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Autor: memoirst
Reviews 1 bis 7 (von 7 insgesamt) für Kapitel 1:
07.07.2021 | 09:18 Uhr
Ein wirklich sehr schöner und ungewöhnlicher Text. Ich muss zugeben, dass ich vorher in die Reviews gelinst, aber kaum eins wirklich bis zum Ende gelesen habe ^_^;

Am Anfang war ich auch etwas verwirrt, weil ich das Bild mit dem Loch im Himmel nicht so recht einordnen konnte. Allerdings sehe ich den Bezug zu "Blindheit" tatsächlich nicht. Ich glaube auch nicht, dass ein Kind das als Metapher dafür verwenden würde. Ich finde es aber ausgesprochen interessant, wofür Eli es letztendlich gefunden hat. Und ich muss sagen, dass es passt. Es gibt Kinder mit einer sehr ausschweifenden Fantasie und für mich ist das Bild vom Loch, das den blauen Himmel frisst sehr passend für das, wofür es tatsächlich steht.

Und was das ist, ist mir denke ich etwa auf der Hälfte der Story klargeworden (zumindest glaube ich es zu wissen ;)). Bedrückend, aber daraus hervorgehend um so eindringlicher.

Vor allem hat mir hier auch der Vater gefallen. Der kann das Loch zwar nicht sehen, aber er weiß dass es da ist, spürt es und versucht Eli auf seine Art zu helfen. Sie werden das Loch vermutlich nicht besiegen, was die Geschichte recht traurig macht. (Und was ich wiederum nicht negativ meine ^_^; ) Aber es schwingt auch etwas Positives mit bei durch die Art des Vaters. Man fühlt mit Eli, der da auf der Wiese sitzt und seinen Himmel verschwinden sieht - bis Papa kommt und er nicht mehr so alleine ist. Ein Stückchen Hoffnung, dass der Himmel irgendwann nicht mehr nur Schwarz ist - wenn auch vielleicht nicht mehr ganz so blau wie früher. Auch wenn Eli das im Moment vielleicht noch nicht glauben kann.

Ein gelungener Text. Ich bin froh, dass ich ihn gelesen habe.
03.05.2021 | 00:26 Uhr
Guten Abend!

Wie du dir zu dieser Zeit denken kannst, bin ich auf Empfehlung auf dieses Projekt gestoßen. Ohne zu lügen: Für gewöhnlich bin ich auf Fanfiktion.de nur unterwegs um mich durch das One Piece Universum und die Gedankenkästen der Autoren darin zu bewegen. Dieser Text war das B E S T E was ich je auf dieser Plattform gelesen habe.
Vielleicht werde ich mich mal über die anderen Beiträge zum Wettbewerb informieren, aber ich denke, dass du sicher den Sieg einstreichen wirst. Der Text hatte genau das Mittelmaß aus kindlicher Leichte und Schwere mit der Thematisierung von Vergessen und Krankheit. Eli ist so ein niedlicher Charakter und ich musste mir fast ein Tränchen verdrücken als der Vater das so aufgenommen hat wie es kam. Uneingeschränktes Lob an dieser Stelle!

Ganz nebenbei habe ich mitbekommen, dass du auch ein bisschen LGBTQ vibes in anderen Stories von dir hast ^~^
Da wird es sich sicher auch lohnen mal reinzuschauen. Vielen Dank für den Text und viel Glück beim Wettbewerb.

cyu
nachtlichtfenster

Antwort von memoirst am 06.05.2021 | 10:25 Uhr
morgen!

uff, das haut mich ja um (;Д;) ich weiß um ehrlich zu sein gar nicht, was ich überhaupt antworten soll - bin gerade ein bisschen sprachlos.

vielen lieben dank für die rückmeldung! du glaubst gar nicht, was du mir hiermit für ein breites grinsen auf das gesicht gezaubert hast <3 ich hab mich erst kürzlich in einer autobiographie mit dem thema früheinsetzende demenz aus der sicht eines erwachsenen auseinandergesetzt, in der die familie der betroffenen person das code-wort 'schweizer käse' verwendet hat, wann immer äußerungen gefallen waren, die besonders verletzend und untypisch waren. quasi, um sich in erinnerung zu rufen, dass nicht die geliebte person diese schlimmen dinge sagt, sondern eben die demenz.
und durch dieses löchergedanken bin ich dann in das konzept der kleinen kurzgeschichte gestolpert (:

haha yes mehr queere literatur auf dieser seite! mein beitrag zum nächsten wettbewerb der spinatwachteln "nimmermehr" wird sich mit lgbtq themen beschäftigen! (:

nochmal vielen dank für die lieben worte, ich hab mich wirklich unglaublich gefreut <3
mfg memo
01.05.2021 | 17:50 Uhr
Hallo liebe Memo :)

Was habe ich mich darauf gefreut, deinen Text zu lesen! Wirklich, jedes Mal, wenn da ein Alert mit deinem Namen ist, bin ich schon ganz hibbelig und kann es kaum erwarten, endlich draufzuklicken und einzutauchen und wehe, da kommt mir dann irgendjemand dazwischen xD Aber diesmal bin ich stark geblieben und habe gewartet, bis mein eigener Text fertig war, weil ich da so am struggeln war und ich mich da immer viel zu leicht zu einem Schwamm entwickle, der unbewusst anderer Leute Ideen aufsaugt und wiedergibt, ob ich will oder nicht. Ich will lieber gar nicht zählen, wie viele Ideen aus anderer Leute Bücher oder Filme ich in meinem Text verbaut hab xD

So, jetzt aber zur Geschichte: Meeeeensch, ich bin so krass verliebt in deinen Schreibstil, Memo <3 Ich weiß, ich wiederhole mich, aber du schreibst einfach so unfassbar schön, so voller Metaphern, so bildstark, deine Texte ziehen mich einfach in ihren Bann und lassen mich nicht mehr los und ich will auch gar nicht, dass sie mich loslassen. Wenn deine Texte Füße hätten, ich würde sie mit Freude küssen.
"Papa war ein weicher Mensch, ein Marshmallow-Mann.", "Wildblumen einatmen, Wuttränen ausatmen." -- Hach, Memo. I love it. I just love it. Und allgemein die Charakterisierung und Darstellung des Vaters hat mich einfach so umgehauen.

Bei dem Loch, das funkelnde Sterne frisst, musste ich sofort grinsen, weil es mich an deinen star-Text erinnert hat, haha :-D Ob das sternefressende Wesen wohl für etwaige Sternsystem-Bewohnende so ähnlich aussieht?

Bei dem letzten »Da ist ein Loch im Himmel. Und es wird größer.« war mir nicht ganz klar, wer von beiden das sagt ... der Vater, oder? Aber sicher bin ich mir nicht.

Ich kann mich den anderen Reviews in zwei Punkten anschließen: Erstens hast du Elis Kinderperspektive so perfekt dargestellt, ich liebe seinen POV und die Beobachtungen, die damit einhergehen, wie er die Welt sieht und das Loch sieht und seine Familienmitglieder sieht. Vor allem dafür, dass das eine Perspektive ist, die du nicht so häufig schreibst (ich habe glaub ich noch nie was aus Kinderperspektive von dir gelesen), ist es absolut fabelhaft! (Okay, auch wenn du das häufig schreiben würdest, wäre es immer noch absolut fabelhaft.) Kannst du gern häufiger machen, falls es dir genauso viel Spaß gemacht hat, das zu schreiben, wie mir, das zu lesen :)

Zweitens habe ich ebenfalls gedacht, dass Eli dabei ist, zu erblinden. Es hat einfach zu gut zu dem Loch gepasst, das nur er sieht, und zu gut zum Wettbewerbstitel, und bei dem "Aber sie fragt nach dir" und "Letztes Mal hat sie mich Tom genannt" dachte ich irgendwie, die Oma sei gemeint, weil sie die einzige bis dahin genannte weibliche Person war. Und dann lese ich in den Reviews was von Demenz und mein Kopf nur so: "Was? Oh. Hä?" xD Jetzt habe ich den Text nochmal überflogen und ja, man kann das wohl wirklich auf beide Arten interpretieren.

"Abgemacht?" - "... Abgemacht." Oh, ich musste so grinsen, weil genau dasselbe zweimal in meinem Text vorkommt :-D Und auch bei Karls Erwähnung der Namensbedeutung von "Eli" musste ich lachen -- du erinnerst dich vielleicht, dass wir dasselbe Gespräch bei Iago hatten? xD Es beruhigt mich ja, dass dir sowas auch passiert ;)

Hach, Memo, ich bin einfach so ein riesiger Fan von dir und freue mich schon wie ein Honigkuchenpferd (--> like a Cheshire CAT, haha) auf deine nächsten Inktober-Texte <3 Danke, danke, danke für diesen wundervollen Beitrag! :)

Alles Liebe
Viperzahn
Karl Taube (anonymer Benutzer)
24.04.2021 | 10:40 Uhr
Hallo,

es ist natürlich so eine Sache, Hinweise zu verpacken, aber ich denke - und das nicht als Kritik gemeint -, dass du da deutlicher hättest werden können, vielleicht mit anderen Metaphern arbeiten. Ja, vielleicht habe ich mich treiben lassen und das "Tom" überlesen, auch das "wenn sie nach Hause kommt", aber dadurch, dass du das "Sehen" so stark in den Vordergrund stellst, wirkt es so, als hätte Eli einen Sehschaden. Kinder nutzen Metaphern, ganz klar, aber solche, wenn es um Demenz geht? Sind Kinder nicht viel konkreter als Erwachsene? Ein Loch im Himmel ... hmmm ... als ein "Loch" im Kopf? Okay, möglich ... alles ist möglich.

Aber hier kommt weniger die Mutter ins Spiel - einfach weil Eli alles beherrscht und das weit über dieses "konsequent aus der Sicht des Kindes". Wenn er auf dem Hügel sitzt, um Wache zu halten und sich mit einem Stock bewaffnet, um gegen das Loch am "Himmel" zu kämpfen, dann lenkst du den Leser in eine für dich vollkommen falsche Richtung, würde ich sagen. Und zuvor beschreibst du seine Knie, wenn ich mich erinnere, mit Pflastern verklebt ... ganz normal, aber's könnte doch auch ein Hinweis darauf sein, dass er seine Sehkraft verliert.

Wie man es dreht und wendet - ich finde es toll, dass du dich mit der Frage auseinandersetzt, wie ein Kind eine Krankheit, ob nun an sich selbst oder einem Familienmitglied erfährt und wie es damit umgeht.

LG
KT

Antwort von memoirst am 24.04.2021 | 16:26 Uhr
und hallo nochmal!

oh, alles gut, ich empfange kritik mit offenen armen! (:
der einwand ist auf jeden fall berechtigt - ich habe gar nicht darüber nachgedacht, dass allein der wettbewerbsprompt einen so großen fokus auf 'sehen' legt, dass es in der kombination mit der story idee zu der interpretation der erblindung führen kann. aber natürlich hast du vollkommen recht, dass das augenmerk so auf eli und auf seinem 'kampf' gegen das loch liegt, dass die mutter in den hintergrund gedrängt wird.
hätte ich ihr eine größere rolle zugewesen, wäre mir der 'plot twist' (da fällt mir gerade kein besseres wort ein) ein wenig zu offensichtlich vorgekommen, aber deinen einwand kann ich auf jeden fall nachvollziehen!

dass du die pflaster ansprichst, finde ich besonders interessant - das war nur so ein wegwerf-detail für mich, aber unterstützt natürlich im nachhinein die these, dass eli erblindet, umso mehr.

vielen dank für das feedback, das werde ich mir auf jeden fall beim nächsten mal zu herzen nehmen! (:
wir lesen uns!
mfg memo
24.04.2021 | 10:10 Uhr
Hi,

nachdem ich den Text gestern schon direkt beim Alert gelesen und heute erstmal die anderen beiden Reviews gestalkt habe, versuche ich jetzt auch noch selber eins auf die Reihe zu bekommen.
Allein schon um dir zu sagen, dass ich das Loch im Himmel rein metaphorisch aufgefasst habe und es auch so verstanden habe, dass die Mutter im Krankenhaus liegt (dass es spezifisch Demenz ist habe ich jetzt nicht unbedingt rausgelesen, aber ich fand 'letztes Mal hat sie mich Tom genannt' schon recht eindeutig, also dass man eine Ahnung bekommt, was los ist). Drum hab ich auch erstmal sehr gestutzt, als im anderen Review von Blindheit gesprochen wurde und hab mich gefragt, ob ich einen entscheidenden Hint überlesen habe - und war von deiner Antwort sehr beruhigt xD

Geschrieben ist es natürlich mal wieder großartig. Besonders beeindruckend, weil es eine Kinderperspektive ist. Man sollte meinen, so schwer ist das nicht, wir waren schließlich alle mal Kinder, aber in Realität sitze ich dann immer so da "vier... sieben... wo ist der Unterschied? ...nein ernsthaft, wo?" :'D

Also ja, ich wünsche dir viel Erfolg beim Wettbewerb^^
lg
Flä

Antwort von memoirst am 24.04.2021 | 16:06 Uhr
hallöle!

jaa, das kommt davon, wenn man ~mysterious~ sein will und das kind nicht beim namen nennt haha

aber puh, das beruhigt mich schon mal, dass du die sache mit der mutter herauslesen konntest, liebe flä ! (:

vielen herzlichen dank für die schöne rückmeldung <3
ich hab mit kinderperspektiven auch so meine problemchen, nicht zuletzt, weil sie sich in der art, wie die welt wahrgenommen wird, so stark von erwachsenen personen abgrenzen, denen nun mal andere dinge auffallen (beziehungsweise wieder andere dinge entfallen).
juuuup, welches alter schreibtechnisch für welches verhalten angemessen ist (gerade in dieser entwicklungsphase, in der es ja auch schlag auf schlag gehen kann), ist auch so eine sache, mit der ich hart am strugglen bin lmao

wir lesen uns!
mfg memo
Karl Taube (anonymer Benutzer)
24.04.2021 | 00:34 Uhr
Hallo,

mit Neugier warte ich auf die anderen Texte - und da deiner nun hier erschien, musste ich ihn auch sofort lesen.
Ich danke dir für diesen Text: er berührt mich persönlich und er ist gleichzeitig, wenn ich das überhaupt beurteilen kann, eine sehr gute Vorlage für ein Kinderbuch. :-)

Aber das Loch, von dem du schreibst und das Eli sieht, das ist überall, nicht nur am Himmel. Ich weiß nicht, warum es bei dir nur am Himmel ist, auch den Vater "frisst" es, wenn Eli ihn betrachtet. Entgeht mir da etwas? Gut, schaut man in eine Lichtquelle, treten Sehschäden deutlicher hervor. Meintest du das? Oder habe ich eine Metapher übersehen?

Den Zwinkertest, den kenne ich auch ... :-)

Und für mich fühlt sich das "Loch" oder eher die (kleinen) "Löcher" wie das Nichts aus Endes Roman "Die Unendliche Geschichte" an. Aber das nur als Randbemerkung, als Erklärung dafür, dass mich diese Geschichte eben persönlich berührt.

Warum habe ich zunächst geschrieben, dass diese Geschichte sich als Kinderbuchvorlage eigne? Nun, weil du konsequent aus der Sicht eines Kindes erzählst. Da ist Elis Kämpferherz, da ist der Speer, der helfen soll. Da ist aber auch der Vater, der darauf eingeht - liebevoll, einfühlend. Er weiß um Elis Schicksal, das spürt Eli, spürt es bei allen - und doch will er kämpfen, glaubt an seinen Heldenkampf. Gerade dieses von Verzweiflung und Wut getragene Wanken zwischen Ahnung und dem Willen, dieses "Monstrum" aus eigener Kraft zu besiegen, ist dir wunderbar gelungen. Ja, Kinder spüren sehr viel, sie sind sensibel für feinste Regungen und Andeutungen, für Blicke, Berührungen, die sich ändern, wenn die anderen etwas wissen, was sie vorm Kind verbergen wollen.

Ich habe leider den Fehler gemacht, zuerst das erste Review zu lesen. So wusste ich um Elis Schicksal und bin die Geschichte nicht frei angegangen. Sei's drum.

Du hast eine sehr metaphernreiche, bildhafte Sprache und mehr noch als das, kommen Elis Emotionen durch sie wunderbar zum Ausdruck. Hier ein Beispiel:

"Erneut Stille.
Im aufkommenden Wind lieferten sich pfeifende Grashalme und zirpende Zikaden eine Konzertschlacht. Der würzige Geruch nach Wildblumen löschte alles andere aus und er sog den Duft so tief ein, dass es in der Nase schmerzte.
Kein scharfes Desinfektionsmittel, kein Kantinenessen. Nicht hier, nicht auf dem Hügel."

Da spürt mein als Leser seine Anspannung, seine Wut - mehr als wenn du sie nur "benennst".

Insgesamt eine sehr gelungene, berührende Geschichte, die, ich wiederhole mich, konsequent aus Elis Sicht geschrieben wurde. Gerade das macht ihren besonderen Reiz aus.

Nur eines noch: Er liegt im KH und kämpft dort einen anderen Kampf, als er sich erträumt hat - wird er ihn vielleicht doch gewinnen? Oder geht es unentschieden aus? Man weiß es nicht, aber eines weiß ich - neben der Zahlensymbolik, die toll gewählt ist - , dass "Eli" "mein Gott" heißt. Aber ich hoffe nicht, dass die Familie ihn anrufen und flehen muss. Ich hoffe, dass sie ihm wird danken dürfen.

In diesem Sinne, alles Gute und viel Glück!

LG
KT

Antwort von memoirst am 24.04.2021 | 09:46 Uhr
morgen!

ah, da kann ich mich nur anschließen, ich freue mich auch schon unglaublich, in einer freien minute die wettbewerbsbeiträge zu durchforsten! 'für andere unsichtbar' ist der erste wettbewerb, bei dem ich mitgeschrieben habe, und dann sind es direkt so viele teilnehmer (mit namen, die ich definitiv wiedererkenne o.o) haha
vielen lieben dank! 'eine vorlage für ein kinderbuch' - abwegige gedanken, auf die du mich gerade bringst :D die kinderperspektive ist normalerweise eine, die ich beim schreiben meide, also war dieser ganze beitrag irgendwie ziemlich außerhalb meiner comfort zone. deshalb freut es mich umso mehr, dass er dir gefällt! (:

ich sehe, du hast shinjus review gelesen :D interessant, wie ihr beide erblinden/sehschäden aus dem text herauslest (übrigens ein super starker gedankenstoß für eine eigenständige geschichte), und ich würde dir absolut zustimmen, dass sich das loch in dem fall nicht auf den himmel beschränken würde.

zumindest nachdem, wie ich es angedacht habe - again, death of the author, alle anderen interpretationen sind selbstredend auch vollkommen angemessen- ist eli nicht derjenige, der in der geschichte von einer krankheit betroffen ist.
die referenz zum desinfektionsmittel und dem kantinenessen, 'wenn mama nach hause kommt', 'sie fragt nach dir' und schließlich 'letztes mal hat sie mich tom genannt' sollte darauf hindeuten, dass es elis mutter ist, die im krankenhaus liegt. ich habe mich ein wenig mit früheinsetzender demenz beschäftigt und nachdem ich einen erfahrungsbericht einer angehörigen person gelesen habe, in dem er/sie demenz mit 'den löchern in einem schweizer käse' gleichgesetzt hat, sind bei mir irgendwie die räderchen angesprungen.

was die metapher angeht, soll das loch im himmel, das ja auch immer größer wird und die verschiedensten dinge schluckt, mit dem loch gleichgesetzt werden, dass sich langsam in dem kopf von elis mutter auftut (der satz hier ist mir gerade ein bisschen ungeschickt geraten, aber ich hoffe du verstehst, was ich damit sagen will? :D).
weil eli nicht damit umgehen kann, projiziert er dieses 'loch' in den himmel, wo es für ihn richtig gestalt annimmt. aber weil es eben seiner fantasie entspringt, kann es niemand sonst sehen.

okay, die 'erklärung' ist mir jetzt ziemlich lang geraten und ich will nur noch mal betonen, dass die interpretation selbstverständlich beim leser liegt, aber ich wollte es nur noch mal geschrieben haben haha

vielen lieben dank für das ausführliche review! <3
ich hab mich wirklich sehr gefreut, die rückmeldung zu lesen - und besonders musste ich irgendwie über den letzten abschnitt grinsen, weil mir die namensbedeutung von 'eli' gar nicht bewusst war :D

wir lesen uns!
mfg memo
23.04.2021 | 22:01 Uhr
Hallihallo!

ERSTE ERSTE ERSTE!
Wollte nur mal sagen, dass dieser Text mal wieder wie nahezu alles von dir pefekt ist.

Ich mochte den Text sehr aus verschiedenen Gründen. Also erstmal ist Eli ein super süßer Charakter und ich fand es interessant mehr oder weniger mal aus der Sicht eines Kindes zu lesen.
Immer wieder kam die Überlegung auf inwiefern das jetzt einfach nur ein Hirngespinst ist. Aber als das dann im Laufe des Textes klar wurde, dass Eli langsam erblindet, wurde das umso tragischer. Vor allem weil ich mir immer so einen Papa gewünscht hätte, der mit mir zusammen meine Ängste bekämpft, auch wenn er sich nicht sehen kann (so buchstäblich wie hier).

Das besondere an dem Text ist die paradoxe Wärme, die er einem gibt.
Das Gefühl, dass alles gut wird, weil der Papa da ist.
An sich ist die Geschichte zwar eher traurig, da es um schlimme Schicksalsschläge geht, aber ich kann nicht anders als Freude beim Lesen zu erfinden.
Daher finde ich du hast mal wieder die Königsdisziplin des Schreibens gemeistert: Emotionen bei den Lesern erzeugen. Und ich kann dir ziemlich sicher sagen, dass das nicht nur mir so geht.


Wie du die Gefühle des Kindes und des Vaters beschreibst, die Umstände und auch am Ende die Auflösung gibst ist einfach wundervoll.
Und außerdem wieder größten Respekt, dass du all das mit so einer minimalen Anzahl an Worten schaffst!
Jedes Wort in diesem Text ist wie ein Brilliant in einem Ring. Geschliffen bis zur Perfektion und an genau der richtigen Stelle.
Dem gibt es nichts mehr hinzuzufügen.

Stay awesome!

Shinju~~

Antwort von memoirst am 24.04.2021 | 09:25 Uhr
hello hello!

nachdem du hier gestern hingesprintet bist, hätte es mich auch gewundert, wenn du nicht erste gewesen wärst :D

vielen lieben dank für dein review! <3
ich war ja erst kurz stutzig, weil mir die lesensweise, dass eli erblindet ist, beim schreiben gar nicht in den sinn gekommen ist - aber als ich nochmal drübergelesen hab, ist die interpretation auch eine wirklich sehr interessante!
du liegst (danach, wie ich es angedacht habe, fyw, alles andere ist natürlich auch vollkommen valid) absolut richtig, was schicksalsschläge angeht - nur ist eli nicht der betroffene.
mit dem loch als metapher und den textstellen wie 'wenn mama nach hause kommt', 'sie fragt nach dir' und 'letztes mal hat sie mich tom genannt', wollte ich über früh einsetzende demenz schreiben, von der elis mutter betroffen ist! während da ein loch im himmel ist, das größer wird, ist da eben noch woanders ein loch, das sich ebenfalls weiter vorfrisst.

so oder so, ich mag deine interpretation auch sehr, sehr gerne - und solange wir beide bei 'trauer' gelandet sind, hab ich meine prämisse nicht ganz verfehlt lmao

ach shinjuu, so viele liebe worte hier <3 (ich antworte irgendwie nie angemessen darauf, weil a) ich mich in jedem zweiten satz wiederholen würde und b) ich ein emotionally-stunted idiot bin, aber das wissen wir ja :D<3)
trotzdem, sei dir sicher, dass du mich damit absolut zum strahlen gebracht hast! (ノ∀`♥)

ganz viel liebe, wir lesen uns <3
mfg memo
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