das gesamte Umland bis runter nach Siena. San Gimignano, das wir im Game öfter bereisen, gehört zum Beispiel zu Florenz, während Monteriggioni auf der Grenze zu Siena sitzt und sich mal zur einen, mal der anderen Seite zugehörig fühlt.
Und nein, nicht Lorenzo bestimmte, wer das Amt des Gonfaloniere ausfüllen durfte. Der Medici-Despotismus nahm erst nach der Pazziverschwörung wirklich klare Züge an. Der Gonfaloniere wurde vom Stadtrat gewählt und durfte auch nicht zweimal hintereinander oder zweimal im selben Jahr, etc. gewählt werden. Wir haben es hier also nicht unmittelbaren Wahlen durch das Volk zu tun. Gewissermaßen ist das in dem modernen System, das wir haben, gar nicht mal so unähnlich, aber ja, die Zweimonatsregel ist echt brutal. >.>
Und natürlich weiß Giovanni von Duccio. Heimliche Liebeleien waren für eine Tochter aus gutem Hause schändlich. Potenzielle Ehepartner wurden offen kommuniziert. Was beim gehobenen Bürgertum galt, war die Regel, Sex bis zur Eheschließung zu unterlassen (in den niedrigen Schichten wie auch ganz, ganz, GANZ oben war das wieder schnurzpiepegal, denn die hatten eh keine große Wahl und die anderen konnten sich quasi alles leisten). Auch im Spiel ist Claudias Verbindung zu Duccio kein Geheimnis – genau wie die Tatsache, dass sie vor ihm schon mehrere Werber in den Wind geschossen hat. In einem Datenbankeintrag äußert sich Giovanni seufzend gegenüber Mario, dass er die Mitgift für Claudia hat erhöhen müssen, weil sie so schwierig an den Mann zu bringen sei). ^.^
Was die Offenheit angeht, mit der in der florentinischen Gesellschaft kommuniziert wurde, wird dich das nächste Kapitel in Bezug auf Maria und ihre Äußerungen vielleicht auch flashen, aber auch die sind nach historischen Vorbildern und Quellen vollkommen normal. :D
Jepp, Verrocchios Vorlieben waren kein Geheimnis, zumal der „Jugendschutz“ damals mit dem Erreichen des 13. Lebensjahres aufgehoben war. Sexuelles Vergehen an Jüngeren war auf Strafe verboten, aber ab 13 … ja. Da war man ja schon erwerbstätig/in Ausbildung. Verrocchio hat also nicht mal gegen geltende Gesetze verstoßen, auch wenn unser modernes Verständnis von Jugendschutz hier Amok läuft.
Giulio d’Erlanga stammt aus Erlangen, richtig. Die Hauptkontakte des Bankhauses Auditore lagen im Nürnberger Raum, da war es für mich naheliegend, auch einen Herrn aus dieser Gegend zu Giovannis Privatsekretär zu machen. Er ist deutlich älter als Ezio und vielleicht war er auch sein Privatlehrer für die deutsche Sprache, wer weiß. ^.^
Die Dialoge habe ich so oft es ging abgeändert, idealerweise so deutlich wie möglich. Das hier soll ja keine Kopie werden. ö.ö Was dir im Spiel aufgefallen ist, habe ich übrigens ähnlich empfunden, aber hier haben wir wieder das Gameproblem. Handlung am Rande, Hauptsache, man kann daddeln. Ein Zuviel an Dialog hätte da gelangweilt. Spielmechanismen und Character Development greifen selten gut ineinander. ._.
So, ich bin jetzt zusammen mit dir ausgeartet – sorry für den ganzen Infodumpl, lol! Und du darfst jederzeit vergleichen, der Storyaufbau läd ja auch irgendwie dazu ein (abgesehen davon tue ich es selber – husthust).

Allerliebste Flauschegrüße,
Sesa <3
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