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Autor: Pamillia
Review 1 bis 1 (von 1 insgesamt):
01.06.2021 | 00:08 Uhr
Guten Abend!

Sooooo. Jetzt habe ich mal die Zeit, auf diese beeindruckende Analyse einzugehen. :)
Erst mal vorweg: Hut ab! Vieles von dem, was du geschrieben hast, fand ich durchaus nachvollziehbar. Mit manchen Ansichten habe ich mich noch etwas schwer getan, aber das waren eher Kleinigkeiten.

Zu Walter:
Der Kontrollzwang kommt vermutlich von seiner Hilflosigkeit in der Kindheit. Auch dieses "auf Abstand halten" aus Angst vor Verletzungen passt. Die Zustände "Friedlich" oder "liebevoll" hat er vermutlich kaum kennen gelernt, kein Wunder also, dass er beides meidet. Da bewegt er sich zu sehr in unbekannten Gefilden und würde Schwäche zeigen, was für ihn (glaub ich) auch mit das Schlimmste wäre, was passieren könnte.
Zur Missachtung der Sicherheit Anderer... ja und nein. Er pokert oft. Egal ist es ihm nur bei manchen Personen, die er für entbehrlich hält. Wiederum Andere möchte er permanent in Schutz nehmen. Ein Beschützerinstinkt ist schon da. Sich selbst bringt er aber definitiv oft in Gefahr; da hast du recht! :P
Zur fehlenden Reue: hmmm... Er kann Fehler schon auch mal eingestehen und sich dafür entschuldigen. Er kann ja auch mal zurückrudern und jemand kann ihm auch mal Leid tun. Leider passiert beides eher selten, weshalb man von einer starken Tendenz in diese Richtung sprechen kann, aber ich würde nicht sagen, dass ihm Reue komplett fremd ist.

Zu Collins:
Ich habe ja schon geschrieben, dass ich fast all ihre Streams gesehen habe. Vielleicht kann ich hier noch etwas ergänzen. Mal sehen...
Als unsicher würde ich Collins nicht bezeichnen. Das mit dem Perfektionismus schon eher, aber die Abneigung gegen eine Führungsposition liegt vor allem daran, dass sie sich zu sehr reinknien würde, für sonst nichts mehr Zeit hätte und damit sich selbst und alles, was sie ausmacht, zerstören würde. Ein derart kaputter Mensch in wichtigen Positionen kann viel Schaden anrichten. Sie weiß, was sie kann, und hat auch damals all die Anfeindungen zwecks "hochgebumst" gut weggesteckt. Sie ist tough und kann sich behaupten, sie trifft Entscheidungen (wobei das bei ihr meist an eine Kündigung oder etwas Anderes / Negatives geknüpft ist; bei mir zuckt jedenfalls immer schon ein Auge, wenn ich den Satz "Ich habe eine Entscheidung getroffen" von ihr höre) und zieht Konsequenzen. Was sie unsicher wirken lässt, ist ihre Zerrissenheit. Sie steht oft zwischen den Stühlen, weil sie allen gegenüber loyal sein will.
In Sachen Loyalität, Aufopferung und Helfer-Syndrom kann ich nur zustimmen. Was sie aber kaputt macht ist eher die Loyalität zwei gegnerischen Parteien gegenüber in Kombi mit dem Helfer-Syndrom. Letztendlich hat das auch dafür gesorgt, dass sie die Auszeit gebraucht hat und ausgereist ist. Auch die Loyalität zu ihrem Job, die Aufopferung, der Drang, alles für die Arbeit zu geben, hat sie ausgelaugt. Es war kein Ausgleich da. Jetzt hatte sie die Auszeit und wird ab Juli dann hoffentlich gesünder an die Sache herangehen. Ich würde sagen: sie war vor ihrer Ausreise kurz vor dem Zerbrechen, hat aber gerade noch die Kurve bekommen. Hier hat sie mal nach sich selbst geschaut und prompt bekommt sie es von der Person zu hören, die ihr genau das empfohlen hat (*vorwurfsvoller Blick in Richtung eines gewissen Barett-Trägers*).

Zu Carson:
Er war Walters Freund, weil er nie nachgefragt hat. Also zumindest nicht bei den für Walter unangenehmen weil privaten Dingen. Er hat es einfach hingenommen. Er sorgt für Spaß und lockeres ungezwungenes Beisammensein. Beide haben sich vertraut und sich schon oft gegenseitig gerettet. Viel Tiefe ist da aber nicht. Carson hat die Hand gehalten als Beistand, hat aber nie daran gezogen, um sie aus dem Dreck zu ziehen.
Neben seinem Wunsch, Cop zu sein, ist es auch bis zu einem gewissen Grad die Sorglosigkeit, die ihn mit Walter verbindet und eine gemeinsame Basis bildet.
Das mit dem Schmerzmittel finde ich auch echt passend. Das passt auch zu der Situation kurz nach Collins' Abreise. Walter sagte "Ich bin traurig, Jerry" und von dem kam nur "Ich weiß, aber ich werde dich schon trösten" und dann fing die Ablenkung an. Er redet nicht mit ihm darüber, versucht nicht, die Ursache mit ihm zu analysieren. Er will die Symptome lindern durch Ablenkung. Kein Wunder, dass Walter direkt hinterherfliegen wollte... XD

Zu Wallins:
Besagte Streifenfahrt mit Mosquera war tatsächlich die erste Streife mit ihr. Sie hat direkt Fragen gestellt, sich souverän gezeigt und super gefunkt, was beide, Santi und Walter, beeindruckt hat. Sie saß auch nicht eingeschüchtert im Wagen, sondern hat sich nicht beirren lassen. Beim Uniform anprobieren hat sie gezeigt, dass sie auch Späße mitmacht und man mit ihr super lachen kann. Ihr Auftreten war professionell und engagiert, aber auch humorvoll und nicht so verbissen / eingeschüchtert. Das hat ihm gefallen. Schon recht früh hat sie bei Mission Carson verkuppeln mitgemacht und dichtgehalten, was sie zu einer vertrauenswürdigen Komplizin gemacht hat.
Die von dir benannte Absperrung ist echt so ein Schlüsselmoment, in welchem Dinge ins Rollen geraten. Folge 073 mag ich generell, weil beide da viel Spaß miteinander hatten. In Folge 074 ist es dann ja sehr lustig eskaliert. Anfangs dachte ich, Walter lügt, als er Ariane erzählt hat, Collins sei ihm mal hinterher gerannt und hätte "Waldemar, wir Zwei" gerufen... Bis ich das Ende dieser Folge gesehen habe. Ich fand's auch so herrlich, wie Hill von da an zu einem der größten Wallins-Shipper IC wurde. XD
Dem gesamten Rest der Analyse kann ich nur eifrig nickend zustimmen. Ja, ich denke auch, dass beide einander viel bedeuten. Die Zwei sind einfach ein unschlagbares Team. Walter hat recht mit der Aussage: wenn die beiden sich verbünden würden, würde die Stadt brennen. Im positiven Sinn. Die Kombi ist ein Feuerwerk und an Dynamik kaum zu überbieten. Sie bringen mich zum Lachen, sie bringen mich zum Heulen, sie machen es immer spannend und es ist fast schon ein persönliches Bedürfnis, die beiden zusammen zu sehen. Sie sind füreinander so unglaublich wichtig.
Ich würde auch sagen, dass Walter Gefühle für Collins hat. Nur spielt er es immer runter (und das weiß Collins). Ich denke da immer an "Findet Nemo" und die Hai-Therapiestunde: "Aaah, der Klassiker: Verdrängung!" Sie macht ihn verletzlich und zeigt ihm seine Abhängigkeit. Wie war das noch gleich? Carson fragt Walter: "Walter... Liebst du Frau Collins?" Und Walter antwortet: "Vielleicht ein bisschen, aber nicht so, wie du denkst." Ich bin mir immer noch nicht so ganz sicher, was Collins für ihn ist. Die Romantikerin in mir schreit natürlich: "Er ist einfach total in sie verliebt, will sich aber die Blöße nicht geben und sich nicht verletzlich machen!" Das klingt tatsächlich nach einer Möglichkeit. Es könnte aber auch einfach eine enorme Dankbarkeit sein und sein Bedürfnis nach der Seelenverwandten, die ihm so viel geholfen hat. Ich weiß nicht, ob Walter jemals erfahren hat, was eine richtige romantische Beziehung ist. Vielleicht ist er tatsächlich verliebt, weiß das aber nicht einzuordnen. Ich könnte jetzt DRAI Millionen Stellen aufzählen, die diese These bestätigen würden. Collins hatte recht mit ihrer Aussage, dass Eifersucht sein Knackpunkt sei. Aus welchen Gründen auch immer: er beansprucht sie gern für sich. Das war damals schon so und bei ihrem Besuch war das auch seeehr auffällig. Mir ist immer wieder aufgefallen, wie Walter sich ständig umschaut, bis er sie im Raum entdeckt. Dann beruhigt sich die Kamera, behält sie aber im Blick. Bei der Führung durch das PD hat er alle ständig weggeschickt, ständig gefragt, wo sie gerade ist, wenn er sie nicht sofort entdeckt hat, und er hat sich ständig dazwischen geschoben, wenn sie im Gespräch mit jemandem war (vor allem bei Gamble und Anderson war das extrem auffällig). Er hat ja tatsächlich sogar alles für sie stehen und liegen lassen an dem Tag. Wenn sie nur eine Freundin wäre, sogar nur eine gute, wäre seine Fake-Beziehung zu Honey kein Problem gewesen. Wieso aber war es ihm unangenehm vor Collins? Da könnte ich noch stundenlang drüber sinnieren, aber es ist ja schon spät.

Vielen Dank auf jeden Fall für diese tolle Analyse. Ich kann das Meiste wie gesagt sofort uneingeschränkt unterschreiben. Es hätte mich aber auch überrascht, wenn es gar keine Unterschiede bei den Meinungen gäbe. Walter Weiß ist nun mal ein verwirrender und schwer zu entschlüsselnder Mensch und auch die Beziehung zu Collins ist so vielschichtig... Meinungsverschiedenheiten bestätigen das einfach nur. Umso schöner, wenn man hier darüber fachsimpeln kann.
Das wurde jetzt irgendwie auch 'ne Wall of Text, aber: ich bereue nichts. :D

Liebe Grüße,
Sohera
Captain der Ausbildung im Club der anonymen Wallins-Shipper

Antwort von Pamillia am 01.06.2021 | 00:48 Uhr
Vielen, vielen Dank für diese Antwort! Liebe es immer wenn Leute so sehr auf das gegeben Material eingehen und ihre Meinungen äußern weil ich gesunden Diskussionen liebe.
Ich bin ein ziemlicher "Pessimist" wenn es um Walter geht XD Ich habe ihn gestern als "Ball aus Trauma mit einer menschlichen Hülle" bezeichnet und finde, dass das ganz gut trifft xD
Ich denke persönlich, dass Walter ein sehr traumatisierter Mensch ist, war mir jetzt durch seine Backgroundstory bestätigt wurde (BACKGROUNDSTORY).
Zu meiner Diagnose mit ASPD muss ich dazu sagen, dass das eigentlich von Dennis aus kommt XD Also, Dennis meinte im Discord, dass Walter stark von dem Charakter Frank Underwood inspiriert ist und Frank Underwood ist ein klassiches Beispiel für ASPD und daher kam dann die Idee xD (Hab die eigentlich geklaut aber pssst)
Bei Walter bleibe ich also hart mit der ASPD Diagnose aber er ist definitiv irgendwo immer noch ein traumatisiertes Kind. Ich würde sagen er ist ein Opfer aus dem irgendwann ein Täter wurde.
Bei Collins stimme ich dir zu 100% zu! Habe die damals teilweise definitiv falsch analysiert, was mich immer noch stört (Vor allem da Gözde die Analyse tatsächlich gelesen hat XDDD) aber was will man machen? xD Mittlerweile verstehe ich den Charakter definitiv besser und danke für deinen Input!
Mich stört immer noch, dass ich hier nie mehr Zeit in die Beziehung zu Napier gesteckt habe, da ich finde dass diese die Schattenseiten von WW besser beleuchtet xD Da ich eh gerade sowohl an einer neuen WW als auch Napier Analyse arbeite + einer Fanfic, die hoffentlich bald rauskommt (es wird traurig, ich warne schon Mal vor xD) werde ich das vielleicht da endlich hinbekommen, da ich den Char Napier sehr wichtig finde um Walter verstehen zu können!
Nochmal danke für deinen tollen Kommentar, bin immer noch mega happy darüber, dass dir die Analyse gefällt haha!
Grüße,
Pam (Psychologin und Redakteurin der Metagurken)

+ Ich denke die Beziehung von Walli und Collins ist nicht direkt romantisch, aber mehr als freundschaftlich. Liebe zwischen zwei Personen, die nicht an Liebe oder Beziehungen glauben. Es ist Seelenverwandtschaft, Liebe auf ihrem einfachsten Level ohne jemals Liebe genannt werden zu müssen. Einfach zwei Menschen, die immer füreinander da sind und kein Wort dafür brauchen. Und das finde ich persönlich wunderschön.
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