Anzeigeoptionen  Review schreiben Regelverstoß melden Sortieren 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 
Autor: Zorbi
Reviews 1 bis 25 (von 44 insgesamt):
18.08.2020 | 18:36 Uhr
Liebe Zorbi!

Die Rückmeldung zu dieser Drabble-Serie hat nun nicht nur eine gefühlte Ewigkeit gedauert, sie hat mir auch nicht wenig Kopfzerbrechen bereitet.

Drabbles liegen mir einfach nicht, das ist für Dich keine Neuigkeit und Überraschung. Ich habe mich aber nun einmal entschlossen dennoch mutig ans Werk zu gehen und bin durchaus positiv überrascht worden.

Ein Problem blieb jedoch hartnäckig bestehen und ich habe mich daher entschlossen, Dir eine gesamte Rückmeldung zu diesem Werk zu geben und nicht zu jeder Teilserie.

Du hast mich schlicht mittendrin mal kurzzeitig verloren und ich sehe mich außerstande für diesen Teil ein Review zu schreiben.

Es liegt mir fern und ich habe auch wenig Lust die vorangegangene ohnehin sehr unschöne und unfruchtbare Diskussion wieder aufleben zu lassen und ich bin mir zudem sicher, dass es nicht an Deinem Text liegt, dass ich zwischendrin irgendwie nicht zurechtkam. Das hat eher etwas mit meinem persönlichen Unvermögen zu tun aus eher kurzen Snapshots etwas Ganzes zusammenzubauen.

Also konzentriere ich mich auf die positiven Leseerlebnisse, die Du mir vermittelt hast und die ich reichlich genießen durfte.

Beginnen wir – wie üblich – mit dem Titel. „Der erste Schnee“ wirkt bei diesen Temperaturen erst einmal ziemlich befremdlich aber wenn wir hier nur noch „saisonal“ schreiben, dann kommt vermutlich der Geschichtenfluss vollends ins Stocken ;-)!

Ich nehme es als willkommene gedankliche Abkühlung!

Mit dem ersten Schnee verbinde ich zunächst einmal ganz unterschiedliche Dinge.

Das Jahr ist bald vorüber – man kann vielleicht an viele Dinge einen Haken machen, die nicht so gut gelaufen sind oder an schöne Dinge zurückdenken, die im Jahr passiert sind.

Man kann das Geschehene hinter sich lassen.

Ich verbinde allerdings auch noch etwas anderes mit dem ersten Schnee – nämlich totales Chaos. Drei Flocken fallen vom Himmel und plötzlich haben alle das Autofahren verlernt und der Verkehr bricht zusammen. Das ist zumindest hier in NRW so.

Der erste Schnee bringt also auch Gefahr mit sich.

Womit also haben wir es hier bei Deinem ersten Schnee zu tun?

Mit dem ersten Drabble hattest Du mich jedenfalls gleich gepackt und meine natürliche Skepsis dieser Art von Geschichte gegenüber mit den wenigen Worten, die man für ein Drabble zur Verfügung hat, mal eben vom Tisch gewischt! Wow! Kompliment!

Du weißt, ich bin nicht so leicht zu beeindrucken, aber diese ersten hundert Worte haben das gleich geschafft.

W ist irgendwie in Gefangenschaft geraten (schon seit Monaten!!!) und sein Stolz ist gebrochen.

Hier ist es Dir sehr gut gelungen, meine Fantasie auf Hochtouren zu bringen. So viele Fragen, die sich mit den wenigen Sätzen auf einmal stellen.

Warum ist W in Gefangenschaft geraten? Von wem wird er schon so lange und warum festgehalten? Wo ist OS? Was ist überhaupt passiert? Und noch viele mehr.

Während diese Fragen aber eher nach dem Abenteuer hinter den Worten zielen, gab es eine Frage, die mich noch viel mehr beschäftigt hat:

Was um Himmels Willen wurde W angetan, das seinen Stolz gebrochen hat? Es kann eigentlich nur mit OS und seinem Schicksal zusammenhängen.

Und richtgit - wir erfahren, dass auch OS ein Gefangener ist.

„Nur eine glückliche Fügung kann uns noch retten.“ – lässt erahnen, dass er zusammen mit W gefangengenommen wurde, doch auch er weiß nicht, ob sein Blutsbruder überhaupt noch lebt.

Gewissheit darüber, ob der jeweils andere noch am Leben ist, erhalten beide am Tag, der eigentlich ihr Todestag werden soll, wenn es nach ihren Feinden geht.

OS scheint dabei gar so schlimm zugerichtet zu sein, dass W ihn nur noch an einem Muttermal erkennt.

Muttermal? Ist schon klar, dass Du Dir etwas einfallen lassen musstest, da dieses Schlagwort nun einmal vorgegeben war. Dennoch habe ich beim Lesen kurz gestockt.

Du weißt, ich gehöre hier weder zu der Fraktion, die irgendwoher wissen könnte, ob der wirklich ein so markantes Muttermal gehabt hat, dass man ihn daran identifizieren könnte, noch gehöre ich zu der Fraktion, die darauf herumreiten würde, wenn er denn keins gehabt hat und Du das hier erfunden hast.

Dennoch musste ich hier kurz einmal innehalten und das auf mich wirken lassen, zudem habe ich echt überlegt, wo denn dieses Muttermal wohl ist und was es so markant und einzigartig macht.

Nimm es also als Kompliment – das meine ich wirklich ernst. Schafft sicherlich nicht jeder, mich mit wenigen Worten für kurze Zeit so zu irritieren und vom eigentlichen Thema abzulenken.

Ganz deutlich wird dann, wie sich die beiden, die sich zuvor schon selbst aufgegeben hatten wieder aneinander aufrichten. Voneinander die Kraft schöpfen, um sich noch einmal dem Tod entgegenzustellen und eine letzte Chance zur Flucht zu nutzen.

Dabei hilft ihnen zunächst „Der erste Schnee“, der zu fallen beginnt und damit die Sicht der Verfolger behindert. Allerdings sind im frischgefallenen Schnee Spuren viel besser sichtbar.

Zudem macht ihnen das immer schlechter werdende Wetter, dass sich gar zu einem Blizzard ausgewachsen hat, aufgrund ihres ohnehin schon geschwächten Zustandes sehr zu schaffen.

W ist hier eindeutig der Stärkere. Er drängt weiter, ermutigt OS und zieht ihn mit sich.

So sind wir es von ihm gewohnt und so wollen wir ihn letztlich auch sehen – auch wenn wir ihn ab und zu mal umhauen ;-)!

Umso erstaunlicher sein späteres Geständnis, dass auch er kurz vor der Aufgabe war und nicht mehr weiterwusste.

Erstaunlich, aber absolut verständlich und nachvollziehbar – auch den Stärksten verlassen irgendwann die Kräfte.

Hier sieht er die absolute Notwendigkeit einfach weiterzumachen, nicht aufzugeben. Seinen Blutsbruder, der bereits aufgegeben hat und gar zurückgelassen werden will mitzunehmen.

Ich denke, dass dies die Quelle ist, aus der er letztlich die Kraftreserven noch schöpfen kann. Weiterzugehen und OS zurückzulassen, im vollen Wissen, dass dies sein Tod bedeutet, wäre wohl auch für W das Ende gewesen.

Die einsame Hütte kommt dann wirklich wie ein Wunder daher.

Eine Zuflucht, in die sie sich im quasi letzten Moment retten können.

Auch hier ist OS der Schwächere, während W sich zwingt, weiter wachsam zu bleiben.

Erst war ich mir nicht so sicher, ob ich Deinen OS wirklich so sehen wollte. Nicht, dass ich was dagegen hätte, wenn man die Helden hier ordentlich umhaut, das mache ich ja ebenfalls in schöner Regelmäßigkeit. ;-)

Mir geht es eher darum, dass er quasi aufgibt. Doch Du schreibst es ja in der Kurzbeschreibung selbst: „In jedem Leben kommt der Tag, an dem sich der Boden auftut und das Schicksal uns vor Augen führt, wie klein und unbedeutend wir sind.“

Und klar, warum sollte das bei OS anders sein – er ist ja auch nur ein Mensch.

Ich war auf jeden Fall sehr froh, als er wieder erste Lebenszeichen von sich gegeben hat.

Das zeigte sich gleich nach dem ersten Erwachen, als sein erster Gedanke W galt und er sich zunächst versichert hat, ob dieser noch atmet und bei ihm ist.

Ich fand diese Entwicklung sehr gut gemacht – in dem Maße, in dem die beiden wieder zu sich kommen und sich langsam erholen können, wird die Hütte, die ihnen bei ihrer Ankunft wie das Paradies vorgekommen ist, wieder zu dem, was sie immer war – ein baufälliges Gebäude, dass nur eine notdürftige Unterkunft ist.

Aber sie ist das, was die beiden zum Überleben brauchten – mitsamt irgendwelchen alten Vorräten.

Ich stelle mir vor, wie so eine uralte Büchse gebackene Bohnen kalt schmeckt…ÖRKS!!!

Aber wenn es buchstäblich ums Überleben geht, dann sollte man wohl nicht wählerisch sein und ist es sicherlich auch nicht mehr.

Dann kommt der Teil, bei dem ich irgendwie verlorengegangen bin.

Was hatten die Schwarzfüße denn nun vor mit den beiden? Klar, sie wollten sie töten, aber da muss ja noch etwas anderes gewesen sein, sonst hätte W nicht so heftig reagiert.

Nun ja, OS entscheidet, dass er nicht mehr danach fragen darf – also tue ich es auch nicht ;-)!

W drängt es danach aufzubrechen und die Flucht fortzusetzen, doch er weiß, dass sein Blutsbruder noch nicht so weit ist.

Dieser hat sein Selbstvertrauen verloren, doch er wäre nicht der, der er nun einmal ist, wenn er nicht darum kämpfen würde, was er auch tut.

Die abschließenden Drabbles bilden dann Stufen hinauf zur Befreiung.

Schritt für Schritt finden die beiden zurück, das Glück ist ihnen hold, indem es ihnen ein Kanu beschert und auch, wenn OS kurz zögert es zu nehmen, da das ja nun einmal Diebstahl ist, können die Helden dann endlich in den Sonnenuntergang reiten…äh…rudern.

Liebe Zorbi, was soll ich sagen? Ich habe mich rangetraut und ich hoffe einfach, dass Du dem ganzen Geschreibsel zumindest ein bisschen was abgewinnen kannst.

Du hast unsere beiden Lieblingshelden hier einmal durch die „weiße Hölle“ gesendet und ich habe sie gerne dabei begleitet.

Vielen lieben Dank für diesen wunderbaren Ausflug!

Liebe Grüße und weiterhin alles Gute

Danny

Antwort von Zorbi am 12.09.2020 | 14:36 Uhr
Liebe Danny,

endlich will ich die letzten FF-Schulden begleichen, bevor es wieder an die Arbeit geht, auch wenn ich dir ja schon auf anderem Wege für dein komplexes Review gedankt hatte. Und ich finde es überhaupt nicht nachteilig, dass du dich nicht zu jedem einzelnen Kapitel gemeldet hast, weil auch eine übergreifende Betrachtung seinen Reiz hat.

Natürlich ist es wenig erstrebenswert, seine Leserinnen oder Leser unterwegs zu verlieren. Dennoch lässt es mich an dieser Stelle nicht die Haare raufen, weil ich nachvollziehen kann, wieso der eine oder die andere es hier so erlebt hat. Dies ist ja eine "Geschichte in der Geschichte", soll heißen: ein Rahmen, für den die Abenteuerhandlung verantwortlich zeichnet, welche den zweiten leisen, psychologischen Part überhaupt erst ermöglicht. So etwas führt zwangsläufig zu Spannungen. Dass es mir persönlich nie um die Auflösung der gegenständlichen Teile gegangen ist, dürfte inzwischen jedem klar sein. (Außerdem bin ich fest der Meinung, dass echter Grusel im eigenen Hirn entsteht und dass ein paar Löcher im Text die Sache vorantreiben.)

Gewohnt gekonnt sezierst du zuerst den Titel, dann den Fall und das Aufrappeln unserer Helden. Es ist eine Freude, die eigenen Intentionen derart detailgetreu gespiegelt zu sehen.

Ein abschließendes Wort zu meinem OS: Der gute Mann hat sich tatsächlich selbst aufgegeben. Ich wollte ihn nie so schwach haben, aber nachdem er das Grübeln anfing, driftete er immer weiter in Richtung Hölle. Irgendwann habe ich ihn gelassen ;-)

Liebe Danny, dein "Geschreibsel" ist mehr als das, was dieses Wort vermuten lässt: nämlich eine klare, umfassende Auseinandersetzung mit einem Text, der dir rein aus formellen Gründen einiges abverlangt. Ich weiß nicht, was ich mir sonst noch wünschen sollte ...

Ich wünsche dir ein gutes Ankommen im Alltag und im Folgenden viel Kraft beim Loslassen ;-)

Liebe Grüße

Zorbi
12.08.2020 | 11:19 Uhr
Liebe Zorbi,

entschuldige bitte das absolut verspätete und kurze Review. Ich bin einfach nicht dazu gekommen schon früher etwas zu schreiben.

Deine Drabbles haben mir wirklich gut gefallen, denn du kannst meiner Meinung nach unheimlich gut mit Worten umgehen, weshalb dieses Format bei dir auch so gut funktioniert (finde zumindest ich). Ich persönlich mag Drabbles einfach, gerade weil nicht alles ausgeschrieben wird und jeder die Freiheit zur eigenen Interpretation hat. Jedes einzelne Wort ist bedeutsam und kostbar und ist genau darauf ausgelegt eine bestimmte Szene oder Stimmung richtig einzufangen und zu vermitteln.

Das Ende finde ich gelungen, weil es offen ist und man nicht genau weiß, was als nächstes passiert. Die gute Stimmung und positive Atmosphäre lässt jedoch darauf hoffen, dass die beiden unbeschadet am Pueblo ankommen werden. Und was ihre Waffen und Pferde angeht - ich bin mir sicher, W und OS haben noch so einige Tricks auf Lager, um ihre Besitztümer und Gefährten wiederzuerlangen. Ich mache mir da gar keine Sorgen.

Vielen lieben Dank für diesen tollen Beitrag und liebe Grüße
greywolfhound

Antwort von Zorbi am 14.08.2020 | 15:24 Uhr
Liebe greywolfhound,

ich sage es gerne nochmals: Der Wert von Kommentaren wird weder an Schnelligkeit noch an Wortzahlen gemessen ;-)

Obwohl man meines Erachtens jedem Text seine Unebenheiten, Logiklöcher und stilistischen Holperer anmerkt, fallen derlei Schwächen bei kurzen Formaten besonders ins Gewicht. Deswegen bedürfen Drabbles auch nimmermüden Redigierens, sind also genau richtig für mich, weil ich diese Arbeit mag ;-)

Über den Rest deines Reviews gibt es wenig zu sagen - offenbar siehst du die Geschichte genauso wie ich und das ist auch mal schön ;-))

Ich bedanke mich für die lobenden Worte und schicke herzliche Grüße zurück!

Zorbi
01.08.2020 | 14:27 Uhr
Liebe Zorbi!

Ich bin hier eine 'stille' Leserin und genieße einfach nur diese wundervollen Texte. Es ist mir nicht gegeben, zu analysieren und Texte Stück für Stück auseinander zu nehmen.

Hier und jetzt ist es mir ein Bedürfnis mich zu melden.

Es gibt einige Texte hier, die ich schon 2x plus...gelesen habe. Deine Texte gehören definitiv dazu.
Ich liebe deine Art mit wenigen oder auch vielen Worten Geschichten zu erzählen. Sie berühren mich, erschaffen Bilder im Kopf, lassen mich atemlos erstarren, erleichtert aufatmen und vor Spannung die Zeit zum Schlafengehen vergessen.

Bitte lass dich nicht entmutigen hier weiterhin deine Texte und Gedanken hochzuladen, bitte lass uns weiterhin Teilhaben an deinen wundervollen Phantasien zu unseren zwei Helden.

Solange es deine Gesundheit erlaubt, für deren Besserung ich dir alle Daumen drücke!!!!

Lieben Gruß!

Antwort von Zorbi am 02.08.2020 | 18:56 Uhr
Liebe killerloop,

ich habe es schon öfter gesagt, wiederhole es aber gern: Die schreibende Fraktion freut sich auch über kürzere, nicht-analytische Rückmeldungen ;-)!

Es ist schön zu hören, dass ich dir mit meinen Texten etwas geben konnte. Atemlosigkeit, Bestürzung, Erleichterung, Nachhall … all das möchten wir, die wir antreten und Geschichten teilen, den Menschen da draußen vermitteln.

Leider fällt es mir gerade mal wieder mehr als schwer, mich mit Buchstaben und Bildschirmen zu beschäftigen. Insofern halte ich mich mit Prognosen darüber zurück, inwieweit ich hier weiter mitzuspielen vermag. Zumindest für Umfangreicheres fehlt mir vermutlich die gesundheitliche Basis.

Ich danke dir für die vielen herzlichen Worte und schicke liebe Grüße zurück!

Zorbi
Alatariel (anonymer Benutzer)
22.07.2020 | 19:10 Uhr
Liebe Autorin,

ich bin noch sehr neu als Leserin in diesem kleinen Fandom, habe in den letzten Wochen alle deine Texte und auch, keinenfalls zu unterschätzen, deine tiefgründigen Reviews zu anderen Stories bewundert und als Anregung zu verschiedensten Gedankengängen genossen - dafür möchte ich mich an dieser Stelle bedanken. Deine Sichtweise und Charakterinterpretationen zeugen von einer Lebensweisheit und einem Einfühlungsvermögen, das sicherlich etwas ganz Besonderes ist

Bitte, lass dich nicht vergrämen und teile weiter deine unbeschreiblich berührenden Gedanken und Geschichten!!

Alles Gute für dich und deine Gesundheit

Alatariel

Antwort von Zorbi am 23.07.2020 | 10:32 Uhr
Hi Alatariel,

ich muss gestehen, dass ich den neuesten Kommentar zu dieser Geschichte mit einem mulmigen Gefühl im Bauch geöffnet habe (nur um in nächsten Moment über mich selbst den Kopf zu schütteln - das kann es ja wohl auch kaum sein ;-)). Und dann fand ich dies.

Deine Einschätzung macht mich ebenso froh wie verlegen und hat ein deutliches Gewicht in die Waagschale geworfen.

Ich danke dir für die vielen freundlichen Worte und nicht zuletzt auch dafür, dass du dich überhaupt gemeldet hast!

Zorbi
21.07.2020 | 12:22 Uhr
Ohne ihre Waffen und Pferde? Bin gespannt wie die Fortsetzung wird, wie es ihnen gelingt an diese wieder zu gelangen. Dann Gnade den Schwarzfüßen. Sehr gut geschrieben, freue mich auf die Fortsetzung.

LG
Onlyknow3

Antwort von Zorbi am 22.07.2020 | 17:18 Uhr
Hi Onlyknow,

die Waffen und Pferde sind leider noch nicht wieder da, wo sie hingehören ;-) Du siehst das ganz richtig, dieser Aspekt gehörte in eine Fortsetzung - eine Fortsetzung, die ich jedoch nicht schreiben möchte oder werde. Ich denke aber, wir können getrost darauf vertrauen, dass die Blutsbrüder ihr Eigentum zurückerhalten, sonst würde ihnen ja etwas Entscheidendes fehlen …

Herzlichen Dank für deinen Kommentar und LG zurück!

Zorbi
Sam (anonymer Benutzer)
21.07.2020 | 09:58 Uhr
Guten Morgen!

Zunächst: Ich bin einer der Undankbaren, die hier immer nur lesen (und nicht nur hier, sondern in zahlreichen Fandoms), die nur konsumieren und nichts zurückgeben.

Heute aber: Ich denke, ich möchte etwas sagen. Nicht nur zur Geschichte, sondern zum ganzen Problem, was sich hier gerade (abermals?) an diesem Text als Beispiel entzündet.

Außenstehende können leichter etwas dazu sagen, da gebe ich meiner Vorrednerin recht. Und auch in Bezug auf den übrigen Inhalt gebe ich ihr recht. Ich möchte aber noch einige Kleinigkeiten ergänzen, die denke ich die Basis des Problems bilden.

Da wäre: Die Größe (bzw. Kleine) des Fandoms. Es sind wenige Autorinnen (Frauen unter sich zudem, wenn ich mich nicht irre, hihihi), die sich entsprechend auch mehr oder weniger gegenseitig lesen und sozusagen vollständig konsumieren. Frau liest alles, was hochgeladen wird, vor allem von etablierten Autorinnen. Das ist gewissermaßen ein Automatismus. Auslassen, weil die Form mir nicht zusagt? Neeee. Aber dann lieber schimpfen, WEIL die Form nicht zusagt? Da meine ich aber jetzt: NEEEEE.

In größeren Fandoms passiert dies eher selten, weil die Menge an Texten ohnehin Auswahl nötig macht. Was von den Charakteren, der Form, der Länge her etc. nicht gefällt, wird einfach nicht gelesen. Punkt.

Zum anderen: Der schmale Grat zwischen eigener (ehrlicher) Meinung, die als konstruktive Kritik taugt, und solcher, die nur Wünsche äußert ("Ach wie gern hätte ich dies oder das so oder so gelesen"). Beides ist verständlich, aber das eine ist eben Wünsch-dir-was, das andere ist für die Autorinnen fruchtbar. Wünsch dir was macht auch Spaß, bringt aber nur dem Wünschenden "Befriedigung". Den Autoren bleibt der fade Geschmack.

Was also tun? Vielleicht einfach klarer trennen. Ja, manchmal will man einfach gerne sagen, was man sich gewünscht hätte und wenn man das genau so auch sagt und auf den Punkt bringt, dass esein Wunsch ist, dann ist das auch mal legitim. Die Autorin kann es gut abnicken, weil sie es ja bewusst anders gemacht hat. Persönliche Wünsche als Kritik verpackt hingegen funktionieren meiner Ansicht nach nicht.

Was ich schade fände: Wenn nun die Diversität verschwinden würde, weil frau sich nicht mehr an Experimente wagt, nur um dem Mainstream zu gefallen.

Was ich mir WÜNSCHEN würde: Offenheit im Sinne Mays, Wertschätzung aller Ideen und die Erkenntnis, dass Abenteuerhandlung, Triviales, Kunstvolles, Experimentatives und was auch immer sonst noch einfällt gleichberechtigt nebeneinander stehen können - und jeder das genießt, was ihm besonders entspricht,

Meschures ... will sagen Myladies, so viel vom alten Sam, der sich nun wieder mit Mary und Liddy in die Weiten des wilden Westes zurückzieht, wenn ich mich nicht irre.

Antwort von Zorbi am 22.07.2020 | 17:12 Uhr
Hi Sam!

Das war ja mal eine schöne Überraschung, vom kauzigen Trapper hört man schließlich nicht alle Tage …

Eigentlich ließe sich dein Kommentar in einem Satz beantworte: Du irrst dich nicht ;-) Ganz im Gegenteil, im Verbund mit deiner unmittelbaren Vorrednerin Elinetha hast du mir erst klar gemacht, was hier genau passiert ist. Vor euren Ausführungen kämpfte ich mit diesem seltsamen, lähmenden Gefühl, das mich zunehmend verwirrte - danach konnte ich es verstehen und einsortieren. Allein dafür danke ich dir von Herzen.

Zudem finde ich es ungemein wichtig, dass sich zumindest dann und wann Außenstehende zu Wort melden. Wie du völlig richtig beobachtet hast, wird unser Fandom lediglich von einer kleinen Gruppe von Autorinnen bevölkert, sodass per se die Gefahr besteht, sich im Kreis zu drehen, womöglich ohne es zu merken.

Du wünschst dir Diversität und Toleranz und ich hoffe und glaube, dass du damit nicht allein bist. Ich jedenfalls schließe mich dir ohne Wenn und Aber an. Wo, wenn nicht hier, sollen wir uns ausprobieren und gegenseitig inspirieren?

Abschließend möchte ich dir versichern, dass du auf Eines getrost vertrauen darfst: Ich werde auch weiterhin genau das schreiben, was ich schreiben will. Ob ich das Ergebnis allerdings an dieser Stelle hochlade, kann ich heute noch nicht sagen.

Nochmals lieben Dank für dein Engagement und herzliche Grüße!

Zorbi
21.07.2020 | 06:36 Uhr
Guten Morgen in die Runde,

nach einigen Überlegungen habe ich mich dazu entschieden, etwas zu den jüngsten Reviews zu schreiben. Ich habe eigentlich keine Lust auf einen weiteren dieser Vorfälle im Fandom; sie sind anstrengend und unerfreulich, und ich könnte einfach still bleiben, zumal ich nicht im Fokus des Geschehens stehe. Gerade deswegen schweige ich jedoch nicht, denn wer im Fokus steht, hat immer die ungünstigste Position. Außerdem finde ich, dass hier an einigen Stellen deutlich Grenzen überschritten wurden.

Vorweg: Ja, ich bin „die andere“ hier, die Drabbles schreibt und überzeugt ist, damit Geschichten zu erzählen. Dennoch ist es nicht mein eigener Blick auf Drabbles, der mich jetzt das Wort ergreifen lässt.

Mir geht es um eine viel grundsätzlichere Frage: Was wollen wir mit kritischen Reviews erreichen? Ich bin ganz sicher, alle würden jetzt antworten, wir wollen dem/der Schreibenden Impulse mitgeben, auf dass er/sie sein/ihr Schreiben reflektieren und in unseren Augen verbessern kann. Und vermutlich würden die Schreibenden unter uns sagen, dass wir keine unehrlichen positiven Reviews möchten und deswegen auch selbst ehrlich zu anderen sein wollen. Gleichzeitig lehnen die meisten von uns Schreibenden wohl pauschale negative Rückmeldungen ab, die die Grundfesten unserer Texte in Frage stellt, weil solche Kritik destruktiv und tief verletzend ist und uns nicht weiterbringt, sondern eher zurückwirft. Wer selbst schreibt und seine Texte der Bewertung anderer zugänglich macht, kennt dieses Gefühl, mit dem man sich anderen, Fremden gar, ein Stück weit ausliefert.

Genau das ist nun aus meiner Sicht aber hier passiert.

Ich kann nichts Konstruktives daran erkennen, die sehr bewusst gewählte Form eines Textes als "Selbstzweck" abzuwerten und die "Geschichte dahinter" als non-existent. Kann es überhaupt einen heftigeren Angriff auf die Grundfesten eines Textes geben? Worin liegt hier das konstruktive Momentum? Was genau soll die Autorin aus dieser Beurteilung nun mitnehmen? „Du kannst toll mit Worten umgehen, hast jedoch ansonsten leider alles falsch gemacht, also fang bitte noch mal von vorne an“? Im Grunde wird tatsächlich genau das gefordert. Mich erschreckt das zutiefst und ich kann nur hoffen, damit nicht allein dazustehen.

Offenbar glauben manche hier, es läge an der gewählten Textform. Offenbar glauben sie, Reviews würden dazu führen, dass die Autorin einsieht, dass Drabbles einfach blöd sind, und dass sie endlich wieder andere Textformen wählt. Natürlich ist es das gute Recht jedes/r Einzelnen, Drabbles nicht zu mögen und sich zu wünschen, andere Texte lesen zu können, zumal wenn diese anderen Texte der gleichen Person einem gut gefallen. (Wobei ich mich durchaus frage, warum man das ständig so betonen muss, wenn man sie doch freiwillig liest.) Aber Zorbi hat sehr deutlich gemacht, dass sie aktuell gerne Drabbles schreibt und dass sie diese Form für diesen Text bewusst gewählt hat. Es ist mehr als offensichtlich, dass dieser Text hier aus ihrer Sicht eine Geschichte ist und dass sie genau das geschrieben hat, was sie schreiben wollte. Sie hat zudem dargelegt, warum das Problem aus ihrer Sicht nichts mit der Drabbleform zu tun hat – eine Einschätzung, die ich übrigens teile, denn man kann die Drabbles inhaltlich ja beliebig füllen.

Was also kann die Autorin aus einer Rückmeldung entnehmen, die ihrem Text den Status als Erzählung abspricht und ihn zu einer Ansammlung schöner Worte degradiert? Die sie gar auffordert, ihre Geschichte doch bitte noch mal richtig erzählt nachzureichen? Oder ihr bescheinigt, sie hätte bessere „Ausdrucksmöglichkeiten“, wäre sie doch nur gesund?

Ihr zu sagen, der Text sei überhaupt keine Geschichte, finde ich bedenklich. Ihr zu sagen, sie habe ja nur deshalb Drabbles verfasst, weil sie zu längeren Texten gesundheitlich gerade nicht in der Lage sei, finde ich sogar noch bedenklicher.

Und dem Ganzen die Krone aufgesetzt hat dann der Hinweis, Zorbi sei ja „erhaben“ über solche „kleinlichen Befindlichkeiten“, nachdem ihr zwei Absätze vorher noch vorgehalten wurde, sie würde Kritik „zu leicht“ abtun. Mit anderen Worten: Sie darf die Kritik weder begründet zurückweisen noch darf sie verletzt, enttäuscht oder frustriert sein. Was erwartet ihr eigentlich stattdessen? Soll sie dankbar auf die Knie sinken, weil ihr ihr erzählt habt, dass ihr Text keine Geschichte sei und keine nennenswerte Persönlichkeitsentwicklung beinhalte?

Mal ganz abgesehen davon, dass ich dem inhaltlich aufs Schärfste widerspreche und mich im Stillen frage, ob wir den gleichen Text gelesen haben: Gerade wer selbst Texte veröffentlicht und selbst schon öffentliche Kritik erfahren hat, wird doch wissen, dass das Bild, das man nach außen kreiert, nicht unbedingt deckungsgleich ist mit dem, wie man sich innerlich fühlt, und dass man sich Souveränität im Umgang mit solchen Äußerungen extrem hart erarbeiten muss. Wir schreiben hier im Internet, ohne Mimik, ohne Gestik, die meisten von uns an uns fremde Personen. Wie sicher können wir da sein, dass unsere Äußerungen nicht doch tief verletzen?

Es geht mir im Übrigen nicht um Reviews, die offene Fragen nach Pferden, Waffen und dergleichen gestellt haben. Ich finde es legitim, danach zu fragen, wenn man es vermisst hat und für wichtig hält. Das ist konkret und das stellt nicht pauschal den ganzen Text als Geschichte oder seine fundamentale Machart in Frage. Es geht mir ebenso wenig um persönlichen Geschmack oder die Frage, wer wo wie viel Gefühl entdecken kann. Das ist ganz offensichtlich hochindividuell, denn mir beispielsweise sind die Fragen nach Gewehren und Pferden völlig schnuppe und ich bin stellenweise emotional zerflossen beim Lesen. Das heißt nicht, dass andere nicht anders empfinden und dieses andere Empfinden äußern dürfen. Meine Kritik richtet sich nur gegen die von mir benannten Aspekte, nicht gegen kritisches Feedback generell, mit dem ich bekanntlich ebenfalls nicht hinterm Berg halte.

Viele Grüße
Netha
20.07.2020 | 20:14 Uhr
Liebe Zorbi,

ich muss wohl gestehen, dass ich mich Arvaras Kritik größtenteils anschließen möchte. Und ich habe ein wenig das Gefühl, dass du ihre Kritik vielleicht zu leicht abtust. Wenn sie sich von deinen Denkanstößen etwas mitnehmen soll, sollte das im Umkehrschluss genauso für dich gelten - den betreffenden Satz empfinde ich deshalb als etwas unglücklich formuliert.

Du charakterisierst unsere Helden treffsicher; ihre Zuneigung zueinander ist jederzeit spürbar, ihr Bangen um den Anderen hat mich berührt und mir sehr gefallen. Es mag aber in der Kürze deiner Geschichte begründet sein, dass ich darin wohl Bilder, aber sonst vergleichsweise wenige Gefühle und Persönlichkeitsentwicklung finden konnte. Ich mag eben das Erzählerische, auch bisweilen das Ausschweifende, das Poetische, für das ich viele deiner anderen Geschichten so mag. Ich möchte in Gefühlen schwelgen, die ich nicht aus kurzen Sätzen herausdeuten muss. Mir ist aber natürlich klar, dass du in deinen Ausdrucksmöglichkeiten, was Textlänge betrifft, momentan noch eingeschränkt bist.

Dass die Helden zum Schluss in die Freiheit entschwinden, war mehr oder weniger sowieso klar. Aber es kann einem wohl nicht jede Geschichte gefallen - deshalb nimm mir bitte meine Kritik nicht übel. Und ich weiß natürlich auch, dass du das nicht tun wirst, da ich dich so einschätze, dass du über derart kleinlichen Befindlichkeiten erhaben bist. :-)

Alles Gute für deine Gesundheit!
Waldfee

Antwort von Zorbi am 21.07.2020 | 08:06 Uhr
Liebe Waldfee,

eigentlich habe ich derzeit weder die technischen noch gesundheitichen Ressourcen, um mich eingehender mit ankommenden Rückmeldungen zu befassen. Hier erscheint es mir nun notwendig, was beweist, dass die Aktivität im Fandom eben leider doch nicht planbar ist.

Ganz bewusst habe ich nichts mehr gelesen, was bei mir auf die eine oder andere Art nach deinem Kommentar ankam, kann und werde es also nicht berücksichtigen. Zusätzlich bitte ich all diejenigen um Verständnis, die ich überspringe, um mich an dieser Stelle zu Wort zu melden.

Liebe Waldfee, ich gestehe, dein Review verwirrt mich. Bei Arvara meinte ich Anhaltspunkte dafür gefunden zu haben, weswegen ihr Fazit negativ ausfiel – und darauf habe ich meine Antwort zu gründen versucht. Deine Anmerkungen begreife ich größtenteils schlicht nicht.

Ich glaube, man kann meiner Geschichte einiges vorwerfen, wenn der eigene Geschmack nicht getroffen wurde: die fehlende Abenteuerhandlung, das offene Ende, die zahlreichen Leerstellen … Aber mangelndes Gefühl und vernachlässigte Charakterentwicklung? Es tut mir leid, da vermag ich dir nicht zu folgen.

Nein, ich nehme es dir nicht übel, deine Meinung kundgetan zu haben, erbitte mir im Gegenzug jedoch das Recht, eben diese Meinung nicht teilen zu dürfen - und zwar, ohne dass mir mangelnde Kritikfähigkeit vorgeworfen wird. Und sei versichert, ich habe vieles aus Arvaras Kommentaren mitgenommen, aber nicht, am eigenen Text zu zweifeln.

Kritik ist wichtig und nützlich, denn wie sonst sollten Autoren sich verbessern? Dennoch würde ich mir manches Mal wünschen, dass sich deren Verfasser der Macht des geschriebenen Wortes deutlicher bewusst wären, im positiven wie im negativen Sinne. Gesagt zu bekommen, der Text, in den Teile der eigenen Seele geflossen sind, diene allenfalls dem Selbstzweck, ist nichts weiter als verletzend.

Ich danke dir dafür, dass du dich zu Wort gemeldet hast, und möchte auch hier die Hoffnung äußern, dir mit der Story trotzdem den ein oder anderen schönen Moment bereitet zu haben.

Liebe Grüße

Zorbi
Drachenfenfeuer (anonymer Benutzer)
20.07.2020 | 19:34 Uhr
Es ist volpracht wieder ist eine Geschichte zu ende vorbei aus und geschaft. Old shatter hand ist wieder auf den beinen und bei guter launer fibt ihn ein gebet zu gott die nötige kaft nur sein aus der form geradene Bart ist ihn ein wahrer Alptraum aber Winnetou hat recht es ist nur haar mit zwei gefunden kanus geht es heim nahause in sicherheit weg von feind .Kurtz bekeommt Old shatter hand ein schlechtes Gewissen wegen den kanu aber dan fährt er doch mit und beobchtet Vögel die sich verhalten wie kinder. Lass Winnetou und Old shatter hand ihre Waffen und Pferde im stich ? Liebe grüße und beib gesund .

Antwort von Zorbi am 22.07.2020 | 16:51 Uhr
Hi Drachenfenfeuer,

ja, geschafft ;-)! Viel mehr wollte ich den armen Helden nicht zumuten. Ich glaube, die brauchen etwas Zeit, um sich von den Strapazen zu erholen, ehe sie sich der Wiederbeschaffung ihres Eigentums widmen können. Etwas weiter unter bei Grashüpfer habe ich bereits ausgeführt, wie ich mir das vorstelle.

Vielen herzlichen Dank für deine Rückmeldungen und pass du auch auf dich auf!

LG Zorbi
20.07.2020 | 17:20 Uhr
Liebe Zorbi,

so schön - ein rundum gelungendes Ende (ich war ja wirklich gespannt, wie du das löst), und ich finde es aufbauend und hoffnungsvoll! Da treiben sie der untergehenden Sonne entgegen, die dichte ich jetzt mal dazu, und mit jedem Ruderschlag geht es dem Pueblo entgegen, wo sie sich von Schwarzfüßen und Co. erholen können... Ach, würdest du doch jeden Montag hier auf der Pole Position stehen!!

Ich mache jetzt bewusst nicht viele Worte, die verblassen sowieso angesichts dieser Bildwucht, die ich vor meinem inneren Auge sehe und die mich absolut in ihren Bann zieht. Dafür liebe ich deine Texte!! - und ich sage D A N K E dafür!

Liebe Grüße und komm bitte bald wieder!!
Monama

Antwort von Zorbi am 22.07.2020 | 16:27 Uhr
Liebe Monama,

es ist schön, dass ich dir mit meiner Geschichte so viel Freude bereiten durfte. Leider beschäftige ich keine Zauberfee, die nachts Texte aus meinem Hirn abschreibt, während ich schlafe, sodass du auf die Montags-Pole nun verzichten musst ;-)

Auch dir danke ich herzlich für die freundlichen Worte samt ihrer Bestätigung und schicke liebe Grüße zurück!

Zorbi
20.07.2020 | 14:45 Uhr
Zuerst: Ooooh! Schon vorbei! Wie schade...

Dann: ...aber immerhin, die zwei haben überlebt und sind auf dem Weg in die Freiheit...

Und dann plötzlich: Moooooment mal! - Wo bleiben Iltschi und Hatatitla, Silberbüchse, Bärentöter und Henrystutzen?!
Die werden die ja wohl kaum so einfach zurücklassen...

Na ja, Ok! das ist dann eine andere Geschichte und wird ein anderes Mal erzählt werden...hoff ich zumindestens... ;)
Danke für die Drabbelei, hat echt Spaß gemacht, sie zu lesen (Und sich manchmal das Gehirn zu verknoten um zwischen den Zeilen zu lesen...)

Aho!
Dein Grashüpfer

Antwort von Zorbi am 22.07.2020 | 16:21 Uhr
Hi Grashüpfer,

ich werte es als gutes Zeichen, dass du gerne noch mehr gelesen hättest ;-)

Gewehre und Pferde. Es ist natürlich ausgeschlossen, dass die dauerhaft bei den Feinden bleiben, da gebe ich dir recht. Allerdings dürfte "Operation Befreiung" wenig erfolgreich sein, wenn unsere Helden sie im geschwächten Zustand, noch dazu zu Fuß und mit nichts als einem Messer und einem nur eventuell funktionierenden alten Revolver in Angriff nehmen würden. Daher vermute ich, dass W und OS sich nun erst einmal südwärts wenden, bis sie auf den nächsten befreundeten Stamm treffen, bei dem sie sich erholen können und der ihnen mit vorübergehendem Ersatz auszuhelfen vermag. Das wären dann wohl die Assiniboine …

Wie ein solches Abenteuer ablaufen würde, lässt sich wunderbar beim Mayster selbst nachlesen. Dass ich es aufschreibe, ist ausgeschlossen.

Ich danke dir für deine steten Kommentare, über die ich mich immer gefreut habe.

Liebe Grüße

Zorbi
20.07.2020 | 14:08 Uhr
Liebe Zorbi,


gefühlt habe ich dir gerade erst die Liste geschickt, da weht hier schon das Fähnchen. Ich gratuliere! Und ich bin froh, rechtzeitig den Anschluss gefunden zu haben, um das Ende mit dir feiern zu können. Ein letztes Mal darf ich also genießen und dich an meinen Gedanken teilhaben lassen und ich freue mich sehr darüber!

26 beginnt mit der Außensicht auf W, die du mir schon in deiner letzten Antwort angekündigt hast. Das Eingangsbild ist … etwas verstörend und dementsprechend wirkungsvoll. Eine selbstvergessene Übersprungshandlung des Häuptlings ist einfach … ungewohnt, wenngleich nicht unglaubwürdig in diesem Setting. Biologisch betrachtet dienen solche Gesten der Beruhigung und obwohl bzw. weil es da gerade so ruhig ist in der Hütte, ist W alles andere als das. Sicherlich versucht er, seinen inneren Aufruhr nicht zu zeigen, aber 24/7 gelingt das eben auch einem W nicht und OS gewinnt Stück für Stück Kontrolle über seine Fähigkeiten zurück, ihm fällt es auf.

Für OS ist die Zeit in der Hütte ein „Paradies“, das er nicht verlassen möchte. Die Aussicht, dass der Sturm sich legen und sie zum Aufbruch zwingen wird, behagt ihm nicht. Er spürt, dass er noch nicht „wieder der [ist], der [er] war“, gleichzeitig will er zu seinem alten Selbst zurückfinden. Hier zeigt sich noch mal, dass der erste Schritt der Verwandlung bereits im letzten Abschnitt stattgefunden hat, denn dieser Impuls des Wollens ist ja immens wichtig, um überhaupt zurückfinden zu können. Es dauert, der innere Schweinehund lässt sich nicht so leicht bezwingen, aber letztlich zieht er den Kürzeren.

Und so kommt es, dass OS jetzt erst die Idee hat, diese Hütte mal genauer zu untersuchen. Daran sind mehrere Dinge interessant: erstens natürlich, dass beide vorher offensichtlich noch nicht so genau geschaut haben, ob es außer dem Lager und den Nahrungsvorräten weitere brauchbare Dinge dort gibt. Dass OS dazu nicht in der Lage war, überrascht weniger, aber auch W „funktionierte“ offenbar nicht mehr so ganz, seit sie dort untergekrochen und einigermaßen sicher waren. Selbst wenn er sich an den diversen Möglichkeiten aufrecht gehalten hat, dass er weiterhin kampfbereit bleiben muss, bröckelte diese Selbstbeherrschung und bot Raum für Nachlässigkeiten und Albträume. In eine ähnliche Richtung geht die zweite Beobachtung, denn OS durchsucht den Raum, während W noch schläft, und dieser wacht dadurch nicht auf. Ich will nicht zu viel in diese Tatsache hineininterpretieren - vielleicht war OS aus Rücksicht einfach extrem leise -, doch im Kontrast zu „Leap“ finde ich es zumindest einer Bemerkung wert. Und schließlich die unterschiedlichen Bewertungen des Waffenfundes: „rostig/alt“ (a.k.a. „das ändert gar nichts an unserer Lage“) vs. „ein Anfang“ (a.k.a. „es wird vorangehen, das war erst Schritt 1“). Das halb leere und das halb volle Glas. OS hat seinen Optimismus zurück und dieser strahlt auf W aus. Zu Beginn war es Scharlihs Hoffnung, die W dazu brachte, über sich hinauszuwachsen, ohne Rücksicht auf Verluste, weil es die einzige Möglichkeit war, sie zu retten. Jetzt ist es erneut Scharlihs Zuversicht, die W nach vorne blicken lässt – und erneut initiiert er damit gewissermaßen eine Rettung. Erst OS‘ Zuversicht und Entschlossenheit lässt W daran glauben, dass er den unaussprechlichen Horror in der Vergangenheit wird lassen können.

OS sieht wieder klar: keine Schemen, keine Konturen, kein Wunder, kein Paradies, einfach einen „baufällige[n] Unterschlupf“. Er ist es, der „die Tür“ für sie beide öffnet: die der Hütte und die andere, die in die Zeit danach. Dafür findet er Halt im Gebet. Dieses Motiv zieht sich kontinuierlich durch die gesamte Geschichte und gipfelt in 28 in einer Formulierung, die mich schlicht umgehauen hat: „Der Himmel ist auferstanden.“ Wow. Also erst mal ist das auf den Punkt gebracht, was schon davor wunderschön ausgedrückt ist: „in einer Welt, die wieder zwei Hälften hat, eine weiße unter einer von kühnstem Blau“. Ganz banal betrachtet, bedeutet das, der Schneesturm ist vorbei, die Wolken weg, es ist nicht mehr alles eintönig grau/weiß. „Die Welt hat wieder zwei Hälften“ impliziert jedoch auch, dass vorher eine Hälfte fehlte, dass sie quasi gestorben war, und das meint bestimmt nicht den blauen Himmel per se, sondern das, wofür er steht: „Übermut“, eine unbeschwerte Zuversicht, „wie ein Kind“ sie empfindet, das Gefühl von „fliegen“, was Mut erfordert und Freiheit (jenseits der Hütte, aber auch jenseits der den Geist gefangen haltenden Traumata) verheißt. Und schließlich korrespondiert die Auferstehung des Himmels mit dem Herrgott, der endlich die „Gebete erhört“ hat und OS „Mut und Vertrauen“ zurückgibt. Es ist also auch eine Auferstehung des Glaubens gewissermaßen, der Zuversicht in das Gehaltensein durch Gott und damit in die Zukunft, und letztlich ist es eine Wiederauferstehung des OS als Held, als einer Figur, die nicht getrieben wird, sondern die Dinge anpackt und ihnen agierend entgegentritt. „Der Himmel ist auferstanden.“ Wenn ich mich auf einen Lieblingssatz der gesamten Geschichte festlegen müsste, wäre es dieser!

Für OS ist der „Spuk“ jetzt „vorbei“. Er ist wieder Herr der Lage. Noch trägt er die Folgen der vergangenen Monate gut sichtbar im Gesicht. Aber wie W völlig richtig bemerkt, ist das nur äußerlich, das lässt sich vergleichsweise leicht abstreifen. Innerlich hat er wesentliche Charaktereigenschaften zurückgewonnen. Es gelingt ihm sogar, innere moralische Konflikte auszufechten und sich selbst zu überwinden, was sich darin zeigt, dass er schließlich das Kanu klaut und diese Tatsache nach anfänglichem Unbehagen (er will kein „Gesetzlose[r] sein!) akzeptiert, ganz offensichtlich also vor sich selbst rechtfertigen kann. Der in 25 noch sehr zwiespältige Versuch eines Scherzes gelingt am Ende auf befreiende Art, ohne Nachgeschmack diesmal. Zusammenfassend ist der OS, den wir zu Beginn der Geschichte sehen, überwunden. Der Held hat ein tiefes, kaltes Tal durchschritten und ist gestärkt daraus hervorgegangen.

Und W? Zunächst finde ich auffällig, dass man von ihm gefühlt weniger Eindrücke in diesem Abschnitt bekommt. Das liegt wohl daran, dass die Rollen vertauscht sind: OS führt, W stolpert eher hinterher. Wortwörtlich sogar. Seinen Teil zur weiteren Flucht bzw. Heimreise leistet er zunächst eher zufällig.

Trotzdem wäre das natürlich zu kurz gegriffen. W ist auf einem inneren Weg. Er kann ihn im Rahmen dieser Geschichte nicht vollständig gehen (ohnehin ist fraglich, ob ein solcher Heilungsprozess einen Abschluss finden kann), aber du verdeutlichst die Richtung, in die er sich aufgemacht hat, und gibst uns einen hoffnungsvollen Ausblick. Eine wesentliche Stelle diesbezüglich ist die folgende: „Ein Rauschen verführt Winnetous Seele, lockt ihn geradewegs über die Ebene. Er ahnt, dass er einem ursprünglichen Pfad folgt, den der Winter unter seinem Atem begraben hat.“ Das Rauschen des Flusses, des schmelzenden Schnees also(!), der den Pfad nun wieder freigibt, „verführt“ und „lockt“ ihn. Im Grunde ist das wieder so eine Instinkt-Stelle: Unsere menschliche Natur drängt uns eben nicht nur in der Gefahr, verschiedene Maßnahmen zur Bewahrung des Lebens zu ergreifen, sondern auch in friedlichen Zeiten, den Weg hinaus ans Licht zu suchen. Kurz dachte ich bei „Rauschen“ auch an das Rauschen des eigenen Blutes im Ohr, in dem sich äußere akustische Signale spiegeln könnten, und das quasi eine gewisse körperliche Erregung abbilden würde. Das lange Warten und Nichtstun hat jetzt ein Ende.

W hat allerdings Schwierigkeiten, den Pfad zu gehen, auf den es ihn zieht, er landet gleich in der erstbesten Schneewehe. Aber er steht auf, schüttelt den Schnee ab, der bereits dabei ist, den Kampf gegen die Sonne zu verlieren. Alles potenziell stark metaphorisch aufgeladen, sobald man den „Schnee“ umdeutet. Dazu später.

Dass der Pfad ein „ursprünglicher“ ist, ist auch interessant. Ich lese darin mehr als „er war mal da und dann kam halt der Schnee und er war weg/nicht mehr sichtbar“. „Ursprünglich“ kann ja noch eine andere Bedeutung haben, so in Richtung „alt, von Beginn an da, urtümlich, natürlich, unverfälscht“. Es ist quasi der Weg zur Heilung, den es immer schon gab, den man erkennen und gehen muss. Ich kann das schwer erklären, es hat etwas spirituell Mächtiges, was zu W passen könnte.

Die zweite wichtige Stelle ist ganz am Ende. Hier wird W wieder der aktive, der sich „nach vorn dreht und sie mit einem kräftigen Ruderschlag südwärts treibt, fort von Kälte und Bedrängnis, in grenzenlose Weiten, der Heimat entgegen“. Expliziter kann man das kaum formulieren: Der Blick richtet sich nach vorne, in die Zukunft, W wird wieder zum kräftigen Motor/Antreiber, er lässt das Geschehen hinter sich und hat seine äußere und innere Freiheit zurückgewonnen. (Und sorry, wenn man hier das Bildhafte wegnimmt, wird es irgendwie platt, das geht in der Analyse kaum anders.) Und Ursache dafür ist, wie könnte es anders sein, Scharlih. W trägt die nötige Kraft in sich, das Erlebte zu überwinden. Was er hin und wieder benötigt, ist ein sanftes Ziehen in die richtige Richtung.

Und im Prinzip steckt in all dem die Interpretation des Titels längst drin. „Der erste Schnee“ trat zunächst als Naturphänomen in Erscheinung, das den Protagonisten ihre Flucht ermöglichte, OS zum Aufgeben und W zum Handeln verdammte. Anschließend zwang er die beiden zum Ausharren in der Hütte, zur Ruhe, zu harten Geständnissen und inneren Kämpfen. (Der Blizzard schwankte zwischen den Polen Feind/Krieg und Verbündeter.) Er verschluckte gar eine Hälfte der Welt, nämlich den offenen Himmel, die Zuversicht, die Klarheit, und machte die übrige Welt eng und kalt. Jetzt schmilzt er und die Sonne wird ihn „rasch vergessen machen“. Bei Licht betrachtet lässt sich das Geschehene besser verarbeiten, jetzt geht es gen Heimat und dabei hilft nun just der Strom, der vom Schmerzwasser gespeist wird, d.h. die überwundenen Qualen stärken die Helden auf ihrem Weg zurück.
Gleichzeitig aber kann ich nicht umhin zu bemerken, dass der *erste* Schnee nicht zwingend der *letzte* ist. Es ist in dieser Geschichte zum ersten Mal etwas aufgetreten, das nun überstanden ist, doch dieser Schnee schmilzt nicht, weil Frühling und die Sonne kräftiger würde, sondern weil sie „noch“ Kraft hat. Es ist nicht auszuschließen, dass es noch mal Schnee gibt, dass es Rückschläge gibt. Der Weg ist nicht zu Ende gegangen. Aber die Richtung ist klar und die prinzipielle Entwicklung zum Guten ebenfalls.

Liebe Zorbi, wie beendet man nun einen solchen Rundumschlag? Ich bin sicher, es gäbe noch mehr zu sagen, selbst wenn dieser Kommentar jetzt schon länger ist als der kommentierte Text, hihi. Ich danke dir für die Reise, auf die du mich mitgenommen, und die neuen Perspektiven, die du mir in Bezug auf die Blutsbrüder ermöglicht hast. Es war spannend, es war berührend, es war psychologisch komplex und sprachgewaltig, kurz: Es war ein absoluter Lesegenuss. Danke! :-)

Liebe Grüße
Netha

Antwort von Zorbi am 22.07.2020 | 16:06 Uhr
Liebe Netha,

wunderbar beschreibst du bis ins kleinste Detail, wie sich meine Protagonisten wieder ihren angestammten Rollen zuwenden.
OS überwindet seine Lähmung und besinnt sich auf alte Tugenden – und ja, der erste und wichtigste Schritt dabei ist die Bereitschaft, überhaupt ins Leben zurückkehren zu wollen. Ich denke, dass wir alle das im Kleinen schon selbst erlebt haben: diesen Moment, an dem plötzlich ein Funke aufflammt, der uns nach einer Krankheit aus dem Bett zwingt.
W hingegen verharrt zunächst auf ein und derselben Stufe. Am Ende ist es OSs „Auferstehung“, die auch ihm ermöglicht, neue Kraft zu schöpfen. Scharlih wird ihm zu Motor und Quelle der Hoffnung zugleich.
Aber ist es nicht schon in den grünen Bänden immer so gewesen, dass unsere Blutsbruder gemeinsam Übermenschliches zu leisten vermochten?

Die Titelsuche hat mich lange beschäftigt. Ich habe den Text dann „Der erste Schnee“ genannt, weil ich im Naturphänomen eine Spiegelung der Erfahrung sehe, die die Helden durchlaufen. Du hast es selbst betont: Irgendetwas ist hier grundlegend anders als bisher. W und OS können diese Gefangenschaft nicht mit dem Entkommen vergessen bzw. in die Reihe der anderen mehr oder weniger kniffligen Situationen einsortieren. Zum ersten Mal ist ihnen etwas begegnet, das größer und mächtiger war als sie, etwas, das sie mit ihren Fähigkeiten nicht in den Griff bekamen. Dieses „Etwas“ personifiziert der Schnee, welcher ja aber nicht endlos überdauert. Er wird schmelzen, so wie der Schrecken den Blutsbrüdern rein als Erinnerung erhalten bleibt … bis es eines Tages erneut zu schneien beginnt. Das ist der Lauf der Welt, gegen den kein Sterblicher gefeit ist ;-)

Liebe Netha, ich habe zu danken. Dafür, dass du mich überhaupt mit Drabbles bekannt gemacht hast. Dafür, dass du mir die Promptliste erstellt hast, ohne die die Texte nicht geschrieben worden wären. Dafür, dass du mir meine Geschichte so wunderbar gespiegelt hast. Und nicht zuletzt dafür, dass du mir deine volle Unterstützung schenkst.

Ganz viele liebe Grüße

Zorbi
20.07.2020 | 14:05 Uhr
Liebe Zorbi,

Achtung! Jetzt kommt eine ehrliche Rückmeldung, auch wenn die nicht so positiv ausfällt.

Ich weiß jetzt wieder, warum ich Drabbles nicht so mag. Mir kommt es immer so vor, als seien sie schöne und zugegeben manchmal, so wie bei dir, kunstvoll gesetzte Worte, deren Sinn der Selbstzweck ist.

Du hattest bisher dein Drabble so geschrieben, dass ich eine Geschichte dahinter gesehen habe, die erzählt werden soll. Aber leider endet es hier mit so vielen offenen Fragen und lässt mich frustriert zurück.

Ich glaube immer noch, dass du eine tolle Geschichte im Kopf hattest. Schreit sie dich nicht an: "Bitte, schreib mich!"?

Wahrscheinlich habe ich mehr erwartet, als diese Form der Lyrik zu geben vermag. Doch du hast mir so großen Appetit auf eine tolle Story gemacht, darum hoffe ich sehr, dass du sie vielleicht doch noch erzählst.

Alles in allem möchte ich dir dennoch für deinen Beitrag danken, ich verdanke ihm viele Sätze, über die es sich nachzudenken lohnt.

Liebe Grüße
Arvara

Antwort von Zorbi am 20.07.2020 | 15:09 Uhr
Liebe Arvara,

ich gebe mein Bestes, dir antworten zu können. Hier bei der Arbeit ist das Internet komplett ausgefallen, weswegen schon der Upload verspätet kam. Nun versuche ich mich am Smartphone, was ... mühsam ist ;-)

Ich schätze ehrliche Rückmeldungen und in diesem Falle fällt es mir nicht schwer, eine Erwiderung zu formulieren. Überrascht hat mich deine Meinung auch nicht, immerhin habe ich vorausgesagt, dass es vermutlich so kommen würde ...

Liebe Arvara, es ist so: Ich HABE die Geschichte erzählt, die in meinem Kopf lebt - nur ist es eine andere als die, die du lesen wolltest.

Wir beide gehören ganz klar verschiedenen Gruppen an. Wo du den Fokus auf Plot, Spannung etc. (= das Gegenständliche) legst, zählen für mich vorrangig Gedanken, Gefühle und Persönlichkeitsentwicklungen (= das Flüchtige). Du magst Auserzähltes, ich finde Löcher und offene Fragen viel interessanter.

Natürlich ist mir bewusst, dass ich mit meiner Herangehensweise nicht den Geschmack des Mainstreams treffe. Dennoch möchte und werde ich mich nicht verbiegen.

Das Problem hat also nichts mit der Drabbleform zu tun. Auch in kurzen Worten ließe sich darstellen, was du dir erhofft hast. Das war nur nie mein Ziel ;-)

Mit Lyrik haben Drabbles übrigens kaum etwas gemein.

Ich danke dir für die vielen Kommentare, über die ich mich sehr gefreut habe, und hoffe, dir den einen oder anderen Denkanstoß, welcher Art auch immer, mitgegeben zu haben.

Liebe Grüße

Zorbi
18.07.2020 | 08:42 Uhr
Liebe Zorbi,

und weiter geht die Aufholjagd! Schließlich will ich am Montag vorbereitet sein. ;-)

Der letzte Satz in 19 war ja, wie OS isst und der Schmerz in seinen Augen verweht. (Ein nachträgliches Hach übrigens für diese Formulierung!) Da passt es, dass er jetzt das Erlebte als bösen Traum kategorisiert. In 22 erfahren wir genauer, dass es nicht einfach „nur“ um die Gefangenschaft geht, sondern dass diese Gefangenschaft eine besondere war: „Es gibt vieles, was ich mir nicht erklären kann. Den einäugigen Knaben, das Wampum, die mit Blut bemalten Gesichter, den Totentanz. Obgleich ich mich seit Jahren unter Indianern bewege, habe ich bisher nichts Derartiges bezeugt.“ All das erscheint OS mit vollem Magen nun plötzlich unwirklich.

Der nächste Satz hat mich ein bisschen irritiert: „Am liebsten würde ich mich von unserem Dasein lossagen, mich dem Auf und Ab meiner Gedanken empfehlen, doch es ist mir nicht vergönnt.“ „Vom Dasein lossagen“ klingt zunächst wie ein Rückschritt, wie ein erneuter Wunsch nach dem Aufhören, nach dem Tod also. Das passt jedoch nicht mehr in den Kontext: Warum würde OS das jetzt noch wollen, wo sie doch gerettet sind? Ich glaube, die Antwort liegt in dem, was danach kommt: Sich dem Auf und Ab seiner Gedanken zu empfehlen ist schließlich nicht möglich, wenn man tot ist. Es geht nicht demnach darum, aus der irdischen Existenz zu entfliehen, sondern darum, sich nicht mit diesen Fragen nach Traum oder Wirklichkeit befassen zu wollen, die nun „allesamt hervor[kriechen]“. Was ich allerdings trotzdem etwas schwer verständlich finde, ist, dass die Gedanken nicht jene Fragen zu enthalten scheinen, denn diesen Gedanken will er sich ja in einem gleichförmigen, einlullenden Auf und Ab hingeben, was ihm „nicht vergönnt“ ist, weil die Fragen sich nun mit Macht zu Wort melden. Also was genau sind das dann für Gedanken? Oder sind die Gedanken gemeint, die das Geschehene als Traum abweisen?

Wie auch immer, völlig klar ist, was danach geschieht: OS hat bemerkt, dass diese Gefangenschaft besonders war, und als er W danach fragt, reagiert dieser höchst zurückhaltend, will nicht sagen, was er ganz offensichtlich weiß. OS drängt, ahnt gewiss sonst was (ganz wie wir Leser*innen – und man weiß ja, dass im Horror immer genau das am schlimmsten ist, was man NICHT sieht/weiß, sondern sich selbst zusammenreimt, weshalb ich es als Leserin eher kontraproduktiv fände, das nun genau zu erfahren), und W … „verliert“ „die Kontrolle über seine Sinne“!!! Irgendwie hast du es nicht nur geschafft, das glaubhaft vorzubereiten, sondern OS nicht weniger glaubhaft seinen Freund in den Armen wiegen und summen zu lassen. Wow. Ich bin ehrlich, ich hatte natürlich heimlich gehofft, dass du aus dem Lullaby irgendwie eine Szene zwischen den beiden machst, und sie nicht ein Kind finden oder ein eigenes Erlebnis aus der Kindheit erzählen lässt, gleichzeitig war mir klar, dass das nicht mal so eben machbar ist und eher unwahrscheinlich in das Setting der anderen Begriffe passt. Nun bin ich ziemlich geflasht, dass du das tatsächlich so gemacht hast. Danke!

Direkt das Eingangsbild von 22 trifft mich erneut mitten ins Herz: „Auch im Schlaf flattern Winnetous Wimpern wie die Flügel eines Falters, der um seine Freiheit ringt.“ Ich glaube fast, das ist bisher meine Lieblingsstelle im gesamten Werk. Darin steckt so viel Verzweiflung, Ausgeliefertsein, Machtlosigkeit auf Seiten Ws, und die Alliterationen tun ihr Übriges, den Vergleich zu verschärfen. Dann OS‘ Eingeständnis der eigenen Schwäche, „Ohne ihn wäre ich nicht hier“, und der Versuch, Ws Kummer auszulöschen, durch eine im Grunde hilflose, aber so unendlich anrührende Geste: „Ich fahre mit dem Zeigefinger über seine Stirn, um die Falte zu glätten, die ihm zwischen den Brauen steht.“ Schluck! Der Horror bekommt neues Futter, diese fetzenartigen Eindrücke habe ich oben schon zitiert, und am Ende stehen „Winnetous blasses Antlitz“ und die Erkenntnis, „dass ich nicht mehr danach fragen darf“. Kein Austausch also, kein Teilen des Erlebten. Wie soll das nur enden?

In 23 übernimmt bei W wieder kurz die „Gewohnheit“, der Instinkt. Es ist falscher Alarm. Wie könnte es auch anders sein bei meterhohem Schnee und offenbar fortgesetztem Unwetter? Als er es erkennt, geben seine Beine nach, der Adrenalinschub ist vorbei. Damit ist Drabble 23 irgendwie eine Wiederholung des Geschehens im Kleinen, das uns vor Augen führt, dass der Schrecken W nun begleitet. Würde man das heute als PTBS bezeichnen?

Das „Firmament aus Decken“ ist ein heimeliges Bild, und zur Welt, die „in ihren Angeln steht“, hat Arvara schon viel Kluges geschrieben. Ja, als Gegenstück zur Welt, die aus den Angeln geraten ist, ist ein Zustand, wo alles in Ordnung ist. Gleichzeitig betont das Verb „stehen“ aber auch das Verharren. Deswegen empfinde ich die Beurteilung als „wunderschön und unheimlich zugleich“ als sehr treffend. Auch die folgenden Gedanken gehen in diese Richtung, irgendwie im Grundsatz positiv, aber auch … hm, ich weiß nicht. Etwas melancholisch? Wehmütig? Schwermütig? Irgendwie schwingt auch eine gewisse Demut vor dem Erlebten mit, vor den vielen Wegen des Schöpfers, deswegen „geläutert“. Da ist ein unbegreifliches „Wunder“ geschehen, man war dem Tod näher als dem Leben, OS hatte sich in die Hände des Herrn begeben und nun lebt er. „[M]indestens hundert Jahre alt“ ist auch so eine zwiespältige Formulierung. Mit 100 assoziiert man Weisheit, Lebensklugheit, aber nicht unbedingt Aktivität. Ich glaube zu verstehen, was OS da erklären will, schaffe es aber ebenso wenig, das in Worte zu kleiden, wie er. „Es ist die Zeit“, die ist quasi stehen geblieben. Ich spüre die enge Kehle selbst, seufze selbst und weiß doch nicht so ganz genau, warum eigentlich. Im Gegensatz zu W, der seinen Scharlih ganz genau versteht. – Ein wahnsinnig dichter Text, da hast du dich auf jeden Fall noch mal selbst übertroffen! Von den Drabbles als ganze ist das hier vermutlich meine liebste bisher.

25 ist eine kleine Gefühlsachterbahn. Ich gestehe, der Beginn verwirrt mich vor allem. Wozu ist „Scharlih nicht bereit“? W sträubt sich gegen etwas, verliert aber, weil der „Teil von ihm, der ihn antreibt“ lichterloh brennt. Ich habe danach eine Frage Ws erwartet. Irgendetwas, was er eben nicht mehr zurückhalten kann, auch wenn er weiß, dass OS dafür nicht bereit ist. Das passiert aber nicht, stattdessen spricht OS selbst zuerst. Würde es um Ws Geständnis gehen, dass auch er mit dem Aufgeben rang, müsste OS‘ Frage ja davor stehen, also bevor W sich dagegen sträubt, sie zu beantworten. Ich scheine da gewaltig auf irgendeinem Schlauch zu stehen, sorry. ^^“
Die Geständnisse enthalten dann eine merkwürdige Mischung aus beklemmender und humoriger Wirkung, die mich schlucken lassen. Es fällt OS nicht leicht, das zu sagen, und noch härter ist es, Ws Eingeständnis zu hören, das drücken Mimik und paraverbale Kommunikationsmittel unmissverständlich aus. Gleichzeitig greift OS auf eine gewisse Ironie zurück, um das Geschehen einzuordnen, und das macht es leichter für ihn, erlaubt ihm sogar ein Lächeln. Meine Lesart geht hier in die Richtung, dass W durch dieses Geständnis quasi menschlicher geworden ist in seiner Wirkung, und natürlich berührt es OS, dass W das offen einräumt und ihn nicht mit dieser (scheinbaren) Schwäche allein dastehen lässt. Er stellt sich quasi an seine Seite und sagt sinngemäß „Hey, mach dich nicht so fertig deswegen, ging mir auch so, wenn du ein Loser bist, bin ich’s auch“. Und für OS ist das einerseits überhaupt nicht beruhigend, sondern noch viel schlimmer als die eigene Schwäche, andererseits aber eben auch nicht, und diese Spannung löst er in einem kleinen „Witz“ auf und schafft Raum für ein Lächeln, in dem peinliche Berührtheit von Dankbarkeit und Zuneigung überdeckt wird.
Und das Ende? Doppelschluck. Ich denke, das Töten steht hier als Platzhalter. W hat ja alles getan, um OS‘ Leben zu erhalten, hat gekämpft und funktioniert und eben nicht aufgegeben, hat sich selbst bezwungen, seine Ängste, seine Verzweiflung, und es bleibt zu hoffen, dass er dabei nicht ein Stück seiner eigenen Seele getötet hat, falls man das so ausdrücken kann. Ob er auch heilen kann für Scharlih?

Kurz noch was Formales: In 20 sind Komma und Anführungszeichen ein Mal in der falschen Reihenfolge („… auf ein Zeichen gewartet,“) und in 23 ist ein Zeilenumbruch mitten im Satz (zwischen „ihn“ und „ein Kratzen“), der da sicher nicht hingehört.

So, nun bin ich also endlich wieder up to date und wir lesen uns spätestens nächste Woche, wenn die Fahne weht. ;-)
Ein schönes Wochenende und viele liebe Grüße!
Netha

Antwort von Zorbi am 19.07.2020 | 09:46 Uhr
Liebe Netha,

auf zum letzten Streich!

In diesem Review benennst du Unklarheiten und auf diese möchte ich eingehen, damit hoffnungsvollerweise zumindest am Ende klar wird, was ich meine, auch wenn es mir im ersten Versuch nicht gelungen ist, das deutlich zu machen ;-)

Zuerst also zu Drabble 20. Hier soll ein Ausblick auf das gewährt werden, was später in 24 passiert. OS möchte sich nicht länger mit den Notwendigkeiten, Äußerlichkeiten, mit der harschen Wirklichkeit beschäftigen müssen, sondern sich in sich selbst zurückziehen dürfen. Instinktiv sucht er die Beschäftigung mit dem Transzendenten, um sein Gleichgewicht und seine innere Kraft wiederzufinden. Ja, ein paar Texte zuvor wollte er eben diese Schiene benutzen, um dem Leben zu entfliehen, nun sucht er nach dem Funken, der ihn nährt. Das Geschehene allerdings gibt ihn zu diesem Zeitpunkt noch nicht frei.

Innerhalb von Drabble 25 ist der inhaltliche Sprung offenbar zu groß geraten. Einerseits wollte ich eine Verbindung zu 26 schaffen (blöd auch, dass du den noch nicht kennst. Möglicherweise erweist sich auch die durchs Posten entstandene Trennung als ungeschickt), nämlich aus zwei Perspektiven berichten, dass es W immer noch zur Flucht drängt, einem wilden Tier gleich, welches aus der Gefahrenzone hetzt. Der Häuptling empfindet es als eine Art inneren Brand, sein Freund bestätigt dann im kommenden Text die zugehörige Unruhe von außen.
Andererseits hat der Anschluss an diese Beobachtung, nämlich OSs Geständnis, nicht unmittelbar mit Ws Fluchtimpuls zu tun, nur in dem Sinne, dass Scharlih in Erinnerung ruft, wie er im Gegensatz dazu mit der Notlage umgegangen ist. Hier scheint jedoch ein Bruch entstanden zu sein, der nicht beabsichtigt war ;-)

Lass mich damit schließen, wie sehr ich darüber staune, was mit Drabble 24 geschehen ist. Das war einer derjenigen, die mich an den Rand der Verzweiflung getrieben haben. Ich war schlicht nicht in der Lage, das Gefühl aus meiner Fantasie korrekt abzubilden, und habe Dutzende Male neu angesetzt. Nach Arvara hast nun auch du exakt erfasst, worum es mir geht, und das macht mich ein bisschen sprachlos und ein bisschen euphorisch ;-)

Ich danke dir von Herzen für all die klugen Gedanken, die du geteilt hast, und hoffe, dich auch mit dem letzten Schwung Drabbles zu erfreuen …

Einen schönen Sonntag und liebe Grüße!

Zorbi
17.07.2020 | 16:30 Uhr
Liebe Zorbi,

dem Himmel sei Dank, möchte man ausrufen, sei da oben nun Gott oder einfach nur die Schneewolken: eine Hütte! Vorher hast du mir aber noch etwas unangenehmes Kopfkino bereitet: "Seit dem Abend klebt ein fauliger Gestank an mir." Unwillkürlich musste ich daran denken, dass die zwei ja nun schon Monate in Gefangenschaft waren und gewiss nicht gerade nach Rosen duften. Ich schätze, man stumpft da ab, bis es einem irgendwann nicht mehr auffällt. Wie also mag dieser Todesgeruch riechen, dass er a) überhaupt inmitten eines Sturms wahrgenommen wird und b) alles übrige überdeckt? Ich stelle es mir ein wenig wie Verwesung vor – und wie gerne habe ich mich da mit der Hütte befasst und im Folgenden nicht mehr so genau über das olfaktorische Setting des Ganzen nachgedacht. ;-)

Jedenfalls strebt zumindest die äußere Handlung nun zum Licht: „weniger hoch und weniger steil“. Aus der vagen „Ablenkung“ wird ein „Wunder“, die Wortwahl verändert sich deutlich, jetzt geht es um „retten“, aus dem Vorankämpfen, dem Hinfallen und mühsamen Aufrichten wird ein „[F]liegen“, jetzt findet OS seine Faust als körpereigene „Waffe“ wieder, ist also bereit zu kämpfen, jetzt sind die Gedanken an das Transzendente nicht mehr mit dem eigenen Lebensende assoziiert, sondern mit Dank. Was dieser eine Satz, dieser „gut gezielte[…] Pfeil“ bewirken kann, ist schon bemerkenswert.

W bekommt den Text, in dem es um das Absichern geht: Ist die Hütte leer, sind sie dort sicher? Es stellt sich gar nicht die Frage, wer diese Aufgabe übernimmt, W führt auch weiterhin und lässt sich nicht mitreißen von einer plötzlichen Erleichterung, die sie in neue Gefahr stürzen könnte. Damit beweist er erneut eine besondere innere Stärke. Meine Lieblingsstelle in 15 ist ganz klar dieser Satz: „Wieso ausgerechnet die Bleibe eines Landräubers ihm das Leben erhalten mag, versteht allein der Große Geist.“

Interessant fand ich dann die unterschiedlichen Blickwinkel auf das Ankommen in der Hütte. Zunächst erleben wir deren Inneres durch OS: „Grabesstille“. Keine besonders beruhigende Assoziation, in diesem Kontext aber natürlich durchaus etwas Positives, weil eben sonst niemand da ist, der Geräusche machen könnte, sogar die Gewalt des Sturms scheint innezuhalten. Es mischen sich verschiedene Sinneseindrücke. Erst die besagte „Grabesstille“, dann das „Dämmerlicht“, dann beides ineinander verwoben, wenn eine „Leere“, die man eher mit optischen Reizen verbindet, in den Ohren „flirrt“. Hier vermittelt sich gut eine gewisse Überforderung, ein starker Kontrast zu dem Vorangegangenen, zu dem Draußen, eine gewisse Orientierungslosigkeit, die nur Raum für die wirklich essenziellen Erkenntnisse lässt: „Ich weiß sofort, dass wir unter uns sind“ und „weil sich meine Seele auf eine vertraute Kontur in der hintersten Ecke wirft“. Da übernehmen andere Mechanismen Körper und Geist, ich nenne es mangels eines besseren Wortes mal Instinkt. Ich mag diese Formulierung der Seele, die nun agiert, sehr. Dennoch ist meine Lieblingsstelle in diesem Drabble eine andere: „Es ist die Art, wie der Staub in der Luft schwebt.“ Das ist irgendwie ein Bild, das total zu mir spricht, ich kann das aber nicht wirklich erklären/begründen. Es ist einfach so … unerwartet friedlich? Einfach schön.
Aus Ws Sicht erhalten wir dann eher einen Blick auf OS als auf den Raum. Er kann die „Schemen“, die „vertraute Kontur“ klar benennen, er kann Scharlihs Verhalten als rauschhaft(!) analysieren, ist immer noch der helfende, der sorgende Part, der dem Frieden und „der Wärme“ nicht traut, wachsam bleibt.

In 18 findet dann die Rückverwandlung von OS statt: „Ein stechender Schmerz bringt mich zu mir zurück.“ Vordergründig zu Bewusstsein, zurück in das Hier und Jetzt, aber eben auch zurück zu seinem inneren Selbst, zu einer Person, die mehr ist als Instinkt, mehr als ein getriebener, fremdbestimmter, ohnmächtig ausgelieferter, schwacher Mensch, der einfach nur noch aufgeben möchte. Der „Erleichterung“ verspürt, weil es anders gekommen ist. Und dem in genau diesem Moment nichts kostbarer ist als das Leben des Freundes. Ach, Scharlih. Armer, lieber Scharlih. Es ist noch längst nicht vorbei.

Denn in 19 schleicht sich ein Unheil zwischen den Zeilen heran, dass bisher gut verborgen unter all dem Schnee und im Heulen des Windes ausgeharrt hat: „Fronten, auf denen die Buchstaben tanzen wie ein Haufen Krieger um den Marterpfahl“. Da ahnt man, dass das Geschehene noch ganz andere Wunden geschlagen hat, dass es diesmal nicht reicht, mit dem Leben davongekommen zu sein. Angesichts des wütenden Unwetters ist es eigentlich nicht sehr wahrscheinlich, dass es noch Verfolger gibt bzw. dass diese sie wirklich finden könnten. Ws diesbezügliche Sorge scheint im Rückblick vielleicht etwas übertrieben. (Im Gegensatz zu anderen hier kann ich mir nicht vorstellen, sie noch mal leibhaftig zu sehen in dieser Geschichte. Sie sind auf andere Weise präsent.) Es würde reichen, sich darum zu sorgen, wenn der Blizzard verklungen ist. Wirklich bemerkenswert erschien mir diese Beobachtung aber erst jetzt, denn dass W von solchen Bildern geplagt wird, ist … besorgniserregend. Es schlägt den Bogen ganz zum Anfang zurück: „noch nie hat er sich so hilflos gefühlt“. Dieses Mal ist etwas anders als bei den bisherigen Gefangenschaften und Fluchtaktionen - und zwar fundamental. W hat bisher funktioniert, weil er es musste, v.a. um Scharlih zu retten. Dessen Anblick war es schließlich, der ihn aus der ohnmächtigen Lethargie gerissen hat: „seine Seele beharrt darauf, der eigenen Natur zu folgen“. Auch da hat der Instinkt übernommen. W hat auf „auf seine Ahnungen vertraut“, hat „auf die Stimme der Vernunft“ gehört, hat den „Keim der Unruhe, den die Vorsicht in sein Herz gepflanzt hat“, genährt. In 23 wird sich, ich nehme das mal vorweg, noch so eine Formulierung finden. All das hat ihn abgelenkt von den Bildern, die jetzt in der absoluten Ruhe und Abgeschiedenheit dieser Hütte, in der ja quasi die Zeit stillzustehen scheint, Gelegenheit haben, auf ihn einzustürzen.

Somit erweist sich die Hütte zwar als äußerliche Rettung. Die eigentliche Gefahr hingegen ist nicht gebannt und sie muss sich in dieser erzwungenen Ruhe bald zeigen. Ob OS mit dem Erlebten besser umzugehen weiß? Ob er begreift, dass W innerlich versehrt aus dieser Sache herausgegangen ist? Ob er nun seinerseits irgendetwas für W tun kann? Mir will auf ganz neue Weise bange um unsere Helden werden, bin aber gleichzeitig zuversichtlich, dass du es auch in wenigen verbleibenden Drabbles vermagst, das ein oder andere Licht zu entzünden.

Sei von Herzen gegrüßt!
Netha

Antwort von Zorbi am 19.07.2020 | 09:42 Uhr
Liebe Netha,

an dieser Stelle möchte ich zwei Formulierungen aus deiner wunderbaren Analyse herausgreifen, die sich hervorragend als Platzhalter für das eignen, was hier geschieht, und die beschreiben, wie sich der Umgang der Protagonisten mit dem Unglück langsam wandelt. Kein Wunder also, dass die mir besonders gefallen haben.

In „Armer, lieber Scharlih“ schwingt etwas Geerdetes, etwas Unkompliziertes mit. Ich kann das schlecht erklären, aber zu einem Mann wie dem Häuptling der Apachen würde diese Aussage überhaupt nicht passen. OS handelt, wie wir es von ihm kennen: linear, „logisch“... er begegnet dem schrecklichen Ereignis zunächst mit Angst, Schock, Ohnmacht und Unterwerfung, durchläuft eben die klassischen Stadien einer Traumabewältigung. Deswegen vermag er sich auch wieder aufzurichten, sobald ihm bewusst wird, dass das Schlimmste nicht eingetreten ist.

W indes hat seinen nicht minder großen Schrecken unterdrückt. Dass dieser dadurch nicht verschwindet, sondern gerade Raum erhält, um zu wachsen, ist dem Apachen vermutlich nicht bewusst. Das, was ihm geschieht, lässt sich prima mit dem zweiten Satz verknüpfen, der da lautet: „Sie sind auf andere Weise präsent.“

Und schlussendlich steht in diesem Review der zentrale Punkt, an dem die Story anknüpft: „Dieses Mal ist etwas anders (…) – und zwar fundamental.“ Das, meine Liebe, ist der Grund, auf dem der gesamte Text steht!

Ich danke dir für deine Einsichten und arbeite mich weiter vor ;-)

Liebe Grüße

Zorbi
17.07.2020 | 12:07 Uhr
Liebe Zorbi,

die letzten Wochen hatte ich einfach keine Zeit und Kraft für solche Reviews, wie dein Text sie unbedingt verdient und ich sie dir unbedingt schreiben wollte. Nun sind jedoch Ferien und während ich noch die Reste dieses merkwürdigen Schuljahres verarbeite und mein Materialchaos sortiere, zieht es mich wieder zurück zu unseren Helden, zu deiner Wortmagie und ja, auch in meine eigenen Dateien habe ich schon mal einen prüfenden Blick riskiert. Deine Drabbles haben sich als sehr geeignetes Format erwiesen, meine Gedanken zumindest ein bisschen im Fandom zu halten, und das war sehr schön zwischen all dem Corona-Schulirrsinn. Danke dafür! :)

Was diesen zweiten Abschnitt deiner Geschichte betrifft, kann ich mich den anderen voll anschließen: Brrr, man friert beim Lesen, egal wie warm es in Wirklichkeit ist (als ich das erste Mal las, war es unerträglich) und selbst das Bild einer weißen „Hölle“ ruft keinerlei Assoziationen zu Wärme und Glut hervor. Die Natur wird zur dritten Hauptfigur und man weiß nicht so recht, ob Freund oder Feind.

Sie ist für mich der zentrale Player in diesem Teil, der die beiden Protagonisten vor sich hertreibt. Diese werden charakterisiert durch ihre Reaktionen auf das äußere Geschehen: OS, der sich Ws „Überlegenheit“ ergibt. Der Satz bescherte mir eine Gänsehaut, die nichts mit Schnee und Eis zu tun hatte. Es ist das eine, die Überlegenheit des anderen anzuerkennen, auf seine Fähigkeiten zu bauen und sich ihm bedingungslos anzuvertrauen. Solche Szenen wärmen mir das Herz. Diese nicht, obgleich vieles dafür spräche: OS begibt sich in Ws Führung, tut es „gern“, W darf „so unbeirrt, so entschlossen“ auftreten, wie wir ihn wohl alle gerne sehen. Wir kennen aus anderen Geschichten schon Ws Gespür für die Natur und wissen daher, dass wenn jemand einen Weg durch diesen gewaltigen Schneesturm findet, dann er. OS tut recht daran, darauf zu vertrauen. Allein das Verb stört diese Lesart, denn da steht nicht „vertrauen“, da steht „ergeben“. Vorweggeschickt: Es gäbe Kontexte, da würde ich das ganz anders lesen, da wäre das Vertrauen in das Ergeben eingeschlossen, ja, da wäre das Ergeben sogar wichtig, das Aufgeben von Widerstand und Zweifeln, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Für mich dominiert jedoch ein ganz anderes Gefühl diese Szene, nämlich die Nähe zum Aufgeben in Bezug auf irgendein Ziel. OS ergibt sich nicht, weil er darauf vertraut, das W ihn besser führen und sie beide retten wird, sondern weil er schlicht kein treibendes Momentum in sich selbst mehr spürt. Dazu passt, dass er zunächst noch versucht zu agieren, indem er W nämlich fragt, wohin sie gehen. Doch der Sturm lässt das nicht zu, erstickt die Worte und damit das letzte bisschen Energie, die zu irgendetwas drängt. BRRR!!!

Ich komme nicht umhin, deine Darstellung der Natur, in diesem Fall der Naturgewalt, ein weiteres Mal zu bestaunen. Vielleicht kannst du es schon nicht mehr hören und ich möchte keinesfalls, dass du dein Schreiben darauf reduziert siehst. Ohne sie würde indes dieser ganze Abschnitt und damit die Charakterisierung der Figuren und das Ausgestalten eines (des, wie mir inzwischen scheint) zentralen Themas nicht funktionieren, und deshalb muss ich einfach darauf eingehen. Sie ist demnach alles andere als ein Selbstzweck, und ich genieße es so sehr, mich so mitgerissen zu fühlen und dann im Nachgang die vielen Bilder zu entschlüsseln, die dererlei Wirkung auf mich hatten. Da sind jede Menge Personifikationen, Metaphern und Vergleiche, von denen ich mal die für mich eindrücklichsten aufgreifen möchte:
„Ringsum gähnt eine unberührte, weiße Hölle“ – Zu der treffenden Merkwürdigkeit einer kalten Hölle schrieb ich oben bereits. Nun kommt ihre Unberührtheit hinzu: Alles, was dort einmal an Leben war, ist weg, quasi verschluckt, denn das Gähnen lässt natürlich, selbst wenn es ein bekanntes Bild ist, an ein Maul denken.
Das „Massiv, das der Schneide eines Messers gleich vor ihnen aufragt“ und „fein geschliffene Nadeln“ sind zwei Formulierungen, die in eine ähnliche Richtung gehen und die Natur noch gefährlicher scheinen lassen, sowohl in ihrer Statik (das Massiv) als auch in ihrem Geschehen (dem fallenden Schnee/Eis).
„Eine Ansammlung von Gesteinsblöcken wächst aus dem Geröll“ finde ich bemerkenswert, weil es der Beschreibung eines bewegungslosen Ortes eine Dynamik gibt. Die Natur ist aktiv, selbst wenn sie nichts tut, und die Menschen sind ihr Spielball.
In gewisser Weise gehört zu diesen Bildern auch dies dazu, selbst wenn es nun die innere Natur des Menschen ist, die sich mit der äußeren verbündet und das letzte bisschen Stärke bedroht, das zwischen unseren Helden und deren sicherem Tod steht: „Gierig kriecht die Mattigkeit durch Winnetous Adern“.
Eine ganz besondere Stelle war für mich noch diese: „Der Sturm wittert Winnetous Empörung und fegt die schändlichen Worte fort, hinunter in die Kluft, wo sie zerbersten und sterben.“ Richtig, dieses Unwetter ist bei aller Gefahr auch unser Verbündeter und selbst wenn es uns zum Aufgeben drängt, lässt es das in letzter Konsequenz nicht zu. Das spiegelt die Stelle in Drabble 8, als OS‘ Worte schon einmal vom Sturm zerstört werden. Aus OS‘ Sicht las sich das dennoch anders, bei W ist es die Empörung, die hängen bleibt, nicht der Wunsch nach dem Aufhören. W kämpft weiter und er sieht noch, dass das Unwetter mehr ist als drohende Gefahr („Sein Dank schwingt sich auf zu den Wolken, die das Land zugedeckt und den Frost im Zaum gehalten haben“), während sich bei OS schon ganz zu Beginn die Hoffnung verabschiedet: „Die tröstlichen Baumwipfel verschwimmen in der Ferne.“

Erst am Schluss, als W erstmals selbst ans Nachgeben denkt, schenkst du ihm und uns dann einen Hoffnungsschimmer – und ganz ehrlich, ich fühle mich wie nach einem langen, in völliger Atemlosigkeit gelesenen Kapitel eines Romans, nicht wie nach 600 Worten.

Bevor ich nun bald alles zitiert habe (diese Texte sind eben unheimlich dicht, was soll ich machen? ;-)), lass mich noch kurz ein tiefempfundenes Hach loswerden zu den Stellen, an denen W seinem Freund durch körperliche Nähe und geflüsterte Ermutigungen Halt zu geben versucht, sein Atem seinen Hals wärmt und wie Ws Schmerz das einzige ist, was OS überhaupt noch zum Weitergehen bewegt, während der sich längst vom Leben verabschiedet hat und sich in Gottes „gütige[...] Hände flüchten“ will. Gute Güte. Natürlich kriegt mich das, auf so vielen Ebenen.

Danke also und großes Kompliment zu diesem Abschnitt!
Netha

Antwort von Zorbi am 19.07.2020 | 09:40 Uhr
Liebe Netha,

wenn die vergangenen Tage nur einen Aspekt deutlich gemacht haben, wäre es dieser: Du brauchst mehr Ferien ;-))! Solche Rückmeldungen, wie sie bei meiner Geschichte gelandet sind, würde wohl niemand verschmähen …

Es ist äußerst befriedigend, erklärt zu bekommen, dass der eigene Text verstanden wird. Du hast recht, zu Beginn hat die Natur das Sagen – mit ein Grund, weswegen mir die Drabble-Form wie ein Segen erschien ;-) Den Kampf in der eisigen Wildnis kapitellang auszuformulieren, empfand ich als … sagen wir mal: mühsam. Insofern erwies sich deine Promptliste als Glücksgriff, weil sie mich in die Lage versetzte, eine meiner Fantasien auszuleben.

Mit klarem Blick sortierst du unsere Blutsbrüder in die für sie vorgesehenen Rollen. Wir haben einen OS, der das, was auf ihn einprasselt, aufnimmt und dem angesichts der Übermacht nichts bleibt, als zu kapitulieren – und einen W, der sich abgrenzt, verbissen wehrt und auf seinem Heldentum beharrt. Welche dieser Strategien langfristig weniger seelischen Schaden anrichtet, ist schwer zu sagen. Zunächst allerdings bedarf es der des Apachen, um zu überleben.

Übrigens, deine „besondere Stelle“ war es auch für mich, wenn auch unfreiwillig. Sie hatte nämlich die Güte, sekundenschnell in einer Fremdsprache aufs Blatt zu fließen. Du hättest mein Gesicht sehen sollen. Vielleicht sollte ich mehr deutsche Bücher lesen ;-)

Lieben Dank für den wunderbaren Kommentar und bis gleich!

Zorbi
Drachenfenfeuer (anonymer Benutzer)
13.07.2020 | 19:45 Uhr
Tolle umd trauige Geschichte mit viel tiefgang du spreibst er gut und mann verstäht in ihren Glauben werden Winntou und Old shatter Hand sich nie einick sein auch wenn ihre Moral die selbe ist und die beiden siech beide gegen seitig sehr lieben liebe grüße.

Antwort von Zorbi am 15.07.2020 | 08:37 Uhr
Hi Drachenfenfeuer,

dass du meine Story als "tolle und traurige Geschichte mit Tiefgang" bezeichnest, macht mich glücklich, denn genau das sollte sie sein. Und natürlich hast du recht: Glaubensfragen zu diskutieren, gehört in der Blutsbrüderbeziehung zu den schwierigeren Themen …

Danke für deinen Kommentar und LG!

Zorbi
13.07.2020 | 19:19 Uhr
Was hätten die Schwarzfüße wohl mit ihnen gemacht...

Ach, liebe Zorbi,

warum reden die nicht miteinander?? :-D

Aber vielleicht schätzen wir uns glücklich, dass wir es noch nicht wissen, dann kriegen wir (noch) keine Albträume. Da hätte ich definitiv auch nicht mehr nachgefragt...

Es wird ja wirklich kontinuierlich immer noch spannender, was ich nach dem letzten Kapitel gar nicht für möglich gehalten hätte, weil ich das gar nicht mehr für steigerungsfähig gehalten habe (das davor übrigens auch nicht).

Aber du bist (mindestens) die Königin der Steigerungen und ich merke, wie meine Lebensgeister jetzt auch wieder erwachen. So typisch "Montag" wie auch dieser Arbeits-Montag wieder war, so sehr hat es sich allein dieses Forums wegen gelohnt aufzustehen. Toll so, bin gespannt, was du noch alles für uns in petto hast!! :-)

Vielen lieben Dank & liebe Grüße
Monama

Antwort von Zorbi am 15.07.2020 | 08:30 Uhr
Liebe Monama,

warum unsere Helden sich stets begeistert anschweigen, hat sich mir schon bei May nicht erschlossen, aber das mag am Geschlecht liegen ;-)

Wahrscheinlich lachst du mich aus, wenn ich gestehe, dass ich gar nicht angetreten bin, um Spannung zu verbreiten. Mich hat einfach eine imaginäre Situation beschäftigt, um die ich eine passende Geschichte gebastelt habe, und ich habe keinen Gedanken daran verschwendet, wie sich das Gesamtwerk auf Leser auswirkt, die nicht in meinen Kopf schauen können ;-)

Wir treffen uns aber in dieser Aussage wieder: Wenn W nicht reden will, hat alles Bohren keinen Sinn …

Ich freue mich, dass ich dich vom Alltagstrott abgelenkt habe, und schicke liebe Grüße zurück!

Zorbi
13.07.2020 | 16:47 Uhr
Obwohl das jetzt schwer zu ertragen war, mußte ich das dreimal lesen, so sehr hat es mich beschäftigt und einige Fragen aufgeworfen ( die aber sicherlich bei der nächsten Staffel gelöst werden...)

Armer Winnetou! Ausgerechnet er, der sonst NIE aufgibt, bricht jetzt zusammen; kann einfach nicht mehr!
Schon ein normaler Mensch fühlt sich da Scheiße; wie mag man sich da erst als "Superheld" fühlen?
Man möchte sich am liebsten dazusetzen und Händchen halten...

Summen ist übrigens eine gute Idee; es beruhigt und senkt den Blutdruck...

(Und wenn ich schon mal am Klugscheißen bin: Laut dem Buch, das ich gerade lese, waren die Apachen rechte Schisser; hatten vor allem möglichen eine Heidenangst...und waren deshalb auch recht religiös, weil, man mußte die Angst ja irgendwie bekämpfen...Blitze, Schlangen, Bären, Hexen, Eulen, Wassermonster, Coyoten, Totengeister...die Liste ist lang. Und dann kamen ja noch Naturkatastrophen und die ganzen menschlichen Feinde dazu, Mexikaner, Amerikaner, Comanchen, Paiute...die ärmsten Apachen hatten es echt nicht leicht!
Und Winnetou speziell hat noch die Sorge um das Wohlergehen seines Stammes und des Blutsbruders an der Backe...da kann es einen schonmal verspulen....)

Früher wollte ich immer Winnetou sein...jetzt bin ich mir da nicht mehr so sicher...vielleicht wäre das doch nicht so cool, wie ich immer gedacht habe...

Nichts für ungut, das waren so meine Gedanken, die ich beim Lesen hatte; laß Dich davon nicht verwirren...
Weiter so!
Dein Grashüpfer

Antwort von Zorbi am 15.07.2020 | 08:08 Uhr
Hi Grashüpfer,

dass dich mein Text beschäftigt, werte ich als positives Zeichen. Und ja, Fragen sind erwünscht - allerdings sollen nicht alle durch die Autorin beantwortet werden ;-) Ich würde mir wünschen, dass ihr die Leerstellen mit eurer Fantasie so ausfüllt, wie es euch am besten gefällt.

Auch ein W kann eine derartige Erfahrung nicht einfach wegstecken und tun, als wäre nichts gewesen, das würde ich für unrealistisch halten. Es ist ja oft so, dass die Stärksten im Angesicht der Gefahr funktionieren und erst reagieren, wenn das Schlimmste vorüber ist.

Ich glaube auch nicht, dass es sich allzu toll anfühlt, W zu sein. OS wäre vermutlich die deutlich bessere Wahl, immerhin erlebt der lupenreine Abenteuer ohne Verantwortung und Sorgen …

Ich danke dir für deine Ausführungen und sende herzliche Grüße!

Zorbi
13.07.2020 | 16:42 Uhr
Liebe Zorbi,

na toll, jetzt hast du mich aber so richtig neugierig gemacht. Da tun sich ja auf einmal große Geheimnisse auf und das größte ist, warum W nicht mit OS darüber sprechen mag.

Während ich weiterhin in Ehrfurcht niedersinke, wie man mit so wenigen Worten eine so komplexe Geschichte schaffen kann, warte ich gespannt auf den nächsten Montag. Nicht ohne dir meine diesmalige Lieblingsstelle zu nennen: "Wir ruhen unter einem Firmament aus Decken, während die Welt in ihren Angeln steht." Üblicherweise ist die Welt aus den Angeln gehoben, du aber verwendest, völlig unüblich und damit umso eindrucksvoller, das Gegenteil davon, um zu beschreiben, dass jetzt gerade alles gut ist. Chapeau!

Danke für diesen Wochenstart.

Liebe Grüße
Arvara

Antwort von Zorbi am 14.07.2020 | 08:48 Uhr
Liebe Arvara,

ich gebe zu, die gesammelten hohen Erwartungen machen mir Angst ;-) Ich sehe mich schon in Deckung gehen, bevor ihr mir das Ende der Geschichte nächste Woche um die Ohren haut ;-) Immerhin haben wir es hier mit einer Story von 31 Drabbles zu tun und 25 davon stehen schon online …

Das Format liegt mir, ich muss mich nicht sonderlich mühen (was bei längeren Texten regelmäßig der Fall ist ;-)) und ich mag das Spiel mit Lücken und Andeutungen. Letztlich bleibt es da dem Leser selbst überlassen, sich Details auszumalen. Diejenigen, die sich eine minutiös auserzählte Story wünschen, kommen vermutlich anderswo mehr auf ihre Kosten …

Die Wahl deiner Lieblingsstelle hat mir eine wunderbare Freude bereitet! Ich hatte mich gefragt, ob man das so formulieren kann, ob der Leser versteht, was ich meine - und dann interpretierst du es mir dermaßen perfekt :-)

Liebe Arvara, ich hoffe, ich werde dich mit dem Finale nicht enttäuschen, und danke dir für die tolle Rückmeldung.

Liebe Grüße

Zorbi
13.07.2020 | 10:43 Uhr
Wieder ein paar schöne Drabbles! Ich werde sie wohl noch ein paar mal lesen müssen, bis ich sie ganz verstehe, da ich grade privat Stress habe und mich deshalb nicht so gut aufs Lesen konzentrieren kann. Aus diesem Grund heute auch kein langes Review, ich wollte aber umbedingt sagen, dass mir die Geschichte sehr gut gefällt.

Mach weiter so!
VG,
Potterhead 12

Antwort von Zorbi am 14.07.2020 | 08:24 Uhr
Hi Potterhead12 (wolltest du dir nicht einen neuen Namen … ? ;-),

oha, ich hoffe, ich schreibe nicht so schwer verständlich, dass die Leser den Text erst enträtseln müssen. Dieser Teil deiner Rückmeldung klingt ein bisschen bedenklich in meinen Ohren ;-)

Jedenfalls freue ich mich, dass dir die Geschichte gefällt und dass du diesen Umstand nicht für dich behalten hast!

Herzliche Grüße

Zorbi
13.07.2020 | 08:30 Uhr
Sie sollten den Sturm abwarten, und erst dann versuchen wieder an ihre Pferde und Waffen zu kommen. Vorher brauchen sie Nahrung, und Wasser. Schwarzfüße also, die hatte ich nun gar nnicht in meiner Berechnung. Bleibt zu hoffen, das sie bald wieder an ihr Eigentum kommen.
Weiter so, freue mich auf das nächste Kapitel.

LG
Onlyknow3

Antwort von Zorbi am 14.07.2020 | 08:15 Uhr
Liebe Onlyknow,

den Sturm abzuwarten, klingt nach einer vernünftigen Idee. Das verlorene Eigentum allerdings steht erst einmal nicht im Fokus, weil es immer noch ums Überleben geht. Natürlich müssen unsere Helden sich irgendwann mit der Wiederbeschaffung von Pferden und Gewehren befassen - geschwächt, verstört und nur mit den Kleidern am Leib dürfte eine derartige Mission jedoch böse ins Auge gehen ;-)

Die Schwarzfüße habe ich übrigens bemüht, weil ich einen richtigen Blizzard wollte, wie er lediglich in den nördlichen Gefilden auftritt, und weil sie definitiv zu den Feinden der Protagonisten zählen.

Vielen Dank für dein Review!

LG Zorbi
06.07.2020 | 20:36 Uhr
Liebe Zorbi,

danke für deine schönen neuen Drabbles!
Wie immer zauberhaft geschrieben - und es gibt Hoffnung! Sie haben Obdach gefunden, was zu essen und eine Schlafstatt - und die Verfolger sind hoffentlich noch weit weg (wobei das Zehenkribbeln ja schon vermuten lässt, soo weit weg sind sie nicht.... ;-)!

Deine Drabbles sind für mich das Beste an diesem Manic Monday - und mit dem Kopfkino gehe ich jetzt träumen... :-)

Liebe Grüße und komm gut durch die Woche!
Monama

Antwort von Zorbi am 07.07.2020 | 08:19 Uhr
Liebe Monama,

richtig, im Text blitzt ein Hoffnungsschimmer auf. Von hier aus kann es nun in zwei Richtungen weitergehen …

Es ist schön zu hören, dass die Drabbles dir den Montag ein bisschen aufgehellt haben - und ich weiß, was du meinst, denn meiner ließ auch sehr zu wünschen übrig …

Ich danke dir für das Lob und die Mühe!

Liebe Grüße

Zorbi
06.07.2020 | 16:02 Uhr
Au weh! Ausgerechnet Bohnen....der gute Sharlih wird, wenn er das nach einer langen Hungerphase so hastig runterschlingt, gewaltige Magenschmerzen und Blähungen kriegen!

Sorry....ich hab jetzt Bilder im Kopf....Aaargh…..himmelblaue Hundejunge, himmelblaue Hundejunge....

Nein, jetzt im Ernst, sie hätten sich erst die Pfirsiche teilen sollen, da ist Zucker drin (=leicht verdaulich!)
Bei den Bohnen besteht zudem die Gefahr des Botulismus; hoffentlich waren die Dosen nicht bombiert....
Mit dem Scheiß kann man sich gepflegt ins Jenseits schießen!

Und dann die alten Decken/Felle in der Hütte, sicher halb verschimmelt; auch nicht gerade das Gesündeste, wenn man sowieso schon angeschlagen ist...aber in der Not frißt der Teufel Fliegen, man hat da aber in so einem Fall nur die Wahl zwischen Pest und Cholera...

So, das wars jetzt aber mit dem Klugscheißen....hat mir wieder mal gut gefallen.
Also immer so weiter!
Aho!
Dein Grashüpfer

Antwort von Zorbi am 07.07.2020 | 08:15 Uhr
Hi Grashüpfer,

mittlerweile denke ich, dass das Thema, zu dem du nicht ganz präzise Meinungen gebildet hättest, erst noch erfunden werden muss ;-)) Ich habe mich jedenfalls über die Hundejungen amüsiert ;-)

Lass mich in diesem Zusammenhang nur dies sagen: Wir werden uns innerhalb der Story nicht mit den Körperfunktionen unserer Protagonisten beschäftigen und ich plane auch nicht, einen von ihnen mithilfe von Viren oder Bakterien zu töten. Wie wenig heldenhaft ;-)!

Ich freue mich, dass dir die Texte gefallen, und bedanke mich für den erneuten Kommentar.

Liebe Grüße

Zorbi
06.07.2020 | 12:42 Uhr
Das war vielleicht zu schnell gewesen, er hätte langsamer essen sollen. Winnetou wird nicht weniger Hunger haben. Sind ihre Kleider trocken? Können sie Feuer machen und sich wärmen?
Wird OS gesund bleiben, oder wird er durch das alles krank?
Denn Winnetou wird ihm so nicht helfen können, sie haben weder ihre Pferde, noch ihre Waffen!
Bin doch Neugierig wie dieses Abenteuer ausgeht. Welchem Stamm war es, eigentlich gelungen, sie über Monate gefangen zu halten, Sioux, Comanchen oser die Kiowas, vielleicht Pawnees?
Weiter so, freue mich auf das nächste Kapitel.

LG
Onlyknow3

Antwort von Zorbi am 07.07.2020 | 08:05 Uhr
Hi Onlyknow,

das sind einige berechtigte Fragen, die du da stellst … und die ich bestimmt nicht beantworten werde ;-) Es soll doch spannend bleiben. Nur dies: Mit welchem Stamm es die Blutsbrüder zu tun haben, wird sich noch herausstellen …

Es freut mich, dass ich deine Neugier geweckt habe, und du mir so zuverlässig Rückmeldung gibst.

Liebe Grüße

Zorbi
 Anzeigeoptionen  Review schreiben Regelverstoß melden Sortieren 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast