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Reviews 1 bis 25 (von 30 insgesamt):
28.02.2021 | 18:14 Uhr
Hey Sesa ^^
Da ist man mal ein bisschen unaufmerksam und hups - schon sind vier neue Kapitel da. Nicht, dass es mich stören würde *rückt die Brille zurecht und stürzt sich ins Lese-Abenteuer*
Ich hätte ja nicht gedacht, dass Stallone es schafft, sich innerhalb kürzester Zeit noch unsympathischer zu machen. Anstatt seine Energie und seine durchaus bescheidene Intelligenz darauf zu verwenden den Mörder zu finden, will er eine persönliche Hetzjagd veranstalten. Und das nur wegen seinem angekratzten Ego...

Allerdings ist meine Wut schon bei der nächsten Szene in ungläubiges Gelächter umgeschlagen. Draco als Name für ein weisses Hermelin xD du schaffst es echt immer wieder unglaubliche Easter-Eggs in deine Geschichten mit einzuflechten. Die Szene gehört zu den amüsantesten in der ganzen HP-Reihe... Aber nun zurück zum eigentlichen Fandom. Leonardos Idee, den Moro als Hermelin mit einzuarbeiten ist wirklich geschickt. Der Moro fühlt sich dadurch sicher geschmeichelt, ein gewisser Seitenhieb ist es aber natürlich trotzdem.

Stallone geht bei seinen Recherchen zwar klug vor, doch unsere Assassinen haben vorgesorgt. Allerdings würde ich nicht meine Hand dafür ins Feuer legen, dass es ihm nicht doch irgendwie gelingt, an Leonardos richtige Identität heranzukommen :/ Wie wir leider immer wieder erfahren mussten, sind auch Assassinen nicht unverwundbar. Wer mich neben Stallone aber auch noch ehr aufgeregt hat, ist diese sture Äbtissin. Mit der als Vorsteherin des Klosters verstehe ich erst recht, warum die arme Angela sich rasusgeschlichen hat. Die Verbindung zu dem Attentat den Claudia und Ezio gefunden haben, kann ich aber auch noch nicht ganz nachvollziehen. Irgendwann wirst du uns da hoffentlich auf die Sprünge helfen ;D Aber wenigstens ist jetzt klar, aus welchen Beweggründen der Mörder handelt...

Es ist wirklich kindisch, wie genau Stallone Leonardo beobachten lässt. Allerdings ist es gut zu wissen, dass dieser Bruder Minardi den beiden offenbar nichts Böses will- und der Bericht den er dem Commissario abliefern muss positiv/nicht belastend sein wird. Wobei Ezio ja ganz offensichtlich auch lieber nur als Beobachter- und nicht als Helfer dabeigewesen wäre ;D

Nun freue ich mich bereits auf das nächste Kapitel und wünsche dir noch einen schönen Abend.

Liebe Grüsse
-Schattenwolf-
26.02.2021 | 12:03 Uhr
Whow... Stallone fängt an nicht nur Ago auf die Nerven zu gehen. Jetzt gibt Borgia mal Ruhe, weil er in Lauerstellung ist und netterweise auch Institoris an der Leine hält, aber dafür haben wir es mit einem gekränkten commissario zu tun, der mindestens so sehr von "denen da oben" enttäuscht ist wie unser "Lace". Wird noch lustig, da bin ich sicher... nicht.
Vor dem Sölderhauptquartier wird gestritten, aber immerhin ist Rocco - abseits seines unfreiwilligen Haustiers - gut angekommen. Und dank Draco erfahren wir die - mehr oder weniger reale^^ - Entstehungsgeschichte eines weiteren Gemäldes von Leo. Ist das bissige Vieh wenigstens zu etwas nütze xD
Stallone forscht derweil weiter und ist - bis auf die Überzeugung, dass Ezio und Claudia aus höherem Stand stammen - zum Glück bis dato auf dem Holzweg. Zwar hat er auch Recht damit, dass Leo der offizielle Hausherr ist, aber den Beruf hat er nicht annähernd auf dem Schirm... für Maler zu martialisch. Jaja, du würdest dich umgucken, Stallone...

Aha, der unbotmäßige Forscherdrang unserer commissario ist also aufgefallen und die Assassinen sind auf der Hut - gut so!
Derweil hätte Aria gern ein Haustier... und möglicherweise mehr Spaß am Sprachenlernen als ihr Papa? xD

Heiteres Durcheinander: ein Hermelin als Katze und eine Nonne als Wachgans... immerhin haben Ezio und Claudia im Konvent einen Namen herausbekommen, der aber eher auf neue Querelen hinweist. Also doch mehr als eine Art Triebtäter?

Der Seitenhieb mit dem Dachschaden war klasse!

Oh, jemand, der es schafft, sich Ezios Aufmerksamkeit zu entziehen? Das kann nur Bedeutung haben... "Lace?"

Vorerst verstört uns aber erstmal Azra... Humbug hin oder her, befürchte ich ja, sie wird noch mit einigem Recht behalten, was weder Leo noch den Rest der Bande erfreuen wird. Und das mit dem vierten Kind... naja, kommt Zeit, kommt Rat...
Und vorher kommt das nächste Opfer.
Hmm... langsam, mit Angelas Geschichte im Hinterkopf beginnt sich eine Art roter Faden zwischen den Opfern zu wegen. Vage, aber da. Nur wird das nicht alles sein.

Leo ist mitgenommen, wie der Albtraum beweist... aber zum Glück ist ja Ezio da.
Interessante Art wieder Bezug auf die Werke des echten Leonardo zu nehmen.

Oha, hat der commissario da etwa Beweismittel verschwinden lassen? Das Taschentuch?
Wobei ich jetzt nichts dazu gesagt haben will, dass unser Mordopfer sich im TRINKbrunnen gewaschen hat, nech?
Aber während Minardi ein verständiger Zeitgenosse ist, dürfte Ezio weniger begeistert sein, nach dem Malergesellen jetzt auch noch zum Pathologengesellen zu werden^^
Aha, commissario hat nicht unterschlagen. Soweit schonmal gut.
Und Leo hat eventuell einen neuen Nebenjob. Auch gut.

Ein mordender Priester... Wenn wir nicht alle wüssten, dass Institoris bei Borgia ist xD
Und die geblümte Assassinenrobe will ich sehen!
15.02.2021 | 19:53 Uhr
Allerliebste Sesa <3
Ich würde ja sagen, ich fand den Anfang des Kapitels toll - nur kam da meine absolute Hass-Figur vor, weshalb dieser Ausdruck nicht wirklich angebracht ist. Deshalb nenne ich es interessant. Rodrigo Borgia, der zu diesem Zeitpunkt Papst ist (?), findet die Kirche also alles andere als heilig. Das ist zumindest für mich eine etwas andere Darstellung, wobei diese vollkommen gerechtfertigt ist. Für ihn stehen die Templer ja über der Kirche, natürlich nehmen die Heiligen Lehren eine untergeordnete Stellung ein. Erst recht, wenn er sich selbst als der Prophet sieht, der laut den Assassinen ja Aria sein soll.
Zugegeben fand ich Rodrigo Borgia nie unsympathisch, er hat halt seine Ziele verfolgt. Weshalb er mir hier im Vergleich zu diesem fanatischen Inquisitor durchaus sympathisch erscheint. Teilweise auch deshalb, weil er ihn offenbar belächelt und sogar etwas verachtet, da dieser so eingefahren in seinem Wahn gegenüber allem ist.

Und Popoleschi ist wieder da! Ah, seine kleinen Quereleien mit Stallone haben mich hier wirklich amüsiert, auch weil ich ihn voll und ganz verstehen kann. Es muss schwer sein, als ehemaliger capitano jemandem in der gleichen Position zuschauen zu müssen, der weitaus weniger kann als man selbst. Ganz zu schweigen von den kleinlichen Vorwürfen, die der Mailänder capitano auch immer äußert, egal in welcher Hinsicht.
Inkarnat! Die Bemerkung hat mich wirklich unvorbereitet getroffen, doch ich feiere sie. Das kleine Mädchen, Anna, war wirklich gefasst bei der Befragung. Oder es liegt daran, dass sie die Leiche zunächst nicht als solche erkannt hat und Gestalten, denen die Kehle aufgeschlitzt wurde, wahrscheinlich nicht ganz so schlimm aussehen wie andere Opfer. Diese beiden Münzen sind ebenfalls sehr interessant. Ich habe direkt an den Fährmann gedacht, der die Toten über den Styx bringt und lag damit offenbar richtig. Oder es ist wirklich, wie Leo erwähnt, als Hohn gegenüber den Wachen gedacht. Je nach Täterprofil ist das natürlich auch sehr gut möglich, weil er die Opfer ja offen "herumliegen" lässt, um die Unfähigkeit bzw. seine Überlegenheit zu demonstrieren.
Es mag gemein klingen, aber Stallones Bredouille zum Schluss habe ich wirklich genossen. Diebe sind ja ein ganz anderes Thema als ein Mörder, das stimmt. Doch genau deshalb sollte er sich vielleicht eher auf das Fangen von diesen konzentrieren und seinen Verbündeten die Arbeit überlassen. Immerhin ist er als capitano auch für die Sicherheit der Straßen zuständig und Diebstähle am hellichten Tag sind da kein gutes Zeugnis für ihn. Außerdem, ganz ehrlich, stört er bei den Ermittlungen zur Bestie sowieso nur. Leo und Popoleschi sind da ein eingespielteres Team und würden die Ermittlungen definitiv schneller vorantreiben, wenn sie nicht dauernd irgendwelche Zickereien ausfechten müssten.
Ah, das mit den lernresistenten Deutschen hat mich jetzt weniger verwundert. Nun, das mit dem schmutzigsten Volk schon, aber sich weigern, eine fremde Sprache zu sprechen (teilweise wohl auch aufgrund des Wissens, eben die deutsche Betonung zu haben) ist jetzt nicht unbekannt. Aber ich finde es eine nette Randbemerkung, die du hier eingebaut hast und sie macht mich neugierig auf die Dialekte, die du noch einbauen willst.
Allerliebste Grüße, Tani <3

Antwort von Severin Sesachar am 15.02.2021 | 20:33 Uhr
Allerliebste Tani <3
Jetzt musste ich schon beim ersten Satz deines Reviews grinsen – und ja, wir teilen eine Hassfigur. Eigentlich sogar mehrere, wenn ich so an die vergangenen Reviews denke. *kichert*
Rodrigo ist hier noch nicht Papst – noch hat Innozenz den Löffel nicht abgegeben, der lebt noch drei Jahre. Aber dann … dann wird der Vatikan umgekrempelt! Ich gebe dir recht, Rodrigo Borgia ist nicht wirklich unsympathisch, und es gibt ein paar Dinge, die er sogar ganz gut gemacht hat – wie sein Angehen gegen Savonarola. Andere dagegen hat er vergeigt, wie die Teilung der Welt. Aber ja, er agiert im Interesse seines Ordens, so wie Ezio und Co. im Interesse ihrer Bruderschaft handeln. Ich gestehe, hier auch ganz andere Pläne zu verfolgen wie in der Vorlage, auch weil ich es in Bezug auf einige historische Fakten aus Leonardos Leben tun muss. Wenn ich sage, dass Leonardo nicht von den Borgias gekidnappt und dazu gezwungen wurde, ihnen Kriegsmaschinen zu bauen (Darstellung in „Brotherhood“), sondern als Kriegsingenieur bei Cesare angeheuert und von ihm eine Befugnis bekommen hat, jede befestigte Stadt des Landes nach seinem Gutdünken zu besichtigen und die Leute auszuquetschen, spricht das wohl Bände …

LOL, ja. Popoleschi und Stallone, die Kombination funktioniert überhaupt nicht. So sehr Popoleschi Bellini für seine Umgänglichkeit schätzt, so sehr regt ihn Stallone wegen seines Geltungsbedürfnisses auf. Die beiden werden wohl niemals Freunde. Und Anna ist „speziell“. Wenn es ihn damals schon gegeben hätte, sie wäre Stammleserin des Klitterers gewesen. XD
Der Mörder ist jedenfalls noch für einige Überraschungen gut …

Und ROFL! „Außerdem, ganz ehrlich, stört er bei den Ermittlungen zur Bestie sowieso nur.“ An der Stelle habe ich gelegen! Siehst du, wie indigniert dich Stallone anstarrt? Er ist komplett anderer Meinung. Aber wer fragt ihn schon? Dazu müsste man ihn erst mal ernst nehmen können… ^.^
Mich hat eher die Sprache als die Hygiene erstaunt, ehrlich gesagt. Spracharroganz wirft man ja gern den Franzosen vor und die deutschen Gebiete waren damals ja Einwanderungsgebiet hoch zehn. Aber im Handel waren sie wohl auch nicht so geschickt wie die Italiener und vor allem die Flandern. Die haben die Seegebiete damals ja wirklich gerockt und mit so vielen Kulturen zu tun gehabt … irgendwie spürt man die Nachwehen bis heute, wenn man dort umherreist.

Spoiler-Alert: Den nächsten Dialekt hast du schon im nächsten Kapitel. XD

Allerliebste Grüße, Sesa <3
04.02.2021 | 22:24 Uhr
Allerliebste Sesa <3
Ha, ich hab die Stelle mit der "genährten Schürze" direkt gefunden - darüber hab ich mich im Forum bereits köstlich amüsiert.
Aria ist einfach ein Quell an Erheiterung für mich. Wie alt ist sie hier, sechs Jahre, oder? Auf jeden Fall liebe ich es, wie sie ohne jegliche Scheu ihre Gedanken einfach ausspricht, so auch mit den Spinnenweben und der Leiter angesichts der hohen Decken in Geros neuem Heim.
Gustavo hat sie direkt ins Herz geschlossen, nehme ich an. Aber ich habe ihn sowieso als eine Person eingeschätzt, der so etwas sehr leicht fällt, erst recht bei so offenen Kindern wie Aria. Außerdem ist sie die Tochter der Leute, die den Mörder seines Herrn und Freundes finden wollen, das gibt noch einen zusätzlichen Pluspunkt.
Der Unterricht verspricht in der Konstellation zumindest interessant zu werden, der Lehrer scheint gut mit Aria zurechtzukommen. Oder sie war doch ein wenig eingeschüchtert, das kann natürlich auch sein. Aber ich habe da vollstes Vertrauen in Geros Auswahl an Lehrern für seinen Bruder und jetzt auch Aria.

Claudia wird auf dem Rückweg überfallen. Ihre erste Reaktion ist vollkommen nachvollziehbar, vor allem hat sie ja gerade vorher noch über die Bestie nachgedacht. Aber wie unverschämt dieser Dieb war ... Das hat mich leicht auf die Palme gebracht, muss ich zugeben. Momentan habe ich echt keine Geduld für das Verhalten von dummen Menschen, das habe ich hier wieder gemerkt xD
Der einzige Trost war, wie wenig sie auf dieses stumpfsinnige Gebrabbel gegeben hat, zusätzlich noch die Verteidigung und der Schlag von ihr, der hoffentlich wirklich wehgetan hat.
Ah, die inkarnaten Roben, die gefallen mir wirklich sehr gut <3 So ein schönes Rosa macht einen beim Anblick von Assassinen gleich viel glücklicher als langweiliges Weiß. Egal, was Ezio auch über diese Farbe sagt, sie ist sehr schick und auch für die härtesten Kerle voll und ganz tragbar.
Allerliebste Grüße, Tani <3

Antwort von Severin Sesachar am 05.02.2021 | 22:26 Uhr
Allerliebste Tani <3
Ja, die „genährten Schürze“. *räuspert sich verlegen* Das war eindeutig einer der besten Typos der Reihe, gleich neben den „Kerlen im Fenster“ und den „Mistreitern“. Letzteres wird bei Word nicht mal falsch markiert und ich frage mich: WARUM? XD
Aria ist hier knapp sechseinhalb, jupp. Und so voll kindlicher Logik, dass es Erwachsene amüsiert. Meine ehemaligen Nachbarn hatten eine Tochter, damals noch keine fünf Jahre alt. Es war einer der raren Winter mit Schnee. Die Kleine stand draußen vor unserem Fenster, nur in Hosen und Pullover, während sie fröhlich mit uns schnatterte. Meine Mutter fragte sie, ob sie nicht friere, da starrte die Kleine sie ganz entgeistert an und sagte „Stehe ich so da (*deutet hierbei auf sich, wie sie nun mal da steht*) oder stehe ich so da (*schlingt dabei beide Arme um den Körper und imitiert Zittern*)?“ Nun … wo sie recht hat, hat sie recht… :D
Gustavo ist ein netter Kerl, und auch wenn ich das nirgendwo ausgeschrieben habe bisher, war er für mich schon immer kinderlieb. Einfach, weil es zu ihm passt, aufgrund seiner ruhigen und treuen Art.

Kennst du höfliche Diebe? Wenn ja, erzähl mir davon! Dreist gewinnt ja (leider) sehr oft, auch wenn das Handeln absolut dumm ist – so wie bei diesem Dieb. Und deine niedrige Toleranzschwelle teile ich da uneingeschränkt. Claudia war viel zu nett zu ihm. >.>
Was die Roben angeht, haben sie ja ohnehin ein paar unterschiedliche Farben auf Lager. Des Nachts schneeweiß gekleidet im Feindgebiet rumzulaufen, wäre selten dämlich, so ein bisschen was von Tarnung verstehen die Assassinen ja auch. XD Natürlich ist das klassische Weiß *die* Assassinenfarbe, erst recht bei offiziellen Anlässen, aber kein Dogma bei Einsätzen. Ich glaube, dann wären Ezio und Co. längst von Pfeilen gespickt. *kichert* Und Leo liebt nun mal Altros… erm, Inkarnat! Wer will schon über Geschmack streiten? XD

Allerliebste Grüße,
Sesa <3
31.01.2021 | 10:34 Uhr
Allerliebste Sesa <3
Du weißt ja schon, ich bin begeistert, wann immer es um die Bestie geht - so auch wieder hier.
Leo hat zwar im letzten Kapitel bereits seine Nachforschungen angestellt, aber diese dann, unterstützt durch die Notizen, dem capitano und commissario zu zeigen, ist noch einmal etwas völlig anderes. Und noch viel ermutigender ist es, wie beide von seinen Ausführungen überzeugt sind, auch wenn im Fall des commissarios eine deutliche Abneigung gegen Leonardo vorliegt. Aber das zeugt eher von Stallones Geeignetheit für diese Aufgabe, denn persönliche Ansichten und Eindrücke sollten bei dieser wichtigen Ermittlung nicht im Weg stehen.
Übrigens, du ahnst nicht, wie schwierig es für mich ist, "Stallone" italienisch und nicht englisch zu lesen. Dass er Silvio heißt, macht die Sache nicht unbedingt einfacher, weil das Sylvester leider sehr ähnelt. Hast du dich da inspirieren lassen oder ist das einfacher Zufall?
Nun, also wird nach dem Linkshänder zumindest in der richtigen Schicht gesucht, beim einfachen Volk. Ich hoffe nur, dass die Bestie dort auch wirklich dazugehört, die Aufmachung als Bettler könnte ja ebenso gut Tarnung gewesen sein. Du merkst, ich misstraue deinen Hinweisen wirklich sehr, was die Bestie angeht. Abgesehen von der Linkshändigkeit, denn mit so etwas kann man andere nicht täuschen, das wäre ein viel zu hohes Risiko für die Morde, die noch weiterhin geplant sind. Ich hingegen vermute eher, dass die Bestie über ihre "Einzigartigkeit" in Bezug auf ihre bevorzugte Hand in ihren Alltagssituationen absichtlich die andere Hand nutzt. Oder es ist in der Tat ein verarmter Adliger, der in seiner Kindheit umerzogen wurde und deshalb in gewisser Weise beidhändig ist. Kann aber auch gut sein, dass ich hier schon wieder zu viel nachdenke und kombiniere.
Gerolamos Bruder ist ja wirklich knuffig. Der Arme ist hoffentlich nicht allzu überfordert mit Aria, die ja eindeutig nicht auf den Mund gefallen ist. Aber es könnte für seine Schüchternheit nützlich sein, privat mit Aria unterrichtet zu werden. Und ich stimme da den allgemeinen Überlegungen zu: Es wäre schön für Aria, andere Kinder kennenzulernen, um dadurch Kontakte zu knüpfen. Aber sich dadurch die Chance entgehen zu lassen, mit einem Angehörigen der Oberschicht privat unterrichtet zu werden und dadurch viel mehr Wissen generieren zu können, ist das nicht wert. Und ich behaupte, Aria kann in ihren Augen nie genug lernen, wenn sie bereits jetzt schon so ungeduldig auf die Schule wartet. Wahrscheinlich bearbeitet sie ihre Mutter täglich, um neue Sachen von dieser lernen zu können - das würde zu ihrem Charakter perfekt passen!
Ich hoffe, du hattest Freude an meinem kleinen (langen) Geschwafel, so wie immer :D
Allerliebste Grüße, Tani <3

Antwort von Severin Sesachar am 02.02.2021 | 00:24 Uhr
Allerliebste Tani <3
Es wäre viel zu langweilig, würde neben dem capitano auch noch der commissario gut mit Leonardo und Konsorten auskommen. Wo bliebe denn da der Spaß? Konflikte bereichern bekanntlich jede Story. XD
Und LOL. Ja … der Name war Absicht. Wobei ich zugeben muss, dass ich „Stallone“ noch nie Englisch/Amerikanisch ausgesprochen habe. Ich bin jetzt ernsthaft am überlegen, ob das deutsche Fernsehen früher echt zu dumm war, dass es immer die italienische Variante bei Ankündigungen genommen hat, ober ob der gute Sylvester tatsächlich – abseits Hollywood – so ausgesprochen wird. Aber es ist hängen geblieben. Ich mochte einfach den Namen und dieses leicht überlegene Image, das damit einhergeht. Das passte gut zu meinem commissario – der übrigens nicht wie Sly aussieht und auch kein geheimer Cameo von ihm sein sollte. :D
*freut sich derweil darüber, dass Tani den Hinweisen misstraut – Zweifel sind nie verkehrt* ^^
Bei Gerolamos Bruder und Aria kam mir – vollkommen aus dem Nichts – Heidi in den Sinn. Der Vergleich passt natürlich nur rudimentär und bezieht sich allein auf „Kind aus reichem Hause + Wirbelwind mit Altersunterschied werden gemeinsam gelehrt“. Aber los werde ich das Bild jetzt nicht mehr, fürchte ich.
An deinem „Geschwafel“ hab ich immer Freude, zumal ich es nie so bezeichnen würde. Es liest sich eher wie eine kleine Live-Übertragung deiner Eindrücke, und das macht großen Spaß!
Dir einen ganz herzlichen Dank für deine Mühen – einmal mehr! *knuff*

Allerliebste Grüße,
Sesa <3
29.01.2021 | 10:48 Uhr
Allerliebste Sesa <3
Wie gut, dass ich heute direkt weitergelesen habe, sonst hätte ich noch mehrere Tage auf neue Informationen über diese Bestie verzichten müssen!
Ich gebe zu, am Anfang habe ich direkt vermutet, dass dieser Bettler suspekt ist. Und wie ich sehe, hat sich mein erster Eindruck sogar bestätigt. Die Idee, einfach als Bettler aufzutreten, ist zugegeben wahnsinnig intelligent, aber was erwartet man denn schon anderes von einem Linkshänder ;) Bettler werden als notwendiges Übel angesehen und niemand merkt sich ihre Gesichter, noch nicht einmal die Stadtwache. Da war es fast schon etwas riskant, seinen Spitznamen bekannt zu geben, wobei das auch als zusätzliche Tarnung verstanden werden könnte. Kein Mörder verrät der Stadtwache freiwillig den Namen, unter dem er auftritt.
Ich vermute, der erste Teil des Kapitels ist am Tag vor dem Fund des nächsten Opfers, zumindest würde das zeitlich Sinn ergeben.
Kommen wir zum Moro: Warum überrascht mich das nicht, dass er seine Geliebte einfach in ein eigenes Anwesen gesteckt hat? Angeblich für ihre Sicherheit, aber er kann sie dort wahrscheinlich auch besser kontrollieren, weil das bestimmt irgendwo im Nirgendwo liegt. Wobei es natürlich auch sein könnte, dass er eine neue Frau als erotisches Interesse auserkoren hat und eine Zeit zweigleisig fährt, das würde mich bei ihm auch nicht großartig verwundern.
Aber Leonardos Reaktion ist wirklich die eines exzentrischen Künstlers, ich habe mich herrlich darüber amüsiert! Von seinen Gedankengängen bis hin zu den schnippischen Antworten gegenüber Bellincioni, der ja ebenfalls kein Freund von Leonardo ist. Doch das hat einfach so super in Leos Charakter gepasst und war eine nette Abwechslung zum restlichen Kapitel, das aufgrund der Thematik doch eher zu den ernsteren gehört.
Ich habe es beim letzten Kapitel ja bereits erwähnt, aber ich liebe Leos Nachforschungen. Auch die Notizen, die er sich während der Leichenanschauung macht, sind einfach toll. Respekt, dass er damals schon wusste, wann die Totenstarre ungefähr eintritt und so den genaueren Todeszeitpunkt bestimmen konnte. Ebenso die Beobachtung über die händische Veranlagung der Bestie. Wie gesagt, ich bin ja ein absoluter Fan von derlei Ausführungen, deshalb genieße ich sie hier einfach.
Auch in Hinblick auf die wahrscheinlichen Tatabläufe der einzelnen Opfer. Sich diese Einzelheiten zu merken, ist nicht ganz so einfach, erst Recht nicht, wenn man wie Leo noch so viele andere Dinge nebenbei laufen hat. Aber nun ja, da Vinci ist ja kein "normaler" Mensch, das weiß man ja ^^ Allerdings interessiert mich jetzt, warum ausgerechnet Bartolomeo von vorne attackiert worden war. Ob das eine Art Zufallsmord war, weil der Täter urplötzlich die Lust dazu hatte im Gegensatz zu den anderen Morden, oder ob da dann doch etwas anderes dahintersteckt. Die Andeutungen der Bestie am Anfang des Kapitels, der Capitano würde sie zu "ihnen" führen, ist schon etwas merkwürdig. Auf jeden Fall scheint hinter den Serienmorden eine gewisse Planung zu stecken, zumindest was das final geplante Opfer angeht. Alle anderen scheinen ja Zufallsopfer zu sein, die gerade zur falschen Zeit am falschen Ort waren.
Danke übrigens für die Ausführung, welche Uhrzeit gerade ist bzw. zu welcher der Mord geschah. Da stellt sich nur die Frage, was das Opfer so lange nach der Andacht von Melzi gemacht hat, denn um ungefähr vier Uhr morgens ermordet zu werden, ist eine ganz schön späte/frühe Uhrzeit für jemanden, der deutlich früher von der Andacht weggegangen ist - zumindest vermute ich das.
Allerliebste Grüße, Tani <3

Antwort von Severin Sesachar am 01.02.2021 | 23:41 Uhr
Allerliebste Tani <3
Du hast wieder einen richtigen Lauf! Und ich darf das genießen. *schnurrt heiter vor sich hin* :D
Ja, Bettler gehören zum mittelalterlichen Stadtbild. Nun, das tun sie ja heute noch, nur waren sie damals wohl noch etwas omnipräsenter, gerade in Metropolen wie Mailand. Und als einer von vielen, wer fällt da großartig auf? Lustigerweise hab ich grade diese Woche ein Hörbuch durchgelauscht, in dem sich der Prota nach einem Schein-Selbstmord als Bettler verkleidet hat, um vor seinen Häschern unterzutauchen. Die Schilderungen, wie leicht es eigentlich ist, sich als Quasi-Verdammter eine neue Identität anzulegen, war beeindruckend. Falls ich mal von der Mafia gejagt werde, habe ich jetzt einen Plan! XD
Den Spitznamen preiszugeben, ist nicht so riskant, wenn dieser Spitzname die wahre Identität verschleiert. Leonardo macht das ja auch, und der tanzt noch dazu vor der Nase der Garde herum, in der ihm nicht alle so wohlgesonnen sind wie Bellini.
Und genau, die Bettler-Szene spielt am Abend vor dem Mord. Beerdigungen fanden damals stets nach Sinnenuntergang statt. Im Anschluss gab es einen Umtrunk, der durchaus Stunden dauern und ziemlich feuchtfröhlich enden konnte. Schließlich floss dabei Wein in rauen Mengen … während wir uns heute auf Kaffee beschränken. Das ist vielleicht auch gesünder. ^.^
Zweigleisig fahren … ja, das traue ich dem Moro auch zu. Stellenweise hat er es sogar laut historischen Quellen tatsächlich getan. Hier habe ich noch keine Belege dafür, aber … die Zeit kommt! *guckt ernst* XD
Und ja, manchmal muss Leonardo den exzentrischen Künstler raushängen lassen. Zudem habe ich – und das gestehe ich ganz offen – eine diebische Freude daran, ihm scharfzüngige Spitzen in den Mund zu legen. Schlagfertig scheint er ja gewesen zu sein. ^.~
Hintergründe zu den einzelnen Morden kommen natürlich noch. Einige werden ermittelt, andere muss ich mir bis zum Finale aufheben – und wenn ich da ankomme, musst du mir erklären, ob das Ganze rückblickend eher klassischer Krimi oder doch eher Thriller ist. Ich bin bereits zwiegespalten. *hofft einfach auf himmlische Unterstützung*
Auf jeden Fall hast du in einem Punkt sehr recht. Das finale Opfer ist jemand Bestimmtes, während der Rest spontan ausgewählt wird. Nicht aus bloßer Laune und Zufallsprinzip heraus, aber doch flexibel. Auch hier kommt mit der Zeit noch eine nähere Beleuchtung + Begründung. ^.^

Allerliebste Grüße,
Sesa <3
28.01.2021 | 17:24 Uhr
Allerliebste Sesa <3
Ich weiß gar nicht, was ich als Gesamteindruck zu diesem Kapitel sagen soll, wenn ich ehrlich bin: Einerseits ist es wirklich traurig, weil es der endgültige Abschied von Bartolomeo ist, andererseits bin ich wirklich gerührt durch die Ansprache von Ezio am Grab und interessiert an der zukünftigen Zusammenarbeit bzw. den Veränderungen, die der Wechsel dieser wichtigen Position jetzt mit sich bringen wird. Denn das wird geschehen, das weiß ich!
Der kleine Rückblick am Anfang war wirklich schön. Du weißt, ich bin ein Fan von diesen "banalen" Erzählungen, weil sie Geschichten so viel Tiefe verleihen. Und zu lesen, wie Bartolomeo sich auch als Kind gegenüber seinen Geschwistern verhalten hat, hat mich einfach glücklich gemacht. Das erklärt auch die Bereitschaft von Gerolamo, sich trotz der Auseinandersetzungen mit der Bruderschaft an sich auf den leeren Posten seines Bruders einzulassen. Aus Liebe zu ihm, nicht unbedingt zu dem, für das Bartolomeo gearbeitet hat. Ich finde, da gehört schon eine gehörige Portion an innerer Größe dazu, weshalb ich bei Gerolamo ein sehr gutes Gefühl für die Zukunft habe.
Auch seine Bereitschaft, den jüngsten Bruder zu sich zu holen, um ihm ein halbwegs geordnetes Leben zu führen und sich vielleicht sogar eine Frau zu nehmen, spricht für seine Selbstlosigkeit. Ich hoffe nur, er findet im Fall der Fälle eine nette, angenehme Person - denn das hat er angesichts seiner familiären Verluste wirklich verdient.
Die kurze Erwähnung der anderen Geschwister, die Assassinen-Posten in anderen Städten Italiens bekleiden, haben natürlich mein Interesse geweckt. Leider wurde hier nicht viel weiter erzählt, aber zumindest Maria Antonia scheint eine mutige Person zu sein, von ihrer ausgeprägten Gabe des Adlerauges einmal abgesehen.
Allerdings muss ich dir etwas gestehen: Der Seitenhieb mit den Unwissenden hat mich perfekt getroffen - bis heute habe ich mir keine großen Gedanken über die Aussage dieses Zeichens gemacht und es einfach als "A" abgestempelt ... Ich hoffe, darüber bist du nicht allzu sehr bestürzt. Zu meiner Verteidigung kann ich nur sagen, dass das in den Spielen glaube ich nie erwähnt wurde.
Übrigens, die Ausführungen von Leo zum Mörder haben mein Profiler-Herz wirklich, wirklich glücklich gemacht! Ich finde diese Analysen einfach immer spannend, egal in welcher Situation und Zeitspanne sie auch kommen mögen. Und hier passt es einfach perfekt zu Leo, sich schon so unglaublich viele Gedanken über die mentale Situation der "Bestie" zu machen. Auch die Schlussfolgerung mit dem Würgen und der anschließenden Zurschaustellung war für mich perfekt. Ich kann mich an die Anfangsszene nicht mehr in allen Einzelheiten erinnern, aber ich meine, den Täter (generisches Maskulinum, so nebenbei, ich möchte mich nicht festlegen!) mit so etwas Ähnlichem in Verbindung zu bringen. Ungefähr "Sie würden seinen Namen kennen und in Furcht vor ihm leben". Vielleicht etwas weniger melodramatisch, aber da habe ich einen Hang dazu.
Nun ist das mal wieder völlig ausgeartet, ich hoffe, das Review bereitet dir etwas Freude.
Bis zum nächsten Mal!
Allerliebste Grüße, Tani <3

Antwort von Severin Sesachar am 28.01.2021 | 18:08 Uhr
Allerliebste Tani <3
Du glaubst gar nicht, wie sehr ich mich immer über deine Reviews freue. Warum, hab ich dir ja schon gesagt. Und heute ist so ein absolut ekliger Tag mit miesem Wetter, dass so ein Rev einfach nur Sonnenschein ist. *schnurrt glücklich*

Der Wechsel in der Zusammenarbeit wird ein bisschen Zeit brauchen, bis alles angelaufen ist und sich auch „gesetzt“ anfühlt, das ist klar. Aber natürlich hast du recht, sie wird geschehen. :D
Und ja, das Verhältnis der Geschwister ist bei den Melzis wirklich gut – auch ein Grund, warum ich sie gern mit den Auditore vergleiche. Hier finden sich sehr ähnliche Vorstellungen von Miteinander, Verantwortung und Herzlichkeit. Und so, wie Gero den Posten seines Bruders aus Liebe zu ihm ausfüllt, hat Ezio ja auch die Profession als Assassine akzeptiert: Aus Zuneigung zu seinem Vater und im Wunsch, seine Aufgabe zu Ende zu führen.
Die Geschwister – vor allem Maria Antonia – kehren noch mal wieder, das ist gewiss. Du weißt ja, wie gerne ich Figuren reinschmuggle. Erst nur eine kleine Szene oder Randbemerkung und dann sind sie auf einmal sehr präsent. Und dass Ezio und Co. irgendwann auch in Rom landen/dort tätig sein werden, ist ja bekannt. Es ist unheimlich bequem, wenn man an einem neuen Ort schon einigermaßen bekannte Figuren hat, auf die man treffen kann. Dann ist es nicht „zu viel des Neuen“ und wirkt auch weniger konstruiert, finde ich.

Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr, ob das mit dem Adlerschädel als Vorlage für das Assassinensymbol in den Games oder nur in den Büchern mit dem ganzen Background-Material erwähnt wurde. Es ist offiziell, aber viel darüber gesprochen wird allerdings nicht. Eine kleine Veranschaulichung hab ich allerdings. :D
https://i.redd.it/xatxu4f890p11.png

Die Profilerarbeit wird langsam wachsen. Sie bewegen sich hier ja auch gewissermaßen auf ganz neuem Terrain und Leo ist der Erste, der sich darauf einlässt/die analytische Komponente sieht. Und ja, genau. Der Täter will, dass man von ihm spricht! Das genaue Zitat lautet: »Er würde der Stadt ein Rätsel aufgeben und sich einen Namen machen, der seine Existenz überdauern würde. Es war das Mindeste, was er verdiente.« So jemand inszeniert sich und versteckt seine Leichen nicht im Keller. Das ist dann doch eher Assassinenhandhabe. *rofl*
*schmunzelt über das generische Maskulin und bastelt weiter an dem kleinen Scheusal, das noch eine Weile morden darf, bevor es gefasst wird*

Dir einen wunderschönen Abend!

Allerliebste Grüße,
Sesa <3
17.01.2021 | 16:40 Uhr
Viel wissen wir ja noch nicht über diesen Mörder... nur das er sich mal wieder übergangen und verarscht vorkommt. Warten wir ab, wie viel Recht er dazu hat...

Mit Leo und Ezio starten wir bei den Melzi-Brüdern, reflektieren noch einmal die Bedeutung des Apfels und des Credos - und die der Gabe. Da sieht man, ganz ähnlich wie bei dem Bedeutungswandel von Altairs Worten am Ende der letzten Bandes, das vieles auf die Auffassung ankommt. Auch so tragende Dinge wie dieser 'dein-Blut-gehört-nicht-dir'-Spruch. Ich denke, mit diesen Großmeistern kann sich Gerolamo besser anfreunden^^

Oh, Shaun... xD

Ja, der Doppelmord da dürfte mehr Bedeutung haben, als nur einen gehörnten Ehemann. Aber wenn der Herr commissario nicht hören will...
Ezio hat jedenfalls - so ungern er in dieser Rolle der Mittelpunkt der Aufmerksamkeit ist - seinen ersten Auftrag. Wenn Claudia samt Klein-Toni Modell sitzt, ist ja wieder das ganze Triumvirat involviert. Und das werdende Bild ist ja, wie ich vermute, schonmal - in einer Neuzeitsequenz - erwähnt worden, hm?

Prima, den Stunt mit dem brennenden Mann machen unsere Assassinen also nicht in ihrem Ornat, dank dir Leo, für die Forschung! xD
Während also, ob der commissario nun will oder nicht, die Assassinen mit ermitteln, muss gleichzeitig noch jemand im Orden zurechtgestutzt werden.
Auch d'Alviano hast du jetzt schon, trotz der bisher dürftigen Auftritte, ein ganz anderes Gesicht gegeben, als er es im Original hatte. Aber es passt. Nicht nur, weil er in beiden Fällen poltrig ist, sondern weil es logisch ist, wenn nicht alle begeistert sind von den neuen Verhältnissen. Außerdem muss ja wer Volpes Platz als Zweifler einnehmen...

Die Sache mit Verrocchio nochmal aufgegriffen und wieder in ein in sich sehr schönes, tiefschürfendes Gespräch verwandelt, auch wenn der Auslöser unangenehm war. So mag ich das!
Oh, oh, d'Alviano hat offenbar nen schlechten Tag gehabt - und es wird bei der Standpauke nicht besser, fürchte ich.
Musste der Cameo von Institoris eigentlich sein? Nein, sag nichts... natürlich musste der...
Mit Rocco als Leibwächter dürfte der Dame jedenfalls nicht so schnell was passieren.

Lucia gefällt mir. Täusche ich mich oder ist sie eine der wenigen bisher, die vollkommen selbstverständlich auf die Beziehung Ezio-Leo reagiert?
Aber wie es scheint, ist das Theodoras Schule, schließlich ist Raya ähnlich gesetzt.

Gut, wir belassen es bei klugen Worten und der Vorführung der Handhabe, die Ezio und Leo gerne von d'Alviano und Männern sehen würden.
Nachdem das geklärt ist - oh je, das kam unerwartet. Melzi!
Ja, wir haben noch den Bruder, trotzdem ist es ein böser Verlust, nicht nur für die Bruderschaft, sondern als Mensch.
Aber wenn die Historie es eben vorgibt... was will man da machen...

Er hat auf jeden Fall eine Lücke hinterlassen, der Conte Paladino.
Aber da Leo gewisse Erfahrungen als "Gerichtsmediziner" hat... erfahren wir ja vielleicht noch irgendetwas, um uns ein wenig Gerechtigkeit zu verschaffen.
Und ein bisschen florentiner National- oder besser Regionalstolz darf auch sein!
Fragt sich unter den Bedingungen mit der Bestie in Menschengestalt, ob Melzi ein zufälliges Opfer war oder ob das Ganze, kranker Geist hin oder her, doch wieder einer lenkenden Hand unterliegt...

Und am Rande der großen Trauerfeier erfahren wir ein Pseudonym des Täters.
Und das nächste Mordopfer ist der milde Gabenspender - sag mal, hast du sie noch alle, "Lace"? Ne, wahrscheinlich nicht...

Die Gallier sind wieder da! "Hohlrabi" muss ich mir merken! Die Beleidigung ist natürlich gerade für einen Gemüsehändler unübertroffen!

Ok... die "Bestie" ist offenbar Linkshänder... Melzis Mörder vielleicht nicht? Ein Trittbrettfahrer? Oder nur der Abwehr geschuldet? Fragen über Fragen...
Laut Leos Darlegungen ist es "nur" der Lernprozess und der ist erschreckend genug.
Und in dem commissario (in den sich hier übrigens einmal eine Klammer ] verirrt hat) haben wir keinen neuen Freund, scheint mir...

Dafür hat Aria "Ottino" adoptiert, scheint mir xD Die Kleine ist so toll!
Auf dem Rückweg dann der Schreckmoment... ich meine, es wäre sehr plötzlich und sehr früh gewesen, wenn's wirklich der Mordgeselle gewesen wäre, aber trotzdem war das nicht ohne. Und viele andere Frauen außer Claudia wären wohl Opfer des Diebs geworden. Soherum kann der froh sein, noch am Leben zu sein^^

Ey, ich stelle mit Institoris' fassungsloses Gesicht gerade bildlich vor!
Borgia ist eben nicht doof - was für die Assassinen blöd ist, ist für uns Leser natürlich amüsant und aufschlussreich.
Davon ab, dass wir wissen, dass Borgia NICHT der Prophet ist... er plant natürlich Unschönes, aber es ist eben kein stumpfes Abarbeiten von Listen auf beiden Seiten, sondern ein kluges, Ränkespiel, das im Augenblick in Lauerstellung steht.

Die kleine Wäscherin erkennt im Gegensatz zu Ezio die Farbe... das dürfte sie Leo schonmal sympatisch machen - aller analytischen Herangehensweise zum Trotz.
Dass Ago und der commissario sich dagegen nicht sympatisch sind, riecht man zehn Meilen gegen den Wind. Mein Beileid, Leo, dass du dich mit den beiden Streithähnen herumschlagen musst.
Nun, du weißt dir ja Ablenkung in Form einer Jagd nach zwei Dieben auf frischer Tat zu verschaffen... ich wollte gerade sagen, Mailand braucht nu eine Diebesgilde, die das Ganze kontrolliert, aber nach Agos Worten wäre das keine so gute Idee. Glauben wir dem alten Haudegen mal. Aber wer weiß, von welch anderem Nutzen uns die Diebe noch sein werden, wenn demnächst ein paar mehr am Kragen gepackt werden...

Auf die Auflösung muss ich nun zum ersten Mal warten, denn hiermit bin ich auf dem aktuellen Stand angekommen. Nun denn, man harre, dem, was kommt.
Hast du einen festen Rhythmus, also ein Kapitel pro Monat oder sowas? Oder lädst du nach Lust und Laune hoch?

Antwort von Severin Sesachar am 17.01.2021 | 19:55 Uhr
Die Morde sind – das erstaunt wenig – das Hauptthema dieses Bandes. Das bedeutet mal wieder mehr Krimi als Action. Mal sehen, ob man mir das noch übel nehmen wird. ^.^

Und ja, das Bild, für das Ezio hier beauftragt wurde, ist bereits erwähnt worden. Es handelt sich um die umstrittene „Madonna Litta“. Im Übrigen ist auch der Mörder keine komplett neue Figur, die nicht zuvor irgendwo an irgendeiner Stelle mal kurz durchs Bild gelaufen wäre. Noch so ein verfluchter Faible von mir. *bekennt sich schuldig*

D’Alviano ist eigentlich gar nicht so anders als im Spiel. Als Ezio zum ersten Mal auf ihn trifft, ihn aus dem Gefängnis am Arsenale befreit und heimlich ins sichere Quartier schmuggeln will, regt sich d’Alviano darüber auf, was für ein Weichei Ezio sei, ein paar rollende Köpfe wären doch unterhaltsam. Sein Gepolter etwas verstärkt habe ich natürlich – zumal d’Alviano allen Grund dazu hat, den Griesgram zu spielen, schließlich hat er keinen Gleichgesinnten mehr als Großmeister, sondern weniger kampflustige neue Chefs. Das kann einem Söldner doch nur gegen den Strich gehen. XD

Die Sache mit Verrocchio schwelte lange Zeit sehr unterschwellig im Raum, bzw. wurde von Ezio nur mal näher in Band 2 bedacht, aber nie explizit ausgesprochen. Derlei Themen in Rückblicken zu behandeln, wie ich es in Band 1 gelöst habe, war aufgrund der Thematik auch nicht möglich, also musste ich mir eine Möglichkeit suchen, dieses pikante Detail klar auszuformulieren, auch hinsichtlich der Regeln dieser Plattform. Ich denke/hoffe, es ist deutlich genug, was vorgefallen ist.

Institoris ist noch nicht aus der Welt, und ja, ab und an muss ich an ihn erinnern, so wie auch an Borgia. Die beiden nebeneinander zu stellen und wirken zu lassen, gibt auch etwas Stoff, zumal grade da gezeigt werden kann, wer aus Wahn agiert und wer mit Köpfchen (wenn auch mit dezent falschen Vorstellungen im Detail, aber nun gut … ^.^)

Melzi trauere ich sehr hinterher . Ich habe kein Problem damit, Figuren um die Ecke zu bringen, egal ob gut oder böse, aber bei ihm knabbere ich ein bisschen. Klar, er war so gesehen nur ein Nebenchar, aber seine Persönlichkeit hat mir gefallen. Quasi ein klassischer englischer Gentleman von seinem gehabe. Fand ich in diesem Gewühl aus Kriegern, Künstlern, Dirnen und Dieben ziemlich erfrischend.

„Lace“ hat sie nicht alle, nein. Und so, wie es bei Vertretern seiner Art passiert, wird er noch zunehmend irrer werden.

*stöbert nach der eckigen Klammer und eliminiert sie* Ich lade die Kapitel über eine Worddatei hoch. ff.de übernimmt zwar die Formatierungen, hut aber gerne mal 3-5 Kursiv-Befehle in ein(!) Wort. Die lösche ich dann händisch. Und hier habe ich eindeutig einen „Rest“ des Tags vergessen. Vielen Dank!

Ago und Stallone sind wie Hund‘ und Katz‘. Ich fürchte, das wird sich auch nicht ändern, da beide elende Sturschädel sind. *lacht*

Und ja, nun hast du eine Zwangspause. Was in Ordnung ist, schließlich hast du noch ein paar Klausuren zu bestreiten. *starrt dich bedeutungsvoll an*
Ich schreibe wie gesagt nicht so viel/regelmäßig im Winter. Irgendwie brauche ich mehr Licht und Wärme, um zu funktionieren, Nachteule hin oder her. XD Einen festen Upload-Rhythmus besitze ich nicht. Momentan ist es etwa ein Kapitel pro Monat, im Sommer können es schon mal 1-2 pro Woche sein, wenn ich im Flow bin. Für feste Termine bin ich eindeutig zu chaotisch. *lacht* Die Arbeit an Kapitel 15 läuft jedenfalls, und das wird auch noch vor Ende des Monats fertig. ^.^
09.01.2021 | 09:48 Uhr
Guten Morgen Sesa ^^

Bevor ich in dieses erste Review im Jahr 2021 starte: Ich hoffe, du hattest schöne Weihnachten und bist gut und gesund im neuen Jahr angekommen. Es KANN nur besser werden als das letzte ;)

Nun zum Kapitel… Borgia und Institoris im selben Raum, zwei der verachtenswertesten Personen deiner ganzen Geschichte. Wobei gerade Borgia mit seiner «besonnen» Art mich hier doch sehr überrascht. Da mache ich mir fast mehr sorgen, als wenn er Blind vor Wut wäre, denn so überlegt er sich seine nächsten Schritte um einiges genauer. Aber für den Moment scheint es ja so, als hätten Ezio und Leonardo vorerst eine Verschnaufpause.
Borgia ist auf jeden Fall um einiges gefährlicher als Institoris, denn der hat aus den vergangenen Jahren offenbar nicht wirklich viel gelernt. Er müsste ja aus eigener Erfahrung wissen, dass es nicht einfach wird, gegen die Assassinen zu bestehen.

Borgia hält sich also für den Propheten? Sehr interessant… Ich glaube ja eher an die Aria-Theorie, aber das wird sich dann wohl im Verlauf der Geschichte noch zeigen.

Ich muss dir wohl an der Stelle nicht sagen, wie amüsant ich die Zankerei zwischen Popoleschi und Stallone finde, oder? :D Klar, theoretisch hat in dieser Sache Stallone mehr Befehlsgewalt, aber jeder Depp merkt an dieser Stelle, wer von beiden mehr Erfahrung besitzt. Dass die Sache mit den zwei Münzen einfach unter den Teppich gekehrt/nicht beachtet wurde zeigt einfach, dass viele dort wirklich sehr stümperhaft arbeiten…

Ehrlich gesagt teile ich Popoleschis Bedenken bezüglich einer eigenen Diebesgilde, weiss allerdings auch, dass Leonardo sich davon nicht wird abhalten lassen, wenn er es sich ernsthaft in den Kopf setzt.

Das Kapitel war wie immer unglaublich spannend und ich freue mich schon jetzt auf die Fortsetzung ^^

Ganz liebe Grüsse und bis bald
-Schattenwolf-

Antwort von Severin Sesachar am 10.01.2021 | 15:57 Uhr
Huhu Schattenwolf! ^^

Die guten Wünsche fürs neue Jahr gebe ich sehr gerne zurück! Hoffen wir das Beste. Eigentlich gefällt mir die Zahl so gut, dass es nur anständig werden kann. Wenn nicht, reiche ich eine Beschwerde ein! *rofl*

Darf ich anmerken, dass ich mich diebisch darüber freue, dass der „besonnene Bösewicht“ als gefährlicher wahrgenommen wird als der wütende Rüpel? Und ja, Borgia hält sich für den Prophet. Das ist genau so aus dem Spiel übernommen. Darum will er den zweiten Edenapfel ja unbedingt haben – um die Gruft zu öffnen. Da er nicht die komplette Prophezeiung kennt, kann er sich da in seine Idee hineinsteigern. Den „am Tag des Vaters, im Namen der Mutter“-Teil kennt er nämlich nicht.

Popoleschi darf rumbrummen. Das tut er ja gerne. Früher hat er Ezio damit geärgert, heute bekommt Stallone die volle Breitseite ab. Er könnte einem fast leid tun, der Stallone. Aber nur fast … ^.^

Mit den Dieben will ich diesmal tatsächlich einen anderen Weg gehen – weiter weg vom Spielklischee, das die Gardisten als Bösewichte und die Diebe (zumeist) als nette Zeitgenossen zeichnet. Das passt so nicht. Mag für das Spiel an sich unterhaltsam und sinnvoll sein, aber wirklich logisch ist es nicht. Und da Ezio und Leo ohnehin damit begonnen haben, mit alten Traditionen zu brechen, könnte es noch interessant werden. ;)

Ich danke dir herzlich für dein Review und wünsche dir einen wunderschönen (und sonnigen, yay!) Sonntag!

Liebe Grüße,
Sesa
07.01.2021 | 14:41 Uhr
Allerliebste Sesa <3
Ich weiß, es ist schon wieder viel zu lange her, aber irgendwie hab ich es immer vergessen, eine Rückmeldung zu schreiben. Das Kapitel habe ich traurigerweise schon mehrmals gelesen.
Ah, Leo und das ihm verhasste frühe Aufstehen, das erinnert mich an jemanden Aber ich finde es immer wieder lustig, wie spitzzüngig er gegenüber allem und jedem ist, wenn ihm etwas nicht passt.
Melzi, den werde ich definitiv vermissen. Ich habe noch kurz das Ende vom letzten Kapitel überflogen und da ist mir etwas aufgefallen – Melzis Ermordung war wahrscheinlich gar kein geplantes Attentat der Templer, er ist einfach dem Serienmörder zum Opfer gefallen, so wie sein Leichnam präsentiert wurde? Zumindest ist das meine felsenfeste Überzeugung.
Aber Popopleschi hat wieder seinen Auftritt! Da bin ich gleich um Welten glücklicher. Ich mag ihn immer noch total – allein die Tatsache, dass er aus reiner Sorge um Claudia und die Kinder (wahrscheinlich eher wegen der Kinder, Claudia kann sich ja sehr gut verteidigen) in die Bottega gekommen ist, spricht für sich.
Also wurde Melzi auf dem Nachhauseweg von einem Bordellbesuch getötet, das spricht noch mehr für meine These. Aber es ist schön zu sehen, dass immerhin dieser Mord von den Stadtwachen untersucht und jeder gefilzt wird. Auch wenn ich vermute, dass der Mörder nicht zu den üblichen Verdächtigen gehört. Ein wohlhabender Bürger wäre da mal ein Novum als Mörder. Wenn wir schon die Mönchsmorde hatten, kann auch ein adliger oder reicher Mörder durchaus vorkommen.
Wurde Melzis Homosexualität schon einmal angesprochen? Ich muss sagen, ich habe nicht gedacht, dass es damals einen so großen Unterschied zwischen den einzelnen italienischen Städten gab. Da es in Florenz ja scheinbar nicht allzu schlimm war, bin ich irgendwie immer davon ausgegangen, in Mailand würde es sich nicht viel anders verhalten.
Ah, und Gerolamo ist ebenfalls eingetroffen. Mir tut Melzis Diener wirklich leid, er hat seinen Herrn ja wirklich gemocht und auch Gerolamo hat sich mit seinem Bruder gut verstanden, vor allem in Hinblick auf die schwierige Beziehung mit dem Vater.
Leonardo schaut sich Melzis Körper an, da vertraue ich auf etliche Erkenntnisse, die Bellini und seine Männer noch nicht herausgefunden haben. Ich bin mir nicht sicher über die Jahreszahl, aber Leonardo sollte zu diesem Zeitpunkt bereits etliche Erfahrungen mit Leichen gemacht haben, oder? Ich weiß, im Spiel musste man ihm damals die Leichen der getöteten Gardisten bringen, damit er sie untersuchen konnte, hat das zeitlich ungefähr zum historischen da Vinci gepasst? Und ich merke, ich stelle schon wieder viel zu viele Fragen^^
Ca‘ Granda, das scheint ein für die Zeit sehr fortschrittliches Spital zu sein. Allein die intelligente Aufteilung der Räume, die man von den Arabern abgeschaut hat. Und scheinbar haben die Sforza nicht nur unglückliche Dinge vollbracht, auch wenn es mich ehrlich gesagt wenig wundert, dass unter dem jetzigen Herrscher von Mailand nicht ganz so viel Geld investiert wird wie vorher. Das passt ihm wahrscheinlich nicht so gut, er benötigt das Geld für seinen eigenen Glanz und seine Statuen.
Bellini hat Claudia also an den Verhören teilhaben lassen, damit sie zumindest einen kleinen Einblick bekommt, das ist sehr klug. Immerhin kann sie den anderen beiden Assassinen ihre Eindrücke schildern, denn ihr werden beide eher vertrauen als Bellini. Zum einen hat Claudia Erfahrung und zum anderen ist sie weiblich und hat damit eine andere Auffassungsgabe als Bellini, die sich zu der des Hauptmanns (?, ist das sein Titel) wunderbar ergänzen wird.
Übrigens finde ich die kurzen Erklärungen, wie genau damals mit höhergestellten Toten verfahren wird, sehr interessant. Und dieses Einsalben und Entfernen der Eingeweide, um der Verwesung etwas vorzubeugen, ist ebenfalls sehr fortschrittlich. Momentan lese ich eine Abhandlung über die Zaren, die wurden teilweise miserabel einbalsamiert im 19. Jahrhundert und waren nach den zwei Wochen Aufbahrung im Gesicht vollkommen schwarz – den Gestank will ich mir gar nicht ausmalen, erst recht, weil ich diesen Verwesungsgeruch kenne.
Da ich das Review während des Lesens schreibe, um nicht wie die letzten Male die Hälfte zu vergessen, kann ich mit Begeisterung sagen, dass mit Leonardo nicht enttäuscht hat. Die Schnittverletzung als Hinweis für die Waffe zu nutzen, damit habe ich gerechnet, aber nicht mit dem Erkennen von Abwehrverletzungen. Es ist nur ein schwacher Trost, aber Melzi hat sich immerhin gewehrt. Und damit hat sich meine Vermutung bestätigt, wer Melzi umgebracht hat, denn die Beschreibung trifft definitiv auf den „kranken Geist“ zu, der in diesem Band sein Unwesen treibt.
Gut, das wurde jetzt doch etwas länger als gedacht. Ich denke, das sollte eine ausreichende Entschädigung für mein längeres Schweigen hier sein :D
Allerliebste Grüße, Tani <3

Antwort von Severin Sesachar am 07.01.2021 | 22:51 Uhr
Allerliebste Tani <3
Das ist wie Livekino bei dir. Man liest und weiß genau, wo du gerade bist, worüber du grinst und worüber du schnaubst. Ich mag das voll! :D
Da ich so viele Menschen kenne, die frühes Aufstehen hassen (sie haben so recht!), rätsle ich, wen du meinst. 90% des Servers zufällig? *lacht*
Und ja, du hast vollkommen recht. Melzi ist keiner Templerintrige zum Opfer gefallen (und ich bin mir bis jetzt nicht schlüssig, ob das das Ganze sogar tragischer macht). Über den sozialen Status des Mörders muss ich aus spoilertechnischen Gründen leider schweigen. :D
Melzi Homosexualität wurde nie explizit angesprochen, nein. Nur die Verwunderung, dass er allein/ohne Frau lebt, wurde mehrmals zum Ausdruck gebracht, so wie auch seine ausgesprochen enge Beziehung zu Caruso + Melzis tiefe Trauer um den Verlust seines Freundes. Ob Homosexualität ein Problem war oder nicht, war nicht nur orts- sondern auch standesabhängig. Popoleschi hat es sehr gut erklärt. Was in Florenz keine Sau schert, da man dort eine Republik/einen Stadtstaat ohne Fürstenhof hat, erregt im Herzogtum Mailand mit seiner strengen Adelsetikette Aufsehen und Unmut. In seiner Stellung – quasi direkt unter dem Moro – konnte sich Melzi keine offen ausgelebte Sexualität erlauben. Der Moro hätte ihn ohne mit der Wimper zu zucken seines Amtes enthoben.
Leonardos wirklich intensiven anatomischen Studien begannen erst 1489. So manche Leiche hatte er sich zuvor schon angeschaut, aber damals noch aus rein künstlerischen Beweggründen: Wie sind die Muskeln aufgebaut und wie funktionieren sie, damit sie in einer Zeichnung oder einem Gemälde auch korrekt dargestellt werden können. Für die Organe und ihre Funktionen begann er sich erst später zu interessieren, und erst damit bewegte er sich tatsächlich auf bisher kaum beachtetem Terrain (und ein Zuviel an Fragen gibt es nicht XD). Und japp, capitano ist hier die italienische Bezeichnung für Hauptmann.
Die Abhandlung über die Zaren klingt interessant – zumal sie es bei Lenin ja geschafft haben, ihn perfekt zu konservieren. Bei ihm hatten sie wohl endlich genug Übung? Gibt es da eine ausführliche Dokumentation drüber? Und wie kommst du zu dem Thema? *guckt neugierig* Präparation ist schon unheimlich spannend. ^.^

Vielen lieben Dank für so viel Kino und Mitratefieber! *flausch*

Allerliebste Grüße,
Sesa <3
18.12.2020 | 08:40 Uhr
Allerliebste Sesa <3
ein weiteres, wirklich interessantes Kapitel von dir.
Ich gebe zu - wir haben uns ja bereits darüber "unterhalten" - wie sehr ich diese kleinen, alltäglichen Alltagsbeobachtungen liebe, die zwar nichts mit der Geschichte zu tun haben, aber dem Hintergrund dieses gewisse Etwas an Realität geben, das ist in vielen Geschichten so vermisse. Und ja, ich liebe so kleine Anekdoten, wie hier die fluchende Dirne.
Kommen wir zum eigentlichen Hauptteil des Kapitels, das Ansichnehmen des Briefs von Borgia. Die Beschreibung des Boten hat mich wirklich amüsiert, denn ich finde die Boten in den Spielen ebenfalls immer sehr auffällig. Und mit deiner Anmerkung, er würde sich betont unauffällig geben und damit nur noch mehr aus der Masse herausstechen, wird man ja sogar im Alltag konfrontiert, deshalb fand ich das wirklich sehr amüsant.
Auch den Austausch des Briefs zwischen dem vermeintlichen Bettler und dem Boten, samt der Entwendung durch Ezio, war wirklich amüsant. Zugegeben lag das eher an der lautstarken Auseinandersetzung von Leo und dem nervigen Söldnermenschen (ich glaube, meine Abneigung gegen diesen Trampel habe ich im letzten Review bereits ausführlichst beschrieben), die in meinen Augen eindeutig Leo gewonnen hat. Und ich hoffe, D'Alviano wird in den nächsten Kapiteln ebenfalls eine Randrolle einnehmen. Ja, ich mag ihn wirklich nicht.
Die Templer suchen den Apfel jetzt also dort, wo er sich eine längere Zeit befunden hat. Torcello war doch der Ort, an dem Massimo den Apfel in der Kircheninnenmauer versteckt hat und der dann von Ezio und Leo wieder geholt wurde, oder? Ansonsten tut es mir leid, dass ich da was verwechselt habe - mit italienischen Namen tue ich mich wirklich schwer, wie man gleich auch merkt :D
Also ist Bartolomeo tot ... Ich würde dir ja böse sein, aber wenn das mit der historischen Person ebenfalls passiert ist, kannst du ja nichts dafür. Schade, ich mochte ihn wirklich, aber jetzt macht das Auftauchen seines Bruders wirklich Sinn für die Geschichte. Das war der, dessen Vater ihn nicht so wirklich in der Bruderschaft gesehen hat, weil er so anders war als sein älterer Bruder, oder? Ich meine, mich dumpf an diese oder eine ähnliche Schilderung erinnern zu können.
Aber das Wichtigstes zum Schluss: Es kommt zwar vier Monate später, aber trotzdem herzlichen Glückwunsch zu deinem Jubiläum hier! <3
Respekt an dich, du hast innerhalb von vier Jahren mehr Worte zustandegebracht als ich in sechs :D
Und diese Villa sieht für mich aus wie die Villa Auditore in Monteriggioni, wenn ich ehrlich bin - ich vermute mal, der identische Baustil ist dafür verantwortlich :D Auf jeden Fall ein sehr großes Haus, das deinen Andeutungen nach ja noch sehr oft vorkommen wird und in dem wichtige Ereignisse stattfinden werden.
Damit einen wunderschönen Freitag!
Allerliebste Grüße, Angel <3

Antwort von Severin Sesachar am 18.12.2020 | 12:41 Uhr
Allerliebste Tani <3
Ja, so nebensächliche Bemerkungen wie die mit der Dirne gehören dazu – sie nehmen jetzt auch nicht so viel Platz weg. Ein Satz oder ein paar sind immer in Ordnung und sie beleben das Ganze auch, ganz wie du sagst. Ich versuche nur, nie so ausschweifend zu werden wie Tolkien und Konsorten, denn dann lenkt es zu sehr vom eigentlichen Geschehen ab. :D
Und LOL, ja, d’Alviano kann man nur bashen. Es tut mir ja leid, aber … man kann nicht jeden der „Guten“ mögen. Irgendein Reibepunkt ist immer da, und er ist fraglos der, der sich am ehesten angeboten hat. Und keine Sorge, eine Hauptrolle wird der niemals bekommen. Er ist halt (leider) einfach da. XD
Und du hast vollkommen recht mit Torcello – das ist die einstige Metropole neben Venedig, die inzwischen untergegangen ist, aber das Versteck des Apfels war, bevor Ezio, Leo und Mario ihn da weggeholt haben. Mit den ganzen italienischen Namen hatte ich zu Anfang auch ein paar Schwierigkeiten (bis ich Monteriggioni korrekt geschrieben habe, wah!), aber da ich mich dauernd damit beschäftige, sitzen die meisten inzwischen. Dass es den Lesern beileibe nicht genauso gehen kann, ist mir vollauf bewusst. :D
Bartolomeos Tod fiel mir so unsäglich schwer … ich liebe seine Figur. Für mich war er immer der englische Gentleman der Bruderschaft, sehr ruhig und kontrolliert, sehr gepflegt und gebildet. Ich mag auch seinen Bruder. Ich mag die ganze Familie Melzi, aber … aber … *seufzt* Barto war der bisher größte Verlust in „Commilitones“ für mich. Und ja, Gerolamo ist der jüngere Bruder, der der Bruderschaft kritisch gegenüberstand und der deshalb das Zerwürfnis mit seinem (traditionsbewussten) Großvater hatte.
Die Villa Melzi ist der Villa Auditore vom Baustil her tatsächlich nicht unähnlich – wobei letztere sogar wirklich existiert. Sie befindet sich allerdings bei Florenz und nicht in Monteriggioni. Villa di Maiano heißt sie, und das ist sie: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/a2/Villa_di_maiano_01.JPG
So ziemlich jedes Gebäude im Spiel existiert wirklich, was ich einfach nur klasse finde. Auch der Palazzo Auditore in Florenz lässt sich finden, in der selben Stadt aber auf der anderen Seite des Flusses, ganz nah an der Ponte Vecchio … und mit einem tollen Schuhgeschäft gegenüber, das ich nur empfehlen kann, wenn man etwas Außergewöhnliches sucht. *schmunzelt*
Abschließend noch vielen lieben Dank für die nachträglichen Glückwünsche! :D
Auch dir einen wunderschönen Freitag und ein tolles Wochenende!
Allerliebste Grüße, Sesa <3
12.12.2020 | 07:52 Uhr
Guten Morgen Sesa ^^

Hach ja, der erste Schultag *schwelgt in Erinnerungen*. Ich bin mir sicher, dass es Aria dort gefallen wird. Allerdings dürfte sie die Lehrer durchaus auf Trab halten und mit Fragen löchern :D Was ja auch gut so ist, schliesslich ist sie ja auch dort um etwas zu lernen. Das kleine Gespräch mit Gustavo und den Spinnweben in den Ecken war einfach nur süss. Kinder eben, aber sie trifft den Nagel genau auf den Kopf.

Man merkt auch, dass es für Claudia durchaus nicht einfach ist, ihre Tochter nun nicht mehr den ganzen Tag um sich zu haben. Aber ist nun mal der Lauf der Dinge :) Und sie freut sich auch mit ihrer Tochter, denn eine bessere Schulbildung hätte sie sich für Aria kaum wünschen können.

Gerolamos Wunsch, das Monster tot zu wissen, ist sehr gut verständlich. Fragt sich nur, wie lange er auf diesen Moment noch zu warten braucht. Vielleicht war Claudia näher dran, als ihr selbst bewusst war. Denn ich bin nach wie vor nicht davon überzeugt, dass es sich bei dem «Bettler» wirklich um einen solchen gehandelt hat. Wie ironisch wäre es denn bitteschön, wenn Claudia dem Mörder direkt in die Arme läuft, ihn dann aber (natürlich unabsichtlich) ziehen lässt? Wenn es wirklich die Bestie von Comacina war und sie weiter mordet, wird Claudia sich das wohl nie verzeihen, sollte sie davon erfahren.

Bin schon sehr auf die weiteren Kapitel gespannt ^^

Ganz liebe Grüsse und bis bald
-Schattenwolf-

Antwort von Severin Sesachar am 12.12.2020 | 14:26 Uhr
Huhu Schattenwolf! ^.^

Ich gestehe, dass ich mich an meinen ersten Schultag gar nicht mehr erinnere. Irgendwie ist 95% der Grundschulzeit aus meinem Gedächtnis gelöscht. Ich kann dir nicht einmal mehr sagen, ob ich aufgeregt war, in die Schule zu kommen, aber der Wissensstand war dem Arias ähnlich - das Alphabet, einfache Wörter, Zählen, etc. konnte ich schon. Da ist mir zu Hause schon einiges beigebracht worden, und diese Erfahrung habe ich einfach frech übernommen, da sie am leichtesten zu erzählen war.

Claudia ist eine sehr umsorgende Mama, nur ist ihr das selbst gar nicht immer so bewusst. In Momenten wie diesen sickert die Erkenntnis durch. Bei Leonardo ist es ganz ähnlich. Er gibt sich immer sehr rational und untermauert seine Entscheidungen mit logischen Argumenten, aber da steckt auch immer eine Menge "Nestschutz" drin. Und mit Ezio muss ich gar nicht erst anfangen. *lacht*

Beppo, das darf ich dir guten Gewissens verraten, ist nicht die Bestie von Comacina. Über deren Identität sind schon Hinweise gefallen. Ein 'echter' Mörder würde sich nicht überrumpeln lassen und dann da sitzen wie ein begossener Pudel, den man beinahe trösten will. Charaterlich wäre ihm das auch gar nicht möglich. Die Reaktion wäre viel forscher, vor allem viel distanzierter ausgefallen - und keinesfalls hätte er Claudia seinen Namen nachgerufen. Beppo ist ein waschechter Dieb (und irgendwie bin ich es leid, dass Diebe immer und überall Verbündete der Bruderschaft sein müssen - die dürfen ruhig auch mal lästig sein :D).

Herzlichen Dank für dein Review! Ich wünsche dir ein wunderschönes Wochenende und einen schönen 3. Advent. ^.^

Viele liebe Grüße und bleib gesund,
Sesa
08.12.2020 | 19:44 Uhr
Allerliebste Sesa <3
Ich habe es endlich mal wieder geschafft, ein Kapitel zu lesen und genug Zeit zu haben, um dir eine entsprechender Rückmeldung zu hinterlassen.
Dass D'Alviano erstmal zur Minner gemacht wurde, hat mir sehr gut in den Kram gepasst. Wie ich bereits erwähnt habe, ist sein Charakter jetzt nicht das, was ich als sympathisch bezeichnen würde. Er ist zu laut, zu großmäulig und zu ungehobelt. Perfekt für einen Söldneranführer vielleicht, aber sein Assassinen-Dasein habe ich noch nie so ganz begriffen. Und dank dir vergleiche ich ihn jedes Mal mit Popoleschi, was sein Ansehen bei mir nicht wirklich besser macht :D
Aber man sieht einmal mehr, wie reif und erwachsen Ezio geworden ist. Der junge Auditore hätte ihm direkt einen Kinnhaken verpasst, wenn er mehr oder weniger als ungeeigneter Anführer der Bruderschaft bezeichnet worden wäre. Doch ich finde, diese kühle, sachliche Reaktion von wegen "Du kannst mich hassen, aber bezieh das nicht auf unsere Organisation" ist definitiv die beste Reaktion, die man hier als Anführer haben kann.
Ich glaube, in den Spielen wurden Berichte über seine Söldner und dadurch entstandene Unannehlichkeiten in Venedig nicht erwähnt, oder? Auf jeden Fall bin ich mir nicht sicher, weil das zu perfekt in D'Alvianos Führungsstil passen würde. Eine Prügelei und zwei zerstörte Stände wegen einer Beleidigung gegen seine Mutter, Gerüstbeschädigungen wegen eines Remplers oder so.
Aber immerhin scheinen die Verbindungen der Bruderschaft trotz des Verrats von damals zu funktionieren, das ist schön. Ich nehme an, das erwähnte Diebesquartier ist das aus dem Spiel, direkt am Wasser?
Kommen wir zu Margherita - kam sie schon einmal vor? Ich bin wirklich nicht mehr sicher, ob mir ihr Name etwas sagen sollte oder nicht, ganz zu schweigen von ihrem Mann. Ich nehme an, er wurde wirklich um diese Zeit (Nebelwochen?) im Wasser gefunden, denn das klingt nach einer historischen Figur, die du natürlich recherchiert hast, ganz besonders die Todesursache und den wahrscheinlichsten Grund für diese.
Und du erzählst etwas mehr über Theodora, wie schön! Ich muss sagen, im Spiel kam sie mir immer etwas zu kurz, abgesehen von ein paar Andeutungen und diesem kurzen Infotext, dass sie ihre Berufung und den göttlichen Dienst nicht im Kloster, sondern in den Liebesfreuden sieht oder so ähnlich. Aber diese Argumentation mit dem zu irdischen Leben im Kloster kann ich nachvollziehen, dort lebt man ja so bodengebunden wie gefühlt nirgendwo anders.
Auch auf die Gefahr hin, wieder als einer der Leser zu gelten, die die für dich schlimmsten, banalen Gespräche so schön finden: Diese Badeszene im Freudenhaus fand ich sehr schön und beruhigend, ein netter Gegensatz zu dem doch aggressiven ersten Teil mit D'Alviano, auch wenn das definitiv sein musste.
Zugegeben war mir nicht bewusst, dass Freudenhäuer damals auch diese Art von Diensten anboten, obwohl es die Badehäuser gab. Allerdings bin ich jetzt erst recht skeptisch durch diese beiläufige Bemerkung, dort würde es schlimmer zugehen als in einem richtigen Bordell. Da kann ich verstehen, dass Claudia nicht allein dorthin geht, sondern immer begleitet wird. Auch wenn sie sich zur Wehr setzen könnte, doch eigentlich hat man in einem Badehaus besseres zu tun als das.
Nun ja, dann bis zum nächsten Kapitel!
Allerliebste Grüße, Angel <3

Antwort von Severin Sesachar am 08.12.2020 | 20:30 Uhr
Allerliebste Tani <3

Ja, für einen Söldnerführer ist d’Alviano perfekt, aber – da bin ich ganz bei dir – als Assassine will er so gar nicht überzeugen. Er ist ja wirklich fern von unauffällig, und ich habe nie verstanden, warum er nicht einfach nur eine Ally im Game war, sondern tatsächlich initiiertes Mitglied. Das komplette Credo scheint an ihm vorbeigegangen zu sein. Als Ezio ihn im Spiel aus diesem Käfig am Hafen holt und d’Alviano rumzupoltern beginnt, fand ich es besonders eindrücklich. Denn genau da hat er Ezio schon beschimpft, er sei ein Weichei, weil er das Ganze möglichst „unauffällig“ über die Bühne bringen wollte, statt so viele Wachen wie möglich zu zerdellen. Like … what?!
[Und nein, was sein Gebaren in Venedig für Folgen hatte, hat man meiner Erinnerung nach nie wirklich angesprochen. Er hatte einfach immer Ärger.]
Der Vergleich mit Popoleschi kam mir ehrlich gesagt bis jetzt nie, aber nun, da du das angesprochen hast … ja. Die beiden sind sehr unterschiedlich. Popoleschi kann laut sein, wenn es die Situation von ihm verlangt, aber sonst ist er doch eher zurückhaltend.
Dass dir Ezios Reaktion gefällt, freut mich. Grade da ich weiß, dass du im Spiel erst nicht so mit ihm warmgeworden bist. Dass er die (bisher einzige) Figur der Reihe ist, die sich tatsächlich entwickelt und einen Reifeprozess zeigt, hat mich an ihm kleben lassen wie eine Fliege am Honig. :D
Das erwähnte Diebesquartier ein „neues“. Das vor dem Brand in Band 4 war das aus dem Spiel mit dem alten Gutshof. Das jetzige liegt aber – natürlich – direkt am Wasser und wird von der Gebäudeaufteilung anders sein.
Diese Margherita kam bisher nie in der Geschichte vor, nein. Und ja, du hast recht, sie ist eine reale historische Figur und die Geschichte ihres Mannes wahr. Beim Durchstöbern von Quellen bin ich immer auf der Suche nach „echten“ Personen wie Leonardo, Melzi, Calco und d’Alviano, um sie entweder zu den Assassinen oder den Templern zu schubsen. So manche Lebensgeschichte schreit einfach nach der einen oder anderen Partei. :D
Und dawwww. Die Badeszene fand ich (als Entspannung) selbst schön. *gesteht* Aber ja, was Leonardo dort behauptet, ist wahr. Badehäuser waren Orte ziemlich … derber Sitten. Viele gingen nur hin, um jemanden zum Flachlegen zu finden (anders als Dirnen kosten die ja kein Geld). In einer seiner Randnotizen gesteht Leonardo selbst, gerne „nur zum Gucken“ in Badehäuser gegangen zu sein. Oder – um es mit seinen eigenen Worten zu sagen: „Willst du schöne Männer sehen, geh ins Badehaus.“
Immerhin gab es zu seiner Zeit noch welche! Nachdem die Syphilis in Europa ausgebrochen war, vermutete man die Ursache in Badehäusern und machte kurzerhand alle dicht. Dies war die Geburtsstunde von“ Waschen ist schädlich – Parfum drauf, bassd scho!“ *schaudert*

Herzlichen Dank für dein liebes Review und bis zum nächsten Mal! *ein paar Weihnachtskerzen anzünd*
Allerliebste Grüße, Sesa <3
20.11.2020 | 21:08 Uhr
Allerliebste Sesa,

es ist viel zu lange her, ich weiß. Trotzdem habe ich es nicht vergessen, weiterzulesen. Ich wollte nur nicht kurz lesen und dann nichts als Rückmeldung schreiben, weil ich mich in der Hinsicht bessern möchte (und dabei ignoriere ich etliche Kapitel, die ich heute bereits lesen musste).
Venedig. Ah, für mich in der AC-Reihe neben Rom die schönste Stadt. Zwar bin ich zu blöd, um vernünftig die Kanäle entlangzurennen, aber das ist es mir wert.
D'Alviano, das war der Bianca-Mensch, oder? Ja, der ist gewöhnungsbedürftig und absolut nicht mein Fall, weil er so großmäulig ist. Seine Frau find ich da weitaus sympathischer.
Da ich gerade von großmäulig rede: Die Szene mit den Söldnern war echt unterhaltsam und ich konnte mir das bildlich total vorstellen. Allein, weil D'Alviano mit Sicherheit nur großkotzige ... also seeehr selbstbewusste Söldner einstellen wird. Ist zumindest meine Meinung davon.
Teodora hingegen habe ich vom ersten Moment an gefeiert. Einfach, weil sie so bewusst provozierend ihre ehemalige Ordenstracht noch trägt und diese dabei für ihre aktuelle Stellung als Dirnenhaus-Betreiberin angepasst hat. Und ich mag den Humor, den sie an den Tag legt - allein ihre Begründung, warum sie sich so anzieht, hat mich begeistert.
Kommen wir nun zum interessanten Teil des Kapitels: Das Beinahe-Treffen von Leonardo mit seinem ehemaligen Meister. Ich muss zugeben, nicht wirklich etwas über Leonardos Leben gewusst zu haben, bevor ich mit deiner Reihe hier angefangen habe. Deshalb weiß ich auch nicht, ob das in diesem Kapitel belegte Tatsachen sind oder teilweise auch deine eigenen Interpretationen von historischen Berichten über sein Tun. Sieh das als Kompliment, denn ich kann die beiden Dinge nicht voneinander unterscheiden!
Zwar habe ich anfangs einen anderen Verdacht gehabt, was die Figur anging, aber letztendlich finde ich Verrocchio eine sehr gute Wahl. Bisher hast du ja hauptsächlich erwähnt, dass Leo bei ihm in der Lehre war und dann gegangen ist. Aber diese kurze Erläuterung, welche Rolle er in Leos intimerem Leben gespielt hat, fand ich wirklich aufschlussreich. Falls du es bereits in einem der früheren Bände erwähnt hast, tut mir mein Überlesen leid :D Hier fand ich diesen kurzen Schwenk in Leonardos Vergangenheit und seinen widersprüchlichen Gefühlen gegenüber Verrocchio (ich interpretiere die einfach mal so, weil er ihm auch viel zu verdanken hat) sehr einprägsam. Das erklärt auch die Reaktionen, die sowohl Leo als auch Ezio haben, wann immer das Gesprächsthema auf Verrocchio fiel.
So, nachdem das hier wieder etwas ausgeufert ist - deine 1.000 Zeichen Obergrenze ist grausam, das fällt mir natürlich erst jetzt ein, vllt mach ich das so im nächsten Kapitel - höre ich lieber auf.
Wie immer noch ein gelungenes Schaffen an den nächsten Kapiteln, vielleicht schaffe ich es auch einmal, aufzuholen und auf dem aktuellen Stand zu sein :D
Allerliebste Grüße, Angel <3

Antwort von Severin Sesachar am 21.11.2020 | 00:54 Uhr
Allerliebste Tani,
ich frage mich gerade, worin du dich bessern musst? Wenn ich daran denke, welche Masse an Texten du pro Tag/Woche lesen musst und dennoch die Geduld und Muse findest, so ausführliche Reviews zu schreiben, bin ich eher ein ganz klein wenig neidisch. Ein bisschen. Sehr. Also … :D
Im Game schimpfe ich in Venedig immer, da man so oft von den Dächern runterkrabbeln muss, da die Kanäle zu breit sind – aber schöner anzusehen als Forlì ist die Stadt allemal! Letzteres sieht für mich immer wie das Renaissance-Ghetto aus. Da will doch keiner hin! *lol*
Und genau, d’Alviano war der, der eine innige Liebesbeziehung zu seinem Schwert/Bianca unterhielt. Leider eine historisch verbürgte Person, sonst hätte ich ihn abgeschossen, weil er so furchtbar nervt. >.> Bei seiner Söldnerauswahl bin ich ganz bei dir. Gleich und gleich gesellt sich gern, sagt man doch.
Teodora mochte ich auch, wobei sie neben Paola den Kürzeren zieht. Die ist als Char einfach noch eine Ecke cooler. Was ich beiden Frauen zugute halte, ist ihre ruhige, selbstbewusste Art. Da führen sie Bordelle und haben dennoch etwas so Erhabenes an sich, dass man ihnen mit Respekt begegnen muss – was ja auch alle im Spiel tun, was ich als feinen Zug empfand.
Das Trennen von Fiktion und Fakten übernehme ich gerne, wenn man mich danach fragt. Wie weit da das Interesse der Leser reicht, weiß ich nicht, weshalb ich es nur in speziellen Fällen ins Nachwort setze. Also …
Fakt ist, dass Verrocchio auf Knaben stand. Fakt ist, dass ihm Leonardo nackt Modell stehen musste (auch wenn der David Klamotten bekommen hat, der später entstandene ‚Schlafende Jüngling‘ nicht). Fakt ist, dass sich Verrocchio an einigen seiner Lehrjungen/Gesellen „bedient“ hat. Fakt ist, dass Homosexualität in Künstlerwerkstätten allgegenwärtig war (was Leonardo Bellini in Band 6 erklärt hat).
Fiktion ist alles, was übrig bleibt – meine aus den Fakten resultierende Interpretation, dass Verrocchio die homosexuellen Praktiken an Leonardo herangetragen hat, ist jetzt nicht allzu weit hergeholt und bedient sowohl den Plot als auch die Charakterisierung Leonardos. Und wenn ich mir das Porträt von Verrocchio ansehe und die Subjektivität des Malers im Hinterkopf behalte, bleibt genug ‚Ugh, dem trau ich das sowas von zu!‘ übrig
Natürlich sind Leonardos Gefühle widersprüchlich, zumal sein rationaler Geist die Vorzüge erkennt, die er durch Verrocchio erlangt hat, immerhin hat er durch ihn viel gelernt. Dass Leonardo kein nachtragender Charakter ist, war ja schon oft ersichtlich, und so passte das auch wieder hier bei Verrocchio. Leonardo hat seinem Stiefvater die harte Hand nachgesehen, da er die Beweggründe verstand, und sogar seinem Vater hat er gewissermaßen verziehen. Groll, für den ihm die logischen Argumente ausgehen, hat keinen Bestand in Leonardos Bewusstsein. Insofern kann er einem heute böse sein und morgen schon wieder friedlich, je nach Situation. Ezio ist da deutlich heißblütiger, auch wenn er im Laufe der Jahre einiges gelernt hat und vernünftiger geworden ist. ^.^
An der 1.000-Wort-Grenze hast du übrigens noch nicht mal gekratzt. Also nicht jammern! Total im Safe-Grünen-Bereich! XDDDD

Allerliebste Grüße,
Sesa <3
13.11.2020 | 20:04 Uhr
Hey Sesa ^^

Ha! Was habe ich gesagt? Ich wusste, dass Bellini Stallones Verhalten nicht einfach so auf sich sitzen lässt. Es wäre auch schlecht, wenn er es tun würde, denn dann hätte dieser Idiot am Ende noch das Gefühl im Recht zu liegen und würde Bellini endgültig nicht mehr ernstnehmen. Klar, er steht unter enormem Druck, aber Bellini hat absolut recht: Mit seinem Verhalten macht er die Situation für alle Beteiligten nur noch schlimmer.

-> „Ihr müsst’s ja wissen“, knurrte Stallone. „Wer könnte geschickter meucheln als ’n Assassine!“
„So ist es“, erwiderte Leonardo, wobei er die Provokation des commissario gelassen ignorierte. <- Bei dieser kleinen Auseinandersetzung musste ich wirklich schmunzeln. In der Tat, würde ein Assassine so vorgehen, bekäme er von den Grossmeistern mächtig Ärger. Nicht nur weil die Gefahr bestünde entdeckt zu werden, sondern weil es auch keine saubere Art des Tötens ist – oder war. Wie Leonardo leide bemerkt hat, lernt unser Täter dazu :/
Bin auch stolz auf Bellini, dass er die Sache mit dem Linkshänder ziemlich schnell herausfindet, während Stallone im Zusammenfügen von Puzzle-Teilen offenbar eher Mühe hat.

Die Beschreibung der Spielelandschaft, welche Leonardo und Ezio für die Kinder geschaffen haben ist wirklich wundervoll. Und den drei Kindern fehlt es sicher nicht an Phantasie, ihre Stadt mit Leben zu erfüllen. Kann mir vorstellen, wie die drei Stunden dort verbringen um zu spielen. Für Claudia sicher auch mal eine willkommene Erholung ;)

Aria ist einfach goldig xD Sie hat noch kein einziges Wort mit Lancilotto gewechselt, gibt dem armen Kerl aber schon einen Spitznamen. Nun, er erträgt es offenbar mit Würde ^^ Und gleich darauf lädt sie ihn ja dann auch zum Spielen ein. Wenn das nicht der Anfang einer wunderbaren Freundschaft ist… Ich wünsche Gerolamo jedenfalls wirklich, dass er eine passende Frau kennenlernt. Nicht nur um Lancilottos, sondern auch um seinetwillen.

Ganz liebe Grüsse und bis zum nächsten Kapitel
-Schattenwolf-

Antwort von Severin Sesachar am 15.11.2020 | 18:04 Uhr
Huhu Schattenwolf! ^.^

Es wäre wirklich besorgniserregend gewesen, wäre Bellini Stallones Vorgehen egal. Einen kompletten Deppen als Verbündeten auszusuchen, wäre für Ezio und Co. auch nicht von Vorteil gewesen. Bellini erscheint manchmal etwas treudoof-plump, aber von seinem Job versteht er doch einiges und verfügt über ein aufmerksames Auge. Auch an Empathie mangelt es ihm nicht, und hier hat Stallone massive Probleme, da er zu ‚self-centred‘ denkt. Auch versteht er nicht, was Assassinen (= Berufskiller) von regulären Mördern unterscheidet. Das macht die Zusammenarbeit mit ihm schwierig. :D

Ich finde es immer schade, wenn Leute ankommen und behaupten, früher hätten Kinder ja kaum Spielzeug gehabt. Spielen war schon immer eine bedeutende Beschäftigung für Menschen. Und so ein Künstlerhaushalt (bzw. Handwerkerhaushalt) birgt unheimliche Vorteile, was das Beschaffen von Spielzeug angeht. Grade Ezio macht das Schnitzen/Basteln für die Kinder ja Spaß. Das hat er ja auch von Anfang an gemacht (ganz der stolze Onkel XD).

Mit Lancilotto und Aria prallen Charakterwelten aufeinander. Bei beiden merkt man, wo und wie sie aufwachsen. Etikette kennt Aria nicht, und die Rolle des zurückhaltenden Mädchens wird ihr zu Hause auch nicht vorgelebt. Claudia ist in alles involviert und bestimmt mit, und so denkt Aria natürlich, sie kann das genauso machen. Aber wie Gerolamo sagt: Das wird Lancilotto gut tun. Der arme Kerl hat ja schon einiges mitmachen müssen und wurde dementsprechend herumgereicht, das macht ein sensibles Gemüt still. Aria wird ihn schon wachzukitzeln wissen. Dass die beiden gut miteinander klarkommen werden, glaube ich jedenfalls auch. ^^

Viele liebe Grüße und einen schönen Sonntagabend,
Sesa
05.11.2020 | 11:39 Uhr
Allerliebste Sesa <3
Ah, mich überrascht es immer wieder, wie konzentriert ich deine Kapitel lese, obwohl streng genommen keine dramatischen Dinge passieren.
Die Szene am Anfang zwischen Ezio und Claudia war wirklich süß, in familiärer Hinsicht. Ich mag deine Charakterisierung von Claudia einfach, weil sie in gewisser Weise eine etwas vernünftigere, weibliche Version von Ezio ist. Erst recht vernünftiger, nachdem sie Kinder hat und entsprechend auch an ihren Nachwuchs denken muss. Aber ihre aufrichtige Freude und das sofortige Zusagen für Ezios ersten Auftrag war wirklich schön, auch wenn sie dadurch mit dem Entwöhnen etwas ins Hintertreffen gerät - wie man ja am Ende des Kapitels schön merkt.
Zugegeben, ich habe völlig verdrängt, wie viele Jahre vergangen sind, immerhin wird die älteste Tochter Aria eingeschult, sie sollte dann sechs Jahre alt sein, oder? Auf jeden Fall kann ich mir gut vorstellen, wie interessant ihre ersten Schulerfahrungen werden, ganz besonders mit ihrem Temperament, das sie von ihrer Mutter geerbt hat. Ich kann mich noch gut an Claudia am Anfang der AC-Reihe erinnern, sie war wirklich nicht ganz einfach :D
Aber endlich geht es um die Morde! Ich hab mich wirklich darüber gefreut, auch weil die Assassinen den Zusammenhang zwischen der Nonne und dem jungen Pärchen erkannt haben. Das ist ja nicht immer der Fall ... Und Popoleschi hatte auch einen kleinen Auftritt und es sieht danach aus, als ob er in den nächsten Kapitel wieder öfter auftauchen würde. Das freut mich wirklich. Nun, über den Mörder an sich gibt es ja noch nicht viel zu berichten, außer dass er, wie Popoleschi festgestellt hat, scheinbar nur aus der Lust zu Töten diese Morde begeht und kein anderes Motiv dahintersteckt. So eine Charakterisierung ist wichtig, einfach weil damit klar wird, dass es keine bestimmte Zielgruppe gibt. Vielleicht schlägt er einfach nur bei der erstbesten Gelegenheit zu, dann wären stark frequentierte Patrouillen sogar die beste Lösung? Aber ich denke schon wieder zuviel darüber nach merke ich^^
Der Ausbau der Assassinen-Gilde in Mailand nimmt richtige Formen an. Die Idee, das Gutshaus von Popoleschi als richtigen Stützpunkt für die neuen Mitglieder zu verwenden, ist wirklich gut in meinen Augen. Schon allein aus Gründen der Vertraulichkeit und des Ausräumens von Misstrauen, denn innerhalb von einem Haus kann man nur schwer die anderen betrügen. Ich weiß, ich bin schon wieder zu misstrauisch, aber das schiebe ich dir zu - in deinen Geschichten gab es schon zu viele unangenehme Überraschungen, da bin ich auf alles gefasst.
Eine Frage am Ende: Vielleicht wurde es in den letzten Kapiteln bereits erwähnt, aber ich habs schon wieder vergessen. Was ist ein lasagnari? Hat das was mit Lasagne zu tun oder ist das Zufall?
Allerliebste Grüße, Angel

Antwort von Severin Sesachar am 05.11.2020 | 17:28 Uhr
Allerliebste Tani <3
Vom konzentrierten lesen fühle ich mich geehrt, ganz ohne Witz. *wünscht sich ein errötendes Happy-Smilie für den Kommentarbereich‘ ^.^‘
Ich finde es zum einen süß, dass du Claudia als vernünftigere weibliche Version von Ezio bezeichnest, zum anderen ist es ja auch wahr. Die beiden verbindet – charakterlich wie äußerlich – doch eine Menge. Ob es in den Zusammenhang böse oder falsch klingt, dass Leonardo ausgerechnet bei Claudia schwach geworden ist, mag sich jeder selbst zurechtlegen, aber ich sag’s mal so: Etwas Geschätztes in einem anderen Menschen wiederzufinden, schafft Sympathien, und bei Claudia kam wirklich viel zusammen. Den Reifeprozess haben auch beide durchlaufen, nicht bloß Claudia. Ziemlich wild und starrsinnig waren sowohl sie als auch Ezio. Ich habe so gelacht, als ich Shauns Datenbankeintrag über sie gelesen habe – von wegen, sie habe schon als kleines Mädchen die Nachbarskinder verprügelt, aber Desmond müsse keine Angst vor ihr haben. Sie sei ja ‚seine Schwester‘. XD Ich finde es ehrlich gesagt auch schön, wie der Umgang mit Claudia bereits vom Spiel aus vorgegeben wird. Ja, Onkel Mario will sie ins Kloster stecken und verheiraten, ganz die traditionelle Schiene. Aber mit Ezio gab es immer Neckereien auf einem respektvollen und gleichgestellten Level. Wenn er auszog, um ihre Ehre zu verteidigen, dann nie, weil er der Meinung war, sie könnte das nicht selbst. bei den betreffenden Szenen wollte sie ja nicht, bzw. war zu sehr mit Trauern oder Schmollen beschäftigt. Dann durfte er raus, der Macho-Bruder. Verdammt, ich hätte gern einen älteren Bruder wie Ezio gehabt. Das wäre Spaß ohne Ende gewesen. *lacht*
Und ja, es ist wirklich schon viel Zeit in der Story vergangen, wobei ich fairerweise anmerken muss, dass ich zwischen Band 5 und 6 fast zwei Jahre übersprungen habe. Ende 1485 bis Ende 1487 habe ich fast nichts Erwähnenswertes in Leonardos Biografie gefunden, historisch war nichts Spannendes in und um Mailand los und auch die AC-Vorlage schweigt sich stoisch aus … So bleiben diese Jahre als „Zeitfenster“ für spätere OS oder Specials frei. Irgendwelche Minifälle, für die ich gewiss keine 100K in die Tastatur haue. :D
Ja, ein Mörder, der Spaß am Töten hat. Ein Phänomen, für das es damals keine Fachbegriffe gab, aber so ein bisschen Profilingarbeit anzudeuten, ist deshalb ja nicht tabu. Zumal dieser Renaissance-Serienkiller für mich ein idealer Aufhänger für etwas ist, das ich später im Band noch aufgreifen will/muss, damit ich mit Leos Biografie wieder up to date bin. Worauf ich anspiele, verraten die nächsten Kapitel bereits in Ansätzen.
Den lasagnari habe ich schon mal in Band 5 erwähnt, aber ich habe ihm keine Fußnote gewidmet, sondern nur kurz im Text angerissen, was er tut. Schande über mein Haupt. ._. Die heutige Lasagne geht tatsächlich auf sie zurück. XD Ursprünglich waren die lasagneri die Streetfood-Mogule der italienischen Renaissance. Pastagerichte wurden vorgekocht und aus dem noch heißen Kessel auf der Straße verkauft. Man musste einfach sein eigenes Geschirr zum Auffüllen mitbringen, denn Styroporboxen und Pappschüsseln gab es damals ja noch nicht. Das Prinzip ist allerdings dasselbe. ^.^
Herzlichen Dank für dein Feedback und die allerliebsten Grüße!
Sesa
02.11.2020 | 09:16 Uhr
Guten Morgen Sesa :)
Schon irgendwie traurig, dass Melzi erst sterben musste, damit wir auch seine anderen Geschwister kennenlernen. Wobei mir natürlich klar ist, dass sein Tod nicht vermeidbar war. Du hältst dich einfach sehr gerne an geschichtliche Fakten ;) Jedenfalls hat Gerolamo nun wirklich viele Bürden auf die Schultern geladen bekommen. Aber wenigstens hat er mit unserem Trio tatkräftige Unterstützung, soweit es in ihren Möglichkeiten liegt. Ezios Rede fand ich übrigens wunderschön <3 Man merkt einfach, dass er trotz seiner Profession einem wahnsinnigen Respekt vor Leben und Tod hat.

Oha, hätte nicht gedacht, dass wir dem Täter nochmal so nahe kommen. Kaum zu glauben, wie nahe Bellini dem Täter war. Der wird sich wohl in Selbstzweifel stürzen, sobald er davon erfährt. In Stallones Haut möchte ich jedenfalls nicht stecken, er hätte den Capitano sofort informieren müssen. Nun, das wird ja jetzt Leonardo für ihn erledigen ;) Apropos Leonardo: Auf dessen nächstes Zusammentreffen mit dem Moro bin ich ja auch schon gespannt...

Freue mich wie immer bereits sehr auf das nächste Kapitel :)

Liebe Grüsse (aus der Quarantäne)
-Schattenwolf-

Antwort von Severin Sesachar am 02.11.2020 | 18:30 Uhr
Huhu, du armes Wölfchen in Quarantäne!
Du hast mein Mitgefühl. Ich hab im Frühling auch sechs Wochen im Haus ausgeharrt. Da ist Abwechslung und Unterhaltung jederzeit willkommen. Ich hoffe, du hast genug, womit du dich auch mit Freuden beschäftigen kannst, damit dir nicht die Decke auf den Kopf fällt. Und natürlich hoffe ich, es ist nur vorsorgliche Quarantäne und kein Virus in Aktion. Den Dreck wünsche ich keinem. ._.

Dass Melzi so viele Geschwister hatte, wusste ich anfangs auch nicht, zumal Informationen zu der Familie vor 1500 (leider) ziemlich rar sind. Gerolamo war klar und sein Charakter ist auch schon lange geplant. Seine Rolle ist im historischen Kontext und in Hinblick auf Leonardos Biografie regelrecht hervorstechend. Von ihm werden wir also noch einiges hören. Aber der Rest kommt mir ehrlich gesagt auch gelegen und ich habe schon Ideen für ein paar der Geschwister. ^.^
Danke für die lieben Worte zu Ezios Rede. Ich habe ihn im Spiel nie als respektlos gegenüber dem Leben oder Tod empfunden, und Reden hat er da auch einige gehalten, die an Menschlichkeit statt Hass appelliert haben, bei der Savonerola-Mission sogar vor Hunderten von Florentinern. Ich möchte diesen Wesenszug von ihm gerne unterstreichen, grade da so viele lieber seinen Erfolg bei den Damen (wie auch Leo) als „herausstechendste“ Eigenschaft von ihm breittreten, so als könnte er nichts anderes als hübsch aussehen. Das ist mir einfach zu oberflächlich. ^.^

Ich möchte weder in Stallones noch in Bellinis Haut stecken. Leicht haben es beide nicht, und Fehltritte verzeihen Bürger bekanntermaßen selten ohne Strafen für die Verantwortlichen zu fordern. Falsche Entscheidungen konnten früher so schnell das Amt kosten wie heute. Stallone blüht auf jeden Fall eine Gardinenpredigt. XD
Und der Moro … ja, der macht sich auch nicht beliebt. Anders als Bellini ist ihm das nur irgendwie sehr egal. Er ist schließlich der Kalif anstelle des Kalifen! Erm, pardon, der Herzog anstelle des Herzogs … ;)

Danke dir für dein Feedback und hab – trotz der lästigen Quarantäne – eine schöne Woche!

Viele liebe Grüße,
Sesa
27.10.2020 | 13:56 Uhr
Allerliebste Sesa <3
Nachdem ich endlich wieder einmal daran gedacht habe, ein weiteres Kapitel zu lesen, schreibe ich direkt ein Review, um das nicht zu vergessen.
Und obwohl dieses Kapitel hier nicht einmal den Mörder erwähnt habe, auf den ich mich so freue (ja, ich stehe dazu), finde ich es einmal mehr fantastisch und gelungen.
Zunächst der neue Auftraggeber: Ich habe keine Ahnung, wie wichtig die Figur ist, deshalb werde ich zu ihr nicht viel sagen. Außer, dass die Idee wirklich toll ist, auch wenn sie nicht uneigennützig ist. Aber allein der Wunsch, in einem Krankensaal ein Bild aufzuhängen, das sowohl Trost spenden soll und auch die Schönheit der Natur zeigt, finde ich einfach toll. Keine Ahnung, ob das aus deiner Fantasie kommt oder ob es das Gemälde wirklich gibt, aber das ist eigentlich auch egal.
Bei der genauen Beschreibung des Bildes war ich komplett versunken in die vielen Details, die du aufgeführt hast. Allein die Erwähnung von Lapislazuli und der hohe Preis dafür, Respekt. Ich glaube, ich habe noch nie so eine detaillierte Beschreibung von einem Gemälde-Auftrag gelesen. Ein weiterer Punkt war der Rahmen, das hat dann wirklich alles gesprengt. Vor allem noch der genaue Preisunterschied zwischen Pappel- und Walnussholz (auch wenn ich wusste, dass Walnuss teurer ist :3). Ich glaube, das ist bis jetzt meine Lieblingsszene in diesem Band, egal wie unwichtig sie auch sein mag. Wobei, durch die Stellung als Ezios ersten eigenen Auftrag kann sie nicht so unwichtig sein, immerhin ist das ein wichtiger Schritt für ihn. Und für Leonardo ebenfalls, denn sein ehemaliger Schüler ist dann wirklich ein ausgebildeter Maler. Und hier breche ich jetzt ab, bevor ich noch weiterhin über deine Angaben über helle Farben und Lichteinstrahlung schwärme ... Ich bin einfach ein absoluter Fan von solchen Details, vor allem wenn es um Gemälde oder Musikstücke geht.
Kommen wir zur zweiten Szene in diesem Kapitel! Okay, Sforza dreht wirklich durch. Eine Reiterstatue als Andenken an seine Familie ist wirklich brutal, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass er eigentlich nur der Platzhalter für seinen Neffen (?) ist.
Interessant finde ich die Anwesenheit dieser Wahrsagerin - gab es die wirklich? Es kann gut sein, dass ich einfach paranoid bin, aber ich finde die echt verdächtig, vor allem, weil sie Ludovico komplett unter Kontrolle hat. Wie auch Leonardo nett anmerkt, mit dem logischen Hintergedanken, sich eher ihrer Gunst sicher sein zu müssen als der von Sforza selbst. Hab ich jetzt zumindest so zwischen den Zeilen gelesen. Auf jeden Fall ist diese Person mit dem unaussprechlichen Namen - ich nenne sie einfach Wahrsagerin - ein interessanter Charakter, so auf den ersten Eindruck.
Bramante ist echt nett, Leonardo einfach so darauf hinzuweisen, sich ausnahmsweise Mal auf den wohlklingenden Namen seines ehemaligen Meisters zu verlassen, um dieses Denkmal zu bekommen. Denn ich denke, das wäre wirklich für die Malerei/Scola/Was-auch-immer von Leonardo und Ezio ein enormer Bekanntheitsschub, auch wenn sie bereits illuster genug sind, um diesen einen Lehrling zu interessieren. Ich kann mir italienische Namen einfach schlecht merken, wie du siehst ...
Nun ja, das war es auf jeden Fall einmal mehr. Bis zum nächsten Kapi <3
LG, Angel

Antwort von Severin Sesachar am 27.10.2020 | 17:36 Uhr
Allerliebste Tani <3
Ich freu mich immer so, wenn ich sehe, dass ein Rev von dir ist. Sie sind immer so niedlich geschrieben, dass ich schmunzeln muss, ganz egal, ob du dich von etwas begeistert zeigst oder entrüstet oder misstrauisch schnaubst. Das ist so lebendig und macht unheimlich Spaß zu lesen. :D
Der Auftraggeber ist einfach … der Auftraggeber, denn natürlich habe ich einen gebraucht. *lacht* Damals war es keine Seltenheit, dass sich Leute durch Spenden an Kirchen und Spitäler hervorgetan haben, denn der Glaube daran, dass die guten Taten nach dem Tod gegen die eigenen Sünden aufgewogen werden, war sehr stark. Ganz anders als heute. De Santis ist also nicht wirklich uneigennützig. Es geht ihm um seine Pflegevorsorge und – natürlich – sein Seelenheil. Die Art und Weise, wie er sein Begehren formuliert, ist aber durchaus sympathisch. Er denkt schließlich vor allem an seine Töchter, die er entlasten und mit absichern möchte. Ihm ist also kein Vorwurf zu machen. ^.^
Das Gemälde gibt es übrigens wirklich, und bis heute wird sich gestritten, wer von Leonardos Schülern es gemalt hat, ob Leonardo stellenweise selbst mit Hand angelegt hat oder nicht … bekannt ist nur, dass es aus der Bottega da Vinci stammt und etwa um 1488-90 entstanden ist. Oft wird es Boltraffio zugeschrieben, aber wie Shaun hier ja auch argumentiert: der war zum Entstehungszeitpunkt des Bildes noch gar nicht bei Leonardo, bzw. gar nicht geschult genug – und hat auch einen komplett anderen Stil, wenn man die gesicherten Bilder von ihnen neben die „Madonna Litta“ legt. Das hier ist sie übrigens: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/6/6f/Leonardo_da_Vinci_attributed_-_Madonna_Litta.jpg/1200px-Leonardo_da_Vinci_attributed_-_Madonna_Litta.jpg
Der Stil ist so extrem an Leonardo und seinen diversen kleinen Eigenheiten der Darstellung angelehnt, dass es fast schon weh tut. Allerdings gibt es auch auffallend viele Abweichungen, sprich eigenen Stil, sodass man sich einig ist, dass dieses Gemälde höchstens unter Beteiligung Leonardos gefertigt wurde, aber nicht wirklich aus seiner Hand stammt.
Und das hier ist die Skizze Leonardos, die de Santis als Madonna wünscht und die auch von Kunsthistorikern als Studie zum fertigen Gemälde bezeichnet wird: https://i.etsystatic.com/7423915/r/il/52c5a6/1487046487/il_570xN.1487046487_jjzu.jpg
Das Schöne an ungesicherten Dingen ist, dass man sich als Autor einfach dreist daran bedienen und seine eigene Interpretation als fiktionale Wahrheit verkaufen kann. XD
Lapislazuli ist bis heute das teuerste Pigment in der Ölmalerei. In einem uralten (und herrlich chaotischen) Kunstbedarfsgeschäft in Florenz habe ich davor gestanden und bei dem Preis heftig geschluckt – das Zeug stand auch nicht einfach so im Laden rum, sondern war sicher hinter der Verkaufstheke verwahrt, wohin niemand einfach so greifen konnte.
Ich freue mich jedenfalls riesig, dass du diese Szene nicht ermüdend oder langweilig fandest, sondern sogar richtige Freude daran hattest. <3
Und du hast recht, die Szene ist vor allem für Ezio und seinen Charakter wichtig. Ich gestehe, er gefällt mir als Maler/Künstler sehr, denn mir geht es wie Leonardo: ich kann mir Ezio nicht an einem Banktisch vorstellen und den lieben langen Tag schnöde zahlen zusammenrechnen. Das ist für einen Menschen seines Charakters doch wirklich viel zu langweilig und auch fern von befriedigend. ._.

Hahahaha, Sforza. Du ahnst nicht, WIE arg er noch durchdrehen kann! Wenn es letztendlich nur eine Reiterstatue wäre … auch hier habe ich Bildmaterial für dich, und das lässt tief blicken. Es ist ein historischer Spoiler, aber kein Drama, denn für die Handlung der Story ist es nur Nebensache. Da Sforza eine lebensgroße Statue nicht ausreichte, forderte er von Leo eine vierfache(!) Größe an. Und Leo sagte daraufhin – sehr nachvollziehbar –, Sforza habe nicht mehr alle Keramikbecher im Schrank. Dran gearbeitet hat er trotzdem. Schau dir diese Proportionen an (Ich hab extra ein Bild rausgesucht, in dem auch Menschen zum Größenvergleich zu sehen sind):
https://www.ippodromisnai.it/wp-content/uploads/2018/10/la-statua-equestre.jpg
Es steht – passenderweise – vor der Galopprennbahn in Mailand, nordwestlich des Castello Sforzesco. Zum Entwurf des Reiters ist Leo nie gekommen. Warum … das kommt dann noch. ^.^

Zur Wahrsagerin: Ob sie so hieß … keine Ahnung, aber Sforza war dafür berühmt, sich Wahrsager und Astrologen an den Hof zu bestellen. Er war vernarrt in Prophezeiungen und extrem abergläubisch. Über die fiktive Wahrsagerin verrate ich noch nicht so viel, denn auftauchen wird sie auf jeden Fall noch mal. ^^

Bramante ist mir super sympathisch. Das merkt man wohl … Schade finde ich, dass man kaum Persönliches über ihn weiß. Es gibt keine Biographie von ihm, dabei hat er als Architekt wirklich eine Menge geleistet. Was als Zeichnungen/Darstellungen von ihm geblieben ist, wirkt aber sehr nett, und die Tatsache, dass Leonardo ihn in seinen Notizbüchern stets freundschaftlich als Donnino bezeichnet, ist für mich ein klares Indiz, dass die beiden sehr gut miteinander konnten.

Jetzt habe ich eine ellenlange Antwort geschrieben und dir wohl die Ohren blutig geschwatzt. Ein dickes Sorry dafür.
Ich mach jetzt auch Schluss hier.
Wirklich.
Ganz bestimmt! :D

Viele liebe Grüße,
Sesa
23.10.2020 | 15:32 Uhr
Allerliebste Sesa!
Um dir dein wohlverdientes Wochenende entsprechend einzuläuten, einmal mehr einer meiner geistigen Ergüsse bezüglich dieses Kapitels.
Der Apfel ist (endlich) versteckt an einem Ort, an dem er hoffentlich sicher ist, bis man ihn benötigt. Übrigens, ich mag die Idee eines verzierten Kästchens, auch wenn das im unwahrscheinlichen Falle eines Einbruchs eher verdächtig wirkt. Aber es ist nett, dem Apfel eine etwas angemessenere Verpackung zu bieten als einen Lederbeutel oder was auch immer benutzt wurde. Für mich sah das immer wie ein Lederbeutel aus.
Leonardos Überlegung für die Vergangenheit, das kann ich mir nur zu gut vorstellen bei ihm. Allein aufgrund seiner Neugier, auch wenn er vermutlich etliches entdecken könnte, was ihn darin bestätigt, in der besseren Zeit geboren worden zu sein.

Die Szene aus der Gegenwart war eine willkommene Abwechslung für mich. Ich mag Hannah mittlerweile total und bin nur froh, Lucy hier als das verdächtige Wesen präsentiert zu bekommen, für das ich sie schon immer gehalten habe. Vor allem mit ihren heimlichen Telefonaten und was-weiß-ich-noch, die sie immer so schön verbirgt. Das Motto der Assassinen, nicht viel Wert auf Rangunterschiede zu legen, ist an ihr wohl komplett vorbeigegangen.
Ah, die kleine Erinnerungsszene war wirklich schön - Massimo war da, auch wenn du ihn nur erwähnt hast xD Aber immerhin weiß ich jetzt, dass er zumindest noch etliche Jahre lebt, denn die Novizin wird wohl Aria sein denke ich. Interessant fand ich den kleinen Moment zwischen Leonardo und Desmond. Spontan würde ich ja sagen, Leo hat Desmond wirklich erblickt oder eine Art Gestalt von ihm, aber andererseits bin ich mir wirklich unsicher, ob das nicht doch Zufall war. Dir traue ich beides zu.
Nebenbei: Ich finde deine Charakterisierung von Shaun einfach perfekt! Dieses scharfzüngige, leicht zynische Wesen von ihm und seine generelle Abneigung gegen Desmond und jetzt auch Hannah, egal ob sie gespielt ist oder nicht. Ich habe jedes Mal die Stimme aus den Spielen und den Tonfall im Kopf, wenn du die Figur hier irgendetwas sagen lässt.

Und der erste Doppelmord des Serienmörders, falls er das war. Nun, da eskaliert jemand entweder schnell oder der zweite Mord war ein notwendiges Übel, damit keine Zeugen übrig bleiben. Aber mich tröstet es, dass die Assassinen nicht gleich verdächtigt worden sind, obwohl sie vor dem Wachtrupp an der Stelle des Mords ankamen. Wobei der Wachtrupp zu Popoleschis Leuten gehört, wenn ich mich richtig erinnere? Aber ich merke schon, die Geschichte mit dem Mörder scheint wirklich interessant zu werden. Es ist ja ein ganz schöner Sprung von einer Ordensschwester zu einem Bankierssohn und dessen heimlicher Affäre, wobei letztere vielleicht gar kein gewolltes Opfer war.
Dann bin ich mal gespannt, was du dir so für die nächsten Kapitel einfallen lässt.
LG, Angel

Antwort von Severin Sesachar am 23.10.2020 | 16:19 Uhr
Allerliebste Turbotani!
Das Wochenende kann jetzt wirklich starten nach so einem tollen Rev. Von der Arbeit heimkommen und Post haben, das ist doch toll! <3
Du hast recht, im Spiel war der Apfel (meistens) in einem Lederbeutel. Zum Transportieren ist das auch sinnvoll, aber hier wird er ja fest verwahrt. Und wer das Versteck hinter dem Gemälde entdeckt, kann sich ohnehin denken, etwas Wertvolles gefunden zu haben. Ob das Artefakt dann in einem Lederbeutel oder einem verzierten Kästchen liegt, macht dann – glaube ich – auch keinen großen Unterschied mehr. ^.^
Leo und seine unstillbare Neugier. Er würde jede Epoche auf den Kopf stellen. Aber ich bezweifle – wie Desmond – dass er sich in unserer Moderne wohlfühlen würde. Ein Millennium-Leonardo würde mit LRS und als Autist gelabelt durch eine Schule geprügelt werden, die ihn zum Großteil ziemlich langweilen würde. Einen Abschluss zu machen, würde ihm schwerfallen und ein fester, starrer Beruf sowieso. Für unsere Zeit wäre er wohl – leider – ein klassischer Problemfall, da seine Talente heute irgendwie gar nicht gefragt sind. Sich für alles interessieren, unerhört. Wir brauchen Spezialisten!!!11elf

Dass du Hannah magst, freut mich irgendwie total. Neben Popoleschi und Massimo ist sie einer der wenigen echten OCs ohne realen/historischen Hintergrund. Und wenn die gut ankommen, ist die Freude natürlich doppelt groß. ^.^ Mit Lucy habe ich auch noch was vor, und das endet nicht wie in „Brotherhood“. Aber Eile mit Weile und so. :D
Und ja, klar. Massimo lebt noch eine ganze Weile, und dass er nicht unerfolgreich ist, sollte dieser kleine Backflash auch suggerieren. Er ist gealtert, aber gesund, er führt Monteriggioni – und ja, die Novizin war Aria. Wie viele Waschmaschinen muss ich dir inzwischen eigentlich schon schicken? XD
Auch über den kurzen „Augenblick“ zwischen Desmond und Leo muss ich noch schweigen. Thematisiert wird es (später) noch. ^.^
Und vielen lieben Dank für das Lob zu Shaun. Ich fürchte, es ist ziemlich offensichtlich, dass ich diese Figur einfach mag. Und die Stimme kriege ich bei ihm auch nicht aus dem Kopf. Bei Mario dasselbe, während andere Figuren sehr flexibel sind, bzw. andere Stimmen als im Game haben. Zumindest in meinem Kopf.

Der Wachtrupp gehört zu Bellinis Leuten. Popoleschi ist ja kein Gardehauptmann mehr (und manchmal glaube ich, er ist froh darum, diesen Stress los zu sein). Aber da Bellini ja eine Allianz mit den Assassinen eingegangen ist, sind natürlich auch die Gardisten weitestgehend neutral ihnen gegenüber.
Warum erst Ordensschwester und dann Bankierssohn samt Affäre? Wie passt das zusammen? Es hat System, aber wenn das gleich offensichtlich wäre, wäre es ja langweilig. Aber, das kann ich versprechen: Ich habe einen Plan. Ob ich ihn so aufdröseln kann, wie ich es mir wünsche, werden die restlichen Kapitel zeigen. ^^

Liebste Grüße,
Sesa
22.10.2020 | 22:14 Uhr
Liebe Sesa!xD
Sei nicht überfordert, wenn du direkt die zweite Rückmeldung bekommst - Ich versuche auch, mich in der Länge etwas zusammenzureißen.
Ah, der Besuch bei den Melzis ... Traurigerweise musste ich wirklich kurz überlegen, bevor mir eingefallen ist, wer Bartolomeo ist. Italienische Namen bereiten mir echt Schwierigkeiten, stelle ich fest.
Zunächst eine Frage: Melzi ist doch einer deiner OCs, oder? Hattest du das mit dem Rückwärtslesen des Nachnamens von Anfang an so geplant? Oder ist "Izlem" und die Übersetzung davon eine Erfindung von dir - wobei ich mir das, ehrlich gesagt, nicht so wirklich vorstellen kann. Du überlässt bestimmt nichts dem Zufall xD
Aber ich fand es wirklich angenehm, etwas über die Hintergrundgeschichte von Bartolomeo zu erfahren. Nicht nur über seine Geschwister, sondern über exakt dieselben Probleme, die Ezio mit seinem Onkel hatte und die wahrscheinlich in etlichen Assassinen-Familien vorhanden sind. Einfach, weil diese Fremdbestimmung über das Leben von sich selbst bei charakterlich starken Menschen wirklich sauer aufstößt. Ich glaube, das ist auch einfach die normale Reaktion darauf. Jetzt, wo du die anderen Geschwister erwähnst, kann ich mir auch vorstellen, diese in späteren Bänden ebenfalls zu treffen. Rom ist in meinen Augen relativ wahrscheinlich als Schauplatz, einfach wegen des Vatikans dort.
Ach ja: Ich mag deine ausführliche Interpretation (falls es eine ist) des Credos wirklich sehr. Persönlich finde ich diese paar Sätze, die sie in den Spielen immer sagen, vielfältig auslegbar. Natürlich geht das in den Spielen eher schlecht, aber ich habe mir damals auch meine Gedanken darüber gemacht, wie man dieses Credo denn verstehen könnte.
Ich hoffe mal, der Apfel wird jetzt wirklich gut untergebracht. Ein Versteck hinter einem Portrait, das eigentlich niemand kennen sollte außer vertrauenswürdigen Personen, klingt nicht schlecht. Definitiv besser als eine verlassene Kirche irgendwo am Rand von Venedig, die einfach im Innenraum einen Hohlraum in der Wand hat, in den man beim Erklimmen einfach greifen und den Apfel nehmen kann. Das ist natürlich kein Vorwurf an Massimo (der kommt hoffentlich wieder vor in diesem Band), der ganz andere Probleme hatte zu dieser Zeit. Aber auf langfristige Sicht, weil der Prophet ja auch noch ein paar Jahre braucht, um erwachsen zu werden, gefällt mir das Melzi-Versteck wirklich gut.
So, nachem es wieder extrem lang wurde, mache ich hier Schluss xD
Bis zum nächsten Kapitel!
LG, Angel

Antwort von Severin Sesachar am 22.10.2020 | 22:46 Uhr
Allerliebste Tani,

ja, du hast eindeutig den Turbo eingelegt. Das mit dem Kurzfassen … ich hab herzlich gelacht und mir sofort an die eigene Nase gegriffen. Ich kommentiere ja selbst nie kurz, ich kenne das Problem (und wer im Glashaus sitzt und so). Man kommt vom Hölzchen aufs Stöckchen und – zack – hat man wieder eine halbe Wordseite oder mehr.
Das Problem bei den italienischen Namen ist, dass sich viele wiederholen. Gerade Bartolomeo … Man könnte meinen, zu der Zeit habe jeder zweite Kerl Bartolomeo geheißen und der Rest Ludovico oder Francesco. Wirklich kreativ waren sie damals nicht, aber so bleiben uns auch Mariposa-Chantal Lillie Aphrodite Krummbuckel-Karfunkel de la Canasta und Co. erspart. :D
Ich frage mich, ob ich Melzi einen OC nennen darf. Eigentlich nicht, denn er ist eine historische Persönlichkeit, so wie seine Geschwister. Was ich der Familie angehängt habe, ist die Verbindung zu den Assassinen. Woher genau die Melzi kamen, ist in den Datenbanken nicht zurückzuverfolgen. Man weiß es offenbar nicht. Wirklich aufgetreten sind sie erst gegen Ende des 14. Jahrhunderts und relativ schnell waren sie Teil des Mailänder Adels. Da passte es, ihnen einen ähnlichen Werdegang wie den Auditore anzuhängen. Izlem war einfach eine spontane Eingebung von mir. Ich habe mit dem Namen gespielt, ihm rückwärts gelesen und festgestellt, dass das ein orientalischer Frauenname ist, der tatsächlich bedeutet, was Bartolomeo hier erzählt. Manchmal hat man einfach Glück (und freut sich als Autor einen Ast). ^.^
Und ja, natürlich treten die Geschwister irgendwann in Aktion. Rom steht ganz eindeutig auf meiner Liste der Orte, an denen einzelne Bände von „Commilitones“ noch spielen werden, ebenso Istanbul, Masyaf und Amboise an der Loire.
Was Ezio hier über das Credo sagt, stammt zumindest teilweise tatsächlich aus seinem Mund. Es gibt eine Stelle in „Revelations“, in der er das Credo so erklärt, wie er es für sich verstanden hat, und ich mochte seine Interpretation sehr, auch da sie seinen persönlichen Reifungsprozess unterstrich. Diese Aussage unter den Tisch zu kehren, hätte mir ehrlich weh getan, zumal sich um sie herum noch weitere Ausführungen formulieren und hier einfügen ließen.
Ich gestehe, das Versteck hinter einem Porträt ist nun keine neue oder besonders reißerische Idee. Das gibt es so oft. Allerdings bot es sich bezogen auf die Epoche an, zumal es üblich war, derartige Verstecke in Villen und Palazzi einzubauen, um Wertgegenstände und dergleichen sicher zu verwahren.
Worin Massimo wieder als (wichtiger) Charakter geplant ist, ist der Band um Savonerola, denn der wird uns zurück nach Florenz führen. Inwieweit ich Massimo in der aktuell laufenden Story einbauen kann, weiß ich noch nicht, aber wenn es eine Gelegenheit gibt, wird er von sich hören lassen. Tommaso wird es eindeutig erst in Band 8 schaffen, da er im Jahre 1492 und nicht früher zu Leonardo zurückkehrt. Der war sogar so nett, das exakte Datum zu vermerken. *tätschelt Leo für so viel hilfreiches Entgegenkommen die Schulter*

Ganz viele liebe Grüße,
Sesa
22.10.2020 | 21:57 Uhr
Allerliebste Sesa <3
Nachdem ich ewig überlegt habe, wie ich jetzt weiterverfahre, habe ich gedacht: Schreib doch einfach zu jedem Kapitel ein Review. Die werden zwar nicht ganz so lang wie die für eine komplette Story, aber dafür kannst du dich öfters freuen.
Zum Titel und der Kurzbeschreibung: Yey, gibt es wieder einen Serienmörder? Ich LIEBE es, wenn Serienmörder dabei sind, vor allem war dein letzter im Kloster für mich Unwissende überaus spannend, weil ich keine Ahnung von Eco hatte. Aber ich finde, da gibt es dann immer so eine gewisse Spannung beziehungsweise das gewisse Etwas, das den Haupthandlungsstrang wieder etwas aufpeppt.
Mit Maler sind Leonardo und Ezio gemeint, nehme ich an. Macht Ezio eigentlich seinen "Schein", irgendwie habe ich das schon wieder vergessen. Leider musste ich sehr viele Stories lesen in letzter Zeit, mein Gedächtnis lässt mich da jetzt etwas im Stich. Ich weiß nur noch, dass sich Ezio unsicher war, ob er das wirklich machen möchte oder nicht.
Mäzenen ist der Plural von Mäzen, nehme ich mal an? Oder der Dativ? Nun ja, auf jeden Fall wird es wieder Ludovico geben - ich find ihn ja ganz amüsant, so überzeugt, wie er von sich selbst ist. Eigentlich interessiert mich vor allem, ob und wann er den eigentlichen Erben um die Ecke bringt, denn die Macht scheint er ja zu stark zu lieben, um sie wieder freiwillig abzugeben.
Zum Kapitel: Sehr interessant. Ich nehme mal ganz stark an und kombiniere unglaublich genial, dass das der Serienkiller ist, der gerade sein erstes Opfer, eine Ordensschwester, umgebracht hat. Wenn ich etwas neugieriger wäre, würde ich nach Serienmördern in Mailand um diese Zeit suchen, aber dann lass ich mich doch lieber überraschen xD Ich mag es übrigens, wie du das Innenleben dieses Mannes beschrieben hast. Richtig schön abgestumpft, aber auch adrenalingeladen durch seine erste Tat oder, wie du es sagst, seine erste Trophäe. Vielleicht sammelt er ja auch Andenken an seine Opfer wie so viele andere?
Ich merke, ich schweife schon wieder ab ... Auf jeden Fall war das ein sehr interessanter Prolog, das muss ich zugeben! Und ich bin schon gespannt, wie du das alles weiter ausführen wirst.
Bis zum nächsten Mal!
LG, Angel

Antwort von Severin Sesachar am 22.10.2020 | 22:17 Uhr
Allerliebste Tani <3
Was für eine tolle Überraschung am Abend. Da hockt man nichtsahnend-tröge da, überlegt, ob man sich vielleicht doch noch eine Kleinigkeit zu Futtern gönnen soll, und dann piepst das Handy. Essen kann warten. Ich bin nun erfolgreich von der Naschsünde abgelenkt. :D
Jupp, Serienmörder. Einen solchen reinzubringen, erschien aus vielerlei Gründen optimal. Zum einen brauch ich Action, logisch. Zum anderen beginnt Leo um 1489 mit intensiven anatomischen Studien, wobei ihn Todesursachen sehr interessiert haben. Wir sind im 15. Jahrhundert natürlich fern der modernen Gerichtsmedizin, aber so ein bisschen Wegbereitung kann ja nicht schaden. *unschuldig guck*
Die Maler sind Leonardo und Ezio, genau. Seinen „Schein“, also die Zulassung zum dipintore, hat Ezio in Band 6 in Angriff genommen, war aber noch nicht fertig. Das erledigt sich offenbar jetzt. ^.^ Und keine Sorge, schone dein Gedächtnis. Ich packe so viel Nebeninfos in die Bände rein, da kann man sich nicht alles merken, selbst wenn man nicht tonnenweise andere Storys durchschmökern muss. Das wäre echt zu viel verlangt. ö.ö
Mäzene ist der Plural von Mäzen, korrekt. Und ja, das ist – vor allem – eine Anspielung auf Ludovico. Sehr von sich selbst überzeugt, das hast du schön gesagt. Und es trifft den Nagel auf den Kopf. :D Wann er den eigentlichen Erben um die Ecke bringt, könntest du googeln, einen Serienmörder in Mailand im Jahre 1488 wirst du allerdings nicht finden. Das liegt schon darin begründet, dass die Bezeichnung „Serienmörder“ ziemlich modern ist ... Ich muss auch aufpassen, dass ich den Begriff in der Story nicht benutze, das wäre ein echter Tritt ins Fettnäpfchen. >.>
Und eins kann ich dir sagen, Tani: Du hast wirklich unglaublich genial kombiniert! Wohin soll ich die Waschmaschine schicken? :D [Manchmal wünsche ich mir doch gescheite Emojis hier in den Reviews, damit ich meinen grad der Amüsiertheit auch wirklich adäquat ausdrücken kann, lol]
Und weil du so ein Turbotani bist, spring ich auch gleich zur nächsten Antwort.

Flauschige Grüße,
Sesa
05.10.2020 | 08:30 Uhr
Morgen Sesa :)
Hatte schon beinahe verdrängt, dass Melzi gestorben ist. Dieses Kapitel hat es mir dann wieder schmerzhaft in Erinnerung gerufen... Leonardos Gedanken sind hier gut nachvollziehbar, es sieht ganz danach aus als hätte man nur darauf gewartet, dass Ezio und er die Stadt verlassen.

Trotzdem gab es Momente, in denen ich nicht anders könnte als zu lächeln. Nämlich als Popoleschi auftaucht, der offenbar die ganze Nacht zusammen mit seinen Söldnern Wache gehalten hat um Claudia und die Kinder zu beschützen. Da geht einem richtig das Herz auf ;)

Armer Bartolomeo :( Er mag reich gewesen sein, aber mit Geld kann man sich leider nicht alles kaufen. Gehört das mit den Bordellbesuchen seinerseits eigentlich zu geschichtlich überlieferten Fakten? Ich recherchiere absichtlich nicht, damit ich mich nicht versehentlich in irgend einer Art und Weise spoilern kann.

Auch wenn Bellini das Herz auf dem rechten Fleck hat, musste ich schon etwas die Augen verdrehen. Es IST wichtig, die Tatwaffe bestimmen zu können. Naja, wenigstens hilft er Leonardo dabei, zu Bartolomeo vorgelassen zu werden und steht dieser Art von Ermittlung nicht im Weg.

Nun bekommen wir auch Mal wieder eine Szene aus Claudias Sicht. Das Spital scheint ihr sehr gut zu gefallen, mich würde es nicht wundern, wenn sie dort arbeiten würde, sobald alle Kinder im Schulalter sind. Das gäbe ihr sicher einen Ausgleich zum alltäglichen Haushalt und Wissen über den menschlichen Körper hat sie mehr als genug.

Freue mich wie immer bereits auf das nächste Kapitel ^^ Hoffentlich finden sie dieses Scheusal bald, bevor es noch mehr Tote gibt.

Liebe Grüsse
-Schattenwolf-

Antwort von Severin Sesachar am 05.10.2020 | 10:57 Uhr
Guten Morgen Schattenwolf! ^.^

Ja, mit Melzi tue ich mir – wie gesagt – auch schwer. Zu deiner Frage, ob das mit den Bordellbesuchen auch stimmt: Keine Ahnung. Über Bartolomeo ist so gut wie gar nichts bekannt, weshalb er für seine Rolle in der Bruderschaft so gut gepasst hat. Was stimmt, ist, dass er nie verheiratet war, kinderlos verstarb, und das im Sommer 1488. Nicht mal sein genaues Geburtsdatum weiß man. Allerdings ist er in dem Punkt keine große Ausnahme in der Familie. Die Geburtsjahre werden bei beinahe allen nur als „ungefähr“ angegeben. Und das für eine Adelsfamilie mit so wichtigem Einfluss in der Lombardei. Mein Autorenherz fand das natürlich sehr verdächtig. XD

Und Popoleschi ist ein verantwortungsvoller Mann. Wenn er weiß, dass Gefahr droht, steht er auf der Matte. Oder wie es Ezio mal so passend formuliert hat: Einmal capitano, immer capitano. ^^

Zu Bellinis Verteidigung muss ich sagen, dass das, was wir unter Gerichtsmedizin verstehen, in dieser Zeit gänzlich unbekannt war. Leichen wurden nicht von Helfern des Büttels oder der Stadtgarde aufgeschnitten, sondern von Bildhauern und Malern, die sich die Muskulatur genau ansehen wollten, um eine realistische Wiedergabe schaffen zu können. Leonardo war da der Erste, der weiterging und sich auch mit den Organen befasste, die für sein künstlerisches Werk ja gar nicht von Bedeutung waren. Seine Neugierde mal wieder … aber der verdanken wir immerhin eine umfangreiche Sammlung faszinierender Inneneinsichten und die erste zeichnerische Darstellung des ungeborenen Fötus im Mutterleib.

Das Ca’ Granda war im ausgehenden 15. Jahrhundert (und darüber hinaus) im Übrigen eine der modernsten Einrichtungen in ganz Europa. Leider wurde es im Zweiten Weltkrieg zerbombt. Man hat es zwar getreu dem Vorbild neu errichtet, aber ein Krankenhaus befindet sich nicht mehr darin, dafür Uni und medizinische Bibliothek, etc. Es ist ein hübscher Bau, in dem orientalische wie auch romanische Einflüsse verschmelzen. Und verdammt, es ist riesig. Dass Claudia dort arbeiten würde, ist jedoch unwahrscheinlich. Der Alltag in den Spitälern war mühsam und vor allem zeitintensiv. Und auch wenn die Kinder irgendwann alle ein paar Stunden am Tag in der Schule sind, würden besagte Stunden nicht ausreichen. Der Haushalt ist schließlich auch noch da, was soll sie da noch mehr schwere und körperliche Arbeit verrichten? So ein bisschen Freizeit sollte Claudia auch vergönnt sein. ^.^

Ich wünsche dir eine wunderschöne Woche – der Herbst ist ja jetzt da, und das muss er mit den sprichwörtlichen Pauken und Trompeten verkünden. Aber hey, auch Sturm ist schön! Und die Tasse Tee am Abend unter der Kuscheldecke sowieso. XD

Viele liebe Grüße,
Sesa
24.09.2020 | 19:08 Uhr
Hey Sesa :)
Keine Sorge, ich zwinge mich nicht. Meine Tage sind im Moment so voll, da reicht es wirklich nicht für mehr als ein Kapitel ^^7 Ausser heute :D Zum Lesen ist Regenwetter wirklich perfekt.

Aber noch kurz zu der Sache mit Verrocchios Darstellung auf dem Gemälde: Natürlich waren und sind Gemälde immer auf eine Art subjektiv, aber das der Maler des Bildes ihn so dargestellt hat, sagt doch genug über seine Ausstrahlung...

Nun haben sich die beiden also den aufmüpfigen Söldner vorgeknöpft. Gut so! Wobei die Fäuste diesmal doch noch nicht zum Einsatz kamen. Wie lange ihre Rüge Wirkung zeigt, wird sich wohl noch herausstellen. Aber wenn er nicht gerade dabei ist Unruhe zu stiften, macht d'Alviano seinen Job wohl doch nicht so schlecht, immerhin konnte er den beiden doch einige interessante Hinweise liefern.

Neben all dem Ärger mit dem Leonardo und Ezio sich immer wieder herumschlagen müssen, haben sie sich das entspannende Bad wirklich mehr als verdient. Und für beide hoffe ich, dass das Jahr einigermassen ruhig bleibt und sie die geplanten Besuche in die Tat umsetzen können.

Diese Hoffnungen zerschlägst du allerdings schon im nächsten Kapitel in 1000 Einzelteile. Der arme Melzi! Da wirkt der kleine "Sieg" mit dem Brief doch gleich völlig bedeutungslos :( Die Bruderschaft bleibt wirklich vor gar nichts verschont. Ich hoffe, dass sie das Scheusal welches für diese Tat verantwortlich ist schnell zur Rechenschaft ziehen können. Von der Art des Mordes her könnte es glatt der selbe Mörder sein wie bei Peter Ugelheimer. Jetzt will ich erst recht wissen, wie es weitergeht...

Trotz meiner Fassungslosigkeit über diesen unerwarteten Mord gratuliere ich dir natürlich zu den erreichten 700 000 Wörtern. Wirklich eine wahnsinnige Leistung!

Liebe Grüsse
-Schattenwolf-

Antwort von Severin Sesachar am 24.09.2020 | 20:54 Uhr
Huhu Schattenwolf! ^.^

Da geht es dir wie mir, was die vollgepackten Tage angeht. Aber stimmt, Regenwetter incoming. Vielleicht wird das auch meine Rettung, dann muss/kann ich ja auch nichts mehr im Garten machen. Uh, du weckst grade meine Hoffnungen! :D

Und ich muss dir beipflichten. Man malt, was man sieht, bzw. in einem Menschen sehen möchte. So komplett objektiv ist wohl kein Porträt. Wenn ich danach gehe … *guckt noch mal auf Verrocchio* Ewww. >.>

Unbrauchbar für die Bruderschaft darf d’Alviano nicht sein, sonst hätte er ja keinerlei Berechtigung, ihr anzugehören. Er mischt schon überall mit, aber er tut es eben zu laut – momentan eben aus Trotz, da ihm die Führung nicht so recht behagt. So junge Kerle und dann auch noch so „kompliziert“. Die wollen reden. Das ist doch Zeit- und Energieverschwendung! Denen muss man erst mal beibringen, wie der Hase läuft! Das ewige (lästige) Ringen um Respekt. Es lässt uns niemals los.

Ich gestehe, dass mir noch kein Tod so schwergefallen ist wie der von Melzi. Ich mag ihn echt gerne, so wie er sich entwickelt hat. Ich hab ihn schon mal als „englischen Gentleman inmitten der Horde“ bezeichnet, denn so empfinde ich ihn in seiner Art (er wäre auch absolut nicht d’Alvianos Ding, lol). Aber grade, weil er so rausstach mit seiner ruhigen und besonnenen Art, hab ich wohl einen Narren an ihm gefressen. Da muss ich nun durch, der Abschied wird schwer.

Wenigstens kenne ich das Scheusal, das dahinter steckt, schon. Bis Ezio und Co. es finden, wird noch etwas Zeit vergehen, aber … irgendwann kommt es ans Licht. ^^

Und herzlichen Dank für die Gratulation. Ich muss mir die Zahl selbst immer wieder mal vor Augen halten, sonst würde ich sie nicht glauben. Ich habe schon einige 100K in anderen Fandoms verzapft, aber so umfangreich wie das hier war bisher nichts. :)

Viele liebe Grüße
Sesa
23.09.2020 | 22:40 Uhr
Hey Sesa ^^

Mit "It" warst du schon ziemlich nahe dran, es war "The Stand" von Stephen King ^^ Und dass du die Ferien herbeisehnst glaube ich dir aufs Wort. Manchmal lässt der Alltag wirklich nicht mehr viel Motivation/Energie zum Schreiben übrig...

Hach ja, Venedig. Bei deiner Beschreibung muss ich sagen, dass ich im Mittelalter wohl nie und nimmer dort gelebt hätte. Zu viele Menschen, zu viele Kanäle mit zu schlechten Gerüchen ;D Aber die beiden schlagen sich da wie immer tapfer durch. Ehrlich gesagt hatte ich völlig vergessen, dass Theodora tatsächlich mal eine Nonne war o.O Das nenne ich mal eine berufliche Neuorientierung xD

Armer Leonardo :( Kein Wunder ist es ihm am Anfang so schwer gefallen, jemandem zu vertrauen. In seiner Jugend war er einfach zu vielen Scheusalen ausgesetzt. Hoffen wir einfach, dass das Karma zuschlägt und Verocchio seine verdiente Strafe irgendwann noch erhält.

Apropos verdiente Strafe... Ein Söldner, der mit einem Besen k.o gehauen wird, einfach eine köstliche Vorstellung xD Aber das grosse Highlight, nämlich die Auseinandersetzung mit d'Alviano steht ja erst noch bevor... Ich zwinge mich an der Stelle dazu, die Kapitel nicht hintereinander zu lesen, damit sich die Wartezeit danach verkürzt ^^ Es war wie immer ein geniales Kapitel.

Liebe Grüsse und bis bald
-Schattenwolf-

Antwort von Severin Sesachar am 23.09.2020 | 23:30 Uhr
Huhu Schattenwolf,

jetzt kann ich ja richtig "effizient" antworten, die App meldet tatsächich brav jeden Alert. Wie praktisch! *ist jetzt auch unter die Apper gegangen*

Und ja, die Energie ist es, an der's mir grade fehlt. Und ich kann dir nicht sagen, wie sehr ich diesen Zustand verabscheue. Ich brauche nur einen zusammenhängenden Absatz lesen und mein Hirn will abschalten. Furchtbar ist das!

Venedig fasziniert mich einerseits sehr, schließlich ist die Geschichte der Stadt unheimlich spannend, andererseits würde meine Nase wohl schnell streiken. Florenz ist und bleibt erste Wahl, im Spätmittelalter wie auch in der Moderne. :D
Ich hatte Teodora auch nicht mehr so klar auf dem Schirm, weshalb ich ACII noch mal angeworfen hatte, sowohl für sie als auch d'Alviano, und ihre kleine "Von der Nonne zur Hure"-Geschichte ist schon pikant - und wieder so eine Szene vom Format "Ezio blinzelt und weiß erst mal gar nichts zu sagen, weil platt". Aber irgendwie geht sie für mich neben Paola unter. Die strahlt einfach mehr ... Würde aus. Doch, das Wort passt. Würde und Stolz.

Dass Verrocchio Knaben/jungen Männern zugetan war, ist - leider - wieder eine historische Überlieferung. Und wenn ich mir den Typen anschaue, dann schüttelt es mich. Gemälde sind ja nun nicht sehr objektiv, aber ich find seine Augen arg kalt. Und natürlich ist dieser Eindruck in die Geschichte eingeflossen.

Der Besen war schon lange überfällig! Er ist meine absolute Lieblingswaffe im Spiel. XD

Und es ist schon okay, du musst dich nicht zwingen. Dass es bei mir stockt, musst du ja nun nicht aussitzen. Das ist eindeutig mein Problem. Sobald es wieder läuft, wird es auch wieder zügig voran gehen, ich kenne mich ja. Der Akku muss einfach gefüllt werden, damit es im Kopf wieder "Klick" machen kann und das Tippen und Sätzeformulieren einfach läuft. Momentan versuch ich mich immer wieder mal zu zwingen und bin dann frustriert über die Wortwahl oder finde anderes zum Mäkeln. Aber ganz die Finger davon lassen kann ich auch nicht.

Herzlichen Dank für dein Feedback und deine lieben Worte. ^.^

Viele Grüße,
Sesa
22.09.2020 | 18:55 Uhr
Hey Sesa ^^
Da habe ich doch einen klitzekleinen Aufholbedarf bei den Kapiteln ;D Das kommt davon, wenn man nebenbei noch ein Buch mit über 1000 Seiten liest xD Aber jetzt hat deine Story natürlich wieder meine ungeteilte Aufmerksamkeit ;)

So niedlich, wie sehr sich Claudia über Ezios ersten eigenen Auftrag freut. Und Toni freut sich sicher darüber, auch mal extra naschen zu dürfen xD Mit seiner lebhaften Art kommt er wohl ganz nach Aria ^^ Und die wird schon bald eingeschult... Wie schnell die Jahre doch vergehen. Ich muss dir hier wirklich nochmal ein Lob aussprechen: Obwohl diese FF doch schon einige Jährchen umfasst hatte ich nie das Gefühl, dass es sich unnötig in die Länge zieht oder etwas wichtiges übersprungen wird.

Jetzt müssen Ezio und Leonardo also tatsächlich nach Venedig um d'Alviano eins überzuziehen? Ezio hat Recht, das IST lächerlich. Andererseits ist eine Unruhe innerhalb der Bruderschaft das Letzte, was sie brauchen können. Von daher hat es ja schon seine Gründe.

Freue mich bereits darauf, die anderen drei Kapitel zu lesen ^^

Liebe Grüsse und noch einen schönen Abend
-Schattenwolf-

Antwort von Severin Sesachar am 22.09.2020 | 22:06 Uhr
Huhu Schattenwolf! ^.^

Ich kann dich beruhigen, viel verpasst hast du noch nicht, es sind ja noch nicht mal ganze 30K, die ich bisher zusammengeschrieben habe. Zudem geht es schleppend voran, da mich die Arbeit momentan geistig so auslaugt, dass ich abends vor dem PC sitze und mein Hirn in den Bildschirmschoner-Modus fällt. Bisschen Rumgeklicke und Discord sind okay, aber anständiges Schreibseln will mir grade nicht glücken. Noch anderthalb Wochen, dann sind Herbstferien und ich kann die Kreativ-Batterien aufladen. Ich sehne sie herbei, das kann ich beschwören. :D

Ja, die Jahre gehen so schnell vorbei ... das denke ich auch immer wieder. Gut, ich habe auch zwei, drei nahezu komplett unetr den Tisch fallen lassen, aber dennoch ist zusammengerechnet wirklich eine Menge Zeit vergangen. Dass nichtd as Gefühl aufkommt, dass die Story sich in die Länge zieht, freut mich sehr - ebenso, dass (bisher) wohl keine Lücken zu beklagen sind. Ich drehe die Storys imemr wieder mal auf Links, um nach genau solchen Stellen zu suchen, und dann fallen auch mal einige Sätze oder sogar ein ganzer Absatz Monolog weg, da ich mir denke: "Hey, das braucht es an der Stelle wirklich nicht!", bzw. "Das wurde/wird an anderer Stelle noch mal (besser) ausgedrückt." ^^

D'Alviano ... wenn es eine Figur aus den Spielen gibt, die ich tatsächlich nicht leiden kann, dann ist er es. Er ist so furchtbar laut und prollig, findet sich selbst unheimlich toll und lustig und geht dabei eigentlich jedem auf den Senkel. Leider ist er eine tatsächliche historische Persönlichkeit und ich kann ihn nicht einfach absägen (sonst hätte ich es getan, fürchte ich). Dann muss er eben eine Lektion in Sachen Respekt bekommen, wiederholt. Menschen von seinem Schlag bessern sich nicht durch eine Ansage allein. :/

Unruhe in der Bruderschaft ... gutes Stichwort. *feixt und verbuddelt sich in ihren Notizen und Kapitelplanungen* Ferien! Drigend! Jetzt will ich umso mehr weiterschreiben. :D

Ich wünsche dir eine schöne und hoffentlich stressfreie Woche - und Respekt zum 1000-Seiten-Schmöker! Da fallen mir neben Game of Thrones, It und Lord of the Rings gar keine mehr ein. Ich hab eindeutig zu lange nicht mehr auf den Buchmarkt geschaut. ^^

Viele liebe Grüße,
Sesa
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