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Autor: Crazy Kenny
Reviews 1 bis 8 (von 8 insgesamt):
21.04.2021 | 23:33 Uhr
Hallo Kenny
Ist natürlich eine gewisse Ironie darin das Japan letztlich hier Perry nacheifert und eine vergleichbare Taktik fährt. Wobei ich mich dann aber doch frage wie viel Macht die Chinesen und Russen in dem Gebiet wirklich haben. Für Russland liegen ihre Kerngebiete eine halbe Welt entfernt und war China nicht schon im großen und ganzen ein Papiertieger zu dem Zeitpunkt?
LG Anedon

Antwort von Crazy Kenny am 22.04.2021 | 00:21 Uhr
Vergiss nicht dass es mit Japans Industrialisieurng in den 1870ern auch noch nicht so weit her war. Die Briten und Franzosen oder auch Amerikaner haben damals immer noch mehr belächelt was die Japaner im Vergleich zu ihren eigenen Nationen hatten. In der Tat waren die meisten Waffen, Schiffe, usw. des japanischen Militärs in den 1870ern immer noch in Europa eingekauft. So schnell ging das mit der Modernsierung auch in Japan nicht. Die Chinesen und Russen versuchten damals auch das Gleiche. Waffen und Militärberater waren stets die ersten Sachen, die man sich aus den "modernen Nationen" einkaufte, auch wenn es sonst mit progressiven Reformen dort nicht gerade Fortschritte machte.


Intressanterweise haben die Russen in der Mitte des 19. Jahrhunderts ihre Kolonisierungsbemühungen im fernen Osten vielmehr intensiviert. So wurde die vormals chinesische Äußere Mandschurei erst in den 1850ern durch Russland annektiert und Wladiwostok erst in den 1860ern gegründet, jedoch bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts zum wichtigsten Pazifikhafen des Zarenreiches ausgebaut, auch dank der intensiven Ansiedlung zahlreicher russischer und ukrainischer Kolonisten.


Und China war auch in den 1890er Jahren immer noch nach Maßstäben von Japan eine so starke Regionalmacht (mehr Leute, mehr Land, mehr Ressourcen), dass der erste Sino-Japanische Krieg eine echte Feuerprobe für das japanische Militär war und in der Tat erst nach diesem Krieg offiziell Korea aus der chinesischen Hegemonie entlassen wurde. Es hatte schon Gründe, warum selbt die Briten das chinesische Binnenland nie zur Kolonie machen konnten.

Sogar zu Beginn des 20. Jahrhundert war Russland im Russisch-Japanischen Krieg zumindest auf dem Papier stärker als Japan, der japansiche Sieg überraschte die ganze Welt und letzlich war die Verlust-Gewinn-Bilanz für die japanische Seite derart negativ, dass es im damaligen Japan in der Öffentlichkeit mehr als Niederlage denn als Gewinn aufgefasst wurde. So viele Tote und Verwundete wie in keinem Krieg zuvor, dazu eine jahrelange Wirtschaftskrise, aber keine Reparationszahungen oder offizielle Gebietsgewinne von Bedeutung.

https://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/UsefulNotes/RussoJapaneseWar

Darum versuche ich in dieser Story eben historische Details abzudecken, um die gänigen populären Irrtümer über die damalige Situation zu vermeiden.

MfG
Kenny
18.04.2021 | 17:15 Uhr
Hallo Kenny
Ah ja das Koreanische Kaiserreich, ich vermute mal hier könnte die Kaiserrin ihre Ermordung überleben(bzw diese gar nicht erst stattfinden) und der Kaiser später auch nicht innerhalb einer halben Stunde krankwerden und sterben?
Zu der Sache mit den Preußen dass macht auf jedenfalls Sinn sicher hier nicht zu sehr an denen orientieren zu wollen, wobei es mir auch bauschmerzen bereitet wie diese Narrative teils dazu benutzt wird den Deutschen bzw dem Deutschen Einfluss die ganzen Verbrechen der Japaner in China in die Schuhe zu schieben.
LG Anedon

Antwort von Crazy Kenny am 18.04.2021 | 19:22 Uhr
Danke erstmal für dein Review.
Also ich denke dass ich schon betont habe, wie wichtig es ist dass ich allgemein verschiedene Dinge an der japanischen Kultur ändern.
Plus, es war schon ein wichtiger Faktor im japanischen Miltarismus, dass Armee und Marine effektiv keinerlei zivile Aufsicht hatten und daher die Außenpolitik zunehmend mehr mit bestimmten.
Etwa dass während der Korea-Frage das Militär klar auf Annektion drängte, während Politiker wie Itō Hirobumi zumindest der Form halber Korea anfangs noch unabhängig halten wollten.
Und dieses Konzept des Generalstab ohne wirksame Machtbeschränkungen war nun mal explizit vom preußischen System übernommen worden.
Gerade nach den ganzen Samurai-Kapiteln finde ich schon dass ich die damaligen Probleme in Japans Gesellschaft ausreichend anspreche, aber dem Militär in der neuen Meiji-Verfassung von Anfang an klarere Grenzen zu setzen finde ich schon einen wichtigenPunkt für ein glaubhaft politisch und sozial liberaleres Japan.

MfG
Kenny
13.04.2021 | 23:42 Uhr
Hallo Kenny
Man hat hier defintiv dass Gefühl das Ryukyu hier in Sachen eigenständigkeit doch viel früher weiter ist als sie es, zumindest in Teilen, Heutzutage in unserer Welt sind. Zumindest soweit ich es verstehe.
LG Anedon

Antwort von Crazy Kenny am 13.04.2021 | 23:47 Uhr
Ja, das ist die Absicht.
Nicht nur im Bezug auf China und Russland sondern auch auf Japan sollen hier mal jene Völker und Regionen beachtet werden, die man im Westen so gerne vergisst/ignoriert.
MfG
Kenny
13.04.2021 | 16:12 Uhr
SHIROYAAAMAAA!!/s

Aber ernsthaft, es wird erschreckend oft von der modernen Popkultur übersehen dass unser guter Saigo unter Anderem für das Recht kämpfte, "respektlosen" Bauern den Kopf abschneiden zu dürfen.

Antwort von Crazy Kenny am 13.04.2021 | 22:55 Uhr
Danke für dein Review.
Ja, der Hollywood-Film "Last Samurai" ist für mich einer der schlimmsten Fälle von Geschichts-Revisionismus überhaupt, aber zumindest in diesem Fall haben offenbar auch viele moderne Japaner ähnliche Ansichten darüber dass die Kriege-Aristos in ihrem Elitismus doch nur die Seele von Japan hatten schützen wollen.
10.04.2021 | 22:30 Uhr
Hallo Kenny
Hier wird jetzt auch von der Chinesischen Monachie gesprochen? Also doch ein Versuch der Rettung der Qing durch Reform? Wäre zumindest mal etwas anderes als eine von Japan Unterstützte Republick China.
LG Anedon
08.04.2021 | 17:19 Uhr
Hallo Kenny
Stimmt die Tokugawa konnten sich ja auch in der OTL noch ganz gut über Wasser halten auch nach ihrem Fall. Mit Takamori hätte ich schon fast erwartet dass du es so hindrehst dass er seinen "Martyrertod" nicht bekommt sondern irgendwie festgesetzt und daher keine so große Ikone wird.
LG Anedon

Antwort von Crazy Kenny am 08.04.2021 | 21:33 Uhr
Tja, ich verrate noch nicht zu viel, aber wie angedeutet lebt Ōkubo Toshimichi hier länger und hat nun einen persönlichen Grund die ganze Samurai-Romantik zu demontieren.

MfG
Kenny
06.04.2021 | 22:09 Uhr
Hallo Kenny
Tja das ist wohl die ironie des Schiksals das die Tokugawa mit dem Frieden den sie bringen sich letztlich selbst abschaffen... Macht schon Sinn dass sie sich letztlich nicht an der Macht halten können, bzw zumindest nicht ohne dass ganze System zu reformieren.
LG Anedon

Antwort von Crazy Kenny am 08.04.2021 | 00:17 Uhr
Danke für dein Review.
Wie gesagt, ich wollte betont auf klischeehafte Samurai-Schwärmereien verzichten.
Der ehrenvolle Superschwertkämpfer hat in dieser Form real nie existiert und im Zeitalter der Feuerwaffen wird da eh nix anderes draus als die berühmte Szene aus "Indiana Jones".
https://www.youtube.com/watch?v=vdnA-ESWcPs
Gerade ja auch weil die Japanische Armee OTL in den 1930ern und 1940ern so verquast-verklärtes Selbstbild als moderne Samurai hatte, will ich mal ein Setting wo die Reformer mit diesem Unsinn rechtzeitig Schluss machen.
05.04.2021 | 12:14 Uhr
Hallo Kenny
Fängst ja schon mit der story an wie ich sehe, bin gespannt wie sich dass noch entwickelt. Und auch wie sich dieses andere Japan dann wiederum auf den Rest der Welt auswirken wird. Wobei ich auch, bei dem Setup hier im ersten Kapitel mich frage wie wohl ein Japan ausgesehen hätte indem das Shogunat sich weiterhin gegenüber dem Kaiser durchgesetzt hätte.
LG Anedon

Antwort von Crazy Kenny am 05.04.2021 | 18:15 Uhr
Ja, ich dachte ich fange schon mal mit den allgemeinen Umständen von Japan vor Meiji an.
Die Idee von einem überlebenden Shogunat habe ich schon anderswo gelesen, aber irgendwie kamen das nie überzeugende Ideen wie der Shogun das Vier-Stände-System hätte refomieren können ohne seine eigene Machtbasis abzusägen. Das Shogunat basierte auf der Herrschaft der Samurai und eben diese waren mehrheitlich nicht bereit freiwillig kürzer zu treten.
Ich mache dazu noch ein Extra-Kapitel.
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