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Autor: Lukina
Reviews 1 bis 6 (von 6 insgesamt):
27.07.2022 | 13:55 Uhr
Moin,

Ein Review habe ich noch auf der Pfanne :)

Auch in diesem finalen Kapitel gefiel mir der rote Faden wieder sehr gut, der sich durch Sanas Pläne zieht. Sie ist definitiv ein Charakter, der denkt, bevor er handelt und auch immer einen Plan B und C im Hinterkopf hat. Zum Beispiel an die Küste zu ziehen, warum nicht?

Und man hat sich richtig mit ihr gefreut, dass sie jetzt endlich wieder jemand gleichberechtigt behandelt, obwohl bekannt ist, dass sie die Hohepriesterin war. Und wie das ganze Dorf zusammenhält und sie in Schutz nimmt, das ist stark. Das ist eine richtige eingeschworene Gemeinschaft, wie man es sich wünscht.

Gleichzeitig besteht hier großes Potenzial für eine Fortsetzung. Zum Beispiel wenn ihr jemand auf die Schliche kommt, weil einer der Bauern die Klappe aufreißt. Oder wenn es zu einem erneuten Angriff kommt und der Rest des Reiches große Probleme bekommt, weil es keine Hohepriesterin mehr gibt.

Was mich noch interessiert: Hat ihre Gegenwart dafür gesorgt, dass das Land nicht gesegnet werden konnte? Oder war das einzig der Tatsache geschuldet, dass der Priester unfähig war (weil die Verluste an fähigen Priestern zu hoch waren)?

Abgerundet wird die Geschichte mit ein paar tollen Wortspielen (der Mantakel aus dem Sack, das Wollwoll im Raum), der Benennung des Dorfes und dass Torens Fähigkeit noch einen wichtigen Zweck erfüllt. Fühlt sich gut an, wenn die vielen Handlungsfäden am Ende wieder zusammengebracht werden können oder?

Wenn das die Inspiration für dein nächstes Werk ist, dann bin ich wirklich schon sehr, sehr gespannt darauf. Da du es erst nach Vollendung hochladen willst, würde ich mich auch vorsichtig als Betaleser anbieten.

LG
Ron

Antwort von Lukina am 29.07.2022 | 14:41 Uhr
Hallo Ronsen,

dieses Review habe ich irgendwie gar nicht wirklich bemerkt. das vorher hatte ich auf dem Handy gelesen und deshalb nicht antworten wollen. (Am Handy kommen sonst viel zu viele Schusselfehler rein.) Danach hatte ich den Alert eigentlich auf "ungelesen" gestellt, aber irgendwie kam dann nicht noch ein zweiter für dieses Review. Naja egal. Jetzt habe ich es ja gesehen und gelesen und antworte jetzt sogar.

Hach, schon wieder so viel Lob. Da werde ich ja ganz rot. Schön, dass es dir gefallen hat und es freut mich, dass du mit Sana mitfühlen konntest.

Das Fortsetzungspotential habe ich auch gesehen, aber, wie schon in der Lesung erwähnt, derzeit keine Kapazität, um mich wirklich damit zu beschäftigen. So viel Einwirkung von auße, wie du es hier vermutets, braucht es dafür im Übrigen gar nicht. Zeit reicht vollkommen aus. Aber ich will ja nicht Gefahr laufen zu spoilern (haha, für eine Geschichte, die nicht mal ein Poltdokument auf meinem PC hat), also sage ich mal nicht mehr dazu. XD

Um deine Frage zu beantworten: Nein, das lag einfach nur daran, dass der Priester nicht in der Lage war überhaupt Land zu segnen. Es wurde ja in Kapitel 3 erwähnt, dass nicht jeder Priester dazu in der Lage ist. Je unwichtiger das Dorf, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass man da wirklich einen der wenigen fähigen Priester hinschickt. (Die anderen sind auch nicht per se unfähig, halt nur nicht für genau die Aufgabe geeignet.)

Das freut mich, dass dir meine Wortspiele gefallen haben. Es gehörte für mich einfach dazu, wenn ich mir schon eigene Tiere und Pflanzen ausdenke, hatte aber Sorge, dass es nicht verständlich genug ist oder sich doof liest. Und ja, es ist ein tolles Gefühl, wenn alles zusammenläuft und sich auflöst.

Auf das Angebot mit dem Betalesen komme ich vielleicht nochmal zurück. (Darf ich das auch für andere Projekte oder nur bei der Fortsetzung hier?)

LG

Lukina
26.07.2022 | 22:14 Uhr
Hi Lukina,

Zum Abschluss des Tages noch ein kleines Review zu deinem dritten Kapitel.

Im Großen und Ganzen scheint mir die Politik des Landes keine sonderlich erfolgreiche zu sein (man kennt es ja ^^).
Dem ganzen Kapitel übergeordnet ist ein weltlicher Konflikt mit den Nachbarländern, von dem man selbst und die Hohepriesterin nichts erfährt. Der "Goldene Käfig" trifft es generell sehr gut, denn sie wird eigentlich wie ein seltenes Tier gehalten und weniger wie eine Machtfigur. Die eigentlichen Strippenzieher sind der König und die Gesetzgebung, welche die Hohepriesterin so dermaßen in ihrer Freiheit beschnitten hat.

Für mich stellte sich anfangs die Frage: Warum hat sich in den 400 Jahren, in denen es keinen Hohepriester gab, nicht irgendeiner selbst dazu ernannt? Und die Antwort: Es war einfach nicht nötig, weil sie trotz aller Ehrfurcht, die ihr entgegengebracht wurde, keine wirkliche Macht hatte. Theoretisch könnte man die Hohepriesterin auch schlecht behandeln und einfach durch Gewalt oder Folter dazu zwingen, das Land zu segnen. Zumindest diesen Schritt sind die Obersten nicht gegangen ... zum Glück, will ich sagen.

Was ich nicht verstanden habe: Warum trennt man sie vehement von den Eltern? Sowas schürt doch automatisch Heimweh und Trotz.

Die Verwandlung vom unsicheren Kind zur kühlen Priesterin, die ihre Gefühle hinter einer Maske versteckt, hast du hier sehr gut dargestellt. Auch ihre Probleme sind total nachvollziehbar - zumindest für mich als Leser. Ruhm ist wirklich nicht alles und wenn einen dann noch jemand beneidet, kann man da nur den Kopf schütteln. Instagram-Fame lässt grüßen.

Man kann auch gut nachvollziehen, dass sie am Ende die Flucht ergreift und mit ihrer Vergangenheit abschließen will. Ich weiß nicht, ob die Angst vor Konsequenzen seitens der Kirche nicht übertrieben ist (sie hat ja Todesangst, aber eigentlich ist sie ja unverzichtbar), aber es gibt genug Gründe dafür, dass sie trotzdem ein neues Leben anfangen will.

Hattest du dir eigentlich auch konkretere Pläne zu den Feinden und Konflikten des Reiches gemacht? Man versteht am Ende schon gut, warum die Hohepriesterin um jeden Preis beschützt werden sollte, denn mit ihr steht und fällt das ganze Reich. Eigentlich erstaunlich, dass man sie später nicht mehr hatte aufspüren können. Ich hätte da doch jeden Stein umgedreht.

Insgesamt ein sehr stimmungsvolles Kapitel, das auch für sich allein als Kurzgeschichte funktionieren könnte.

Liebe Grüße
Ron

Antwort von Lukina am 29.07.2022 | 13:35 Uhr
Hallo Ronsen,

endlich schaffe ich es auch deine Reviews nicht nur zu lesen, sondern auch zu beantworten.

Ja, die Politik lässt einiges zu wünschen übrig. Aber hey, in welchem Land, real oder fiktiv, ist das nicht der Fall? Schön, dass das so rüberkam.

Tatsächlich ist die eigentliche ANtwort auf die Frage, warum sich keiner selber zum Hohepriester ernannt hat schlichtweg: Weil es nicht geht. Jeder auch nur halbwegs ausgebildete Priester würde das sofort merken, da müssten also ganz schön viele Leute unter eine Decke stecken. Dem Land helfen würde es sowieso nicht. Ich würde nichtmal ausschließen, dass es nicht sogar Leute versucht haben. Dass der Posten an sich nicht wirklich erstrebenswert ist, wissen schließlich nicht wirklich viele. Foltern würden sie die Hohepriesterin allerdings niemals. (Auch töten nicht, aber das weiß die Hohepriesterin in dem Moment halt nicht und sie hat schon durchaus erlebt, dass hochrangige Priester trotz ihrer Notwendigkeit für das Land eingesperrt oder gar hingerichtet werden, wenn sie ihrer Verantwortung nicht entsprechend nachgekommen sind.) In den Augen aller sind das Halbgötter und diese schlecht zu behandeln wäre eine Gotteslästerung, bei der man schlimme Strafen von den Göttern befürchten muss. (Ganz zu schweigen davon, dass die Macht, die jemand mit einer Manipulationsfähigkeit auf Rang 1, hat, es schwer machen würde, das wirklich umzusetzen.)

Die Trennung von den Eltern ist sehr religiös begründet. Ein Hohepriester gilt als Halbgott. Diese Vorstellung ist so sehr in der Bevölkerung verankert, dass auch die Eltern das so sehen. Von denen wird also in den seltensten Fällen etwas dagegen unternommen werden. Die Priester sehen es erst Recht als völlig normal, ja beinahe als einzige akzeptable Lösung an. In den Augen der Bevölkerung sind (potentielle) Hohepriester nicht einmal in der Lage dazu, Trotz und Heimweh zu empfinden.

Die Feinde des REiches sind noch nicht wirklich ausgearbeitet. Das war dann schon zu dem Zeitpunkt, an dem mir bewusst geworden ist, dass ich schon viel zu viel Stoff für den eigentlich kleinen Wettbewerb habe und mir langsam die Zeit davon rannte. Aber was ja nicht ist, kann ja noch werden.
Nach ihr gesucht wurde nicht, da es (auch in ihren Gemächern) so viele Tote gab, die nicht mehr identifizierbar waren, dass man davon ausgehen musste, dass sie den Angriff nicht überlbt hat. Außerdem hat sie nach außen hin auf niemanden den Eindruck gemacht, dass es ihr in der Kirche nicht gefällt. Zumindest in den späteren Jahren. Entsprechend ist auch keiner überhaupt auf die Idee gekommen, dass sie weglaufen würde. Nach dem Motto "an anderer Stelle kann es einem Halbgott ja gar nicht gut genug gefallen, als dass dieser dort freiwillig bleiben würde."

So, nachdem ich jetzt hoffentlich all deine Fragen beantwortet habe noch das wichtigste zum Schluß: Vielen, vielen Dank für dein Lob. Es freut mich, dass dir die Geschichte so gut gefällt und der Inhalt deiner Reviews zeigt mir auch, dass die wichtigsten Punkte, die ich dem Leser herüberbringen wollte, angekommen sind. Das ist unglaublich ermutigend. Dass also die Entwicklung für dich nachvollziehbar war und du ihre Entscheidung nicht mehr zurückzukommen verstehst, freut mich riesig. und gibt mir Motivation für meine anderen Projekte.

So und jetzt Liebe Grüße und "bis gleich" (Hab’ ja noch ein Review von dir zum beantworten.)

Lukina
25.07.2022 | 10:11 Uhr
Hi Lukina,

In diesem Kapitel hat mir besonders der sich langsam aufbauende Spannungsbogen gefallen.
Auch verdichteten sich hier die Hinweise zu Sanas Vergangenheit. Man kann aber noch nicht ahnen, was genau sie früher getan hat. Dass sie nicht selbst kochen konnte, deutet schon darauf hin, dass sie aus wohlhabenden Lebensumständen stammt, aber das ist es dann schon. Ich könnte mir an dieser Stelle auch vorstellen, dass sie einfach eine Adelige ist, die sich z.B. schwer verschuldet hat oder aus einer arrangierten Ehe geflohen ist.


"Schon von weitem konnte Sana erkennen, dass die Pflanzen bei Weitem nicht so weit waren, wie sie sollten."

=> Hier könntest du 1-2 Mal "weit" durch andere Worte ersetzen.

Aber das ist auch der einzige kleine Schnitzer, der einer Erwähnung wert wäre. Alles andere wirkt für mich sehr sauber geschrieben und so lebendig und mit Liebe zum Detail, wie schon das erste Kapitel.
Ich mochte den Mantakel auf dem Hausflur. Hast du zu den Tieren und Pflanzen eigentlich Skizzen angefertigt? Die würde ich so gern sehen :D

Storytechnisch finde ich es gut, dass Sana sich ein wenig egoistisch verhält und eben lange zögert, ehe sie sich in das Schicksal des Dorfes und seiner Bewohner einmischt. Das macht sie einfach menschlich.

Bis zum nächsten Mal!
Ron

Antwort von Lukina am 25.07.2022 | 19:59 Uhr
Hallo Ronsen (zum zweiten Mal heute XD),

Das freut mich, dass der Spannungsbogen so rüber kommt, wie ich es wollte. Das war so mit mein Hauptziel, dass man im ersten Kapitel noch so ein bisschen in Sicherheit gewogen wird und jetzt im zweiten langsam aber stetig die Sorge deutlich wird, bis sie dann zum Schluss bedrohlich über Allem schwebt. Dass man bis hier her noch nicht erraten kann, wer Sana ist, freut mich auch. Ganz so zeitig soll man es nämlich definitiv nicht erfahren. Die Hinweise sind nur schonmal gestreut, damit man darauf vorbereitet wird. Dass die also ankommen und nicht fehl am Platz wirken, freut mich also.

Ja, genau der ist mir beim Vorlesen auch aufgefallen. Mir ist aber auch auf Anhieb nicht eingefallen, wie ich ihn besser formulieren könnte, weshalb ich ihn auch genauso vorgelesen hatte. Ich were nochmla in Ruhe darüber nachdenken, wie ich es umschreiben kann. (Mir ist immer nocht nix eingefallen, aber was nicht ist, kann ja noch werden.) Der kommt auf jeden Fall zusammen mit den ganzen vergessenen Worten und Satzteilen auf meine Überarbeitungs-To-Do-Liste. DAnke für den Hinweis.

SKizzen habe ich nicht, aber ich kann dir meine Beschreibungen schicken. XD Ich finde meine Zeichenkünste nicht gut genug, als dass ich das überhaupt versuchen würde. Wenn du Langeweile hast, darfst du dich gerne an deiner Interpretation meiner erfundenen Fauna versuchen.

Es war mir auch wichtig, dass sie eben nicht der strahlende Held ist, der sich selbstlos bei dem kleinsten Problem für andere aufopfert. Klar, solche Menschen gibt es, aber es sind doch die wenigsten. Dass das gut bei dir angekommen ist, freut mich also total.

Bis zum nächsten Mal (also eigentlich ja eher "Bis ich dir die Notizen schicke" XD)

Lukina
23.07.2022 | 21:41 Uhr
Hi Lukina,

Hier kommt das angekündigte Review, zumindest schon mal zu Kapitel 1. Einiges mag sich doppeln zu dem, was schon gesagt wurde, aber ich erwähne es der Vollständigkeit halber trotzdem.

Kurz: Ich fand es richtig gut. Und dabei bleibe ich auch nach dem Lesen und besseren Verstehen dessen, was bereits geschrieben wurde.
Rückblickend betrachtet, fallen hier schon einige Hinweise auf den weiteren Verlauf der Story, die man an dieser Stelle aber noch nicht zuordnen kann. Ich finde die Storyplanung so gesehen sehr gelungen. Beeindruckend fand ich, dass du hier wirklich eine gefühlt riesige Welt aufbaust für eine doch verhältnismäßig kurze Geschichte. Und ich stimme den anderen zu, da kannst du noch viel viel mehr erzählen. Ich will von den Wollwolls lesen, den Menschen mit den türkisen Haaren und dem ganzen Pantheon. Ich will mehr zu den Rängen erfahren und - schon an dieser Stelle - welches Talent Arie eigentlich zugewiesen wurde. Und ja, diese wundervoll ausführliche Szene zu Beginn zwischen Arie und Sana scheint diesen gewaltigen Bogen zu spannen und man mag kaum glauben, dass es nach vier Kapiteln schon vorbei sein soll. Mich würde es jedenfalls sehr freuen, wenn in diesem Stil eine noch größere Geschichte entsteht. Ich würde es lesen :)
Mich hat die Sache mit dem Alter der Chars nicht gestört. Das "Warum" leuchtet mir zwar noch immer nicht ganz ein (können dazu gern noch mal per Discord schreiben), aber es tut der Story auch keinen Abbruch. Wie schon mal erwähnt: Ich hätte Arie auch abgekauft, dass sie 12 "Erdenjahre" alt ist. Sie wirkt ja schon sehr weit in ihrer Art, hat eine genaue Vorstellung von dem, was sie will und wie sie es bekommt. Insgesamt hätte ich sie vom Verhalten vielleicht wie eine Neunjährige eingeschätzt.
Was mir noch nicht klar ist (an dieser Stelle und auch insgesamt): Was ist eigentlich passiert, dass der Priester den Ort nicht segnen konnte? Wird das am Ende noch aufgeklärt? Ich hoffe einfach mal, es morgen zu erfahren.

Stil: top. Worldbuilding: klasse. Vorgelesen auch super. Die Charaktere wirken lebendig. An diesen Punkt fällt mir wirklich kaum etwas ein, was ich kritisieren könnte (es sind noch eine Hand voll Rechtschreibfehler drin, aber darüber kann ich locker hinwegsehen).

Meine Empfehlung ist schon seit geraumer Zeit raus.

Bis zum nächsten Mal,

Ron

Antwort von Lukina am 25.07.2022 | 19:50 Uhr
Hallo Ronsen,

gestern habe ich es nicht mehr geschafft dir zu antworten, aber jetzt nehme ich mir definitiv die Zeit dafür!

Erstmal vielen, vielen Dank für deine Mühe, mir wirklich zu jedem Kapitel ein Review zu schreiben. Das freut mich wirklich riesig!

Dein Lob freut mich natürlich genauso sehr. Vor allem, dass die das Worldbuilding gefallen hat. Und ja, du hast Recht (und auch alle anderen, die es in der Lesung angemerkt haben): Da ist Potential für eine viel längere Geschichte, aber das hätte den Wettbewerb dann eindeutig gesprengt.
Das dich das Alter der Charaktere nicht gestört hat, beruhigt mich ein wenig. Ich wollte die kürzeren Jahre gerne einbrigen, da es aus Sanaas Sicht geschrieben ist und sie es nicht anders kennt. Ich hätte vermutlich zeitiger darauf eingehen sollen, damit es von Anfang an klar ist, aber naja, bei der nächsten Geschichte weiß ich es besser. Neun ist tatsächlich etwas alt, eigentlich wäre sie nach unseren Maßstäben 6. Aber durch das andere Setting ist ja auch die Entwicklung anders (Kinder bekommen schneller Verantwortung und ähnliches), also würde ich das für mich mal als "altergemäß dargestellt" verbuchen. Das Talent von Arie kann ich dir tatsächlich verraten, da es nicht wirklich genauer beschrieben wird als das, was in Kapitel 1 gesagt wird. In meinen Notizen habe ich es als "künstlerische Kreativität" bezeichnet. So ganz genau sind vor allem Talentfähigkeiten nicht bestimmbar. Da geht es mehr danach, ob jemand eine Aufgabe schneller lösen kann, als das eigentlich bei einem durchschnittlichen Kentnissstand von jemandem in dem Alter zu erwarten wäre.

Die Frage zu dem Priester hat sich gestern hoffentlich geklärt. Wenn nicht, würde ich die dann in dem Review zu Kapitel vier beantworten. Ich will ja nicht schon in einem Review zu Kapitel 1 Kapitel 4 spoilern.

Und noch mehr Lob. Mensch, ich weiß doch gar nicht, wie ich auf so viel Lob reagieren soll XD (Hach ja, die Fehlerchen... Ich muss mich da echt nochmal ransetzen. Einige sind glaube ich durch falsches Übernehmen/Ändern nach der Beta erst entstanden, dnen die späteren Kapitel, die nicht durch die Beta sind haben nach meinem Gefühl weniger Fehler. Egal. Muss ich mich mal ransetzen, sobald die aktuellen Projekte mit Deadline fertig sind.)

Auch für die Empfehlung noch einmal ein ganz großes Dankeschön und bis zum nächsten Review (also irgendwie bis gleich XD)

Lukina
28.07.2021 | 00:16 Uhr
Eine wirklich interessante Welt, die du da geschaffen hast. Eine, über die man noch mehr lesen möchte und deren Idee vermutlich für ein, zwei Bände einer Fantasy Geschichte reichen würde. Man könnte jetzt meinen, es müsste dadurch hier als Oneshot (auch wenn er recht lang ist) gehetzt wirken. Aber das Tempo bleibt durchweg gleich. Im Mittelteil hab ich mich zwischendurch sogar gefragt, ob da hier eine zweite Story zwischengerutscht ist *lol*. Aber dann war mir doch recht schnell klar, wohin dieser Teil führen wird/muss.

Besonders gut gefallen hat mir, dass du hier beginnst mit einer Beschreibung, die im Prinzip völlig normal klingt, als könnte es in unserer Welt spielen. Dann kommt das erste Mal die Rede auf die "Weihe" und ich dachte bei mir "oha, doch irgendwas anderes". Das Prinzip der Weihe ist nicht neu, gibt's in der Fantasyliteratur ja öfter. Was ich wohlgemerkt nicht abwertend meine, es hat vielmehr "verraten", dass es hier vielleicht doch eher in diese Richtung gehen wird. (Ja, ich weiß, steht als Genre da, aber ich muss zugeben ich schaue bei den Projektbeiträgen nicht auf Genre und Rating ^^;; ) Und dann kamen passend dazu auch immer mehr fremdartige Begriffe. Dass du die wie völlig selbstverständlich verwendet und nicht alles direkt erklärt hast fand ich dabei eine sehr gelungene Vorgehensweise. Ich selbst würde immer dazu tendieren gleich alles erklären zu wollen, aber das ist hier gar nicht nötig und hätte den Fokus von der eigentlichen Story zu einer "Weltenbeschreibung" verschoben. Die kommt aber auch so in ausreichendem Maße rüber. Stück für Stück, bis zum Ende.

Ein schönes, rundes Ende. Ein bisschen wie in einem Märchen, dieses "alle sind glücklich". Auch hier: Nicht abwertend gemeint, sondern positiv. Ich mag Happy Ends ;)

In der Story verborgen sind auch sehr viele Aspekte, die du recht geschickt am Rand ansprichst, über die man nachdenken kann (wenn man will), aber man kann die Story auch ohne das genießen. Kinder, die auf angebliche Talente so sehr gedrängt werden, dass sie sich selbst, ihre Familie, ihre Kindheit verlieren. Während sie andere Interessen nicht verfolgen dürfen, weil sie möglicherweise eben nicht ihr Talent sind. Der Gedanke der eingeschworenen Gemeinschaft, die sich über Konventionen hinwegsetzen kann. Und eine Regierung, die die eigenen Missstände verschleiert und Sündenböcke sucht - und findet. Da ist noch unheimlich viel Potential für mehr in dieser Welt und der Story, mit der du sie vorgestellt hast.

Ein sehr gelungener Beitrag. Vielen Dank.

Antwort von Lukina am 29.07.2021 | 07:28 Uhr
Hallo Ken,

danke für dein Review und die lobenden Worte. Es freut mich, dass es mir anscheinend gut gelungen ist die Balance zwischen "Welt erklären" und "den Leser im (Halb-)Dunkeln lassen" gefunden habe. Eswar mit meine größte Sorge, dass einige Stellen unlogisch erscheinen, weil man zu wenig über die Welt weiß.

Dass ich daraus eine Reihe machen könnte, haben mir schon einige gesagt und ich spiele tatsächlich mit dem Gedanken, eine längere Geschichte in der Welt spielen zu lassen. Erste Ideen sind schon da, aber nichts wirklich ausgereiftes.
Der Mittelteil war bewusst so geschrieben, dass man erst denkt, dass es etwas völlig anderes ist. Freut mich, dass es bei dir so angekommen ist. (Wuhu, Ziel erreicht XD) Anscheinend konnte ich dich aber nicht lange an der Nase herum führen. Hoffentlich aber lange genug, dass die Wendung zu Teil drei zumindest ein wenig überraschend kam und nicht schon von Beginn von Teil zwei an sichtbar war. Dabei hatte ich doch extra darauf geachtet weder im Teil eins die Haarfarbe oder irgendeine Aussehensbeschreibung mit rein zu bringen, noch im Teil zwei den Namen zu verwenden. Aber hey: Jede Zeile, die du gelesen hast und in der du dich gewundert hast, ob es eine zweite Geschichte ist, war eine sehr gelungene. Beim Rest muss ich für andere Geschichten in der Art nochmal schauen, was ich besser machen kann.

Dass man vor allem den Teil mit dem "in ein Talent drängen" auch nur "nebenbei" mitlesen kann, hatte ich so gar nicht erwartet. Aber umso besser, wenn auch jemand, der nicht zwingend über solche doch recht ernsten und auch bei uns teils relevanten Aspekte nachdenken möchte, auf seine Kosten kommen und die Geschichte genießen kann.

LG

Lukina
19.05.2022 | 20:10 Uhr
Liebe Lukina,

deine Geschichte hat mir sehr gut gefallen und behandelt auch einige interessante Themen, die zum Nachdenken anregen. Da haben wir zum einen die Art und Weise, wie man mit Kindern umgeht und ihre Zukunft vordefiniert, statt sie sich in ihrer Entwicklung frei entfalten zu lassen, und zum anderen die Darstellung von religiösem Fanatismus.

Aries genaue Vorstellungen über ihr Kleid deuten schon auf ihr Talent hin und Sanas Bestrebungen, das Kleid nach ihren Vorstellungen zu gestalten, war direkt ein Beweggrund, sie zu mögen. Immerhin scheint es mir doch so, dass Erwachsene den Worten und Wünschen von Kindern eher seltener wirklich zuhören und nachkommen, und gerade in dieser von dir aufgebauten Welt scheint es ja deutlich so zu sein, dass die Wünsche der Kinder irrelevant sind.

Die emotionale Tiefe von Sana gefällt mir sehr. Im späteren Verlauf der Geschichte versteht man, woher Sanas Verständnis und ihre Weisheit kommen, was ihre Figur sehr abrundet. Es ist nicht nur, dass sie einen Blick hinter den Vorhang der Religion werfen konnte, sondern auch am eigenen Leib die Konsequenz dieses Glaubens erfahren hat. Das dürfte sie auf ewig verändert haben, auch im Vergleich zum Rest der Gesellschaft.
Das Leben und Leiden der Hohepriesterin im dritten Kapitel war gut und bewegend dargestellt.

Einziger Kritikpunkt an der Story wäre Herrn Kassalor Verständnis und sein Vorschlag, der schließlich zu einem guten Ende führt. Das kam etwas überraschend und liegt hauptsächlich daran, dass man kein Hintergrundwissen über Herrn Kassalor besitzt. Da die Welt von religiösem Fanatismus geprägt ist, wäre an der Stelle eben interessant gewesen, was ihn zu jemanden gemacht hat, der diese religiösen Regeln bricht. Natürlich reichen eigentlich schon die Existenzprobleme des Dorfes, um zum umzudenken zu bewegen, aber so einfach ist es dann auch nicht, wenn man mit so einem Extremglauben aufwächst. Ich kann mir zwar vorstellen, dass weite Teile der einfachen Befölkerung diese Religion eher hinnehmen, als wirklich daran zu glauben, aber da fehlten mir jetzt doch die Hinweise drauf oder ich habe sie nicht gesehen.
Das soll aber nicht heißen, dass ich das Ende nicht mag. Im Gegenteil. Eigentlich gut gelöst, dass am Ende sowohl das Dorf wie auch Sana in Sicherheit existieren können.

Ich finde die Geschichte empfehlenswert und dein Schreibstil ist mir persönlich sehr angenehm.

Liebe Grüße
Minotaur

Antwort von Lukina am 20.05.2022 | 17:17 Uhr
Hallo Minotaur,

vielen Dank für dein liebes und ausführliches Review. Toll, dass dir die Geschichte gefallen hat und natürlich auch, dass du meinen Hauptcharakter sympatisch fandest.

Diese "Ignorieren" von Kinderaussagen stößt mir auch immer sauer auf. Das war auch einer der auslöser, warum ich die Geschichte so geschrieben habe. Dass diese doch recht tieferen Themen bei dir so guten ANklang gefunden haben, freut mich natürlich riesig.

Tatsächlich ist der religiöse Fanatismus in der Welt gar nicht so extrem, wie es durch Sanas Augen oder eben das Setting in Kapitel 3 den Anschein hat. Ja, die Kirche ist wichtig (für ein Land sogar überlebensnotwendig), aber die einfachen Bürger haben eher wenige Kontaktpunkte mit ihr. Es gibt keine Messen oder Religionsunterricht. Deshalb auch Herrn Kassalors Verständnis am Ende. Ich hatte aber keine Idee, wie ich das alles noch mit einbringen sollte (Ich war so schon weit über der durchschnittlichen Länge bei dem Wettbewerb und wenn ich mir das Worldbuilding zu der Geschichte anschaue, hätte ich vermutlich Stoff für einen Roman...), aber wenn du da Ideen hättest: Immer her damit! Außerdem fand ich es gar nicht so schlecht, dass es den Leser genauso unvorbereitet trifft, wie Sana. Dadurch, dass sie praktisch in der Kirche aufgewachsen ist, kannte sie das "normale Leben" nicht wirklich und ist entsprechend ein unzuverlässiger Erzähler. Du hast also keinen Hinweis verpasst. Der einzige, den es gab, war eher, wie wenig über Götter oder die Kirche gesprochen wurde (Sanas Gedanken ausgenommen, die ich bewusst genau solche Vergleiche habe machen lassen, um Kapitel 3 vorzubereiten). Der ist aber durchaus sehr versteckt.

Und zu guter Letzt: Vielen Dank für das Lob meines Schreibstils! Ich bin mir manchmal unsicher, ob es genug "show" ist oder ob ich nicht viel zu ausschweifend unwichtige Dinge beschreibe. Entsprechend sauge ich Kommentare dahingehend auf wie ein Schwamm und freue mich wie ein Keks, wenn sie auch noch positiv sind.

LG

Lukina
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