Autor: Levy
Reviews 1 bis 9 (von 9 insgesamt):
Off-Beat (anonymer Benutzer)
06.10.2020 | 00:52 Uhr
Hey Levy,

da bin ich wieder. Ich muss zugeben, dass ich dir schon eher ein Review schreiben wollte, mich aber auch gleichzeitig gedrückt habe ... Weil äh ... Ich habe Kritik und so. *mit-der-Tür-gleich-ins-Haus-fall* Und wenn ich schon ein Arsch bin, der Kritik äußern will, hab ich den Anspruch an mich selbst, diese dann möglichst freundlich und dann auch gefälligst konstruktiv zu schreiben. *nervös-lächelnd-Hände-ring*

Und ähm. Ja. Hat eine Weile gedauert, bis ich den Finger darauf legen konnte, was ich etwas verschrieben finde und was ein Umsetzungsvorschlag wäre, der eventuell - EVENTUELL (hab ja keine Ahnung vom Geschichten schreiben) eine bessere Option wäre. ... Ich sollte vielleicht langsam zum Punkt kommen.x'D
(ACHTUNG SPOILER!)
Ich nehme Kitt seine Story so wie sie beschrieben ist leider nicht ab. Seine Ich-Perspektive in der er aus heutiger Sicht die damaligen Dinge beschreibt. Zumal es keinen Sinn ergibt, dass er seine Eltern getötet haben soll und seinem Bruder Kapitel vorher angeboten hat, dass er mit dessen Vater spricht. Es kann also nur hinkommen, dass seine Eltern (und sein damaliges Ich) ab diesem Zeitpunkt für ihn gestorben sind und nicht, dass er sie umgebracht hätte. Da erschiene es mir sinnvoller, dass er sagt, er hätte alle Beteiligten in SEINEM Kopf umgebracht hat.

Das wäre die kleine Änderungsvariante. Die andere Idee - die mit mehr Aufwand verbunden wäre - würde auf deinen "Kunstgriff" in Kapitel 16 zurück greifen, dass du ohne Wertung von außen beschreibst, was der kleine Kitt damals erlebt hat (und zu anfangs auch einfließen lässt, wie sein sonstiger Alltag ist/ dessen Familie beschreibst) und im letzten Abschnitt switchtst du beim Schreiben zurück in die Gegenwart und lässt Kitt seine Sonnenbrille mit irgendeinem Satz enden, der rüberbringt, dass der kleine Junge und mit ihm seine Eltern in diesem Moment gestorben sind/ dessen Welt zerbrach, etc.
(SPOILER-ENDE)

Ähm. Ja. Sorry, dass ich erst jetzt damit um die Ecke komm. *verlegen-am-Kopf-kratz*

Also ... Falls du noch Fragen oder Wünsche hast, schreib das gern in deine Antwort - falls du überhaupt noch Antworten möchtest - und ich weh je nach Umfang zu, dass ich einfach nochmal ein Review darunter eröffne oder mal rausfinde, ob ich vielleicht irgendwo ein Passwort finde, um mich mal in das angestaubte Konto einzuloggen. x'D

Liebe Grüße und noch ein paar sonnige Herbsttage dir!
Off-Beat

Antwort von Levy am 06.10.2020 | 13:46 Uhr
Hallo Off-Beat,

wie schön von Dir zu lesen! Wie immer danke ich Dir sehr für deine ehrlichen Worte und das ausführliche Review zum 23. Kapitel.

Nein, Du bist absolut kein Arsch, wenn Du mir ehrliche Kritik gibst. Ganz im Gegenteil: Ich bin Dir sehr dankbar dafür. Nur so kann ich als Autor wachsen. Und ich gebe Dir zu 100% Recht. Dieses verfluchte Kapitel stört mich ungemein. Es ist wirklich das einzige, mit dem ich in der Geschichte hadere.

*** SPOILER ***
Natürlich hat der kleine Kitt seine Eltern nur in seiner kindlichen Fantasie ermordet und dadurch verdrängt. Es ist natürlich nur eine psychologische Übertreibung (Freud würde sagen ein Abwehrmechanismus) für sein frühes Loslösen aus der bürgerlichen Welt, die einen Mann verehrt und mit Abzeichen und Verdienstkreuzen usw. usf. überschüttet, der zuhause seine Frau (Kitts geliebte Mutter) schikaniert und „seelisch“ vergewaltigt. Für den jungen Kitt, einen sensiblen kleinen Buben, ist das ein solcher Schlag in die Fresse, dass er seinen Vater nicht mehr als solchen akzeptieren kann. Das weitaus Schlimmere aber: Er kann auch seiner Mutter die Vergebung an ihrem Mann (der nächste Morgen) nicht verzeihen, denn schließlich ist er die Nacht zuvor ihretwegen - nur ihretwegen! - in Gedanken zum Vatermörder geworden. Und in letzter Instanz kann er auch sich selbst nicht vergeben, denn er hat seine Familie durch den „Gedankenmord“/Bruch verraten, also radiert er eben alle aus und schafft sich seine eigene Identität (Kitt). Nur Charlie bleibt weiterhin sein kleiner Bruder, denn der ist unschuldig an den Geschehnissen dieser Nacht. Das war der Gedanke. Leider ist mir dieses Kapitel auf Teufel komm raus nicht geglückt. Dein Verbesserungsvorschlag ist bei Weitem eleganter! Ich denke ich werde es vorerst so machen, dass ich diese kleine Zeile so wie Du vorgeschlagen hast verändere (nur damit keiner auf den Gedanken kommt, dass Kitt tatsächlich ein Mörder ist). Wenn ich mich noch einmal aufraffen kann, dann ist die von Dir vorgeschlagene Variante Nr. 2 um einiges besser. Wir werden sehen, ob mich die Muse nochmal packt ;-)
***SPOILER ENDE***

Ich hoffe Du liest das letzte Kapitel auch noch. Dann würde ich mich natürlich sehr über dein Feedback zur ganzen Geschichte freuen. Ich habe noch ein Schlusswort geschrieben, das ich leider momentan hier nicht hinzufügen kann, da fanfiktion es 30 Tage lang nicht erlaubt ein als „fertiggestelltes“ Werk zu bearbeiten (my bad!). Ganz schön nervig und für mich unverständlich, aber was soll man machen! Du kannst dieses aber gerne auf bookrix.de nachlesen - denn dort habe ich Berlin Blues ebenfalls veröffentlicht (mit Schlusswort).

Liebe Grüße zurück und hoffentlich auf bald,
Levy
05.10.2020 | 12:32 Uhr
Hallo Levy,

durch einen glücklichen Zufall bin ich auf diese Geschichte gestoßen, denn eigentlich bin ich eher der Fanfiction-Leser und Berlin als Stadt kann ich wenig bis gar nichts abgewinnen, aber in diesem Fall habe ich mich nach dem Lesen der Kurzbeschreibung spontan dazu entschlossen, einfach mal in ein oder zwei Kapitel hinein zu lesen und bin glattweg hängen geblieben. Du verstehst es wirklich, neue Leser einzufangen.

Mein größtes Lob gebührt folglich deinem Schreibstil. Er ist erfrischend, lebendig und ich liebe dieses Augenzwinkern, mit dem der Erzähler die beiden Protagonisten stets und ständig begleitet. Obwohl die Schicksale von Kitt und Jessica an und für sich harter Tobak sind, geht deiner Geschichte selbst in diesen sehr ernsten Momenten niemals die bewundernswerte Leichtigkeit verloren, die den Leser mit einem wohligen Gefühl aus eigentlich jedem Kapitel entlässt, gleichgültig, wie spannend, gefühlvoll oder nachdenklich es endet. Ich mag das sehr und hoffe, du wirst dir dieses Kunststück auch für die nächsten Geschichten, die hoffentlich folgen werden, bewahren.

Die Handlung an sich ist simpel, daher brauche ich darüber nicht allzu viele Worte zu verlieren. Viel interessanter sind die unterschiedlichen Milieus, die du schlaglichtartig beleuchtest. Kitts Welt kommt dabei etwas besser weg als Jessicas, trotz Drogenkonsum, Prostitution und Gewalt. Das mag daran liegen, dass im Hause Havlock eine gänzlich andere und wesentlich gefährlichere Form der Gewalt praktiziert wird, nämlich eine, die auf dringendem Gehorsam, Unterdrückung und eine Absage an den freien Willen beruht. Insofern waren die Kapitel, die im vermeintlichen Familienidyll spielen, für mich auch die beklemmensten. Respekt, dass es dir über den Großteil der Geschichte hinweg gelingt, bei den Beschreibungen möglichst objektiv zu bleiben und Wertungen eher durch Aussagen der Figuren vorzunehmen. Wenn ich eines nicht mag, dann, dass der Erzähler dem Leser suggeriert, wie er diese oder jene Person bzw. dieses oder jenes Ereignis zu bewerten hat. Bei dir stehen die jeweiligen Geschehnisse für sich und wenn man Kitts oder Jessicas Einschätzung nicht folgen mag (was insbesondere bei Kitt oft genug der Fall ist), muss man selbstständig zu einem Urteil finden. Bei dem Reinheitsball hat's mich wirklich geschüttelt und ich danke für die Konsequenz, mit der du die Zeremonie weitestgehend nüchtern beschrieben hast. Was da abgeht, spricht für sich. Ich kannte diesen fundamentalistischen Glauben bisher eher aus Dokumentationen über Amerika, wo sich ja doch erschreckend viele Anhänger finden und der Gedanke, dass sich dieser sektenhafte Irrsinn nun auch hier in Deutschland verbreitet, lässt mich nervös werden. Es ist einfach nur gruselig, was in diesen Gemeinden abläuft.

Vielleicht hat mich das Ende auch aus diesem Grund etwas irritiert, denn es erscheint mir persönlich irgendwie ... nun ja, zu märchenhaft und passt vom Ton her nicht so ganz zum Rest der Geschichte. Zudem war es auch etwas zu viel des Guten, wie die betrunkene Jessica den Reinheitsball "crasht" und dabei ihre Emanzipation betreibt. Das war zu skurril und überzogen, um glaubhaft zu sein und hat eher wie ein schräger Traum gewirkt - gleich dem nachtwandlerischen Kapitel, das du als Intermezzo auf dem Jahrmarkt eingefügt hast. Nur hatte das eine herrliche Sommernachtstraum-Stimmung und hatte sich durch den Schauplatz ganz gut eingefügt. Selbiges gilt für das doch ziemlich kitschige Ende, bei dem Kitts Beziehungsängste und Unentschlossenheit sich plötzlich in Luft aufgelöst haben und auch Jessica die vorhergehende Trennung von ihrem Leben, das ihre Kindheit und Jugendzeit wirklich entscheidend geprägt hat, sogleich vergessen hat. Ich dachte echt, da kommt noch eine Pointe und war entsprechend überrascht als ich das Fähnchen neben der Geschichte sah. Entsprechend ist das Ende für mich schon ein wenig enttäuschend, auch, weil es übereilt wirkt und eben nicht mit den vorangegangenen Kapiteln harmoniert. Da baut sich viel zu schnell etwas auf, dass dann ebenso schnell und ganz ohne Wirkung verpufft. Sehr schade.

Schwierigkeiten hatte ich auch mit den beiden Hauptfiguren, wobei eher mit Kitt als mit Jessica. Bei ihr hat mich lediglich ihre ganz und gar unpassende und dem Charakter widersprechende Verwandlung zu (einer sehr aufdringlichen) femme fatale im letzten Kapitel gestört. Und natürlich die praktisch mit 'nem Fingerschnipps erwachende Liebe zu Kitt, obwohl der ihr bis dato keinerlei Grund zu derartigen Gefühlen gegeben hat, aber damit konnte ich irgendwie noch leben. Was mir fehlte war eine etwas tiefergründige Auseinandersetzung mit ihrer Zuneigung für Jakob (auch dieser Handlungsstrang wurde zu übereilt aufgelöst, nachdem du uns über mehrere Kapitel hinweg dargelegt hast, dass Jessica durchaus etwas für ihn zu empfinden glaubt) und dem daraus resultierenden Konflikt, kaum dass ihre Gefühle für Kitt erwachen. Auch ihre prägende Erziehung war im Finale auf wundersame Weise verschwunden, während sie noch ernsthafte Gewissensbisse und vor allem Scham verspürt hat, als sie nach ihrer ersten durchzechten Nacht halbnackt neben Kitt erwacht ist. Das war dann doch ein zu großer Entwicklungssprung innerhalb weniger Kapitel. Und wie gesagt, dass sie ohne jede Erfahrung mit etwas Alkohol im Blut zur lasziven Katze mutiert, die sich in Szene zu setzen weiß, obwohl jeder, der Erfahrung mit Alkohol hat weiß, dass man ab einem bestimmten Alkohollevel jede Eleganz vermissen lässt, erschien mir auch auch nicht gerade glaubwürdig. Ansonsten mochte ich sie wirklich gerne, gerade weil ihre Herkunft, ihre Erziehung und ihre langsame Entdeckung der Freiheit so tolle Konfliktpotentiale bieten. Das letzte Kapitel außen vor gelassen, war sie selbst in Momenten, in denen man sich als Leser an den Kopf schlagen wollte ob ihrer Gedanken und Entscheidungen, immer liebenswert und sympathisch.

Bei Kitt traf das leider nicht zu. Vielleicht ging es auch nur mir so, aber während ich ihn in den ersten Kapitel noch erfrischend und witzig fand - ein kleiner Narzisst, der allerdings immer wieder auf die Schnauze fällt, weil Fremd- und Selbstwahrnehmung weit auseinander klaffen -, ging er mir mit fortschreitender Handlung zunehmend auf die Nerven. Nicht einmal die prägende Kindheitsgeschichte konnte das wieder aufwiegen. Mein größtes Problem war die zunehmende Hofierung, denn seien wir ehrlich, er hat sich oftmals wie ein Arschloch aufgeführt, dafür aber später keinerlei Sanktionen erhalten, im Gegenteil, seine Freunde und auch die Handlung selbst suggerieren, dass er doch eigentlich ein toller Kerl ist. Und das, obwohl er seinen vermeintlich besten Freund miserabel behandelt, fragwürdige Moralvorstellungen hat, Geld erpresst, eine junge Frau stalkt, Autoritäten gegenüber ausfällig wird und Menschen ausnutzt, wo es nur geht. Er ist egoistisch und selbstgerecht, allenfalls seine Liebe zur Musik und die aufrichtige Sorge um seinen Bruder geben ihm zumindest zwei Sympathiepunkte. Während der Erzähler und die Nebenfiguren die charakterlichen Mängel anfangs noch bemerken und auch kritisch beleuchten, wird Kitt zunehmend in ein positives Licht gestellt, gleichgültig, als was für ein Mistkriepel er mitunter auch auftritt: "Ach Mensch, schaut nur, was er jetzt wieder angestellt hat, unser Kitt, aber dafür lieben wir ihn doch."
Genau damit hast du bei mir leider einen Nerv getroffen. Auch in Filmen und Büchern geht es mir auf die Nerven, wenn das selbstgerechte Auftreten des Protagonisten hofiert wird. Und nein, auch eine traurige Biographie kann ein solches Verhalten in meinen Augen nicht rechtfertigen. Ich habe mich wirklich gefragt, warum Moe sich so sehr um diesen Jungen bemüht, der ihn regelmäßig beleidigt, hängen lässt und ausnutzt, um ihm bei berechtigter Kritik sogar noch gepflegt den Mittelfinger vor die Nase zu halten. Auch Jessica gegenüber ist sein Benehmen sehr fragwürdig und ich wusste bis zum Ende nicht, ob da echte Gefühle im Spiel sind oder er eigentlich nur den Reiz der Verführung genießt, immerhin hat er Jakob noch wenige Kapitel vorher eine nicht unerhebliche Geldsumme aus den Rippen geleiert. Auch aus diesem Grund wollte das Märchen-Happy-End bei mir nicht zünden.

Aber genug gemeckert. Insgesamt ist dies eine gelungene Geschichte, die ich gerne gelesen habe. Vor allem deine Nebenfiguren sind toll, allen voran Eve mit ihrer Peitsche und den Rollstuhlziehenden Dobermännern. Grandios! Auch Willi, der Vermieter-Nazi hat mir sehr gefallen, gerade weil du hier eben nicht die Moralkeule geschwungen hast, sondern ironisch geblieben bist. Allein die Idee, Kitt einen solchen Vermieter aufzudrücken - ich hab's geliebt! Auch die Jury beim Song-Contest war wunderbar. Generell liebe ich schräge Nebencharaktere und du hast eine großartige Auswahl bereit gestellt, die ich sehr genossen habe. Danke dafür!

Es tut mir sehr leid, dass deine Geschichte eine bisher überschaubare Resonanz erhalten hat, gerade weil sie nicht nur witzig, sondern mitunter auch tiefgründig ist. Bitte lass dich davon nicht ermutigen, es würde mich riesig freuen, weitere Werke von dir zu lesen. "Berlin Blues" hat großen Spaß gemacht und ich hoffe sehr, dass sie noch viele weitere Leser finden wird.

Alles Gute für deine weiteren Projekte und hey, vielleicht liest man sich mal wieder! Ich werde dein Profil auf jeden Fall im Auge behalten.
Viele Grüße,
Bell

Antwort von Levy am 06.10.2020 | 14:37 Uhr
Liebe Bell,

herzlichen Dank für dein ausführliches Review. Ernsthaft. Wow. Für so ein Feedback zahlt man üblicherweise - daher fühle ich mich geehrt und bin sehr dankbar, dass Du mir offen (und kostenlos :D) Deine Meinung zur Geschichte mitteilst.

Wo soll ich anfangen?

*** POTENTIELLE SPOILER ***

Vielleicht beim Lob hehe. Schön, dass Dir die Geschichte trotz berlinaler Abneigung alles in allem gefallen hat und ich Dich vor allem mit meinem Schreibstil und den Nebencharakteren „einfangen“ konnte. Da ich gar nicht anders schreiben kann (glaub’s mir, ich hab’s ernsthaft versucht!), wird sich dieser Stil - for better or for worse - auch in meinen anderen Geschichten widerspiegeln.

Kommen wir zum spannenden Part, dem Negativen, deiner Kritik an der Geschichte. Lass mich vorweg sagen: Ich kann Deine Kritik nachvollziehen, doch lass mich versuchen, Dir trotzdem meine Sicht ganz frei raus und ungefiltert darzulegen.
Als ich mit der Überarbeitung der Geschichte angefangen habe (die erste Fassung habe ich vor vielen Jahren im Rausch geschrieben), war von Anfang geplant, dass der Umfang der Geschichte den Reinheitsball nicht überschreitet - so hat es sich für mich richtig angefühlt. Ich wollte, dass alles in einer trunkenen Verliebtheit endet; ein offenes Ende gewissermaßen, in dem beide das erste Mal wirklich für einen Moment zusammenfinden. Aber auch ein Ende, bei dem man eben nicht weiß, was weiter geschieht. Daher ist das märchenhafte Ende nur eine Momentaufnahme, die vielleicht bald schon ganz bald einer bitteren harten Realität weichen muss. Ich wollte aber genau hier enden. Denn Jessie hat ihre Wandlung vollzogen - es spielt keine Rolle für mich, was Kitt für empfindet (das sagt sie selbst) und was genaue seine Motive waren; ich glaube auch nicht, dass die femme fatale, die da in ihr durchkommt, ganz out of the blue kommt; in ihrem Fall ist der Alkohol ein Mittel, das ihre vergrabenen Begierden freilegt, die sich aber auch vorher schon zeigten, als sie Kitt von sich aus küsst oder als sie in ihrem Zimmer am Morgen danach wild und frei zu rockigen Tönen tanzt, oder wenn sie die weggesperrten Instrumente aus dem Keller holt, oder Jakob links liegen lässt, als sie erkennt, das er wie ihr Vater wird usw. usf.… Aber vielleicht habe ich den gleichen Fehler wie die Game of Thrones Autoren bzgl. Daenarys Targaryien (wie auch immer man sie schreibt) gemacht und die Wandlung in den Augen vieler Leser zu abrupt und schnell vollzogen. Aber nochmal: Sie ist auf dem Reinheitsball angetrunken und zornig und noch ganz berauscht vom Auftritt bei der Talentshow. Vielleicht kann dies also erklären, warum sie den Bruch so krass vollzieht?
Kitt war jedenfalls das Instrument dazu; ein überzogenes, ein ungemütliches, aber eines, das notwendig war. Er musste meiner Meinung nach genau so sein und durfte sich nicht im Großen verändern, er war für Jessies Befreiung genau so wie er ist richtig. Er musste das absolute Gegenteil von Jessies Welt verkörpern, eine aus dem Ruder gelaufene wilde Freiheit, die bei vielen vielen Menschen aneckt (so auch in Jessies Welt). Wären die beiden real, so würde ich hoffen, dass nicht nur Jessie sich Kitt annähert, sondern Kitt auch Jessie und sie einen Mittelpunkt erreichen, indem es sich innerhalb moralischer Grenzen frei leben lässt. Kitt war die ganze Geschichte über bis auf ganz wenige Ausnahmen kein realer Mensch, sondern ein Maske (die Sonnenbrille als Zeichen), eine eigene Erfindung. Erst das Ende, wo er Jessie und uns seinen bürgerlichen Namen verrät (ein kleiner Schritt aus unserer Sicht, aber für ihn bedeutet es - vielleicht -einen Richtungswandel und letztlich einen Hoffnungsschimmer zu nachhaltiger Veränderung mit Akzeptanz statt Verleugnung) lässt die Fassade bröckeln und zeigt uns ein Gesicht. Schön kitschig mit der Feder, aber es ist ein kleiner Callback zu der Begegnung mit dem Jungen mit dem Plüschtier auf dem Rücken, der Jessie und Kitt am Jahrmarkt anspricht und ihnen seine Feder zeigt ;-)

*** SPOILER ENDE ***

Danke für deine abschließenden Worte! Ja, leider ist die Resonanz nicht besonders, aber da es sich hier um eine fanfiktion-Seite handelt, habe ich damit auch nicht gerechnet. Im Gegenteil: Von den wenigen, die hier kommentiert haben, war ich schwer beeindruckt. Du, Off-Beat und Dalia - ihr seid fantastische Leser gewesen und allein wegen euch dreien war es gut, dass ich die Geschichte hier zu veröffentlicht habe.

Noch eine kleine Anmerkung: Ich habe ein Schlusswort geschrieben, das ich leider nicht mehr veröffentlichen kann, da ich die Geschichte hier auf fanfiktion 30 Tage lange nicht bearbeiten kann (da ich sie aus Versehen vorzeitig als „fertig“ markiert habe). Es ist eine kleine Pointe, die das ganze noch ein wenig abrundet, damit der Bruch nicht gar so hart ist. Deine Kritikpunkte sind dennoch legitim, daran ändert auch dieses Schlusswort nichts, aber ich würde mich freuen, wenn Du es Dir noch durchlesen magst. Bei Interesse findest Du Berlin Blues auf bookrix.de (inkl. Schlusswort).

Ich wünsche Dir ebenfalls viel Erfolg für Deine Projekte. Sobald ich etwas mehr Zeit habe, lese ich mich in deine fanfiction-Stories ein.

Nochmals danke, danke, danke fürs Lesen und Kommentieren!

Liebe Grüße,
Levy
Off-Beat (anonymer Benutzer)
25.09.2020 | 18:08 Uhr
Hallo Levy,

ich finde es sehr realistisch, dass du Jessie selbst nach der sehr erfolgreichen Aufführung zwischen ihren Welten schwanken lässt, dass macht mir die Geschichte sehr sympathisch.

Ich mag Jessie auch, weil sie sich persönlich weiter entwickelt. Anfangs hat sie sich gefangen gefühlt, es aber nie zu denken gewagt, weil alle um sie herum davon sprachen, dass es ihr ja gut ginge. Nun spricht sie es auch aus. Auch das sie reflektiert in ihrer jetzigen Lagen hin und her schwankt zwischen Trauer und Glück, lässt sie wahnsinnig sympathisch erscheinen.

Das Kapitel-Ende ist schon ein ziemlich harter Bruch, den ich mir vor allem in Bezug auf Charlie nur zu erklären weiß, dass es rein biologisch Kitts Halbbruder sein muss? Falls Kitts Aussage tatsächlich wahr ist, sind natürlich auch die Umstände, wie es dazu kam, sehr interessant und auch wie Charlie damit umgeht und letztendlich zu Kitt steht. Es würde zugleich auch Kitts manchmal sehr seltsam-faszinierendes Lebensgefühl (diese sorglos-kindische Beschwingtheit) und sein sehr aufgetakeltes Selbstwertgefühl fassbarer für mich machen.

Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wie Jessie darauf reagieren wird.

Und noch kurz zu einem der vorherigen Kapitel: Ich kann Jakobs Gedanken "ihre Augen waren ohne Liebe für ihn" nicht nachvollziehen. Meines Erachtens wächst Liebe erst mit der Zeit. Jemanden, den du neu kennen lernst, in den verliebst du dich "nur". In die Möglichkeiten, die diese Person dir wohl in deinen Augen bietet (Da kannst du dich auch darin irren und du verkennst die Person und bist irgendwann deine rosa Brille los) ... Darum hat das Wörtchen wohl die Vorsilbe "ver" vorne dran. X'D ... Das irritiert mich wirklich, dass er die Auffassung hat, dass Jessie ihn wohl zu diesem Zeitpunkt schon lieben sollte. Warum? Nur weil sie einander versprochen wurden?

Schönes Wochenende dir auf alle Fälle!
Off-Beat

Antwort von Levy am 26.09.2020 | 13:27 Uhr
Hallo Off-Beat,

wie immer vielen Dank für deinen tollen Kommentar! Schön, dass Du es bis hierher geschafft hast - die Geschichte nähert sich nun dem Ende. Ich versuche es in den nächsten beiden Kapiteln zu Ende zu bringen.

Bevor ich auf Dein jetziges Review zu Kapitel 22 eingehe, möchte ich noch auf dein vorhergegangenes antworten. Leider hatte ich keine Möglichkeit vorher darauf einzugehen, da man hier auf fanfiktion als Autor anscheinend nur einmal auf ein Review antworten kann.

Zu deiner Frage bzgl. des Strippens: Ich selber habe diesen Beruf niemals ausgeübt, deswegen kann ich Dir leider nichts persönliches zu den potentiellen Berufsschwierigkeiten sagen. Allerdings hatte ich einen Kommilitonen, der für einige Semester das nebenbei gemacht hat. Da er allerdings Single war, kam es nicht zu Beziehungsproblemen. Deine Haltung aber finde ich sehr löblich und kann diese nur bestätigen; ich würde versuchen auf ähnliche Weise damit umzugehen wie Du. ;-)

Du hast natürlich absolut Recht, was Du in Bezug auf Verliebtheit und Liebe geschrieben hast. Ich sehe das ähnlich; das sind zwei völlig verschiedene Dinge. Verliebtheit kommt gewissermaßen über dich, ist vor allem körperlich, ohne dass du großartig etwas dagegen machen kannst, die rosa-rote Brille usw. usf. Liebe hingegen entsteht aus meiner Erfahrung und Ansicht eben erst dann, wenn die "blinde" Verliebtheit etwas gewichen ist und man mit den Makeln und Fehlern des Partners konfrontiert wird. Hier kann man zum ersten Mal eine bewusste Entscheidung treffen: Ich möchte ich trotzdem mit diesem Jemand zusammenbleiben und Arbeit in die Beziehung reinstecken (der harte Weg der wahren Liebe) oder aber suche ich das Weite und stürze mich in eine neue Verliebtheit mit einer anderen Person (der leichte Weg, der ohne große Veränderungen auskommt). Dazu lässt sich noch vieles schreiben. Es gibt ein sehr interessantes Buch zu dem Thema von einem Psychologen/Sozialphilosophen namens Erich Fromm ("Die Kunst des Liebens"). Hast Du das gelesen?

Und ja, das nächste Kapitel wird viel über Kitt verraten, glaube ich. Vor allem wird es eine andere Seite an ihm zeigen. Ich bin gespannt, was Du dazu sagst!

Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende!

Auf bald, Levy
15.09.2020 | 21:40 Uhr
Huhu Levy,

ein echt gutes Kapitel 3, wieder mit jeder Menge Wortmalerei und treffenden Vergleichen.

Man taucht richtig ein in Kitts Gedanken und somit in seine Welt – alles nachvollziehbar. Die verkappten Schuldgefühle, eine Kreativ-Blockade zu haben, die neckischen Kommentare dazu – von einem tragisch jungen, aber extrem sympathischen Paulinchen – der Wunsch, allein gelassen zu werden und doch nichts mit seiner Zeit anfangen zu können …

Ja, die Mutter Kirche, oftmals getränkt in konstitutioneller Heuchelei, das ist auch immer so ein Thema, das zurecht viele abschreckt und dazu bringt, all dem den Rücken zu kehren … Es "menschelt" überall. Und gleichzeitig sind auch in jeder Religion tolle Menschen, die aufrichtigen Herzens sind. Tja ja, ein Riesenthema, und wie gesagt echt spannend, dass du es hier aufgreifst! Vor allem einmal mit einem Jakob, der eigentlich religiös ist, aber mit den Jungs loszieht und unverschämt zu Paulichen ist, einem Kitt, der dem etwas missmutig verbittert entgegensteht sowie der Tochter, die Glauben mit Sapere Aude vermischt. Cool :)

Man freut sich übrigens heimlich, dass Kitt da Paulinchen mit dem Geldbeutel-Inhalt entschädigt hat, aber leider musste nun die Gitarre als langjähriger Begleiter dran glauben :/

Doch jetzt haben wir ein starkes Motiv, was das Ganze noch ein bisschen pfeffert :D

Bin gespannt, wie und wann Kitt "Prinzesschen" trifft!

Bis hoffentlich bald, liebe Grüße
Dalia

Antwort von Levy am 16.09.2020 | 17:16 Uhr
Hallo Dalia,

vielen Dank fürs Weiterlesen und dein tolles Review für das 3. Kapitel! Schön, dass es Dir weiterhin gefällt :-)

Ja, das Motiv ist da und kommt in den nächsten Szenen zum Tragen - ich bin gespannt, ob Dich die Geschichte weiterhin fesseln kann und würde mich über weitere Kommentare von Dir sehr freuen!

Liebe Grüße,
Levy
13.09.2020 | 08:22 Uhr
… und nochmal ich ^^

Jessie ist ebenfalls eine interessante Figur, sofort sympathisch, weil ihre Gedanken reflektiert sind und sie trotz der starren, äußeren Umstände im Rahmen der Möglichkeiten Antworten einfordert und doch ihren eigenen Kopf hat.

Und ich stimme mit ihr überein. Könnte mir auch gut vorstellen, dass Jesus Vegetarier wäre ;)

Ich finde es spannend, dass hier jetzt auch eine religiöse Komponente einfließt und bin gespannt, wohin es mit ihr geht. Ich bin selbst gläubige Christin, allerdings schnürt sich mir auch ganz ohne Braten die Kehle zu, wenn ich nur von Reinheitsringen und arrangierten Ehen lese :D

Also das wird mit Kitt ein kompletter Clash der Gegensätze, und ich vermute nach diesem Kapitel, dass doch nicht nur Jessie bei der Talentshow sein wird, sondern auch er sich aufraffen kann ;)

Vielversprechend, vielversprechend , und auch ein tolles Kapitel 2!

Ich schick liebe Grüße mit
Dalia

Antwort von Levy am 13.09.2020 | 12:48 Uhr
Hallo liebe Dalia,

vielen Dank fürs Lesen und Deine beiden tollen Reviews. Es freut mich sehr, dass Du beiden Charakteren Sympathie abgewinnen kannst und Dir der Lesefluss insgesamt gefällt. Ja, der "Takt" ist mir beim Schreiben sehr wichtig; es gibt sicher noch ein paar holprige Szenen und Beschreibungen, aber insgesamt bin ich damit zufrieden.

In den letzten Jahren habe ich mich nach jugendlichen Zeiten des Atheismus immer mehr zum Christentum bekannt und sehe mich heute (mehr und mehr) auch als religiösen Menschen an (mit viel Luft nach oben ha ha). Ich habe noch immer meine Probleme mit gewissen Aspekten des Christentums, bzw. der Bibel, aber wenn man diese durch Jesus Christus gewissermaßen "filtert", kann ich ihr sehr viel positives abgewinnen. Starre Vorschriften und Verbote halte ich jedoch (gerade in unserer heutigen Zeit) nicht mehr für zeitgemäß und bin der Meinung, dass jeder aus freien Stücken sich zu seinem Glauben (an was auch immer!) bekennen muss/sollte/darf.

Ich bin mir sicher, dass Du an einigen Stellen als "gläubige Christin" mit dem Text hadern wirst, aber ich habe versucht mit Kitt eine rebellische Gegenstimme zu Jessie zu erschaffen - die sich an manchen Stellen verselbstständigt hat ha ha.

Jedenfalls freue ich mich über deine beiden Kommentare und hoffe, dass Du bis zum Schluss der Geschichte mit an Bord bleibst.

Liebe Grüße,
Levy
13.09.2020 | 08:06 Uhr
Huhu,

hab hier gerade so gestöbert und bin nach der Kurzbeschreibung neugierig auf dieses starke, erste Kapitel gestoßen.

Kitt ist ein super sympathischer Protagonist, mit Ecken und Kanten, schön unperfekt auf seinem hohen Ross, obwohl er eigentlich gerade so durchkommt …
Der ewige Kampf zwischen Kunst und Konformität – herrlich!

Super Lesefluss, alles im Takt (;D) – macht Lust auf mehr!

Ich komme wieder :)

Liebe Grüße
Dalia

Antwort von Levy am 13.09.2020 | 12:55 Uhr
Hallo liebe Dalia,

auch hier nochmal: Vielen Dank fürs Lesen und Kommentieren. Es freut mich sehr, dass Dir der Einstieg in die Welt von Kitt (und Jessie) gefällt.

Ich würde mich sehr über weitere Kommentare von Dir zu anderen Kapiteln freuen! ;-)

Liebe Grüße,
Levy
Off-Beat (anonymer Benutzer)
12.09.2020 | 16:16 Uhr
Hallo Levy,

es freut mich, wenn du mit meinen Reviews etwas anfangen kannst. =)
Ich würde auch gerne für jedes Kapitel etwas schreiben, habe zugleich auch den Anspruch, dass es etwas sinnvolles ist - dafür fehlt es mir leider an Zeit, daher tippe ich eher kompakt zu mehreren Kapiteln. ;)

Noch zu der Erwähnung mit dem Stripper als Verlobten - wenn ich mich auf jemanden mit diesem Beruf einlasse, würde ich schon versuchen Verständnis dafür aufzubringen. Wie bist du dazu gekommen? Macht es dir Spaß oder ist es um über die Runden zu kommen? Schaffst du es für dich komplett berufliches Anschmachten und Angeschmachte von dir als Teil deiner Kunst zu sehen und über-enthusiastische Kund*n freundlich abzuweisen oder eher weniger? Und je nachdem kann ich den Versuch einer Beziehung wagen oder nicht. Und wenn ich merke, ich komme nicht damit zurecht, spreche ich mit meinem Partner über diese Gefühle und ich schaffe es dann, ihm zu vertrauen, oder es geht wieder getrennte Wege. Wenn er von sich auf die Idee kommt, diesen Job an den Nagel zu hängen, dann ist das ok. Vielleicht noch, dass ich diesen Wunsch äußere, aber es hat für mich nichts mit bedingungsloser Liebe zu tun, wenn ich dem anderen vermittel, dass das nun eine Grundlage für eine weitere Beziehung ist, nur weil ich jetzt schwanger bin. Dann hätte ich mir vorher überlegen sollen, ob ich Kind und Mann in dieser Situation unter einen Hut bringen möchte. - Meine ganz persönliche Meinung. X'D

Und jetzt zur eigentlichen Sache ;) :
Kitt ist schon eine dezent kaputte Persönlichkeit. Aber mit viel Liebe. Zur Musik. ;) Ich fand da die Konfrontation mit seiner Ex wirklich sehr aufschlussreich. ... Seine Ex möchte ich auch nicht als weniger kaputt betrachten ... Ob sie mal das Experiment der Selbstanalyse gewagt hat, oder ist das nur ihren Mitmenschen vorbehalten? ;)

Julie ist wirklich eine liebenswerte Figur, ich finde es schön, dass sie Jessie so offen begenet. Und ... Die Szene am Krankenbett von Moe las sich ... skurril-komisch. :D
Kitts unbeschwertes um-Jessie-Rumgewusel finde ich sehr faszinierend. Er scheint sich wirklich nur um wenig Dinge einen Kopf zu machen. Auch ob er sie jetzt nun noch dringend Abschleppen will, um Jakob eins auszuwischen, kann ich nur erraten. Schließlich hat er sich ja auch bei ihr entschuldigt.
Und das Jessie seinem Charme erliegt, kann ich durchaus verstehen. Er wirbt richtig um sie, mit seiner gesamten, wachen Aufmerksamkeit, die in dem Moment nur ihr gilt. Jakob war schließlich einfach da und es stand von vornherein fest, dass sie nun heiraten werden. Offenes Werben war für ihn also nicht mehr nötig bzw. auch nach den Maßstäben in denen ihre Familie leben nicht möglich, weil das sonst ... unsittlich wäre? ... Und er hat nun mal null Ahnung von Musik. X'D Großer Minuspunkt bei Jessies Sympathiekonto.

Was ich sehr spannend in diesem Kapitel finde, ist Anton, der mit seinem Weltbild nochmal eine ganz andere Variante und Interpretation des christlich-Lebens verkörpert ... Die mir als Außenstehender menschlicher erscheint als das strikt-strenge Rollenbild, das Jessie vorgegeben bekommt ohne zu berücksichtigen, was für ein Mensch mit welchen Bedürfnissen sie ist.

So seltsam Anton in dem Kapitel zuvor in meinem Kopf durch Jessies Gedanken verkörpert wurde, umso liebenswerter kommt er hier in dem letzten Absatz daher. ... Seine Reaktion auf den Brief fand ich wirklich liebenswert. ;)

Ich bin jedenfalls gespannt, was als nächstes passiert. :D

Ein schönes Restwochenende dir noch!
Off-Beat

Antwort von Levy am 13.09.2020 | 12:57 Uhr
Hallo lieber/liebe Off-Beat,

wie immer: Vielen Dank für dein geniales und ausführliches Feedback zum letzten Kapitel! Schön, dass Du nach wie vor an Bord bist!

Ich werde gleich morgen (sobald ich wieder etwas mehr Zeit habe) auf Dein Review antworten.

Schöne Grüße und bis dann,
Levy
Off-Beat (anonymer Benutzer)
09.09.2020 | 14:47 Uhr
Hi Levy,

als ich das Kapitel mit dem Vorstellungsgespräch bei Eve gelesen habe, hab ich mich weggeschossen. Kitt ist wirklich unverbesserlich.

Und in diesem Kapitel konnte ich mich ehrlich gesagt nur fremdschämen ab dem Punkt, wo er anfängt sich Mut anzutrinken. Waaaahnsinn. X'D Also ... Ja. Sehr aufgeblähtes Selbstbewusstsein. Die Nadel, die das zum Platzen bringt, muss sich erst noch finden oder hergestellt werden.

Den Autotanz und die Sache mit der Politesse fand ich sehr unterhaltsam. Und es ist schade, dass Moses seiner Berufung nicht weiter nachgehen kann. Deiner Beschreibung nach, scheint er nicht nur sehr gut darin zu sein, sondern auch leidenschaftlich darin aufzugehen. ... Vielleicht finden er und Juli einen Kompromiss? Ich würde mich zumindest für beide freuen, auch wenn es vermutlich sehr unwahrscheinlich ist. :'D

Und ich hab echt Bammel, was du mit den beiden (Jessie und Kitt) noch vorhast. Ich möchte weder in Kitts noch ins Jessies Haut stecken. Eigentlich sollte Jessie nicht mehr als der Junggesellinnen-Abschied unterstellt werden können, so wie sie sich verbarrikadiert hat. Aber ob der Vater und die anderen das ähnlich sehen, wenn sie mit der ganzen Situation und dann noch Kitt konfrontiert werden ... Dann wär ich doch lieber Moe im Krankenhaus. X'D

Sonnigen Tag dir noch!
Off-Beat

Antwort von Levy am 10.09.2020 | 13:03 Uhr
Hallo lieber/liebe Off-Beat,

vielen Dank für's Lesen und Kommentieren! Mit großer Freude habe ich dein Feedback gelesen - es ist mir eine Ehre, einen so tollen Leser, bzw. eine so tolle Leserin zu haben. ;-)

Schön, dass Dir die letzten beiden Kapitel gefallen haben. Ja, ich gebe Dir vollkommen recht: Kitt ist unverbesserlich, aufgebläht und jemand, für den man sich gerne auch einmal fremd schämt. Aber wer weiß, vielleicht hat er ja auch noch eine andere Seite an sich, die sich in den nachfolgenden Kapiteln zeigt? Wir werden sehen! Ich habe auch den Eindruck, dass es Moe schwerfallen wird die Sache mit dem Strippen sein zu lassen, sobald das Kind einmal da ist. Immerhin ist er Berlins bester, bzw. populärster Stripper und bekommt in seiner Welt viel Anerkennung für seine Talente. Nur stell Dir vor, du wärst mit so jemandem verlobt? Ich glaube, ich täte mich als Mann schwer, wenn ich eine Verlobte hätte, die für's Strippen lebt und darin aufgeht - andererseits, wenn man sich liebt und einander vertraut, ist man bereit vieles zu akzeptieren und zu verzeihen.

Ha ha, deine Bammel sind berechtigt! Aber dazu werde ich nichts weiter sagen, sondern dich sogleich auf die nachfolgenden Kapitel verweisen.

Ich bin gespannt, wie Du die weiteren Kapitel empfindest und würde mich sehr freuen, wieder von Dir zu lesen!

Sonnige Grüße,
Levy
Off-Beat (anonymer Benutzer)
03.09.2020 | 15:15 Uhr
Hallo Levy,

ich mag deine Geschichte. Ich finde sie sehr kurzweilig geschrieben und auch das deine beiden Hauptfiguren so unterschiedliche Weltbilder haben und darin leben, verspricht viel Spannung für mich.

Und ich mag die kleine Vorankündigung dieses Kapitels, dass Jessi erst einmal "aus den Augen, aus dem Sinn" ist. Ich kann mir tatsächlich schwer vorstellen, wo nun der nächste Berührungspunkt dieser beiden so verschiedenen Menschen sein wird und bin sehr gespannt darauf, wie du das bewerkstelligen willst. =)

Viel Spaß beim Schreiben und eine sonnige Woche wünsche ich dir noch!
Off-Beat

Antwort von Levy am 04.09.2020 | 11:48 Uhr
Hallo Off-Beat,

vielen Dank für dein Feedback! Schön, dass Dir die ersten Chapter gefallen. Ja, "kurzweilig" trifft es ganz gut - ich stelle mir beim Schreiben einen Film vor; daher ist die Geschichte an vielen Stellen sehr Dialog-lastig und ähnelt manchmal mehr einem Drehbuch als einem Roman.

Ich hoffe, dass Dir die nachfolgenden Kapitel ebenfalls gut gefallen. Spoiler: Der nächste Berührungspunkt der beiden liegt in naher Zukunft ;-)

Beste Grüße,
Levy