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Review 1 bis 1 (von 1 insgesamt):
07.10.2020 | 16:46 Uhr
Lieber Flachweltmeister!
Ein Haiku, das ganz untypisch für deine Gedichte ist, mir aber umso besser gefallen hat. Mutter halt ;)

Nur sehe ich auch das doch etwas differenziert, auch wenn das deine 10 Wörter überschreitet.
Aus gutem und liebevollem Elternhaus sind schon Verbrecher entstanden, und vernachlässigte Kinder haben etwas aus ihrem Leben gemacht und sind gerade deswegen selbst gute Eltern geworden.

Ich finde - summa summarum - dass die Grundlagen zwar in der Kindheit gelegt werden, eben auch Resilienz, aber ab einem gewissen Alter jeder Erwachsene selbst für sein Leben verantwortlich ist - oder sich Hilfe in Form von therapeutischer Aufarbeitung holen kann.
Liebe Grüße.
R ₪

Antwort von Flachweltmeister am 07.10.2020 | 18:23 Uhr
Lieber Netzspatz,

das kurze Haiku passt schon in den Kontext meiner anderen Gedichte, wird doch die richtungsweisende Macht des liebenden Individuums bezüglich des Wohls oder Unwohls der Zukunft thematisiert. Wer die Liebe aus der Welt schaffen und den Menschen entmenschlichen will, hat seine Rechnung ohne die Mütter (oder Väter) gemacht, die für ihren Nachwuchs schon im frühesten Alter kämpfen, hier: indem sie die Wiege schaukeln.

Meine Theorie ist, dass in erster Linie der Staat erzieht und nicht die Eltern. Beweis dafür soll sein, dass der Staat das Recht hat, Eltern ihr Kind zu entziehen. Das dürfte nicht sein, wenn Eltern mehr zu sagen hätten als Ämter. Daher ist es auch nicht verwunderlich, wenn trotz der Liebe der Eltern die harte Hand des Staats ein Wesen zum Verbrecher erzogen hat.
Das geschundene Kind hat aus seinem Leid gelernt, welche Art von Erziehung falsch ist und wer den falschen Weg kennt, kann leichter den richtigen finden.

Dass die Grundlagen in der Kindheit liegen, stimmt wohl. „Gib mir dein Kind die ersten sieben Jahre, und ich gebe dir den Menschen zurück“, heißt es in einem (angeblich jesuitischen, aber deswegen nicht automatisch unwahren) Sprichwort.
Eine meiner liebsten Redewendungen stammt aber aus einem Kommissar-Haferkamp-"Tatort":
"Jeder muss sich sein Leben selbst zur Sau machen."

Lieben Gruß,
Flachweltmeister
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