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Autor: Bells Poetry
Reviews 1 bis 22 (von 22 insgesamt):
Lala (anonymer Benutzer)
09.04.2021 | 10:55 Uhr
Hallo Bell,
Danke der Nachfrage. Ja, die Klausurenphase ist zum Großteil überstanden. Ich muss nur noch eine Englisch-Klausur, ein paar kleinere Leistungsnachweise (Ausfragen) und halt noch die Abiturprüfungen schreiben und dann habe ich es geschafft.

Kommen wir zur Geschichte:
Dieses Kapitel bringt mich ziemlich zum Nachdenken. In meinen Kopf stellt sich eine Frage immer und immer wieder: Was zum Henker ist da los, dass Mr. Connor und Mr. Jones so zerstreut sind?
Mein erster Gedanke war, dass irgendetwas in ihrem Becher war, aber ich glaube nicht, dass das wirklich der Grund ist, denn wäre ansonsten nicht auch Norrington etwas untergemischt worden?
Dann fiel mir auf, dass Mr. Connor die ganze Zeit einen Schatten beobachtete und dies brachte mich zu einer zweiten Vermutung: Da es sich hier um einen Crossover mit Peter Pan handelt und dieser bekanntermaßen des öfteren seinen Schatten verliert, könnte es etwas mit ihm zu tun haben, aber das passt auch nicht zusammen, denn was hätten Peter bzw. sein Schatten da zu suchen und warum sind Großmutter-super-gruselig (ich weiß auch nicht, aber irgendwie ist die mir unheimlich) und Nídavar dann überhaupt nicht überrascht sondern scheinen dies sogar erwartet zu haben?
Und warum hat die Großmutter so ein großes Interesse an Mr. Connor?
Zum einen macht es mich wahnsinnig, dass mir keine wirklich schlüssige Antwort darauf einfällt und zum anderen macht es mir unglaublich viel Spaß darüber zu spekulieren.(Ich weiß klingt wahrscheinlich ziemlich schräg, aber irgendwie mag ich das und das schürt die Freude auf das nächste Kapitel irgendwie auch noch mehr.)

P.S.: Ein Terrier ist viel zu süß, um ihn mit Beckett zu Vergleichen.(Rein zufälligerweise ist meine Hündin ein Mischling und zum Teil Terrier. ;) )

Ich wünsche dir ein schönes Wochenende und weil ich es das letzte mal vergessen habe: Frohe Ostern nachträglich.
Liebe Grüße,
Lala
Lala (anonymer Benutzer)
29.03.2021 | 22:26 Uhr
Hallo Bell,
Schande über mich. Schon wieder habe ich es versäumt ein Kapitel zu reviewen. Ich entschuldige mich dafür, denn eigentlich hatte ich mir fest vorgenommen dies zu tun, es dann aber völlig vergessen.
Doch dieses mal werde ich es nicht vermasseln. Also kommen wir zum neuen Kapitel:

Endlich sind sie richtig angekommen und werden auch noch so herzlich empfangen. Gleich zwei Morddrohungen. Das bekommt nicht jeder. Da kann Norrington sich geehrt fühlen ;).
Nídavar hat etwas charmantes an sich, dass ihn mir sympathisch macht. Auch wenn er das ziemliche Gegenteil von dem sehr ernsten und disziplinierten Norrington ist...oder vielleicht genau deswegen, denn das macht es für den Leser irgendwie unterhaltsamer. Ich bin nicht besonders gut darin das zu beschreiben, aber ich hoffe, dass du verstehst, was ich damit meine.
Auf jeden Fall freue ich mich schon auf das nächste Kapitel und bin gespannt wie es jetzt weiter geht.

Ich wünsche dir noch eine schöne Woche und wir lesen uns zum nächsten Kapitel wieder (dieses mal ganz sicher, versprochen.)
Liebe Grüße,
Lala

Antwort von Bells Poetry am 08.04.2021 | 20:59 Uhr
Liebe Lala,

alles gut, ich freue mich immer, von dir zu lesen, egal wann und unter welchem Kapitel. Hast du deine Prüfungsphase erfolgreich hinter dich gebracht? Hoffentlich konntest du die Osterfeiertage genießen und kannst jetzt erst einmal durchatmen (ich habe diese geballten Klausuren am Ende jeden Halbjahres immer gehasst, beim Abi war's dann irgendwie leichter, weil man wusste, dass es das letzte Mal ist).

Glaube, Norrington macht drei Kreuze, wenn er Tortuga unbeschadet verlassen kann. Für ihn dürfte das gerade ein Spießrutenlauf sein und Raimonde macht es ihm mit seiner feindseligen Art noicht gerade leichter. Im Grunde wissen alle Anwesenden, dass Norrington auf der Insel nichts zu suchen hat und das Henkersbeil beständig über ihm schwebt. Ihn rettet ja nicht mehr als ein Brief von Beckett - was, glaube ich, zeigt, welchen Einfluss der gute Lord selbst auf einer Pirateninsel inne hat.
Hu, es freut mich, dass dir der erste Eindruck von Nídavar zusagt! Gerade weil er so anders als Norrington ist, hat das Schreiben großen Spaß gemacht. Ich verstehe absolut, was du mit "unterhaltsamer" meinst, Norrington ist ja nicht gerade der Typ für Frohsinn und Lebenslust. Seine steife Art ist jetzt nicht so spannend, daher braucht es bei ihm ein gewisses Figuren-Ensemble, das wesentlich beschwingter oder gerne auch schräger drauf ist als er, sonst würde das Ganze nicht funktionieren. ;-)

Mal sehen, ob Nídavar deine gute Meinung auch im neuen Kapitel verdient. Ich halte ihn durchaus für eine interessante Persönlichkeit, die eine Menge Geheimnisse birgt - und vielleicht auch einen nicht ganz ungefährlichen Abgrund, was seinen Charakter und seine Vergangenheit betrifft. Für Norrington wiederum ist der Aufenthalt in Nídavars Haus eher eine Zumutung; als hochrangiger Marineoffizier von der Gnade eines Verbrechers abhängig zu sein, dürfte eine schmerzhafte Erniedrigung bedeuten. Aber was soll man sagen, bei einem Geschäft mit Beckett kommt einfach nichts Gutes bei rum.

Lieben Dank für dein Review! Hab eine angenehme Restwoche und bleib gesund!
Herzlichst,
Bell
Lala (anonymer Benutzer)
19.02.2021 | 14:42 Uhr
Hallo Bell,
Es tut mir Leid, dass ich zum letzten Kapitel kein Review hinterlassen habe, aber zur Zeit bin ich mitten in der Klausurenphase und hatte deshalb sehr wenig Zeit, weil ich zu sehr mit Lernen beschäftigt war.

Zu deiner Antwort auf mein letztes Review: Ich gebe zu, ein bisschen vorschnell geurteilt zu haben. Natürlich weiß ich, dass solche Situationen durchaus auch in der Realität vorkommen können, aber du kannst dir gar nicht vorstellen wie oft ich ein solches Szenario gelesen oder in einem Film gesehen habe und es ist einfach immer in die von mir geschilderte Richtung gegangen und irgendwann geht einem das nur noch auf den Keks, deshalb war ich wohl so voreilig.
Außerdem könntest du mir mit einem Kapitel niemals die Lesefreude an der ganzen Geschichte nehmen. Dafür mag ich deinen Schreibstil und die anderen Handlungsstränge viel zu sehr.

Kommen wir zum neuem Kapitel:
Viel habe ich dazu eigentlich nicht zu sagen, außer:
Mr. Connor tut mir richtig leid. Ich dachte er hätte sie ganz vergessen und wäre damit dieser wirklich schlechten Erfahrung entkommen. Doch jetzt träumt er auch noch von einer Frau, die keinerlei Interesse ihm gegenüber zeigt.
Ich fand das ja schon im ersten Teil richtig herzlos und gemein von ihr, dass sie ihn keines Blickes würdigt, obwohl es offensichtlich ist, dass er Gefühle für sie hegt. Ich meine natürlich wäre es noch schlimmer gewesen, wenn sie ihm Hoffnungen gemacht hätte, aber sie hätte ihm entweder direkt sagen können, dass sie kein romantisches Interesse an ihn hat oder einfach trotzdem freundlich zu ihn sein können, ohne dass sie ihn die kalte Schulter zeigt und behandelt als wäre er Luft. Das war wirklich das Letzte.
Ich meine er war immer besorgt um sie und freundlich zu ihr und sie hat ihn einfach eiskalt ignoriert. Wäre ein "Danke" oder wenigstens ein freundlicher Blick oder eine ganz normale Unterhaltung wirklich so viel verlangt?
Außerdem erscheint Mr. Conner mir wie ein äußerst freundlicher, schlauer und gewissenhafter Mann...
Also wenn so jemand Interesse an mir hätte, dann würde ich ihm gegenüber nicht so unfreundlich und harsch sein. Natürlch würde ich mich auch nicht sofort um seinen Hals werfen, aber Nemo war ja extrem zurückweisend ihm gegenüber. Das musste ich einfach loswerden. Gerechtigkeit für Mr. Connor! ;)

Wir lesen uns zum nächsten Kapitel und ich wünsche dir ein schönes Wochenende.
Liebe Grüße,
Lala

Antwort von Bells Poetry am 04.03.2021 | 22:33 Uhr
Hey, meine Liebe,

schön von dir zu lesen! Ich hoffe, es ist ein Ende der Klausurphase in Sicht, gerade unter den doch eher ungewöhnlichen Umständen und ich ziehe meinen Hut vor dir und deinen Mitschülern, dass ihr euch nicht entmutigen lasst und euer Bestes gebt!

Was diese klischeebehafteten Situationen betrifft, über die man immer wieder liest, stimme ich dir zu. Ich ärgere much da auch regelmäßig drüber, auch wenn mein persönliches Übel eher das typische Frust- bzw. KUmmersaufen ist (am besten kommt der Schwarm dann noch vorbei geschlendert, damit man ihn betrunken angehen oder küssen kann). Oder die "Damsel in distress"-Situation, damit besagter Schwarm heldenhaft zur Rettung eilen kann. Wie gesagt, ich kann dir leider nicht versprechen, dass ich dich erneut verärgern werde, aber es beruhigt mich, dass du dich davon nicht abschrecken lässt. ;-)

Du bist die Erste, die eine Lanze für den armen Connor bricht, lieben Dank dafür! Und ich gehe absolut d'accord, Nemos Verhalten ist unterste Schublade und ich hatte sie beim Schreiben auch mehrmals beschimpft, gerade weil ein Dankeswort keinen Aufwand bedeutet hätte. Ich halte Connor ebenso wie du für eine aufrichtige, loyale Persönlichkeit, deren einziger Makel der ausgeprägte Hang zur Romantik ist. So sehr ich Nemo berechtigte Vorwürfe mache, er hat von ihr nie Ermutigung erfahren und hält dennoch unbeirrt an seinen Gefühlen fest. Das spricht natürlich für seine Empfindsamkeit und ein Herz, das sich unbedingt verlieben möchte, ich glaube aber auch, dass er sich mit dieser Wahl keinen Gefallen getan hat. Als Partnerin ist Nemo für ihn absolut ungeeignet, er wäre völlig überfordert mit ihrer nimmerländischen Natur, zumal er sie zu einem Wesen verklärt, das sie nicht ist. Mit ihr könnte er keine Familie gründen, diese Frau würde ihm niemals den Haushalt führen und sie ist auch keineswegs so liebreizend, wie er sich hartnäckig einredet. Jemand wie Norrington oder auch Hook kämen mit ihr wesentlich besser zurecht, weil sie sich Nemo gegenüber durchsetzen können. Sie braucht jemanden mit Autorität und die sucht man bei Connor leider vergebens. Was ihr Verhalten allerdings nicht rechtfertigt. Interessanterweise könnte ich mir eine Frau wie Leila aus B&F für ihn vorstellen. Oder ein sehr liebes Mädchen mit einem Faible für romantische Seemänner. ;-)

Alles Gute für die noch ausstehenden Klausuren, ich halte meine Daumen fest gedrückt!
Hab Dank für dein liebes Review und auf bald,
Bell
14.02.2021 | 21:26 Uhr
So, abermals einen wunderschönen guten Abend, liebste Bell,

diesmal versuche ich mir, etwas mehr Zeit zu nehmen. Deine wunderbar ruhige und distanzierte aber zugleich humorvolle und menschliche Erzählweise macht den Konflikt und das Drama zwischen den beiden Parteien an Bord der Fortune sofort glaubhaft und greifbar. Obwohl es alles erwachsene Männer sind, führen sie sich auf wie ein Haufen Schulkinder und man kann es ihnen nicht mal verübeln. Wer kommt denn auch auf die Idee, so viel Zwietracht sehenden Auges für mehrere Wochen und Monate auf engstem Raum zusammen einzusperren?
Na ja, außer, man wird dazu gezwungen ....

Sehr schön fand ich, dass du die wohl durchaus realistischen Arbeitsbedingungen auf See unter Wemsley erwähnst. Auspeitschungen und andere brutale Methoden waren ja mitunter an der Tagesordnung, es sei denn, Norrington mit seiner überkorrekten Art ist am Steuer. Gerade deshalb finde ich es aber schön, dass Norrington hier eher distanziert auftritt und eben weder verurteilt, noch einschreitet - das macht einfach noch mal zusätzlich deutlich, dass es zum damaligen Zeitgeist gehört und bei Weitem nichts ungewöhnliches ist.
Noch dazu ist dein James Norrington bereits heldenhaft und nobel, auch ohne dass du zu so billigen Mitteln greifen müsstest, wie einen Pseudo-Antagonisten zu erschaffen, neben dem Norrington umso mehr glänzen kann.

Überhaupt glänzt dieses Kapitel mal wieder durch seine tollen Dialoge, und vor allem dadurch, dass du es immer wieder schaffst, die jeweiligen Situationen genau dadurch so richtig authentisch und glaubhaft zu vermitteln, dass deine Charaktere auf angemessene Art und Weise auf Geschehnisse reagieren, darüber sprechen und so die beabsichtige Wirkung verstärken.

Mister Haseltons Jammereskapade lässt einen wirklich breit grinsen. Ich wäre nie auf so viele und dann auch noch so glaubwürdige Ideen gekommen, wie ein Hypochonder/Jammerlappen in dieser Zeit seine Beschwerden vorbringen kann und wie darauf reagiert wird xD Das war wirklich eine Freude zu lesen, und ich habe durchweg gegrinst. Und mich ein klein wenig ertappt gefühlt, als Norrington dann zur Ordnung gerufen hat.

Das Gespräch mit Connor ist ebenso wunderbar eingewoben wie der ganze Rest, und ich finde es aus zweierlei Gründen wirklich wundervoll: Nemos und Norringtons "Verbindung" wird ein klein wenig entzaubert - sicher, Norrington erinnert sich (bisher) als einziger an alle, was geschehen ist, aber auch die Erinnerungen der anderen Männer konnten nicht gänzlich ausgelöscht werden; schon gar nicht des Mannes, der in sie verliebt war.
Übrigens fand ich das sehr schön und traurig zugleich.
"Wer träumt schon von einer Frau, die ihn nicht mag .... "
Abermals glänzt wieder die erfrischende Abwesenheit jedweder Klischees.

Vielen herzlichen Dank, wie immer, fürs Schreiben und Teilen.

Mit besten Grüßen,
Obsidiane

Antwort von Bells Poetry am 04.03.2021 | 22:15 Uhr
Hello again,

deine Einschätzung zu dem Kapitel versüßt mir gerade den späten Abend und ist ein ideales Betthupferl. Tatsächlich ist es eins meiner liebsten in der gesamten Geschichte, weil ich mir hier wieder die Freiheit nehmen durfte, die Figuren einfach nur miteinander interagieren zu lassen. Dass Haselton nach seinem Vorgänger die nächste Enttäuschung ist, musste einfach sein und du bringst es auf den Punkt: Der Mann ist ein absoluter Jammerlappen und dürfte Norrington auch später noch den ein oder anderen Nerv rauben. Immerhin, er versteht sein Handwerk, das ist für den Fortgang der Geschichte von großer Bedeutung.

Persönlich habe ich mich sehr schwer getan, die Auspeitschungen zu thematisieren; natürlich war das auf Kriegsschiffen damals üblich und kein Kapitän hat darüber groß nachgedacht, daher war ich schon bei "Nimmerfahrt" in echter Bedrängnis, wie ich das lösen kann, denn wenn wir ehrlich sind, müssten Norrington derartige Strafen leicht von der Hand gehen. Ich hatte mich belesen und glücklicherweise einen Artikel gefunden, in dem explizit Ausnahmen angesprochen wurden, also Schiffsführer, die auf derartige Bestrafungen bewusst verzichteten. Also konnte ich Norrington mit einem etwas ruhigeren Gewissen auf die "Alexandria" und später auf die "Fortune" schicken; er selbst verzichtet bei geringfügigen Vergehen auf die Peitsche, würde Wemsleys Autorität jedoch nie in Frage stellen, indem er bei einer Bestrafung einschreitet. Was er davon hält, behält er für sich.

Mister Connor wollte ich nicht vernachlässigen, auch wenn seine Rolle in diesem Teil eher klein ist. Seine Empfindungen waren aufrichtig und stark, es hätte mir leid getan, ihn so stiefmütterlich zu behandeln, auch in Hinblick auf Nemos Verhalten ihm gegenüber. Außerdem war es möglich, an seinem Beispiel zu verdeutlichen, dass der Feenbann mitnichten die erhoffte Wirkung gebracht hat. Dumm gelaufen für alle Beteiligten.

Lieben Dank, dass du dir wieder und wieder Zeit für mich und die beiden Herzis nimmst!
Herzliche Grüße,
Bell
12.02.2021 | 16:22 Uhr
Liebe Bell,

mit Schrecken musste ich eben feststellen, dass ich ganz versäumt habe, das vorherige Kapitel zu lesen und ein Review da zu lassen. Asche auf mein Haupt.

Dieses Kapitel ist ein wenig mehr im Detail, die abermals neue, auf dem Schiff herrschende Dynamik wird aufgezeigt und ausgebaut. Hier war auch der Fokus auf Norringtons Führungsqualitäten und seiner Diplomatie, und obwohl es stellenweise etwas schwierig für mich zu lesen war - nicht wegen der Komplexität, sondern wegen der schieren Menge an Informationen - so habe ich mich doch durchweg unterhalten und mitgenommen gefühlt.

Was ich jedes Mal aufs Neue loben möchte, ist, wie perfekt du Norringtons sprachlichen Duktus triffst. Ich höre wirklich die deutsche Synchronstimme und sehe den Schauspieler vor mir, wenn ich seine Dialogzeilen lese.
Altbekannte Figuren wie Belas sind jedes Mal wieder eine Freude zu lesen.

Entschuldige das eher kurze Review heute, aber ich habe nicht viel Zeit.

Liebe Grüße,
Obsidiane

Antwort von Bells Poetry am 04.03.2021 | 22:01 Uhr
Liebe Obsidiane,

du bist wohl derzeit wieder tüchtig eingspannt; ich hoffe, du kommst trotzdem zum Schreiben und kannst mit demselben Eifer und derselben Hingabe wie stets an Annies und Amycus' Geschichte basteln. Leider hinke ich total hinterher und ich hoffe sehr, dass ich demnächst, wenn auch ich wieder Vollzeit arbeite, endlich aufholen kann. Momentan bin ich von einem Schreibfieber befallen, dass ich zuletzt bei "Nimmerfahrt" hatte und komme mir irgendwie nicht ganz zurechnungsfähig vor. Aber du wirst unter deinem wundervollen Werk auf jeden Fall in Kürze wieder von mir lesen!

Obwohl ich die stockende Handlung vor mir selbst rechtfertigen kann, wollte ich keinen Kahlschlag fabrizieren und werde bei Gelegenheit noch einmal über das Kapitel drüber gehen. Beim dritten Lesen hatte ich den Eindruck, dass das Maß an Informationen zwar mehr ist als in den vorangegangenen Kapiteln, aber durch die Einführung der neuen Figur begründet werden kann. Weil der Hauptmann ein Nebencharakter mit ähnlich großer Rolle wie Connor in "Nimmerfahrt" ist, wollte ich seinen Charakter möglichst scharf zeichnen, damit das Gröbste geklärt ist und er fortan nur durch Handlungen und Worte wrken kann. Vielleicht war das etwas zu viel Ambition. ;-)

Ha, ha, wie habe ich die Synchrostimme früher mal geliebt! Sie hat viel dazu beigetragen, mir Nrringtons Persönlichkeit zu vermitteln und prägt mich vermutlich bis heute. Inzwischen bevorzuge ich Davenports eigentliches Spiel, er lässt die Figur nicht ganz so versnobt erscheinen. In jedem Fall hast du mir ein großes Kompliment gemacht, vielen Dank! <3

Bis gleich,
Bell
TheGirl (anonymer Benutzer)
04.02.2021 | 10:52 Uhr
Liebe Bell,
ich habe mich endlich auch einmal dazu entschieden, dir ein Review zu schreiben. Zuerst möchte ich dir ein fettes Lob aussprechen. Ich habe auch "Nimmerfahrt" schon gelesen und diese Geschichte war einfach großartig. Anfangs musste ich mich an deinen Schreibstil gewöhnen, das ging aber Recht schnell.
Ich finde, James wir in den Filmen etwas vernachlässigt. Das Gespräch mit Lord Beckett war genial. Ich habe richtig mitgefiebert, als er sich entscheiden sollte. Man kann sich sein Arbeitszimmer richtig gut vorstellen. Ich hoffe wirklich, dass es ein Happy End gibt. James hätte es verdient.
Entschuldige bitte, falls mein Review nicht so lang ist wie das der anderen, aber ich bin kein Mensch der viel redet (oder schreibt xD).
Ich freue mich schon auf das nächste Kapitel.
LG
TheGirl

Antwort von Bells Poetry am 12.02.2021 | 09:52 Uhr
Liebe TheGirl,

herzlichen Dank für dein liebes Review! Es macht immer wieder große Freude und motiviert ungemein, von den Leserinnen und Lesern eine Rückmeldung zu erhalten, zumal es mich wirklich glücklich macht zu lesen, dass du seit "Nimmerfahrt" dabei bist! Auch in Hinblick auf den möglicherweise etwas ungewöhnlichen Schreibstil, dem du ebenso wie der Geschichte eine Chance gegeben hast. Das ist ein großes Kompliment für mich!

Du glaubst gar nicht, wie oft ich mir in Vorbereitung auf das Gespräch die Szenen mit Beckett aus dem zweiten Teil angesehen habe (da kommt er charakterlich am besten zur Geltung, im dritten Teil gerät er bei all der Action und den vielen Piraten ja sehr ins Nebensächliche); es war mir wichtig, ihn möglichst genau zu treffen und das ist scheinbar gelungen. Zumal es echt großen Spaß gemacht hat, ihn zu schreiben. Norrington und er sind beide Vernunftmenschen und gute Strategen (Beckett sogar hervorragend, würde ich sagen), es war also ein Duell auf Augenhöhe, weil der Commodore sich anders als Will und Elizabeth nicht zu Gefühlsentscheidungen verleiten lässt. Ein wenig bedauere ich, Beckett in Port Royal zurückgelassen zu haben, aber bei dem, was Norrington und der Besatzung in Kürze bevorsteht, wäre er mehr hinderlich als nützlich gewesen.

Da Norrington einer meiner absoluten Lieblingsfiguren ist - nicht nur im Film, sondern generell -, wünsche ich ihm natürlich auch ein glückliches Ende, vielleicht sogar an Nemos Seite. Aber die Reise wird lang und ereignisreich (auch wenn es aktuell noch nicht den Anschein hat x'D); und ich fürchte, er wird sich noch mehr als einmal bewähren müssen. Drücken wir ihm also die Daumen!

Nochmals danke für dein Review und weiterhin viel Spaß und hoffentlich gute Unterhaltung mit dieser Geschichte!
Auf bald,
Bell
23.01.2021 | 18:17 Uhr
Guten Abend, liebe Bell,

dass das Kapitel diesmal kürzer ist, nutze ich zu meinem Vorteil ;)
Ich finde auch nicht, dass du dich für ein kürzeres Kapitel entschuldigen musst - mehr Worte bedeuten nicht immer mehr Tiefe, Emotion oder gar Lesegenuss. Ein Kapitel wird so lang, wie es eben wird.

Mit Nemo hätte ich jetzt erstmal gar nicht gerechnet, habe mich aber sehr gefreut, etwas von ihr zu hören.
Nach wie vor bin ich mir nicht sicher, wie viel aus deiner Feder stammt und wie viel "original nimmerländisch" ist, aber ich liebe es absolut, wie du diese ganzen Details zu Nimmerland einwebst und ausbaust. Und das alles klingt s unglaublich authentisch und realistisch - denn natürlich würde sich eine Mannschaft von Piraten in Freiheit am wohlsten fühlen - Nimmerland wirkt wirklich absolut furchtbar, so wie seine Bewohner immer davon reden.

Apropos furchtbar: die Jolly Roger fungiert wieder einmal als wunderbares Zerrbild zur Alexandria (und vermutlich auch bald zur Fortune). Dass Nemo eine vertraute Fremde an Bord ist, und noch dazu ihre übernatürliche Art nicht auf Schrecken und Abneigung stößt, sondern eben auf eine Art ... Akzeptanz? Sie kennt scheinbar die Mannschaft noch aus Kindertagen, und ich frage mich immer noch, was genau Nemos Hintergrund und Status ist.
Du verstehst es wirklich meisterlich, den Leser genau so weit an der Stange zu halten, dass er mehr wissen will, gleichzeitig aber verrätst du rein gar nichts.
Aber ja - an Bord der Alexandria kam die Bedrohung von außerhalb, hier kommt sie von innerhalb. Gerade auch die alte Leier einer Frau an Bord, die Unglück bringt und die Männer auf falsche Gedankenpfade führt. Bei Norrington wirkte das noch irgendwie ... charmant, aber hier wirkt es schlichtweg ekelhaft und bedrohlich. Brrr.

Ein kleines Höhepunkt war für mich auf jeden Fall die Erwähnung des Zettels mit Norringtons Namen.
Hach, ich wünsche mir wirklich irgendwo ein kleines Happy-End für die beiden .... aber du wirst schon wissen, wie du deine Geschichte am besten erzählst <3

Vielen Dank wie immer fürs Schreiben und Teilen.
Beste Grüße,
Obsidiane

Antwort von Bells Poetry am 29.01.2021 | 13:10 Uhr
Auch an dieser Stelle noch einmal ein fröhliches Hallo,

die Überraschung freut mich, weil es von langer Hand geplant war, Nemos Sicht im zweiten Teil aufzugreifen. Als ich mit "Nimmerfahrt" angefangen hatte, wuchs der anfängliche Gedanke von "Heute mal eine kleine Norrington/-Nemo-Geschichte im 'Fluch der Karibik'-Universum" sehr schnell zu einer Geschichte mit erheblich größerem Umfang, einfach, weil ich mir soliden Hintergrund für Nemos Erscheinen zurechtlegen musste: Flucht vor Peter, sehr gut, aber würde er sie nicht suchen? Klar würde er, das bedeutet aber auch keine zeitige Rückkehr nach Nimmerland und damit wiederum Gefahr für Nimmerland selbst. Was tun? Jemanden aussenden, der die flüchtige Verräterin aufspürt und zurückholt, damit Peter ihr folgt. Würde Norrington ihre Entführung wirklich hinnehmen? Nein, wahrscheinlich nicht.
Du siehst, das Ganze hat sich beinahe wie selbstverständlich entwickelt und ich hoffe sehr, dich nicht zu vergraulen, wenn ich dir gestehe: Wir sind noch lange nicht am Ende. (Wobei ich persönlich das Ende bereits kenne, aber das dürfte dir mit "Efnysien und Airmid" genauso gehen.) Nemos Perspektive ist dabei unerlässlich, weil sie dem Leser Einblicke in Dinge und Zusammenhänge geben kann, die Norrington immer verborgen bleiben werden.

Aber zurück zu deinem Review (irgendwie hab ich's heute mit Ausschweifungen): Deine Betrachtungsweise ist interessant, so hatte ich das noch nicht gesehen. Wobei ich denke, dass die Piraten Nemos Andersartigkeit zwar akzeptieren, gerade weil sie damit so gut vertraut sind, aber trotzdem eine große Abneigung ihr gegenüber verspüren. Das hat zwei Gründe: An Peters Seite hat sie ihnen erstens das Leben schwergemacht (sie dürfte als Kind ein ziemlich unangehmer, boshafter Wildfang gewesen sein,) und mit Sicherheit auch Beihilfe zum Mord geleistet, wenn nicht sogar selbst getötet. Zweitens hat sie Nimmerland verraten und da die Piraten zumindest in den ersten Tagen vom nimmerländischen Einfluss durchdrungen sind, schürt das weiteren Hass. Man könnte sagen, sie hat es doppelt schwer, bis die Atmosphäre sich durch die zunehmende Verzögerung der Heimreise allmählich ändert. Damit kommt dann eine neue Bedrohung auf - nicht nur für sie, sondern auch für die Mannschaft.

Fast alles, was hier über Nimmerland gesagt wird, ist tatsächlich mein persönlicher Headcanon. Bei Barrie ist Nimmerland eine Art Traumort für Kinder, das entsprechend von kindlichen Vorstellungen geformt wurde, die sich je nach Kind ändert. (Frag mich nicht, warum Wendy, George und Michael dann in einem Nimmerland landen, das irgendwie eine Mischung aus ihren Vorstellungen ist und gleichzeitig unveränderlich erscheint.) Piraten, Indianer, Tod ohne viel Blut, Kinder, die über die Erwachsenen triumphieren, ein bisschen Grusel hier, eine spannende Schatzsuche da und zwischendurch spielt man auch gerne mal Vater-Mutter-Kind; man merkt, dass Nimmerland bei Barrie ein großartiger Abenteuerspielplatz der kindlichen Phantasie ist. Ich glaube, er hat hier wirklich einen positiven Ort erschaffen, in dem Peter der König und Hook die Schattengstalt ist. Es gibt nur ein oder zwei düstere Flecken, das sind einmal die Meerjungfrauen, die als unheimlich beschrieben werden, wenn sie den Mond ansingen (tagsüber spielen sie mit den Kindern) und der Umstand, dass Peter Verlorene Jungen, die zu alt werden, um Kinder zu sein "verschwinden" lässt.
Das lässt Raum für Spekulationen und dürfte auch die unterschiedliche Auseinandersetzung mit Nimmerland erklären (Peter selbst lasse ich jetzt mal bewusst außen vor, sonst artet dieser Text noch mehr aus); in der von mir innig geliebten Verfilmung aus dem Jahr 2003, die mir viel Input gegeben hat, wurde Nimmerland in Form der Meerjungfrauen dann ein wenig Düsternis verliehen, die ich aufgegriffen und weiter bearbeitet habe. Auch das Verständnis der Feen orientiert sich bei mir zwar an Barries Darstellung, greift aber wesentlich weiter und nimmt ihnen die "Oh, ist die aber putzig!"-Harmlosigkeit. Hinzu kommt die Frage nach den gestrandeten Piraten: Barrie schreibt, dass sie eigentlich aus unserer Welt stammen, also wie kommen sie nach Nimmerland und warum haben sie das doch so sehr gehasste Land nie verlassen? Auch der Film "Hook" greift diese Frage indirekt auf: Der lange Aufenthalt in Nimmerland, der ewige Kampf gegen Peter haben Hook zermürbt, gleichzeitig kann er nicht aufhören, den Jungen zu jagen. Als dieser verschwindet, verlässt er sogar Nimmerland und entführt seine Kinder, um ihn zur Rückkehr zu zwingen. Es gibt einfach so viele ungeklärte Fragen, man kann so viel experimentieren und so viele eigenen Antworten schaffen. Ist ein bisschen wie mit den Leerstellen und Logiklöchern in Rowlings Zaubererwelt, denke ich. ;-)

Der Zettel ist und bleibt Nemos Anker, ihre letzte Verbindung zu Norrington und dem spürbaren Einfluss, den er auf ihre nimmerländische Seele gewirkt hat. Das ist sicherlich recht kitschig, aber bei Nemos ohnehin streitbarer Person kann ich mir das hoffentlich leisten.

Danke für deine Überlegungen zu diesem Kapitel!
Fühl dich herzlichst gegrüßt,
Bell
Lala (anonymer Benutzer)
23.01.2021 | 15:20 Uhr
Hallo Bell,

Dieses Kapitel hat in mir ein gewisses Unwohlsein hervorgerufen.
Ehrlich gesagt habe ich das nie verstanden. Ob in Büchern oder Filmen, wenn eine Frau alleine mit mehreren Männern auf einem Schiff ist, dann verwandeln diese sich plötzlich in notgeile Vollidioten, obwohl sie des öfteren Halt in einen Hafen machen und dort diesen Trieben in einen Bordell oder was weiß ich nicht was nachgehen könnten oder obwohl man davon ausgehen könnte, dass viele vor solch einen Verbrechen zurückschrecken würden oder einfach ein bisschen Selbstkontrolle hätten, und obwohl sie die Frau überhaupt nicht leiden können. Was mich aber viel mehr stört, ist die Tatsache, dass dabei alle Männer auf diesen Schiff vollkommen gleich denken und ein Kollektiv bilden. Als ob alle Männer vollkommene Dreckskerle wären und keine individuelle Persönlichkeit hätten und sich sofort auf eine Frau werfen müssten, wenn sie eine sehen.
Wäre ein Mann alleine mit mehreren Frauen auf einem Schiff würde niemand auf die Idee kommen, dass diese ihn vergewaltigen würden. Also warum immer dieses Szenario bei der Überzahl von Männern? Ja, ich weiß, dass die meisten Vergewaltigungen von Männern begangen werden, aber das bedeutet noch lange nicht, dass alle Männer so ein Verbrechen begehen würden.

Hier ist es etwas anders, da es sich um kriminelle Männer handelt, die wohl weniger moralische Bedenken haben. Trotzdem ist hier auch dieser merkwürdige Umstand, dass alle gleich denken. Nur weil sie alle Mörder und Diebe sind bedeutet das nicht, dass sie alle auch diese Art von Verbrechen tolerieren würden.
Außerdem denke ich, dass Hook so ein Verbrechen niemals zulassen würde. Ich habe mir zwar nie größere Gedanken darüber gemacht (immerhin stammt er aus einer Kindergeschichte), aber wenn man bedenkt, dass er sich selbst als Gentleman bezeichnet (, was zwar nicht stimmt, denn er ist ein Mörder.) Und darauf besteht Höflichkeit und gute Manieren zu mimen, dann denke ich nicht, dass er eine Vergewaltigung tolerieren würde. Wahrscheinlich würde er denjenigen, der dieses Verbrechen begeht, töten. Jedenfalls ist das meine Sicht der Dinge.

Es tut mir leid, dass ich dich damit zugetextet habe, aber dieses Klischee von Szenario regt mich einfach auf.
Das ist auch nicht persönlich gegen dich oder diese Geschichte gerichtet.

Ich wünsche dir ein schönes Wochenende und noch viel Inspiration. Wir lesen uns zum nächsten Kapitel wieder.
Liebe Grüße,
Lala

Antwort von Bells Poetry am 29.01.2021 | 12:13 Uhr
Halli hallo, liebe Lala,

ach was, zu brauchst dich nicht zu entschuldigen, ich kann deine Einwände sogar verstehen und ich stimme dir zu: Hier bewege ich mich nahe am Klischee und es ist immer eine heikle Sache, derartige Szenen zu schildern, gerade weil es viel zu schnell in die von dir beschriebene Richtung abrutscht. Darf ich trotzdem sagen, dass ich glaube, du urteilst ein wenig übereilt? Zum einen fällt Nemo die veränderte Wahrnehmung zunächst einmal lediglich auf - es gab keine Übergriffe, keinen Bedrängungsversuch, lediglich Blicke und anzügliche Bemerkungen, was, das versichere ich dir, sich Frauen damals durchaus gefallen lassen mussten. Ich habe Berichte über entführte Frauen aus der damaligen Zeit gelesen, die mit ach und krach gerettet werden konnten (es kam durchaus vor, dass Piraten Personen entführten, um die Angehörigen um hohe Geldsummen zu erpressen; das war keine gängige Praxis, aber es gibt Belege dafür) und auch heute ist sexuelle Nötigung in der Marine noch immer ein schwieriges und tabuisiertes Thema. (Wobei ich hier auch an den bis heute unzureichend aufgearbeiteten sexuellen Missbrauch von Jungen in der Royal Navy denke.) Und es ist keinesfalls an den Haaren herbei gezogen, dass die Triebhaftigkeit eines Matrosen durch mitunter wochenlange Seefahrt auf eine harte Probe gestellt wird, insbesondere dann, wenn kein Aufenthalt in einem zivilisierten Hafen möglich ist. Genau das ist bei der Besatzung der "Jollyroger" nicht der Fall; die Männer sind keinesfalls notgeil oder auf Nemo versessen, Hook verweist darauf, dass sie Prostiutierte in Häfen aufsuchen.
Darüber hinaus dürfen wir niemals außer Acht lassen, dass die gesellschaftliche Stellung und Wertung der Frau damals eine völlig andere war und das Verbrechen der Vergewaltigung ohnehin ganz anders gehandhabt wurde (Stichwort Vergewaltigung in der Ehe als Tatbestand in seiner historischen Enwicklung).

Zum anderen hat diese veränderte Wahrnehmung Nemos hinsichtlich der Besatzung einen dramaturgischen Zweck: Sie zeigt, welche Wirkung der lange Aufenthalt in der "wirklichen" Welt auf die Männer hat, jetzt, wo sie sich frei vom nimmerländischen Einfluss glauben. Das wiederum lässt gewisse Schlüsse zu, was Nimmerland in den Männern bewirkt hat, wie das Land ihre Einstellung, ihr Handeln und ihr Denken prägte. Nemo wird somit mehr und mehr zu einer gewöhnlichen Frau - die sie nicht ist. Sie hält diese Entwicklung für gefährlich und denkt dabei nicht ausschließlich an ihre eigene Sicherheit, sondern an die Folgen, die ein möglicher Übergriff nach sich ziehen könnte. Die Bedrohung kommt also nicht nur von außen, sondern sitzt auch in Nemo drin. Darauf hinzuweisen war meine Absicht in diesem Kapitel.

In einem Punkt bin ich absolut bei dir: Alle in einen Topf zu werfen ist unglaubwürdig und ich bilde mir zumindest ein, dass ich das beim Schreiben auch nicht im Sinn hatte. Gut möglich, dass ich zu fixiert auf die Herausarbeitung der veränderten Atmosphäre auf dem Schiff war und nicht deutlich genug herausgestellt habe, dass hier mitnichten über eine Vergewaltigung nachgedacht wird. (Zumal ich zu behaupten wage, dass entsprechende Szenen in ihrem Kopf mit einer willigen Nemo stattfinden.)

Was Hook betrifft, da bin ich offen gestanden zwiegespalten. Der Mann hat keine Skrupel, Kinder zu töten (was in Barries Roman sogar explizit gesagt wird), er betreibt einigen Aufwand für Tiger Lilys geplante Ermordung, nur, um ihr den für sie schlimmstmöglichen Tod zu bescheren (die von Barrie dargestellten Indianer fürchten aufgrund religiöser Überzeugungen nichts so sehr wie das Ertrinken). Warum sollte dieser Mensch also die Würde einer Frau achten? Weil es nicht dem "guten Stil" entspricht, den er zu pflegen vorgibt? Ist es stilvoller, einem Kind den Haken in die Brust zu rammen? Diese widersprüchliche Charakterisierung hat mich bei Barrie immer gestört, zumal sein Abgang ja alles andere als würde- oder stilvoll ist, er aber genau diesen Tod von Peter einfordert (welcher Gentlemen würde sich von einem Kind 'nen Tritt in den Hintern verpassen lassen?); aber seien wir ehrlich: Bei Barrie hapert es bei den meisten Figuren mit einer vernünftigen Persönlichkeitsbeschreibung, die meisten sind eher Schablonen oder Abziehbilder.

Möchte sagen: Hook ist mir als Figur ungemein wichtig und noch vor Greg Thomson mein liebster Nebencharakter in dieser Geschichte. Die Kapitel aus Nemos Sicht schrieb ich auch seinetwegen. Ich kann nicht versprechen, dass dir die Entwicklung dieser Nebenhandlung zusagt, vielleicht wird sie dich sogar sehr verärgern, aber ich möchte dich gerne dazu ermutigen, mir genau das auch zu schreiben. Deine Ehrlichkeit macht den Austausch mit dir so wertvoll (und die Länge dieser Reviewantwort spricht da hoffentlich für sich) und auch, wenn ich Gefahr laufe, dir möglicherweise die Lesefreude an dem ein oder anderen Kapitel zu nehmen - oder an der gesamten Geschichte, auch wenn ich das sehr bedauern würde! -, hoffe ich, dass du mir weiterhin deine Eindrücke schilderst, selbst wenn unsere Meinungen oder Empfindungen nicht übereinstimmen. Das gehört für mich bei der Auseinandersetzung mit einem Text dazu.

In diesem Sinne: Danke für dein Review!
Ganz liebe Grüße übersendet dir,
Bell
11.01.2021 | 19:32 Uhr
Guten Abend, Bell,

um deine Tugend nicht mit Muße zu vergelten, schreite ich direkt zur Tat.

Oh, ihr Götter, was habe ich gerade gelacht, als ich nur die ersten beiden Absätze hinter mich gebracht hatte xD Es fängt an mit diesen herrlich trockenen Beobachtungen der Gesellschaft und der Bemerkung, dass den kühlen, distanzierten Briten die karibische Sonne nicht bekommt - danach werden wir mit wunderbarer Spitze und treffender Prägnanz durch die Ereignisse des ersten und zweiten Filmes geführt, die die Stadt betreffen (wobei du deine Version der Dinge herrlich elegant und unaufgeregt mit eingewoben hast), und dann geht es weiter, wie Norrington (der wohl sicherlich früher einen derartigen Schandfleck auf seinem Ruf gefürchtet hätte) eigentlich wirklich keinen Fick mehr darauf gibt, was andere von ihm denken. Noch dazu, weil er seine gesellschaftliche Apathie und die scheinbare Langweile, die ihn verfolgt wie der Fluch die Piraten von der Black Pearl (wir erinnern uns an Commodore Borington), wie einen Schutzschild vor sich her tragen kann.
Ich weiß wirklich nicht genau warum, aber allein diese staubtrockene Darbietung der Überlegungen, was wohl die Menge in Auffuhr und angehaltenen Atem versetzen könnte (nach all den durchlebten Schrecken), hat mich wirklich herzhaft zum Lachen gebracht. Nicht nur, dass Bigamie einen Skandal in der damaligen Gesellschaft dargestellt hat, sondern eben auch noch dieser herrlich bissige Humor zu Norringtons Lage und Ruf ...

Hach, herrlich ...

Irgendwie auch sehr schön, dass du in dieser empört-profanen Sichtweise bleibst; es fühlt sich alles sehr stimmig an und man hat das Gefühl am gesellschaftlichen Leben einer Stadt der Kolonialzeit teilnehmen zu dürfen. Zugleich erinnert diese kleinliche, selbstzufriedene und ganz und gar in sich geschlossene Gesellschaft an Stadtbewohnern schon wirklich den Hobbits aus dem Auenland, mit denen Tolkien schon seine Späße über Trägheit, mangelnden Einfallsreichtum und schlichtweg Langeweile getrieben hat. Natürlich alles sehr liebevoll, hier wie dort.

Neulich erst hatte ich dein beeindruckendes nautisches Wissen gelobt, und auch hier glänzt du wieder damit, als du uns in Norringtons letzte Reisevorbereiten und die Wahl seines Schiffes einführst. So fachlich und detailliert es auch wird, ich brenne stets darauf, mehr zu erfahren, schon allein, weil du uns so liebevoll wieder den alten Bekannten des Filmes und deiner vorherigen Geschichte begegnen lässt. Die Alexandria, die Dauntless und die Interceptor.
Auch hier wieder: sehr elegant das Quellmaterial mit dem eigenen verwoben. Das weiß ich immer sehr zu schätzen.
Dass Norrington ausgerechnet ein Schiff namens Fortune wählt, ist wieder einmal deine wunderbar bezeichnende, vielschichtige Erzählung.
Auch wenn deine Reviewantworten mit meinen bösen Ahnungen spielen, so hoffen wir doch, dass das Glück ihm hold sein wird ...

Noch schöner ist natürlich das wiedersehen mit beliebten Charakteren. Dr. Belas ist wieder mit am Start! Juhu!
Jetzt, da die Seereise losgeht, fühlt sich Norrington sofort wieder wohl, auhc wenn natürlich die Sorge um Nemos Befinden drängt.

Wie immer freue ich mich dann schon auf die Fortsetzung <3 selbst wenn es nicht romantisch werden sollte.

Liebste Grüße,
Obsidiane

Antwort von Bells Poetry am 22.01.2021 | 10:21 Uhr
Ahoi, meine Liebe,

das ist mal ein schöner Spruch zum Einstieg, der gefällt mir gerade sehr! <3

Ich könnte quietschen vor Freude, dass dir diese ersten Absätze gefallen haben, denn ich hatte diesbezüglich echte Bedenken. Die Handlung schreitet langsam voran, die weiteren Entwicklungen könnte man unter Umständen als strittig betrachten (obwohl ich hoffe, dass das Gesamtbild am Ende stimmig ist und manchen Verlauf rechtfertigt;) und jetzt, wo es endlich mal losgehen könnte, muss sich der Leser auch noch mit der Bevölkerung Port Royals befassen. Da ich an der Stelle ziemlich gefeilt habe, bin ich umso glücklicher, dass dir diese kurze Abhandlung gefallen hat. Die Bissigkeit war beabsichtigt und ja, hier wird durchaus eine Entwicklung von Norrington aufgezeigt. Du sagst es völlig richtig: Der Commodore zu Beginn des ersten Films wäre betroffen über die Meinung der höheren Gesellschaft, immerhin war er bemüht, den Erwartungen zu entsprechen. Mit den jetzigen Erfahrungen allerdings und natürlich einem bestimmten Ziel vor Augen, könnte es ihm nicht gleichgültiger sein. Weil er allerdings nicht gänzlich ohne Fehl und Tadel ist, scheint mir unter der ganzen Boshaftigkeit und dem Zynismus doch noch ein Funken Verletzlichkeit zu liegen. So ganz verziehen hat er ihnen wohl nicht.

Gut, dass die Schilderungen seiner Vorbereitungen authentisch rüberkommen. Ich habe mich da ziemlich an meine Recherche und historische Romane geklammert. Bei konkreten Fragen zur Nautik - und sei es nur Grundlagenwissen - bin ich dann leider raus. Hab versucht, mich einzulesen, aber das ist aufgrund der Fachsprache schon sehr schwierig, daher bin ich lieber in flachen Gewässern geblieben. ;-)

Für die "Fortune" hatte ich eine lange Liste von historischen Schiffsnamen rausgesucht und einen nach dem anderen ausprobiert und verworfen. Ursprünglich wollte ich einen Namen, der ähnlich wie "Alexandria" keine offensichtliche Verbindung zur Geschichte hat, aber letztlich hat sich "Fortune" durchgesetzt. Und ohne groß zu spoilern (denn in diesem Punkt kannst du mich inzwischen gut einschätzen): Der Name ist nicht zwingend Programm. Jedenfalls nicht, wenn es nach Norrington geht.

Auf Belas konnte ich nicht verzichten, daher lese ich mit Freude, dass auch du mit seine Rückkehr zufrieden bist. Persönlich mag ich den Gedanken an eine gewisse Stammbesatzung, weil man somit die Möglichkeit hat, die Figuren kennenzulernen, sich möglicherweise auch mit ihnen zu identifizieren. Sie werden vertraut und man freut sich über ein Wiedersehen. Das war meine Hoffnung und diese scheint sich erfüllt zu haben. <3

Lieben Dank für dein Review! Das nächste Kapitel wird beschämend kurz, aber hoffentlich nicht allzu langweilig. Sagen wir so, die letzten Weichen werden gestellt.

Herzliche Grüße übersendet dir,
Bell
Lala (anonymer Benutzer)
10.01.2021 | 11:07 Uhr
Hallo Bell,
Ich wünsche dir ebenfalls ein frohes neues Jahr und bedanke mich herzlich für die vielen Glückwünsche. Ich bin zuversichtlich was das neue Jahr betrifft. Ich meine recht viel schlimmer als das letzte wird es glaube ich nicht werden. Also bleibt nur noch der Weg bergauf.

Kommen wir zum neuen Kapitel:
Awww, Groves ist Vater. Das ist doch mal eine erfreuliche Überraschung. (Wie lautet eigentlich der Name des kleinen Mannes?)
Und Dr. Belas ist auch an Bord. Ich freue mich darüber gerade riesig, denn irgendwie ist er einer meiner lieblings Charaktere. Ich frage mich, ob noch mehr bekannte Gesichter da sind, die einfach noch nicht erwähnt wurden. (Eigentlich bin ich mir da sogar ziemlich sicher.)
Außerdem bin ich gespannt auf diesen Hauptmann Wemsley. Bis jetzt kann ich mir ja noch kein großes Bild von ihm machen, deshalb bin ich ziemlich neugierig auf seinen ersten Auftritt.

Das war es eigentlich auch schon von meiner Seite.
Ich wünsche dir ein schönes Wochenende und viel Gesundheit.
Liebe Grüße,
Lala

Antwort von Bells Poetry am 22.01.2021 | 09:58 Uhr
Liebe Lala,

zur aktuellen Situation kann man sagen: Wir sind auf einem Weg, den man "verhalten optimistisch" nennen darf, wie unsere Politiker ja regelmäßig wiederholen. Halten wir die Daumen gedrückt, dass die aktuellen Regelungen die Ausbreitung weiterer Mutationen verhindern können.

Du hast soeben für mein erstes breites Lächeln an diesem Morgen gesorgt! Da viele Fanfictionleser bei OCs stets etwas vorsichtig sind, macht es mich glücklich, wann immer eine meiner eigenen Figuren ein wenig Liebe erfährt und zu lesen, dass er einer deiner LIeblingscharaktere ist, setzt dem Ganzen das Krönchen auf. Belas bietet einen guten Ausgleich zu dem manchmal etwas steifen Norrington und einen guten Arzt weiß ein verantwortungsvoller Schiffsführer natürlich enorm zu schätzen (wobei die Zahl der Schiffsärzte in Port Royal ohnehin arg überschaubar sein dürfte).

Und ja, Groves ist nun stolzer Vater. Der Gedanke hatte mir schon beim Schreiben von Teil Eins zugesagt, aber da hat eine Erwähnung von der Schwangerschaft seiner Frau sich nicht wirklich ergeben, daher konnte ich es nun hier unterbringen. Muss gestehen, über einen Namen für den Kleinen habe ich gar nicht ausführlich nachgedacht, spontan würde ich Richard sagen - oder Theodore, nach seinem Vater.

Wemsley, ach ja. Bin genauso gespannt wie du, wie er dir gefallen wird. :-3

Lieben Dank für dein Review! Hab ein angenehmes Wochenende und auf ganz bald!
Herzliche Grüße,
Bell
25.12.2020 | 18:30 Uhr
Guten Abend, liebste Bell,

das Schöne an Feiertagen ist gemeinhin, dass man nicht arbeiten muss. Zeit also für die angenehmen Dinge des Lebens, wie zum Beispiel deine Geschichte.

Wir setzen mit dem nach wie vor fesselnden und faszinierenden Gespräch zwischen Norrington und Beckett fort. Ich finde, du hast es super eingefangen, wie hinter kurzen Sätzen und einzelnen Worten einiges an Bedeutung, Nachdenken und Schachspielerei liegt. Gerade Norringtons lakonisches "Durchaus" verbirgt so viel eigentliche Bedeutung, dass es wirklich an eine taktische Besprechung erinnert, einerseits die Worte und andererseits die Mechanismen und die Denkmuster dahinter zu verfolgen.

Eine winzige Anmerkung: gerade bei Becketts langer Rede und Erklärung hätte ich mir ein, zwei Absätze mehr gewünscht. Meine armen, alten Augen finden es ohnehin so anstrengend, am PC zu lesen ;)

Ehrlich gesagt muss ich gestehen, dass ich mir bei Ian Mercer gar nicht mehr sicher bin, wer das eigentlich war - vermutlich dieser finstere Typ mit dem Dreispitz, von dem niemals wirklich erklärt wurde, was er dort tut und warum, nur, dass er irgendwie mit Beckett zusammenhängt? Ich bin gerade echt in einer Situation, wo ich mich frage, ob mein übliches Sieb-Gedächtnis mich im Stich gelassen hat, oder die schlechte Charakterdarstellung der späteren Filme ...
Nun, wie auch immer - ein weiteres interessantes Detail ist, dass Beckett doch tatsächlich glaubt, er könnte Norrington damit ködern, dass Elizabeths Verfahren eingestellt wird, sofern Norrington ihm sein Gehorsam zusichert. So, so. Es hat also wirklich die ganze Welt mitbekommen, wie tief Norringtons Gefühle für seine ehemalige Verlobte waren, doch scheinbar merkt es bei Nemo niemand. Oder aber Norringtons angespannte Trauer über ihr Verschwinden wird als Schmerz über Elizabeths Fortgang interpretiert.
Wobei ich nicht wirklich glaube, dass Norrington sich etwas anmerken lässt ...

Mir gefällt auch super, wie herrlich offen und doch hinterhältig das Gespräch der beiden Männer abläuft. Ales scheint vernünftig und transparent, ein ruhiges Gespräch zweier Geschäftsleute, sie sich einig werden wollen. Dass jedoch Norrington in seiner bedingungslosen Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit Antworten verlangt, die Beckett ihm stückchenweise vor die Nase hält wie die berüchtige Karotte, die der Kutscher an Rute und Bindfaden dem Esel vor die Nase hält, passt ausgezeichnet zu beiden Charakteren und weckt beim Leser stetig das Gefühl einer stummen Bedrohung - man grübelt nicht, OB es eine Falle ist, man wartet lediglich, wann sie wohl zuschnappen wird.

Der Kompass! Oh! Ich muss ja sagen, natürlich denke ich sofort an Nemo - denn der Kompass weißt Norrington auch den Weg durch unbekannte Gewässer, doch dass Beckett weiterhin von Elizabeth schwafelt, erheitert mich tatsächlich. Es ist also, wie ich es vermutet hatte. Beckett denkt, er könnte Norrington mit ihr ködern.

Ich liebe es, wie wunderbar du die Tragweite von Norringtons Gefühlen für Nemo unauffällig ins Rampenlicht rückst. Dass ein so überlegter, intelligenter und vorsichtiger Mann wie er ein unkalkulierbares Risiko für sein eigenes Leib und Leben eingeht, bedeutet einiges.

Die krummen Geschäfte und Implikationen all dieser Absprachen sind so schwere Kost, dass es einem fast schon komödiantisch vorkommt, wenn am Ende plötzlich die Machtverhältnisse derartig klar aufgestellt sind. Nichtsdestotrotz habe ich es sehr genossen, Norrington eine Autoritätsschelle verteilen zu sehen ;)

Mit diesem Kapitel hast du es endgültig geschafft: ich bin absolut auf die Folter gespannt, was die tatsächliche Reise angeht und das Was, Wie und Wann der Suche nach Nemo. Natürlich hoffe ich auf Romantik, aber vor allem einfach nur auf mehr von deiner herrlich detailverliebten Schreibweise <3

Wie immer liebsten, herzlichen Dank fürs Schreiben und kostenlos Teilen, damit wir alle in den Genuss kommen.

Schöne Grüße,
und frohe Weihnachten

Obsidiane

Antwort von Bells Poetry am 08.01.2021 | 13:46 Uhr
Meine liebe Obsidiane,

bin noch immer recht aufgewühlt von der Lektüre deines achtunddreißigsten Kapitels und hoffe daher, dir hier zu antworten, wird mich etwas beruhigen. Ich liebe es, wenn ein Autor mich durch geschicktes Schreiben zum Nachdenken anregt, vor allem, wenn es einen Sachverhalt betrifft, der mir so nie in den Sinn gekommen wäre wie eben die Behandlung eines psychisch schwer erkrankten Menschen vor einem Zauberergericht. Mann, das wird mich noch lange beschäftigen.

Da mir dieses Gespräch riesigen Spaß gemacht hat, freut es mich ungemein, dass dir die Nuancen allesamt nicht entgangen sind und das entlarvende Element bei Beckett seine von mir gewünschte Wirkung entfalten konnte. Ja, er versucht Norringtons vermeintliche Gefühle für Elizabeth gegen ihn auszuspielen, ich glaube, niemand im "Fluch der Karinik"-Universum versteht es meisterlicher, andere Menschen zu manipulieren als Beckett. Die Verlobung mit Elizabeth ist demnach bis nach London gedrungen und da Beckett den Commodore als gleichermaßen aufrechten swie beständigen Menschen einstuft, geht er davon aus, dass dessen Empfindungen noch immer stark genug sind, um ihm einen Handel abzuringen. Du vermutest also richtig: Zwar bemüht sich Norrington, seine Gefühle für Nemo zu verbergen, aber Beckett durchschaut ihn zumindest soweit, dass er eine gewisse Bereitschaft erkennt, auf den vorgeschlagenen Deal einzugehen. Er hätte den Kompass nicht erwähnt, wenn er diese Bereitschaft nicht bemerkt hätte, dazu ist er viel zu vorsichtig, immerhin ist der Kompass sehr wertvoll. Mir gefällt der Gedanke, dass Norrington mit wenig in diese Verhandlung gegangen ist und ein Mittel erhalten hat, dass ihn möglicherweise zu Nemo bringt, während Beckett die Vorteile auf seiner Seite nicht gänzlich ausschöpfen konnte, dafür aber einen verlässlichen Mann für sein Vorhaben gewonnen hat. Beide haben im selben Maße profitiert wie verloren, kein schlechtes Ergebnis (obwohl Norrington das gewiss anders sieht).

Nein, dein Gedächtnis täuscht dich nicht, es liegt tatsächlich an der schlechten Ausarbeitung der Figuren, dass du nur eine vage, aber absolut korrekte Vorstellung von Mercer hast. Der finstere Kerl mit dem Dreispitz, genau. Becketts rechte Hand, nur dann in Erscheinung tretend, wenn die Filmemacher einen Buhmann brauchten, der Elizabeth und Will das Leben schwer macht. Ich hatte beim erneuten Schauen der Filme schon festgestellt, was für ein Glück Beckett hat, dass der Mann kurz und schmerzlos ermordet wird, bei dem Wissen, dass er mit sich trägt. Über sämtliche Intrigen und Verbrechen Becketts war er als ausführende Kraft bestens informiert und hätte er vor den richtigen Personen ausgepackt, wären Karriere und Leben des großen kleinen Beckett rasch vorbei gewesen. Es erschien mir daher naheliegend, dass Beckett nervös wird, wenn der sonst so zuverlässige Mercer nichts mehr von sich hören lässt und bot eine gute Verhandlungsgrundlage.

Danke für die Anmerkung hinsichtlich der Absätze! Ich hatte mich echt gesträubt, die wörtliche Rede in Absätze zu gliedern, aber ich werde gleich noch einmal drüber schauen. Die bessere Lesbarkeit ist ein schlagendes Argument.

Na, ob die Spannung halten wird, das ist die große Frage. Ich fürchte, die Reise wird anders verlaufen als vermutet und möglicherweise bleibt eine gewisse Enttäuschung da nicht aus. Eines kann ich jetzt schon sagen: Romantik wird es nicht geben oder sagen wir eher, nicht in dem von dir gewünschten Sinne. Du wirst spätestens im übernächsten Kapitel wissen, was ich damit meine. ;-)

So, nun fühle ich mich tatsächlich etwas ruhiger, es hat also funktioniert. Wie immer lieben Dank für dein Review und die ausführliche Auseinandersetzung mit meinem Geschreibsel! Egal wo, es ist immer eine ganz besondere Freude, von dir zu lesen.

Viele herzliche Grüße übersendet dir,
Bell
Bell
Lala (anonymer Benutzer)
22.12.2020 | 12:44 Uhr
Hallo Bell,
natürlich habe ich Verständnis. Die Familie geht vor und du musst dich überhaupt nicht vor mir rechtfertigen. Es wäre überaus respektlos und egoistisch von mir, würde ich es als selbstverständlich ansehen, dass du immer Zeit hast online zu sein und mir sofort zu antworten. Ich bin ein geduldiger Mensch und deine Fanfiktion lesen zu können ist Entschädigung genug.

Kommen wir zum neuen Kapitel:
Norrington ist jetzt wohl derjenige, den man aufsucht, wenn jemand verschwunden ist. Ich meine die Reihe wird ja immer länger. Immerhin muss er jetzt schon drei (fünf, wenn man Will und Jack mitzählt) Leute suchen.
Als Beckett über den Kompass gesprochen hat war das als würde eine Glühbirne mit einem lauten klicken in meinen Kopf angeschaltet werden. Jetzt weiß ich wie Norrington einen Weg nach Nimmerland finden kann. Wieso ist mir das nicht früher eingefallen?
Ich hatte gerade ein Kopfkino davon wie Norrington, nachdem er Jack den Kompass entwendet hat, mit der infiltrierten Mannschaft Nemo folgt während diese denken, dass er Elizabeth sucht. Was für ein herrliches Chaos das wäre sobald sie in Nimmerland angekommen wären und keiner mehr eine Ahnung hätte was eigentlich los ist.
Bei folgendem Satz musste ich herzhaft lachen:"Ihn hatte ausschließlichder Inhalt seiner eigenen Kisten zu interessieren, in übrigen schielte ein wohlerzogener Engländer nicht in das Kästchen anderer Besitzer (es sei denn, es handelte sich dabei um Franzosen, Niederländer oder Piraten)" ja, also wirklich wie kann er es nur wagen, so neugierig zu sein, in das Kästchen seines nicht vertrauenswürdigen und unsympathischen Geschäftspartners zu schauen und die Aussage mit den Franzosen und den Niederländern hat das Fass dann zum überlaufen gebracht. Ich kann nicht aufhören zu lachen xD. So haben zu der Zeit bestimmt viele Engländer gedacht, aber es ist trotzdem witzig.
Dein Humor ist spitze (in jedem einzelnen Kapitel).

P.S: Ich möchte Pharmazie studieren und anschließend Apotheker werden. Also es geht in die naturwissenschaftliche Richtung, aber eher Richtung Chemie und Biologie und nicht Mathematik ;).

Ich wünsche dir frohe Weihnachten, viel Gesundheit und eine wunderschöne Zeit mit deiner Familie.
Liebe Grüße,
Lala

Antwort von Bells Poetry am 08.01.2021 | 14:05 Uhr
Liebe Lala,

das Wichtigste zuerst: FROHES NEUES! 2021 mag ernüchternd begonnen haben, trotzdem hoffe ich, dass du gut ins neue Jahr gekommen bist und wünsche dir alles Gute sowie Gesundheit und Zuversicht! Die kommenden Wochen werden noch einmal schwer werden, aber dieses Jahr wird die erhoffte Besserung bringen, da bin ich mir sicher. In diesem Sinne auch alle guten Wünsche für die Schule, die Zielgerade ist bei dir ja bereits in Sicht.Auf dass sich deine Pläne hinsichtlich des Studiums erfüllen werden, Apotheker ist ein gleichermaßen anspruchsvoller wie wichtiger Beruf und wird wohl auch zukünftig weiter an Bedeutung gewinnen. Ich halte die Daumen fest gedrückt! :-)

Ja, Norrington darf gleich eine ganze Handvoll vermisster Personen aufspüren, eine Aussicht, die ihn nicht gerade euphorisch stimmen dürfte, allein schon wegen Sparrow, den er nun wirklich mit ganzem Herzen verabscheut. Aber was willste machen, er hat dafür einen wirklich nützlichen Gegenstand erhalten und ich freue mich, dass du den Kompass als Hilfsmittel nicht erraten hast.(Bei B&F hattest du ja einen wirklich guten Instinkt bewiesen, was die Entwicklung der Geschichte betraf, ich bin mir sicher, du wirst auch hier herausfinden, wohin die Reise geht. Mit deinem Kopfkino liegst du nämlich nicht gänzlich falsch, auch wenn Norrington zu sehr Ehrenmann ist, um den Kompass einfach zu stehlen. So etwas tun doch nur schändliche Piraten. xD

In jenen Zeiten wurde Nationalstolz ja sehr groß geschrieben, daher lasse ich immer mal wieder etwas von diesem Dünkel einfließen - gerade Norrington ist ja schnell dabei, wenn es um Urteile hinsichtlich Menschen anderer Nationalitäten geht. Ohnehin verurteilt Norrington gerne und viel. Eine Charakterschwäche, die manchmal wenigstens für einen Witz gut ist, daher freue ich mich, dass dir betreffende Stelle aufgefallen ist und dich zum Lachen gebracht hat.

Mal sehen, wie du die weitere Entwicklung bewertest; ich denke da an ein, zwei Momente, die möglicherweise Zündstoff bieten. Und im nächsten Kapitel, so viel sei schon verraten, werden endlich ein paar bekannte Gesichter auftauchen. Es wird höchste Zeit.

Hab ein angenehmes Wochenende und ganz liebe Grüße,
Bell
16.12.2020 | 19:45 Uhr
Guten Abend!

Ich kann mich Lala nur anschließen - du solltest dich nicht dafür entschuldigen, später als geplant hochzuladen <3 für die Qualität, die d bereitstellst, lohnt es sich zu warten.

Dieser erste Abschnitt passt wieder einmal so perfekt zu Norrington, dass ich nicht anders kann als warm zu lächeln. Ja, ein Vernunftsmensch durch und durch. Allerdings wage ich zu bezweifeln, dass es geholfen hätte, Nemo in die Kabine zu sperren - sein Gedankengang verrät jedoch, dass er sich wieder einmal selbst für Fehler und Misserfolge verantwortlich macht, während er seine Erfolge und guten Einflüsse eher hinten anstellt.

Beckett und seine knappe, herablassende Sprechweise hast du toll getroffen. Ich sehe und höre ein weiteres Mal den Schauspieler, und seine ganze bedrohliche Art passt wunderbar zu Norringtons Verachtung von Theatralik und seiner Geringschätzung für den aufgeblasenen Zambano. Dass der kleine Kerl ihm gerade mal bis zur Nasenspitze reicht, mit Perücke, fand ich wunderbar und richtig schööön Norrington-Humor.
Genau so unglaublich authentisch und glaubwürdig fand ich das Autoritätsduell zwischen Beckett und Norrington. Hier zeigt er wieder, was für ein guterzogener Mann und scharfsinniger Politiker letzterer ist - im Film hat mich immer gestört, dass Gouvaneur Swann offenbar seine gesamte politische Karriere damit aufgebaut hat, dass er fassungslos einen Brief liest und drei gestotterte Silben Protest hervorbringt. Die wollten Beckett echt nicht überfordern, hm?

Oh nein - scheinbar kann Norrington sich nicht aus dem Schatten Elizabeths hervorkämpfen. Wunderbar angeknüpft an den Film, dass Beckett über die Waffengewalt und das entwendete Dokument klagt, während Gouvaneur Swann wieder einmal alles tut, um seine halsstarrige Tochter for sich selbst zu beschützen.

Es hat mich aber vollkommen auf dem falschen Fuß erwischt, dass die Besatzung der Alexandria ebenfalls Nemos Erinnerungszauber durchbrochen zu haben scheint - all das ist wunderbar in Worte gefasst, und der Leser weiß sofort bescheid. Sowohl die Art, wie Norrington sich aus den kaum verhohlenen Anklagen und Becketts Bohren nach Antworten herauswieselt als auch seine Betrachtungen zu Pollard sind wieder mal so unglaublich charmant und trocken und humorvoll, dass man Norrington wirklich selbst heiraten möchte.
Was hat Elizabeth sich da nur entgehen lassen ...

Obwohl die Begegnung insgesamt glimpflich verlaufen ist und die Machtverhältnisse zumindest noch ausgeglichen waren, bleibt ein Gefühl der Bedrohung und Unsicherheit zurück. Der Kapiteltitel ist wunderbar gewählt und ich kann - wie immer, wenn du die Finger an der Tastatur hattest - kaum erwarten, zu erfahren, wie es weitergeht!

Vielen herzlichen Dank, dass du uns deine Geschichte gönnst <3

Liebste Grüße,
Obsidiane

Antwort von Bells Poetry am 21.12.2020 | 17:39 Uhr
Hello again, liebe Obsidiane,

wie angekündigt noch fix diese Reviewantwort und das neue Kapitel, bevor ich erneut untertauche. Dein Kommentar zum Kapitel ist einer jener Sorte, die man sich einrahmen möchte; so schön, wie du über Norrington schreibst und den Humor genau so nimmst,wie beabsichtigt. Dann noch der Satz über Elizabeths Entscheidung und was sie versäumt hat. Das perfekte Weinachtsgeschenk - zumindest für mich. <3

Bckett zu treffen, war für mich eine ungemein wichtige Sache und ich habe da auch selbst einen gewissen Anspruch an mich gestellt, gerade weil er schon eine der besten Figuren im zweiten Teil ist; ein großartiger Gegenspieler, der mehr mit Rhetorik punktet als großem Trara (auch wenn er es durchaus liebt, sich in Szene zu setzen). Gefährlich obendrein, er ist ein sehr guter Menschenkenner und weiß Personen wie Marionetten zu führen. Das wollte ich unbedingt aufnehmen und herausarbeiten, weil Norrington selten einem solchen Gegner gegenüber gestanden haben dürfte, der ihm einiges an Contenance abverlangt.
Genau wie du hat mich Gouverneur Swanns Verhalten im zweiten Teil ebenso verwundert wie gestört; ihm obliegt die Gerichtsbarkeit von Port Royal und er dürfte Politiker genug sein, um eine entsprechende Rechtfertigung für Sparrows erfolgreiche Flucht zu finden. Vermutlich hätte er ihn tatsächlich auch in letzter Minute begnadigen können und die Leute hätten es hingenommen. Egal, dass er Beckett einfach so hat gewähren lassen, obwohl er selbst (wie er später zu Elizabeth sagt) eine gute Beziehung zum Königshof unterhält, erschien schon sehr konstruiert. Auch in Norringtons Fall wage ich zu bezweifeln, dass er ihn mal so eben absetzen lassen kann, schließlich untersteht Norrington einem völlig anderen Arbeitgeber. Aber gut, man brauchte eben einen Grund, um Will und Elizabeth ein weiteres Mal auf Reisen zu schicken und hat sich nicht allzu sehr um Nachvollziehbarkeit bemüht.

Ja, die Information, dass die Männer sich unter erheblichem Alkoholeinfluss sehr, sehr vage an Nemo erinnern können - oder zumindest ihr verschwommenes Bild vor sich sehen - sollte eine Überraschung sein. Man hat bereits an Norrington gemerkt, dass der Feenbann nicht in Gänze die beabsichtigte Wirkung gezeigt hat und hier wird nun deutlich, dass Nemo einem Irrtum unterlegen ist, was die Kraft des Zaubers betrifft. Das Vorhaben war eben nicht gerade gut durchdacht und nun bekommt (wen wundert's) ausgerechnet Norrington die Konsequenzen vorgesetzt. Gebrochen wurde der Bann glücklicherweise nicht, seine Wirkung wird allerdings durch Alkohol geschwächt. Die Männer können nicht zuordnen wen sie sehen und warum, Nemo bleibt für sie nicht mehr als eine Ahnung. Darauf wird in der Geschichte an anderer Stelle noch einmal eingegangen, daher möchte ich nichts vorwegnehmen. Sei aber sicher, da kommt noch was, wenn auch nicht viel. xD

Danke für deine beiden motivierenden Reviews und dass du dir Zeit für Norrington genommen hast! Demnächst geht es endlich los mit der angekündigten Reise. Bin sehr gespannt, wie sie dir gefallen wird.
Auf ganz bald bei Annie und Amycus, bleib gesund und herzliche Grüße,
Bell
15.12.2020 | 11:35 Uhr
Guten Morgen, liebste Bell,

es ist passiert. Ich hinke schon wieder mit den Reviews hinterher, und das, obwohl du so zuvorkommend warst, dein Uploadtempo zu drosseln ;)
Nichtsdestotrotz versuche ich mal tapfer, dennoch irgendwie hinterherzukommen <3 Du und deine Geschichte haben es nämlich verdient.

Es sieht Norrington ganz ähnlich, dass er sich in aller Ruhe und Sorgfalt auf die anstehende Reise vorbereitet. Der Satz zu seinem Testament hat mich sehr berührt - ich weiß nicht, ob du es beabsichtigt hattest, aber mich macht es sehr traurig, dass James Norrington so über seinen Tod nachdenkt. Es scheint ihm wichtiger zu sein, niemandem zur Last zu fallen; und selbst bei seiner letzten Botschaft an die Welt schämt er sich ein klein wenig dafür, dass es das langweiligste Testament der ganzen Stadt sein wird - dabei ist doch gar nichts Schlechtes daran, seiner Familie seinen Besitz zu vermachen.
Er scheint stets von sich zu denken, dass er nie genug ist.
Zumindest nicht in den Augen aller anderen, auch wenn er mit seiner Karriere zufrieden ist.

Rührend dagegen ist seine Hoffnung und Leidenschaft, mit der er trotz aller Widrigkeiten nach Nemo suchen möchte. Mit treffendem Zynismus erkennt er, wie aussichtslos und schlicht aberwitzig sein Vorhaben ist, doch es hält ihn nicht davon ab, es dennoch zu verfolgen. Der Vergleich des Don Quijote gefiel mir sehr gut, vor allem weil es wunderbar zu Norrington passt, sich literarische Vergleiche heranzuziehen, und du es auch noch fertig gebracht hast, ein entsprechend gut verständliches Vergleichsmittel in einem zeitgenössischen Rahmen für Norrington zu finden.
Nicht, dass ich dir zutrauen würde, einen so dummen Fehler zu begehen wie Norrington von Ein Lied von Eis und Feuer reden zu lassen xD

Es ist so herrlich erfrischend, dass eine so dramatisch-romantische Geschichte wie deine sich mit Finanzen und Planung befasst. Es ist auf die allerherrlichste Art und Weise mondän und zugleich profan, denn gerade diese grundlegenden Mechanismen der Realität werden nicht einmal still und heimlich über Bord geworfen, sondern in handelsüblichen Geschichten oft demonstrativ kielgeholt.
Es wirkt einfach wahnsinnig glaubwürdig. Für dein Setting, für Norrington als Charakter und noch mal verstärkend im Sinne der damaligen Zeit und Politik.
Dazu gehören für mich auch solche Kleinigkeiten, wie dass Norrington sich eben als Engländer sieht, nicht etwa als einen Bewohner der Karibik. Er segelt immerhin unter englischer Krone und ist ein Commodore der englischen Seemacht.

Dass Beckett natürlich hinter diese nicht gerade unauffälligen Reisevorbereitungen kommt, finde ich ebenfalls wunderbar. So wird er tatsächlich zu einer doch irgendwo bedrohlichen und mächtigen Kraft in dieser Geschichte, anstatt dass du ein Schattentheater mit dem strahlenden Helden und einer nur vermeintlichen Bedrohung aufführst.

Auch bei der Beschreibung seiner kurzen Reise in Gewahrsam muss ich wieder mit Begeisterung feststellen, warum ich dir jedes einzelne Kapitel reviewen möchte <3 Es ist so wunderbar bildhaft und szenisch, dass ich mich direkt an die liebevoll gestalteten Filme erinnert fühle, und gleichzeitig ist alles garniert mit Norringtons wunderbar trockenem Humor.
Dabei denke ich gerade an den Abschnitt mit dem Sonnenuntergang, den er niemals auf diese Weise genießen würde xD

Beckett und seine ganze Manierlichkeit und Kühle hast du ebenfalls wunderbar getroffen, und auch wenn die Geschichte in ihrem gemächlichen Fluss kein großes Tempo vorlegt, so kann man doch nicht wiederstehen, direkt zum nächsten Kapitel zu klicken.

Wir sehen uns dementsprechend ein Kapitel weiter (und hoffentlich nicht erst in einem Monat, wenn ich mir wieder Zeit freischaufeln konnte xD)
Vielen herzlichen Dank fürs Schreiben und Teilen.

Liebste Grüße,
Obsidiane

Antwort von Bells Poetry am 21.12.2020 | 12:50 Uhr
Hey, meine Liebe,

hoffe, du hast inzwischen wieder etwas mehr frei verfügbare Zeit für deine kleine Familie und dich, zumindest verfügst du über ein wesentlich besseres Zeit- und Organisationsmanagement als ich, denn wie du längst gemerkt hast, lassen sowohl Reviews als auch regelmäßige Uploads bei mir auf sich warten. Besserung wird es erst im Januar geben, fürchte ich, aber ich möchte wenigstens hier ein wenig aufarbeiten - und natürlich auch bei Annie und Amycus, auch wenn das heute nix mehr wird (schon jetzt mauschelt die Familie wieder um mich herum, keine ruhige Minute hat man hier).

Deine Gedanken zu Norringtons Testament haben mich selbst nachdenklich gemacht, denn so weit hatte ich dabei gar nicht gedacht; mir ging es da eher um den Zynismus, mit dem er sein lebenswerk betrachtet (oder vielmehr die Wertung dieser Leistung in den Augen anderer). Aber klar, dabei spiegelt sich beinahe zwangsläufig deine Beobachtung wider, nämlich, dass er mit sich selbst recht kritisch ins Gericht geht. Da sieht man wieder, warum andere Leser so wichtig sind: Sie können dem Autor eine neue Perspektive auf die eigene Geschichte eröffnen. Danke dafür!

Norrington ist für mich kein Romanleser, ich wage sogar zu behaupten, dass er bei gewissen Genres die Nase rümpft, aber sogar ihm dürfte die Romanfigur des Don Quijote bekannt sein, der Roman war ja bereits bei seinem Erscheinen ungemein populär und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Schön, dass dir diese Stelle aufgefallen ist, mir hat der Vergleich auch gut gefallen und allein, dass er sich mit einer fiktiven Figur vergleicht, verdeutlicht seine Lage. Er weiß sehr genau um die Aussichtslosigkeit seines Vorhabens, dessen Gelingen (objektiv betrachtet) auch nichts anderes als Fiktion ist. Aus diesem Grund auch die Nüchternheit, mit der er seine Vorbereitungen trifft und das bewusste Vemeiden, allzu gründlich über sein Vorhaben nachzudenken.

Du bist immer so wahnsinnig aufmerksam! Das Nationalbewusstsein von Norrington spielt ja an und für sich keine große Rolle für die Handlung, aber diese strikte Trennung von seiner nationalen Identität und seinem gegenwärtigen Wohnort erschien mir wichtig. Letztlich zeigt sich auch hier ein gewisser Unterschied zu Beckett auf, der gewiss auch über einen ausgeprägten Nationalstolz verfügt, aber durchaus opportun auftritt, wenn es seinem eigenen Vorankommen dienlich ist. Könnte Norrington nie passieren.

Die Begegnung mit Beckett wollte ich unbedingt schreiben, weil sich hier zwei ebenbürtige, aber grundsätzlich völlig verschiedene Figuren gegenübertreten und eine Art Kräftemessen veranstalten. Im Film hat mich gestört, dass man so viel Potential zugunsten von Action und mehr Sparrow-Screentime bereitwillig verschenkt hat, denn eine Konfrontation auf Augenhöhe wäre bei Beckett und dem Norrington aus Teil Eins gewiss sehr spannend geworden. Aber du kennst meine Meinung dazu inzwischen ja in und auswendig. ;-)

Handlungsmäßig geht es gerade nur wenig voran, aber ich verspreche, dass die Reise in Kürze startet. Zunächst einmal müssen die Weichen gestellt werden und das passiert in Kapitel Fünf und Sechs. Da ich bei Norringtons sachlichem Realismus nicht allzu viele Möglichkeiten habe, Verrücktes einzubringen, nutze ich jede Gelegenheit, um ein paar schräge Figuren einzubringen oder eine Prise Humor auf Kosten einer Figur einzustreuen und diesmal hat es den Soldaten getroffen, der Norrington zu Beckett eskortiert. Und ja, das mit dem Sonnenuntergang musste einfach sein. xD

Ich muss zum Schluss kommen, man wartet bereits mit dem Mittagessen, aber ich werde nachher noch einmal vorbei schauen, um auch dein zweites Review zu beantworten. Danke dir dass du dir noch immer Zeit für meine Geschichte nimmst, ich srahle immer wie ein Honigkuchenpferd, wenn ich von dir lese!

Herzliche Grüße und bis später,
Bell
Lala (anonymer Benutzer)
05.12.2020 | 15:01 Uhr
Hallo Bell,
Du musst dich nicht dafür entschuldigen, dass du nichts hochgeladen hast. Schließlich konntest du ja nichts dafür. Ich hoffe jetzt funktioniert wieder alles.

Nein, ich lasse mich davon nicht runterziehen, man soll doch immer positiv denken und ich hoffe, dass die Lage sich bald wieder etwas beruhigt.

Also zum neuem Kapitel:
Ha! Ich habe doch gewusst, dass Beckett ihm ein Angebot unterbreiten wird.
Ich frage mich allerdings wie genau dieses aussehen wird.
Was ich nicht verstanden habe ist, warum sich anscheinend alle wieder an Nemo erinnern. (Jedenfalls zumindest schemenhaft) Wirkt der Zauber im betrunkenen Zustand nicht mehr, oder was ist da passiert?
Ich liebe die Art und Weise wie Beckett und Norrington miteinander Umgehen.
So viel Höflichkeit und doch merkt man sofort, dass sich beide bis aufs Blut nicht ausstehen können.
Und ja es ist wohl ein glücklicher Umstand, dass Norringtons unausgereifter Plan durchkreuzt wurde.
Die Ausgangslage vom 2. Teil war wirklich einfach nur bescheuert und so unrealistisch. Er kam mir nie wie die Sorte "Ich-ertränke-meine-Sorgen-in-Alkohol" vor. Außerdem warum zur hölle sollte er Jack zuerst einen Tag Vorsprung geben und gleich darauf so versessen darauf sein ihn zu schnappen, dass er durch einen Hurricane segelt? Das macht doch gar keinen Sinn.
Aber auch egal. Deine Fanfiction gibt mir dafür einen viel logischeren Verlauf der Dinge :) .
Beckett hat mit Jack um Elizabeth gefeilscht? Daran kann ich mich gar nicht mehr erinnern. (Vielleicht sollte ich die Filme mal wieder anschauen)

P.S.: Naja, eigentlich wäre ich lieber ins Bio-Seminar gekommen (Thema: Nervensysteme), aber da wollten so viele rein, dass ich dann zum Mathe-Seminar zugeteilt wurde.
Was aber nicht so schlimm für mich war, denn ich war eigentlich schon immer gut in Mathe (Spachen liegen mir dafür überhaupt nicht. Ich meine Mathe ist logisch und es gibt immer nur eine richtige Antwort und Sprachen...haben irgendwie keine Logik und selbst wenn es Regeln gibt, dann gibt es so viele Ausnahmen. Wofür dann überhaupt die Regeln?). Außerdem war das Thema nicht direkt höhere Mathematik, sondern das übergeordnete Thema war mathematische Beweise und mein Unterthema war die Quadratur des Kreises. Dafür habe ich allerdings Elemente aus der höheren Mathematik gebraucht (z.B. komplexe Zahlen, Vektorräume, Zahlenreihen).
Also war es jetzt nicht ganz so kompliziert wie eine allgemeine Arbeit über höhere Mathematik es gewesen wäre.
Meine Präsentation ist erst irgendwann in Januar, da mein Seminarleiter zurzeit in Elternzeit ist, aber trotzdem danke für deine Glückwünsche.

Ich wünsche dir ebenfalls einen schönen 2. Advent und viel Gesundheit.
Liebe Grüße,
Lala

Antwort von Bells Poetry am 21.12.2020 | 12:07 Uhr
Liebe Lala,

derzeit fühle ich mich wie das Weiße Kaninchen aus "Alice im Wunderland", die Zeit fliegt nur so vorbei und ich habe das Gefühl, immer zu spät zu sein. Was bei den Uploads auch tatsächlich der Fall ist und es ärgert mich selbst, dass ich nun schon zum zweiten Mal mit einiger Verzögerung auf dein wunderbares Review reagiere - von dem aus dem Takt geratetenen Uploadrhythmus gar nicht zu reden. Für den Grund hast du hoffentlich Verständnis: Ich bin vor dem harten Lockdown in Windeseile zu meinen Eltern gefahren, die in einem anderen Bundesland leben und habe nun, da die ganze Familie wieder beisammen ist, kaum mehr Zeit, um mich hinter den Laptop zu klemmen. In den letzten Jahren war es arbeitsbedingt so, dass ich erst an Heligabend nach Hause konnte und zeitig am 26. wieder aufbrechen musste, daher genießen wir gerade die unverhoffte Zeit, die wir miteinander haben. Darunter leidet konsequenterweise meine Internetpräsenz und ich hoffe, ich kann dich mit dem neuen Kapitel vor Weihnachten zumindest ein wenig für die lange Wartezeit entschädigen.

Kommen wir zu deinen Betrachtungen des fünften Kapitels (auf die ich sehr, sehr neugierig war): Jap, ich denke auch, dass Beckett Norrington mit der Vorladung einen Gefallen getan hat, obwohl der gute Lord ein sehr riskanter und in meinen Augen nicht gerade ratsamer Geschäftspartner ist. Auf Norringtons Wort kann man sich verlassen, auf Becketts nicht, das ist keine echte Grundlage zum Verhandeln und doch hat Norrington wohl kaum eine Wahl.
Danke für deine absolut zutreffenden Worte, was Norringtons Motivation im zweiten Teil betrifft, du sprichst mir damit so sehr aus der Seele! Das hat mich auch gestört, zumal es für Norrington keinen Anlass gab, nach der Absolution durch den Gouverneur ernsthaft nach Sparrow zu suchen. Und selbst wenn er - um den Schein zu wahren - aufgebrochen wäre, hätte er niemals, wirklich niemals seine Mannschaft und sein Schiff einem Hurrican geopfert. Schon gar nicht nach der Schlacht vor der Isla de Muerta, die bereits zahlreichen Männern das Leben gekostet hat, weil ihn Elizabeth und Sparrow bewusst getäuscht haben, was Barbossas Mannschaft betrifft. Und überhaupt, selbst wenn er gescheitert wäre, hätte Norrington Tortuga keineswegs freiwillig angesteuert, immerhin versammelt sich dort genau der Menschenschlag, den er bis aufs Blut hasst und gezielt bekämpft hat. Notgedrungen musste ich für die Fortsetzung den zweiten Teil nochmals schauen und habe mich wieder einmal wahnsinnig über diesen Blödsinn in Bezug auf Norrington geärgert. Daher freut es mich natürlich sehr, dass du die Darstellung der Lage in dieser Fanfiction logischer findest.

Dass die Männer sich unter erheblichen Alkoholeinfluss an Nemo erinnern können, zeigt auf. dass sie die Macht des Feenzaubers überschätzt hat. Und führt wieder einmal zu der Überlegung, dass sie zwar in guter Absicht handelte, die möglichen Konsequenzen ihrer Tat dabei aber nicht einmal ansatzweise erwogen hat. Sie kennt die Wirkung des Banns in Nimmerland, aber ob und wie ein Feenzauber sich in einer anderen Welt auswirkt, hat sie nicht bedacht. Die Suppe darf nun - wie könnte es anders sein? - wieder Norrington auslöffeln, der sich mit den unangenehmen Fragen eines scharfsinnigen Beobachters konfrontiert sieht. Aber ich finde, er hat seinen Hals ganz gut aus der Schlinge gezogen. ;-)

Wow, schon allein bei dem Wort "Vektoren" bin ich raus; ich hab's damals echt gehasst (wobei Statistik der wesentlich schlimmere Albtraum war) und brauchte es bisher auch nicht mehr. Aber ich bewundere jeden, der die Sprache der Mathematik versteht und mathematische Probleme löst, die für mich nichts weiter als böhmische Dörfer sind. Möchtest du später etwas in diese Richtung machen? Beruflich, meine ich.

Auf diesem Wege wünsche ich dir frohe und besinnliche Feiertage mit deinen Liebsten. Macht es euch schön, trotz der schwierigen Umstände, und genießt die gemeinsame Zeit! ❤
Ganz liebe Grüße und auf hoffentlich bald,
Bell
Lala (anonymer Benutzer)
14.11.2020 | 16:50 Uhr
Hallo Bell,
Ja, ich kann auch nicht verstehen warum man uns mit Masken Sport machen lässt. Nicht nur das Atmen wird zur Herausforderung, sondern auch das Sehen (ich bin Brillenträger). Schon mal versucht Badminton zu spielen, wenn man den Ball nicht sehen kann? Lass ich die Brille auf, sehe ich nichts als grau und setze ich sie ab, kann ich ebenfalls nur verschwommene Umrisse erkennen.

Aber kommen wir zur Geschichte:
Bei der Vorstellung, wie mir ein so eitler Mann wie Mr. Pollard auf Knien dankt, musste ich laut lachen.(Mein armer Hund hat sich ganz schön erschreckt.) Aber meiner Meinung nach hat selbst er einen Platz an Bord verdient. Immerhin hat er immer pflichtbewusst seine Aufgaben erfüllt (auch wenn eigentlich nie jemand wirklich 100% auf sein Urteil vertraute.) Ich fand es lustig, dass Norrington immer so genervt von ihm war und diese Eigenschaft, immer seine weißen Zähne zur Schau zu stellen, erinnerte mich an meinen alten Musiklehrer (bei dem hatte ich des öfteren den Eindruck, er würde für irgendeine Zahnpasta Werbung machen wollen, anders kann ich mir diese seltsamen Grimassen (Lächeln konnte man das wirklich nicht mehr nennen) nicht erklären.)
Ich dachte mir schon, dass Norringtons Vorhaben nicht unentdeckt bleiben würde. Wenn man die ständige Überwachung bedenkt unter der er und Gouverneur Swann stehen, war eigentlich schon klar, dass die Chancen auf Erfolg sehr gering standen.
Dieser Cliffhanger war gemein.(Stelle dir bitte an dieser Stelle einen nicht ganz ernstzunehmenden, anklagenden Blick vor.)Ich will unbedingt wissen wie es weiter geht. Ich habe die leise Vermutung, dass Beckett ihm irgendeine Art Handel anbieten wird. So ähnlich wie der mit Will und dem Kompass. Aber da werde ich wohl auf das nächste Kapitel warten müssen.
Ehrlich gesagt frage ich mich immer noch, was Norrington sich eigentlich von diesem Plan erhofft hat. Ich meine Elizabeth hätte er bestimmt irgendwie ausfindig machen können, aber Nemo eher nicht. Wo hätte er den mit der Suche angefangen? Die einzigen Anhaltspunkte, die er hat sind, dass der Ort Nimmerland heißt und dass dort ein tyrannischer Junge namens Peter herrscht. Mit diesen Informationen wäre er nicht gerade weit gekommen. (Besonders, weil Nimmerland eine ganz andere Welt ist von der Niemand, abgesehen von Kindern und eine kleine Anzahl ehemaliger Bewohner, etwas weiß.) Und ich glaube nicht, dass er auf die Idee gekommen wäre Kinder danach zu fragen oder dass rein zufälligerweise ein ehemaliger Bewohner ihm über den Weg läuft. Und selbst wenn, wäre er trotzdem ohne Feenstaub (oder wie in "Once upon a time" ohne Zauberbohne) oder sonstige Magie nicht nach Nimmerland gekommen. Also hätte er erstmal herausfinden müssen, dass Nimmerland nicht in unserer Welt liegt und dann irgendeine Art Portal oder magisches Transportmittel ausfindig machen müssen. Die Existenz eines solchen Gegenstandes will ich nicht anzweifeln. Immerhin gibt es ja auch Götter, Flüche und Jungbrunnen. Aber trotzdem ist das ein ziemlich unausgereifter Plan.
P.S.: Wenn du "Neon Genesis Evangelion" so anpreist, glaube ich werde ich mir das mal anschauen. Vielleicht gefällt es mir ja.
Uff, in meinen Ferien habe ich sehr viel Zeit vor dem Computer verbracht. Die Woche nach den Ferien war Abgabe der Seminararbeit. Ich hatte zwar schon zuvor sehr viel Zeit mit Literaturrecherche verbracht (Ich glaube, dass ich in meinen Leben noch nie so viel über höhere Mathematik gelesen habe. Mir wird schon ganz schwindelig, wenn ich daran denke.)
und wusste auch schon ungefähr was ich schreiben wollte, aber das Schreiben an sich habe ich alles in den Herbstferien erledigt. Ich bin so froh, dass ich das hinter mir habe. Jetzt muss ich nur noch die Präsentation überleben (...wie ich es hasse vor vielen Menschen zu reden.)
Oh, das ist jetzt doch ziemlich lang geworden. Entschuldige bitte, dass ich dich mit einer solchen Textwand erschlage.
Ich wünsche dir ein schönes Wochenende und noch viel Spaß beim Schreiben.
Liebe Grüße,
Lala

Antwort von Bells Poetry am 04.12.2020 | 13:52 Uhr
Liebe Lala,

eines vorweg: Du brauchst dich bei mir nie, wirklich niemals für lange Texte zu entschuldigen. Im Gegenteil, von dir zu lesen bereitet mir jedes Mal große Freude, ganz besonders, weil du mir in den letzten Reviews auch zunehmend von dir und deinen persönlichen Erfahrungen erzählst. Das ist großartig und gibt mir das Gefühl, die Person hinter dem Review besser kennenzulernen. Daher lieben Dank und bitte gerne weiter so! :-D

Die lange Funkstille tut mir wirklich leid; in meiner Wohnung gab es einen Totalausfall, was das Internet betrifft und mein Anbieter hat es nicht gebacken bekommen, mir zeitnahe einen Techniker vorbei zu schicken. Da ich gezwungen war, mit dem Datenvolumen meines Handys sparsam umzugehen, hat es nur für eine kurze Notiz in meinem Profil gereicht und daher liest du erst jetzt wieder in gewohnter Weise von mir. Was sich in der Zwischenzeit getan hat, ist schon arg: Ein Teil-Lockdown, verschärftere Bestimmungen, zunehmende Unsicherheit, was die Zukunftsaussichten betrifft. Ich hoffe sehr, du lässt dich von den Entwicklungen nicht runterziehen. (Übrigens bin ich auch Brillenträgerin, also kann ich sehr gut nachempfinden, wie ätzend das im Sportunterricht ist - und ich halte es auch für gefährlich, gerade weil die Sichtverhältnisse schnell eingeschränkt sind. Ballspiele gehen da eigentlich kaum.)

Wie cool, dass dein alter Musiklehrer auch dieses Zahnpasta-Lächeln pflegte! Da wundert's mich nicht, dass du Pollard gerne eine weitere Chance zur Bewährungsprobe einräumst. ;-)
Und du hast natürlich Recht, Norringtons Vorhaben war reichlich unausgegoren und für seine Verhältnisse erstaunlich unüberlegt. Ihm dürfte das bewusst sein, er ist schließlich ein Vernunftmensch, insofern war da mehr der Wunsch Vater des Gedankens; an späterer Stelle wird darauf noch einmal eingegangen, doch du hast das große und entscheidende Aber völlig richtig dargestellt. "Nimmerland" als Ort findet sich auf keiner Karte, es gibt keinerlei echte Anhaltspunkte und obendrein hat Hook bereits einen Vorsprung, der kaum aufzuholen ist. Dass Beckett nun auf die Bühne tritt ist daher eigentlich ein dankenswerter Umstand, auch wenn ich einen Handel mit ihm für eine gewagte, wenn nicht sogar gefährliche Sache halte.
Die Frage ist, was wäre passiert, hätte Beckett nicht eingegriffen? Norrington hätte seinen Rang und einen Teil seines Vermögens geopfert (neben dem von Gouverneur Swann), um eine Zeitlang ziellos auf dem Ozean herum zu schippern und die Suche schlussendlich abzubrechen. Das Ende vom Lied wäre im Extremfall wohl die Ausgangslage im zweiten Film gewesen: Norrington quittiert beschämt den Dienst, landet irgendwann in einer Hafenkneipe und lässt sich vollaufen.

Gut für mich als Autorin, dass der Cliffhanger diese Wirkung auf dich hatte. An und für sich tue ich mich schwer mit diesen Dingen, gerade wenn man mit Norrington eine Figur hat, die kaum zu beeindrucken ist. Da verpufft die Wirkung von bestimmten Situationen manchmal. Und Beckett selbst ist ja auch ein Kaliber, mit dem man erst einmal einen halbwegs guten Umgang finden muss; ich mag ihn im zweiten Teil sehr, im dritten erscheint seine Charakterisierung dann gerade zum Ende hin inkonsistent. Warum feilscht er mit Jack plötzlich um Elizabeth? Ihr Auftritt in seinem Büro hat ihn zwar gut unterhalten, aber ich hatte nicht den Eindruck, dass er sie für begehrenswert hielt. Gerade in Anbetracht seiner eigentlichen Ziele wirkte das etwas befremdlich und unpassend.

Eine Seminararbeit zu höherer Mathematik? Wow, das ist aber ambitioniert für eine Schularbeit und ich ziehe echt meinen Hut, dass du dich in die Materie einarbeiten konntest. Ich wäre da grandios gescheitert; Mathe war mein Hassfach, ich hab's bis zuletzt nicht begriffen, dabei hatte ich Lehrer, die sich wirklich sehr viel Mühe gegeben haben, mir den Stoff begreiflich zu machen.
Hoffentlich lief deine Präsentation erfolgreich, Schüler und Studenten sind ein schwieriges Publikum, dazu noch bei einem solchen Thema.

Hab eine schöne Restwoche und dann am Sonntag einen angenehmen zweiten Advent - trotz der ungewöhnlichen Umstände dieses Jahr.
Bleib gesund und viele herzliche Grüße übersendet dir,
Bell
01.11.2020 | 19:18 Uhr
Guten Abend, liebe Bell,

nachdem ich meinem Ehrgefühl durch die Erbringung eines Opfers an die Schreibegötter Genüge getan habe, bin ich jetzt sogar recht zeitnahe in den Genuss deines nächsten Kapitels gekommen. Hier baust du wunderbar Elizabeths Vater weiter aus, und auch James' Innenleben erhält ein paar interessante Ergänzungen und Züge.
Wirkte er im ersten Teil deiner Erzählung noch schwer verletzt, bitter und beschämt, so ist es nun eine Art passives Amüsement, das er im Anbetracht des ganzen Schlamassels um Elizabeths ruinierte Hochzeit empfindet. Nicht für eine Sekunde erweckt er den Anschein der Schadenfreude oder Bosheit, sondern vielmehr das resignierte Gottvetrauens eines Mannes, der wusste, dass es nicht anders würde kommen; beinahe vergleichbar mit jemandem, der Tornados studiert und dann milde interessiert und ohne jede Überraschung durch eine verwüstete Stadt läuft.

Man spürt dass er Elizabeth und ihren kleinen Kapriolen nichts Böses wünscht, dennoch weiß der Leser auch sofort, dass Elizabeths "Rettung" ihm mehr als ungelegen kommt.

Schöne Details im Gespräch um die Durchführung und Vorbereitung der Mission sind wie immer wunderbar eingewebt, doch ich möchte ehrlich sein und sagen, dass sich das Erzähltempo im Verhältnis zu erzählter Zeit etwas langsam angefühlt hat. Andererseits passt das sehr hervorragend zur drückenden Stille zwischen den einzelnen Gesprächsfetzen und sowohl Norrington als auch Gouverner Swann sind ja in den Filmen eher etwas getaktet und langsam in ihrem Duktus.

Elemente wie Schiffseigentum und Briefwechsel mit England sind sicher sorgfältig recherchiert und man hat - wie immer bei dir - das Gefühl, ganz und gar in dieser Zeit und dieser Welt zu stehen. Und zwar nicht mit Jogginghose, barfuß und in übergroßem T-Shirt, sondern mit Unterkleid, Korsett, Rock und Jackett, dazu Knöpfchenstiefel, wenn du verstehst, was ich meine. Dein Worldbuilding und das Setzen der Szene wirkt immer sehr organisch und mühelos.

Es tut jedenfalls gut zu hören, dass Norrington seine korrekte, durchgeplante Art auch nicht dann aufgibt, wenn er sich am liebsten Hals über Kopf auf die Rettungsmission begeben würde ;)

Bin ich eigentlich als einzige darauf gespannt, welchen Namen das Schiff bekommen wird?

Liebe Grüße,
Obsidiane

Antwort von Bells Poetry am 13.11.2020 | 12:56 Uhr
So, dann schließe ich mal nahtlos an.

Deine Beobachtung ist natürlich auf den Punkt; die Ereignisse auf der "Alexandria", insbesondere die Begegnung mit einer gewissen jungen Dame, haben Norrington geholfen, Abstand zu Elizabeth zu gewinnen und die Verbitterung über ihr (zugegeben nicht ganz faires) Spiel abgeschwächt. So ganz drüber hinweg ist er vermutlich noch nicht, aber in jedem Fall auf einem guten Weg. Und selbst wenn es nicht so wäre, könnte er dem Gouverneur seine Bitte kaum abschlagen, dafür fühlt er sich ihm zu sehr verpflichtet.
Ich hab's ein bisschen bedauert, dass Norrington im zweiten Teil zum Piraten umfunktioniert wurde und wir Zuschauer dadurch um seine Einschätzung der Lage in Port Royal gebracht wurden. Bei seiner gleichermaßen nüchternen wie trockenen Art hätte das recht unterhaltsam sein können, zumal er ja beweist, wie gut er in der Lage ist, Elizabeth und in gewisser Weise auch Sparrow zu durchschauen.
Deinen Vergleich mit dem Tornado finde ich großartig! Passt bei Elizabeth echt wunderbar. :-D

Danke für deine Kritik! Beim Korrekturlesen war ich mir auch unsicher und hatte an einigen Stellen bereits Kürzungen vorgenommen. Allerdings war mir wichtig aufzuzeigen (unabhängig vom weiteren Fortgang der Handlung), welche Umsicht Norringtons Vorhaben erfordert in Anbetracht der Lage. Handlungsmäßig wollte ich weiter, aber deswegen sollte die "Verschwörung", wenn man sie überhaupt so nennen kann, nicht zu kurz kommen. Wahrscheinlich ist das Ergebnis daher nicht ganz rund und ich befürchte, es wird auch an späteren Stellen ein oder andere langatmige Momente geben. Mal sehen, ob die Figuren das wieder wett machen können. Dass es mir wiederum gelungen ist, die damalige Zeit gut einzufangen und ein relativ solides Setting zu schaffen, ist ein Kompliment, das mich mit Stolz erfüllt, weil sich die Welt nun im Vergleich zum ersten Teil öffnet und es mehr Dinge zu beachten gibt.

Mal sehen, wie weit Norrington mit seiner Rettungsmission kommt in Anbetracht eines so gutgläubigen und daher etwas unvorsichtigen Partners. xD

Herzliche Grüße übersendet dir,
Bell
31.10.2020 | 15:10 Uhr
Guten Tag, liebe Bell,

(beinahe hätte ich Guten Abend geschrieben, denn durch das trübe Wetter und den fortschreitenden Herbst wird es hier bereits dunkel xD) Hier kommt wie versprochen das ausstehende Review für das zweite Kapitel, sodass ich endlich das dritte Kapitel lesen kann, auf das ist sehnsüchtig warte.

In diesem Kapitel zeigst du erneut, wie meisterlich du mit dem Erzähltempo spielst. Auch wenn es "nur" gut 1000 Worte sind, so sind diese bis zum letzten ausgereizt und voller Emotionen. Man spürt, dass Wochen vergangen sind, dass diese Charaktere alle auf etwas reagieren, was sie bereits seit geraumer Zeit belastet. Die Stimmung und die bedrückende Atmosphäre sind wunderbar eingefangen und wie immer bettest du alles einwandfrei in den Zeitgeist ein - zum Beispiel, dass Besucher in gewissen repräsentativen Räumlichkeiten empfangen werden, und dass nun davon abgewichen wird.
All das erklärst du elegant und ohne jeweils banal oder langweilig zu werden.

Dass das Verhältnis zwischen dem Commodore und dem Gouverneur (ja, ich musste nachsehen, wie man das schreibt) ist sehr vertrauensvoll und geprägt von gegenseitigem Respekt und Vertrauen - das passt wunderbar, wenn man sich vor Augen hält, dass der beherzte aber etwas unbefangene ältere Herr seine einzige Tochter, die er über alles liebt, diesem jüngeren Mann anvertraut hat/hätte.

Mir gefällt auch sehr gut, dass du die politischen Hintergründe um Lord Cutler Beckett aufgerollt hast und ihnen entsprechende Bedeutung beimisst. Mir kam das alles im zweiten Film etwas zu kurz - da war da dieser unsympathische Wicht, der halt aufgetaucht ist und Autorität hatte, aber wir haben das alles ja nicht miterlebt, weil der Regisseur verstanden hatte, dass alle weiblichen Zuschauer nur Jack Sparrow sehen wollen.
Ich bin wirklich gespannt, wohin du diesen Zweig der Erzählung führen willst.

Außerdem führst du James Norrington wunderbar fort. Er ist nicht der Typ, der in Tränen ausbricht und seine Mannschaft/seine Verpflichtungen vernachlässigt. Stattdessen steht er weiterhin aufrecht, aber alleine, dass er seine Karriere und die Beziehungen zu seinen Vorgesetzten aufs Spiel setzt, um eine Mission in eigener Sache durchzuführen.
Muss ich außerdem noch sagen, dass ich es absolut liebe, wie heldenhaft, nobel und ehrenvoll James Norrington hier wirkt?
Es ist wirklich toll, wie sympathisch er ist, alleine dadurch, dass er er selbst ist ...
(Vermutlich spielt da auch deine erste Geschichte rein, aber ich will mich auf keinen Fall beklagen.)

Nun, wir sehen uns dann beim nächsten Review wieder <3
Wie immer: besten Dank fürs Schreiben und Teilen.

Liebste Grüße,
Obsidiane

Antwort von Bells Poetry am 13.11.2020 | 12:37 Uhr
Hello again,

da schreibe ich in meiner Nachricht "auf bald" und stelle mit Blick auf meine Geschichte fest, dass dieses Bald doch schon wesentlich früher da ist als erwartet - was meine Freude über deine beiden Reviews kein bisschen trübt, lieben Dank dafür! <3
Mir geht es mit den Abendzeiten übrigens ähnlich; durch die Zeitumstellung beginnt es nun schon zwischen gegen vier Uhr nachmittags zu dämmern und wenn das Wetter dann noch trüb ist, gewinnt man leicht den Eindruck, man befände sich den ganzen Tag über in einem Dämmerungszustand. Das schlägt mitunter ziemlich aufs Gemüt, aber du hast ja eine kleine Hündin, die dich sicherlich auf Trab zu halten weiß.

Im ersten Teil wurde deutlich, dass die Beziehung von Norrington und Gouverneur Swann auf gegenseitigem Respekt gründet, daher war es mir wichtig, dass aufzuzeigen und das Bisschen, das wir über ihren Umgang miteinander erfahren, entsprechend weiterzuentwickeln. Das scheint gelungen und das freut mich sehr. Ich fand es schade, dass der Gouverneur ab dem zweiten Teil völlig untergegangen ist und nur noch auf die Rolle des leidendes Vaters beschränkt blieb, der dann alsbald den Löffel abgibt (natürlich nur, damit Elizabeth ordentlich leidet). Sein Tod war für mich ebenso billiges Plotvehikel wie der Norringtons; man wusste mit diesen beiden Figuren nicht mehr so richtig was anzufangen, also wurden sie entsorgt. Dabei hatte Gouverneur Swann ja mit diesem einen Fluchtversuch bewiesen, dass er durchaus zum Ränkeschmieden in der Lage ist, ihm seine Gutgläubigkeit und bescheidene Menschenkenntnis dabei jedoch im Weg steht. Das wollte ich aufgreifen und es hat Spaß gemacht, Norrington darauf anzusetzen, denn der sieht natürlich die eklatanten Schwächen in diesem Treiben.

Danke, dass du die dürftige Ausgangslage von Becketts Handeln im zweiten Teil zur Sprache bringst! Mich hatte das schon beim ersten Anschauen gestört, gerade weil es nicht so richtig Sinn ergibt, dass ein Geschäftsmann (wenn auch geadelt und mit großem Einfluss) als richterliche Macht auftritt und niemandem ernsthafte Zweifel kommen. Auf Elizabeths berechtgten Einwand, sie fallen unter die Gerichtsbarkeit des Gouverneurs der Kolonie, wird nicht wirklich eingegangen - aus Gründen, wie ich vermute. ;-)
Zumindest habe ich mich bemüht, etwas mehr Glaubwürdigkeit zu schaffen; inwieweit das gelungen ist, wird sich zeigen.

Meine offensichtliche Vorliebe für Norrington lässt sich leider nicht verleugnen oder kleinreden; mir ist völlig klar, dass ich da voreingenommen bin und sehr an dem Bild festhalte, das ich mir dank des ersten Teils von ihm gemacht habe. Manchmal befürchte ich, dass es die Geschichte zu sehr prägt, denn wirkliche Ausbrüche oder Fehltritte sind von Norrington nicht zu erwarten. Dann denke ich an ähnliche Figuren - Mister Knightley in Jane Austens "Emma" beispielsweise oder auch Kapitän Pellew bei "Hornblower" - und das beruhigt mich etwas, denn sie bestechen ebenfalls durch Souveränität, ohne dabei langweilig zu sein.
Trotzdem bin ich über die kleinen Momente froh, in denen Norrington mal so etwas wie Herablassung oder Verblüffung zeigt. Das macht ihn greifbarer.

Nachdem ich beim Schreiben noch sehr zufrieden mit der Entwicklung der Geschichte war, bin ich inzwischen unsicher, ob ich damit nicht bei dir und anderen Lesern in Ungnade fallen könnte. Es gibt schon ein paar strittige Ecken, für die ich zwar einstehen würde, aber ... na ja, man möchte ja auch nicht enttäuschen. Du kennst das Gefühl sicherlich genauso gut.

Wie schön, dich weiterhin an Bord zu haben!
Lieben Dank und bis gleich!
Lala (anonymer Benutzer)
30.10.2020 | 22:07 Uhr
Hallo Bell,
Die Entwicklung in letzter Zeit ist wirklich erstaunlich. Was mich allerdings am meisten verwundert, ist die Situation an den Schulen. Zuerst hieß es, dass es eine Blockeinteilung geben würde, wenn die Zahlen so hoch liegen. (Ich bin zwar froh, dass das nicht gekommen ist, denn dieser online Unterricht war wirklich suboptimal, aber ein bisschen inkonsequent ist das ja schon.) Und jetzt...bleibt einfach alles so wie zuvor, obwohl in allen anderen Bereichen alle Homeoffice machen müssen oder nur zwei Haushalte sich treffen dürfen. Aber wenn 30 Schüler wie Hühner auf der Stange in einen Raum sitzen ist das ok? Und natürlich bleibt auch der Sportunterricht. (Was? Man kann mit dieser beschi...bescheidenen Maske nicht richtig atmen, wenn man gleichzeitig wie bekloppt durch die Gegend rennt? Wen interessiert das schon?) Das macht doch gar keinen Sinn.
Aber genug davon, sonst rege ich mich noch zu sehr auf und jetzt sind sowieso Ferien.
Also zum neuen Kapitel:
Der arme Norrington muss nun also nicht nur nach einer Frau suchen, ohne zu wissen, wo sich diese aufhält, sondern jetzt sind es sogar zwei. Und zu seinem Pech wird wohl die unsympathischere, undankbarere und diejenige, die er höchstwahrscheinlich eher meiden wollen würde, leichter zu finden sein. Er ist einfach selbstloser und ehrenvoller als ihm gut tut.
Er heuert also eine "taugliche Mannschaft" an. Ich bin gespannt. Hoffentlich besteht diese Mannschaft aus bekannten Gesichtern wie Gillette, Groves, Dr. Belas, Mr. Connor, Mr. Dawson, Mr. Thomson, Mr. Pollard, usw. (Zuletzt genannte vorallem deswegen, weil sie irgendwie eine Art Insider sind. Ich bin Stolz auf mich ich konnte mir die meisten Namen merken, obwohl ich normalerweise ziemlich vergesslich bin, was Namen betrifft.)
Ich frage mich, wer der neue Kapitän sein wird und ob Norrington es verkraftet, wenn er nicht das Kommando hat.
Aber das werde ich wahrscheinlich im nächsten Kapitel erfahren.
P.S.: Ja, L ist ein sehr beliebter Charakter. Ich selbst mag ihn auch gerne, auch wenn er ein bisschen merkwürdig ist (aber das sind in Animes ja irgendwie alle. Jedenfalls habe ich kein einzigen Anime gesehen, in den die Leute sich normal verhalten hätten. Die übertreiben irgendwie immer extrem im Bezug auf Emotionen.) Trotzdem will ich nicht an ihn denken, wenn man mich anspricht. (Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, fällt mir auf, dass ich allerdings oft in einer ähnlichen Haltung sitze wie L. Vielleicht sollte ich das besser lassen. Soetwas tut meinem Rücken bestimmt nicht gut.) Ich bin übrigens auch nicht wirklich aktiv in der Anime Szene. Um ehrlich zu sein, ist "Deathnote" die einzige Anime-serie bzw. Anime überhaupt, den ich ganz angesehen habe. Ich mag Anime einfach nicht besonders, weil die Charaktere zum einem immer so übertreiben und zum anderem mag ich den Zeichenstil auch nicht besonders (jedenfalls die Art, wie die Menschen gezeichnet sind. Die Darstellung der Umgebung finde ich gut.)
Damit ist dieses Review eigentlich auch schon beendet.
Ich wünsche dir viel Inspiration, ein schönes Wochenende und vor allem viel Gesundheit. Wir lesen uns zum nächsten Kapitel.
Liebe Grüße,
Lala

Antwort von Bells Poetry am 13.11.2020 | 11:59 Uhr
Liebe Lala,

ihr müsst mit Masken Sport treiben? Wow, das trifft mich gerade echt, denn ich kann mir sehr gut vorstellen, wie das sein muss - auf keinen Fall gesund, wenn man bedenkt, wie wichtig das Atmen bei Sprintläufen etc. ist. generell ist die Situation gerade eher angespannt, auch wenn die meisten Menschen die Maßnahmen billigen und unterstützen. Wenn ich bedenke, dass ich noch im Sommer dachte, wir hätten es bis spätestens Oktober überstanden und könnten uns wieder maskenlos in Geschäften bewegen, komme ich mir sehr naiv vor. Übrigens habe ich heute gelesen, dass die Ministerpräsidenten am Montag tagen und da wohl den (eher ernüchternden) Erfolg des bisherigen Teil-Lockdowns auswerten. Schulen sollen da ebenfalls ein Thema sein, warten wir also ab, was da kommt.

Aww, ich freue mich gerade riesig, dass du nicht nur die Namen behalten hast, sondern dir die einzelnen Figuren allesamt an Bord wünschst! Das ist ein riesiges Kompliment für mich, gerade weil es sich dabei größtenteils um eigene Charaktere handelt. Sogar Pollard würdest du wieder mit auf die Reise nehmen! Ich bin mir nicht so sicher, was Norrington davon hält, aber der gute Navigationsoffizier würde dir sicherlich auf Knien danken. ;-)
Da ich nichts vorwegnehmen mag, kann ich nur sagen: Lass dich überraschen! Bisher war Norringtons Schicksal, dass es immer anders kam als er es wünschte und ich würde drauf wetten, dass sich dieses Los auch diesmal erfüllt. Vielleicht schon mit dem nächsten Kapitel.

Ja, ausgerechnet Elizabeth zu suchen und zu irgendeinem Bekannten zu schippern, darauf konnte er gut und gerne verzichten. Und ich bin absolut bei dir, was deine Vermutung angeht.
Generell halte ich sein Vorhaben für gewagt, aber er zeigt damit immerhin, dass die vergangenen Ereignisse nicht spurlos an ihm vorbei gegangen sind. Und für seine Verhältnisse ist das schon eine sehr ungewöhnliche Geste, wenn auch nicht vielleicht so romantisch wie Wills damaliger Schiffsdiebstahl, um Elizabeth zu retten.

Och, ich hatte eine sehr lebhafte Animephase, die recht lange angedauert hat. Du hast allerdings Recht, was das unrealistische und oftmals übersteigerte Verhalten angeht; irgendwann fällt es einem zu sehr auf die Nerven um es zu ignorieren. Wobei man gerechterweise sagen muss, dass es hervorragende Geschichten mit sehr viel Tiefgang gibt. "Neon Genesis Evangelion" ist ein Meisterwerk, das ich erst vor wenigen Monaten auf Netflix gesehen (und als Jugendliche leider sträflich ignoriert) habe. Hätte ich diese Serie damals gesehen, sie hätte mich wohl entschieden geprägt.

Hoffentlich konntest du deine Ferien genießen, trotz der aktuellen Richtlinien!
In jedem Fall wünche ich dir ein angenehmes Wochenende und danke dir herzlich für dein Review!

Liebe Grüße,
Bell

P.S.: Sportunterricht mit Maske, ich bin noch immer nicht darüber hinweg...
19.10.2020 | 12:57 Uhr
Guten Morgen, liebe Bell,

nachdem ich mir fest vorgenommen hatte, bei der Fortsetzung in angemessenem Tempo zu reviewen, bin ich nun schon wieder zu spät dran - aber du musst mir bitte glauben, dass ich mich riesig gefreut habe, als endlich der Alert reingeflattert kam. Die sehnlich erwartete Fortsetzung dieser beiden - hach! Ich freue mich jetzt schon wahnsinnig auf alles, was noch kommen wird.

Da es das erste Review für die Geschichte ist, lasse ich es mir nicht nehmen, meine ungefragte Meinung zum Titel hinaus zu posaunen ;) Ich meine mich erinnern zu können, dass du mit dem Gedanken gespielt hattest, die erste Geschichte Nimmerkurs zu nennen. So, wie es jetzt ist, finde ich es weitaus besser. Denn eine Fahrt ist ja etwas eher abenteuerliches, unvorhersehbares; etwas, das nicht immer innerhalb der Kontrolle der Fahrenden liegt.
Ein Kurs dagegen ist ja bewusst von den Reisenden gesetzt und wird gezielt verfolgt - eine Art goldener Faden, der Halt und Führung gibt und immer wieder das in Fokus rückt, was wichtig ist. Was ich bereits gedanklich als dieses zentrale Element des Nimmerkurses erwählt habe, muss ich wohl nicht mehr ausbuchstabieren ;)

Dein erstes Kapitel führt uns direkt wieder auf hohe See - an Bord der Jolly Roger. Es ist so anders als auf der Alexandria, und dass Hook sie aufsucht, scheint wie eine Art böses Zerrbild der Zeiten, als sie mit James Norrington an der Reeling stand und die beiden endlich ein paar ehrliche Worte miteinander wechseln konnten.
Was mir wieder einmal sehr gut gefällt, ist diese geheimnisdurchtränkte Atmosphäre - nach wie vor ist ja nur wenig über Nemos wahre Natur und Herkunft bekannt; sicher, wir wissen, wo sie herkommt und wie sie stellenweise sein kann, aber nach wie vor liegt vieles im Dunkeln, und dass sie z.B. Hooks Schiff "heilen" soll, oder dass sie "keine Fee ist, die er auspressen kann" ... Aber was genau ist sie? Und wie genau schlägt sich das aus?
Du hast jedenfalls nach wie vor dieselbe wunderbare Art, Leser im Dunkeln tappen zu lassen und dennoch bei der Stange zu halten.

Dass sie Norringtons Namen aufbewahrt und in Ehren hält, hätte ich nicht anders erwartet, dennoch ist es schön zu sehen, wie sie sich wortwörtlich an diesen dünnen, kleinen Fetzen Hoffnung klammert und Trost daraus schöpft, dass er in Sicherheit ist (wie sie zumindest glaubt).

Kurzum:
Nimmerkurs setzt bei genau den hohen Qualitätsstandards und den liebevoll ausgebauten, wunderbar sympathischen Charakteren an, wo Nimmerfahrt geendet hat. Ich freue mich jetzt schon unglaublich, direkt das zweite Kapitel lesen zu können, nachdem ich mir jetzt mit dem ersten Review den weiteren Genuss erkauft habe ;)

Dir wünsche ich weiterhin alle Motivation und alle Kreativität für dieses und weitere Projekte.
Vielen Dank, wie immer, für all deine Mühen und dafür, dass du die Früchte dieser Arbeit mit uns teilst.

Liebste Grüße,
Obsidiane

Antwort von Bells Poetry am 30.10.2020 | 17:54 Uhr
Hey, meine Liebe,

du glaubst gar nicht, wie sehr mir deine lieben Worte diese Woche gerettet haben! In letzter Zeit lässt mir die Arbeit kaum noch Freizeit und insbesondere die letzten beiden Wochen waren sehr, sehr hart und der bevorstehende Teil-Lockdown in Deutschland trifft mich diesmal auf eine unvorhergesehene Weise, daher hast du mir gerade nicht nur Ermutigung, sondern auch Trost geschenkt. (Wie machst du das nur? Du findest auch in deinen Reviews so schöne Formulierungen, da kann man gar nicht anders, als berührt zu sein.) Hoffe, ich kann die ab nächste Woche verfügbare (unerwartete) Freizeit in neue Kreativität und ebenso in neue Reviews investieren, zumal ich noch immer nicht weiß, wie Annie den Prozessauftakt erlebt hat. Aber nächste Woche werde ich deine beiden aktuellen Kapitel genießen, ich freue mich schon sehr darauf!

Der Perspektivwechsel war für mich persönlich recht interessant, da Nemo ihre Sicht auf die Dinge bisher nur durch die wörtliche Rede äußern konnte (und das hat sie nicht allzu oft getan); man erlebt sie hier natürlich in einer ausweglosen und verzweifelten Lage und ich hatte zunächst Bedenken, ob das für einen Einstieg in die Geschichte das Richtige ist, aber letztlich habe ich mich dafür entschieden. Zum einen ist man als Leser des ersten Teils sofort wieder im Bilde (und erfährt, wie es weitergeht, nachdem Nemo den Feenzauber auf der "Alexandria" gewirkt hat), zum anderen schafft dieser Perspektivwechsel eine andere Struktur für die ganze Geschichte und wenn alles gut läuft, wird sich diese Dramaturgie später bewähren. Falls nicht, war's ein Experiment, mit dessen Scheitern ich leben kann.

Was den Titel betrifft, da bin ich ganz bei dir. Er passt wesentlich besser zur Fortsetzung, gerade weil die Dinge hier anders liegen. Norrington hat ein Ziel, Hook (und damit gezwungenermaßen auch Nemo) ebenso. Damit ist gleich im ersten Kapitel klar, dass wir hier nicht mehr orientierungslos auf dem Meer herum segeln, sondern eine bewusste Richtung einschlagen. Inzwischen möchte ich beide Titel nicht mehr miteinander tauschen. ;-)

Hook hatte in "Nimmerfahrt" bereits angedeutet, dass Nemo seinem Schiff helfen könnte, daher war es konsequent, diesen Faden wieder aufzunehmen. Freut mich, dass dir diese Stelle aufgefallen ist - trotz oder gerade wegen fehlender Aufklärung, was es mit Nemo nun tatsächlich auf sich hat.

Mal sehen, ob dir der weitere Verlauf der Reise zusagt. Es ist anders als "Nimmerfahrt", aber ich glaube, es kann trotzdem gut unterhalten. Es werden auf jeden Fall bekannte Namen auftauchen; mir sind einige Figuren zu sehr ans Herz gewachsen, um sie nicht wieder unter Norringtons Führung auf Reisen zu schicken. Danke, dass du erneut dabei bist!

Herzliche Grüße und bis ganz bald bei Annie und Amyus,
Bell
Lala (anonymer Benutzer)
17.10.2020 | 20:18 Uhr
Hallo Bell,
Du kannst mich ruhig weiterhin "Lala" nennen. Das ist mein Spitzname, mein richtiger Name lautet: "Laura". Ich habe das "L."(bitte nenn mich nicht so, ansonsten muss ich an diesen Detektiv aus "Death Note" denken) nur hingeschrieben, weil ich mich nicht entscheiden konnte, ob ich meinen Spitznamen oder meinen richtigen Namen am Ende setzen sollte.
Also zur Geschichte: Das neue Kapitel war zwar recht kurz, aber es hat so viele Fragen aufgeworfen:
1. Wohin soll diese Seereise gehen? Norrington hat doch gar keinen Anhaltspunkt, wo Nemo sich befinden könnte.
2. Warum kann er einfach Port Royal verlassen? Ich dachte er wäre genau wie Will und Elisabeth eines Verbrechens angeklagt. Warum werden die beiden in eine Zelle gesperrt und er darf sogar verreisen?
3. Welchen Grund wird er für diese Reise angeben? Immerhin haben alle anderen Nemos Existenz vollkommen vergessen und welche Mannschaft schließt sich einer Reise an, ohne das Ziel dieser zu kennen?
4. Woher der plötzliche Sinneswandel von Gouverneur Swann? Ist es nur, weil er Norrington so sehr schätzt, oder hat er irgendetwas vor?
Wie du siehst erweckt dieses Kapitel meine Neugier und ich bin gespannt darauf, die Antworten zu erfahren.
Die Art und Weise wie du Lord Beckett vorgestellt hat, war ziemlich beeindruckend. Man hat schon jetzt einen großen Respekt vor ihm, obwohl er selbst noch gar nicht wirklich aufgetreten ist.(Ich ziehe meinen imaginären Hut vor dieser Meisterleistung.) Ich freue mich jetzt schon darauf, eine Szene mit ihm zu lesen.
P.S.: Richtig vermuted, ich weiß, dass es hier ein paar Fanfiktions zum Grishverse gibt. Als großer Fan des Grishaverse wäre es ein Wunder, wenn ich das nicht wüsste. (Ich habe alle Bücher verschlungen. Nur die Triologie: "GoldeneFlammen", "Eisige Wellen" und "Lodernde Schwingen" fand ich nicht so gut, weil es zum einen in der ersten Person geschrieben ist und zum anderen die Hauptperson ziemlich naiv war und die ganze Handlung sich auf die Romanze konzentriert hat. Also es war nicht schlecht, aber auch nicht besonders gut. Aber die Krähen Duologie und "King of Scars" sind wirklich sehr gut. Leider muss man die Triologie lesen, um "King of Scars" zu verstehen.)
Ja, Bücher sind wirklich etwas besonderes und ich hoffe, dass ich meine Begeisterung nie verlieren werde.
Ich wünsche dir ein schönes Wochenende und wir lesen uns beim nächsten Kapitel.
Liebe Grüße,
Lala

Antwort von Bells Poetry am 30.10.2020 | 18:11 Uhr
Liebe Lala,

an L aus "Death Note" hatte ich bisher noch gar nicht gedacht und musste daher grinsen, als ich deine Worte gelesen habe. Ist er als Figur nicht eigentlich recht beliebt? Zumindest erinnere ich mich, dass ich auf den Conventions, die ich besucht habe, meistens mehrere Cosplayer als L habe rumlaufen sehen. Ist aber auch schon 'ne Weile her, vermutlich würde ich ein Drittel der Figuren heute nicht mehr erkennen, weil es so viele neue Animes gibt und ich in der Szene nicht mehr wirklich aktiv bin.

Ja, das Kapitel fiel leider sehr kurz aus, aber anscheinend hat es gereicht, um die richtigen Fragen aufzuwerfen. Sei dir sicher dass Norrington über die erste Frage genauso grübelt und sie ihn noch lange beschäftigen wird. Die anderen drei Fragen werden in den folgenden Kapiteln beantwortet. Es ist offensichtlich, dass die Situation, die Norrington bei seiner Ankunft in Port Royal vorgefunden hat, dem Beginn des zweiten Films entspricht, allerdings war ich so frei, ein paar Änderungen vorzunehmen. Im Film hat mich immer gestört, dass Beckett so mir nichts dir nichts das königliche Siegel für die Verhaftungen erwirken konnte - ohne vorherige Untersuchung des Falls, ohne Beweise, ohne offizielle Anklage etc. Noch dazu als Geschäftsmann (wenn auch einflussreich), nicht als Jurist, wie es glaubwürdiger gewesen wäre. Insofern ist Norrington in diesem Szenario noch nicht hinter Schloss und Riegel, sondern erst einmal vom Dienst freigestellt.

Na, ob ich die Erwartungen bezüglich Beckett erfüllen kann? Ein wenig Sorge habe ich schon, gerade weil er so ganz anders ist als beispielsweise Hook. Allzu lange musst du nicht mehr auf ihn warten, das kann ich dir jedenfalls schon hier und jetzt versichern. ;-)

Ich hoffe, es geht dir soweit gut - gerade angesichts der aktuellen Entwicklung.
Bleib gesund!
Herzliche Grüße übersendet dir,
Bell
Lala (anonymer Benutzer)
06.10.2020 | 00:08 Uhr
Hallo Bell,
Da bin ich wieder. Na, hast du mich vermisst?
Ich freue mich riesig, dass es weitergeht.
(Ein bisschen Ablenkung von der stressigen Schule tut gut. Nur noch ein Jahr und dann habe ich es endlich hinter mir...und dann geht es weiter mit der Uni.)
Kommen wir zum ersten Kapitel:
Wow, Nemo hat eine leichte Identitätskrise.(in diesem Fall kann man das sogar wortwörtlich nehmen.)
Eine Stelle, die mir besonders gut gefallen hat, war die, als sie so wütend auf Hook war, dass sie gewaltätig werden will, sich dann aber eines besseren besinnt, da sie daran denkt wie Norrington sich verhalten würde oder wie er wollen würde, dass sie sich verhält. Daran kann man sehen, dass sie ihn wirklich respektiert und auch ein bisschen zu ihm aufsieht.(Ein Verhalten, dass ich selbst auch schon des öfteren an mir festgestellt habe. Zum Beispiel, wenn ich ein Problem habe und am liebsten darüber Verzweifeln würde, denke ich mir oft:" Was würde mein Bruder/Schwester (kommt immer ganz auf das Problem an) jetzt tun.")
Ich finde ihren Plan zwar immer noch ziemlich sinnlos und die ausgerissene Buchseite sehr fragwürdig (Zum einen macht mich der Gedanke daran, eine Seite aus einem Buch zu beschädigen irgendwie ziemlich aufgewühlt. Ich weiß auch nicht, aber ich schreibe nicht einmal in meine Deutsch-Lektüre aus dem Unterricht, weil sich das irgendwie falsch anfühlt. Zum anderen bin ich der Meinung, dass sich sehr gut erkennen lässt, ob ein Buch auf Grund von Gebrauchsspuren beschädigt ist, oder ob jemand mutwillig ein Stück rausgerissen hat.), aber wenigstens Zeigt sie selbst auch Zweifel in Bezug auf den Plan.
Hook ist nach wie vor wunderbar geschrieben.(Ich mag diesen sarkastischen Unterton irgendwie ziemlich gern. Ich weiß selber nicht genau, warum.)
Ich freue mich schon auf das nächste Kapitel und hoffe darauf, zu erfahren, was denn Norrington eigentlich gerade so macht und wie genau er Nemo retten will.
P.S.: Zu dem, was du über "Das Lied der Krähen" geschrieben hast: Selbstverständlich nehme ich dir deine Meinung nicht übel. Nur, weil es mein Lieblingsbuch ist, bedeutet das noch lange nicht, dass ich erwarte, dass es jedem gefällt. Ich bat dich um deine Meinung und deshalb möchte ich natürlich auch deine ehrliche Meinung hören.
Ich kann deine Kritik sogar wirklich gut verstehen. Ich hatte auch ein Problem mit dem Alter der Charaktere (nicht nur Kaz, auch die anderen). Als ich die Duologie das erste mal las, war ich 16 und ich dachte mir die ganze Zeit: "Die sind nie und nimmer nur ein Jahr älter als ich. Selbst, wenn ich die unterschiedlichen Lebensbedingungen berücksichtige, würde sich niemand in meinen Alter so verhalten oder auch nur so denken". (Ich habe zwar keine Ahnung, wer Kaito Kid ist, aber ich verstehe das Problem) Meine Lösung dieser Problematik: Ich habe einfach beschlossen, sie mir älter vorzustellen. Auch die merkwürdige Eigenschaft von Kaz, noch so unwahrscheinliche Szenarien vorauszusehen, fand ich irritierend. Ich meine komm schon, bei manchen Sachen dachte ich mir echt: "Kaz muss einfach wieder mit seinen Intellekt angeben und hatte deswegen eine Eingebung, dass genau das passieren würde." Aber ich sah darüber hinweg, weil ich die Charaktere trotzdem wirklich gut geschrieben fand und sie mich faszinierten und die Handlung fand ich auch wirklich spannend und mitreißend. Übrigens finde ich, dass das Problem mit Kaz' hellseherischen Fähigkeiten im zweiten Teil nicht mehr so schlimm ist. Allgemein glaube ich, dass ich den zweiten Teil ("Das Gold der Krähen"), ein bisschen besser finde als den ersten.(Übrigens erfährt man im zweiten Teil auch viel mehr über Wylan.)
Also wie du siehst, verstehe ich deine Einwände, aber ich liebe diese Bücher trotzdem und ich bin der festen Überzeugung, dass kein Buch, das ich bis jetzt gelesen habe (und das sind sehr sehr viele), an diese Bücher ran kommt, aber vielleicht ändert sich das ja noch, man kann nie wissen.
Damit verabschiede ich mich.
Ich wünsche dir noch eine schöne Woche und wir lesen uns zum nächsten Kapitel.
Liebe Grüße,
L.

Antwort von Bells Poetry am 17.10.2020 | 13:00 Uhr
Liebe Lala,

wow, du glaubst gar nicht, wie sehr ich mich freue, von dir zu lesen - und dann schreibst du mir auch noch so ein ausführliches Review, ganz, ganz lieben Dank! Du schreibst, es ist gerade stressig bei dir; ich hoffe, du kannst nun immerhin ein paar Tage Ruhe genießen, weil die Herbstferien begonnen haben bzw. nächste Woche beginnen werden. Keine Sorge, ein Jahr geht schnell rum und die Zeit auf der Uni ist großartig! Kein Vergleich zur Schule, ehrlich.

Jap, Nemo hat gut zu kämpfen mit ihrer eigenen Entscheidung. Immerhin, Norrington hat ordentlich Eindruck auf sie gemacht und sie bemüht sich tatsächlich, für ihn ein besserer Mensch zu werden. Oder besser: Ihre Menschlichkeit aufrecht zu erhalten, denn das ist schon Herausforderung genug bei dem Kapitän und der Mannschaft. Freut mich, dass dir Hook weiterhin zusagt. Ich schreibe ihn unheimlich gerne, sein Charakter macht einfach Spaß, aber da ist eben auch ein Anspruch, dem man gerecht werden möchte. Insofern bin ich über deine Rückmeldung froh.
Übrigens teile ich deinen kritischen Blick auf die rausgerissene Ecke; persönlich achte ich die Bücher, die ich besitze, auch sehr, vor allem meine Lieblingsromane (auch wenn einige Ausgaben schon recht zerlesen sind,) und würde es nicht über mich bringen, etwas hinein zu schreiben oder heraus zu reißen. Es gab mal eine Situation, da musste ich etwas in einem Buch markieren und hatte nur einen Kugelschreiber zur Hand. Notgedrungen habe ich den benutzt, aber ich kann das Buch noch heute nicht mehr zur Hand nehmen, weil ich mich noch immer schlecht deswegen fühle. Dagegen hatte ich keine Probleme, die Reclam-und Schulausgaben von Dramen etc. mit Notizen vollzukritzeln; das waren für mich Arbeitsutensilien. In eine gebundene Ausgabe von "Faust" würde ich dagegen nicht mal mit 'nem Bleistift reinschreiben. Da sind wir beide uns also durchaus ähnlich.

Sollte ich den zweiten Band bekommen, werde ich ihm auf jeden Fall eine Chance geben! Nachdem ich mit Kaz solche argen Probleme hatte (und noch immer habe), hab ich mal in Foren nachgelesen, um zu sehen, ob andere Leser/innen das auch so empfunden haben und siehe da, es gab tatsächlich ein paar vereinzelte Stimmen, obwohl der Großteil sich natürlich positiv geäußert hat. Interessanterweise wurde das angegebene Alter der Figuren von einigen Rezensenten als unglaubwürdig empfunden und ich las gleich mehrmals, dass sich die entsprechenden Leser/innen die Figuren einfach älter gedacht haben.
Es gibt hier auf Fanfiktion.de übrigens eine eigene Kategorie mit ein paar Fanfiictions zum Grishaverse und ich würde fast drauf wetten, dass du die schon längst entdeckt hast. Beim Durchgehen der einzelnen Geschichten musste ich grinsen; hätte beim Lesen des Romans selbst drauf kommen können, dass Jesper und Wylan im Fandom geshippt werden. ;-)

Ist es nicht toll, wenn man auf Geschichten stößt, die etwas in einem auslösen und die man auch Jahre später noch genauso liebt wie beim ersten Lesen? Das können nur Bücher und ich find's wunderbar, dass du mit so viel Begeisterung dabei bist. Erhalte dir das!

Was ich dich schon längst hätte fragen sollen: Möchtest du von mir weiterhin "Lala" oder lieber "L." genannt werden?

Hab ein angenehmes Wochenende und auf bald!
Herzliche Grüße,
Bell
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