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Review 1 bis 1 (von 1 insgesamt):
15.07.2020 | 21:55 Uhr
Liebe Jule,

wunderbar ist deine Geschichte, einfach nur WUNDERBAR!

Zunächst einmal: Ja, ich fand es auch immer schwer erträglich, dass sich Barbarossa jetzt selbst „Herr der Diebe“ nennt. (In meiner alten Fanfiktion „In der Stadt des Mondes“ habe ich das mit dem Namen im Epilog tatsächlich auch deswegen anders aufgegriffen.) Aber ich finde es großartig, dass du dich so nun etwas versöhnen konntest!
Schreiben als Selbsttherapie... Das funktioniert einfach wahnsinnig gut.
In deiner Geschichte tat ich selbst mich übrigens deswegen auch zunächst schwer damit, dass ausgerechnet Barbarossas Laden der Ort sein soll, an dem für Scipio alles angefangen hat. Aber: Um eine Brücke zu schlagen vom einen Herrn der Diebe zum anderen und einen Zugang zu Funkes Idee, dass Barbarossa sich zukünftig selbst Herr der Diebe nennt, zu finden, war das eine hervorragende Idee von dir. (Und es hilft auch mir jetzt, mich damit etwas mehr auszusöhnen, dass Barbarossa sich „Herr der Diebe“ nennt.

Deine Idee mit den alten Augen ist sehr interessant! Auch das, so vermute ich, führt dazu, dass du besser damit umgehen kannst, dass Scipio zu früh erwachsen geworden ist. Im Prinzip schreibst du damit ja, dass seine Augen in seinem neuen Körper passender sind, dass in deiner Geschichte Scipios neuer Körper eigentlich besser zu ihm passt als sein alter, dass er da eben hineingehört.
(Übrigens: So toll und interessant ich diese Idee finde, so ist es für mich tatsächlich umgekehrt: In Scipio neuem erwachsenen Körper sind es für mich gerade seine Augen, die dort nicht hinein passen, die immer noch die Augen des Jungen sind, der er einmal war.)

Absolut spitze finde ich die Idee, dass Scipio sich mit der Maske augenblicklich anders fühlt und dass er sich so auch sofort anders verhält als vorher. Der Kontrast zwischen seinem ersten Gespräch mit Barbarossa und seinem Gespräch mit Riccio ist sehr deutlich (aber angemessen und kein bisschen übertrieben).
Es passt auch total gut, dass er in genau dieser Situation in der Lage ist, den Dieb Riccio zu stellen und ihn aufzufordern, ihn seiner Bande vorzustellen, und dass Riccio auf Grund seines Auftretens ihm sofort den „Herrn der Diebe“ abnimmt. Und dass Riccio damit dafür sorgt, dass Scipio weiter in diese Rolle hineinfindet.
Eine fantastische Idee!
Und schön auch, dass du Scipio selbst über seine vermeintliche Wesensänderung reflektieren lässt.

Ich mag auch sehr deine Idee, dass Scipio jetzt bereit ist, seine Identität als Herr der Diebe aufzugeben, dass er sich zusammen mit der Maske von dieser Identität verabschiedet. Das ist unheimlich stimmig und sehr versöhnlich geschrieben.

Generell ist deine Sprache wunderbar angenehm wie immer und deine Charaktere treffen hundertprozentig die Charaktere, wie Cornelia Funke sie beschrieben hat.
Was ich mir jetzt gerade an dieser Geschichte noch besonders positiv aufgefallen ist: Deine Beschreibungen sind sehr schön zu lesen. Du triffst ein ziemlich gutes Mittelmaß aus anschaulichen Beschreibungen, die ein genaues Bild von einer Person oder der Situation malen, und Zurückhaltung dabei, so dass Beschreibungen nicht zu aufdringlich sind und viel dem Leser selbst überlassen ist.

Du dürftest sehr, sehr, sehr, seeeeehhhhhr gerne weitere Fanfiktion zum Herrn der Diebe schreiben und hochladen!

LG, Ilcuvi

Antwort von Il Re dei Ladri am 23.08.2020 | 20:33 Uhr
Hej :)
so, jetzt komm ich eine halbe Ewigkeit später auch endlich mal dazu, hier zu antworten. Es freut mich sehr, dass es dir gefallen hat - vor allem, da du ja eigentlich hauptsächlich Schuld bist, dass ich mal wieder was in diesem Fandom geschrieben hab :)
Zu Barbarossas Laden: Genau diesen als Anfangspunkt des Herrn der Diebe zu nehmen, kam tatsächlich aus der Idee heraus, dass ich mich gefragt hab, wie Scipio überhaupt mit Barbarossa in Kontakt gekommen ist. Und da fand ich es naheliegend, dass Scipio schon früher oft an dem Laden vorbeigegangen ist, Barbarossa kennt und weiß, dass er es mit der Legalität nicht so erst nimmt etc. Zuerst wollte ich auch noch mehr von diesen Gedanken in die Geschichte packen, aber sie war so schon voll genug, deshalb hab ich mich dagegen entschieden und mich mehr auf diese beiden Zeitpunkte und weniger auf die Verknüpfung dazwischen konzentriert... Und die Vorlage, dass Victor und Scipio sich ja am Ende wieder um genau diesen Laden kümmern müssen, konnte ich natürlich auch nicht ignorieren^^
Zu den alten Augen: Für mich ist beides vorstellbar, ich wollte hier nur etwas haben, das Scipio ein bisschen sicherer darin macht, wer er jetzt ist. Und Augen sind spannend, weil sie sich über das Leben ja viel weniger verändern als alles andere eines menschlichen Körpers. Ob er nun schon immer "alte" oder noch immer "junge" Augen hat, macht im Endeffekt gar keinen großes Unterschied, es sind theoretisch einfach die gleichen Augen, die ihn aus einem jungen oder alten Körper anschauen - das einzige, was sich unterscheidet, ist, wie Scipio diese "Nicht-Veränderung" auffasst. Vielleicht hätte er eigentlich tatsächlich gedacht "he, das sind immer noch die Augen, die ich kenne - vielleicht war das mit dem "Erwachsen sein" doch ein Fehler", aber dadurch, dass er vorher schonmal jemanden hat sagen hören, dass er alte Augen hat (auch wenn die Frau offensichtlich verrückt war^^), konnte er den gleichen Umstand dazu nutzen, sich selbst in seiner Entscheidung zu ermutigen. Macht das irgendwie Sinn? :'D
Scipios Verwandlung: Ich wollte unbedingt, dass diese mit der Maske, aber auch mit Riccio zusammenhängt. Die Maske fand ich einfach schon immer eine großartige Idee von Cornelia Funke, ich liebe einfach alle Stellen im Buch, an denen sie erwähnt wird, weil sie geheimnisvoll ist und Scipio irgendwie in einen anderen Menschen verwandelt, aber irgendwie auch nicht und fhjfksdjhjakshdjklhals ich liebe Scipio als Figur einfach, er ist so besonders! Und Riccio ist so ein kleiner Fanboy und bewundert Scipio so sehr, dass ich glaube, er hat einen großen Teil dazu beigetragen, dass Scipio der Herr der Diebe werden konnte. Wäre er in diesem ersten Moment seiner neuen Identität z.B. auf Wespe anstatt auf Riccio getroffen (die ihm gegenüber ja immer deutlich skeptischer ist), die ihm seine Geschichte vielleicht nicht so unhinterfragt abgenommen hätte, die nicht so beeindruckt gewesen wäre - wer weiß, ob er diese neue Identität nicht ganz schnell wieder abgelegt hätte. (Und da kommt mir grade der Gedanke: Wie herzzerreißend wäre bitte eine Geschichte in einer alternativen Realität, in der Scipio die Maske aufsetzt, von Barbarossa dafür verspottet wird, sie zurück ins Regal legt und die Chance verpasst, der Herr der Diebe zu werden? Ich muss schon ein bisschen schniefen, wenn ich mir das nur vorstelle... vielleicht muss ich das irgendwann noch schreiben.)
Noch einmal danke danke danke dir - für deine Geschichte und damit den Impuls, hier wieder zu schreiben (ich kehre immer wieder gerne in diese Welt zurück) und auch für dein Review mit dem vielen Lob, das mich sehr gefreut hat <3
ganz viele liebe grüße, Jule
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