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Autor: Demelza
Reviews 1 bis 25 (von 42 insgesamt):
19.06.2021 | 10:00 Uhr
Hey,
natürlich ist es sinnvoll sich, impfen zu lassen.
Die Impfung soll ja gerade verhindern, dass Menschen sterben oder langfristig erkranken.
Für das einfache Volk ist es wohl tatsächlich reizvoll, ihre Grundrechte zurück zu erhalten, aber ich finde, man sollte sich aus Solidarität impfen lassen. Außerdem können auch junge Menschen, nicht sicher sein, nicht langfristig an Corona zu erkranken. Meines Wissens nach erkranken 10% der Corona-infizierten an Longcovid.
Natürlich hat man zuerst die alten Menschen und die Pflegekräfte geimpft, weil die einen das größte Risiko haben, schwer zu erkranken oder zu sterben und die anderen, weil sie gebraucht werden und mit Corona-Patienten arbeiten müssen.
Ich bin immer noch der Meinung, dass wir die Herdenimmunität erreichen müssen.
Auch wenn wir mit dem Impfen immer noch nicht schnell genug voran kommen.

Antwort von Demelza am 20.06.2021 | 16:32 Uhr
Ich mach mir mittlerweile schon einen Spaß daraus Frau Querdenkerin Gründe zu nennen, warum die Impfung sinnvoll ist. Um dann die Querdenkermeinung dazu zu bekommen, wieso sie nicht sinnvoll ist.
Dass wir mit dem Impfen so langsam sind, liegt aber mehr an der Logistik und weniger an den Menschen. Viele wollen sich unbedingt impfen lassen. Nicht umsonst sind die Wartelisten so lange und Impfschleicher so häufig.
Frau Querdenkerin regt sich auch gerne über jeden auf, der sich impfen lässt. Ich sag ihr dann immer, je mehr Leute geimpft sind, umso geringer die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich impfen lassen muss, um auf die Herdenimmunität zu kommen.
Danke fürs Review.
Lg.Demelza
16.06.2021 | 22:32 Uhr
Guten Abend, und danke für die neuen Eindrücke aus wirren Köpfen.
Die Infos zur Impfung hat ja Amatra schon sehr umfassend erklärt, dem habe ich nichts hinzuzufügen.
Als ich das erste Mal den Sterilitätsmythos im Zusammenhang mit der Covid-19-Impfung gehört habe, hatte ich ein Deja vú: Vor einigen Jahren, als ich noch in einer Apotheke gearbeitet habe, haben sich das Verschwörungstheoretiker und Esoteriker über die HPV-Impfung erzählt. Es gibt nichts Neues unter der Sonne.
Wenn von gekauften Behörden und Forschern die Rede ist, weiß ich auch immer nicht, ob ich jetzt beleidigt sein oder einfach nur resigniert mit dem Kopf schütteln soll. Haben sich die Leute, die das erzählen, mal überlegt, wieviele Menschen die böse Pharmaindustrie da bestechen müßte? So satt sind die Gewinne dann doch nicht, ganz abgesehen davon, daß die Forscher auch alle mitmachen müßten. Ich sitze inzwischen an einem Uniinstitut und schreibe derzeit einen DFG-Antrag, um staatliche Forschungsförderung zu erbetteln. Wenn die Firmen so unfaßbar spendabel wären, müßte ich das vermutlich nicht tun. Und tausende andere ebenfalls. Außerdem bürgert es sich seit einer Weile ein, mögliche Interessenskonflikte in Publikationen mit anzugeben. Wenn also ein Industriepartner an einem Projekt beteiligt ist, oder man von Firmen Honorare (für was auch immer) bekommt, muß das mit veröffentlicht werden.

Antwort von Demelza am 18.06.2021 | 00:00 Uhr
Einige Eindrücke aus den wirren Köpfen der Querdenker werden in der Kolumen noch kommen. Allerdings ist die Impfung das mit Abstand größte Thema.
So gut wie alle vermeintlichen Argumente der Querdenker lassen sich mit vorhandenen Fakten belegen. Aber sie hören nicht auf die Fakten, weil die ihrer Meinung nach von Menschen stammen, die alle von der Regierung oder der Pharmaindustrie gekauft sind. Im Grunde ist es ein Teufelskreis den man als rational argumentierender Mensch nicht durchbrechen kann, egal wie sehr man es versucht.
Danke fürs Review.
Lg.Demelza
16.06.2021 | 11:15 Uhr
Liebe Demelza,

seit Beginn verfolge ich Deine kleine Kolumne stillschweigend mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Bisher habe ich mich nicht zu Wort gemeldet, um nicht noch mehr Öl ins Feuer zu gießen. Nun aber kann ich nicht anders. Alles verlangt danach, ein paar Dinge geradezurücken, was das Thema Impfung allgemein und Covid19-Vakzine im Speziellen angeht...

Als kleine Vorbemerkung und zur besseren Einschätzung meines Statements sei gesagt, dass ich Teil der ganz großen Pharmaverschwörung: Ich habe nämlich ein hiesiges Pop-up-Impfzentrum mit aufgebaut und habe dort die pharmazeutische Leitung. Auf gut deutsch: Ich bin dafür zuständig, dass die heiligen Shots ordnungsgemäß hergestellt werden.
Das heißt nicht nur Verbringung der Kühlware, sondern auch aseptisches Arbeiten, Sichtkontrollen etc. pp.

Aufgrund des hohen Bedarfs an Impfstoff werden ausnahmslos alle Covid19-Vakzine in Mehrdosenbehältnissen geliefert. Die Flüssigkeit, die sich in diesen kleinen Klarglaspöttchen befindet ist durchsichtig und MUSS frei von Partikeln sein, auch nach ggf. Mischen mit Kochsalzlösung (nur bei einem der Impfstoffe nötig). Jede einzelne Spritze wird vor Herausgabe nochmals auf Partikelfreiheit geprüft. Wie man hierbei nun unsichtbare Mikro-Nano-Verschwindibus-Chips gleichmäßig auf alle Spritzen verteilen soll, erschließt sich mir nicht.

Insgesamt sollte man sich mal darüber klar werden, dass Impfstoffe -alle, einschließlich der Covid19-Vakzine(!), die am besten überwachten Arzneimittel weltweit sind! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.

Es gibt etliche Arzneimittel, die nach viel kleineren Studien zur Zulassung gekommen sind, nicht wenige davon gibt es seit Jahrzehnten und damit werden Menschen erfolgreich behandelt - in Summe weniger als nur für eine einzige Impfstoff-Studie eingeschlossen waren. Wer da noch behauptet, man wisse nichts über Impf-Nebenwirkungen ist als Dummschwätzer entlarvt.
Und falls jetzt jemand mit "Spätfolgen" umme Ecke kommt: den Mechanismus von Spätfolgen einer Substanz, die binnen kurzer Zeit komplett abgebaut worden ist, muss derjenige erstmal erklären - das wäre definitiv nobelpreisverdächtig!
Die Spätfolgen der Erkrankung hingegen (egal ob Covid19, FSME, Aids oder Masern) sind real. Der Pathomechanismus ist nachgewiesen und für immer lebensbeeinträchtigend.

Seit gut 20 Jahren wird intensiv an und mit Impfvektoren geforscht - wissenschaftlich also ein alter Hut, nachdem bisher kein Hahn gekräht hat. Seit mindestens 2014 in klinischen Studien und seit 2019 gibt es zugelassene Vektor-Impfstoffe. Die machen übrigens nichts anderes, als stinknormale Viren: Zelle befallen, Information einschleusen und reproduzieren lassen - nur statt "böser" Virus-Information macht man sich das Prinzip zunutze und schleust den Steckbrief ein, mittels dessen Kenntnis die Körperpolizei den Übeltäter dingfest machen soll.

Und JA verdammt, Viren KÖNNEN Krebs auslösen - ein Grund, weshalb es die HPV-Impfung für Mädchen UND Jungs gibt: um genau das zu verhindern: dass das Humane Papillomavirus Gebärmutterhalskrebs oder bei Jungs auch Analkarzinome auslöst. Die Impfung schützt nachweislich!
Funfact: Vektorhüllen sind nicht in der Lage dazu, Krebs auszulösen, denn die sind nur eine Hülle, die wird abgebaut. Die Chance, dass die Gensequenz, die durch sie eingeschleust wird (also der Steckbrief) eine Mutation auslöst ist verschwindend gering, aber theoretisch möglich. Lächerlich sogar, verglichen mit der nachgewiesenen krebserregenden Wirkung von UV-Strahlung, der wir unsere Haut täglich aussetzen, den freien Radikalen und polyzyklischen Kohlenwasserstoffen, die die Raucher inhalieren, den Chemikalien, die wir tagtäglich über die Nahrung aufnehmen (Transfettsäuren in Fritten, Nitrosamine aus der Salamipizza, Insektizide und Herbizide auf Grünzeug etc ... soll ich weitermachen?), nicht zu vergessen die Weichmacher in Plastik und Waschmittel, Farbstoffe in Genussmitteln, Lacken, dazu Nagellackentferner, Radonstrahlung aus dem Boden, selbst Natursteinplatten sind mitunter Alphastrahler ... die Liste ist endlos. Man kommt ganz automatisch damit in Kontakt, ob man will oder nicht.
Warum also ist der Mensch noch nicht ausgestorben? Weil das Wunderwerk des Lebens durchaus in der Lage ist, entartete Zellen zu erkennen und auszuschalten. Und weil nicht jede Mutation automatisch zu Krebs führt.
Ist "Krebs" also ein Argument gegen die Impfung? Nein. Zumindest kein seriöses.
(Achja: ob eine SarsCoV2-Infektion zu Krebst führt oder führen kann, erfahren wir frühestens in 10-30 Jahren. Muss ich nicht ausprobieren - Du?)

Btw: mRNA-Impfstoffe gelangen niemalsnicht in den Zellkern und werden binnen weniger Stunden bis Tage vollständig abgebaut. Das Prinzip funktioniert wie ein Kopierer (oder von mir aus auch ein 3D-Drucker): Du hast eine Vorlage, einen Bauplan, den scanst Du ein und sagst "drucken" - raus kommt das Modell (hier das Spike-Protein). Hast Du dadurch was an der Hardware verändert? Nö. Hinterher wirfst Du die Kopiervorlage weg und fertig. (Das Entsorgen übernimmt in diesem Fall Deine Körperzelle für Dich). Auch das Spike-Protein wird abgebaut - vielleicht überrascht es Dich: aber selbst Deine Knochen sind nicht mehr 100%ig dieselben wie bei Deiner Geburt: Der Körper befindet sich in stetem Wandel, in Ab- und Aufbau. Am schnellsten merkst Du das, wenn Du Dir mal die Zunge verbrannt (oder draufgebissen) hast - binnen Stunden, spätestens am nächsten Tag ist der Schaden behoben.
Und noch ein Funfact: mRNA-Impfstoffe sind vegan. Die werden nämlich ohne Hühnerei(weiß) oder chinesische Hamsterzellen ("CHO") produziert. Ist das nicht schön?

Aber ich schweife ab.
Kommen wir zur angeblichen Unfruchtbarkeit: Dieser Blödsinn kursiert schon seit Jahrhunderten und wird bei jeder neuen Impfung oder je nach politischer oder fundamentalistischer Großwetterlage neu aufgekocht. Sind wir bisher ausgestorben? Nö. Gab es Schwangerschaften unter SarsCoV2-geimpfeten Partner - überraschenderweise ja. Na sowas! Egal ob Männlein oder Weiblein. Und es kommt noch besser: die Antikörper sind schützend(!) auf das Kind übergegangen. Nestschutz nennt man das.

Thrombosen? Hmja, irgendwas ist ja immer. Von den 5.000 Impfdosen böses Astragift, das sich bei uns etliche junge Frauen abgeholt haben, ist keine einzige umgefallen. Nix Thrombose.
Bei den hormonell empfängnisverhütenden Raucherinnen sieht das anders aus. Da kenne ich einige, die schon vor der Pandemie Thrombosen bekommen haben. Ganz ohne Verschwörungstheorie.

Klar gibt es Nebenwirkungen - halleluja, wir leben! Und unser Immunsystem arbeitet! Wo gehobelt wird, da fallen Späne ... bei den Vektorimpfstoffen fast nur beim ersten Schuss, bei den mRNA-Vakzinen erst beim zweiten. Geht vorüber. Wenn man vorher und nachher ausreichend trinkt und schläft (Schlaf ist enorm wichtig für ein funktionierendes Immunsystem!), hat man fast nix und wenn man sich nicht verrückt mach(en läss)t, bis die eigene Psyche einem den psychosomatischen Mittelfinger entgegenstreckt, passiert auch nix dramatisches.
Glückwunsch also dem, der spüren kann, dass seine Körperpolizei gerade eine Razzia durchführt.
(Spaßeshalber kann man sich auch mal die Nebenwirkungsprofile der Placebo-Gruppen in den Studien anschauen, die haben teilweise schlimmere Symptome als die Geimpften, dabei haben sie nur sterile, isotone Kochsalzlösung infundiert bekommen. Hallo Psyche, heute schon hysterisch geworden?)

Aber psst: lassen wir die Querköpfe doch denken, die Geimpften dünsten irgendwelche giftigen, unfruchtbarmachenden Proteine des Todes aus - dann halten sie wenigstens Abstand und tragen Masken!
... das ist wie in der Mathematik: der Rechenweg ist zwar der falsche, aber egal: Hauptsache das End-Ergebnis stimmt. ^^

Oh, was man vielleicht wissen sollte: Es gibt Impfungen, die vor der Ansteckung schützen und welche, die "nur" vor der Erkrankung schützen. Ja, das sind zwei Paar Stiefel.
Ersteres führt zur Herdenimmunität, letzteres bringt nur Eigenschutz. Die Covid19-Vakzine gehören -stand heute- nur zu Letzterem. Sie verhüten schwere Verläufe. Was für meinen Geschmack völlig ausreichend ist, aber man muss sich eben bewusst sein, dass man nicht automatisch geschützt ist, nur weil alle außenherum geimpft sind.
(Der Vollständigkeit halber sei gesagt, dass es auch Impfungen gibt die bei Erkrankung direkt mit Antikörpern helfen, das ist die sog. Passivimunisierung, keine "Impfung" im eigentlichen Sinne, eher eine Therapie)

Das befreiende Gefühl der Impfung ist jedoch nicht von der Hand zu weisen: unser Impfzentrum glich einem Volksfest: ausgelassene Stimmung, überall glückliche Gesichter, Partymucke ... ich bekomme jetzt noch Gänsehaut, wenn ich daran denke - das war so unfassbar schön!
Noch Tage später haben sich die Leute persönlich bei uns für die tolle Organisation bedankt.

Zu guter Letzt möchte ich noch etwas -für mich- ganz entscheidendes zu bedenken geben:
Die Impfung ist ein Meilenstein unserer menschlichen Entwicklung und davon gibt es in der gesamten Menschheitsgeschichte nicht sonderlich viele: Da wäre die Nutzbarmachung des Feuers vor über 30k Jahren (Hitze tötet Keime ab), die alkoholische Gährung (seit tausenden von Jahren ist Alkohol als Desinfektionsmittel bekannt - im Mittelalter hat man lieber Bier, Wein und Sekt getrunken, weil das bekanntermaßen sauberer war als das Wasser. Seit über 200 Jahren gibt es nun Impfstoffe (Die erste (Pocken-)Impfung war 1796). Antibiotika (also die Entdeckung, dass der Schimmelpilz Penicillium eine Substanz absondert (Penicillin), die in der Lage ist, Bakterien abzutöten) und welche wir zur Heilung bakterieller Infektionen anwenden können) gibt es erst seit ... nicht mal 100 Jahren.

Die "Pille" (die ich nun wirklich nicht zu den Meilensteinen zähle, Schafsdärme wurden schon viel früher zur Empfängnisverhütung benutzt -Giacomo Casanova hat seine gehegt und gepflegt, ausgewaschen und stets wiederverwendet- und die erfüllten denselben Zweck) gibt es erst seit 1960. Ebenso wie die zugehörigen Thrombosen und Krebserkrankungen. Nebenbei schützt die Pille auch nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten (wie der Schafseitling oder dessen modernes Enkelkind namens Kondom). Da kräht auch kein Hahn danach.

Also: wer gut informiert ist, braucht auf das Gegackere der Querköpfe, Impf-/Test-/Masken-/Vernunftgegener nichts zu geben.
(Nichtsdestotrotz sind sie ein stets sprudelnder Quell für Bullshitbingo ... das macht wirklich Spaß, allerdings würde bei Dir daheim der Haussegen vermutlich sehr schnell in eine gefährliche Schieflage geraten, oder?)

So, damit wäre wohl fürs Erste das Wichtigste zum Thema gesagt.
Und beim dritten Hahnenschrei ist alles vorbei ... ganz im biblischen Sinne haben wir nun die Lügen der Coronaleugner entlarvt. Aber bitte: Wer keinen Bock auf Impfungen hat, kann es gerne mal mit den zugehörigen Krankheiten versuchen.

In diesem Sinne: Kikeriki!

Herzensgrüße
Amatra

Antwort von Demelza am 16.06.2021 | 12:03 Uhr
Danke für das lange Review.
Ich habe mich in der Kolumne selbst absichtlich etwas kürzer damit gehalten, wie die Impfung genau funktioniert. Ich wollte kein gefährliches Halbwissen verbreiten und lieber bei den Dingen bleiben, bei denen ich mir auch ganz sicher bin. Deswegen freue ich mich wirklich über diese gute Erklärung. Einiges davon wusste ich selbst noch nicht, oder nur ganz grob.
Dieses Review werde ich Frau Querdenkerin auch mal zum Lesen vorlegen. Meist ist sie zwar taub und blind für jede Äußerung, selbst von Experten, die nicht ihrer Meinung sind. Aber ich habe den Versuch mit Daten und Fakten bei ihr doch noch etwas zu bewirken noch nicht ganz aufgegeben.
Danke noch mal fürs Review.
Lg.Demelza
30.05.2021 | 08:27 Uhr
Hallo Demelza,
ich kann dein Grundproblem sehr gut nachvollziehen, da es in meinem familiären Umfeld auch einige gibt, die die Coronamaßnahmen radikal ablehnen - mit verschiedenen Abstufungen.
Eine Verwandte ist aber völlig in queerdenker-Verschwörungstheorien abgerutscht, das ist schon gruselig.

Auf der anderen Seite, kann ich schon verstehen, warum Leute solche Probleme haben.
Sicher, Masken bringen etwas und wir sollten sie drinnen tragen, aber wenn Leute auf andere Menschen herabblicken, nur weil die Maske sie stört, ist das auch bedenklich.
Ich trage sie, aber wenn ich das länger als eine Stunde tue, neige ich zu Hals- und oder Kopfschmerzen, insbesondere, wenn es ein paar Tage her ist, dass ich zuletzt eine Maske so lange getragen habe. - Sicher, Corona ist schlimmer, aber es ist trotzdem verdammt unangenehm und wenn mir dann einer sagt, dass er gar kein Problem sieht, dann nervt mich das schon, da es mir wirkliches körperliches Unbehagen bereitet.

Gerade am Anfang hat es mich auch es nervös gemacht, niemandes Gesicht richtig zu sehen, man kann die Stimmung der Menschen um einen herum schlechter einschätzen und ich habe wie blöde die Leute in der Bäckerei angelächelt, was aber eh keiner sehen kann.

Narürlich muss man sein Verhalten einer neuen Gefahrenlage anpassen, aber da kommt man nicht weit, weil diese Leute keine Gefahr sehen.

Ich glaube aber auch, dass das ein wenig eine kulturelle bzw. Generationenfrage ist.
Die Leute, die heute zwischen 45 und 70 sind, wurden - denke ich - noch stark von den Nachwirkungen der 68er Auflehnung gegen Staat und Aurorität (Damals getragen von jenen, die unter dem Nationalsozialismus mindestens Mitläufer waren) mitgeprägt und misstrauen dem Staat daher wohl grundsätzlich mehr, als jemand, der heute 20 ist.

In meiner alten Schule (die wohl recht konservativ war) wurde bis zur Oberstufe erwartet, dass wir aufstehen, um den Lehrer zu grüßen.
(Ich hatte damit kein Problem und es ist oft wirklich hilfreich, eine Klasse ruhig zu kriegen); Als ich meiner Mutter von dieser Regel erzählte, sagte sie, dass so etwas in der Schule in ihrer Jugend nicht denkbar war, weil es viel zu autoritär gewirkt hätte.
Aus dieser Grundhaltung heraus, kann ich schon verstehen, dass jemand sich schon halb in Saudiarabien sieht, wenn der Staat von ihm verlangt, sein Gesicht in der Öffentlichkeit zu verhüllen.

Das macht das Nichtbefolgen von Hygieneregeln und die irren Verschwörungstherorien nicht richtig.

Aber es ist dann leichter, Leute zu verstehen, die dem Staat grundsätzlich misstrauen und in nie dagewesenem Maß eine Einschrenkung ihrer Freiheitsrechte erleben, deren Hauptzweck es ja schon eigentlich ist, dem Individuum einen Raum zu geben, in den der Staat sich eben nicht einmischt.
(Wann genau eine Grundrechtseinschränkung gerechtfertigt ist, ist ein äußerst schwieriges und oft umstrittenes Thema:)

Deine Kolumne ist auf jedenfall interessant. Vielen Dank fürs Schreiben.
LG
Grimnir

Antwort von Demelza am 30.05.2021 | 20:28 Uhr
Freut mich, dass dir die Kolumne gefällt.
Ich denke keiner von uns hält sich besonders gerne an all die Regeln. Aber die Maßnahmen sind nun mal notwendig und der größte Teil der Menschen hält sich auch daran. Und ich denke mal jeder hat schon das eine oder andere Mal über Masken etc. geschimpft. Und wie man an deine Beispiel über die Masken sehen kann, gibt es auch Menschen, die die Masken wirklich nicht lange tragen können, es aber trotzdem tun. Bei meiner Mutter habe ich da ein interessantes Phänomen beobachtet. Solange sie nicht in der Querdenkerszene aktiv war, haben ihr die Masken nichts ausgemacht, sie waren eben ein notwendiges Übel um wieder in Restaurants, Freizeitparks, Klamottenläden, Schwimmbäder oder auch die Schule gehen zu können. Aber seit sie in der Querdenkerbewegung ist, macht ihr die Maske plötzlich viel aus. Sie hat schon vor dem Einkauf keine Lust darauf, weil sie eine halbe Stunde lang eine Maske tragen muss.
Das ist auch mein Hauptargument, warum ich mich den Querdenkern nicht anschließe (Abgesehen mal von den teils aberwitzigen Verschwörungstheorien): Wenn ich mich über die Maßnahmen übertrieben aufregen würde, wären sie für mich nur schwerer zu ertragen und ändern kann ich sie eh nicht.
Danke fürs Review.
Lg.Demelza
26.05.2021 | 12:44 Uhr
Das allerdoofste an der ganzen Geschichte ist ja, dass die Regierung anfangs das Virus versteckt hat... Ich weiß noch, vor etwas über einem Jahr, auf dem Geburtstag von meinem kleinem Bruder:
MAMA: Du musst dir noch die Hände desinfizieren, bevor wir in den Indoorspielplatz gehen, wegen Corona.
ICH: Corona? Ich dachte das gibt es nur in China?
MAMA: Einige Fälle wurden in dem Nachbarlandkreis gemeldet.
ICH: *Lacht* Wird schon keine Pandemie sein, die die Welt in Atem halten wird!
Ohne Scherz, dass hab' ich damals wirklich gesagt...

Antwort von Demelza am 26.05.2021 | 13:22 Uhr
Anfangs wusste ja keiner so genau, wie man mit dem Virus am besten umgehen sollte. Da reichten die Reaktionen von Panik bis hin zu Ist-doch-kein-großes-Ding.
Ich dachte anfangs auch nicht, dass das so eine große Pandemie werden würde. Aber jetzt haben wir den Virus eben da und müssen uns auch dementsprechend verhalten. Es hilft ja alles nichts. Wenn man sich über die Maßnahmen aufregt, kommen sie einem nur schlimmer vor.
Danke fürs Review.
Lg.Demelza
26.05.2021 | 12:32 Uhr
Oje. Ich möchte hier niemanden beleidigen, aber... ein Großteil meiner Familie und Freunde sind in Risikogruppen und es regt mich einfach nur auf wenn ich diese Demos im Fernsehen sehe! Was kommt denn als nächstes? Irgendjemand will uns mit impfen chippen und so die Welt unterwerfen? Wenn ich sowas sehe kriege ich langsam Kopfschmerzen. Natülich werden ein paar Rechte außer Kraft gesetzt, aber dass um Leben zu retten! Ich wiederhole mich nur, wenn ich sage dass mich die Sache tierisch aufregt...

Antwort von Demelza am 26.05.2021 | 13:20 Uhr
Wir haben zwar nicht viele Leute in der Risikogruppe in unseren Umfeld, aber ich finde diese Demos auch unverantwortlich und teilweise auch lächerlich. Aber Frau Querdenkerin hat einen Bußgeldbescheid bekommen. Jetzt gibt's Konsequenzen.
Die Theorie mit den Chips in der Impfung habe ich auch schon gehört.
Mich regt die Querdenkersache auch auf, darum schreibe ich auch diese Kolumne.
Danke fürs Review und danke für die Autorenfavorisierung.
Lg.Demelza
07.05.2021 | 17:44 Uhr
Hallo Demelza.

Kein Thema worüber man wirklich lachen sollte - trotzdem musste ich manchmal Schmunzeln. Besonders bei der armen Fledermaus.
Vorab: Ich finde es sehr gut, dass du hinaus in die "Öffentlichkeit" gehst und deine Bedenken, Sorgen und deinen Kummer verbreitest. In einer Zeit wo wir alle einfach einen chronischen Mangel an vernünftigen Mitmenschen haben, kann das schon mal sehr heilsam sein.

Wenn ich Feierabend habe komme ich stets an einem Tattoo Studio vorbei. Die letzten Monate hatte es ziemlich häufig zu, trotzdem hatte ich schon die dollsten Ideen was ich mir in der Zeit (wo ich nervlich sehr angespannt war - was also nicht der beste Zeitpunkt ist so eine Entscheidung zu treffen) stechen lassen wollte. Der Schriftzug "Fuck you" auf einer sehr deutlichen Körperstelle war neben einem Todesser Tattoo mein Favorit.

Insgesamt kann ich dich unheimlich gut verstehen. Es ermüdet einfach nur. Den Eindruck habe ich beim Lesen auch bei dir gehabt. Man resigniert so ein wenig, oder? Am Anfang hab ich ähnlich wie du (durch die Frau Querdenkerin) die dollsten Theorien gehört. Die Fledermaus war natürlich auch dabei. Die große Weltverschwörung (klar) und auch die Strafe der Engel war mal im Spiel. Da diese Worte aber aus den Mündern von offenbar mündigen (hahaha...) Mitbürgern kam, war ich doch immer recht irritiert
Mittlerweile werde ich nur noch über die Theke hinweg (ich arbeite in einem kleinen Einzelhandelsunternehmen) angeschrien. Kein besonders schöner Arbeitsalltag. Vor allem, wenn man mitteilt, dass man sich gerne Impfen möchte drehen diese besonderen Persönchen besonders am Rad. So leider auch meine Mitarbeiterin. Manchmal möchte ich einfach ein bisschen kotzen.

Die Stigmatisierung in der Schule bei dir ist sehr unschön. Und sicher nicht gewollt. Trotzdem: Manchmal möchte ich die Frau Querdenkerin einfach packen und schütteln. Sie anschreien und fragen ob ihr klar ist, was sie ihrer Tochter antut. Grrrrrr ... Unschön ist auch, dass du so viel ärger am Hals hast. Aber gut finde ich, dass du darüber nicht verzweifelst.

Kauf der Frau Querdenkerin bloß von deinem Geld noch ein paar Kopfhörer, damit du das nicht mit Anhören musst. Hoffentlich kommt sie nie auf den Gedanken, dass auch die Kopfhörer die sie sich in die Ohren steckt verwanzt sein könnten. Von Bill Gates oder so... ganz so abwegig ist es doch nicht, oder?

Liebe Grüße


Thylis

Antwort von Demelza am 07.05.2021 | 18:07 Uhr
Manchmal sollte man sich einfach an Fred und George Weasley orientieren, wenn man über etwas Lachen kann, findet man es gleich gar nicht mehr so schlimm.
Ich hätte wirklich nie damit gerechnet, dass ich mit dieser Kolumne auf so viel Publikum stoße. Mittlerweile ist diese Kolumne beinahe schon meine zweiterfolgreichste Geschichte. Gerade im Internet sind die Querdenker aber auch häufig einfach lauter und auffälliger als die Menschen, die sich an die Regeln halten und Corona ernst nehmen. Das war auch einer der Gründe, warum ich diese Kolumne starten wollte.

Die Verlockung mit dem Tattoo kann ich verstehen. ( Ich würde mir kein Tattoo stechen lassen, bin einfach nicht der Typ dafür). Aber ich verstehe den Drang, ein permanentes Zeichen zu setzen. Ich würde es an deiner Stelle aber eher nicht machen- es ist natürlich immer noch deine Entscheidung- aber ich habe ja die Hoffnung, dass die Querdenker spätestens in wenigen Jahren Geschichte sind und so ein Tattoo ist ja doch was dauerhaftes.

Langsam nervt es nur noch. Ich kann mich schon fast nicht mehr darüber aufregen, weil es seit Monaten immer dieselbe Leier ist.
Fürs nächste Kapitel (Impf-Spezial) habe ich noch so einige Verschwörungstheorien im Petto.
Frau Querdenkerin ist zum Glück immer noch so vernünftig niemanden anzuschreien, weil er die Regeln umsetzen muss. Sie sagt dann immer, sie findet die Regeln nicht gut und nicht in Ordnung, aber die Verkäufer/ Mitarbeiter in den Läden können ja nichts dafür.
Frau Querdenkerin träumt aber manchmal davon, alle Läden würden sich zusammentun und gemeinsam gegen die Regeln verstoßen. Immer noch besser, als Leute anzuschreien, aber nicht viel besser.
Scheinbar haben andere aus der Szene da aber keine Hemmungen mehr.

In der Schule ist mein Test-Debakel mittlerweile eher eine lustige Anekdote. Die meisten Lehrer, bei denen wir testen, fragen bei mir aber noch mal extra nach, ob ich auch ja negativ bin. Allerdings auch mir einem Augenzwinkern. Eigentlich ist es schade, dass die Abizeitungen schon gedruckt sind, dass müsste irgendwie schon mit rein.

Ich bin schon am Überlegen, ob ich Frau Querdenkerin zum Muttertag nicht einfach ein Ersatzpaar Kopfhörer schenken soll. Das wäre mal was sinnvolles, Schokolade mag sie eh nicht. Daran, das die Kopfhörer verwanzt sein könnten, hat sie bisher noch nicht gedacht. Ich denke auch, dass es ihr egal wäre. Sie macht ja keinen Hehl aus ihrer Meinung und hat auch nichts dagegen, dass ich diese Kolumne schreibe.

Danke fürs Review.
Lg.Demelza
06.05.2021 | 14:05 Uhr
Huhu :)

Kleiner Input: Falls du gerne und viel Cola trinkst, könnte das mit deinen positiven, irritierenden Testergebnissen zu tun zu haben. Meine Mutter (Pflegebereich) hat mit ihren Kolleginnen etwas experimentiert und viele der Schnelltests reagieren auf Cola mit einem positiven Teststreifen. Keine Ahnung, warum das so ist, chemische Reaktion oder so. Also falls du Cola trinkst... das wäre eine Möglichkeit? :D Kann aber auch totaler Quatsch sein, fiel mir nur gerade mal so ein.

Ansonsten habe ich das neue Kapitel natürlich wie immer mit Spannung gelesen! Da ich schon seit einigen Jahren nicht mehr schulpflichtig bin und auch gerade nicht arbeiten muss, da mein Job situationsbedingt komplett ausfällt, habe ich bisher noch nicht so viele Begegnungen mit Schnelltests gehabt. Von daher war dein kleiner Einblick in den Testalltag an Schulen für mich extrem interessant! :)

Danke fürs Teilen!

xx

Antwort von Demelza am 06.05.2021 | 23:08 Uhr
Das Cola einen Einfluss auf den Test haben kann, habe ich auch schon gehört. Daran hatte ich auch schon gedacht. Nur ich trinke, wenn es hochkommt höchstens 2 0,2 Flaschen in der Woche. Meist nur eine oder auch mal drei Wochen lang gar keine. Und wenn ich Freitagnachmittag eine O,2 Flasche Cola trinke, sollte das auf den Test am Montagmorgen keine Auswirkung mehr haben. Kaffee soll ja einen ähnlichen Einfluss haben. Und den trinke ich gar nicht. Meinen Tee hatten wie auch mal im Verdacht, aber bei den Tests am Nachmittag war auch der Test negativ, der morgens immer positiv war und einmal hatte ich kurz vorher noch ein gutes Stück Tee getrunken.
Bevor ich einfach einen anderen Test bekommen habe, war ich teilweise schon so weit, dass ich den ganzen Tag vorher nichts essen und nur Wasser trinken wollte, einfach nur damit der Test negativ ist. Ich habe auch mit dem neuen Test über eine Woche lang an Testtagen nicht mehr gefrühstückt und nur noch ein Glas Wasser getrunken.
Aber mittlerweile funktioniert es mit dem Testen ja zum Glück gut.

Freut mich, dass dir das Kapitel gefallen hat.

Danke fürs Review.
Lg.Demelza
05.05.2021 | 21:16 Uhr
Hi,
stimmt es wirklich, dass deine zwei Freundinnen Corona hatten, obwohl sie keinerlei Symptome hatten? Vor allem würde mich auch interessieren, ob sie wieder fit sind.
Zwar haben jüngere Menschen ein geringeres Infektionsrisiko, aber Longcovid können sie auch bekommen. Meines Wissens nach sind die Selbsttests zu über 50% falsch-negativ. PCR-Tests liegen fast immer richtig.
Warst du wirklich die Einzige mit positiven Test und denkst du, dass da etwas nicht mit rechten Dingen zu lief?
Dass man auch Corona kriegen kann, ohne Symptome zu haben, sollte allen klar sein.
Selbstests finde ich auch nicht so gut, weil sie eben zu über 50% falsch-negativ sind und weil es auch nicht gut ist, wenn sich alle Schüler gleichzeitig testen. Sie müssen ja alle die Masken ausziehen und sich dann gleichzeitig in der Nase herumbohren. PCR-Tests finde ich sehr gut.
Aber natürlich ist es gut, wenn man sich testen lässt. Wer jetzt noch bestreitet, dass es keine Pandemie gibt, der ist auf den Kopf gefallen.

Antwort von Demelza am 06.05.2021 | 00:23 Uhr
Das hast du falsch verstanden, meine Freundinnen hatten Corona mit Symptomen. Eine hatte es schon vor Weihnachten, die anderen vor ein paar Wochen. Mittlerweile sind sie beide wieder fit.
Wie groß die Fehlerquote bei den Selbsttests ist, weiß ich gar nicht. 50% kommt mir aber schon sehr hoch vor.
Aber sogar wenn die Quote wirklich so hoch ist, man muss auch bedenken, vor den Osterferien wurde niemand in der Schule getestet und zumindest in meiner Schule hat sich niemand in der Schule selbst angesteckt. Man kann auch nicht jeden Schüler dreimal die Woche zum PCR-Test schicken. Das würde von der Testkapazität vermutlich nicht ausreichen. Außerdem kann man nie so genau sagen, wann das Ergebnis vom PCR-Test kommt. Es kann am nächsten Tag kommen, oder erst drei Tage später. Dazu ist das Ergebnis auch nur 48h gültig. Wenn das Testzentrum am Wochenende zu hat, kann man für Montag gar keinen PCR-Test haben.
Scheinbar hatten noch zwei andere einen positiven Test, in den mittlerweile vier Wochen Tests. Da fällt es schon auf, wenn man selbst zweimal hintereinander innerhalb von nicht einmal einer Woche positiv ist. Mit dem anderen Test bin ich jetzt auch immer negativ und kann am Unterricht teilnehmen. Mit positivem Test verpasst man ja gut und gerne mal zwei Tage Schule und so kurz vorm Abi ist das ungünstig.
Danke fürs Review.
Lg.Demelza
05.05.2021 | 20:13 Uhr
Heyyy
Hach, deine Worte sind wirklich ein Lichtblick zur Zeit (und damit meine ich nicht die bestürzenden Einblicke in die Querdenker-Szene, sondern deine erfrischende und sarkastische Offenheit darüber.) Heute morgen habe ich sie noch schnell vor der Schule gelesen ;)
Denn ja - ich bin wieder in der Schule! Im Zwei-Wochen-Rhythmus zwar, aber besser als nichts. Diese Woche ist jetzt meine zweite in der Schule (wenn man denn von Woche sprechen kann. Eigentlich sind es nur drei Tage, weil sie für das Abi den Platz in der Schule brauchen und uns kurzerhand nach Hause geschickt haben). Wir testen uns zweimal in der Woche - wobei es wir jetzt schon zwei verschiedene Tests gemacht haben und nächste Woche soll es schon wieder einen neuen geben. Was ein bisschen nervt, weil dann viel Zeit vom Geschichts- und Musikunterricht weggeht (ich meine, könnte es nicht wenigstens in Mathe oder Physik sein?!) aber was soll's.
Wow - zwei falsch-positive Selbsttests in zwei Wochen, du Arme ;) und mein Respekt für drei Schnelltests an einem Tag. Ich hab zwar kein Problem damit, aber es gibt angenehmere Dinge ;). Bei uns in der Klasse gab es noch keine positiven Test, aber relativ oft ungültig. Und ich bin es mittlerweile gewohnt, dass es bei meinem Test länger als bei allen anderen dauert, bis die Flüssigkeit hochsteigt :D weiß der Geier, wieso.
Die Testproblematik ist ja schon eine Weile da. Ich persönlich kann es nicht nachvollziehen, wieso man ein bisschen Tränen in den Augen nicht in Kauf nimmt, wenn man damit andere Menschen schützen kann. Zumal die Tests mittlerweile ja oft nur 2 cm tief in die Nase müssen und das echt kein Hexenwerk ist. Aber ich weiß noch, dass es bei uns an Heiligabend deswegen wohl ziemlich Familienzoff gab. Meine Eltern und ich waren zwar nicht da, aber sowohl mein Onkel aus der Schweiz als auch meine Tante und Onkel aus Deutschland samt Töchtern waren bei meiner Oma. Der Schweizer Onkel hatte Selbsttests mitgebracht und war davon ausgegangen, dass alle sich testen (weil in dieser Familie halt auch niemand richtig miteinander redet). Mein anderer Onkel und meine Cousine wollten das aus mir unbekannten Gründen nicht und haben sich geweigert, einen Test zu machen. Was ich ziemlich bescheuert finde, weil meine Oma auch noch Leukämie hat und eine Infektion wahrscheinlich nicht überleben würde. Na ja. Ich weiß nicht, wie es dann ausgegangen ist (wie gesagt, das Reden ist etwas problematisch in der Familie), aber ich vermute, dass zumindest meine Tante und meine andere Cousine dann einen Test gemacht haben. Jedenfalls bin ich froh, dass ich an Heiligabend nicht da war.
Und tut mir leid, wenn ich dich hier vollschreibe, aber es tut einfach gut, sich das von der Seele zu schreiben ;)
Ich wünsche dir ganz viel Durchhaltevermögen in dieser Zeit... und natürlich Gesundheit und so weiter. (bla, bla, bla - muss ich das noch erwähnen?)
Liebe Grüße, Mia

Antwort von Demelza am 06.05.2021 | 00:14 Uhr
Freut mich, dass du dich so über das neue Kapitel gefreut hast.
Schön, dass du wieder in der Schule bist. Weil ich dieses Jahr Abi schreibe, bin ich schon länger im Präsenzunterricht.
Bei mir geht fürs Testen einmal Spanisch und zweimal Deutsch drauf. Aber jetzt kommt man eh nur noch zu den Abifächern, also testet sich jetzt fast in jeder Stunde jemand.
Eigentlich waren es sogar drei positive Schnelltests in zwei Wochen. Beim dritten Mal wollte mich die Schulleitung dann aber nicht mehr sofort nach Hause schicken, sondern haben mich zweimal mit einem anderen Test nachgetestet. Nachdem die beide negativ waren, durfte ich mit FFP2-Maske und ausreichend Abstand doch wieder in den Unterricht. Mit einem positiven Test verpasst man ja doch fast zwei Tage Unterricht und so kurz vorm Abi ist das nicht gerade ideal.
Mangelnde Kommunikation in der Verwandtschaft kenne ich auch. Bei uns ging es zum Glück nur um eher triviale Dinge wie das Restaurant für das Weihnachtsessen oder die Uhrzeit, zu der man dort sein soll oder das Geburtstagsgeschenk für Oma.
Dass man sich nicht testen lässt, obwohl man sich mit jemandem aus der Risikogruppe trifft, finde ich einfach unverantwortlich. Aber Chapeau an deinen Onkel, dass er für alle Tests besorgt hatte, so billig sind die ja auch nicht.
Danke fürs Review.
Lg.Demelza
05.05.2021 | 10:03 Uhr
Hallo Demelza,

aus dem was du hier beschreibst ist ersichtlich, das es scheinbar wirklich ziemlich viele Menschen gibt die sich einfach der Anwesenheit des Virus total verschließen. Ich selbst habe zwar immer negative Tests gehabt aber kenne mittlerweile nicht nur im familiären Umfeld, sondern auch auf der Arbeit immer mehr Kollegen, die entweder inviziert sind oder waren. Ich persönlich finde es zwar gut, dass es jetzt die Tests gibt aber wir wissen doch aus unseren Erfahrungen mit der Grippe das der einzige Schutz in einer Impfung besteht. Daher sollte neben dem Testen das Hauptaugenmerk auf das Impfen gelegt werden. Ich weiß nicht wie du und deine Familie dazu stehen, aber ich bin froh gestern die Möglichkeit bekommen zu haben meine erste Spritze erhalten zu haben.

Jetzt noch einen kleinen Nachsatz zu der Aussage, es sei affig oder grausam drei mal die Woche eine Testung durch zu führen. Wie du schon sagst besteht die eigentliche Testung darin sich ein kleines Wattestäbchen in die Nase zu stecken und ist in weniger als zehn Sekunden erledigt. Alles andere machen die mitgelieferten Gerätschaften im Testpaket! Ich weiß ja nicht, wo du herkommst aber bei uns fangen die Hausärzte jetzt auch an zu impfen und daher steigt meine Hoffnung, dass wir womöglich endlich aus diesem endlosen Trauerspiel heraus kommen werden. Eine Frage habe ich dann aber noch: Wirst du dich denn impfen lassen?
lG
Harry

Antwort von Demelza am 05.05.2021 | 15:17 Uhr
Hallo,
eigentlich wollte ich das Thema Impfung erst später dran nehmen, aber ich merke schon, das Thema ist gefragt. Nächstes Kapitel kommt das Impf-Spezial. Das wird voraussichtlich etwas umfangreicher werden.
Deshalb will ich auch noch nicht darauf eingehen, sonst schreibe ich ja jetzt schon die Hälfte vom nächsten Kapitel. Nur so viel als kleiner Teaser: Die Impfung ist sozusagen der Endgegner der Querdenker, Maske, Quarantäne und Tests sind nichts dagegen.

Frau Querdenkerin meckerte gerne rum, wie schlimm die Selbsttests doch sind und dass man sowas doch den Kindern nicht antun kann. Dabei hat sie sich bis jetzt noch kein einziges Mal getestet. Sie weiß also wirklich wo von sie redet.
Wie gesagt, das Testen ist gar nicht so schlimm. Ich muss davon immer niesen, also lege ich mir schon mal ein Taschentuch griffbereit daneben.
Und wie du richtig sagst, der Rest ist nur Stäbchen im Röhrchen drehen oder Röhrchen zusammendrücken je nach dem welche Marke man benutzt und dann ein paar Tropfen auf den Test träufeln und fertig.

Danke fürs Review.
Lg.Demelza
Daily Prophet (anonymer Benutzer)
05.05.2021 | 09:41 Uhr
Hi!

Danke auch für diesen Einblick – und danke, dass du es ein ums andere Mal geschafft hast, mich zu bestürzen. Ich denke immer, ich habe einen Überblick über die Szene, und dann erzählst du, dass sie glauben, nur Menschen mit Symptomen seien tatsächlich infiziert. (Ich meine, das ist nicht das abwegigste in der Szene (natürlich nicht!), und ich hätte mir wahrscheinlich vorstellen sollen, dass so eine Meinung dort kursiert. Hab ich aber nicht, und irgendwie bringt mich diese Wissenschaftsleugnung zum Verzweifeln. Mal wieder. Argh!)

Meinst du im Übrigen wirklich, dass du die einzige an der Schule bist, die Querdenker in der Familie hat? Ich könnte mir irgendwie vorstellen, dass zumindest Sympathisanten ausgeprägter in der Gesellschaft sind als wir so vermuten. (Ich habe mich letzte Woche zum Beispiel mit einer Bekannten unterhalten, und unverhofft streut sie ein, die Inzidenzzahlen seien Lügen, ich sollte mich bloß nicht impfen lassen, das sei gefährlicher als die Krankheit, Masken seien unnötig, man sehe ja, dass zB auch die Grippeinfektionen dieses Jahr gesunken seien (was ich bis jetzt nicht verstehe, da Corona-Maßnahmen (und Masken?) da durchaus ihren Anteil dranhaben dürften?), und überhaupt – das alte Lied – Corona sei viel weniger schlimm als die Grippe. Ich war natürlich extrem geschockt, vor allem, weil ich sie als rationalen Menschen kenne, und überhaupt nicht damit gerechnet hatte. Aber am gleichen Tag wurde ich auf der Straße angepöbelt meine Maske abzunehmen (in einer Maskenzone, wohlgemerkt), und kann mich nicht mehr des Eindrucks erwehren, Sympathisanten machten einen größeren Teil der Bevölkerung aus als man denkt. (Aber das ist natürlich auch noch einmal ein Unterschied zu "richtigen" Querdenkern, und ich will deine Situation hier auch gar nicht runterspielen!))

So, genug vollgetextet, würde ich mal behaupten.
Liebe Grüße und gute Nerven dir!
Daily Prophet

PS: "Mittlerweile habe ich mich vielleicht sogar schon doppelt so oft selbst getestet, als der Rest meines Jahrgangs." -> "wie" der Rest des Jahrgangs. Du listest ja keine Ungleichheit "Ich habe mich HÄUFIGER getestet als …", sondern eine Gleichheit "2*Jahrgangsdurchschnitt=deine Testhäufigkeit". Und vor dem "als" kommt auch so oder so kein Komma (das kommt vor "als" nicht bei Vergleichen). :)

Antwort von Demelza am 05.05.2021 | 15:04 Uhr
Ich hör die Argumente ja seit Monaten jeden Tag rauf und runter, für mich ist es schon fast normal geworden. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass einige Meinungen der Querdenker für Leute, die nicht jeden Tag mit der Szene konfrontiert werden, recht schockierend sind.
Wirklich witzig wurde es, als ich das erste Mal einen positiven Selbsttest hatte und auf das Ergebnis des PCR-Tests gewartet habe. (Da hatte ich auch ein wenig Sorge, ich könnte wirklich Corona haben). Meine Mutter meinte dazu dann, höchst wahrscheinlich werde ich überhaupt krank oder es fällt wie eine normale Grippe aus. Ich solle mir also keine Gedanken machen.

Ich habe auch nur geschrieben, ich bin vermutlich die einzige mit Querdenkern in der Familie in meinem Jahrgang, nicht in meiner ganzen Schule. Bei den fast 1000 Schülern glaube ich auch, dass noch jemand einen Querdenker zuhause hat. Aber bei einem Jahrgang von nicht mal ganz 80 Leuten könnte es schon sein, dass ich die große Ausnahme bin. Denn von dem, was ich von meinen Mitschülern so mitbekomme, hat sonst niemand einen Querdenker zu Hause. Und Frau Querdenkerin hat auch noch nie erzählt, sie hätte jemanden bei den Querdenkern, deren Kind in meinem Jahrgang ist. Ich kann natürlich nicht ausschließen, dass noch jemand Eltern bei den Querdenkern hat.
(Das war auch eigentlich nur als Aufhänger dafür gedacht, dass ausgerechnet bei mir der Selbsttest dauernd positiv ist und meine Mutter sich ja schon vorher so über die Testerei aufgeregt hat.

Danke für den Hinweis. Ist schon ausgebessert.

Danke fürs Review.
Lg.Demelza
Daily Prophet (anonymer Benutzer)
09.04.2021 | 21:52 Uhr
Hi,

deine Kolumne ist ebenso interessant wie bestürzend. Ehrlich, das tut mir richtig leid, dass du im eigenen Haushalt mit so etwas konfrontiert wirst. (Danke fürs Teilen an dieser Stelle!)
Mit rationaler Argumentation kommt man dagegen gar nicht an? (Tschuldigung, das ist wahrscheinlich eine blöde Frage – die Vorstellung ist nur so … gruselig, dass es nicht aus meinem Kopf raus will, dass es doch eine Möglichkeit geben muss, die Wissenschaftsverweigerer mit Rationalität zu füttern. )

Das einzige, was mich an diesem Kapitel ein bisschen stört, ist deine eigene Theorie zur Herkunft des Virus. Wenn wir jetzt nämlich alle anfangen, mit Theorien um uns zu werfen, denen keine wissenschaftlichen Erkenntnisse zugrunde liegen, dann setzt das irgendwie das Zeichen, es wäre "legitim"/gesellschaftlich angebracht, so etwas zu tun. Und das ermutigt dann wieder jede Menge Verschwörungstheoretiker, eine neue absurde Geschichte in Umlauf zu bringen, denen leider zu viele Leute angehören.

(Weiß man eigentlich, wer die ganzen Bill Gates-und-ähnliches-Stories ursprünglich erfunden hat? Das muss doch mit purer Absicht passiert sein. Der Person würde ich echt gerne mal eine klatschen.)

Ja, mit diesen Worten noch einmal danke für deine Kolumne (und den Mut, deine Erlebnisse zu teilen), und ein schönes Wochenende!

Daily Prophet

Antwort von Demelza am 10.04.2021 | 00:29 Uhr
Freut mich, dass du die Kolumne interessant findest.
Mit Argumenten kommt man wirklich nicht weiter. Ich habe es mehrere Monate lang versucht. Wenn jemand nicht daran glaubt, dass Corona gefährlich ist und man Maßnahmen dagegen ergreifen muss, dann kommt man nicht weit mit dem Versuch die Maßnahmen zu erklären. Mittlerweile habe ich es auch aufgegeben.
Den Punkt mit den Verschwörungstheorien kann ich verstehen. Aber ich habe versucht klarzumachen, dass es lediglich meine persönlichen Ideen sind, wo das Virus herkommen könnte, noch nicht einmal eine ganze Theorie nur einzelne Ideen. Ich dachte einfach, es wäre interessant zu überlegen, wo das Virus herkommen könnte, wenn es nicht aus dem Labor ist. Und es gibt bis jetzt ja keine offizielle Antwort der Wissenschaft darauf.
Danke fürs Review.
Lg.Demelza
07.04.2021 | 23:21 Uhr
Guten Abend, schön, mal wieder von dir zu lesen.

Es ist wirklich gruselig, was diese Leute sich zusammenreimen. Das ist doch nicht die erste Seuche der Menschheitsgeschichte, und es wird sicher auch nicht die letzte sein! Pläne sind sinnvoll, und die wurden auch noch mal überarbeitet, nachdem wir 2009 mit einem blauen Auge davongekommen sind. Und jetzt sieht man, was trotzdem so alles vergessen wurde.

Aber wer an die große Weltverschwörung glauben will, wird entsprechende Hinweise finden. Das liegt in der Natur unseres Denkens. So nützlich Mustererkennung für uns (gewesen) sein mag, manchmal wird sie zum Problem.
Umberto Eco hat schon vor ewigen Zeiten in "Das Foucaultsche Pendel" die Idee sich verselbstständigender abstruser Theorien aufgegriffen (und nebenbei mit Vergnügen die Esoterikszene durch den Kakao gezogen). Ganz ohne Seuche, für alle, die mal etwas anderes lesen wollen ;-)

Aktuelle aufbereitete Infos zum Stand der Forschung kann man z.B. bei Nature bekommen, hinreichende Englischkenntnisse vorausgesetzt.

Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft.

Ätzfeder

Antwort von Demelza am 07.04.2021 | 23:48 Uhr
Ich denke mir auch immer, es gab doch schon häufiger mal Seuchen. Und ich habe auch noch nie gehört, die Pest sei nur ausgebrochen, weil ein paar Alchemisten etwas zusammengemischt hätten oder ähnliches. Aber diese Pandemie jetzt kommt natürlich aus dem Labor.
Schon seltsam, dass es wirklich Menschen gibt, die die Existenz eines Plans für eine Pandemie für ein Indiz für eine Verschwörung nehmen. Man sollte sich eher freuen zu hören, dass man sich über diesen Fall im Voraus schon einmal Gedanken gemacht hat.
Manchmal kann es echt interessant sein, sich mal ein paar Verschwörungtheorien anzusehen. Auf was man nicht alles kommen kann. Aber glauben würde ich davon nichts. Das ist mir einfach zu weit hergeholt.
Danke fürs Review.
Lg.Demelza
07.04.2021 | 18:21 Uhr
Ich verfolge deine Kolumne weiter mit einer gewissen Faszination! Ich finde es gut, dass du dabei immer so einen informativen und sachlichen Tonfall beibehältst, obwohl du deine Meinung deutlich präsentierst. Es ist wirklich angenehm zu lesen - und ich freue mich immer über Uploads, obwohl einem das Thema ja eigentlich aus den Ohren rauskommt.

Tolle Arbeit!!

xx

Antwort von Demelza am 07.04.2021 | 18:45 Uhr
Freut mich, dass dir die Kolumne weiterhin so gut gefällt.
Und ich freue mich wirklich über das Lob für meinen Schreibstil.
Einige Kapitel gibt das Thema sicher noch her.
Danke fürs Review.
Lg.Demelza
07.04.2021 | 09:28 Uhr
Hi,
Ich finde die Behauptung, die Pandemie sei ein Plan, um eine Weltordnung zu schaffen absolut bescheuert. Es zeugt für mich davon, dass man einfach dumm ist. Es geht mir persönlich gar nicht darum, wie intelligent jemand von IQ oder auch EQ her ist, sondern darum, dass ich dieses Verhalten dumm finde.
Man merkt doch, wie schwer Covid 19 der Politik zu schaffen macht. Es ist allerdings möglich, dass es mit dem Klimawandel zu tun hat. Ich finde es übrigens schockierend, dass man immer wieder Demonstrationen von Querdenkern sieht, obwohl gerade diese Corona bestärken und meiner Meinung nach absolut dämlich sind. Ich bin ja für eine Impfpflicht für alle, auch wenn das eigentlich mit der Entscheidungsfreiheit kollidiert, die ja im Grundgesetz verankert ist. Denn nur durch genug Impfungen kann Corona aufgehalten werden. Immerhin sollen jetzt auch Hausärzte impfen dürfen.

Antwort von Demelza am 07.04.2021 | 18:44 Uhr
Wie schon geschrieben, finde ich diese Verschwörungstheorie auch absolut aus der Luft gegriffen.
Wenn die Politik schon vorher von der Pandemie wusste, dann spielt sie wirklich gut den Ahnungslosen.
Joa, die Querdenker demonstrieren munter weiter.
Impfen wird auch noch mal ein Thema in einem der nächsten Kapitel werden.
Danke fürs Review.
04.04.2021 | 17:51 Uhr
Huhu :)
Puh, in diesen Momenten bin ich froh, niemanden zu kennen, den man zu dieser Szene zählen kann.
Freunde kann man wenigstens ignorieren, aber wenn es die eigene Mutter ist, ist das ein ganz anderes Thema. Ich beneide dich da kein bisschen drum und du hast mein Mitleid, denn man kann auch nicht diskutieren mit diesen Leuten. Weil sie ja die Erleuchteten sind oder so.
So wie es klingt, hast du wenigstens deinen Vater auf deiner Seite? Das ist wahrscheinlich ein kleiner Trost für dich.
Ich finde es auch interessant, dass deine Mutter nicht von Anfang an so gedacht hat. Denn irgendwie hatte ich immer im Kopf, dass Querdenker von Anfang an dagegen waren. Wie die AfD-Abgeordneten, die ja auch schon etliche Diskussionen im Bundestag über Masken geführt haben. Wobei ich bis heute nicht verstehen kann, wie man dieses nicht störende Stück Stoff als Freiheitsberaubung ansehen kann.
Trotz allem scheint ihr eine Art friedliche Ko-Existenz gefunden zu haben, zumindest bis jetzt. Da habe ich Respekt davor, denn ich glaube, ich könnte das nicht still hinnehmen, da bin ich nicht der Typ dazu. Allein weil ich aus Neugier immer mal wieder diesen einen Telegram-Kanal anschaue und nur fassungslos den Kopf schüttle, dass Leute DAS glauben können.
Aber ich habe mit meiner Mutter auch schon Diskussionen geführt, es hat mit den Impfstoffen angefangen und geht momentan in Richtung der Kontaktbeschränkungen, weil sie keine Lust mehr darauf hat. Nun, das hat niemand, aber trotzdem ist das noch kein Grund, diese zu ignorieren. Zumindest ist das meine Meinung dazu.
Alles in allem finde ich deine kleine "Reportage" wirklich informativ und für mich gibt es doch Lösungsmöglichkeiten, falls ich in eine ähnliche Situation kommen sollte. Also eine Lösung neben dem Kontaktabbruch.
LG, Angel

Antwort von Demelza am 04.04.2021 | 18:17 Uhr
Hallo,
glaub mir, da darfst du auch froh sein, niemanden aus der Querdenker-Szene zu kennen. Nach über einem halben Jahr ist es wirklich nicht mehr lustig, sich ständig die Propaganda anhören zu dürfen.
Mittlerweile bin ich aber auch schon ganz gut darin, meine Mutter in dieser Hinsicht zu ignorieren.
Mein Vater ist eher irgendwo in der Mitte. So ganz zufrieden mit der Regierung ist er auch nicht, aber er rennt auch nicht zu irgendwelchen Demos.
Diese Masken-Debatte kann ich auch nicht so ganz verstehen. Es muss wohl Teil ihrer Ideologie sein, dass die Maske ein Teichen der Unterdrückung ist.
Ich habe gar kein Telegramm. Einerseits will ich das ganze Zeug gar nicht sehen und andererseits hat mein Handy einfach keinen Speicherplatz mehr für die App. ;)

Freut mich, dass dir die Kolumne so gut gefällt.
Danke fürs Review.
Lg.Demelza
24.03.2021 | 23:17 Uhr
Hoffentlich hast Du Dich damals auch vorsichtshalber an die 10 Tage Quarantäne gehalten. Greta Thunberg hatte ja such vermeldet, Corona gehabt zu haben. Sie hätte die Quarantäne eingehalten, und dann war alles wieder in Ordnung.
LG Bihi

Antwort von Demelza am 24.03.2021 | 23:46 Uhr
Wie gesagt, ich würde damals gar nicht getestet. Damals hieß es, auch beim Arzt noch: Kein Aufenthalt im Risikogebiet= kein Test= keine Quarantäne.
Meine Eltern waren damals zwar noch keine Querdenker, aber mich über eine Woche nicht in die Schule zu schicken, wenn ich gesund bin, hätten sie auch damals auch schon nicht gemacht. Und im Januar/Februar/März war ich bisher beinahe jedes Jahr mal mit einer Erkältung krank zuhause.
Ich war damals also drei Tage zuhause und dann wieder zwei Tage in der Schule- und dann war ja schon der Lockdown.
Danke fürs Review.
Lg.Demelza
Sophie (anonymer Benutzer)
20.03.2021 | 18:18 Uhr
Hey :)
Ich hatte mich ja schon vorhin bei Deiner Geschichte über Remus und die Werwölfe gemeldet. Und da ich nach dem homeoffice noch etwas zum Lachen brauchte, dachte ich, ich schaue mal bei Dir aufm Profil vorbei.
Die Kolumne finde ich super. Es ist toll, wie differenziert und mit Abstand Du über das Leben mit Deiner Mutter berichtest. Für mich war es auch wirklich interessant zu sehen, was die Querdenker so denken etc. ein bisschen was kriegt man ja mit, aber so ganz kann ich diese absolut nicht faktisch belegten Verschwörungstheorien nicht glauben.
Danke für diesen Einblick in Dein Leben, ich wünsche Dir viel Kraft zum Durchhalten!
Sophie

Antwort von Demelza am 20.03.2021 | 22:01 Uhr
Freut mich, dass du vorbeischaust und natürlich auch, dass dir die Kolumne so gut gefällt.
Was die Querdenker jetzt genau denken und machen, weiß ich auch nicht, ich bekomme ja nur das mit, was meine Mutter erzählt. Aber wie ich sie kenne erzählt sie so gut wie alles, was die Querdenker denken. Ich kann sagen, wenn man die ganze Verschwörungstheorie kennt, versteht man sie auch nicht.
Danke fürs Review.
Lg.Demelza
vsc (anonymer Benutzer)
20.03.2021 | 13:31 Uhr
Hey, finde deine Kolumne gut gelungen und es war interessant zu lesen, wie deine Mutter sich langsam in eine Querdenkerin verwandelt, obwohl sie am Anfang der Krise die Regeln noch einhalten wollte. Die Coronamaßnahmen nerven alle Menschen und während dieser Zeit ein Freiheitskämpfer zu sein, ist wohl eine gute Ablenkung für manche.

Ich kann deine Lage sehr gut nachvollziehen, da meine Eltern auch in die Verschwörungstheoretikerschiene gerutscht sind, jedoch schon vor ein paar Jahren. Der Querdenkerszene haben sie sich natürlich auch angeschlossen, über Neuigkeiten aus ihren Telegrammchats berichten sie mir fast täglich.

Ich wünschte, ich könnte sie irgendwie aus ihrem Loch befreien, aber ich glaube, dass sie durch logische Argumente nicht überzeugt werden können. Und außerdem brauche ich noch Finanzierung während des Studiums hahahaha
Hoffentlich sieht es für deine Mam besser aus, die ja "nur" Querdenkerin zu sein scheint und noch nicht irgendwelchen eher rechten Communitys beigetreten ist. Ich hoffe für dich, dass nach der Coronakrise (die sich hoffentlich auch bald verbessert) deine Mutter ihre (Internet)freunde aus den Querdenkerkreisen hinter sich lässt. Solche Gruppen sind echt gefährlich und obwohl Eltern oft sagen "Glaub nicht alles, was du im Internet liest", sind selber auch anfällig für die Fänge der Verschwörungstheoretikerzirkel. Und leider scheint es immer schwieriger da raus zu kommen, desto länger man drinnen ist. Aber es ist eben einfacher zu denken, dass man zu den Wissenden gehört, als zuzugeben, dass man mit seinen Theorien sehr daneben liegt.

Viele Grüße

Antwort von Demelza am 20.03.2021 | 14:31 Uhr
Freut mich, dass du dir Kolumne interessant findest.
Das ist tatsächlich das erste Review, in dem jemand schreibt, dass seine Eltern auch in der Querdenkerszene sind. Interessant, dass wir fast dasselbe erleben.
Bei rechten Communities ist meine Mutter zum Glück noch nicht.
Ich bin auch schon gespannt, wie meine Mutter reagiert, wenn die Corona-Krise vorbei ist und die Querdenker doch nicht recht hatten.
Dir auch noch Viel Glück und Durchhaltevermögen mit deinen Eltern.
Danke fürs Review.
Lg.Demelza
18.03.2021 | 15:55 Uhr
Sehr spannend zu lesen, wie sich eine Person aus dem Haushalt so tief in die Querdenker-Szene absenken kann, während die beiden anderen Haushaltsmitglieder die Distanz dazu waren.
Fragen die sich mir stellen sind:
- Wie kann es sein, dass sie selbst nicht merkt, dass sie in diese Szene abgerutscht ist?
- Wie gehen du und dein Vater damit um?
- Inwiefern beeinflusst das ganze Querdenker-Thema euren Familienalltag?
- Meinst du Frau Querdenkerin würde ihre Meinung und ihr Verhalten ändern, wenn jemand aus eurem Bekanntenkreis betroffen wäre?
- Gab es wegen Regelverstößen schon negative Konsequenzen? Bspw. Verwarnungen im Supermarkt oder sogar Bußgelder wegen Regelverstößen bei Demos?
Ich weiß, dass das tlw. sehr private Fragen sind und man nicht unbedingt öffentlich im Internet darüber sprechen möchte. Sollte ich mit einer der Fragen ein ungutes Gefühl verursacht haben entschuldige ich mich dafür. Vielleicht dient die ein oder andere Frage aber auch als Inspiration für weitere Kapitel.
Ich wünsche dir weiterhin gute Nerven mit Frau Querdenkerin und einen schönen Tag.

Antwort von Demelza am 18.03.2021 | 23:47 Uhr
Freut mich erstmal, dass du die Kolumne interessant findest.
Kein Problem, ich beantworte die Fragen gerne. Und es sind auch keine zu privaten Fragen dabei, immerhin schreibe ich über das Thema ja im Internet, um öffentlich damit umzugehen.
- Ich denke, sie sieht das ganze nicht als abrutschen in eine Szene, sondern als das Finden der Wahrheit. Das hat sie heute sogar noch mal betont.
- Ich mache einen auf rebellischen Teenager, was in diesem Fall bedeutet, ich halte mich an die Regeln der Regierung. Meinen Vater kann ich selbst nicht so genau einordnen. Teilweise scheint er gewisse Ansichten der Querdenker zu teilen, teilweise macht er sich auch mit mir ein wenig darüber lustig.
- Das Thema Querdenker dominiert seit über einem halben Jahr jeden Tag die Gesprächsthemen, ich kann mich an keinen einzigen Tag erinnern, an dem das Thema nicht angeschnitten wurde. Mittlerweile verlasse ich entweder das Zimmer, wenn das Thema angeschnitten wird oder ich versuche mich abzulenken und nicht zuzuhören. Ich will einfach nicht in Gefahr kommen, selbst in die Szene abzurutschen.
- Es gibt sogar einige Bekannte, die Corona hatten. Aber bei denen war nur wie eine normale Grippe oder Erkältung. Es musste niemand ins Krankenhaus, hat mit Spätfolgen zu kämpfen oder ist gar gestorben.
- Bisher gab es noch keine Konsequenzen. Allerdings ist seit zwei Wochen Polizei bei den wöchentlichen Demos.

Bisher sieht es so aus, als würde Frau Querdenkerin mir noch einige Zeit Material für Kapitel liefern.
Danke fürs Review.
Lg.Demelza
18.03.2021 | 10:56 Uhr
Der Vergleich mit Influenza stand ja ganz am Anfang durchaus auch in (peripheren) Fachkreisen im Raum, einfach weil man noch so gut wie nichts wußte und irgendetwas brauchte, um die Situation einschätzen und Reaktionen ableiten zu können. Allerdings war recht schnell (noch im letzten Früjhahr) klar, daß dieser Erreger eben doch anders ist. Ja, Grippe ist eine heftige Krankheit mit Fieber und Gliederschmerzen, die regelmäßig Leute ins Krankenhaus oder auch ins Grab befördert. Es gibt auch Patienten mit Langzeitfolgen (Verlust des Geruchssinns, Schädigung des Herzmuskels, Letzteres vor allem, wenn man sich zu früh wieder zu stark belastet). Aber das Ausmaß ist einfach ein anderes. Vor Monaten habe ich von einer Studie aus der Schweiz gelesen, nach deren Erhebung bis zu 1/4 der Corona-Infizierten nach 2 Monaten noch mindestens ein persistierendes Symptom hatten (z.B. Husten, Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Einschränkung des Geruchssinns). Das ist gruselig. Eine normale Grippewelle hinterläßt keine Unzahlen an dauerkranken Menschen. Sie sorgt nicht dafür, daß ganze Krankenhausstationen umgewidmet werden müssen, Bestatter Sonderschichten fahren und teilweise die Leichensäcke knapp werden. Die Fakten sind längst da. Aber irgendwie gibt es sehr viele Menschen, die sie bewußt ignorieren. Das ist ein bißchen so wie früher als kleines Kind im dunklen Zimmer: Wenn ich mich unter der Bettdecke verstecke, bin ich sicher. Ich sehe die Monster nicht, also sehen sie mich nicht. Leider läßt sich unser aktuelles gemeinsames Problem so nicht lösen.

Es gibt auch Leute, die Autos mit Anti-Schutzmaßnahmen- und Anti-Test-Propaganda vor Schulen parken und so die Schüler, die sich ja für die Rückkehr in den Unterricht testen müssen, verunsichern. Leider läßt sich das nicht verhindern, es sei denn, dort wäre Parkverbot.

Antwort von Demelza am 18.03.2021 | 23:39 Uhr
Ich kann dir beim Vergleich von Grippe und Corona nur zustimmen, einige der Punkte, die du ansprichst, hatte ich schon gar nicht mehr im Kopf.
Schulkinder mit solchen Aktionen zu verunsichern, finde ich wirklich das letzte. Ich selbst habe so etwas zum Glück noch nicht mitbekommen. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass jüngere Kinder, die eh schon durch die ganze Situation verunsichert sind, durch solche Aktionen gar nicht mehr wissen, was sie denn nun glauben sollen und was nicht.
Danke fürs Review.
Lg.Demelza
17.03.2021 | 21:48 Uhr
Hi,
Ich bin müde. Vielleicht ist das der springende Punkt: die Querdenker kommen mit ihrer eigenen Corona-müdigkeit nicht klar. Deshalb behaupten sie einerseits Corona sei vergleichbar mit der Grippe und andererseits, dass sie ja für unsere Freiheit seien, weil sie ihre Einstellung besonders toll und klug finden. Man liest, wenn man so doof ist und sämtliche Kommentare liest, immer wieder, dass man selbst das Gehirn anschalten sollte und sich nicht brav an alle Maßnahmen halten solle.
Wenn man nur das eigene Wohlbefinden in den Vordergrund stellt, ist man sehr egoistisch.

Antwort von Demelza am 17.03.2021 | 22:26 Uhr
Dass mit dem Gehirn einschalten, ist wirklich eine der Lieblingsfloskeln der Querdenker. Aber was bringt es einem denn, wenn man "das Gehirn einschaltet" und aufhört sich an die Maßnahmen zu halten, gegen sie wettert und andere auch dazu anstiftet? Die Maßnahmen werden sich dadurch nicht ändern, man ärgert sich doch nur permanent und steckt am Ende wahrscheinlich noch jemanden an.
Danke fürs Review.
Lg.Demelza
16.03.2021 | 15:02 Uhr
Hallo Demelza,

Es ist bedrückend zu lesen, wie dieses Abdriften Deiner Mutter in diese Szene von statten ging und geht.

Diese gesamte Bewegung ist offen gestanden für mich ein Rätsel. - Dass man gerade in Ausnahmesituationen nach Antworten sucht, das ist verständlich, keine Frage. Dass man sich aber von derartig unlogischen Pseudofakten vereinnahmen lässt und nicht merkt, wie,absurd deren Ideen sind, das kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen.

Gerade die Demo in Berlin Ende August hat mich persönlich zutiefst entsetzt. Wie das gut zu heißen geht, wird mir wohl nie einleuchten...

Glücklicherweise ist in meinem Umfeld (zumindest meines Wissen nach) niemand, der dieser Gruppe angehört. Deshalb war es für mich sehr interessant Deine Kolumne zu lesen und so zu erfahren, wie sich das in der Familie auswirkt.

Die Sprachloskeit, die Du speziell im letzten Kapitel beschreibst, finde ich schlimm. Gut, ich bin selbst Mutter und habe naturgemäß zu einigen Dingen eine andere Meinung als mein Kind. Aber die Vorstellung, egal welche Perspektive ich einnehme, dass man gemeinsam am Tisch sitzt und sich nicht unterhalten kann, weil das Gegenüber auch optisch (durch Handy Zeitschriften, Buch) eine Distanz unterstreicht, da bekomme ich Gänsehaut.

Dass Du all das hier dokumentiert- Chapeau! Es gehört mit Sicherheit Mut dazu, wo auch immer ganz klar zu sagen/schreiben, dass ein Elternteil derartigen Ideologien auf den Leim geht.

Ich habe diesen Beitrag zu meinen Favos genommen und wünsche Dir gute Nerven, ein dickes Fell und gute Freunde, die Dir zuhören, wenn Du Referendare hast.

LG Lara

Antwort von Demelza am 16.03.2021 | 20:55 Uhr
Erstmal danke für die Favorisierung. Als ich mit dieser Kolumne angefangen habe, hätte ich nie gedacht, dass es überhaupt jemanden interessiert. Aber die Rückmeldung ist wirklich überwiegend positiv. Das motiviert natürlich zum Weiterschreiben.
Vermutlich hätte ich mich auch nicht zu dieser Kolumne überwinden können, wenn ich nicht schon Erfahrung mit dem Schreiben meiner eigenen Meinung hätte. Aber ich habe seit über 1,5 Jahren eine Harry Potter FF, in der ich auch teilweise meine eigene Meinung zu Themen schreibe.

Abdriften würde ich das Rückblickend auch gar nicht mehr nennen. Das war eher ein Sprung in die Szene, als ein langsames Reingleiten.
Ich finde es mittlerweile schon fast erstaunlich, wie gut die Querdenker Fakten ignorieren oder zurecht biegen können.
So weit ich es im August mitbekommen habe, war für meine Mutter das Problem, wie die Polizei und die Presse mit den Demonstranten umgegangen sind. Dadurch hat sich wohl eine Sympathie für die Querdenker entwickelt.

Ich kann mir gut vorstellen, dass es interessant ist einen kleinen Einblick in die Querdenker zu bekommen, wenn man selbst keine Berührungspunkte damit hat. Natürlich ist das hier eine Kolumne, aber alles, was ich schreibe, ist wirklich so passiert oder passiert immer noch. Ich habe mir nichts davon ausgedacht!

Was die Situation beim Essen angeht: Bei uns war es schon früher üblich, dass man mal sein Handy dabei hatte und ich habe auch früher schon mal nebenbei eine Zeitschrift angeschaut oder ein Buch gelesen, einfach weil ich beim Essen nebenbei immer etwas zu tun. Essen alleine reicht mir als Beschäftigung nicht. Wenn ich keine Ablenken (Gespräch, Serie, Buch,etc.) habe, verliere ich schnell die Lust am Essen, weil ich das Gefühl habe, der Teller will einfach nicht leer werden und dann höre ich schon mal mit dem Essen auf, obwohl ich noch gar nicht fertig wäre. Dazu bin ich ein sehr langsamer Esser und oft die letzte am Tisch. Deshalb habe ich früher schon öfter ein Buch oder eine Zeitschrift mitgenommen und dann angefangen zu lesen, wenn die anderen mit Essen fertig waren.
Natürlich reden wir beim Essen immer noch, zumindest ein wenig. Aber meinen Teil habe ich oft schnell erzählt und wenn meine Eltern dann über ein Thema reden, dass mich nicht interessiert, beschäftige ich mich eben anders. Ich habe auch oft ein Buch dabei, ohne es beim Essen überhaupt aufzuschlagen. Aber für alle Fälle nehme ich es einmal mit, falls meine Mutter wieder mit einem Vortrag über Querdenker anfängt.
Mittlerweile scheint es ihr auch ganz recht zu sein, wenn ich mich beim Essen selbst beschäftige, dann kann sie ihre Videos auch beim Essen oder gleich nach dem Essen schauen und muss kein schlechtes Gewissen habe.
Und mir ist es ehrlich gesagt lieber, wir schweigen uns an und jeder beschäftigt sich selbst, als wenn wir den ewigen Streit über die Maßnahmen auspacken.

Danke fürs Review.
Lg.Demelza
12.03.2021 | 18:57 Uhr
Hallo :)

Ich habe inhaltlich wirklich gar nicht viel zu sagen, sondern will dir einfach nur ein Kompliment dafür machen, wie mutig und gut formuliert ich diese Kolumne finde. Es tut mir sehr leid für dich, dass du in dieser Situation steckst und ich hoffe, dass diese Texte wenigstens ein kleines Ventil für dich sind. Vielen Dank fürs Teilen!

xx

Antwort von Demelza am 12.03.2021 | 19:51 Uhr
Vielen Dank für das Kompliment. Das freut mich wirklich sehr.
Und diese Kolumne ist wirklich eine gute Möglichkeit, damit umzugehen. Und dadurch habe ich mich auch mal an einer Kolumne versucht.
Danke fürs Review.
Lg.Demelza
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