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Reviews 1 bis 10 (von 10 insgesamt):
Kristall-Snow (anonymer Benutzer)
21.01.2021 | 01:32 Uhr
Hallo Thomas, diesmal hast du ohne viel Worte es auf den Punkt gebracht was für einen tiefen Abgrund den Menschen im Leben wie ein, so habe ich das Gefühl gehabt, Feuerwirbel der Zerstörung auf einen zurauschen kann, indem man bewusst oder unbewusst Dinge tut, aus welchen man, sich nicht mehr befreien kann (Dämon) und zum Schluss alles um sich herum, um es mit Verlaub mit deinen Worten auszudrücken,, In Scherben bricht"
Danke für deinen herausragenden Text, welcher ein wahrlich fesseln tut.
Gruß Karin =)

Antwort von Thomas Heinrich am 21.01.2021 | 15:33 Uhr
Hallo Karin,

vielen Dank für Dein Review!

In diesem Gedicht ging es mir vor allem um eine gesteigerte Aggressivität, die schon seit einiger Zeit in der Luft zu liegen scheint und der sich kaum jemand so richtig entziehen kann - und wir (damit meine ich jetzt die Menschheit insgesamt) sollten zusehen, daß wir uns dem Einfluß dieser Aggressivität, dieses "Dämons" möglichst wieder entziehen, bevor daraus ein wirklich großes Unglück entsteht.

Liebe Grüße,
Thomas
20.01.2021 | 02:16 Uhr
Hallo Thomas,

Wie versprochen lese ich auch die anderen tollen Sachen, die so verfasst hast. Ich glaube, jeder Mensch interpretiert die Sache mit dem Dämon anders. Das muss ich sagen, dass ich die anderen Reviews gelesen habe.

Ich finde in jedem Menschen steckt etwas gutes oder böses. Schon immer haben wir dafür verschiedene Namen gegeben, sei es nun ein Dämon oder dem Teufel persönlich. Schon immer wollten Menschen die Welt verändern und vernichten, da wäre Hitler oder Napoleon.

Es ist immer leicht es auf einen Dämon alles abzuschieben, doch tragen wir die Verantwortung für unser Handeln und niemandem anderem. Wir haben es in der Hand, wir das Volk haben die Wahl.

Ich bedanke mich für dieses Gedicht und für die Warnung, die es beinhaltet.
Liebe Grüße
Savonarola

Antwort von Thomas Heinrich am 20.01.2021 | 06:01 Uhr
Guten Morgen Savonarola,

vielen Dank für Dein Review!

Zu den Interpretationsmöglichkeiten muß ich wohl gar nicht mehr viel sagen, da Du ja erwähnt hast, daß Du auch die anderen Reviews (und damit sicherlich auch meine entsprechenden Antworten) gelesen hast, und da habe ich mir ja ein wenig in die Karten blicken lassen. Und eigentlich sollte ein Autor sich auch möglichst wenig selbst interpretieren...

Ich begnüge mich daher mit der Anmerkung, daß der Dämon natürlich symbolisch zu verstehen ist und eigentlich in uns selbst steckt - wie auch die Zerstörungskraft, die er besitzt.

Liebe Grüße,
Thomas
03.01.2021 | 22:21 Uhr
Hallo Thomas,
wieder einmal ein Kleinod unter den Gedichten. Sehr bedrückend, aber leider auch sehr wahr. Man kann sich kaum noch der zunehmend düsteren Stimmung entziehen, die gerade vorzuherrschen scheint. Wir werden im Umgang miteinander immer unsicherer, bedrohlicher, aggressiver. Das Bild eines Dämons, der die Welt in seinen Krallen hält, ist da ziemlich passend. Eigentlich müsste man verzweifeln.
Ich kann nicht vorhersehen, auf welche Katastrophe wir zusteuern. Ich kann nur eines tun: ab und zu einen winzigen Funken Hoffnung zu streuen, für mich selbst und andere. Ich wünsche dir, dass du außer Dämonen auch noch etwas anderes findest.
Lieben Gruß
Nesaja

Antwort von Thomas Heinrich am 04.01.2021 | 15:27 Uhr
Hallo Nesaja,

vielen Dank für Dein Review!

Zur Zeit scheint mal wieder "die große Gereiztheit" (so heißt ein Unterkapitel im "Zauberberg", den ich kurz vorher gerade mal wieder gelesen hatte) in der Luft zu liegen, wobei ich mich selbst davon nicht ausnehmen möchte, ich merke es nämlich auch, daß ich über Dinge, über die ich früher nur gelacht hätte, in Wut gerate. Aber man sollte sich gegen diesen Dämon zur Wehr setzen, sonst gehen wir uns wirklich alle bald gegenseitig an die Gurgel.

Liebe Grüße,
Thomas
21.11.2020 | 01:04 Uhr
Hallo werter Thomas,

Erinnerst du dich eventuell noch an eine meiner in einer Reviewantwort an dich getätigten Aussagen, wo ich voller Ernst behauptete, dass ich heutzutage nicht mehr so recht einen Unterschied zwischen der Realität und einen satirischen Werk sehen kann? Dasselbe empfinde ich nebenbei zunehmend beim Horror und mir wirkt die Welt jeden Tag ein Stückchen mehr wie ein gewaltiges, groteskes Theater in welchem Humor und Tragödie sich in verstörenden wie auch unglaublich dämlichen Gewändern voller finsteren Stolz präsentieren... So erscheint mir dieses Großartig in all seinem Schrecken verfasste Gedicht aus deiner Feder auch wie ein Spiegel der Realität, wo du mit passenden Wortbildern wie auch der Rolle des Dämons, welcher wohl die Schattenseiten des menschlichen Wesens in personifizierter Form darstellen soll, die derzeitigen Zustände der Welt schilderst.

Ein wahrhaft dunkles wie auch zutiefst zynisches Bild voller Hoffnungslosigkeit malst du hier mithilfe bittersüßer Worte. Rein vom Stil her eine Meisterleistung, wie ich als Laie zumindest denke, und vom Inhaltlichen her sehr verstörend... All der Wahnsinn, die Anspielung auf die verschiedenen Extremisten, zunehmende Verblödung wo das Auge nur reicht (und nicht reicht), so viel Zerstörung, eine instabile Lage, Verzweiflung überall... Mit diesen Aussichten käme man sicher dazu, zu denken, dass sich die Menschheit selbst auslöschen wird! Ich selbst bin da aber weitaus optimistischer oder pessimistischer (keine Ahnung genau was), denn ich glaube, dass auch wenn die Zivilisation zusammenbricht noch immer genug Menschen wie hartnäckiges Ungeziefer überleben und alles wiederholen werden...

Dieses Gedicht hat mich deprimiert, aber sehr beeindruckt. Darum habe ich gerne bereits vor einer Weile einen Stern vergeben und lasse nun nur diese vielleicht etwas nichtssagende Rückmeldung zurück.

Mit freundlichen Grüssen
Jonathan Ghost

Antwort von Thomas Heinrich am 21.11.2020 | 17:10 Uhr
Hallo lieber Jonathan,

vielen Dank für Dein Review!

An Deine konkrete Bemerkung erinnere ich mich im Moment zwar gerade nicht mehr so richtig, aber zutreffend ist sie allemal (was sich zum Beispiel bei Verschwörungstheorien zeigt - die kann man eigentlich nicht parodieren, weil es immer irgendeinen Irren gibt, der die Parodie dann für bare Münze hält). Und daß dies nicht nur für die Satire, sondern auch den Horror gilt, ist ebenfalls richtig.

Wie ich schon in meinen Antworten auf einige der früheren Reviews erwähnt habe, inspierierte mich hier ein wenig "Der Zauberberg"; dessen vorletztes (Unter)kapitel trägt den Titel "Die große Gereiztheit", die dort auch als eine Art von "Dämon" bezeichnet wird, dem kaum jemand sich recht entziehen kann. Da geht es zwar um die Tage kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs, aber ich habe gegenwärtig den Eindruck, als ob die große Gereiztheit wieder ausgebrochen wäre und die Menschen allmählich in einen massenweise ausbrechenden Irrsinn treibt.

Ansonsten habe ich in dem Gedicht vor allem lyrische und sehr komprimierte Beschreibung der Gegenwart vorgenommen. Was das Ende betrifft, so will ich mal auf zwei von Isaak Asimov in einem seiner Sachbücher geprägten Termini zurückgreifen: das besagte Buch handelt von Katastrophen, wobei Asimov mit Katastrophen beginnt, die das ganze Universum betreffen, und dann zu weniger umfassenden, dafür aber um so wahrscheinlicheren Katastrophen zu kommen: dabei nennt er die Auslöschung der Menschheit eine "Katastrophe der vierten Art", einen Zusammenbruch der Zivilisation eine"Katastrophe der fünften Art". Ich persönlich glaube, daß wir dicht vor einer Katastrophe der fünften Art stehen und daß die Chance, sie noch abzuwenden, wohl nicht größer als 10% sein dürfte. Die entscheidende Frage ist dann eben nur, ob es dann bei einer Katastrophe der fünften Art bleibt oder ob daraus doch eine Katastrophe der vierten Art wird.

Liebe Grüße,
Thomas
09.11.2020 | 21:35 Uhr
Lieber Thomas,

dein Gedicht liest sich wunderbar flüssig, wie die Wellen, die in regelmäßigen Abständen an den Strand gespült werden.
Doch romantisch ist dein Gedicht keinesfalls. Es erinnert eher an den, der die Wahl gern gewonnen hätte, aber nicht hat. An ihn musste ich denken, als du von deinem Dämon erzähltest.
Der Dämon kann aber auch der Corona-Virus sein. Er verhält sich genauso.
Vielleicht ist es aber auch der Dämon, den jeder von uns in sich trägt und mit dem wir zu kämpfen haben.
An alle Dämonen, die da wüten. Verschwindet!!!

Erstklassiges Gedicht. Es bekommt natürlich einen Stern

herzliche Grüße
Maggie

Antwort von Thomas Heinrich am 10.11.2020 | 05:47 Uhr
Hallo Maggie,

vielen Dank für Dein Review!

Romantisch ist dieses Gedicht bestimmt nicht, das sind meine Gedichte ohnehin selten (außer vielleicht einige der Naturgedichte). Ich dachte bei dem Dämon eigentlich nicht so sehr an eine bestimmte Person (obwohl es sehr naheliegend ist, an den abgewählten Wüterich zu denken, der hoffentlich bald verschwinden wird), sondern eher an ein allgemeines Klima, dem kaum ein Mensch sich gänzlich entziehen kann.

Eigentlich hat mich "Der Zauberberg" darauf gebracht, denn ich habe diesen Roman (übrigens eines meiner Lieblingsbücher) vor kurzem mal wieder gelesen, und da gibt es ein (Unter)kapitel mit dem Titel "Die große Gereiztheit". Das fängt zwar die Atmosphäre kurz vor dem Beginn des Ersten Weltkriegs ein, aber beim Lesen hatte ich das Gefühl, daß genau diese große Gereiztheit wieder ausgebrochen sei. Ich merke es sogar an mir selbst: während ich mich früher, um ein Beispiel zu nennen, über die Leute, die Verschwörungsideologien verbreiten, noch lustig machen konnte, werde ich beim Gedanken an solche Personen zunehmend aggressiv. Es ist außerordentlich schwierig, sich einer solchen aufgeladenen Stimmung zu entziehen.

Aber natürlich bedanke ich mich herzlich für Deine freundlichen Worte und auch den Stern.

Liebe Grüße,
Thomas
07.11.2020 | 14:05 Uhr
Ein Gedicht, was mich persönlich sehr zum Nachdenken anregt, auch wenn es einen mystischen und gruseligen Touch hat. Gefällt mir wirklich sehr gut.
Alles Liebe, Amy

Antwort von Thomas Heinrich am 07.11.2020 | 15:03 Uhr
Hallo Amy,

vielen Dank für Dein Review,

und schön, daß ich Dich mit meinem Gedicht "erreichen" konnte. Eigentlich ist es ja ein Kommentar zur momentanen Weltlage, aber ich verkleide so etwas ganz gern mal in einem fantastischen Gewand.

Liebe Grüße,
Thomas
06.11.2020 | 14:54 Uhr
Hallo Thomas,

das Gedicht - das Du hier als Block geschrieben hast, das aber auch in 4-4-4-2 Strophenform wie ein englisches Sonett stehen könnte (was ich Dir ja auch nicht zu sagen brauche) - ist formal und auch von der Wortwahl her wunderbar geschrieben.

Mit dem total pessimistischen Gedankengang tue ich mich auch in dieser schwierigen Zeit noch immer sehr schwer (und darüber bin ich auch kein bisschen unglücklich!), weil ich gerade in Krisensituationen an das Körnchen Gute glaube, das sich dann mehrt und für Veränderung im positiven Sinn sorgt.

Aber ich gebe Dir schon Recht: Die Krisen nehmen aktuell bzgl. Anzahl und Schweregrad zu (Klima, Covid, US-Wahl um nur die aktuellsten zu nennen) - und es ist derzeit auch sehr, sehr viel Unverstand "unterwegs".

Oder ist es einfach die Entropie, das Chaos, das zunimmt - mit dem Menschen als Chaos-Attraktor, der gerade so ja auch zum Menschsein wurde?

Momentan bin ich mir nicht einmal sicher, ob meine etwas optimistischeren Gedanken nicht so etwas wie unwillkürlicher, reflexartiger Selbstschutz sind (was übrigens auch seine Berechtigung hätte *grins*).

So bleibt uns nichts, als abzuwarten, ob Dein Szenario und letztlich Deine letzten beiden Verse zutreffen werden ...

Liebe Grüße und Dir schon einmal ein schönes Wochenende
Norbert

Antwort von Thomas Heinrich am 06.11.2020 | 15:27 Uhr
Hallo Norbert,

vielen Dank für Dein Review!

Zunächst mal zum Formalen: ich sehe dies schon als Sonett in der englischen Form an, aber ich hielt es hier für angebracht, die drei Quartette und das abschließende Couplet nicht voneinander zu trennen, sondern diesmal das ganze Gedicht in einem Block zu schreiben.

Was den Inhalt betrifft, so habe ich momentan wirklich den Eindruck, als ob der Wahnsinn grassieren würde. (Dazu noch eine Randbemerkung, die ich auch schon in meiner Antwort auf das erste Review zu diesem Gedicht untergebracht habe: ich las vor kurzem mal wieder den "Zauberberg", und das vorletzte Unterkapitel trägt den Titel "Die große Gereiztheit" und schildert eine höchst angespannte Atmosphäre, in der sich schon der Ausbruch des Ersten Weltkriegs ankündigt, mit dem das Buch dann endet - das Beklemmende daran war, daß mich diese von Zanksucht und Aggressivität geprägte Atmosphäre unheimlich an die Gegenwart erinnert hat!) Der Ausgang der US-Wahl ist zwar immer noch offen und ein Sieg Bidens noch möglich, aber Tatsache ist, daß ungefähr die Hälfte der Wähler für einen mafiösen Soziopathen gestimmt hat, der sicherlich auch noch ein paar schmutzige Tricks auf Lager haben dürfte; die islamistischen Terroranschläge der letzten Wochen waren auch furchtbar (und gerade solche Taten finden obendrein ja auch sehr häufig Nachahmer) und das Lager der Corona-Leugner scheint auch immer radikaler und gewaltbereiter zu werden und beunruhigt mich momentan mehr als die Pandemie selbst. Vom noch nicht einmal im Ansatz gelösten Problem des Klimawandels ganz zu schweigen...

Natürlich hoffe ich, daß mein Gedicht letztlich nur Schreckensvision bliebt, aber zur Zeit sehe ich die Zivilisation doch eindeutig auf einem Crashkurs - und das mit hoher Geschwindigkeit.

Zu Deiner Hoffnung auf Veränderung im positiven Sinn paßt übrigens der letzte Satz des "Zauberbergs", den ich hier mal zitieren möchte:

"Wird auch aus diesem Weltfest des Todes, auch aus der schlimmen Fieberbrunst, die rings den regnerischen Abendhimmel entzündet, einmal die Liebe steigen?"

Leider erfüllte sich diese Hoffnung nicht, denn was auf den Ersten Weltkrieg folgte, ist ja allgemein bekannt.

Trotzdem wünsche ich Dir auch ein schönes Wochenende!

Liebe Grüße,
Thomas
05.11.2020 | 12:06 Uhr
Hallo Thomas,

ein hartes, aber klares Bild der Welt. Gerne würde ich dir widersprechen, doch zur Zeit fällt einem das sehr schwer.
Stilstisch, wie immer einwandfrei.

Lieben Gruß
Martin

Antwort von Thomas Heinrich am 05.11.2020 | 12:14 Uhr
Hallo Martin,

vielen Dank für Dein Review!

Wie ich schon in meiner Antwort an den Internet-Spatz schrieb, habe ich im Moment gerade das Gefühl, daß die halbe Welt wahnsinnig geworden wäre. Vielleicht ist es sogar mehr als die Hälfte... Also schreibe ich eben Gedichte darüber, das kann ich nämlich recht gut, und sehr viel mehr, als solche Gedichte zu verfassen, kann ich ohnehin nicht machen.

Liebe Grüße,
Thomas
05.11.2020 | 09:08 Uhr
Hallo Thomas Heinrich!

Manchmal bin ich richtig erschöpft von den vielen Berichten über die furchtbaren Dinge die auf der Welt geschehen. Habe den Eindruck, dass die Welt irgendwie abgefuckter und gefährlicher geworden ist. Aber ist das wirklich so? Vielleicht dämonisieren wir uns auch nur untereinander. Es ist dieses Gefühl von Unsicherheit, Angst und Chaos, auf das Politiker wie Trump, Erdogan, Putin usw. ihre Politik gründen. Die Welt ist nicht schlimmer geworden, denn die Geschichte ist durchzogen von solchen Zeiten. Es ist uns allerdings vieles bewusster geworden. Kameras, Internet und vor allem die sozialen Medien. Das ist neu und das ist es was sich verändert hat. Wie wir an Informationen gelangen, wie sie zu uns kommen, wer sie verbreitet und mit welcher Absicht und Auswirkung.
Manchmal frage ich mich bis wann die Existenz unserer gesamten Spezies auf dem Spiel steht.
Ich meide Nachrichten und Informationen in Sozialen Medien, Misstraue jedoch auch den „gründlich recherchiert und verifizierten“ Artikeln in den Zeitungen. Versuche meine eigenen Ansichten in Frage zu stellen und bewahre eine gesunde Menge an Zweifeln.

Obwohl ich schon viel von dir gelesen habe, bin ich immer wieder erstaunt wie gut es dir gelingt über solche Themen Reimgedichte zu schreiben.

Liebe Grüße
herbstlady

Antwort von Thomas Heinrich am 05.11.2020 | 12:06 Uhr
Hallo herbstlady,

vielen Dank für Dein Review!

Chaos und Massenwahn sind keine Erscheinungen unserer Zeit, das ist richtig, sie scheinen eher wellenartig aufzutreten; so gab es im 17. Jahrhundert den mit unvorstellbarer Brutalität geführten Dreißigjährigen Krieg, dann die beiden Weltkriege im 20. Jahrundert und auch skrupellose (und bisweilen wahnsinnige Herrscher) lassen sich vielfach finden, im römischen Reich gleich reihenweise, in der Renaissance, dazu kommen die wirklich psychopathischen Massenmörder wie Dschingis Khan, Josef Stalin oder Adolf Hitler, um nur einige zu nennen.
Was an unsereem Zeitalter wirklich neu ist, das ist die Geschwindigkeit, mit der sich Informationen und auch Unwahrheiten verbreiten. Das kommt auch dem Hang der Menschen zur Selbstdarstellung sehr entgegen - was sich im Extremfall zu Massenmorden steigert, die vom Täter live ins Internet gestellt werden, wie etwa letztes Jahr in Neuseeland geschehen.

Die Existenz der Menschheit steht meiner Ansicht nach schon längst auf dem Spiel, ich glaube sogar, daß der Zusammenbruch der Zivilisation mit großer Wahrscheinlichkeit nur noch eine Frage der Zeit ist - die Frage ist dann eher, ob dieser Zusammenbruch das Ende der Menschheit sein wird oder ob ein Teil von ihr überleben wird und dann vielleicht einen Neubeginn unternehmen kann. Da sich aber an der bösartigen Natur des Menschen nicht so schnell etwas ändern wird, sollte man sich auch von einem solchen eventuellen Neubeginn keine Wunder versprechen... Es wäre also auf alle Fälle besser, den Zusammenbruch noch abzuwenden, aber meine Hoffnung, daß dies gelingt, ist nicht beson ders groß.

Liebe Grüße,
Thomas
04.11.2020 | 18:28 Uhr
Lieber Thomas!
Wie immer gut gereimt.
Vor allem deine Wortwahl in den Reimen begeistert mich hier wieder besonders.
Aber vielleicht sind es ja doch die Menschen und nicht Dämonen, die die Welt ganz alleine ruinieren?
Liebe Grüße.
R ⋈

Antwort von Thomas Heinrich am 04.11.2020 | 19:44 Uhr
Liebe Net Sparrow,

vielen Dank für Dein Review!

Der Dämon ist hier natürlich im übertragenen Sinn zu verstehen: man könnte von Streitsucht, Verblendung, letztlich Massenwahnsinn sprechen. Ich habe während der letzten Wochen gerade mal wieder eines meiner Lieblingsbücher gelesen, Thomas Manns "Der Zauberberg", und das vorletzte (Unter)kapitel trägt die Überschrift "Die große Gereiztheit"; im letzten bricht dann der Erste Weltkrieg aus. Beim Lesen kam es mir so vor, als läse ich etwas über die Gegenwart, denn auch jetzt herrscht wieder die große Gereiztheit - und mehr als nur das. Eigentlich kommt es mir so vor, als ob momentan die halbe Welt wahnsinnig geworden wäre. Insofern hätte ich dieses Gedicht auch in der Rubrik "Politik" veröffentlichen können, wobei ich zunehmend den Eindruck gewinne, daß Politik und Horror ohnehin ein und dasselbe sind...

Liebe Grüße,
Thomas
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