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Autor: Deidara-
Reviews 1 bis 2 (von 2 insgesamt):
LeTroupeau (anonymer Benutzer)
02.03.2021 | 13:22 Uhr
Huhu! :) Dachte ich schaue nochmal rein.
Super, dass du es direkt nochmal überarbeitet hast, ich finde, es liest sich an vielen Stellen jetzt bereits viel flüssiger.

Aber oh-oh, jetzt bist du etwas mit den Zeiten durcheinander geraten.
Schauen wir mal:

Im zweiten Absatz heißt es: "Später im 13. Jahrhundert" - ergo spielt unsere Geschichte wohl vor 1200, das deckt sich aber nun nicht mit der Pest die ja im Spätmittelalter zu verordnen ist.
Vielleicht ist es aber auch nur unglücklich formuliert und es bezieht sich nicht auf den Zeitraum, in welchem die Handlung angesiedelt ist, sondern lediglich auf die Hexenverfolgung.
Dennoch zählt auch das 13. Jahrhundert zum Hochmittelalter, wobei du im vorausgehenden Satz schreibst, dass in diesem nicht direkt Hexen verfolgt wurden.
Im Rahmen der Inquisition wurde sich auch primär mit Heterodoxie auseinandergesetzt und weniger mit Hexerei, wobei ich nicht ausschließen möchte, dass Letztere mit darunter fallen konnte.
Dennoch scheinen dir hier ein paar Fakten durcheinander geraten zu sein.
Das die europäische Hexenverfolgung ihr Hoch im Mittelalter fand, ist im übrigen ein weit verbreiteter Aberglaube - Tatsächlich lässt sich dieses dunkle Menschheitskapitel in der Neuzeit-Epoche verordnen.

Soviel dazu.
Bei der Queen Elizabeth habe ich etwas schmunzeln müssen, verzeih mir. - Da bist du dann plötzlich nochmal ein paar Jahrhunderte weitergesprungen.
Es bleibt dabei, dass der mittelalterliche Mensch sich nicht schminkte, Standesunabhängig, meint: Auch Adel schminkte sich nicht.

Vielleicht schaust du nochmal drüber :)
Ich für meinen Teil bin kein Historiker und dennoch sind mir jetzt auf Anhieb einige Sachen ins Auge gesprungen.
Ich kann mir gut vorstellen, dass jemand vom Fach da noch durchaus mehr findet. - Wo ich dir im übrigen nur den Rat geben könnte, dir ggf. jemanden zu suchen von dem du weißt, dass er sich auskennt und ihn um sein/ihre Hilfe anzuhalten.
Vielleicht erbarmt sich ja ein/e freundliche/e Geschichts-Student*in, oder sonst wer sehr Belesenes.

Gerade bei historischen Romanen ist es oft gut, wenn jemand drüber liest, der auch generell in der Richtung unterwegs ist.

Alles Gute weiterhin, bleib gesund! :)

Antwort von Deidara- am 02.03.2021 | 13:30 Uhr
Hey, danke nochmals für deine Rückmeldung.

Ich springe ganz bewusst im (Zeitalter) hin und her, denn Eric ist aus dem 21. Jahrhundert und daher denkt er in viele Zeitalter rein.
Ich dachte eigentlich, das wäre verständlich, da ja auch seine Kleidung nicht zum Mittelalter passt und das denken über Bücher und Filme und das er daraus die Folter kennt.

ich setz mich aber nochmal ran und guck, wie und ob ich das nochmals verständlicher hereinbringen kann, damit man nicht bis zum Ende im Dunkeln tappt und sich immer wieder fragt, ob der Autor hinter dem Text nicht ganz sauber ist.

LG Deidara
LeTroupeau (anonymer Benutzer)
19.02.2021 | 12:26 Uhr
Hallo Deidara :)

Von deinem Text habe ich mir jetzt das erste Kapitel durchgelesen und ich muss schon sagen, dass ist eine sehr mutige Unternehmung, die du da wagst!
Von dem was ich dem bislang entnehmen konnte, entstammt Eric also dem 21. Jahrhundert und ist auf mysteriöse Weise im Mittelalter gestrandet. Noch weiß man nicht, in welchem Zeitraum genau, aber da du die Pest einbringst behaupte ich frech, es ist das Spätmittelalter.
Eine spannende Ausgangsidee wie ich finde, die definitiv ganz viel Potenzial mitbringt und daher bin ich sehr gespannt, wie Erics Abenteuer sich im Detail gestalten wird.
In diesem Sinne freue ich mich bereits an dieser Stelle auf die Fortführung, da ich die Idee als sehr ansprechend empfinde.

Soviel dazu.
Allerdings finden sich hier und da auch ein paar Ungereimtheiten, sowohl was das Sprachliche, als auch das Historische betrifft.

Dazu habe ich dir ein paar Beispiele rausgesucht, damit du auch weißt, auf welche Stellen genau ich mich beziehe:

Direkt im ersten Satz bereits hätten wir:

"Eingesperrt in einem Loch was sie Kerker nennen." - Finde ich persönlich sehr unschön, abgesehen davon, dass hier meinem Empfinden nach ein Komma fehlt, ist "was" ein Fragewort, dass an dieser Stelle eher alltagssprachlich anmutet und im schrifftlichen einen unpassenden Eindruch hinterlässt.
Besser wäre:

"Eingesperrt in einem Loch, das sie Kerker nennen." - Finde ich hierfür persönlich eloquenter :)

"Arbeiten kann ich nicht mehr und mich erwartet ohnehin der Tod." - Hier fände ich es angemessen, dass Wort "und" durch "aber" zu ersetzten, um den Kern des Satzes besser zu vermitteln.

Das waren jetzt zwei beliebige Beispiele, solcherlei findet sich immer mal wieder hier und da - Im Grunde nichts Wildes, dennoch würde ich für meinen Teil drübergehen, um dem Text so den letzten Schliff zu verpassen.


Nun kommen wir zum Inhaltlichen.

Dazu hatte ich mich ja bereits in der Einleitung geäußert und hoffe, die Szenerie des "Zeitreisenden" richtig interpretiert zu haben.
Was mich direkt wunderte: Eric scheint aus dem modernen Zeitalter zu stammen und hat es sich nun zur Aufgabe gemacht die Pest zu verhindern?
Das scheint mir seltsam, denn jeder, der sich mit der Thematik entsprechend auseiander gesetzt hat weiß doch aber nun, dass man die Pest als bakterielle Infektion mit Antibiotika hätte behandeln müssen - Wie stellt sich Eric das denn vor? Selbst als Arzt, oder Pharmazeutiker wäre sowas wohl zur damaligen Zeit unmöglich gewesen.
Zudem verfügten mittelalterliche Hochburgen, im speziellen also Großstädte, über kein ausgeklügeltes Hygienesystem - Hierfür hätte man beispielsweise ein funktionierendes Abwassersystem benötigt, doch - Hausanschlüsse - unter anderem kamen, im großen Umfang, erst Ende des 19. Jahrhundert. Bis dahin kam es auf Grund der dürftigen Hygienestandards immer wieder zu Seuchen, Pandemien und Epidemien und auch diesen waren die Menschen im Grunde schutzlos ausgeliefert, mit dem einzigen Unterschied, dass das Medizinwissen zumindest ein Stückchen weiter war.

Die Pest verhindern stelle ich mir also selbst für einen begnadeten Arzt, Chemiker, oder Stadtarchitekten als eine große Herausforderung vor, mehr gesagt, wäre das wohl ein Ding der Unmöglichkeit.

Man hat es ja auch mit einer ganz anderen Mentalität zu tun, das zum Zweiten. Daher finde ich es persönlich sehr unglücklich, dass Eric die Menschen des Mittelalters mehrere Male als "dumm" betitelt. Nicht nur, dass ihn das als Hauptperson bereits im ersten Kapitel extrem unsympathisch und arrogant erscheinen lässt, es wird der Faktenlage auch einfach nicht gerecht.
Die Menschen waren im Grunde nicht dümmer, oder klüger, als heute, sie waren einfach ungebildet, da ihnen, wie allseits bekannt, der Weg zur Bildung in den meisten Fällen nicht offen stand.
Und die Bildungsgrundlage fiel ebenfalls entsprechend dürftig aus.
Je nachdem, wie du Eric gestalten möchtest, würde ich in dieser Hinsicht vielleicht Änderungen vornehmen, denn durch solche Aussagen erscheint er nicht nur trotzig und unfreundlich, sondern zudem naiv, auf Grund dessen, da er offenbar die Lage nur sehr einsichtig zu betrachten scheint.

Zur Person an sich muss ich sagen, dass mir doch einiges gefehlt hat - Das erste Kapitel widmet sich mehr der detailreichen Beschreibung der "Birne" einer Foltermethode - Eric lernen wir lediglich im letzten Absatz etwas genauer kennen und er scheint ja offenbar der Protagonist zu sein.
Das halte ich persönlich für schwierig, würde den Fokus daher eher bei der Figur lassen, vielleicht mit einem inneren Monolog arbeiten, so ganz allein im Kerker hat man ja auch recht viel Zeit zum nachdenken.
So liest sich der Mittelteil eher wie ein wikipedia-Artikel, was für das Einstiegskapitel äußerst ungünstig ist.
Gerade hier ist es universal notwendig, dass der Leser direkt einen Bezug zu Eric herstellen kann, an seiner Geschichte interessiert ist, sich fragt was passiert und auch ein Stück weit einen Einblick in die Figur selbst erhält.
Ich habe zwar etwas über mittelalterliche Foltermethoden lernen dürfen, aber außer dass Eric sich gerne schminkt und blond gefärbte Haare hat, weiß ich noch nichts über ihn.

Und somit zum Letzten und damit schließe ich dann auch:
Auch der mittelalterliche Adel hat sich nicht geschminkt - Kosmetik, egal in welcher Form, ebenso der alleinige Kontakt zu jemandem, der Kosmetikprodukte herstellte, reichte zur damaligen Zeit bereits aus, als Hexe angeklagt zu werden - Es wurde verstanden als Verachtung des göttlichen Schöpfungsakt und unter anderem als teuflische Liebeszauber-Nutzung, was nach damaligem Recht als Hochverrat galt.
Der sich schminkende Adel kehrte mit Anburch der Neuzeit dann wieder zurück, wo eine erneute Assimilation an die antiken Ideale und Lebensweise im Zuge der Aufklräungsepoche stattfand.

Das sind die kleinen Details an denen sich schnell deutlich macht, wieviel Zeit der Autor unter anderem in die Recherche gesteckt hat, daher würde ich demensprechend ebenso nochmal auf die historische Faktenlage schauen, damit solche Fauxpas in Zukunft ausbleiben :)


Das war nun doch etwas mehr Kritik, ich hoffe, du nimmst es mir nicht weiter krum - Im Groben gefällt mir die Idee hinter deinem Werk sehr gut, weswegen ich mich auf weitere Kapitel freue und hoffe daher, dass es bald weitergeht!

Grüße

LeTroupeau

Antwort von Deidara- am 19.02.2021 | 18:44 Uhr
Wow, ich in platt. So viel Kritik aber diese nehme ich sehr gerne an und setz mich die Tage nochmals dran, da mir zwei Sachen im Nachhinein auch noch aufgefallen sind.

Das Thema schminken im Adel und ebenso die Hexenprozesse, die zeitgleich in Europa mit der Pest nicht ganz zusammenpassen.

Aber ja, Eric stammt aus dem Jahre 2021 und macht somit eine Zeitreise? Wer weiß, immerhin stehen wir erst am Anfang und deine Kritik hat auf jeden Fall ein paar Punkte, wo ich nochmal gucken muss und die Sätze umschreibe. Besonders bei den Foltermethoden, immerhin soll es ja kein Aufsatz sein, sondern Lust auf mehr machen und da bedarf es noch ein paar kleiner Änderungen und Erklärungen. Das Zeitalter aber habe ich bewusst noch nicht angesprochen, da ich darauf eingehen möchte, wenn er Tag zwei durchlebt. Ich denke aber, ich hätte es nicht wirklich getan, hättest du nicht danach gefragt.

Ein bisschen Arbeit stecke ich jetzt noch zusätzlich in dieses Kapitel, gehe nochmal auf das Thema Schminke und Adel ein und auch, dass die typischen Hexenprozesse nicht zusammen mit der Pest waren. Ich danke dir, dass du noch ein paar sehr wichtige Dinge angemerkt hast und mir damit mein Wochenende sinnvoll gestaltet hast. Gerne wieder im nächsten Kapitel, denn deine Kritik spornt mich gerade doch etwas an.

LG Deidara
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