Autor: neonnichts
Reviews 1 bis 3 (von 3 insgesamt):
26.05.2020 | 18:37 Uhr
Hallo liebe A.C.!

Ein Vertrauensbruch ist Gift für jede Freundschaft/Liebe!
Leider verstehen es einige Menschen, andere immer wieder zu täuschen.
Wie auch das Fuchskraut (oder Fingerhut) uns nur als schöne Pflanze
erscheint.
Die heilende Wirkung zeigt sich letztendlich durch Erkenntnis und
zukünftiges Mißtrauen.

Insofern ein gelungener Vergleich!

Liebe Grüße
Monika

Antwort von neonnichts am 28.05.2020 | 16:13 Uhr
Liebe Monika,

du fasst den Hintergrund kurz und knackig zusammen! Für Menschen, die solche Erfahrungen gemacht haben, kann Misstrauen etwas Heilsames, Rettendes sein.

Der Fingerhut hat ja je nach Region verschiedene Namen, und in der Blumensprache sagt er: »Ich habe schon schlechte Erfahrungen gemacht.«

Beim Schreiben des Gedichts dachte ich vor allem an einen Menschen, der sich wieder und wieder zum sprichwörtlichen Horst macht – zum Trottel für andere, die es sich wiederum bequem machen, weil sie ja wissen, dass da jemand ist, der die begonnene gemeinsame Arbeit zu Ende bringt, und die dessen Ideen im schlimmsten Fall für ihre eigenen ausgeben. Solche Konstellationen findet man gern bei Gruppenarbeiten in der Schule, aber auch im Berufsleben und leider sogar im Hobbybereich. Je nachdem, wie emotional die Verbindung ist oder einmal war, ist das für den Menschen in der Horst-Rolle schmerzlich bis vernichtend – und Genesung bringen nur die Erkenntnis, dass man sich hat ausnutzen lassen, und das Abwenden von der betreffenden Person.

Vielen Dank und liebste Grüße!
A. C.
04.05.2020 | 08:21 Uhr
Liebe A.C.!

Das Fuchskraut hat ja viele Namen und bei uns kennt man es vor allem als Fingerhut. Ich sehe diese auffällige, schöne Pflanze häufig auf meinen Spaziergängen im Wald, aber auch als Zierpflanze in den Bauerngärten. Trotz seiner hohen Giftigkeit werden die Wirkstoffe des Fingerhutes bei Medikamenten gegen Herzschwäche verordnet.

Davon handelt vermutlich auch dein Gedicht. Menschen können für Andere ein Fuchskraut sein, sie können helfen aber auch vernichten. Oft ist etwas ja Segen und Fluch zugleich, hat sowohl negative als auch positiv Auswirkungen, gute und schlechte Seiten, aus Freundschaft kann Feindschaft , aus Liebe kann Hass werden und eine Beziehung kann Glück und Unglück bringen.

Einen guten Start in die Woche wünscht dir
herbstlady

Antwort von neonnichts am 04.05.2020 | 13:23 Uhr
Hallo liebe herbstlady!

Ich schrieb es gerade schon in meiner Antwort an R: Wieder einmal bin ich völlig verblüfft über die interessanten Deutungsmöglichkeiten dieses Gedichts, auf die ich selbst überhaupt nicht gekommen wäre. Und die Lyrik ist ja wie keine andere Textgattung dazu geeignet, dem Leser seine ganz eigene (Be-)Deutung zu überlassen, die sich auch immer mit aus den eigenen Erfahrungen und Gefühlen ergibt. Die eine gültige Wahrheit gibt es dadurch in meinen Augen bei Gedichten nicht.

Deine Interpretation gefällt mir sehr, sehr gut – vor allem, weil du das menschliche Gegenüber selbst zum Fuchskraut machst, das heilen wie auch vernichten kann. Insbesondere in extrem engen zwischenmenschlichen Beziehungen ist das ein interessanter Gedanke, denn nicht selten gibt es Verbindungen, in denen die gegenseitige Abhängigkeit sowohl Halt gibt als auch zerstört. Über eine solche Beziehung habe ich sogar mal eine um die 100k lange Geschichte geschrieben – umso witziger finde ich es jetzt, dass ich das Gedicht überhaupt nicht in diesem Licht gesehen habe.

Meine eigenen Gedanken zu diesem Gedicht orientieren sich an der Symbolik der Pflanze sowie an der Blumensprache: Es geht um einen Menschen, der sich wieder und wieder zum sprichwörtlichen Horst macht – zum Deppen für andere, die es sich wiederum bequem machen, weil sie ja wissen, dass da jemand ist, der die begonnene gemeinsame Arbeit zu Ende bringt, und die dessen Ideen im schlimmsten Fall für ihre eigenen ausgeben. Solche Konstellationen findet man gern bei Gruppenarbeiten in der Schule, aber auch im Berufsleben, und leider sogar im Hobbybereich. Je nachdem, wie emotional die Verbindung ist oder einmal war, ist das für den Menschen in der Horst-Rolle schmerzlich bis vernichtend – und Genesung bringen nur die Erkenntnis, dass man sich hat ausnutzen lassen, und das Abwenden von der betreffenden Person.

Der Fingerhut hat je nach Region viele verschiedene Namen, hier bei uns sagt man wie bei euch ebenfalls einfach Fingerhut. Die Pflanze dient als Symbol für Misstrauen sowie für Genesung, und in der Blumensprache sagt sie: »Ich habe schon schlechte Erfahrungen gemacht.«

Die Herkunft der Bezeichnung Fuchskraut ist nicht eindeutig geklärt, doch in englischen und irischen Sagen wird von bösen Feen erzählt, welche den Füchsen die Blüten der Pflanze als Handschuhe bzw. Füßlinge geschenkt haben, damit diese unbemerkt in Hühnerställe eindringen konnten. Der Fuchs wiederum ist ja auch selbst eine zwiespältige Figur in Fabeln, Sagen und Märchen.

Danke für deine Gedanken und liebe Grüße!
A. C.
03.05.2020 | 17:41 Uhr
Liebe A.C.
Fuchskraut ist also Fingerhut, ersteres wusste ich nicht, letzteres sagt mir was,
und dafür gibt es auch diesen wunderschönen Buchrücken, den du auch schon gefunden hast, sehe ich.
Und das Heilkraut dazu ist Digitalis, ein heute inzwischen sehr umstrittenes Herzmedikament,
aber in alten Zeiten gleichzeitig auch Gift, das für so einige Morde verwendet wurde.

Ich weiß nicht, ob es deine Gedanken waren, du hast eindeutig an deine Teenagerzeit zurückgedacht.
Aber für mich wäre die Metapher folgende:

Vielleicht ist es auch mit der Liebe so?
Man weiß vorher nicht, ob das Herz flattert oder vergiftet wird.
Liebe Grüße.
R ☆

Antwort von neonnichts am 04.05.2020 | 13:15 Uhr
Hallo liebe R!

Wieder einmal bin ich völlig verblüfft über die interessanten Deutungsmöglichkeiten dieses Gedichts, auf die ich selbst überhaupt nicht gekommen wäre. Geflatter des Herzens oder Gift für das Herz – warum nicht? Letztlich ist die Lyrik wie keine andere Textgattung dafür geeignet, dem Leser seine ganz eigene (Be-)Deutung zu überlassen, in die eigene Erfahrungen und Empfindungen mit hineinspielen.

Meine eigenen Gedanken zu diesem Gedicht waren diese: Es geht um einen Menschen, der sich wieder und wieder zum sprichwörtlichen Horst macht – zum Deppen für andere, die es sich wiederum bequem machen, weil sie ja wissen, dass da jemand ist, der die begonnene gemeinsame Arbeit zu Ende bringt, und die dessen Ideen im schlimmsten Fall für ihre eigenen ausgeben. Solche Konstellationen findet man gern bei Gruppenarbeiten in der Schule, aber auch im Berufsleben, und leider sogar im Hobbybereich. Je nachdem, wie emotional die Verbindung ist oder einmal war, ist das für den Menschen in der Horst-Rolle schmerzlich bis vernichtend – und Genesung bringen nur die Erkenntnis, dass man sich hat ausnutzen lassen, und das Abwenden von der betreffenden Person.

Der Fingerhut hat je nach Region zahlreiche verschiedene Namen – er dient als Symbol für Misstrauen sowie für Genesung, und in der Blumensprache sagt er: »Ich habe schon schlechte Erfahrungen gemacht«, wie sie zum Beispiel in meinem Gedicht beschrieben werden. Die Herkunft der Bezeichnung Fuchskraut ist nicht eindeutig geklärt, doch in englischen und irischen Sagen wird von bösen Feen erzählt, welche den Füchsen die Blüten der Pflanze als Handschuhe bzw. Füßlinge geschenkt haben, damit diese unbemerkt in Hühnerställe eindringen konnten.

Vielen Dank für dein Review und liebe Grüße!
A. C.