Autor: Humperstumpel
Reviews 1 bis 5 (von 5 insgesamt):
01.08.2020 | 12:14 Uhr
Hallo Humperstumpel. Habe deine Analyse vor ein paar Tagen gelesen und dachte ich hinterlasse jetzt mal ein Kommentar.
Auch wenn ich selbst nie ein großer Sparrabeth-Shipper war, muss ich doch sagen, dass die beiden eine gewisse Chemie zusammen hatten. Darauf blickend, dass die beiden als Paar aufgebaut wurden macht das auch Sinn.
Einige Punkte hier hatten mich wirklich überrascht. Zum Beispiel konnte ich mich nur noch wage an die gelöschten Szenen erinnern. Du hast das alles sehr schön analysiert und logisch argumentiert.
Ich glaube dennoch, dass sie am Ende mit Will zusammen gekommen ist. Sonst wäre der Welpe am Ende ganz umsonst gestorben. Will brauchte als Captain der Dutchman einen Grund durchzuhalten, und das war halt der Gedanke nach zehn Jahren zu Elizabeth zurückzukehren. Trotzdem kann man nicht leugnen, dass sie eine Zeit lang zwischen Will und Jack geschwankt hat. ;)

Ich finde es sehr schade, dass es im 5. Teil so dargestellt wird, als hätte sie nie etwas verbunden. Ich spreche hier auf die Szene im Kerker an, als Jack Henry fragt, ob sich Mommy mal nach ihm erkundigt hat und Henry darauf erwiderte, dass sie ihn nie erwähnt hat. Das macht für mich keinen Sinn. Warum sollte Elizabeth ihrem Sohn nicht von dem Mann erzählen, welchem sie mehr als einmal ihr Leben verdankte und auch Will das Leben rette, in dem er sich gegen die Unsterblichkeit entschieden hatte.

Am Ende sei noch einmal gesagt: tolle Arbeit! Würde mich freuen mehr von dir zu lesen,

Viele Grüße
thesaltywench
Mira (anonymer Benutzer)
20.07.2020 | 15:25 Uhr
Wow.
Danke, dass ich mir mit deinem Tet mehr als eine Stunde die Zeit bei der Arbeit vertreiben konnte. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie viel Arbeit das war und wie viel Zeit das in Kauf genommen hat. Respekt.

Ich finde die Argunente wirklich gut, mehr kann ich gar nicht sagen, weil ich mit dir übereinstimme und es da nichts zum ausdiskutieren gibt.
Weißt du bei welcher Stelle ich jedes Mal sehe, wie stark Elizabeth ist?
Als sie sich von ihm verabschiedet entgültig... als sie sich wirklich für jemanden entschieden hat, den sie 1 Mal im Jahr sehen wird, jemanden, mit dem, wenn wir mal ehrlich sind, sie realistisch gesehen nicht glücklich wird unter diesen Lebensumständen. Da vermittelt Disney den Kindern ein etwas verzerrted Bild der Liebe, weil wir wissen, in real würde das nicht sooo aussehen ;)
20.07.2020 | 12:30 Uhr
Hallo Humperstumpel,

wie schön, dass dieses Fandom derzeit einen kleinen Aktivitäts-Aufschwung erfährt, vielleicht, weil die sommerlichen Temperaturen leichter karibische Gefühle aufkommen lassen und man dabei meist unweigerlich an Captain Sparrow denken muss. Ich habe deine Ausführungen schon gestern Abend gelesen, wollte jedoch meine Gedanken ordnen, bevor ich dir schreibe. Um keinen ellenlangen Roman abzuliefern, gehe ich hier nur auf einige ausgesuchte Punkte ein, an und für sich hast du bemerkenswert viele Momente zwischen Sparrow und Elizabeth zusammen getragen und beleuchtet. Man bekommt deine Gedanken, Interpretatonen und Schlussfolgerungen förmlich um die Ohren gehauen, es ist ein ziemlicher Batzen, den man als Leser zu bewältigen hat und ich kann mir vorstellen, dass es dich viel Zeit, Mühe und Arbeit gekostet hat, diesen Essay zu schreiben. Man merkt, dass dir das Ship am Herzen liegt und dass du mit Feuereifer dafür kämpfst. Persönlich ist es mir völlig schnuppe, ob Elizabeth mit Will oder mit Jack geshippt wird und was den Canon betrifft, da hat ohnehin jeder seine eigene Meinung zu. Offen gestanden war ich nie ein großer Fan von Miss Swann, ich sehe diese Figur durchaus kritisch, aber das soll bei diesem Review keine Rolle spielen. Ich möchte lediglich meine Eindrücke zu der Konstellation Jack/Elizabeth und Will/Elizabeth wiedergeben.

Zunächst einmal kann ich dir, was den zweiten und dritten Film betrifft, im Wesentlichen zustimmen. Zweifellos entsteht zwischen Sparrow und Elizabeth eine gewisse Dynamik, vor allem im zweiten Teil der Reihe, die in einem Kuss und gewissermaßen auch in einem Mord gipfelt. Das setzt allerdings veränderte Charakterisierung voraus, denn die Elizabeth, die wir im ersten Film kennenlernen ist in manchen Wesenszügen auffallend anders als die "Dead Men's Chest"-Elizabeth. Bei Sparrow trifft dies ebenso zu; im ersten Teil wird bei ihm deutlich zwischen Vorder- und Hinterbühne unterschieden, sprich, er verhält sich anders, wenn er wissentlich vor Publikum agiert als wenn er alleine ist. Da legt er im ersten Film seine "schrägen" Verhaltensweisen ab und agiert "normal", wenn nicht sogar ernsthaft. Am besten ist das in der Gefängnis-Szene zu sehen. Man vergleiche Sparrow im Gespräch mit den Mitgefangenen, wo er sich sehr überlegen gibt, mit dem Moment, wo er alleine ist und verzweifelt versucht, das Schloss zu knacken. Kaum kommt Will dazu, streift Sparrow sich seine zweite Haut als souveräner, etwas schräger Pirat über.
Im zweiten Teil gibt es diese deutliche Trennung nicht, Jack agiert hier durchgehend als würde er vor breitem Publikum spielen, die Drehbuchautoren haben bei ihm noch einmal eine Schippe drauf gepackt, wenn man so will. Im Vergleich zum ersten Teil ist er in den beiden Folgeteilen deutlich als komische Figur zu erkennen, sozusagen der Klassenclown. Der Grund ist simpel, ist aber für die Entwicklung der Beziehung zwischen Elizabeth und Sparrow enorm wichtig: Während der erste Teil sich eher auf Elizabeth und Will als Hauptfiguren konzentriert, wird Sparrow ab Teil Zwei zum Protagonisten gekürt und damit muss er eine entsprechende Show abliefern, um die Zuschauer dauerhaft zu unterhalten. Im ersten Film funktioniert er gerade so hervorragend, weil seine Auftritte dosiert sind und er ungemein wirkt, wann immer er auftaucht. Was tut man also als Drehbuchschreiber? Richtig, man etabliert eine neue Hintergrundgeschichte und zieht ein Beziehungsdreieck auf. Kurz gesagt, dass Elizabeth sich in Jack verliebt oder wenigstens zu ihm hingezogen fühlt, war im Sinne der Unterhaltung notwendig. Das ist nicht schlimm und es schmälert das Ship in keiner Weise, es verdeutlicht aber, warum man im ersten Teil keine echten Sparrabeth-Momente findet. Und dies ist der Punkt, bei dem ich dir ganz entschieden widerspreche und auf den ich mich (wie ich hoffe so kurz wie möglich) im Folgenden beziehen möchte.

Wie gesagt, in Teil Zwei und Teil Drei bin ich bei dir, auch wenn ich manche Szenen weniger drastisch deuten würde als du, gerade, was Sparrows Gefühle betrifft. Ich denke auch, dass er die Wahrheit gesprochen hat, als er sagte, seine erste und einzige Liebe gehöre der See (und "Pearl" fungiert sozusagen als Stellvertreterin). Selbst wenn Elizabeth und er zusammengekommen wären, er hätte sie nicht über Schiff und Meer gestellt. Sicher, er sagt zu Gibbs "Sie ist nur ein Schiff" als es darum geht, die "Pearl" an den Kraken auszuliefern, aber letztlich bleibt er auf eben diesem Schiff und nimmt sich so viel Zeit für den Abschied, dass er damit nicht nur sein, sondern auch das Leben der Piraten im Beiboot gefährdet, denn der Kraken hätte jederzeit wieder auftauchen können. Gerade weil er sich nicht von der "Pearl" trennen kann, ist es Elizabeth überhaupt möglich, ihn an den Mast zu ketten. Wäre ihm das Schiff weniger wichtig, wäre er als Erster von Bord gegangen (oder wenigstens vor Will, allein schon, um ihn zu ärgern).
Die beiden Zitate, die du zur Deutung der Kussszene heranziehst, finde ich übrigens großartig. Die Beschreibung der Drehbuchautoren ist herrlich romantisch und zeigt, wie sie zu den Beiden stehen und die Analyse von Louise Bagshawe zeigt einen Aspekt auf, den ich so gar nicht auf dem Schirm hatte.

Nun ja, ich wollte mich möglichst kurz halten, um das hier nicht ausarten zu lassen, also fix weiter: Der erste Teil. Da ich diesen Film wirklich exzessiv geschaut habe und selbst jetzt noch alle paar Tage ein paar Szenen sichte, kann ich einfach nicht anders als deiner Deutung zu widersprechen. Mitnichten zeigt Elizabeth hier ein wachsendes Interesse an Jack, vielmehr liegt der Fokur hier eindeutig auf ihre Liebe zu Will - selbst bei der Strandszene.
Beginnen wir von vorn, nämlich mit der Rettung. Als sie Norrington anhält, Sparrow nicht sofort zu erschießen, so wie es ihr Vater fordert, weiß sie noch nicht, dass er Pirat ist. Sie mag es vermuten anhand seiner Kleidung, aber einen Beweis erhält sie erst als Norrington seine Brandnarbe enthüllt. Entsprechend ist ihr Blick. Was sich in dieser Szene offenbart ist das starke Gerechtigkeitsempfinden, das sie hat und das ist auch der Grund, warum ihr Argument lautet "Ob Pirat oder nicht, dieser Mann rettete mir das Leben", sprich, selbst als sie weiß, dass er ein Verbrecher ist, besteht sie darauf, dass er zumindest für die selbstlose Tat ihrer Rettung die gebührende Anerkennung erfährt. Umso schlimmer ist es, dass Sparrow sie kurz darauf als Geisel nimmt, denn damit tritt er ihren Einsatz mit Füßen und offenbart gleichzeitig, dass er alles andere ist als der romantische Pirat in Abenteuerromanen. Sein Übergriff öffnet ihr die Augen und das gibt sie sogar offen zu als sie ihn als "widerwärtig" beschimpft. Die erzwungene Nähe ist ihr sichtlich unangenehm, zumal er ihren Vornamen verwendet und damit eine Vertraulichkeit suggeriert, die ihr höchst unangenehm ist. Folglich weist sie ihn mit "Richtig ist Miss Swann" zurecht. Dass sie später am Abend anders über den Vorfall denkt, bestreite ich nicht, glaube aber, sie denkt dabei nicht, dass ihr die Nähe zu Jack gefallen hat, sondern sie durch das Erlebnis endlich aus dem Alltag gerissen wurde, sprich, es ist etwas passiert, das die üblichen Abläufe durcheinander gebracht hat. Und weil sie ihrer Zeit nun einmal weit voraus ist, empfindet sie dies als positiv. Von Sparrow hat sie allerdings nicht die beste Meinung, man bedenke ihren Blick als nach ihrer Befreiung sein Name fällt und sie entsprechend nachfragt "Jack? Jack Sparrow?" Das ist mehr ein "Was, ausgerechnet der?" als ein "Oh, wirklich?"

Kommen wir zur Inselszene. Dem Moment als sie Sparrow mit den Geschichten konfrontiert, die sie über ihn gehört hat, geht ein wichtiger Moment voraus, der leider dem Schnitt zum Opfer gefallen ist: Sie fragt Jack, was sie tun sollen, um Will zu retten, der allerdings macht es sich bequem und sagt ihr auf den Kopf zu, dass da nichts zu machen ist. Erst daraufhin zählt sie ihm seine Wundertaten auf, sprich, der entscheidende Antrieb ist Will. Sparrow soll seinen Hintern hochbekommen und sich etwas einfallen lassen, damit sie Mister Turner retten können. Daher ist die Enttäuschung umso größer als Jack die wahren Umstände seiner Flucht enthüllt und ihr empfiehlt, sich mit einer Flasche Rum 'ne schöne Zeit zu machen.
Wo ich wiederum bei dir bin, das ist die (ebenfalls geschnittete) Szene, in der Jack seine Narben zeigt. Ja, hier öffnet er sich und ja, es ist der einzige Moment der ganzen Reihe, wo er wirklich aufrichtig und verletzlich ist und es ist Elizabeth, die ihn dazu veranlasst. Ich denke durchaus, dass er in ihr jemanden erkennt, der ihm im Geiste verwandt ist, aber eine Zuneigung kann ich da (noch) nicht erkennen. Die stellt sich erst in Teil Zwei ein. Für Elizabeth wiederum muss der Moment die entscheidende Offenbarung sein, der sie zum Umdenken bringt, was Sparrow betrifft. Denn plötzlich ist er nicht mehr eindimensional - ein Pirat eben - sondern erhält Kontur. Nur hat sie keine Zeit, darüber nachzudenken, weil ihre Sorge um Will sie umtreibt. Wären beide durch andere Umstände auf der Insel gelandet, ich denke schon, dass sich etwas hätte entwickeln können, aber im Film geht es ihr unzweifelhaft um Wills Rettung.
Der Plan, Sparrow bis zum Umfallen Trinken zu lassen, kommt ihr in dem Moment, in dem sie die Flasche in der Hand hält und erfüllt zwei Funktionen: Sobald er seinen Rausch ausschläft, kann sie die Insel in Brand setzen und sie hält ihn dadurch vor Zudringlichkeiten ab. Das sieht man sehr schön in der Lagerfeuerszene. Sie hat diesen einen ehrlichen Moment, wo sie sich an ihn lehnt und ihn aufrichtig bedauert, doch kaum nutzt er dies aus, um ihre Schulter zu umfassen und eine entsprechende Andeutung zu machen, baut sie Distanz auf. Der Rausch ist freilich gespielt, aber ihre Intention dahinter ist echt: Sie will diese Nähe nicht, sondern duldet sie nur, um ihr Ziel zu erreichen. Sparrow wiederum wäre einer gemeinsamen Nacht nicht abgeneigt. Nachdem er sich den Bart gerichtet hat, um den Don Juan zu mimen, legt sich seine Hand in ihren Nacken - die Absicht dahinter ist klar: Würde sie ihn nicht daran hindern, hätte er sie in einen Kuss gezogen. Elizabeth weiß das und unterbricht sein Vorhaben, indem sie ihre Flasche hebt. Sparrow erkennt darin ihr "Nein", akzeptiert dies und unterlässt weitere Annährungsversuche, indem er sich ins Delirium trinkt. Der Ausdruck auf Elizabeths Gesicht hat nichts mit Verliebtheit oder Anziehungskraft zu tun, er ist absolut berechnend.

Die Tatsache, dass sie der Hinrichtung beiwohnt, spricht ebenfalls für eine ambivalente Haltung Sparrow gegenüber. Bis zu dem Zeitpunkt, als sie den Papagei sieht, glaubt sie nicht an eine Rettung (auch wenn sie vielleicht darauf hofft), dennoch hat sie sich nicht entschuldigt, um dem Schauspiel fernzubleiben, sondern ist bereit, ihn hängen zu sehen. Darüner hinaus sehrn wir, dass sie sich wieder nahtlos in ihre Rolle als Gouverneurstochter gefügt hat, sprich, am Ende des ersten Teils haben ausgerechnet die Erlebnisse auf der "Pearl" und der "Isla de Muerta" sie von ihrer Abenteuerlust kuriert. Als die Sparrow und Will bei ihrem plumpen Fluchtversuch aufgehalten werden, schützt sie nicht Sparrow, sondern Will, der droht, bei ihrem Vater in Ungnade zu fallen. Sparrows Bemerkung zum Abschied - "Mit uns wäre es nie gut gegangen, Liebes" - wird von Elizabeth mit sichtlicher Irritation aufgenommen. Für mich ist das eher ein "Seriously?"-Blick von ihr, der noch einmal verdeutlicht, dass sie Sparrow kein gesteigertes Interesse entgegen bringt. Ich lasse mich aber gerne auf das Gedankenspiel ein, dass diese Äußerung sie zum Nachdenken bewegt, sich auf ein "Was wäre wenn" einlässt und diese Gedanken sie zunehmend verfolgen. Das würde wenigstens erklären, warum der Bruch in ihrer Persönlichkeit von Teil Eins zu Zwei so auffallend ist.

Nur noch ganz fix, weil das hier auszuufern droht: Ich stimme dir völlig zu, was Norringtons Frauenbild und seine Erwartungen an Elizabeth betrifft, aber bei Will widerspreche ich. Er beweist im ersten Teil mehrmals, das er sie zwar beschützen möchte (und das kann man ihm nicht vorwerfen bei ihrer gemeinsamen Geschichte), ihre emanzipatorischen Momente aber billigt und sogar unterstützt. Tatsächlich hatte sich ein Mann damals erschrocken abgewandt, wäre eine junge Dame so aufgetreten wie Elizabeth dies tut, ganz einfach, weil es ungebührliches, unweibliches Verhalten ist, aber Will liebt sie so, wie sie ist. Auch was die von dir angesprochene Namenssache betrifft, ist Wills Verhalten historisch korrekt, selbst wenn er damit Miss Swanns Verärgerung hervorruft. Damals nannte man sich beim Nachnamen, das war üblich und gerade bei Rangunterschieden ausdrücklich gewünscht. Elizabeth als ranghöhere Person kann Will beim Vornamen nennen, aber er als Schmied, einer sozial niedrigen Stellung, hätte sich dies nicht erlauben dürfen, jedenfalls nicht öffentlich und schon gar nicht vor ihrem Vater. Insofern war es schon ziemlich unverfroren, ihn vor dem Gouverneur dazu aufzufordern. Hätte sie ihn beiseite genommen und gebeten, sie bei ihrem Vornamen zu nennen, wann immer sie alleine sind, wäre das wesentlich klüger, taktvoller und angemessener gewesen. So bringt sie Will in eine schwierige Lage und straft ihn ab, als er sich erfolgreich herauswindet. Später, als Will im Zuge der Reise mit Jack seine gesellschaftlichen Zwänge ablegt, offener und selbstbewusster wird, sogar für sich und seine Interessen eintritt, fällt es ihm nicht länger schwer, Elizabeth statt Miss Swann zu sagen.
Ich verstehe, dass man für sein Ship eintritt, aber deswegen sollte man nicht ungerecht gegenüber den Figuren werden. Will hat sich weiter entwickelt, ebenso wie Elizabeth.

Du merkst anhand dieser Textwand, dass ich große Freude daran habe, mich über die Filme auszutauschen, daher danke ich dir an dieser Stelle, dass du deine Gedanken mit uns geteilt hast. Du hast mir Stoff zum Nachdenken gegeben. Der Umstand, dass sogar die Drehbuchautoren eigentlich einen anderen Ausgang für das Liebesdreieck wünschten, hat mich überrascht und natürlich musste Disney auf eine konventionelle Lösung setzen, weil Altersunterschied - und in diesem Fall reden wir von gut zwanzig Jahren - brr!, so gar nicht märchenhaft und familientauglich. Gerade diese Komponente reizt mich dann dich irgendwie an dem Ship, muss ich gestehen und ich bin daher sehr gespannt, ob und wie du deine Vorstellung von Sparrabeth in naher Zukunft umsetzt. Falls dem so sein sollte, werde ich sicherlich mal reinlesen.

Hab einen angenehmen Tag und entschuldige, dass mir die Pferde etwas durchgegangen sind.
Viele Grüße,
Bell

Antwort von Humperstumpel am 20.07.2020 | 13:18 Uhr
Hallo Bell,
erstmal vorab, vielen lieben Dank für dein langes und ausführliches Review. Du brauchst dich auch gar nicht dafür entschuldigen, dass die Pferde etwas mit dir durchgegangen sind, dafür sind doch solche Beiträge auch irgendwo da. Ich kann das total verstehen, wenn man in einigen Punkten nicht mit meiner Meinung übereinstimmt, wäre doch auch schräg, wenn es anders wäre, oder? Gerade Pairings sind so ein breit gefächertes Thema, da hat jeder zu jeder Szene seine individuelle Meinung.
Vor allem bei deiner Sichtweise zu Teil 1 kann ich deinen Gedankengang absoult nachvollziehen. Auch wenn ich schon in diesem Teil die ein oder andere Sparrabeth-Szene erkenne und sie auch als solche deute, fällt auch mir auf, dass dieser Film mit Abstand der ist, in dem dieses Pairing am wenigsten zu sehen ist. In manchen Augen wahrscheinlich auch gar nicht. Elizabeth ist in CotBP bei weitem nicht die Person, die sie später noch wird und - wie du schon sagtest - ist ihre Veränderung essenziell für ihre Beziehung zu Jack.
Zugegeben, bei der Inselszene habe ich den Teil mit Will mal eben völlig außer Acht gelassen, unbeabsichtigt wohlbemerkt. Vermutlich ein Akt der Verdrängung, damit das alles noch so in mein Bild passt, wie ich es mir aufgebaut habe. Mein Problem ist auch, dass ich echt ein ziemliches Problem mit Will habe, ich kann nicht sagen wieso. Dass ihn ihn absoulut abtrünnig finde, ist wahrscheinlich auch einer der Gründe, wieso ich umso versessener darauf bin, Sparrabeth als OTP anzusehen. Ich bin auch aus dem Grund verhältnismäßig 'kurz' auf den ersten Teil eingegangen, weil dieser auch in vielerlei Hinsicht eben Will und Elizabeth in den Fokus rückt und die Gefühle der beiden zueinander nicht zu leugnen sind (zumindest in diesem speziellen Film).
Noch kurz zu dem 'Fastkuss', ich habe schon häufiger gelesen, dass Jack am Strand versucht hat, Elizabeth zu küssen oder es zumindest angedeutet hat und ich hab eirgendwie nie erkennen können, in welchem Moment das genau gewesen sein soll. Als du aber geschrieben hast, dass er seine Hand an ihren Nacken legte, um sie in einen Kuss zu ziehen, hats bei mir geklingelt. Klar, die Andeutung ist kurz und kann auf verschiedene Wege gedeutet werden, deine Erklärung macht aber sehr Sinn. Also danke dafür!
Also auch ich, die ja - wie du bereits gemerkt hast - Sparrabeth mit allen Mitteln zu verteidigen versucht, muss einräumen, ja, Teil 1 ist durchaus ein Film, bei dem dieses Pairing nur mit viel Fantasie realistisch wird.
Ich kann auch irgendwo verstehen, dass Disney durch den Altersunterschied nicht zulassen konnte (oder wollte), dass Jack und Elizabeth am Ende des Tages zusammen sind, auf der anderen Seite frage ich mich immer: Ist nicht gerade die Kunst des Schauspielens die, dass man Schauspieler und Charakter voneinander trennen kann? Ich persönlich finde, dass man gerade Jack völlig unabhängig von Johnny Depp betrachten kann, also rein theoretisch auch das Alter. Immerhin hat an sich keiner wirklich eine Ahnung, wie alt Jack im Film ist. Klar, es gibt Theorien und Zeitrechnungen, mit denen man versucht, sein Alter herauszufinden, manchmal orientiert man sich auch ganz einfach an Johnny, aber ich denke, dass es rein theoretisch möglich gewesen wäre, den Altersunterschied zwischen Jack und Elizabeth als unbedeutend abzustempeln.
Ansonsten freue mich mich sehr, dass du in Teil 2 und 3 meinen Punkte zum Großteil zustimmen kannst und du anscheinend auch sehr offen dafür bist, meine Gedankengänge nachzuvollziehen.
Ich wünsche dir auch einen ganz schönen Tag und viele liebe Grüße,
Humperstumpel
19.07.2020 | 20:45 Uhr
Hello Lau,ich bin's Sabi (potc.souldreamer).
Du weißt, ich habe die ganze Zeit gebettelt wie ein Welpe der nach seinem Futter schreit ,das du endlich diese Theorie veröffentlichst haha. Du hast das sooosooosooo schön umschrieben *Herz blutet* ,das zu lesen hat mich so zutiefst traurig gemacht ,wie mein Bebi wegen Elizabeth gelitten hat. Ich kann's immer noch nicht verstehen ,das sie sich für Will entschieden hat, ich glaube das war eher diese Jugendliebe zwischen den beiden, ich sehe die beiden eher als gute Freunde an. Aber für mich war Jack diese eine Liebe für sie, er konnte alles geben was sie sich schon immer erwünscht hatte, nämlich die Freiheit.
So ein Ende wäre auch viel schöner gewesen ,ich liebe allgemein diese Geschichten - Liebe auf dem ersten Blick. So wie bei Jack & Elizabeth, das war so eine Story gewesen ,ganz ehrlich wo sie ihn zum ersten Mal gesehen hat ,konnte sie keine Blicke zu ihm vermeiden ,sie war deutlich angezogen von ihm. Sie hat ihn auf denn ersten Blick an bewundert. Disney hat sich das echt vermasselt. Sparrabeth wäre das Paar, was von denn Zuschauern erwünscht war. Es wäre auch eine viel spannendere Story zwischen denn beiden gewesen. Ich meine die beiden, haben sich gegenseitig aufgebaut. Sie hätten einfach das Endgame sein müssen. Die Schluss Szene lässt mir eindeutig das Herz bluten. *Herz schmerzt* . Schluss mit meinen labbern haha, ich lieb's ,habe es mit ganzem Herzen mit gelesen. Dein Schreibstill liebe ich sooo sehr. Mach weiter so! <3

Ganz viel Liebe ,die Sparrabeth Besessene haha

Antwort von Humperstumpel am 20.07.2020 | 12:49 Uhr
Heyy Sabi,
freut mich sehr, dass dir die Analyse gefallen hat. Nach den Tagen des Bettelns wusste ich nicht, wie hoch deine Erwartungen gestiegen sind, da bin ich jetzt ziemlich erleichtert ahaha.
Ohne Mist, mir tat Jack beim Schreiben auch so leid. Der Arme hat so gelitten und hat immer zurückstecken müssen, damit sie glücklich ist *heul*.
Ich find auch, Disney hat einfach ins Klo gegriffen. Sparrabeth hätte so vielen Leuten gefallen, aber nein, JOhnny war angeblich zu alt. Pffff, geht es nicht bei Filmen darum den Schauspieler vom Charakter zu trennen? Niemand hat auch nur den blassendsten Schimmer, wie alt Jack ist. Ja, es gibt Vermutungen, aber man hätte das bestimmt so drehen und wenden können, dass das vom Alter hinhaute.
Mal sehen, vielleicht kriegen wir ja einen Teil 6 mit einer klitzekleinen Sparrabeth-Szene. Ich würde es mir so wünschen.
Viele liebe Grüße, wir hören uns über Insta ;D
Humperstumpel
19.07.2020 | 18:21 Uhr
Sei gegrüßt Humperstumpel!
Tja, so liest man sich wieder.;)
Das was du da geschrieben hast, ist mal wirklich etwas anderes...keine Geschichte, doch trotzdem war es interessant zu lesen. Ich muss zugeben es hat seine Zeit gedauert, aber jetzt erstmal zum Inhalt.

Weißt du, das ist wirklich gut und überzeugend geschrieben! Darüber musste ich erst ein paar Minuten nachdenken.
Ich bin jetzt in zwei Teile gespalten...oder nein, besser gesagt in drei.
Also erstens:
Ich muss zugeben, dass Jack und Elizabeth wirklich zusammenpassen. Zwei freiheitsliebende Menschen, die zueinander gefunden haben, das hat auch seinen Reiz.
Und jetzt gehe ich gleich zum zweiten über...
Aber wenn ich ehrlich sein soll...dieses Wort. Freiheit. Das ist für mich etwas "extremer" als für andere Menschen. Ich meine, auch ich liebe die Freiheit. Und zwar wirklich. Ich weiß, dass das für die meisten komisch und seltsam klingen mag, aber ich will eigentlich keine Kinder kriegen...und heiraten...ich weiß nicht. Ich möchte unabhängig sein.
Und genau das verstehe ich unter Freiheit. Und, wie du schon öfters geschrieben hast, Jack ist die Freiheit in Person. Deshalb kann ich mir ihn in einer Beziehung (OCs gehen noch, aber sobald das Figuren aus den Filmen sind...) einfach nicht vorstellen. Mir gefällt der Gedanke, dass seine einzige Liebe die See ist...;)
Drittens:
Relativ am Ende schreibst du ja auch, dass die Beziehung zwischen Elizabeth und Will eine Art "Märchen" sein soll. Und wie ich schonmal erwähnt habe, liebe ich solche Klischees bzw. halt Märchen. Was der größte Grund ist, weshalb ich die beiden so mag.
Du hast zwar geschrieben, dass Will in Elizabeth nur eine Hausfrau sieht (oder so ähnlich) und nicht wie Jack ihr wahres Wesen, doch dass kann ich nicht so glauben.;))
Aber na ja, jedem das seine.

Ach ja, eine Sache hast du noch an Wills Verhalten "kritisiert". Nämlich dass er am Anfang des 1. Teils sie immer "Miss Swann" nennt, auch wenn sie ihn davor ausdrücklich gebeten hat, sie Elizabeth zu nennen. Und dass Jack sie von Anfang an Elizabeth genannt hat. Nun ja, ich glaube das lag hauptsächlich daran, dass er das bei jedem macht (Pirat;)).

So, jetzt aber nochmal ein großes Lob an dich! Das war wirklich eine tolle Idee und du hast es auch super umgesetzt! Ich finde es immer gut seine Meinung zu sagen!

Kriegen wir jetzt bald irgendwann eine Sparrabeth Geschichte zulesen? Bittö...!!! *große Augen mach*
Ganz viele liebe Grüße
Luna

PS.: Wenn ich überhaupt eine FF hochlade, dann wird das wahrscheinlich einige Zeit dauern...bin im Winter irgendwie immer kreativer.:)))

Antwort von Humperstumpel am 19.07.2020 | 18:38 Uhr
Heyy, willkommen zurück. Schön mal wieder was von dir zu hören :D
Zuallererst muss ich sagen, ich freue mich total, dass es dir gefallen hat. Bei solch einer anderen Art einer Fanfiktion weiß man natürlich nie, wie es ankommt.
Dass sich hier die Meinungen spalten ist natürlich ganz logisch und war zu erwarten und ich finde es persönlich total interessant deine Sichtweise auf die Sachen zu hören.
Ich kann total verstehen, wie du über Freiheit denkst. Ich hätte zwar gerne später Kinder, lasse mich aber ganz schnell von anderen Leuten nerven und fühle mich bei der kleinsten Erwartung in die Ecke gedrängt. Ich möchte nicht vorgegeben bekommen, was ich zu tun und zu lassen habe und bin in jeglicher Hinsicht spontan. Diese ewige Geplane nimmt mir zu viel Freiraum. Deswegen kann ich auch total verstehen, dass Leute Jack nicht in einer Beziehung sehen. Ich verstehe es, vertrete die Meinung aber selbst nicht. Ich bin total verliebt in diese Klischees, dass ein "Bad Boy", der nach außen hin wirkt, als könne keine Frau sein Herz einfangen, sich unerwartet Halb über Kopf verliebt und dann zu einem Romantiker mutiert. Deswegen finde Ich Jack und Elizabeth eben auch so süß zusammen. Weil sie irgendwie immer den guten Menschen aus ihm lockt. Ich sag nur, wie er sie von Will wegzerrt.... mein Herz....
Dass ich will so einschätze, dass er Elizabeth nur als Hausfrau ansieht, ist wahrscheinlich auch ein wenig Teil 5 zu verschulden. Ich bin total sauer auf Disney, dass sie aus Lizzy, der Piratenkönigin, eine Hausfrau im Kosettkleid gemacht haben. Also bitte, das ist doch nicht die Elizabeth Swann, die wir aus Teil 3 kennen.
Ich glaube halt, dass sie so nicht geworden wäre, wäre sie damals bei Jack geblieben. Das ist aber natürlich auch nur Spekulation ;)

Bezüglich der Sparrabeth-Fanfiktion, ich habe mich schon 1000 Mal hingesetzt und überlegt, was ich schreiben soll, aber mit fehlen einfach die Ideen. Ich weiß NICHTS! Falls du irgendwelche Ideen hast, dann immer her damit. Meine DMs stehen immer offen für Schreibinspirationen. Ich stehe nämlich momentan total auf dem Schlauch. Aber sobald ich was weiß, haue ich in die Tasten. (Ich bin mittlerweile sohat so verzweifelt, dass ich überlege die Sparrabeth Story über den Haufen zu werfen und Jane wieder zum Leben zu erwecken hahhaa.)
Viele liebe Grüße,
Humperstumpel