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Autor: smiling Girl
Review 1 bis 1 (von 1 insgesamt):
14.08.2021 | 18:51 Uhr
Hallo :)

Ich finde, du hast Jesper ganz gut getroffen. Es passt, dass er schnell unruhig wird, mit seinen Waffen denkt und selbst in den unpassendsten Momenten drauf verweist, wie süß er Wylan findet. Wobei ich trotzdem nicht denke, dass Jesper je denken würde, dass irgendwer zu gutaussehend für ihn ist :D Mir gefällt auch sehr der Gedanke, dass Jesper diese Spiele als Entzug bzw. Ersatzdroge für seine Spielsucht benutzt, so geht man ja bei echten Suchtkranken auch vor. Gleichzeitig passt es auch so zu dem pseudo-braven Wylan, dass er gegen Jesper spielt, weil er sich davon etwas verspricht, zum Beispiel die Nutzung seiner Fabrikatorkräfte. Das fand ich einen netten Twist am Ende. Schöner Oneshot und definitiv glaubwürdig, was die canon-Kompatibilität angeht, und in character!

Ich hab aber noch ein paar kleine Anmerkungen, die ich der Ordnung halber einfach mal in Stichpunkten aufliste.
- Bei der Besitzanzeige bei Namen, die auf [s] oder [z] enden (sprich im Deutschen Buchstabe s oder x und im Englischen auch z wie bei Kaz' Namen), braucht man nur ein Apostroph, kein weiteres s hinten dran - das ist auch das einzige Mal, dass man im Deutschen überhaupt ein Apostroph dafür nutzt, normal wird einfach nur ein s angehängt.
- Klammern und Anführungszeichen außer bei wörtlicher Rede sind so eine Sache. Ich weiß, du wolltest damit weniger wichtige Anmerkungen zeigen, bzw. dass ein Begriff nicht ganz so passt. Allerdings sind Klammern eher dafür da, Dinge anzuzeigen, die eigentlich nicht in den Text gehören, weil sie entweder Anmerkungen sind (z. B. Seitenangaben) oder zusätzliche Erklärungen, die eigentlich unnötig sind, wenn man sich den Rest des Satzes anschaut (wie z. B. ich sie in dieser Review schon mehrfach benutzt habe, lol). Du hast diesen Text doch geschrieben, ich denke mal, du stehst hinter jedem Satz - genau wie Jesper hinter jedem Gedanken stehen würde/sollte, den du ihn hast haben lassen. Demnach haben die Sätze in Klammern es eigentlich nicht verdient, in Klammern zu stehen, ganz davon abgesehen, dass es eben heißt, dass Klammern wegstreichbar sein sollten und man den Text trotzdem noch verstehen können sollte. Ähnliches gilt für Anführungszeichen: Literarische Texte sollten es schaffen, Ungereimtheiten, Sarkasmus oder sonstige Stilmittel im Erzählton eines Charakters anzuzeigen, auch ohne dass sie dafür Satzzeichen verwenden. Das kann entweder durch die Worte drum herum geschehen, oder dadurch, dass man als Leser eben den Charakter kennt und weiß, wie er drauf ist, wie er erzählt, wann er etwas ernst meint und wann eher nicht. Anführungszeichen sind also für direkte Rede oder Zitate (siehe später) da. Zumal - und das ist jetzt ein stilistisches Argument, das mit Grammatikregeln nichts zu tun hat und deshalb vielleicht als etwas weniger wichtig zu werten ist - solche Mittel im Originaltext nicht genutzt werden, wir also wissen, dass Jesper nie mit solchen Hilfsmitteln denkt/spricht/handelt (womit ich nicht sagen will, dass du schreiben musst wie Leigh Bardugo/ihre deutsche Übersetzerin, aber ich denke mal, dein Ziel war schon, Jesper darzustellen, wie er im Buch so drauf ist, was dir ja wie gesagt gelungen ist).
- "Komischerweise half es extrem seinem Freund dabei zuzusehen ihn brutal abzuziehen in diesen Brettspielen." - Dieser Satz hier ergibt keinen Sinn, hast du den vielleicht ein paar Mal umgebaut?
- Du nutzt die englische Reihenfolge der Satzzeichen beim Schließen wörtlicher Rede - im Deutschen macht man das Komma am Schluss, also nach den Anführungszeichen, nicht davor.
Beispiel: "Hallo", sagte ich.
Und groß schreibt man danach nur, wenn kein Komma eine Inquit-Formel einleitet, sprich ein neuer Satz beginnt (in Satzkonstruktionen wie dem Beispiel eben, also mit wörtlicher Rede gefolgt von der Inquit-Formel "sagte" plus Restsatz, gelten die quasi als ein Satz wie Haupt- und Nebensatz, deshalb wird klein geschrieben).
Beispiel: "Hallo!" Ich lief zum Tisch hinüber.

So, das sieht jetzt nach mehr aus, als es eigentlich ist. Aber ich hab viel drum herum erklärt - ist mir wichtig, nur zu sagen, was irgendwie stört, bringt ja keinem was. Was das Gesamtbild des Texts angeht, sind es jedenfalls Kleinigkeiten, über die man beim flüchtigen Drüberlesen eher nicht stolpern würde. Wie gesagt, der Inhalt und der Aufbau des Texts brauchen gar keinen großen Kommentar! :)

Liebe Grüße
Annika
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