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Autor: Ereschkidal
Reviews 1 bis 25 (von 25 insgesamt):
07.12.2020 | 08:42 Uhr
Guten Morgen Ereschkidal (Cooler Name übrigens! Ich wäre auch gerne die Göttin des Todes ;p)

Allein, dass du dich so gut an das alles erinnern kannst, ist einfach nur heftig.
Ich kann mich nur noch an den Klassenraum erinnern, aber nicht an eine Begebenheit. (Wobei das auch daran liegen könnte, dass ich die Zeit kein bisschen genießen konnte. Ich wurde nämlich von unserer "Königin der Klasse" - kotz Elea - ausgegrenzt, weil ich zu schüchtern war.)
Es ist echt traurig, dass man, wenn man so jung ist, ein solches Vorbild hat. Weil du es einfach nicht besser wusstest! Stark sein = brutal sein, das ist das, was du damals verstanden hast, und das ist bei dem Familienbild echt nicht verwunderlich.
Dann kommt auch noch dazu, dass du dich langweilst. Das bringt natürlich Unzufriedenheit hervor, was in Frust und wiederum in Wut umschlägt. Ist doch nur natürlich.
Ich weiß nicht, ob man inzwischen mehr darauf achtet, aber zu 'unserer' Schulzeit (Gott, hört sich das alt an! ^^') war das Verständnis gegenüber Hochbegabten, egal ob erzwungenermaßen oder rein natürlich, noch extrem gering. Ihr habt eure Meinung gesagt, ohne an Soziales zu denken, und seit dafür bestraft worden, dass ihr klüger wart als andere euren Alters.
Ich kann nur hoffen, dass das inzwischen anders ist.
Dass dein Vater dich dann auch noch als dumm bezeichnet, zeigt nur seine eigene Inkompetenz!

Ich 'freue' mich schon auf dein nächstes Kapitel (Du weißt, wie ich das meine, oder? ^^'),
LG Rudinsten

PS: Sry, dass ich mich nicht auf die anderen FF gemeldet habe, irgendwie bin ich momentan im Serien-Modus (Oder anders, ich bin zu faul zum Lesen und schaue lieber MyHeroAcademia und Maid Sama. usw.) x'D

Antwort von Ereschkidal am 07.12.2020 | 12:42 Uhr
Huhu Rudinsten~

Jahaha, auch, wenn ich die richtige Bezeichnung Ereškigal nicht nehmen konnte, wegen Sonderzeichen und leider waren die Englisch und Deutsche Variante schon belegt. Fuchst mich. :D

Ich kann mich, wie ich glaube schon mal erwähnt habe, gabz genau an die schlechtesten Tage meines Lebens erinnern, weil die sich eingefräst haben. Nivht zuöetzt, weil ich selbst heute noch manchmal da sitze und mich frage: wissen die noch, was ich damals getan habe? Erinnern die sich noch an Situation X? Was denken die wohl heute darüber?
Sicherlich nichts, weil sich vermutlich keiner mehr daran erinnert. Eine Freundin von mir weiß nicht einmal mehr, was wir in der zehnten alles falsch gemacht haben. Ich könnte ne Bibel darüber schreiben.
Ausgrenzung ist auch scheiße. Sieht man alles leider selbst heute noch viel zu oft. Das ist bitter, weil ich optisch manchmal das Gefühl habe, dass es immer schlimmer wird, weil auch die Lehrer immer inkompetenter werden.

Vor allem hat stark sein immer bedeutet, am Leben zu bleiben. Diese spottende Außenwelt irgendwie durchtzstehen, ohne als Versagerin dazustehen.
Und ja, haha, ich weiß auch nicht. Generell war mein Sozialverhalten in der Schule schier unterste Schublade. Weil ich auch mit jedem Jahr ein bisschen grausamer geworden bin. Wird noch unschöner.

Wenn ich mich nicht irre, müsste wir etwa in einem Alter sein. Ich glaube...laut Profil bin ich...ein, zwei Jahre älter als du. Bedeutet, hey, wir sind beide alt (was laut meinem Körper durchaus möglich wäre). Stehst also nicht alleine da mit dem Gedanken, dass hinten und vorne irgendwie nichts passt :D
Tatsächlich hab ich das Spzialproblem selbst heute noch. Nennt man dann Taktgefühl, von dem ich nichts besitze, weil bei mir Logik an erster Stelle steht. Macht das Leben manchmal anstrengend. Vor allem, weil ich sehr zur Empathie neige, aber ungern drauf eingehe.
Und ja, Ding ist, als Mädchen ist man für einen Mann, der einen Jungen wollte, niemals gut genug.

Bin mal gespannt, wann ich das nächste Kapitel fertig habe :o Das sechste Lebensjahr war...nicht "spannend" aber durchaus formend für mich. Weil da doch einiges passiert ist, das mein Leben nur noch mehr aus den Fugen gebogen hat.

LG
Ereschkidal

PS: Macht nichts. Ich glaube, die Phase haben wir alle mal. Gestern fing die letzte Staffel Attack on Titan an. Kombiniert mit den anderen Seasonals bekomme ich den Arsch zum Schreiben oder Lesen auch kaum hoch :D Das einzige, was mich aktuell ans Schreiben lockt ist Hisoka. Das wars dann auch. x.x
06.12.2020 | 18:22 Uhr
"Kindermund tut Wahrheit kund."
Manchmal machen solche alten Sprichwörter wiklich Sinn.
Aber vermutlich ist der Lehrerin niemals der Gedanke gekommen, dass sie hier komplett versagt haben könnte. Schade und leider kein Einzelfall.

Antwort von Ereschkidal am 06.12.2020 | 18:31 Uhr
Huhu Moonlord~

Tatsächlich ja. Man hört ja oft, dass nur kleine Kinder rund Betrunkene die Wahrheit sagen. Ob man dem so zustimmen mag, wer weiß. Ich weiß nur, dass ich grundlegend ein wahnsinniges Problem damit hatte, den Schnabel zu halten.
Was die Lehrer angeht: auf jeden Fall. Ich verstehe auch nicht wie das sein kann, aber wenn man sieht, wie oft Lehrer auf ganzer Ebene versagen, in jeglicher Hinsicht, wenn es um Probleme oder Hilfe steht...Gott stehe mir bei. Hab da noch einige schöne Ecken und Kanten, was das angeht, zu zeigen.
Aber ich frage mich auch: was hätte diese Frau tun können, außer mich eben in Ruhe zu lassen, so, wie ich es mir gewünscht hatte. Ich denke, für viele Erwachdene ist es einfach abnormal, wenn ein kleines Kind nicht mit anderen spielen will. Da muss man natürlich was tun.

Aber naja.
Kann man nur hoffen, dass es für andere, jüngere Generationen besser wird.

LG
Ereschkidal
02.11.2020 | 10:12 Uhr
Okay, wow!

Erst mal, bitte entschuldige, dass ich nicht mehr gereviewt habe. Es lag auch nicht am Kapitel, das schwöre ich.
Und trotzdem bin ich ein bisschen baff.
Noch immer bist du so jung und trotzdem viel zu erwachsen. Hier sieht man trotzdem endlich mal so eine richtig kindliche Reaktion von dir (Als du weinend am Fenster, deine Mama hast weggehen sehen. Das hat nämlich fast jeder gemacht, den ich kenne ;)
Zudem ist es schön zu sehen, dass du versuchst, Freunde zu finden. Nur schade, dass sie sich schließlich für die blöde Kuh von Mirabell (super Name zum Hänseln) entscheidet.
Und schließlich das mit deiner Kindergärtnerin. Holy moly! Heavy, heavy, heavy. Diese Frau ist ganz anders geistesgestört wie das, was ich bisher von dir gehört habe o.O Nackt neben Kindern schlafen, weil man denkt, dass das Männer anmacht??? Die weiß schon, dass sie da kein man sieht, oder? Daheim kannst du das gerne machen, aber doch nicht auf der Arbeit. Kapische?
Die ist echt un poco loco. Oder vielleicht auch ein bisschen mehr als n bisschen?
Da bekommt man echt Angst, sein Kind in den Kindergarten zu schicken!
Dass du das für dich nutzt, ist bei deinem geistigen Alter aber auch irgendwie verständlich. (Immerhin bist du im Kopf viel zu weit, um es einfach an dir vorbei ziehen zu lassen) Und dass du direkt daran denkst, es zu verwenden, ist durch dein Elternhaus einfach nur verständlich. Immerhin kennst du es ja nicht anders. Informationen erfassen und abspeichern, um Positives daraus zu ziehen.

Ich freue mich schon auf das nächste Kapitel, wie es so weiter geht und was du mit den ganzen Infos anfängst, die du sammeln konntest.
LG Rudinsten

Antwort von Ereschkidal am 02.11.2020 | 17:15 Uhr
Und noch mal Hallo, Rudinsten~

Da einige Leute aktuell irgendwie zu irgendwas Prüfungen haben (zumindest die, die studieren), bin ich in erster Linie davon ausgegangen, dass du davon vielleicht auch betroffen bist. Von daher, alles gut. So lange ich dich nicht vergrault habe, ist alles paletti.

Ohne Witz, das war GRAUSAM! Du wirst förmlich von deiner Mutter in einer Schar wilder Bestien ausgesetzt. Wer da nicht anfängt zu weinen, hat eindeutig andere Probleme im Leben :D Spaß beiseite. Ich habe meine Mutter geliebt und der Gedanke, dass sie geht und nicht mehr zurückkommt, obwohl ich es besser wusste, hat mich umgebracht zu der Zeit.
Davon abgesehen erwähne ich hier noch einmal, dass alle Namen der Personen hier verändert wurden. Wegen Rechtsgründen, weil ich immer noch nicht weiß, ob es anders herum legitim wäre, würde ich die richtigen Namen der Menschen benutzen, die mir mein Leben an manchen Ecken erschwert haben. Und hey, ich finde den Namen Mirabell echt schön. :D
Oh, ich denke, da habe ich mich etwas falsch ausgedrückt? Sie erzählte mir damals, dass sie immer nackt schläft, weil Männer das so mögen. Zwischen uns hat sie nackt geschlafen, weil sie meinte es sei normal so zwischen Kindern zu schlafen. Wir sind ja nur Kinder. Ändert aber nichts an der Tatsache, dass man NICHT nackt zwischen Kindern schläft, wenn es um eine Übernachtung im Kindergarten geht. Das IST etwas, das sich einfach nicht gehört.
Für mich war das damals ganz nützlich, weil ich früh auf Überleben gepolt war. Und mit Informationen kann man eine ganze Menge machen. Zum Beispiel entkommen. Oder einfach Frieden für sich selbst finden. Auch, wenn diese Waffen nicht lange gehalten haben.

Auf jeden Fall danke ich dir wie immer für deinen Kommentar. Das nächste Kapitel verrückt meine Welt jetzt ganz langsam immer ein bisschen mehr. Ich kommen ins sechste Jahr und damit ins Gebiet, wo Überleben nicht mehr mit Informationen möglich wurde. Nicht auf diese Art.

LG
Riot
23.09.2020 | 17:51 Uhr
Liebe Riot,
nein, keine Sorge, du hast mich nicht als Leserin verloren.
Dass du dich fast ausschließlich an die negativen Dinge erinnern kannst, ist tatsächlich normal. Negativ eingefärbte Erinnerungen werden von unserem Gehirn eher abgespeichert als positive. Durch diese Erinnerungsförderung wird versucht, in Zukunft ähnliche Situationen zu vermeiden. Es ist also, um eine Art Lerneffekt zu erzielen. Auch wenn es irgendwie grausam klingt.

Zu dem Projekt:
Ich habe mich neulich mal damit beschäftigt und leider festgestellt, dass sie Arbeiten, die sensible Themen beinhalten, leider ausschließen. Wenn du willst, kann ich es natürlich trotzdem versuchen, allerdings denke ich nicht, dass ich da erfolgreich sein werde, denn sensibel ist diese Autobiografie allemal. Wenn sie sie ausschließen, bleibt mir leider nichts weiter übrig als sie persönlich weiterzuempfehlen.

Und jetzt zu deinem Kapitel:
Ähnlich wie Rudinsten, weiß auch ich nicht so wirklich, was ich sagen soll. Es ist so ironisch: er merkte irgendwie, dass dir etwas fehlt und macht es alles nur noch schlimmer.

Irgendwie werden in diesem Fall sehr häufig Tiere als Mittel benutzt. Als mein Vater krank wurde, habe ich tatsächlich auch einen kleinen, schwarz-weißen Bordercollie-Welpen geschenkt bekommen, „damit ich immer einen Freund bei mir habe, der für mich da ist“. Anfangs konnte ich auch überhaupt nichts mit ihr anfangen. Aber im Gegensatz zu deiner Geschichte durfte mein Bordercollie bleiben, heißt Nina und ist mittlerweile schon 12.
Eigentlich würde ich dich jetzt nicht mit Anektdoten aus meiner, verhältnismäßig viel unbeschwerteren Kindheit nerven, ich fand es nur irgendwie interessant, weil es bei mir ein ähnlicher Grund und die gleiche Hunderasse war.

Naja, und als wäre die Sache mit dem Hund nicht schon schlimm genug (übrigens ist es echt kein Wunder, dass der Hund zugebissen hat, aber ich schätze, dass dir das auch bewusst ist), kommt noch die Sache mit den Katzen dazu. Was soll ich dazu sagen?
Ich frage mich, was in einem Menschen falsch läuft, der zu so etwas fähig ist. Ein weiterer Moment, in dem ich hoffe, dass diese Geschichte so enden wird, dass du uns davon berichtest, dass dieser Mann für den Rest seines Lebens im Gefängnis verrottet. Aber bis du uns verrätst, was aus ihm wurde, muss ich mich wohl noch eine Weile gedulden.
Liebe Grüße, Eva

Antwort von Ereschkidal am 23.09.2020 | 23:42 Uhr
Hallo Eva~

Ja, in der Tat. Macht Sinn, dass es so ist. Ist aber dennoch schade, denn manchmal ist man schon etwas neidisch, wenn man die schönen Erinnerungen anderer hört und man selbst hat...nahezu nichts zu liefern. Das ist immer etwas ernüchternd, weil das sehr sehr unausgewogen wirkt und manchmal schon leicht deprimierend wirkt.

Zu dem Projekt:
Ich habe mir den Beitrag gerade noch einmal angesehen und was nicht angenommen wird sind: Eigenempfehlungen, AVL, Geschichten die gegen Verbote und Einschränkungen verstoßen, Geschichten, die nicht aus diesem Archiv kommen, oder Zeug, dass vor dem Urknall das letzte mal hochgeladen wurde.
Was nur bedingt aufgenommen wird: Geschichten mit mieser Rechtschreib- und Grammatikschwäche, Geschichten von Prominenten. Sollte sich die Geschichte eines Promis mit sensiblen Themen befassen, dann wird sie abgelehnt.
Ich bin kein Promi, lade nicht in der Promi Kategorie hoch und somit trifft das Thema "Sensible Themen" nicht zu. Da brauchst du also eigentlich keine Sorge darum haben, abgelehnt zu werden, weil ich ja schlussendlich Prosa/Autobio bin und die sind laut Beitrag, soweit ich das sehe, nicht verboten. :)

Und dann zum Kapitel zurück~
Wie sagt man dazu so gerne? Verschlimmbessern, ne? Wobei ich nicht sagen würde, dass er es schlimmer gemacht hat. Schlussendlich habe ich der Katze nicht hinterhergetrauert, weil ich zu beschäftigt damit war, mich um mich selbst zu sorgen. Im Grunde war es eine grausame Tat, hat mich aber nicht weiter beeinflusst. Ich wusste, dass es nicht richtig war, aber die Angst am Ende selbst so zu enden war schlussendlich größer. Und auch das mit dem Hund war nur eine Sache von wenigen Minuten, die mich im Sinne des Tieres nicht getroffen hat. Weil dafür kein Platz war.

Oh, wie schön! Vor allem, dass sie mittlerweile schon 12 ist. Ich finde es schön, wenn Tiere ein Leben lang ein schönes Zuhause haben, in dem sie sich sicher und geliebt fühlen können. Und Border Collies sind einfach bildschöne Tiere, wie ich mal einwerfen muss. Ich hoffe, dass sie noch ein paar schöne Jahre an deiner Seite haben wird~

Natürlich ist mir das bewusst. Das sollte eigentlich jedem klar auf der Hand liegen. Man bekommt nicht umsonst gesagt, dass man vorsichtig und achtsam mit verängstigten Hunden sein soll. Und vor allem sollte man nett zu ihnen sein. So ziemlich alles, was er nicht getan hat.
Ich denke, da muss so einiges schief laufen, damit genau das dabei rauskommt. Manchmal frage ich mich, was seine Kindheit geprägt hat, damit genau das aus ihm wurde. Denn es gibt für jede Entwicklung einen Grund. Schade nur, dass man manche Dinge niemals erfahren wird.
Und ja, bis es hier überhaupt zu einem Ende kommt...wird es doch noch eine ganze Weile dauern. Wir sind jetzt erst im fünften Jahr von 24. Da kommt noch ein bisschen was. Allerdings wird mein Vater keine große Rolle mehr in den späteren Jahren spielen, zumindest nicht physisch. Wobei er hier und da noch seine Erwähnung findet und auch erwähnt wird, was ihn aktuell betrifft. Und ich denke, das wird keinem hier wirklich gefallen.

In dem Sinne wünsche ich dir noch eine angenehme Restwoche~

LG
Riot
21.09.2020 | 14:42 Uhr
Hallo Riot,

kennst du das, wenn man keine Ahnung hat, was man sagen soll, einfach nur, weil man so geschockt ist? Würdest du mir jetzt vor mir stehen, ich würde dich wohl eine ganze Weile nur anstarren, wie ein dummes Schaf o.O Glücklicherweise fällt mir in genau diesen Momenten das Schreiben sehr viel einfacher.
Und trotzdem weiß ich nicht so genau, was ich jetzt sagen soll :/

Ich versuch es mal so:
Dein fünfjähriges Ich hört sich ganz schön deprimiert an. Was aber absolut nachvollziehbar ist, nach allem, was dir bis dahin passiert ist. Irgendwie verstehe ich aber nicht, warum das Monster versucht hat, etwas dagegen zu unternehmen? Es hört sich fast so an, als würde er dich plötzlich akzeptieren.
Leider macht er, wie so viele Erwachsene einen entscheidenden Fehler. Ein Tier ist kein Mittel zum Zweck! Man kann es nicht mit nach Hause bringen und plötzlich ist alles Friede-Freude-Eierkuchen >:( Ich möchte gar nicht wissen, was er dem armen Hund angetan hat, aber leider funktioniert mein Gehirn vermutlich, wie bei den meisten hier (im Prinzip wie bei allen, die selber Geschichten hochladen) und es malt sich von selbst die schlimmsten Dinge aus.
Dann kamen ein paar süße Kätzchen. (Ich bin sowohl Hunde als auch Katzenmensch ^^' Ich weiß, ist komisch) Katzen sind Einzelgänger und deswegen so eigensinnig, leider weiß man das mit fünf einfach nicht immer. Für die kleinen Fellknäuel kommen immer zuerst sie selbst, was bedeutet, wenn sie sich nicht wohl fühlen oder einfach keine Lust haben, werden sie sofort handgreiflich (im Prinzip genau wie dein Vater) Leider sind sie im Vergleich zu einem Mann klein und schwach. Das, was er getan hat, ist einfach nur hochgradig psychisch gestört! Ein Tier im Affekt zu töten ist heftig, aber zeugt einzig von einer beschissenen Impulskontrolle. Ein Lebewesen lebendig zu begraben und da unten sterben zu lassen ist einfach nur ... unbeschreiblich falsch? Moralisch nicht vertretbar? Psychopathisch bis zum geht nicht mehr? ... und noch vieles mehr. Mir wird schon schlecht, wenn ich nur daran denke (oder das hier lese)
Bis jetzt war es immer ein reines Blabla, aber jetzt ist das Fass übergelaufen. Dieses kranke Arschloch gehört weggesperrt und bestraft, aber nicht auf die freundliche Art und Weiße. Er sollte spüren, was er diesem armen Wesen angetan hat ... Ich ... ich weiß nicht ... *erschöpft ausatmen*
Ich bin gerade zu überfordert und da ich jetzt auch schon beinahe eine Stunde hieran schreibe, habe ich, um ehrlich zu sein, auch keine Lust mehr, über diesen Psycho nachdenken zu müssen.
Deswegen wünsche ich dir trotz allem einen guten Wochenstart und hoffe einfach auf Besserung (immerhin war das für mich bis jetzt eines der schlimmsten Kapitel)
LG Rudinsten

Antwort von Ereschkidal am 23.09.2020 | 17:05 Uhr
So, hallo Rudinsten, ich melde mich zur Antwort~

Tatsächlich nicht, nein. Liegt aber auch daran, dass mich einfach nichts wirklich schocken kann, bin zu abgebrüht. Aber hey, immerhin fällt einem dann noch das Schreiben leicht. Zumindest etwas leichter. Immerhin muss man ja nicht direkt Antworten finden, sondern hat Zeit, um die richtigen Worte zu finden. Und hey, am Ende hast du es geschafft~

Mein Ich damals war auch schon dezent deprimiert. Oder eher...auf Überleben geschult und dazu überzeugt, das man allen Dingen nur noch mit Akzeptanz entgegentreten kann. Warum das Monster damals darauf eingegangen ist, ist ganz einfach. Ich denke, ich würde nicht zu weit gehen zu behaupten, dass er eine gewisse Ader des Narzissmus hat. Und wenn man etwas niedermacht, muss es auch Momente geben, die dafür sorgen, dass es dem Opfer wieder besser geht. Das ist ein einfaches, manipulatives Verhalten, um Menschen das Gefühl zu geben, man sei abhängig. Dass es so sein muss. Dass es richtig so ist. Das sind alles kleine Aspekte der Psychologie eines Menschen, die andere genau so drehen, wie man es braucht. Plötzliche Akzeptanz hat damals bei mir dazu geführt, dass es bedeuten musste, wenn ich wieder angeschrien wurde, dass es an mir lag. Weil es war ja nicht immer so. Manchmal war er gut zu mir, machte mir tolle Geschenke, war wie ein echter Vater. Und viel zu oft war er es nicht. Aber die guten Momente haben es ganz einfach wieder aufgewogen, obwohl das nicht hätte sein dürfen, weil ich in diesen Sekunden bekommen habe, was ich wollte: die Liebe meines Vaters.

Ja, Tiere sind kein Mittel zum Zweck, zumindest nicht für Kinder, die keine Ahnung haben, was für eine Arbeit auf sie zukommt. Ich hoffe ja immer noch, dass er den Hund einfach zurückgegeben hat. Ich bin ein absoluter Hundemensch und ich habe ein wahnsinns Problem damit, wenn man seinem Vierbeiner aus Absicht was bricht. Im Endeffekt weiß ich aber nicht, was mit dem Hund am Ende passiert ist. Ich möchte einfach an was besseres als den Tod glauben.
Tatsächlich ist das nicht komisch. Gib viele, die beides sind. Bei mir hat sich das nicht verändert. Ich muss ehrlich sagen, dass ich Katzen nicht ausstehen kann. Aus genau eben diesen Gründen, die du erwähnst. Ich mag diese...Eigensinnigkeit nicht. Bin eher der "Freund fürs Leben" Mensch. Aber ja, das was er getan hat, ist einfach...grausam. Es ist auf seine eigene, verdrehte Art in seinen Augen das einzig richtige gewesen. Aber das ist es einfach nicht. Einem Tier so etwas anzutun ist einfach nur widerlich.

Ich denke, er wird bis zum Ende mit seiner Art davonkommen. Das ist das traurigste an allem. Weil er am meisten vom Karma bestraft gehört. Aber er bekommt immer, was er will. Und hinterlässt nicht nur eine Familie in Scherben.
Mal sehen, ich für meinen Teil glaube ja, schlimmer als das Kapitel wird es im großen Ganzen nicht mehr. Nur noch absurd im Sinne von Kettenreaktionen, falschen Entscheidungen und vielen, vielen Wünschen, die auf die Knie gegangen sind. Das ist...vermutlich alles weniger schlimm, als ein lebendig begrabenes Tier.

In diesem Sinne danke ich dir wie immer dafür, dass du was dagelassen hast und hoffe, dass du die restliche Woche gut rumbekommen wirst~

LG
Riot
17.09.2020 | 10:54 Uhr
Oh man. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, was ich sagen soll. Mittlerweile wird es immer schwerer, Worte für solch unverständliche Dinge zu finden.
Aber, ich kann dir sagen, dass mir das unendlich leid tut. Das macht es aber auch nicht besser. Es bringt dir deinen Freund nicht wieder und lässt dich auch nicht diesen schrecklichen Abend vergessen.
Ich könnte dir - mal wieder, wie immer - sagen, dass das nicht deine Schuld ist, aber ich hoffe, dass du das mittlerweile auch weißt.
Es ist besonders deshalb so unfair, weil es mal wieder zeigt, dass man als Kind kaum eine Chance hat, aufrichtig zu sein, denn so oft glaubt dir keiner.
Besonders nicht andere Kinder. Irgendwie erscheint ein Streit oft leichter, als eine etwas kompliziertere Wahrheit.
Es ist übrigens faszinierend, wie gut du dich noch an die Dialoge deiner Kindheit erinnern kannst. Ich kann mich an kaum etwas erinnern, allerdings war meine Kindheit vermutlich nicht halb so prägend, wie deine.

Das mit der Empfehlung mache ich gerne. Wäre es dir lieber, wenn diese Geschichte fertig gestellt ist, oder jetzt? Ich habe das noch nie gemacht und muss mich damit erst mal auseinandersetzen. Wenn dafür ein spezielles Empfehlungsschreiben nötig ist, würde ich ihn dir gerne vorher zur Überprüfung schicken, nicht dass ich am Ende irgendetwas behaupte, was gar nicht stimmt.
Wäre das ok für dich?

Drück dich und viele Grüße,
Eva

Antwort von Ereschkidal am 17.09.2020 | 11:40 Uhr
Huhu Eva~

Freut mich, wieder von dir zu lesen. Dachte schon, dass du gar keine Worte mehr findest, weil ich mir gut vorstellen kann, dass es immer schwerer wird. Wobei man ja dann doch immer auf verschiedene Aspekte eingehen kann, anstatt es allgemein zu halten. Immerhin beiße ich nicht und ich kann verstehen, wenn man sich hier und da drüber aufregt.

Ja, wie du sagst, Streit ist sogar heutzutage noch sehr oft einfacher als die Wahrheit zu aufzutischen oder sich rechtfertigen zu müssen. Das ist so eine Sache, die manches verkompliziert oder schier einfacher macht weil, seien wir ehrlich, Dennis und ich hätten niemals eine Zukunft gehabt. Allein schon wegen seinen Eltern. Wäre es nicht die Brille gewesen, dann irgendwann etwas anderes, und spätestens dann, als meine Familie umgezogen ist.

Was die Gespräche anbelangt...joa...es ist ganz praktisch sich an die meisten erinnern zu können. Aber weißt du, was nicht so schön ist?
1. Es verfolgt einen.
2. Ich kann mich hauptsächlich nur an die negativen Dinge im Leben erinnern. Auch, wenn es mal schöne Momente gab, die zwar selten aber vorhanden waren, sind sie wie ausgelöscht. Zum Beispiel erzählt meine Mutter gerne davon, wie wir zusammen in England waren, nur sie und ich, wo ich enge Freundschaft mit dem Sohn ihrer besten Freundin geschlossen hatte. Jack hieß er, das weiß ich noch. Aber ich kann mich nur noch ganz ganz vage an diesen Jungen erinnern und an die wirklich schöne Zeit, die wir laut Mama gehabt haben müssen. Selbes gilt für eine Fahrt nach Frankreich, nur mit Mama. Ich erinnere mich nicht daran, dass wir da waren. Sie erzählt so so gerne davon und ich kann nur zuhören, als wäre ich niemals da gewesen. Das ist unglaublich schade und ich würde jederzeit tauschen, wenn ich könnte. Nur für ein paar gute Erinnerungen, die überwiegen.

Das kannst du selbst entscheiden :) Diese Biografie wird noch eine gaaaanze Weile lang laufen, wir haben noch viel vor uns. Und man braucht auch kein spezielles Empfehlungsschreiben. Im dafür vorgesehenen Post (wenn man auf wöchentliche Empfehlung geht, ganz runter scrollen, da ist irgendwo der Hauptbeitrag verlinkt) gibt man normal nur Name, Autor, Kapitelanzahl und Status, Rating, Kategorie und wenn man möchte, den Grund der Empfehlung an (sowie den eigenen Namen als Postersteller, anonymes wird ignoriert). Letzteres kann man ausfüllen, ist aber eben kein muss. Die Leute lesen nur eben selten bis keine Autobios oder Bios allgemein. Wenn du also da was loswerden möchtest, warum du es empfielst, dann kann das nur helfen :)
Alles in allem aber kein muss und ich will dich da auch nicht zu etwas drängen. War nur win Vorschlag meinerseits, damit es eventuell unter mehr Augen kommt~

In diesem Sinne danke ich dir für dein Review und hoffe, bald wieder von dir zu lesen, da morgen bereits das nächste Kapitel kommt

LG
Riot
10.09.2020 | 12:11 Uhr
Hi Riot,

wie ich mir schon gedacht habe, war es ein schlimmes Kapitel. Ich habe dieses taube Gefühl in mir, könnte am Schock liegen. Das mit der Brille war eigentlich schon vorhersehbar, aber das macht die Sache auch nicht einfacher!
Der Abschied von Dennis hat mich (beinahe) zum Weinen gebracht. ó.ò (Ja, ich bin gnadenlos ehrlich ^^') Ich weiß natürlich, dass er es sich einreden musste, aber er hätte es nicht sagen müssen. Du warst keine Lügnerin und du konntest auch nichts dafür, dass das Monster die Brille kaputtgemacht hat. Auch wenn man nach der roten Wange auch versteht, dass er sich nicht gegen seine dumme Mutter stellen wird. (Herrje, Jungs habens auch nicht leicht!)
Und dann musstest du uns gleich noch ein Messer zwischen die Rippen stoßen und uns diese Liste vor die Nase legen. Das hat mir dann den Rest gegeben. So etwas gehört bestraft, und zwar nicht erst in der Hölle (an die ich sowieso nicht glaube), sondern jetzt schon. (Merkt man, dass sich das taube Gefühl langsam in Wut verwandelt?) Ihm sollte mal jemand so richtig die Meinung geigen. (Wenn du weißt, was ich meine *böse Lachen*)
Wenigstens stellt sich deine Mutter noch schützend vor dich, auch wenn ich einfach nicht verstehen kann, warum ihr Fass noch nicht übergelaufen ist? Jetzt mal ernsthaft, sie bedroht ihn mit einem Messer!!! Und trotzdem bleiben sie zusammen??? Ja, sie hat dich und nur als Künstlerin, soweit ich das mitbekommen habe (oder gar nicht und malt nur nebenbei? Ich blick da nicht so ganz durch), aber für mich wäre das wirklich der Moment gewesen, in dem ich gesagt hätte: ,Und jetzt ist es vorbei! Ich suche mir jemanden, der mir hilft!' Und die gibt es immer irgendwo. Hilfsbereite Menschen (meistens, Frauen mittleren Alters, die einen Helferkomplex haben (meine Mam ist so eine ^^')) würden schon einen Weg finden, das zu regeln. Aber dafür muss man sich auch an sie wenden und anscheinend traut sich deine Mutter das einfach nicht, was dir wiederum schadet.

Bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt! (Die, dass dein Leben in den kommenden Kapiteln besser wird) Aber irgendwie habe ich so ein Bauchgefühl, dass es noch eine ganze Weile bis dahin bracht -_-'
Bis dahin,
LG Rudinsten

Antwort von Ereschkidal am 10.09.2020 | 12:57 Uhr
Huhu Rudinsten~

Ja, das mir der Brille war in der Tat vorhersehbar. Hätte ich damals nicht die Tatsache des Essen übersehen, wäre das nicht passiert.
Ding mit Dennis ist ja, dass viele das Gefühl haben, es würde realer werden, wenn man es ausspricht. Das ist ein menschlich normales Verhalten und absolut verständlich, wie ich finde. Und nein, er hatte es mit seiner Mutter wirklich nicht leicht. Die Frau war ein Biest.

Die Liste wird hier immer mal wieder über die Kapitel hinweg auftauchen, mit neuen Statistiken und co. Das wird dir vermutlich noch öfter bitter aufstoßen. Weil nicht nur meine Umgebung unfair war und ist. Da gibts auch noch ein anderes Problem.
Was meinen Vater anbelangt, so denke ich eben, dass er bis zum Ende damit davonkommen wird. Leider Gottes.

Meine Mutter war arbeitslos zu dem Zeitpunkt. In meiner Familie war alte Schule gefragt. Die Frau bleibt zu Hause und kümmert sich um das Kind, der Mann arbeitet.
Allerdings hat meine Mutter nebenher heimlich Deckchen verkauft, um Geld anzuhäufen denn, nein, Leute mit Helfersyndrom gibt es NICHT überall. Vor allem nicht da, wo ich aufgewachsen bin, wo hinter hervorgehaltener Hand getuschelt wird, die Leute mehr Angst vor Stress als vor einer Leiche im Haus haben und die Kinder auf eine Art erzogen werden, dass sie denken, Kinder wie ich sind schlechter Einfluss und weniger Wert. Wenn du an einem Haus angekettet bist, mit einem Kind und Eltern, die dir jeder Zeit in den Rücken fallen würden, wenn du weißt, dass er dich finden und holen wird, wenn du wegläufst, dann ist simples Weglaufen keine Option. Deswegen gibt es Menschen, die jahrelang planen. An einem Weg, um zu entkommen.
Leider ist das Ganze nicht annähern so einfach, wie manche Leute sich das vorstellen. Zumal, wenn das Monster kein Problem damit hat, dich niederzujagen, wenn es muss.

Hach ja, Hoffnung. Ich will sie dir nicht nehmen, aber ich will dir auch keine Garantie geben. Ich schreibe meine Autobiografie nicht, weil da Licht am Ende des Tunnels war oder ist. Ich kann gut und gerne behaupten, dass es bis jetzt noch keinen klaren Aufstieg gab. Aus vielen Gründen, die man über die Kapitel hinweg hoffentlich verstehen wird. Aber wir lassen uns überraschen, vielleicht ist da doch etwas, dass man als eher Positiv ansehen kann. Wer weiß :)

Bis dahin wünsche ich noch eine angenehme Restwoche~
LG
Riot
02.09.2020 | 08:22 Uhr
Hallo Riot,
heute habe ich mir mal gedacht, dass du mein Review in Form einer Liste bekommst (so, vergesse ich auch ganz bestimmt nichts ;3)

Erstens: Ich liebe deine Mama, sie ist der Inbegriff dessen, was ich sein möchte ^^ (abgesehen von der Männerwahl)
Zweitens: Jetzt verstehe ich auch, warum sie mit deinem Vater zusammengekommen ist und zusammengeblieben ist! Man sucht sich oft Menschen, die so sind wie das Altbekannte. Auch wenn das leider nicht besonders gut ist. Es ist extrem schwer, es anders bzw. etwas besser zu machen als die eigenen Eltern (auch, wenn man es sich als Kind/Jugendlicher ständig sagt) |Nachtrag: Ich habe das Review von Eva gelesen und auch deine Antwort darauf. Das macht natürlich auch Sinn, aber mit jedem Kapitel wünsche ich mir einfach eine bessere Ausrede, warum sie nicht einfach ihre sieben Sachen packt (und dich) und abhaut! Nur ist es einfach, das zu sagen, wenn man weiß, dass man immer einen sicheren Platz hat. Eine Familie, die einen wieder schützend in ihre Mitte nimmt :/ also ist es doch irgendwie die Schuld deines Großvaters, dass sie nicht von dem Idioten wegkommt!|
Drittens: Dein Opa ist doof! Darf ich ihn auch in den Hintern treten?
Viertens: Dennis Mama ist auch doof! Jetzt mal im Ernst, wie kann man einem 4/5-Jährigen sagen, dass eine 4-Jährige schlechten Einfluss auf ihn hat??? o.O Ist die noch ganz Schinken?
Fünftens: Irgendwie freue ich mich so gar nicht auf das nächste Kapitel. Nach dem Abschlusssatz wahrscheinlich auch nicht verwunderlich :/ Ich hab da so ein ganz schlechtes Gefühl.
Hoffentlich traue ich mich trotzdem, weiter zu lesen! ^^' Vermutlich schon

Bis dahin
LG Rudinsten

Antwort von Ereschkidal am 02.09.2020 | 12:06 Uhr
Huhu Rudisten~

Freut mich, dich wieder zu lesen. In Form einer Liste, um nicht zu vergessen klingt nach einem Plan. In der Form kann ich es dann natürlich auch ganz einfach abarbeiten :D

1. Ja, meine Mutter war damals...und ist es manchmal noch, sehr darauf aus mich zu beschützen. Aber ich bin mal gespannt, ob du diese Meinung beibehältst mit der Zeit.

2. Ich bin froh, dass du Evas Kommentar gelesen hast. Dadurch bleibt mir eine Wiederholung erspart. Aber, um es mal aufzufassen, weil das bei mir so in dieser Mache nicht genau aufkommt und meine Mutter mir das damals erst doch recht spät erklärt hat: Scheiden war verpönt. Vor allem in meiner Familie, wo man die Ehe für gewöhnlich durchzieht. Hinzukommend haben meine Großeltern meinen Vater geliebt. Vielleicht, weil er wie Opa war. On top of that war meine Mutter zu dem Zeitpunkt durch ihre eigene Geschichte entkräftet. Sie hatte Kraft, um mich zu beschützen, aber keine, um einen Schritt weiterzugehen. Sie hat einfach erduldet und das war für sie okay, so lange ich halbwegs heile aus dem Ganzen rauskam.

3. Hau weg.

4. Wie das eben so ist. Manche Eltern wollen keine Kinder in der Umgebung, die optisch weniger Wert besitzen als Neureiche.

5. Ja, der letzte Satz lässt ein bisschen Unschönes vermuten. Aber ich kann dich beruhigen, es wird hässlicher als unschön. Ich würde sagen, das nächste Kapitel kommt nahe an das erste ran. Aber es kommen auch noch andere Dinge rein, zum Beispiel: Warum hat Riot so eine Scheißangst vor Puppen? :D

Ich bin mal gespannt, wie das nächste Kapitel ankommen wird. Bis dahin danke ich dir wie immer für dein Review und wünsche eine angenehme Restwoche (die ich am Wochenende ja vielleicht mit einem Doll Kapitel versüßen kann) :)

LG
Riot
01.09.2020 | 17:56 Uhr
Meine Liebe!
Irgendwie tut es mir sehr leid zu hören, dass auch dein Großvater so hart, urteilend und fordernd war, wie dein Vater. Ein weiterer Mann in deinem Leben, der wohl nicht versteht, dass Vierjährige noch nicht perfekt sein können. Dass man lernen muss, um gut zu sein, und dass man auch nicht immer alles perfekt können muss, um geliebt zu werden.

Es wäre so schön gewesen, wenn du in Deinem Großvater einen liebevollen Mann gefunden hättest, der sich über deine Bilder freut oder wenigstens so tut, als würde er sich freuen. Aber wir haben ja schon mehrmals darüber gesprochen, dass die Welt eben nicht so blumig ist.

Es ist übrigens sehr interessant, wie ähnlich sich dein Großvater und dein Vater im Umgang mit Kindern anhören. Es gibt ja viele Theorien, die besagen, dass man sich häufig Partner aussucht, die den eigenen Eltern ähnlich sein soll. Ich selbst weiß nicht, was ich davon halten soll. Aber es klingt, als gäbe es dort einige Gemeinsamkeiten.

Das mit Dennis ist wirklich sehr schade und ich habe bezüglich der Sonnenbrille schon eine böse Vorahnung, wie sich das entwickeln wird.

Bezüglich deiner Antwort auf mein letztes Review: mach dir bitte deshalb keinen Stress. Wir Leser*innen haben es ja selbst in der Hand, wann wir deine Geschichte lesen werden. Ich fange sie zum Beispiel nie an, wenn ich weiß, dass ich gerade aus irgendeinem Grund nicht bereit dafür wäre. Wir können selbst entscheiden, was wir gerade tragen können und was vielleicht zu viel wäre. Es ist okay (ist es wirklich).

Ich habe diese Geschichte übrigens einer Freundin von mir empfohlen (wieder ein stiller Favoriteneintrag mehr, der dich wahrscheinlich nervt :D)
Sie hat aktuell noch sehr viel Stress und hat es daher bis jetzt nur auf ihre Leseliste gesetzt, aber sie meinte, dass sie sich Zeit dafür nehmen will. Ich finde einfach, dass diese Geschichte es verdient, gehört zu werden.

Liebe Grüße, Eva

Antwort von Ereschkidal am 01.09.2020 | 20:11 Uhr
Huhu Eva~

Tatsächlich sind alle Männer in meiner Familie auf diese Art und Weise veranlagt. Das ist irgendwie so eine Sache, die viele mit sich rumschleppen, wieso auch immer. Und wenn man nicht mit macht, dann ist Überleben nicht mehr möglich.
Ding ist, bedenke ich die Lebensgeschichte meiner Mutter, so ist mein Großvater auf eine andere Art sehr viel schlimmer gewesen, als mein Vater, wie ich sagen muss. Hinzu kommt ja auch, dass ich nicht wirklich "gemocht" wurde von meinen Großeltern. Und das hier sind nur die winzigen Ausläufe.
Was deine Theorie anbelangt, so greife ich mal etwas vorne weg, denn obwohl ich darüber nachdenke auch die Biografie meiner Mutter zu schreiben, so weiß ich nicht, ob es da noch jemanden interessieren würde. I dunno. Um es also mal kurz und knapp zusammenzufassen: Hätte Mama gewusst, was sie sich da anlacht, hätte sie ihn nie geheiratet. Ding ist aber, dass dieser Mann unfassbar charmant gegenüber der Frauen ist, die er haben will - bis er sie dann hat. Danach brechen die Dämme ein und der Terror beginnt.
Also ja, es gibt Gemeinsamkeiten zwischen ihm und meinem Opa, allerdings hat meine Mutter sich das auf diese Art nicht ausgesucht. Und als sie es bemerkt hat, war es bereits zu spät, im Sinne von: Ich erwarte ein Kind von dir.

Das ist es in der Tat. Die Sonnebrille wird noch mal ordentlich Thema. Und auch Dennis wird es sein.

Das ist gut zu wissen. Einige Leser machen einem einfach gerne Vorwürfe, weil wegen was auch immer. Ich habe da auch schon echt ungeile Strapazen hinter mir. Deshalb bin ich da ganz ganz vorsichtig, denn...generell...ist das immer wie Topfschlagen auf einem Minenfeld.
Dass du die Story weiterempfohlen hast freut mich wahnsinnig! Das ist super lieb von dir, vor allem, weil...ich hab echt..sehr viel scheiße gebaut. Je Älter ich wurde, desto schlimmer wurde es und ich weiß einfach, wie viele Mädchen und Jungs im Jugendalter und auch in meinem Alter...kämpfen. Irgendwie, so halb, weil...mein Gott, Mitte Zwanzig hat man irgendwie keine Ahnung mehr, was man mit sich machen soll, weil Menschsein nicht so funktioniert, wie man in den Lehrbüchern gesehen hat.
Falls, und ja, das läuft jetzt auf etwas Eigenwerbung heraus, du die Geschichte noch mehr Leuten aufs Auge drücken möchtest, so empfehle ich die wöchentlichen Empfehlungen hier auf FF.de. Andere Autoren können im Hauptbeitrag Geschichten empfehlen, die dann geprüft werden dann eben empfohlen. Damit erreicht man vielleicht noch ein paar Leute mehr, wenn man im "Grund für die Empfehlung" die passenden Worte findet :)

In diesem Sinne danke ich dir auf jeden Fall für dein Review und wünsche dir noch eine angenehme Woche!

LG
Riot
13.08.2020 | 12:09 Uhr
Hey du!
Oooh ist das süß! ♥️
Vielen vielen Dank dafür, dass du uns auch einen Einblick in die schönen Momente deines Lebens gibst. Zugegebenermaßen schmerzt es mich ein wenig, dass schöne Momente wohl scheinbar meist automatisch mit der Abwesenheit deines Vaters verbunden sind. Denn eigentlich sollte das so nicht sein.
Es freut mich sehr, dass du endlich einen Freund gefunden hast, ein anderes Kind, in dessen Anwesenheit du einfach mal Kind sein darfst.

Ach ja, das mit dem selbst fliegen können, war als Kind auch immer mein Traum. Ich dachte immer, die anderen Menschen hätten es einfach noch nicht lange genug versucht. Wenn ich mehr üben würde, dann ginge das bestimmt. Also bin ich immer von der Schaukel gesprungen und hab dabei wild mit den Armen gewackelt, ähnlich wie du. Es grenzt eigentlich echt an ein Wunder, dass ich mir bis heute noch nie etwas gebrochen habe.

Übrigens: mach dir bitte bitte keine Sorge über meinen emotionalen Zustand! Eher im Gegenteil. Ich denke, wenn mich diese Geschichte nicht berühren und an vielen Stellen traurig machen würde, würde wohl irgendetwas nicht mit mir stimmen.
Es ist in Ordnung, dass mich das mitnimmt. Es kann nicht immer alles schön sein. Trotzdem ist es sehr lieb von dir, dass du dich da so um deine Leser*innen sorgst.

Liebe Grüße,
Eva

Antwort von Ereschkidal am 13.08.2020 | 14:49 Uhr
Huhu Eva~

Ich finde, die gehören einfach dazu. Weil es eben auch schöne Momente gab, die die Welt etwas weniger düster gemacht haben. Aber ja, die schönen Momente waren eigentlich immer außerhalb meiner Familie, außer sehr wenige Male. Weil dort einfach niemand auf meine Fehler gelauert hat. Zumindest nicht immer. Dennis war der erste Freund, bei dem es sich richtig angefühlt hat zu reden und zu träumen. Vor allem, weil er selbst nie gern über seine Eltern sprach.

Haha, jeder hat zumindest schonmal versucht zu verstehen, warum Menschen nicht fliegen können. Das ist etwas generell...eigensinniges. Vielleicht, weil der Himmel am weitesten von uns entfernt ist. Aber hey, ich hab mir auch nie etwas gebrochen. Wir haben uns also gut geschlagen mit der Zeit :D

Muss ja nicht sein, dass dann was mit dir nicht stimmt, kann ja auch einfach sein, dass ich es nicht gut genug rüberbringe. Davon aber abgesehen will ich wirklich niemandem den Tag versauen und da mache ich mir natürlich ein bisschen Gedanken drüber, weil ich es auch einfach gewohnt bin, dass niemand einen "Stimmungskiller" will. Aber wenn du sagst, dass es in Ordnung ist, dann freut es mich natürlich. Eben, weil das wenigste Schön ist, wenn man sich die Seiten so ansieht. Gut zu wissen, dass es bei dir auf jeden Fall auf Verständnis trifft.

LG
Riot
12.08.2020 | 11:30 Uhr
Sprachlos ... Ich bin mal wieder sprachlos ^^
Das war ein richtig schönes Kapitel ;) Endlich ein kleiner Moment echte Kindheit!
Ich habe es sehr genossen, besonders den Moment, indem du deinen ersten Freund gefunden hast *-*
Der kleine Dennis ist supersüß! (Du erklärst zwar nicht, wie er aussieht und doch kann ich ihn mir irgendwie super vorstellen :3 Irgendwie habe ich sogar das Gefühl, ihn zu kennen ^^')
Oh ja! Haare sind das ewige leidige Thema! Als Kind sieht man die Welt so einfach. Markante Merkmale dringen also hauptsächlich durch! Bedeutet: Lange Haare gleich Mädchen, kurze Haare gleich Junge ;p (um nur ein Beispiel zu nennen)
In der Hoffnung, dass die kommenden Kapitel so schön bleiben ;3
LG Rudinsten

Antwort von Ereschkidal am 12.08.2020 | 18:50 Uhr
Und noch einmal Hallo, Rudinsten~

Ja, gelle! Es gibt auch mal schönere Kapitel, denn auch wenn vieles schlecht war, so war nicht alles schlecht. Und mein erster Freund war wirklich etwas...ganz besonderes. Auf sehr vielen Ebenen. Haha, ich bin nicht genauer auf Dennis eingegangen, weil ich sein Gesicht in dem Alter nicht mehr klar vor Augen habe. Aber er war ein Junge, wie man ihn sich wohl vorstellt. Normal. Und in der Persönlichkeit wie viele andere und doch wie kein anderer. Dennis war immer...irgendwie anders :D
Eben, ganz genau. Ich war echt nicht begeistert davon kurze Haare zu haben. Das war so mein...Fleisch gewordener Albtraum. Ohne Witz xD Dieses Kaugummi hat einfach alles ruiniert...aber ich glaube...ich würds wieder tun. :D

In diesem Sinne danke ich dir wie immer für deine Rückmeldung und es freut mich, dass du dieses Kapitel als schön empfunden hast, obwohl es doch seine bittersüße Note für mich hatte. Weil man mit vier nicht auf Rettung hoffen sollte. Aber man steht es durch.

LG
Riot
12.08.2020 | 10:25 Uhr
Um Himmels Willen!
Da gibt er mit dir an und ist immer noch so ein Arsch? Außerdem hattest du das mit dem Schlafen im LKW nur gut gemeint :/
Dein Vater ist echt ein riesiger Mistkerl, aber der Typ beim Frühstück gehört einfach nur an den Eiern aufgehängt (Sry, aber das ist meine Meinung!!!) Pädophilie ist eine Krankheit, gegen die man kämpfen muss. Der Abschaum, der den Kampf verliert (oder gar nicht erst beginnt), ist einfach nur verabscheuungswürdig. Kein Mädchen sollte in Angst leben müssen, nicht in unserer Zeit! Und doch tun wir es.
Währe das eine erfundene Geschichte (oder besser gesagt, eine Romanze), dann würde der Mann im Anzug dich und deine Mutter wahrscheinlich aus der Sache mit deinem Vater rausholen ^^
(Lass mal überlegen *grübel* Er ist ein Anwalt, zu dem du aufsehen kannst. Deswegen auch der Anzug. Er bekommt mit, wie dein Vater dich behandelt, und legt sich mit ihm an ...) Was? Bin ich etwa in Tagträumereien abgedriftet? Bitte, entschuldige ;3
So, heute schicke ich dir mal mit einem selbst gemachten, besseren Gefühl liebe Grüße :D
Rudinsten
PS Bitte, entschuldige, dass es so lange gedauert hat, bis ich geschrieben habe ^^' (Hatte Urlaub und war sehr selten auf FF.de)

Antwort von Ereschkidal am 12.08.2020 | 18:44 Uhr
Huhu Rudinsten~

Schön wieder von dir zu lesen. Ich konnte mir schon denken, dass du beschäftigt oder so bist. Ich hoffe, du konntest deinen Urlaub genießen! Die Hitze setzt Haare in Flammen. :D

Ja, hatte ich, aber das hat letztlich keine Rolle gespielt, weil ich schlicht...nicht gehört habe, wie er es gerne gehabt hätte.
Man kann ja nicht mal sagen, dass dieser Mann vielleicht Pädophil war. Er könnte auch einfach ein Kinderhändler gewesen sein, weil man damit ja durchaus gut Geld machen kann, wie ich mir vorstelle. In diesem Sinne sind endlos viele Optionen offen. In einer Welt wieder dieser sollte KEIN KIND sich jemals fürchten müssen. Aber so ist es eben. Für Mädchen, wie auch für Jungs. Beide Seiten leben in Angst. Bei den Mädchen sind es eben nur mehr, wie ich behaupten würde.

Ugh, wäre das erfunden, wäre da raus vermutlich noch eine Romanze geworden, der Kerl hätte meine Mutter geheiratet und wir wären alle in den Sonnenuntergang geritten. Da bekomme ich nur beim Gedanken Karies von :D

In diesem Sinne wünsche ich dir noch eine gute Restwoche!

LG
Riot
07.08.2020 | 23:53 Uhr
Liebe Sally!
Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, was ich sagen soll.
Du hattest wirklich verdammt Glück im Unglück, dass dieser Mann im Anzug kam. Eigentlich weigere ich mich innerlich, das Wort Glück zu verwenden, denn es erscheint mir nicht wirklich passend. Ich frage mich so häufig, wie schwer es ein kleines Mädchen eigentlich haben kann. Es ist fast dreist, an dieser Stelle nun von Glück zu sprechen.

Wieder muss ich den Kopf schütteln über deinen Vater, der nicht auf dich aufpasst und sein Fehlverhalten in deine Schuhe schieben will. Wenn Vierjährige von nun an für sich selbst verantwortlich sind, dann brauchen wir ja eigentlich keine Eltern mehr, oder? Das würde bestimmt viele Probleme wie beispielsweise zu wenige Kita-Plätze von alleine lösen. Wofür brauchen wir die noch, die Kinder können ja auch einfach auf sich selbst aufpassen.
Verdammt, sowas macht mich echt wütend. Scheinbar ist hier nicht der LKW das eigentliche Monstrum.

Zu deiner Antwort auf mein bisheriges Review:
Du sprichst da Dinge an, die mich echt hart triggern. Ich bin zur Zeit (viel zu viel) auf Jodel unterwegs und diskutiere dort sehr viel mit Trollen, aber auch mit unglaublich unterbelichten Steinzeitmenschen, die das wirklich ernst meinen, was sie so schreiben.
Teilweise lese ich dort wirklich Dinge wie „Dicke Frauen müssen sich glücklich schätzen, wenn jemand sie vergewaltigt“ oder eben auch Sätze, wie die, die du zitiert hast.
Das ist unglaublich!
Nicht Kleider machen Männer zu Vergewaltigern. Vergewaltiger machen sich selbst zu Vergewaltigern. Man(n) kann das nicht einfach so auf irgendwelche Triebe schieben.
Das, was uns von Tieren unterscheidet, ist eigentlich, dass wir unsere Triebe beherrschen können.
Wer einer anderen Person so etwas antut, ist einfach ein Mensch, der es nicht anders verdient hat, als sein gesamtes restliches Leben in einem dunklen Loch zu verrotten. Und selbst das wäre noch nicht annähernd mit dem vergleichbar, was er dem Opfer angetan hat.

Ich fand es sehr interessant, als ich „Männerwelten“ von Joko und Klaas einigen männlichen Freunden von mir zeigte. Denn viele dachten tatsächlich, Sophie Passmann würde übertreiben.
Das könne doch gar nicht sein.
Als ich darauf beharrte, dass ich abgesehen von der Vergewaltigung schon alles aus diesem Beitrag erlebt hatte, da waren sie auf einmal still. Mein Freund war damals echt geschockt, weil er mich davor nie gefragt hat, ob ich schon einmal sexuell belästigt wurde. Und weil ich nie wirklich darüber gesprochen habe. Aber eigentlich ist das auch nicht in Ordnung. Wir sollten darüber reden, damit die Welt versteht, dass dieses Problem größer ist, als wir alle denken.

Ich wünschte, ich könnte dir als Abschluss dieses Reviews noch irgendetwas Postivies schreiben, allerdings bin ich grad echt in einer Depri-Grundstimmung. Es kann halt nicht immer alles nur schön sein.
Ich wünsche dir auf jeden Fall ein schönes Wochenende!
Liebe Grüße, Eva

Antwort von Ereschkidal am 08.08.2020 | 00:48 Uhr
Huhu Eva~

Wie man so schön sagt, ist das exakt Glück im Unglück, wie ich sagen würde. Anders kann man es nicht betiteln, denn bei Gott, es hätte extrem schlimm enden können.
Ich denke, mit den Jahren, die wir hier durchnehmen, wird vielleicht auch verständlich, warum manche Menschen so werden, wie sie sind. Oder welche Kettenreaktion ein Ereignis über die Jahre hinweg auslösen kann. Könnte in diesem Aspekt doch noch interessant werden.
Manchmal habe ich ja das Gefühl, das Kita-Plätze auch nur noch da sind, um die Kinder großteilig abzuschieben. Zumindest hört und sieht man das nicht selten. Hauptsache, manche Eltern müssen keine Verantwortung tragen. Das ist eine der traurigsten Sachen daran.
Aber nein, das Monster ist eindeutig nicht der LKW gewesen. Und du wirst noch sehr viel mehr Gründe bekommen, dich aufzuregen, wenn dich das hier schon wütend macht.

Ja, das dachte ich mir schon, dass es triggert. Aber so ist das eben. Diese Meinung vertreten echt zu viele. Dass es die Frauen sind. Immer die Frauen. Wie im alten England, als Lippenstift verboten wurde, weil Frauen damit Männer zur Ehe verhext haben, obwohl die das ja nicht wollen. Wir zwingen den Mann immer dazu, etwas zu tun, dass er eigentlich nicht will. Als hätten die Herren keinen eigenen Willen. Und das kann man gut und gerne auch umdrehen, weil auch Männer vergewaltigt werden und kein Wort darüber verlieren dürfen.
Und man darf nicht vergessen, dass selbst manche Tiere mehr Zurückhaltung beweisen.

Ja...wenn ich so darüber nachdenke...letzte Woche hab ich einen Post auf Twitter gesehen, wo ein Mann für Männer mal erklärt hat, was Vergewaltigungen mit uns Frauen macht. Mit dem Beispiel: Eine Frau tritt dir zwischen die Beine. Das kommt für Männer nämlich schmerztechnisch in jeglicher Hinsicht am nächsten ran, wie es scheint. Und ohne Witz, tatsächlich haben einige Männer begriffen, was auf einmal los ist und dass das gar nicht mal so okay ist. Da kann man auch nur...mit dem Kopf schütteln aber auch dankbar sein, dass es bei manchen Klick gemacht hat.
Ehrlich, wie soll man das Thema auch aufgreifen? Den richtigen Moment finden? Ich denke, das macht es für einige dann auch noch mal schwer. Hinzukommend, weil auch einige mit Scham und Schmach kämpfen, Angst haben zu hören "selber Schuld", etc. Das Band ist breit gefächert und es tut mir leid, dass du das erleben musstest. Ich will gar nicht wissen, wie viele wirklich sexuell belästigt wurden.

In diesem Sinne wünsche ich dir auch ein schönes Wochenende und ich hoffe, dass dich das hier alles nicht zu sehr runterzieht. Das wäre ziemlich schade und auch nicht das, was ich am Ende möchte. Sicher, ich will meine Geschichte teilen, aber niemanden damit depressiver stimmen als nötig.

LG
Riot
01.08.2020 | 18:42 Uhr
Hallo und ...
...tjaaa....
... dieses Werk ist viel schwerer zu reviewen als dein anderes aktuelles.
Bisher war ich der Meinung, dass es mir ganz gut gelingt, mich in andere hineinzuversetzen.
Bisher.
Hier habe ich versagt. Es sind zu viele Dinge, die einfach nicht in Ordnung sind.
Und deshalb kann ich nur hoffen, dass das Schreiben darüber wenigstens einen positiven Effekt für dein weiteres Leben hat.
Ich wünsch es dir.

Moonlord

Antwort von Ereschkidal am 01.08.2020 | 20:28 Uhr
Huhu Moonlord~

Das kann ich mir vorstellen, zumal es nicht einfach nur eine Geschichte ist. Das verkompliziert manche Dinge.
Dass du dich nicht hineinversetzen kannst ist schade, aber ich hoffe zumindest, dass es ein wenig dabei hilft zu verstehen, das hinter geschlossenen Türen bei sehr vielen nicht immer alles in Ordnung ist. Die Menschen sind meister im Lügen, auch, wenn es um das eigene Wohlbefinden geht.
Ich hoffe auch auf einen positiven Aspekt. Es soll mir etwas beim Verarbeiten helfen.
Und scheu dich nicht, es so wie die anderen zu machen, wenn du mir etwas dalassen möchtest. Ich bin immer sehr interessiert daran, was durch die Köpfe meiner Leser geht, wenn sie lesen, dass die Welt nicht annähernd so heile ist, wie man gerne hätte. Oder wenn du manche Situationen davon selber kennst.

Ich danke dir auf jeden Fall für die Mühe, dass du dich zu einem Review hier bringen konntest. Das freut mich wirklich, weil mir, wie man denken mag, ein wenig was hieran liegt.
In diesem Sinne wünsche ich also noch ein schönes Wochenende ~

LG
Riot
01.08.2020 | 14:30 Uhr
Liebe Sally,

Ich kann dich da gut verstehen.
Bei solchen Dingen behaupten die Menschen gerne, die Betroffene würde lügen.
Wie viele Vergewaltigungen wurden wohl auf dieser Welt nicht angezeigt, weil der Betroffenen niemand geglaubt hat? Wie viele junge Mädchen haben sich wohl schon an ihre Mütter gewandt, weil sie von einem Familienmitglied missbraucht wurden? Und wie viele von diesen Mädchen wurden als aufmerksamkeitssüchtige Lügnerin mit einer blühenden Fantasie abgetan?

Dass man solche Geschichten einfach nicht glauben möchte, liegt seltenst an der Person, die diese Geschichte erzählt. Es liegt daran, dass es unser Weltbild verändern würde. Weil es alles hässlich machen würde. Dass die Welt nicht immer schön ist, wollen wir uns nicht eingestehen. Da ist es leichter, die Betroffenen als LügnerInnen abzustempeln.

Aber was hättest du davon, zu lügen? Du bist eine junge Frau, die ihre Geschichte erzählt und du verdienst, dass man dir zuhört.
Und ich glaube dir. Ich erwische mich zwar immer wieder dabei, dass ich tief in meinem Inneren nicht glauben will, einfach weil mein Blumenweltbild schöner ist, aber es ist eben nicht real.
Dass ich oft nicht glauben möchte, liegt nicht an dir oder deiner Glaubwürdigkeit. Es liegt an mir.
Das geb ich auch offen zu.
Aber Augen verschließen bringt nix, also lese ich deinen Bericht und ich glaube dir.

Ich beziehe mich oben sehr auf sexuelle Gewalt, auch wenn wir (bis jetzt) noch nichts darüber gelesen haben. Da deine Triggerwarnung aber auch jenes Thema beinhaltet, glaube ich, dass uns bzw. viel mehr deinem kindlichen Ich das leider nicht erspart bleibt. Ich kann verstehen, dass du noch nicht vorgreifen willst, und akzeptiere das auch.
Aber ich kann nicht verstehen, dass man einer Frau (oder auch einem Mann) das nicht glaubt, wenn sie sich traut, darüber offen zu reden. Ich verstehe es einfach wirklich nicht.

Ich habe in den letzten Wochen „Wenn Männer mir die Welt erklären“ von Rebecca Solnit gelesen. Der Titel suggeriert zwar, es ginge in diesem Buch nur um Menspaining, allerdings setzt sie sich auch sehr intensiv mit Gewaltverbrechen an Frauen auseinander.
Im Jahr 2010 gab es innerhalb des amerikanischen Militärs neunzehntausend sexuelle Übergriffe auf Soldatinnen. Der überwiegende Teil der Täter kamen ungestraft davon, weil man diesen Frauen nicht geglaubt hat. 19.000 Frauen, die als Lügnerinnen denunziert wurden. Kannst du dir diese Dimension vorstellen? Ich glaube, ich habe diese Zahl immer noch nicht so recht begriffen.

Zurück zu deinem eigentlichen Kapitel:
Es fängt sehr schön an und wird dann umso bitterer. Ich wünschte, ich könnte dein vierjähriges Ich in den Arm nehmen, und ihr sagen, dass es vielleicht irgendwann besser wird. Dass es eine Zeit geben wird, in der man sich von seiner Familie loslösen kann. Ihr für immer den Rücken zudrehen kann, wenn man das möchte.
Leider war ich zu dem Zeitpunkt, als du vier warst, selbst gerade erst ein oder zwei Jahre alt. Ich glaube, ich hätte dir zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich helfen können.
Aber vielleicht kannst du diesem Bericht anderen Kindern helfen. Auf dass es vielleicht irgendwann für andere besser wird. Diese Vorstellung ist zwar utopisch, aber ich finde es unglaublich wichtig, dass du dich traust, über deine Geschichte zu reden.

Es tut mir jedes Mal im Herzen weh, wenn du schreibst, dass es okay war. Denn das war es nie. Aber Kinder nehmen leider immer viel zu viele Dinge einfach so hin. Weil man viel zu klein ist, um das zu verstehen oder etwas zu ändern.
Die Erziehungsmethoden lösen sich zwar immer mehr von Gewalt und Psychoterror als Bestrafung, aber ich glaube nicht, dass wir irgendwann mal in einer Welt leben, wo keiner mehr diese Methoden anwendet.

Irgendwie drifte ich heute immer wieder ins Allgemeine ab, dabei wollte ich doch eigentlich bei deinem Kapitel bleiben.
Eigentlich ist es ja schön, dass die kleine Sally gelernt hat, was Hoffnung bedeutet. Aber es ist umso trauriger, dass sie dabei enttäuscht wurde. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum so viele Erwachsene denken, sie könnten ein Versprechen brechen, nur weil es ein Kind war, dem sie dieses Versprechen gegeben haben. Denn es ist dir wichtig gewesen.

Ich habe als Kind häufiger mit meinen Eltern bei anderen Menschen geschlafen. Wir lebten nah an einem Fluss, der immer wieder über die Ufer getreten ist. Wir wurden häufig plötzlich nachts evakuiert und sind bei meiner Oma oder bei Freunden meiner Mutter untergekommen. Zuerst dachte ich, du meintest solche Situationen, als du von einem Notfall gesprochen hast.
Dabei ging es um eine simple Sache wie Ausgehen. Ich hätte es richtig von deiner Oma gefunden, wenn sie deinem Onkel gesagt hätte, dass sie dir das versprochen hat. Dass er eben heute nicht ausgehen kann. Dass er sich einen anderen Babysitter suchen muss. Aber naja.

Mit der Anwaltsache kann ich mich bestimmt noch ein wenig gedulden :)
Ich wünsche dir auch ein schönes Wochenende!
Liebe Grüße, Eva

Antwort von Ereschkidal am 01.08.2020 | 15:42 Uhr
Huhu Eva~

Einige, das liegt klar auf der Hand. Allein, wenn man sich mal die Biografien so auf dem Buchmarkt in dieser Kategorie ansieht. Ich glaube, darunter fällt auch das Werk Falschaussage: Eine wahre Geschichte.
Es gibt viele Gründe, es nicht zu glauben. Die eine ist nicht "attraktiv" genug um vergewaltigt zu werden, die anderen kreidet ein Mann an, der sein Leben lang nur Vorzeigeköter war. Die nichtigen Ausreden sind endlos.
Ich finde es gut, dass du dich darum bemühst, die Dinge zu glauben. Auch, wenn es nicht einfach ist. Den die Wahrheit ist leider, dass unsere Welt, in der Gesellschaft der Menschen, sehr viel hässlicher ist, als man denken mag. Es gibt mehr hässliche Aspekte, als schöne Momente, wie man sie aus Disney kennt.

Ich kann mir das sogar sehr gut vorstellen. Immerhin leben wir in einer Welt, in der es okay ist zu sagen, dass die Frau selbst daran schuld ist, weil sie anzüglich geschaut hat oder ihr Outfit es ganz klar verlangt jat. Eine Welt, in der man behauptet, Frauen würden das nicht auch Männern antun können. Es sind "nur" ein paar Frauen, die dazu gemacht wurden hinzuhalten. Genauso wie männliche Opfer "nur" Männer sind, die es nicht anders verdient haben, wenn sie nicht manns genug sind, sich zu wehren.
Es ist wirklich nicht einmal mehr überraschend. Nur traurig.

Das dumme ist nur, dass man sagt, es sei okay in dem Alter, weil man es nicht besser wusste. Später sagt man, dass es okay ist, weil man zu müde ist, um das alles noch auszufechten. Man hat keine Kraft mehr dazu. Und nicht jeder findet dann noch die Kraft zu sagen: Nein, das muss jetzt doch anders sein.
Weil "okay" einfacher ist als eben nicht okay.

Und jain. Man kann nicht sagen, dass ich gelernt habe, was Hoffnung ist. Weil für mich damals schon klar war, dass Hoffnung nicht klug ist. Später wurde das "nicht klug" zu "schier naiv". An Hoffnung habe ich sehr schnell nur negative Aspekte gesehen.

Generell ist Ausgehen komplett überbewertet, wenn man zwei Töchter daheim hat. Das hätte man tagsüber machen können, an einem Wochenende. Oder eben dann, wenn gerade mal nicht bereits festgelegt wurde, dass ich dort schlafen sollte. Ich bin tatsächlich die einzige in meiner Familie, die nie bei Oma geschlafen hat. Das hat schon ein Sternchen verdient.

Ein wenig lang :D
Das Anwaltsthema wurde für mich erst wieder in der achten Klasse wieder richtig Relevant. Dauert also noch gut und gerne einige Kapitel~
Aber es gibt ja auch noch massenhaft anderes zu berichten. Ich bleibe also auf die Reaktiknen gespannt.

In diesem Sinne danke ich noch einmal für den Einblick in deine Gedanken~
LG
Riot
01.08.2020 | 10:23 Uhr
Liebe Sally,
ich hab leider länger nichts mehr von mir hören lassen. Die Prüfungsphase hat gegen Ende Juli ordentlich reingehauen.
Deine Geschichte ist allerdings so emotional und wichtig, da habe ich das Bedürfnis, mir für die Reviews wirklich Zeit zu nehmen. Und die hab ich halt leider erst gestern wiedererlangt.

Also:
Dieses Kapitel ist irgendwie auf eine ganz merkwürdige Weise berührend. Denn dein dreijähriges Ich scheint vielleicht zum ersten Mal zu merken, dass die Situation nicht so ist, wie sie sein sollte.
Es werden Lösungen gesucht, die es vielleicht für eine winzige Sekunde besser machen, auch wenn es langfristig eigentlich gar nichts besser macht.

Es hat mich sehr getroffen, dass eine Dreijährige schon weiß, was Misshandlung bedeutet.
Ich denke mir oft, dass das doch nicht sein kann, und dass du da bestimmt schon älter warst und das jetzt irgendwie verwechselst. Ich möchte mir das selbst einreden, um mir mein Weltbild in irgendeiner abartigen Weise zu verschönern (das klingt jetzt merkwürdig, aber ich hoffe, dass du verstehen kannst, was ich damit meine)

Das heißt aber nicht, dass ich dir das alles nicht glaube. Es ist deine Geschichte und du wirst sehr wohl wissen, wie alt du zu diesem Zeitpunkt gewesen bist. Und deshalb muss ich mich wohl damit abfinden, dass ich in einer Welt lebe, in der es dreijährige Mädchen gibt, die wissen, was Misshandlung bedeutet. So traurig das auch ist.

Es ist süß, wie dein dreijähriges Ich diese Gewalt und Ungerechtigkeit um sich herum mit Gerechtigkeit und Unterstützung besiegen will. Es würde mich übrigens sehr interessieren, ob du diese Vorstellung tatsächlich erfüllt hast.

Ich hänge sogar schon ein Kapitel hinterher und werde das nächste in den nächsten Tagen in Ruhe lesen.
Liebe Grüße, ♥️
Eva

Antwort von Ereschkidal am 01.08.2020 | 11:37 Uhr
Hallo Eva~

Uff, das klingt nicht so schön. Ich hoffe, du kommst ganz passabel durch deine Prüfungen und lässt dich da nicht zu verrückt machen.
Es freut mich sehr zu lesen, dass du so empfindest. Nicht jeder nimmt sich gerne, wenn überhaupt, die Zeit, um die passenden Worte dazulassen.

Aber auch wirklich nur für den Bruchteil einer Sekunde. Ich weiß gar nicht, wie ich auf dieses Wort gekommen bin. Es war da, wie eine ferne Erinnerung, was auch sein kann. Allerdings sind die "Erinnerungen anderer Tage" hier nicht mit eingearbeitet, weil ich keine Lust auf Spekulationen habe, was übernatürliche Dinge anbelangt. Meine Fehler über die Jahre hinweg sind bereits genug Diskussionsstoff...

Ja, auf einer Ebene kann ich dich da verstehen. Es ist wahrscheinlich hart daran zu denken, dass Kinder, sogar sehr viele, sehr viel mehr verstehen und begreifen, als man glauben möchte.
Auf der anderen Seite ist das aber auch etwas, das mich selbst eher ärgert, weil ich wegen vielen Dingen zu oft Lügnerin gegnannt wurde, weil man es ja nicht glauben konnte. Und dann ging es immer darum, es zu beweisen.
Damit möchte ich jetzt nicht sagen, dass du mir irgendwas unterstellst. Auf keinen Fall. Ich bin froh, wenn jemand bereit ist mal hinter das "wie wäre es idealerweise und besser vorstellbar"zu schauen und es auch zu glauben, auch wenn es schwer ist. Es bleibt eben nir die Angst, irgendwann wieder mit einem Lächeln abgespeist zu werden. Weils ja nicht sein kann. Weißt du, wie ich das meine? (Kompliziert Stufe 20)

Hach ja. Der Wunsch Anwältin zu werden war besonders. Allerdings möchte ich jetzt nicht vorgreifen. Das ist ein Thema, das sehr viel später sehr relevant für meinen Verlauf wird. Ich hoffe also, du kannst dich gedulden bis dahin.
Wenn nicht, dann einfach Bescheid sagen. Ich kann auch vorgreifen und es knapp oder ausführlich beantworten, je nachdem, was dir lieber ist :)

In diesem Sinne danke ich dir vielmals woeder von dir lesen zu dürfen und wünsche dir noch ein angenehmes Wochenende, in dem du hoffentlich etwas entspannen kannst.

LG
Riot
31.07.2020 | 10:02 Uhr
Du hast mich wahrlich ein wenig aufgebaut, nur um mich schließlich am Boden zerschmettert zurückzulassen o.o (bzw. deine Oma)
Da bekommt man ein Stückchen Familie geschenkt und dann ist das vollkommen unnütz :/

Mit jedem Kapitel, dass ich von dir lese, kommt mir meine Kindheit ein bisschen so vor, als wäre sie einfach zu perfekt gewesen! Und mit jedem traurigen Teil würde ich dir gerne einen Teil von meinem viel zu perfektem Leben schenken. Ich wünsche mir wirklich inständig, dir ein bisschen mehr Glück in deiner Vergangenheit geben zu können, aber das funktioniert so nicht :(

Jetzt bin ich niedergeschlagen und würde dich gerne drücken, weil das für mich tatsächlich eines der traurigsten Kapitel war :‘(

Bis zum nächsten Mal und auf schönere Zeiten! (Ich drücke ganz fest die Daumen, dass das vielleicht in den nächsten Kapiteln doch noch geschieht)
Deine Rudinsten

PS weil du ja gefragt hast, wie man sich das einreden kann:
Wenn deine Eltern dir nie sagen, dass du etwas nicht schaffen kannst, sonder immer nur, dass du halt dafür an dir arbeiten musst, und du irgendwann einfach faul wirst und nicht mehr an dir arbeiten möchtest, dann fängst du an, Ausreden zu suchen, warum du es nicht schaffst. Bei mir waren das Selbstzweifel. (Du bist zu dumm, nicht gut genug ...) Dann hab ich halt geweint. Klar, waren meine Eltern durch meine zwei älteren Brüder ein bisschen abgestumpft gegenüber Tränen, aber es ist nicht so, als hätten sie mich fürs Weinen bestraft (so, wie bei deinem Monster). Von ihnen kam dann halt oftmals ein „Es gibt keinen Grund jetzt zu weinen.“ Auch wenn ich tatsächlich traurig war, gab es manchmal diesen Spruch. Einfach, weil ich in vielen Momenten von mir selbst enttäuscht war und dann wiederum Angst hatte, meine Eltern zu enttäuschen. Das machte mich traurig und dann kamen wieder die Zweifel. „Bin ich nicht gut genug für meine Eltern? Sind sie doch enttäuscht von mir?“ Und so weiter und so fort.
(Macht das wenigstens ein bisschen Sinn? Wahrscheinlich eher nicht ^^‘)
Das war -How to Rede dir selbst Mist ein, der gar nicht stimmt- Danke, dass sie zugeschaltet haben

Antwort von Ereschkidal am 31.07.2020 | 12:35 Uhr
Huhu Rudinsten~

Jahaha...meine gesamte Familie ist auf eine Art strukturiert, die schier hässlich ist. Dieser Teil hier war nur ein winziger Einblick in etwas, das über die Jahre hinweg vor allem für meine Eltern noch problematisch wurde. Aaaaber soweit kommen wir noch. Sind ja erst in Jahr 4.

Ich glaube, es ist auch gut so, dass es nicht funktioniert. Jeder, der eine halbwegs anständige Kindheit hatte, sollte doch mit etwas Güte drauf zurückblicken. Es ist gut und für mich etwas beneidenswert, wenn jemand besser abschneidet als ich. Wie schon in der Kurzbeschreibung steht...irgendwann kommt der Fall. Und Gott, der kam früh, wenn mans so will.

Ich fühle mich einfach imaginär geknuddelt. Für mich ist es schon toll, wenn jemand auf das hier eingeht und seine Ansichten teilt. Ein bisschen Kommunikation, weißt. Das bedeutet mir schon viel.

Hach ja. Wir bleiben gespannt. Jahr 4 war nicht so schlimm wie Jahr drei. Ich muss sagen, das Jahr war okay, so an sich. Da war halt immer die Routine. Aufstehen, lernen, spielen, fernsehen oder lesen.

LG
Riot

Ps.: Das macht eigentlich perfekt Sinn, weil ich es kenne. Zwar etwas anders und mkt anderer Vorgeschichte und Schlaglöchern, aber die Geundessenz ist mir bekannt und demnach einfach nachvollziehbar. Man soll immer alles besser machen, mehr, weiter, höher, bis man einfach zu müde ist, um da noch mitzuhalten, weil es keine Obergrenze gibt. Das ist...bitter und auch ziemlich entmutigend.
Danke, dass du das mit mir geteilt hast!
20.07.2020 | 11:51 Uhr
Ich kenne das Gefühl sehr gut, wenn die Stimmen nicht still sein wollen.
Wenn der Puls hochgeht und man kaum noch das Gefühl hat, atmen zu können.
Aber ich hatte es nicht so früh. Das ist es, was mich bei dir 'erschreckt'!

Das Gefühl, nicht zu genügen, konnte ich mir erst mit etwa vierzehn Jahren einreden (und ich habe es mir wirklich eingeredet, denn in meiner Familie gab es nie etwas wie ungenügend sein). Umso schlimmer ist es, dass ein Mädchen von drei Jahren so etwas durchleben musste.
Auch ich habe ab und an den Weg durch Schmerz aus diesem Strudel der Verzweiflung gesucht. Auch heute gibt es noch Momente, in denen ich keinen Gedanken zu greifen bekomme und meinen Kopf dann gegen Wände schmettere oder mich selbst schlage, bevor ich klar genug bin einen anderen Weg zu finden. Aber diese sind glücklicherweise auf kaum bis gar nicht mehr geschrumpft.
Ich kann mir nun bei dir gut vorstellen, dass eine Dreijährige nicht ganz so schnell versteht, dass 'Selbstverstümmelung' nicht der richtige Weg ist (selbst wenn du für dieses Alter schon viel zu klug warst).

Oftmals versuche ich, das Gute hinter dem Schlechten zu sehen, was in diesem Fall das Ziel wäre, Anwältin zu werden. ABER das Schlechte geht in diesem Fall eindeutig zu weit!
Kein Kind, egal, in welchem Alter, sollte (wie du damals schon richtig erkannt hast) so misshandelt werde! Geschweige denn bereits mit drei das Wort 'misshandeln' kennen.

So etwas macht mich wütend! Und am allerliebsten würde ich diesem Monster, das dich dazu gebracht hat, mal so richtig die Fresse polieren. (Bitte entschuldige meine Ausdrucksweise)

Ich bin gespannt, wie dein Leben und dieser tolle Berufswunsch weiter verlaufen sind.
LG Rudinsten

PS das mit dem Zynismus war auf deine anderen Geschichten bezogen

Antwort von Ereschkidal am 20.07.2020 | 13:47 Uhr
Huhu Rudinsten~

Schön, dich wieder zu lesen!
Ich glaube, da können wir uns die Hände reichen. Wenn diese Stimmen einmal da sind, dann gehen sie nie wieder. Zumindest nicht, wenn sie bemerkt haben, wie hilflos du wirklich bist.

Ich bin überrascht, dass es Menschen gibt, die sich das einreden. Vielleicht kannst du mir beim nächsten Mal sagen wieso das Gefühl bei dir aufgekommen ist. Ich persönlich empfinde so etwas immer als interessant. Einfach, wie Menschen funktionieren und was wieso ausgelöst wird. Welche Malfuktion uns zerfrisst.
Davon abgesehen ist Selbstverletzung wirklich grausam. Schön zu hören, dass diese "Aussetzer" bei dir auf ein Minimum geschrumpft sind, auch wenn es besser wäre, wenn es das einfach nicht mehr gäbe. Keinen Grund, das zu tun. Einfach...atmen können und wissen: ist okay. Wird wieder.
Ja, tatsächlich wusste ich nicht, dass das als Selbstverstümmelung zählt und dass das nicht weiterhilft. Selbstverstümmelung und "schlecht" habe ich erst extrem spät verstanden. Und das nicht einmal für mich. Aber das wird auch noch alles aufgerollt. Mit dem nächsten Kapitel schreiten wir in mein viertes Lebensjahr. Ein kurzes aber hässliches Vergnügen.

Ich weiß bis heute nicht, wo ich dieses Wort aufgegabelt habe... Vielleicht unbewusst im Fernsehen oder in einem Heft oder einem Büchlein...ich weiß es nicht. Vielleicht auch mal bei einem Gespräch aufgeschnappt. Das verwundert mich bis heute, aber bei Gott, ich weiß auch, wie tot ich gewesen wäre, wenn ich an dem Abend nicht gelogen hätte. Zu 100%.
Aber tröste dich, der Wunsch Anwältin zu werden war damals auch mein Lichtblick. Du weißt schon: wenn man erwachsen ist, wird alles besser.
Wie dumm man doch damals war...

Haha, macht nichts, regt dich ruhig auf. Ich weiß, wie es ist sich für jemand anderen aufzuregen. Manchmal kann man gar nicht anders reagieren und ich danke dir dafür. Für mich hat sich selten jemand aufgeregt. Lediglich über mich.

In diesem Sinme wirst du den Wunsch noch sehr oft lesen, freu dich also auf das großartige Hürdenspiel der traumhaften Sally.
Bis dahin ist aber noch ein Weg zu laufen. Also rüsten wir uns.

LG
Riot

Ps.: Ahhhhhhh, das erklärt so einiges. Ja, gut, bei meinem Schnabel will man nicht glauben, dass da mehr hinter steckt, wie ich mal schätze.
19.07.2020 | 10:38 Uhr
Ich weiß ehrlich gesagt nicht ganz was ich sagen soll. Also ich wusste schon, dass es bei dir in den frühen Jahren nicht gut zuging. Aber es ausgeschrieben zu lesen ist noch mal was ganz anderes.

Erwachsene sind schrecklich, wenn sie den armen Kindern ihre eigenen Fehler aufdrücken. Kinder denken viel mehr über Dinge nach, als alle behaupten. Selbst mit drei Jahren schon. Und wenn man dann solche Probleme in der Ehe hat, sollte man wenigstens die Kinder da raus halten. Deine Mutter hat ihr bestes gegeben.

Ich weiß nur echt nicht ob ich das geschafft hätte. Ich glaube an ihrer Stelle wäre ich schon viel früher gegangen. Hätte das Kind gepackt und bloß weg.
Aber so einfach ist es dann eben immer nicht. Ich kann auch deinen Punkt verstehen, dass du deinem Vater nicht böse sein konntest, weil er eben deine Familie war. Besonders mit drei Jahren, wo man noch nicht so viel mehr kennt, außer Mama und Papa und "Zuhause".


Du siehst schon, das erste Kapitel hat mir bereits echt gut gefallen. Ich hab dir ja versprochen, dass ich es auf jeden Fall lesen werde :). Und du hast einen Stil gefunden, der weder zu trocken, noch zu ausführlich ist, sondern die Ereignisse gut widergibt. Schon bei der Kurzbeschreibung hattest du mich. Sorry dass ich bei dem emotionalen Content hier jetzt diesen sachlichen Mist reinhaue...ich will nur nicht dass ich am Ende wieder irgendwas falsches sage xP. Ich werde aber definitiv weiterlesen und schauen, was da noch alles kommt. Du liest von mir.

~Ti

Antwort von Ereschkidal am 20.07.2020 | 13:25 Uhr
Huhu Tiana~

Mittagspause for the win! Und ready zum Antworten.

Ich denke ausgeschrieben ist immer was anderes, weil man ja auch viele Dinge nicht erzählt. Am Ende ist alles, was meistens über die Lippe kommt: war nicht so geil.
Und das wars dann auch schon.
Ding ist, die Wenigsten bemerken, wie klug kleine Kinder oftmals wirklich sind, weil die Aufnahmefähigkeit ja auch noch eine ganz andere ist. Die meisten wollen nicht wahrhaben, dass ihre Kinder nicht einfach kleine, lernfähige Zombies sind. Sie verstehen die Dinge meist ganz anders und viel schneller, als man es glauben mag.
Mama hat es immer versucht, aber irgendwann, später, kamen auch da Schlaglächer, die sie aufgefressen haben.

Wenn es so einfach wäre, dann gäbe es wohl heutzutage echt deutlich weniger Familien. Ich weiß noch wie oft ich später im Leben gehört habe, dass andere zusammengeblieben sind, dem Kind zuliebe. Ohne zu merken, wie kaputt das Kind durch den internen Streit dann wurde. Sie denken einfach, so ist es das Beste. Und damals war es ohnehin dezent verpöhnt sich scheiden zu lassen. Das ist heutzutage zum Glück nicht mehr so, auch wenn Menschen doch etwas...ehrfüchrtiger mit Ehe umgehen sollten.
In diesem Sinne freut es mich, dass es dir soweit gefällt. Bin mal gespannt, was so bei den anderen Kapiteln rumkommt.

LG
Riot
15.07.2020 | 12:31 Uhr
Liebe Riot,
ich dachte mitten im Text, es müsste einen Zeitsprung in diesem Kapitel gegeben haben. Ich dachte zwischendurch, es ginge um deine Grundschulzeit.
Sowas kann man doch unmöglich ein einem kleinen dreijährigen Mädchen verlangen... Aber nein.
Wieder muss ich den Kopf schütteln, über die Erziehungsmaßnahmen deines Vaters. Es ist traurig, wie viele Eltern mit Liebesentzug arbeiten. Das ist keine Erziehungsmethode, das ist barbarisch. Das löst richtige Beklemmungsgefühle in mir aus.

Wieder muss ich dir sagen, dass es mir leid tut, dass deine Kindheit schon so früh von solch negativen Emotionen und schrecklichen Situationen eingefärbt war. Ich wünschte, ich könnte dir einen Teil meiner naiven, unbeschwerten Kindheit abgeben. Aber das geht leider nicht.
Deshalb lese ich mir deine Geschichte durch und nehme mir vor, später als Mutter selbst darauf zu achten, wie ich mein Kind erziehe. Oder wie die Leute in meinem Umfeld ihre Kinder erziehen.
Viele Menschen sagen immer, Erziehung ginge nur die Eltern etwas an. Aber das sehe ich nicht so. Ich finde, man sollte etwas sagen, wenn man sieht, dass ein Kind mit solch barbarischen Mitteln erzogen wird.

Ich weiß gar nicht, was ich sonst noch dazu sagen soll. Es hat mich auf jeden Fall sehr traurig gemacht, dieses Kapitel zu lesen, aber ich denke, das hast du dir schon gedacht.
Liebe Grüße, Eva

Antwort von Ereschkidal am 15.07.2020 | 12:44 Uhr
Huhu Eva~

Du kommst gerade perfekt, wo ich eh schon Reviews beantworte :D Da kann ich hier direkt weitermachen.

Ja, kein Zeitsprung. Es bleibt beim Alter von 3 und der Tatsache, dass es meinem Vater unfassbar wichtig war, dass ich meinen Kopf benutze und keinen Unfug mache. Weil alle anderen Kinder in meinem Alter das ja angeblich auch schon alles konnten. War für mich damals okay. Ich wusste es ja nicht besser. Das Resultat von alldem wurde spätenstens dann hässlich, als ich in die Grundschule gekommen bin. Aber die Kapitel dazu folgen noch.
Man kann nebenher nicht mal sagen, dass er mit Liebesentzug gearbeitet hat, weil er mich im Grunde nie wollte. Ich denke, für ihn war es eine Herausforderung mir überhaupt etwas Zuneigung zu schenken, weil ich eben nicht der Junge war, den er wollte.

Auf seine Kinder zu achten ist wichtig. Ein Klaps auf den Hintern oder ein Schnippen gegen die Stirn kann man als okay gelten. Das ist wie die Hand auf die heiße Herdplatte zu legen. Aber ständiges Anschreien, Schlagen und Niedermachen sind eher suboptimal und ohne Scherz, man sollte da genauso eingreifen wie bei Eltern, die ihren Kindern alles durchgehen lassen, sodass Madame oder der junge Herr mit zwölf betrunken nach Hause kommen. Man muss das Mittelmaß finden, um Respekt, Ordnung, aber auch Liebe und Verständnis zu lehren. Ich denke, damit sind die meisten überfordert. Oder schier weg zu aggressiv.
Und das Schlimmste ist ja, jeder der sich vornimmt es besser zu machen, verliert sich auf diesem Weg. Das sehe ich auch viel zu oft und es ist unfassbar schade.

In diesem Sinne danke ich dir wieder für deine Aufmerksamkeit, deine Anteilnahme und deine Meinung hierzu. Ich bin wirklich gespannt, was bei Zeiten noch so alles bei dir bitter aufstößt.

LG
Riot
15.07.2020 | 10:57 Uhr
Ich weiß gar nicht, was ich schreiben soll? o.O
...
*dich in den Arm nehm*
Du bist echt krass, Mädel!
Dein Zynismus ist so wunderschön, dass ich die Trauer dahinter beinahe übersehen hätte.
Es ist unfassbar, dass du mit drei schon lesen, schreiben und rechnen konntest. Die zwei Fremdsprachen sind natürlich auch nicht zu übersehen.
Bist du irgendwann in den Kindergarten gegangen oder hat sich das Ganze dann erst mit der Schule geändert? (Hat es sich überhaupt geändert?)
Hast du eigentlich noch Kontakt zu ihm?
Da ich das in dieser Form nie erlebt habe, (nicht mal annähernd etwas in dieser Richtung) fände ich es nicht richtig, etwas zu sagen, wie 'ich fühle mit dir'. Immerhin kann ich das nicht! Ich hätte in deinem Fall wahrscheinlich täglich Prügel bezogen, weil ich eine Lese-Rechtschreibschwäche habe und zusätzlich sehr schnell aus Empathie o.Ä. mit geweint habe (Das hat sich glücklicherweise inzwischen gebessert ^^' zwar verdrücke ich noch immer ein Tränchen bei fröhlichen Sachen, aber bei wirklich traurigem Zeug fühle ich nur noch still mit)
Ergo, sitze ich hier und verziehe schmerzhaft das Gesicht.

Ich ('freue mich' sind hier eindeutig die falschen Worte) bin gespannt auf das nächste Kapitel deines Lebens!
*Stückchen Schockoladenkuchen hinhalt*
Bis zum nächsten Mal
LG Rudinsten

Antwort von Ereschkidal am 15.07.2020 | 12:31 Uhr
Huhu Rudinsten~

Freut mich, wieder von dir zu lesen. Ehrlich, ich hätte nicht erwartet, dass das am Ende überhaupt jemand verfolgt und jetzt habe ich tatsächlich mit dir zwei aufmerksame Leser, die sich da mit mir durchquälen.

Ich bin ein wenig überrascht, weil ich tatsächlich kein Tropfen Zynismus habe einfließen lassen :o Vielleicht ist meine Art zu trauern über die Jahre hinweg aber auch wirklich einfach eklig geworden. Ich weiß es nicht.
Naja, fast. Schreiben konnte ich nicht wirklich, weil ich wie gesagt irgendwie einen Hänger mit den Buchstaben hatte. Lesen lief gut, aber schreiben war so ne ganz eigene Hölle. Genauso wie rechnen. Da konnte man locker mit einer Fehlerquote von 8 zu 10 rechnen. Das hing vorne und hinten. Dafür hatte ich aber ein Händchen mit Fremdsprachen. Hat mich manchmal ein bisschen gerettet.

Was deine beiden Fragen anbelangt, so möchte ich ungerne vorne weggreifen, weil beides ja noch Platz in dieser Biografie findet. Ich habe immerhin bis zum 24 Lebensjahr aufzuholen :D
Ich hoffe also dass du mir mein Schweigen nicht übel nimmst und abwarten kannst. Worbei. Eine Sache möchte ich doch ganz deutlich klarstellen: Nein! Ich habe keinen Kontakt mehr zu diesem Monster. Obwohl sein Name immer wieder fällt.

Oh, glaub mir. Wäre meine Mutter nicht gewesen, hätte ich auch täglich Prügel bezogen, einfach nur, weil es immer etwas gab, das ich nicht hinbekommen habe. Oder, weil ich etwas Dummes gefragt habe. Kombiniert mit einer Lese- Rechtschreibschwäche...hätte ich wohl einpacken können. Ich bin froh, dass mir das erspart geblieben ist.
Alles in allem blieb da immer nur durchhalten und überleben. Und das später nicht nur zu Hause. Häusliche Gewalt kann Dinge verändern und Gott, man wird mich glaube über bestimmte Kapitel hinweg hassen lernen...und dann wieder nicht. Ach ja. Aber das nächste Kapitel wird auch ein Mix zwischen wundervoll und grausam. Ich bin gespannt, ob du mich wirklich bis zum Ende begleitest :)

LG
Riot
Nessi00 (anonymer Benutzer)
15.07.2020 | 04:18 Uhr
Hi
Ein wirklich schönes Kapitel Kapitel.
Bin gespannt wie es weitergeht.
LG
11.07.2020 | 14:37 Uhr
Liebe Riot,
Was soll ich nur sagen? Dein Bericht macht mich unendlich traurig. Es tut mir leid, dass du schon so früh in deinem Leben erfahren musstest, was eigentlich keiner (unabhängig des Alters) erfahren sollte.
Es tut mir auch leid, dass du damals die gleichen Denkmuster hattest, wie eine Freundin von mir, welche ein ähnliches Schicksal erlitt. Diese Schuldzuweisung an sich selbst. Ich hoffe und denke, dass du mittlerweile weißt, dass das weder deine Schuld war, noch die deiner Mutter.

Ich finde es unglaublich gut und wichtig, dass du dich traust, darüber zu schreiben. Denn dieses Thema wird leider totgeschwiegen, auch wenn es leider in so vielen Haushalten zum Alltag gehört. Auch in einer Bevölkerung, die sich so aufgeklärt gibt, wie unsere.

Ich habe neulich erst mit einer anderen Autorin dieses Portals über häusliche Gewalt gesprochen, weil sie es gerade live am Beispiel einer guten Freundin mitbekommt. Auch diese Freundin hat sich am Anfang selbst die Schuld dafür gegeben. Aber da kann niemand etwas dafür, außer die Person, die die Gewalt mit in die Familie bringt.
Wir haben überlegt darüber zu schreiben. Ich schreibe zur Zeit gerne über gesellschaftspolitische Tabuthemen, aber ich weiß nicht, ob ich mich an dieses Thema herangetraut hätte. Einfach, weil mir selbst der persönliche Bezug dazu fehlt.
Ich denke ich hätte nichts davon so sehr auf den Punkt bringen können, wie du es hast.
Dieser Beitrag hier ist unglaublich wichtig und ich habe den größten Respekt vor dir, dass du dich traust, darüber zu reden und dich damit auseinanderzusetzen.
Obwohl es unglaublich gut geschrieben ist, ist es nicht einfach deinen Bericht zu lesen. Aber sowas sollte auch nicht einfach sein.

Ich wappne mich jetzt schon auf das, was hier noch kommen wird. Eigentlich möchte ich es gar nicht lesen, aber ich muss es, denn davor die Augen zu verschließen, wie alle anderen auch, ist keine Lösung.

Liebe Grüße, Eva

Antwort von Ereschkidal am 11.07.2020 | 14:53 Uhr
Hallo Evaleona~

Schön, dass sich noch jemand dazu aufraffen konnte einen Blick hierein zu werfen. Das ist für mich sehr besonders, denn meine Geschichte zu teilen ist etwas, das ich schon lange wollte und vielleicht sehen andere dadurch, dass es manchmal ganz lange sehr schlecht bleibt. Aber irgendwann lernt man sich mit dem Vergangenen zu arrangieren und das Leben irgendwie in de Hand zu nehmen.
Viele machen dürch, was ich durchgekaut habe und bei einigen kann man klar sagen, je nach Alter, da kommt noch ein langer Rattenschwanz mit sich. Und das ist das wirklich Schlimme.

Tatsächlich habe ich sehr sehr lange mit mir gehadert, ob ich meine Autobio schreiben soll. Weil es vieles gibt, auf das ich wahrlich nicht stolz bin. Aber wie du sagtest: es ist wichtig. Einfach auch, weil man oft nicht sieht, wie viele wirklich leiden, sobald die Haustür zu ist.

Ich denke, um sich als Außenstehender an so ein Thema zu wagen, muss man ein gewisses Maß an Empathie besitzen, Einfühlungsvermögen genau das zu durchleben, was eine Person in dieser Situation durchlebt hat. Das ist unfassbar schwer und in diesem Sinne wirklich nicht einfach. Aber um zu wissen ob man es hinbekommen würde, muss man es testen, würde ich sagen.
Und wenn du dich gerne mit solchen Themen generell befasst, schadet ein Versuch ja nicht.

Ich bin dir auf jeden Fall sehr dankbar für dein Review! Und ich hoffe auch, dass du die nachfolgenden Kapitel mit demselben Interesse nachverfolgen wirst. Nicht alle Kapitel sind schlecht. Es gab auch schöne Augenblicke, an die ich mich geklammert habe. Aber ich muss dich auch rüsten. Die Reise wird alles, nur nicht schön.

In diesem Sinne noch ein schönes Wochenende!
LG
Riot
09.07.2020 | 12:03 Uhr
Okay, das war heftig.

Sollte das tatsächlich deine Autobiografie sein, möchte ich dir sagen, du bist an nichts von alldem schuld gewesen! Weder an dem Verhalten deines Vaters, noch daran, dass er bei euch geblieben ist!
Mach dir keine Selbstvorwürfe deswegen, bitte.

Dein Schreibstil ist megagut und die optische Darstellung richtig klasse gemacht. Ich konnte mich gut in das Mädchen (dich) hineinversetzen, wobei es sich allein für mich eher nach einer Fünfjährigen angefühlt hat, als nach einer Dreijährigen. Das war es dann aber auch wieder mit der Kritik.

Ich hab dich erst vor Kurzem entdeckt. Dabei habe ich eher Sachen, wie 'Dat Fräulein Schwarzleser' oder 'Die Fanfiktion Fails' gelesen. Ich habe dir nach diesen superwitzigen Einträgen direkt ein Favo gegeben, nicht ahnend, dass du auch solche Hämmer raushauen kannst.

Danke schön, dass du so unfassbar genial schreibst und dann auch noch eine so krasse Geschichte mit uns teilst.
LG Rudinsten

Antwort von Ereschkidal am 09.07.2020 | 13:12 Uhr
Huhu Rudinsten~

Ja, das ist meine Autobiografie. Wäre es das nicht, wäre es ja auch keine Autobio mehr, sondern nur eine Biografie :D Leute verwechseln das gerne mal, wie es mir erscheint.

Ich hab mir damals viele Vorwürfe deswegen gemacht, als ich jünger war. Aber ich denke, mittlerweile, jetzt, später, bleibt da nur noch Akzeptanz. Ich glaube, er wäre an dem Tag auch so geblieben.

Freut mich, dass dir mein Schreibstil in der Hinsicht gefällt! Ich muss sagen, dass ich mit 3 schon weiter war, als viele andere, aus - nehme ich mal an - bestimmten Anlässen heraus. Das könnte in den nächsten Kapiteln eventuell herausgefiltert werden, weil mein Vater Ansprüche hatte, die es einzuhalten galt.
In dieser Hinsicht kannst du dich dann wohl glaube auf noch mehr schwerwiegende Szenen einstellen, weil ich 24 Jahre aufzuarbeiten habe und ich glaube, ich habe im Leben nicht wenig scheiße gebaut und erlebt.

Es ist schön zu hören, dass jemand Interesse an meinem Zeug zeigt, vor allem, wenn man durch meine eher zynischen Beiträge in der Humorkategorie klebengeblieben ist. Denn das schreibe ich ehrlich eher selten.
An diesem Punkt möchte ich mich also für dein Review bedanken und bin gespannt, ob du mir auch über die kommenden Kapitel hinweg erhalten bleibst!

LG
Riot
Nessi00 (anonymer Benutzer)
08.07.2020 | 19:11 Uhr
Hi
Bisher gefällt mir die Geschichte gut.
Bin gespannt wie es weitergeht.
LG

Antwort von Ereschkidal am 08.07.2020 | 19:12 Uhr
Hallo Nessi~

Naja, es ist nicht einfach nur eine Geschichte. Das sollte wohl gesagt sein, da es sich hier immerhin um eine Autobiografie handelt.
Mal sehen, wann ich mich zum nächsten Kapitel aufraffen kann.

LG
Riot
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