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Reviews 1 bis 10 (von 10 insgesamt):
12.02.2021 | 08:21 Uhr
Hej ARoseLikeAnyOther,

auch dieses Kapitel hast du wieder sehr ansprechend gestaltet. Die Atmosphäre während der Transportszene wird ausgesprochen lebensnah geschildert und es kommen auch nicht die Emotionen der beiden Mädchen zu kurz. Ich konnte mir lebhaft vorstellen, wie Hannah alles versucht, um ihrer kleinen Schwester eine Form von Zuversicht zu geben und sie so emotional zu stützen, obwohl sie selbst doch genau so verloren ist wie Leah.

Die Fluchtszene im Regen hast du spannend umgesetzt (auch wenn man aufgrund der Rückblende schon wusste, dass beide Schwestern es schaffen werden). Hier hat mir stilistisch besonders der assoziative Übergang von Leahs rotem Blut zu der Farbe der Fahnen der Herrschenden gefallen.
Ein wenig irritiert hat mich nur das Abholkommando: Als die beiden Schwestern in ihre Straße kommen und das Haus sehen, ist von der Gestapo die Rede. Dann nach dem gescheiterten Fluchtversuch ist diese plötzlich verschwunden und es sind nur noch die Männer der SS da. Wo ist die Gestapo denn hin?

Das Auftreten des Anführers beschreibst du sowohl vom Aussehen als auch vom Verhalten her äußerst intensiv, so dass man sich als Leser schon in den wenigen Zeilen ein genaueres Bild von ihm machen kann. Wobei ich mich frage, ob das Kofferpackenlassen von ihm nicht nur ein grausames Spiel ist und der eigentliche Befehl nur gelautet hat, dass sie abgeholt werden müssen. Denn so kann er Hannah schließlich zeigen, wie bis jetzt mit ihrem Zuhause verfahren wurde. Auch dass er persönlich Hannahs Kofferpacken überwacht, bestärkt mich in der Annahme, dass es ihm vor allem darum geht, Hannah zu beobachten. Denn selbst die kleine Konversation hat keinerlei Zweck, außer dem Obersturmbannführer vor Augen zu führen, wie Hannah darauf reagiert.
Hannahs Emotionen während des Packens hast du eindrucksvoll geschildert, sowohl ihren Schmerz darüber, für immer ihr geliebtes Heim verlassen zu müssen, als auch ihre Furcht vor dem SS-Mann.

Ich bin jedenfalls sehr gespannt darauf, wie es weiter geht.
Du musst dich übrigens nicht für die Kürze des Kapitels entschuldigen. Ich denke mal, alle Leser haben Verständnis dafür, schließlich fordert Corona uns doch alle. :-)

Lieben Gruß

Arkia

Antwort von InkofInspiration am 15.02.2021 | 16:49 Uhr
Hey!

Danke für das positive Feedback und den Kritikpunkt! SS und Gestapo schließt einander nicht aus. Aber vermutlich war ich da so darauf bedacht, dieses Kapitel fertig zu editieren, dass ich einfach übersehen habe, wo es für den Leser keinen Sinn ergibt / verwirrend ist. Ich werd' mich da also nochmal dransetzen und das korrigieren.

Eine spannende Einschätzung des Obersturmbannführers - und ziemlich akkurat.

Danke für das Review! :D
03.10.2020 | 19:02 Uhr
Hej ARoseLikeAnyOther,

so, jetzt habe ich endlich zum aktuellen Kapitel aufgeschlossen. Und nun kann ich – wie von dir prophezeit – Sarahs Reaktion tatsächlich besser nachvollziehen. Bei dem Kopfkino, das da gerade in ihr abläuft, ist es kein Wunder, dass sie so heftig reagiert, und dann hat der Mann außerdem noch physische Ähnlichkeit mit ihrem Vater, und außerdem ist da zusätzlich die Tatsache, dass die NS-Zeit von der Großmutter nie erwähnt worden ist. Schön, dass jetzt ihre Kindeserinnerungen an die Reaktion der Großmutter auf den gesehenen Totenkopf ihren rechten Platz in Sarahs gedanklichem Puzzle finden.

Das Gespräch am Telefon mit ihrer Mutter bestärkt mich in der Annahme, dass diese ganz genau weiß, wovon ihre Tochter spricht. Der Verlauf des Gespräches hat mir übrigens sehr gefallen, ebenso wie die dichte Atmosphäre, die du gekonnt aufbaust, als sich Sarah wieder nach oben begibt und dort das Tagebuch von Hanna findet, liest und sich ihre Gedanken bezüglich des Namens der Besitzerin erneut überschlagen.

Auch der Eintrag selbst hat mir vom Stil her ausgesprochen zugesagt. Der Übergang vom Dachboden in das Lager ist dir äußerst gut gelungen, wie diese Verbindung über das Lesen des Buches hergestellt wurde, klasse gemacht. Ich frage mich jedoch, ob der Überraschungseffekt noch größer geworden wäre, wenn du den Zeitsprung nicht durch das Datum kenntlich gemacht hättest. Oder wolltest du deine Leser lieber nicht zu sehr verwirren und hast deshalb diese Rückblende mit Hilfe des Datumseinschubs verdeutlicht? So, nun wissen wir also endlich, wie das Buch in die Hände von Schäfer gelangt ist, und es hat wohl im wahrsten Sinne des Wortes nicht vieler Worte bedurft, um ihn in seinen Bann zu ziehen.

Bin schön sehr gespannt darauf, was als Nächstes passieren wird.

Lieben Gruß

Arkia

Antwort von InkofInspiration am 26.11.2020 | 16:41 Uhr
Hallo!

Freut mich, dass du Sarahs Gefühle doch noch verstehen kannst. Ich will immerhin, dass man meine Charaktere auch nachvollziehen kann ;) Mit deinen Vermutungen könntest du wieder ziemlich richtig liegen, aber lass dich überraschen.
Und ja, was das Datum betrifft, habe ich das wirklich der Übersicht wegen gemacht. Der Aufbau der Geschichte wird mit Gegenwart, Vergangenheit und Tagebucheinträgen und natürlich teilweise wechselnder Perspektive (Sarah, Hanna, Einschübe von Geschehnissen aus der Sicht des personalen Erzählers wie beispielsweise in diesem Kapitel) etwas unüblich und nicht unbedingt geradlinig - denke ich - und daher will ich, dass man immer darüber Bescheid weiß, wo man sich jetzt genau befindet. Sonst findet man sich in der Geschichte vermutlich nicht mehr zurecht...

Danke wieder mal für den ausführlichen, wirklich netten Kommentar!

Herzliche Grüße
Rose
18.07.2020 | 09:55 Uhr
Hallo !
Ich bin gerade in den Leseempfehlungen auf deine Story hier gestoßen und habe einfach mal reingelesen. Das ist ein schweres Thema, das du dir da ausgesucht hast, aber nachdem ich jetzt das erste Kapitel gelesen habe, bin ich mir sicher, daß du das mit dem nötigen Feingefühl hinbekommst, daher werde ich gerne weiterlesen.
Im Moment kann man anhand deiner Kurzbeschreibung erahnen, was passieren wird. Da sitzt sie nun und liest "ihm" aus ihrem Tagebuch vor. Ich vermute, das mußte sie schon, als sie noch im Lager inhaftiert und er dort der Herr über Leben und Tod war. Eine unglaublich beklemmende Situation und du bringst das mit so viel Gefühl rüber, ich konnte die Anspannung, die noch immer auf ihr lastet, spüren. Die vielen kleinen Details, die du einbringst, machen das alles lebendig und plastisch.
LG Solitaire

Antwort von InkofInspiration am 28.08.2020 | 13:32 Uhr
Hallo!

Dass irgendjemand das Gefühl bekommt, ich würde nicht angemessen mit dem Thema umgehen, ist tatsächlich meine größte Sorge und selbst, wenn jemanden die Geschichte als ganzes nicht so packen sollte, möchte ich zumindest, dass das kein Kritikpunkt ist.
Mit deinen Vermutungen bist du auf jeden Fall schon einmal auf dem richtigen Weg.
Danke für das positive Feedback! Weiterhin noch viel Spaß beim Lesen

LG Rose
03.07.2020 | 10:08 Uhr
Hej ARoseLikeAnyOther,

so, jetzt habe ich zum aktuellen Kapitel aufgeschlossen.
Wie gut, dass Vanessa sie nun sowohl bei der Entrümpelung als auch bei der Suche nach mehr Hinweisen auf den geheimnisvollen Fremden unterstützen will. Und endlich kommt von Sarah auch mal ein Wort davon, dass sie von ihrer Familie enttäuscht ist. Sarahs Einwände, dass in den Zimmer möglicherweise Gegenstände verborgen sind, die nur die Großmutter mit Erinnerungen verbinden kann, sind berechtigt. Schön, dass Vanessa trotzdem hartnäckig bleibt.

Verständlich, wenn auch nicht sehr löblich ist, dass Vanessa alles tut, um sich nicht bei Jacob melden zu müssen. Denn bei dem würde sie wahrscheinlich noch einen größeren Anschiss kassieren als von Vanessa. Genau so gut nachzuvollziehen ist Sarahs Unruhe bezüglich der Familiengeheimnisse, die da im Inneren des Hauses auf sie warten.

Das Erlebnis auf dem Dachboden, als sie als Fünfjährige dort aus Versehen eingeschlossen wurde, muss sie doch beträchtlich gezeichnet haben, wo sie erst Jahre später den Mut aufbringt, diesen Ort wieder aufzusuchen. Wobei ich annehme, dass der Totenkopf, den sie vor Augen hatte, keine Einbildung ist, sondern sie einen solchen bei ihrer Sucherei neben dem Geschirr und Schmuck tatsächlich gefunden hat. Das würde auch die Reaktion der Großmutter auf Sarahs Erzählung, nachdem sie vom Dachboden gerettet worden ist, erklären.
Was ich mich allerdings frage ist, warum sie sich als kleines Kind so oft versteckt hat. Da muss ja auch irgendetwas vorgefallen sein. Dass Sarah nun von einer erneuten Erinnerungswelle übermannt wird, ist schlüssig, und ebenso, dass sie die Furcht vor diesem Ort nicht gänzlich abschütteln kann.

Den Boden mit all dem Gerümpel konnte ich mir richtig gut vorstellen. Und dass Sarah beim Stöbern auf das „vertraute“ Eichenlaub stößt, bestärkt mich irgendwie in der Annahme, dass sie es nicht zum ersten Mal sieht.
Tja, da wünscht sich Sarah wohl im Nachhinein, sie hätte das mit dem Foto auf sich beruhen lassen. Allerdings fand ich ihre Reaktion auf den Fund (gerade im Hinblick auf ihre Berufswahl) doch etwas heftig, da hätte ich mir etwas professionellere Distanz erwartet, Wut vielleicht, aber keinen Heulkrampf. Natürlich ist es immer etwas anderes, wenn man persönlich darin involviert ist. Aber ihr muss doch schon mal der Gedanke gekommen sein, dass ihre Großmutter aus einem bestimmten Grund nicht über diese Zeit spricht und dass dieser Grund eben auch die Rolle des Großvaters im System gewesen sein kann. Schließlich wird es in Deutschland so gut wie keine Familie geben, die mit den Nationalsozialisten nichts zu tun hatte. Auch wenn der Schock, dass es sich bei dem Großvater um einen SS-Mann gehandelt hat, wohl entsprechend groß sein dürfte, so weiß sie noch gar nicht, was ihr Großvater genau getan hat und - und das finde ich noch weitaus wichtiger - sie kennt ihn nicht einmal. Von daher fand ich ihre Reaktion wirklich zu heftig.

Lieben Gruß

Arkia

PS: Noch zu den Fragen aus deinen Antworten auf meine Reviews:
Bezüglich des Klavierspielens: Entweder musste sie jemandem vorspielen, an den sie nicht erinnert werden will, oder ihr hat jemand vorgespielt, an den sie nicht erinnert werden will. Wobei ich jetzt nach diesem Kapitel mal annehme, dass dieser Jemand der Großvater ist.
Wegen des Namens (der sich ja jetzt bestätigt hat): Da kommt einem Amon Göth in den Kopf. Allerdings muss ich sagen (nachdem ich das Vorwort nochmals gelesen habe), dass es schon etwas spoilert, da hätte es mMn gereicht, wenn du geschrieben hättest, dass Namensähnlichkeiten vorkommen können, aber dass deine Figuren mit den historischen nichts zu tun haben.

Antwort von InkofInspiration am 05.07.2020 | 19:23 Uhr
Hey,

danke wieder für dein langes Review!

Wie sich im Laufe des Kapitels zeigt, hat sie den Totenkopf wirklich gesehen - und ihn jetzt auf der Uniform wieder gefunden.
Was Sarahs Reaktion betrifft, die erstmal sehr heftig zu sein scheint, muss ich auch ein wenig auf das kommende Kapitel verweisen, in dem sich einiges noch näher erklären wird und ich will nicht zu viel verraten. Jedenfalls ist es nicht alleine die Uniform, die ihr so einen riesigen Schrecken eingejagt hat. Natürlich könnte man damit rechnen, dass die Person etwas damit zu tun hatte. Aber ob ein hochrangiger SS-Offizier da wirklich eine so naheliegende Vermutung ist? Das ist ja nicht mehr "etwas damit zu tun" sondern schon eine ziemlich entscheidende Person mitten im System.
Dass er ein Fremder ist und sie das deshalb nicht so sehr berühren sollte, ist natürlich richtig, aber letzten Endes wirft es ja auch eine Menge Fragen über ihre Großmutter auf, die sie wiederum sehr wohl kannte. Dazu aber auch mehr im nächsten Kapitel. Ich denke auch, dass ihr Beruf da keine Rolle spielen sollte. Als Kunsthistoriker beschäftigt man sich nicht zwangsläufig mit den Gräueltaten der NS-Verbrecher und selbst wenn - kann man das mit so einer Distanz sehen, wenn es plötzlich um die eigene Familie geht, die darin verwickelt gewesen sein könnte.
Aber ich würde sagen, um die Reaktion beurteilen zu können, wird das nächste Kapitel wirklich wichtig. Vielleicht ändert es deine Sicht. Wenn nicht, kannst du mir das natürlich auch gerne mitteilen. Kritik ist immerhin nur hilfreich :)

Was das Vorwort betrifft, hast du aber recht. Nachdem ich diese Geschichte auch auf Wattpad veröffentliche, wo jetzt auch diese (die überarbeitete) Version hochgeladen wird, und dort die Leser größtenteils schon mit diesem Charakter vertraut sind, hab ich hier auch nicht weiter drüber nachgedacht. Aber ja, das werde ich ändern. Danke für den Hinweis :)

Spannende Theorien, damit könntest du richtig liegen.

LG Rose
02.07.2020 | 08:47 Uhr
Hej ARoseLikeAnyOther,

und weiter geht's mit dem nächsten Kapitel.

Also hat Sarah auch das Gefühl, dass mehr dahintersteckt als ein Traum.
Und jetzt wird also auch deutlich, warum die Eltern ihr bei der Entrümpelung nicht helfen, nämlich weil sie das Haus meiden und zwar anscheinend in einem Ausmaß wie der Teufel das Weihwasser.
Die Information, dass die Großmutter über das Geschehen vor Kriegsende nicht spricht, ist verständlich, ebenso schlüssig sind die familieninternen Spekulationen über den Großvater. Und ich vermute, Sarah wird sich noch wünschen, dass ihr Großvater „nur“ ein Soldat der Besatzungsmacht gewesen wäre. Denn der Vorname von Sarahs Vater verheißt nichts Gutes; zumal es damals ja normal war, dem Sohn den Namen oder zumindest Teile des Namens des Vaters zu geben. So vehement wie sich die Eltern dagegen sträuben, Sarah von der Familiengeschichte zu berichten, mutmaße ich jetzt mal, dass sie schon gute Kenntnisse darüber haben. Nachvollziehbar ist ebenso, dass Sarah das Gefühl hat, irgendetwas würde fehlen, wenn sie nichts über die Geschichte ihrer Familie weiß, das wird noch einmal an der Wahl ihres Studiengangs deutlich.

Tja, da hatte Sarah den Kopf aber wirklich vollkommen woanders, wenn sie ihre beste Freundin und und ihren vermutlich Zukünftigen total vergisst.
Ich denke, mit dem Ring wird es sicher auch noch so einiges auf sich haben. Und endlich kommen sie auch bei dem Foto etwas weiter, zumindest können sie es jetzt zeitlich grob einordnen.

Lieben Gruß

Arkia

Antwort von InkofInspiration am 02.07.2020 | 10:43 Uhr
Hey,

freut mich, dass soweit alles logisch erscheint. Das ist ja auch immer eine meiner größten Sorgen - dass irgendwas für den Leser unschlüssig ist.
Worauf schließt du denn durch den Namen? (Tut mir leid, dass ich da immer so neugierig nachfrage, aber ich höre mir zu gerne die Theorien der Leser an :)) Aber ja, damit, dass am Namen ihres Vaters was dran sein könnte, liegst du nicht falsch.

Ja, Sarah soll nun einmal ein bisschen zerstreut wirken, vor allem, wenn sie sich gerade einer Sache stellen muss, die sie emotional so aufwühlt und beschäftigt. Hoffentlich ist sie das aber auf eine liebenswerte Art :)

Danke für dein wieder sehr ausführliches Review. Hat mich wirklich sehr gefreut, es zu lesen :)

LG Rose
30.06.2020 | 14:50 Uhr
Hej ARoseLikeAnyOther,

so, jetzt bin ich endlich dazu gekommen, hier weiterzulesen. Ja, in diesem Kapitel überwogen wirklich die Beschreibungen und je nachdem inwieweit das Haus noch im Mittelpunkt des Geschehens stehen wird, sind sie für meinen Geschmack entweder angemessen oder auch zu ausführlich. Wir werden sehen.

Sarahs Gedanken beim Durchstöbern des großen Hauses lesen sich schlüssig und ihrem Charakter – soweit ich das bis jetzt beurteilen kann – entsprechend. Auch wenn ich mir hierbei die eine oder andere Kindheitserinnerung doch etwas ausführlicher gewünscht hätte. Das hätte einem die beiden Protas noch nähergebracht. Mich überkommt ja schon so eine Ahnung, warum die Großmutter Sarah das Vorspielen auf dem Klavier verweigert hat. Auch bei den verbotenen Orten innerhalb des Hauses kann man anhand des jetzigen Wissens (auch aus dem Vorwort) schon ableiten, welches Grausen dort für Sarahs Großmutter gelauert haben muss, und es vielleicht ihr ganzes Leben lang getan hat.

Was mich allerdings gewundert hat, ist, dass die Eltern von Sarah ihr nicht dabei helfen, das Haus zu entrümpeln. Ich meine, selbst wenn sie nicht in der Nähe wohnen (und vorausgesetzt, dass sie sich nicht mit ihrer Tochter total verkracht haben), dann sollten sie doch wohl Sarah helfen, zumal sie ja wissen, was für eine Mammutaufgabe das ist.

So genau wie du die Halskette beschreibst, denke ich, dass sie im Verlauf der Erzählung noch eine wichtigere Rolle einnehmen wird. Denn wenn Sarah sie von ihrer Großmutter bekommen hat, stellt sich wiederum die Frage, woher diese sie hatte. Sarahs Verhältnis zu ihrer Großmutter hast du verständlich dargelegt, auch die Ambivalenz des Ganzen. Einerseits verbindet die beiden ein liebevolles Verhältnis, andererseits weiß Sarah so gut wie nichts über ihre Großmutter. Was besonders deutlich wird, als sie niemanden auf den gefundenen alten Fotos erkennt, obwohl diese Personen für ihre Großmutter sehr wichtig gewesen sein müssen.

Das gefundene Foto des Mannes gibt Sarah zum jetzigen Zeitpunkt verständlicherweise noch Rätsel auf. Ich frage mich, ob das Gefühl, diesen Mann schon einmal gesehen zu haben, nicht nur ein Gefühl, sondern eine richtige Erinnerung ist. Eventuell hat sie es als Kind schon einmal gefunden und betrachtet und ist dann von ihrer Großmutter dabei erwischt und dafür ausgeschimpft worden, so dass sie diesen Vorfall verdrängt hat. Das würde auch ihren Traum in der Wanne erklären, in dem sich dann etwas wiederholt, was sie unbewusst erneut erinnert. Auch auf die widersprüchliche Beziehung der Großmutter zu dem Mann auf dem Foto deutet selbiges gut hin. Sie wolte es zerstören und konnte sich dennoch nicht dazu überwinden, selbst wegwerfen konnte die Großmutter es nicht.

Noch zu deinen Fragen am Ende des Kapitels: Mir ist Sarah so weit sehr sympathisch. Und ich nehme an, dass der unbekannte Fremde noch eine wichtige Rolle in ihrem Leben einnehmen wird.

Lieben Gruß

Arkia

Antwort von InkofInspiration am 02.07.2020 | 10:36 Uhr
Hallo :)
Erstmals schon mal vielen lieben Dank für ein so ausführliches Review. Hab mich sehr darüber gefreut. Auch danke für das positive Feedback.

Was deinen kleinen Kritikpunkt bezüglich der Kindheitserinnerungen betrifft: Da kommt definitiv noch mehr, aber ich wollte den ohnehin gemächlichen Einstieg, der viel auf Beschreibungen, Gefühlen und Erinnerungen basiert, nicht noch weiter in die Länge ziehen und den Leser mit dem ganzen komplett überschwemmen, sondern nach und nach konkrete Erinnerungen mit einbringen, die teilweise auch die gegenwärtige Handlung unterstützen. Ich hoffe, das stört dich nicht allzu sehr.

Welche Vermutung hast du denn, wieso sie ihr am Klavier nicht vorspielen wollte?

Ich würde gerne noch ausführlicher antworten, aber beim meisten hab ich wirklich kaum etwas hinzuzufügen. Mit deinen Einschätzungen liegst du meistens ziemlich richtig, was mich als Autorin natürlich auch ehrt, weil das heißt, dass ich alles so vermitteln konnte wie ichs mir vorgestellt habe.
Vor allem damit, dass es eine Erinnerung sein könnte, die Sarah da verfolgt hat, bist du auf einer ziemlich guten Spur.
Und ja, der Fremde wird definitiv noch sehr wichtig werden.

Nochmal danke, dass du dir die Zeit zu einem so ausführlichen Review genommen hast, das noch dazu so positiv ausfällt :)

LG Rose
13.06.2020 | 14:34 Uhr
Hallo Rose,
dieses Kapitel hat mir sehr gut gefallen. Ich konnte Sarahs Aufregung sehr gut nachvollziehen und konnte gar nicht aufhören zu lesen. Sehr spannend und realistisch geschrieben! Jetzt bin ich schon gespannt, wie du weitere Hinweise über den geheimnisvollen Fremden einbauen willst. Vielleicht findet Sarah ein Tagebuch? Oder Briefe? Und die Reaktion der Eltern war ja auch ein bisschen seltsam. Schön, dass Vanessa jetzt beim "Forschen" hilft...
Ich freue mich schon auf das nächste Kapitel
LG Elinoria

Antwort von InkofInspiration am 29.06.2020 | 21:34 Uhr
Hey :)
Oh ja, demnächst stößt Sarah auf eine entscheidende Spur und mit deinen Theorien bist du definitiv auch schon auf dem richtigen Weg! Und ja, auch die Reaktion der Eltern ist etwas, das früher oder später noch aufgeklärt werden muss.
Freut mich, dass es dir gefallen hat :D
LG Rose
26.05.2020 | 18:03 Uhr
Hallo :)

Es liegt etwas Zeit dazwischen, dass ich deine beiden Kapitel gelesen habe und aufgrund schlechter Erinnerung kann ich in diesem Moment leider nur oberflächlich ein paar Worte zu diesem Kapitel sagen. :D
Jedenfalls finde ich deinen Schreibstil wirklich hochwertig und denke, dass dir Prosa auf jeden Fall gut liegt. Die Atmosphäre ist super, an der Rechtschreibung oder Grammatik gibt es auch überhaupt nichts auszusetzen. Was mir auch gefällt, ist dass ich mir die Geschichte tatsächlich wie einen Roman vorstellen kann und sie nicht wie oft auf Fanfiction zu sehr auf Dialoge fokussiert ust. Gerade bei historischen Werken finde ich es wichtig, eine anhemessene Umgebung zu schaffen und das gelingt dir sehr gut. :)

Viele Grüße,
Lia

Antwort von InkofInspiration am 09.06.2020 | 20:23 Uhr
Hey :)

Tut mir wahnsinnig leid für die späte Antwort.
Danke! Dieses Feedback bedeutet mir wirklich viel. Mir liegt diese Geschichte sehr am Herzen und wenn sich jemand, mein Geschreibsel wirklich als echtes Buch vorstellen kann und mein Schreibstil auch gut ankommt, freut mich das unglaublich.
Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, mir dieses Feedback zu geben :)

Herzliche Grüße
Rose
21.04.2020 | 11:40 Uhr
Hallo ARoseLikeAnyOther,

ich bin auch gerade über deine Geschichte gestolpert und ich war sofort begeistert von deinem schönen Schreibstil. Deine Schilderungen wirken sehr realistisch und die Gefühle deiner Protagonistin konntest du wirklich schön umsetzen. Dein Prolog hat mich neugierig gemacht. Dieses Thema ist nicht gerade leicht und umso gespannter bin ich, wie du es umsetzt.

Ich freue mich auf das nächste Kapitel

LG Honora

Antwort von InkofInspiration am 24.05.2020 | 20:34 Uhr
Hallo,

freut mich, dass es dir gefällt :) Ja, ich weiß, das Thema ist nicht leicht und umso mehr hoffe ich, dem auch gerecht werden zu können.

LG Rose
21.04.2020 | 09:46 Uhr
Hej ARoseLikeAnyOther,

ich bin beim Stöbern in der „Neues“-Rubrik auf deine Geschichte aufmerksam geworden.
Der Prolog gefällt mir gut. Du schaffst es mit diesem ersten Stück der Geschichte schon, viele Fragen aufzuwerfen und so Neugierde zu erzeugen. Auch das Wenige, was man als Leser bisher über die Protagonistin erfährt, lässt auf einen vielschichtigen Charakter schließen, der innerlich mehrere Konflikte ausficht. Denn man spürt die Zerrissenheit sehr deutlich. Die Einrichtung des Zimmers hast du schön detailreich und anschaulich beschrieben, so dass sie gut zur dichten Atmosphäre des Prologs beigetragen hat.
Auch dein Schreibstil gefällt mir ausgesprochen gut, nicht zu knapp, aber auch nicht zu ausschweifend.
Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

Lieben Gruß

Arkia

Antwort von InkofInspiration am 24.05.2020 | 20:33 Uhr
Hey,

Freut mich, dass der Prolog schon Interesse wecken konnte! Ich hoffe, die Beschreibungen werden im nächsten Kapitel nicht Überhand nehmen, da werden sie nämlich doch recht ausführlich...
Die inneren Konflikte der Protagonistin werden tatsächlich sehr wichtig sein und es freut mich, dass ich sie hier anscheinend gut rüberbringen konnte :)
Vielen Dank für dein nettes, ausführliches Review!

LG Rose
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