Anzeigeoptionen  Review schreiben Regelverstoß melden Sortieren 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 
Autor: Karl Taube
Reviews 1 bis 2 (von 2 insgesamt):
04.03.2021 | 14:16 Uhr
Huhu Karl!

Auch einer meiner Lieblingsfilme aus Kindertagen... Er wird nur von 'Kai aus der Kiste' getoppt und von den ersten beiden Spuk-Serien.
Ich mochte den Film immer und hab ihn immer geschaut, wenn er lief, gab ja damals noch keinen Videorecorder und wehe, es holte mich ein Freund oder eine Freundin zum Spielen ab. Dann hab ich mich von meiner Mutter verleugnen lassen.

Schön, dass Du Rezensionen zu DDR-Kinder- und Jugendfilmen machst. Fehlt noch 'Ich liebe Victor'. Noch so ein Film, den ich immer wieder schauen könnte.

Bin mal gespannt, was Du noch so auskramst.

Sternchen gibts auf alle Fälle, schon alleine für die Idee...

Liebe Grüße
Tam

Antwort von Karl Taube am 04.03.2021 | 22:36 Uhr
Hallo TamSang!

Vielen Dank für deine Rückmeldung und, dass du mich an deinen Eindrücken hast teilhaben lassen.
Diese Kolumne richtet sich wohl an "uns", die wir die letzten Kinder in der DDR waren ... Die uns Nachfolgenden sind ja größtenteils schon nur noch mit den West-Kinderfilmen aufgewachsen.

Ich schreibe diese Kolumne, um mir darüber gewiss zu werden, woher ich komme, was meine Wurzeln sind. Ganz pathetisch gesprochen, denn im Grunde lagen meine Wurzeln bei ... Winnetou, den ich mir heute aber nicht mehr anschauen könnte. Bin da wohl rausgewachsen. Mir das bewusst zu machen, war schwer, tat auch ein bisschen weh.

Gut, ich hole aus. Ich will nicht zurück in die DDR, wohl aber will ich wissen, wie meine Heimat auf kulturellem Gebiet aussah, um dann auch ein besseres Rüstzeug in Diskussionen zu haben, wenn es wieder mal heißt: Die DDR war ja mal Scheiße! (ums auf gut Deutsch zu sagen)

Nun hast du mir da zwei Filme genannt, die ich hier leider nicht behandeln werde, weil es mir hier NUR um die DEFA-Filme geht. Also Produktionen, die das Fernsehen der DDR der DEFA in Auftrag gab, lasse ich weg. Leider. Aber irgendwo muss ich eine Grenze ziehen. Allerdings heisst das nicht, dass ich, sollte es mich überkommen, nicht auch über die Kinder- und Jugendfilme des Fernsehens der DDR schreiben werde ... ;-)

Die DDR war/ist in filmischer Hinsicht ein großes Wunderland - ich komme aus dem Staunen nicht mehr raus.

Als nächstes werde ich mir wohl Alfons Zitterbacke vornehmen, von Konrad Petzold aus dem Jahre 65. ;-))))
Mal schauen und dann wohl "Die Reise nach Sundevit" (Carow/1966), aber dazu will ich erst noch das Buch von Pludra lesen, damit ich einen Vergleich habe. Hab's zu DDR-Zeiten nie gelesen ... dafür Alfons Zitterbacke raus und runter ... mit dem lernten wir damals das Lesen.

Nochmals danke für deinen Kommentar!

VG
KT
02.02.2021 | 20:58 Uhr
Diese Geschichte ist eine wunderbare Hommage an die grossartigen Filme der DEFA. Denn auch ich bin wenn auch etwas später mit ihnen aufgewachsen. Zum ersten Mal bin ich mit der DEFA in den 90igern in Berührung gekommen, denn ich bin am 09.11.1989 geboren den Tag des Mauerfalls von Berlin von daher kenne ich leider die Kinderfilme der DEFA nicht aber sie hat auch Märchenfilme gedreht sowie wenn ich mich korrekt erinnere Westernfilme und auch wenn ich mich nicht irre Serien. Jedenfalls mein erster DEFA Film war der mit dem kleinen Muck. Einfach grossartig! Ich erinnere mich noch genau daran. Ich war noch jung so um die 12 13 oder war es noch jünger? Keine Ahnung. An dem Tag ich wohnte noch Zuhause bei meinen Eltern saß ich im Wohnzimmer vorm Fernseher und
schaltete auf der Suche nach etwas gescheiten durch die Programme, denn leider war das Fernsehangebot bereits schon in meiner Jugend dabei zu dem Blödsinn zu werden was es heute noch ist. Die Serien mit denen ich gross wurde wurden als ich älter wurde nahezu alle aus Jugendschutzgründen aus dem Programm geworfen, was ich sehr schade finde. Ich zappte also durch das ganze Angebot und blieb schliesslich bei einem Sender stehen. Ich weiß heute bedauerlicherweise nicht mehr welcher es war. MDR Rbb oder einer der anderen öffentlichen Rechtlichen? Naja egal. Nun ich beschloss zuerst auf den Videotext zu schauen um welchen Film es sich handelte. Es war die Geschichte des kleinen Muck. Ich schaltete zurück zur Handlung und dachte mir hier bleibst du erstmal und ich blieb auch. Und dann beim Abspann die Überraschung: zum einen ein Märchenfilm was für mich die schon als Kind mit Märchen aufwuchs nichts Neues ist zum anderen aber auch ein Film der DEFA. Zu diesem Zeitpunkt kannte ich die DEFA nicht, doch Die Geschichte vom kleinen Muck war da bereits zu einer meiner Lieblinge geworden. Jahre später ich war schon erwachsen war ich im Internet unterwegs und stieß dort auf einen Wikipedia Eintrag der DEFA. Da fiel mir wieder der kleine Muck ein. Ich gab den Titel in die Suchleiste ein und das Ergebnis riss mich im wahrsten Sinne des Wortes vom Hocker: ich hatte ohne dass ich es wusste mir einen DEFA Film angesehen. Auch wenn es die DEFA schon längst nicht mehr gibt sind ihre Filme sowie sofern mir mein Gedächtnis keinen Streich spielt Serien unvergessen und verzaubern bis heute ein Millionenpublikum, denn viele von ihnen gibt es entweder auf DVD oder kommen noch im Fernsehen zum Beispiel an Weihnachten oder zu Silvester. Deswegen bin ich dir sehr dankbar dafür dass du mit dieser Geschichte der DEFA ein Denkmal setzt und darum bitte mehr!!
LG
Ramona34
PS. Wenn du noch keine Ideen für eine weitere Geschichte hast wenn diese hier abgeschlossen ist. Wie wäre es denn mit einer über Märchenfilme der DDR ganz speziell der DEFA? Darüber würde mich sehr freuen. Denn da kenne ich noch mehr. Bitte, bitte!!
LG
Ramona34

Antwort von Karl Taube am 03.02.2021 | 14:38 Uhr
Hallo Ramona34!

Vielen Dank für deine Rückmeldung und deine Begeisterung, die du mit mir teilst. Ich freue mich darüber sehr.
Auch ich mag den "Kleinen Muck", habe ihn auch und bin ebenso wie du hingerissen von der Poesie des Films, aber auch von der Strahlkraft des Kleinen-Mucks-Darstellers, Thomas Schmidt, der ja leider schon gestorben ist. Ein bezauberndes Märchen!

Ich selbst bin ja nun ein wenig älter als du und eben noch zu DDR-Zeiten an DEFA-Kinderfilme herangekommen. Klar, die gabs ja IMMER im Kino und auch im Fernsehen - und hier ebenfalls die extra für den Fernsehfunk produzierten Filme. Ich sehe gerade, dass es ein weites, viel zu weites Feld ist ...! Jedenfalls lief mal der, mal jener, aber mich interessierten mehr die Indianer-Filme und um ehrlich zu sein, v.a. die um Winnetou. Die aus der DDR waren mir da nur ein billiger Abklatsch (Gojko Mitic nicht mein Typ), obwohl - und das muss ich betonen -, mich gerade "Der Scout" sehr beeindruckt hatte. Allerdings auch einer aus dem Westen: "Zwei gegen Tod und Teufel" (mit Hardy Krüger). Beide sah ich und würde sie mir wieder ansehen.

Worauf es mir mit dieser "Hommage", wie du es nennst - und vielen Dank dafür! -, ankommt, ist, einerseits den Alltag in der DDR zu erfassen, ihn zu rekonstruieren und vielleicht auch ein wenig mitzuerleben, andererseits aber auch das künstlerliche Schaffen einiger, mir sehr nahe stehender Regisseure, wie etwas Herrmann Zschoche, Helmut Dziuba, Rolf Losansky, nachzuverfolgen. Derzeit bin ich an Herrmann Zschoche dran, weil ich von ihm einfach am meisten Filme habe. Ich möchte diese Regisseure, die meines Erachtens gerade durch ihre kritischen Filme eine Alternative zu heutigen Kritikwilligen darstellen, eben weil sie die DDR aus sich selbst heraus begriffen, in den Mittelpunkt stellen, freilich ohne die Werke anderer Filmemacher zu unterminieren, denn ich stelle immer wieder fest, wie wenig ich im Grunde das Film-Land DDR kenne. Spannend ist, welche Themen angepackt und wie sie angegangen wurden.

Leider bin ich kein grosser Märchenfilm-Liebhaber - ich tue mich schon schwer mit den Traum- und Phantasie-Sequenzen in so manchem Kinderfilm, dabei ist es doch klar: Kinder träumen und phantasieren. Das tut Lütt Matten im gleichnamigen Film, das tut Anne in "Die dicke Tilla", das tut Daniel in "Der Drache Daniel". Ich mochte das noch nie - dabei ist es wohl eher die Art, wie diese Sequenzen erscheinen - teilweise überkünstlich, unecht. Was nun die Märchen anbelangt: zwar weiß ich, dass sie sehr gemocht werden, aber ich kann mich nicht daran erinnern, je eines gesehen zu haben - abgesehen vom "Kleinen Muck"! - und wenn doch, dann hat es keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Ganz anders meine Mutter, die "Das Feuerzeug" abgöttisch liebt. Ich lese Märchen lieber, als dass ich sie mir in Szene gesetzt ansehe. Vielleicht ein wenig zu vergleichen mit Harry Potter. Ich lese die Bücher lieber, als dass ich mir vorgeben lasse, wie Harry auszusehen hat, denn leider verhält es sich so, dass ich nun, da ich die Filme sah, MEINEN Harry Potter aus dem Gedächtnis verlor. Das soll die Strahlkraft der Märchen nicht unterminieren, es ist nur mein persönlicher Geschmack.

Mir kommt es, wie schon geschrieben, vorrangig auf die Darstellung des Alltags in der DDR an - das ganz normale Leben, das sich für ein Kind/einen Jugendlichen zwischen Schule, Pionieren, Freizeitaktivitäten und Elternhaus abspielte. Die Art der Darstellung dessen zum einen, zum anderen aber auch die Benennung und Verarbeitung von Problemen, wie etwa im Fall der "Dicken Tilla" das Mobbing oder im Fall von "Insel der Schwäne" der Umzug in ein Neubauviertel - und derer gibt es einige Filme, die sich gerade mit diesem Umzug und auch der Entwurzelung der Kinder beschäftigen. Dann haben wir noch "Moritz in der Littfasssäule", in dem es um die Frage geht, wie ein verträumtes Kind in einem vollkommen durchstrukturierten und auf Effizienz getrimmten Alltag bestehen kann.

Aber weisst du was? Wenn du dich so für die DEFA-Märchenfilme interessiert, warum schreibst du dann nicht über sie? Ich fände das toll und würde es sehr, sehr gerne lesen.

Danke für deinen Kommentar!

Herzliche Grüsse
KT

Ps.: Du schriebst ganz zu Anfang - hast es dann leider gelöscht -, dass du neulich einen Film über das Film-Studio für Spielfilme in Babelsberg gesehen habest? Stimmt das? Wenn ja, könntest du mir den Titel bitte nennen? Vielen Dank! :-)
Pps.: Es ist schon der Wahnsinn, an einem solchen Tag geboren worden zu sein - dieser 9.11. ist geschichtsträchtig, sehr sogar.
 Anzeigeoptionen  Review schreiben Regelverstoß melden Sortieren 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast