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Autor: Mirfineth
Reviews 1 bis 25 (von 43 insgesamt):
05.10.2021 | 00:32 Uhr
Hallo,

Ich habe nur ein paar Teile der Geschichte gelesen, ja ich weiß das ist unhöflich, aber ich war so neugierig ob die beiden sich wiederfinden würden oder nicht.
Ich konnte nicht anders als "vorzuspulen" und muss sagen, das mir dieses Kapitel sehr gut gefallen hat. Es läd zum Träumen ein wie es mit den beiden weiter geht.

Ich denke manchmal, das ein offenes Ende, oft das perfektere Ende ist.

Vielen Dank für deine Geschichte.

Lg

Sania
25.09.2021 | 17:18 Uhr
Liebe Vicky!
Ein Rückblick zu Werner im Waschraum.
Dass er seinen Vater so früh verloren hat, ist schlimm.
Aber wenigstens tritt er Marie jetzt adrett entgegen, obwohl es ihr egal gewesen wäre. Hauptsache, er lebt.
Liebe Grüße.
R ※
25.09.2021 | 17:06 Uhr
Liebe Vicky!
Wieder berührende Nebenhandlungen von Kriegsversehrtenschicksalen hast du beschrieben.
Und endlich sind sie zu Werner vorgedrungen.
Onkel Etienne lässt den beiden jungen Menschen Raum.

Ich muss die Originalgeschichte nicht kennen, ich komme hier problemlos mit, so wie du es schreibst.
Du hast eine eigenständige Geschichte draus gemacht, denke ich, zumindest ist es das für mich.
Liebe Grüße.
R ₪
15.08.2021 | 15:59 Uhr
Oh wie schön, in nicht mal vier Stunden werden die Zwei sich wieder sehen und in die Arme schließen <3
Ich freue mich so für sie und fiebere jetzt schon mit!

Was mir außerdem gut gefallen hat, war die Beschreibung der Gegend in der sie unterwegs sind, Frankreich ist finde ich allein schon vom Klima her ein wunderschönes Land!
Steht auch auf meiner "Wo ich nach Corona in meinem Leben noch hin will"- Liste, gleich nach London und ein paar Ecken in Deutschland. ; ))

GLG!

Antwort von Mirfineth am 04.09.2021 | 14:15 Uhr
Einen wunderschönen guten Nachmittag, meine allerliebste Ravaari! <3
--- „… da bin ich nun nach meiner langen Nachlese-Odyssee auch wieder an den Ufern deiner Geschichte gestrandet“
Was für eine fantasievolle und bezaubernde Metapher, damit hast du mich wirklich zum Lächeln gebracht. *knuddel* Diese Formulierung von dir hat mir außerordentlich gut gefallen! :-)
Nun werde ich mich deinen vielen Reviews widmen, die du zu der Geschichte über Werner und Marie-Laure geschrieben hast. An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal ganz herzlich dafür bedanken, dass du die Geschichte überhaupt liest und dazu so fleißig Reviews schreibst, obwohl du das Original-Buch „Alles Licht, das wir nicht sehen“ gar nicht kennst. Ich bin darüber total begeistert und erfreut! :-D
Meine Reviewantwort unterteile ich wieder in mehrere „Unterkapitel“, damit es übersichtlicher ist, so wie ich es bei meiner Reviewantwort zu deinen „Blindgänger“-Reviews auch schon gemacht habe.
WERNERS PERSPEKTIVE
Der männliche Protagonist dieser Geschichte steht momentan noch ziemlich unter Schock und ist sehr niedergeschlagen und verzweifelt. Er wird noch einige Zeit brauchen, bis er akzeptiert hat, dass er von nun an keine Beine mehr hat und im Rollstuhl sitzen muss. Auch der Gedanke, seine geliebte Marie-Laure wohl niemals wiederzusehen, trägt nicht gerade zu seinem Wohlbefinden bei… Jedoch herrscht in dieser Situation „dramatic irony“ – so nennt man es, wenn in einer Geschichte der Leser mehr weiß als die Protagonisten in der Geschichte (der Leser weiß bereits, dass Marie-Laure und Onkel Étienne auf dem Weg zu Werner sind, aber Werner selbst weiß dies noch nicht). Umso größer wird Werners Freude sein, wenn Marie-Laure im Lazarett plötzlich vor ihm steht… <3 :-* Das baldige erneute Zusammentreffen mit Marie-Laure wird Werner auf jeden Fall wieder Lebensmut zurückgeben und ihm dabei helfen, einen so schlimmen Schicksalsschlag wie den Verlust seiner Beine zu verarbeiten. :-)
Den ersten „Schritt“ in die richtige Richtung hat Werner schon dadurch getan, dass er sich dazu überwinden konnte, seine Beinstümpfe mit einem Waschlappen zu waschen. Schwester Angélique geht sehr liebevoll und fürsorglich mit Werner um und trägt auf diese Weise dazu bei, dass Werner wieder etwas Würde zurückgewinnt. Das Leben ist schließlich auch dann nicht vorbei, wenn man plötzlich keine Beine mehr hat. Übrigens darf man die Stümpfe von amputierten Beinen bereits kurze Zeit nach der Amputation waschen, wenn man dabei ganz vorsichtig und behutsam vorgeht. Würde man die Beinstümpfe gar nicht waschen, könnten sich Verunreinigungen und Entzündungen bilden. Die Verbände müssen auch regelmäßig gewechselt werden.
Werners berufliche Zukunft sieht zum Glück nicht ganz so düster aus, wie er es sich in seiner Verzweiflung vorstellt. Um Radios und andere Elektrogeräte zu reparieren, muss man nämlich nicht unbedingt laufen können, und vielleicht ist auch der Wunsch, an einer Universität Elektrotechnik zu studieren und Elektroingenieur zu werden, nicht ganz unerfüllbar. Wenn sich Werner aufrichtig Mühe gibt und sich wirklich anstrengt, dann wird es ihm bestimmt gelingen, Arbeit zu finden und für den Lebensunterhalt der Familie zu sorgen, die er gemeinsam mit Marie-Laure gründet. Wenn das Geld nicht ausreicht, kann ja auch Marie-Laure irgendeiner Berufstätigkeit nachgehen, und Onkel Étienne kann Werner ebenfalls unterstützen. (Weitere Familienmitglieder außer Onkel Étienne sind leider nicht verfügbar, weil Werner außer seiner Schwester Jutta, die in Deutschland lebt, keine lebenden Angehörigen mehr hat, und Marie-Laure genauso wenig. Der Vater von Marie-Laure ist von den Nationalsozialisten ermordet worden, die Mutter von Marie-Laure ist bei ihrer Geburt gestorben, und Geschwister hat Marie-Laure nicht.) Deine Formulierung „Nur Mut, lieber Werner!“ finde ich übrigens sehr süß – Werner würde sich bestimmt darüber freuen, wenn er es zu lesen bekäme. ;-)
Was die Unterstützung durch Freunde betrifft, so ist zu sagen, dass Marie-Laure in ihrem bisherigen Leben keine gleichaltrigen sozialen Kontakte hatte (sie hat nie eine Schule besucht, sondern ihr Vater hat sie zu Hause unterrichtet). Werner hat sich zwar im Lauf seiner Jugend mit einigen gleichaltrigen Kameraden angefreundet, aber ob diese ihn wirklich finanziell bzw. beruflich unterstützen können…? Es bleibt abzuwarten, welche Freundschaften Werner und Marie-Laure im Lauf ihres Lebens noch schließen werden, wenn der Krieg erst einmal zu Ende ist.
Das Geld für „Werners Krankenhausrechnung“ (d.h. für die Versorgung deutscher Kriegsgefangener in französischen Lazaretten) hat sich die französische Regierung nach Beendigung des Krieges von der deutschen Regierung „zurückgeholt“ (Deutschland musste ja enorme Geldbeträge an die „Siegermächte“ zahlen). Werner selbst, der vollkommen mittellos war, brauchte nichts zu bezahlen.
Wenn Werner wieder so gesund ist, dass er das Lazarett verlassen darf, wird er nicht „einfach so auf die Straße gesetzt“, sondern in ein Kriegsgefangenenlager zurücküberführt werden (wie auch der amerikanische Lagerkommandant gegenüber Onkel Étienne andeutet). Aufgrund seiner Behinderung würde ein längerer Aufenthalt in einem Kriegsgefangenenlager jedoch höchstwahrscheinlich Werners sicheren Tod bedeuten… Da müssen sich Marie-Laure und Onkel Étienne etwas einfallen lassen, um Werner den Aufenthalt in einem Kriegsgefangenenlager zu ersparen. In diesem Zusammenhang wird auch der junge Sébastien Douveillard, der Sohn des Arztes, eine große Rolle spielen, und du wirst erfahren, warum Sébastien bald sterben muss. Das wird alles noch sehr dramatisch…
Der Arzt Alain Douveillard ist ein sehr lebensbejahender und sympathischer Mensch, der sich nach Kräften bemüht, den kriegsverletzten Soldaten in seinem Lazarett psychischen Halt zu geben. Er würde sich bestimmt mit Damien Griseau aus „Blindgänger“ gut verstehen (ist ja auch logisch, schließlich sind sie beide von mir erfunden worden :-D :-D).
Die Frage, ob der amerikanische Soldat im Waschraum Werner tatsächlich für einen Franzosen hielt, oder ob er gemerkt bzw. geahnt hat, dass Werner in Wirklichkeit Deutscher ist, wird im weiteren Verlauf der Geschichte nicht beantwortet werden. Ich denke jedoch ebenfalls, dass der amerikanische Soldat dahintergekommen ist, dass Französisch nicht Werners Muttersprache ist. Und da Werner kein Englisch verstand… Aber selbst wenn sich der amerikanische Soldat an seinen verbliebenen Fingern ausrechnen konnte, dass Werner Deutscher ist, hat er Werner nicht darauf angesprochen. Er wollte Werner keine Vorwürfe machen und ihm dadurch noch zusätzliche seelische Schmerzen zufügen. Wahrscheinlich hat Werner ihm einfach nur leid getan, weil er durch seine Verletzungen so schwer gestraft ist, weil er noch so jung ist und weil er als unschuldiger Knabe von seiner grausamen Regierung in den Krieg hineingedrängt wurde.
Ein erneutes Zusammentreffen zwischen Werner und diesem amerikanischen Soldaten während der Zeit, die Werner im Lazarett verbringt, ist in der Geschichte nicht geplant, aber Werner wird in dem Lazarett noch weitere kriegsverletzte Soldaten kennenlernen, die sich ebenso freundlich und unvoreingenommen ihm gegenüber verhalten werden wie dieser amerikanische Soldat. Es bleibt zu hoffen, dass der amerikanische Soldat seine Frau und seine Kinder bald wieder in die Arme schließen kann – immerhin spielt diese Szene im September 1944, in acht Monaten wird der Krieg offiziell vorbei sein. :-)
MARIE-LAURES UND ONKEL ÉTIENNES PERSPEKTIVE
Ja, da hast du vollkommen Recht – Onkel Étienne hat sehr großes Glück mit denjenigen amerikanischen Soldaten gehabt, die ihm auf seiner Suche nach Werner begegnet sind. Es war unglaublich hilfsbereit von dem einen jungen amerikanischen Soldaten, dass er Onkel Étienne ganz uneigennützig mit dem Auto nach Dinan gefahren hat, sogar ohne dass Onkel Étienne ausdrücklich darum bitten musste. Und zu dem amerikanischen Lagerkommandanten ist zu sagen, dass er offensichtlich keine besonders hohe Meinung von deutschen Kriegsgefangenen hat (immerhin hat er Werner als „wertlos“ und als „Krüppel“ bezeichnet und ihm unterstellt, er habe Marie-Laure vergewaltigt), aber trotzdem hat er Onkel Étienne bereitwillig Auskunft über Werners Verbleib erteilt. Daran kann man gut erkennen, dass die meisten Soldaten zur Zeit des Zweiten Weltkriegs in ihrem tiefsten Herzensgrunde keine hemmungslos brutalen Monster waren, sondern sich auch sehr freundlich und fürsorglich verhalten konnten. Eine Mischung aus positiven menschlichen Gefühlsregungen einerseits und tief sitzenden Vorurteilen gegenüber dem „Feind“ andererseits finde ich in diesem Zusammenhang durchaus authentisch.
Als Onkel Étienne nach Hause zurückkehrte und Marie-Laure mitteilte, dass er Werner endlich wiedergefunden hat, waren Marie-Laures Erleichterung und Freude kaum in Worte zu fassen. Ich hoffe, ich konnte es einigermaßen nachvollziehbar schildern, was Marie-Laure in diesem Moment empfunden hat, nachdem sie so viele Wochen lang vergeblich gewartet hat und immer wieder enttäuscht wurde… In dieser höchst emotionalen Situation spielte es für ihre Liebe zu Werner überhaupt keine Rolle, dass Werner keine Beine mehr hat – die Hauptsache für Marie-Laure war, dass Werner noch lebt und dass sie nun weiß, wo er sich aufhält. Vermutlich hätte sie sogar noch einen wesentlich längeren Fußweg auf sich genommen, nur um Werner endlich wieder in die Arme schließen zu können.
Die „Kombination“ aus einem Blinden und einem Gehbehinderten dürfte dir schon von der Geschichte „Blindgänger“ her bekannt vorkommen. ;-) Ich finde, dass sich diese beiden Behinderungen in der Tat sehr gut ergänzen und sich gegenseitig gut unterstützen können. (Bei einem Blinden und einem Gehörlosen würde das nicht so gut funktionieren.) Werner und Marie-Laure werden im weiteren Verlauf ihres Lebens zwar Unterstützung durch „Assistenzpersonen“ benötigen (z.B. Putzfrau, Kindermädchen…), aber das wird sie nicht daran hindern, miteinander glücklich zu werden, obwohl sie diese jeweiligen Behinderungen haben.
Marie-Laure ist zum jetzigen Zeitpunkt der Geschichte zwar erst sechzehn Jahre alt, aber trotzdem hat sie schon einige schlimme Schicksalsschläge erlebt. Wie ich weiter oben in dieser Reviewantwort geschrieben habe, musste Marie-Laure leider ohne Mutter aufwachsen, da ihre Mutter bei ihrer Geburt gestorben ist. Da Marie-Laure das erste Kind ihrer Eltern war, hat sie dementsprechend keine Geschwister. Im Alter von sechs Jahren erblindete sie durch eine degenerative Augenkrankheit, und als sie vierzehn Jahre alt war, wurde ihr Vater, den sie über alles geliebt hat, ohne triftigen Grund von den Nationalsozialisten verhaftet und starb in einem Konzentrationslager an Lungenentzündung. Trotz alledem hat Marie-Laure nie ihren Lebensmut verloren und ist wirklich sehr willensstark und tapfer für ihr Alter, das hast du völlig richtig erkannt. :-)
Die Frage, was aus dem Ehemann der schwangeren Frau geworden ist, der Marie-Laure und Onkel Étienne auf dem Weg nach Dinan begegnet sind, wird im weiteren Verlauf der Geschichte nicht beantwortet werden. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass der Mann im selben Lazarett liegt wie Werner, denn die Frau kam Marie-Laure und Onkel Étienne ja entgegen, kam also aus der Richtung von Dinan. Bestimmt hat sie schon längst im Lazarett von Dinan nach ihrem Mann gesucht, bevor sie sich auf den Weg nach Saint-Malo gemacht hat. Es bleibt zu hoffen, dass die Frau ihren Mann lebend wiederfindet, sodass das bedauernswerte ungeborene Kind nicht ohne Vater aufwachsen muss… Solche Schicksale von Leuten aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, egal ob es sich um Soldaten, Zivilisten oder Häftlinge in einem Konzentrationslager handelt, rühren mich immer zu Tränen. Unfassbar schrecklich, was diese armen Menschen damals erleiden mussten. Ich bete dafür, dass sich ein derartiger Krieg nie wiederholt…
Während der nächsten beiden Kapitel dieser Geschichte wird es zwar noch nicht zum lang ersehnten Wiedersehen von Werner und Marie-Laure kommen, aber du darfst trotzdem gespannt sein, wie es mit den beiden weitergeht und was ihnen im Waschraum des Lazaretts bzw. bei der Ankunft in Dinan noch alles widerfahren wird. ^^
SONSTIGE VON DIR ANGESPROCHENE THEMEN
Ja, da hast du leider Recht. Bis zum heutigen Tag gibt es Menschen, die sich gegenüber Deutschen genauso hasserfüllt und vorurteilsbehaftet verhalten, wie sich der französische Soldat mit der Knieverletzung Werner gegenüber verhalten hat. Mir tut Werner in dieser Situation auch leid, obwohl ich den französischen Soldaten ebenfalls verstehen kann. Auch im weiteren Verlauf seines Lebens wird Werner immer wieder Menschen begegnen, die ihm feindlich gesinnt sind und ihn diskriminieren, nur weil er Deutscher ist… Schwester Angélique hat zum Glück keine derartigen Vorurteile; sie nimmt Werner nur als schwer verletzten, vom Schicksal gestraften, gerade mal achtzehnjährigen Knaben wahr und nicht als „bösen, bösen Deutschen“. Es freut mich sehr, dass Schwester Angélique dir so sympathisch ist. Selbst in französischen Lazaretten hat man die deutschen Kriegsgefangenen nicht einfach so „verrecken lassen“, sondern sich nach Kräften um sie gekümmert, unabhängig von ihrer Nationalität. Obwohl Werner natürlich auch noch der einen oder anderen Krankenschwester begegnen wird, die ihn spüren lässt, dass es ihr lieber wäre, wenn er Franzose oder Amerikaner wäre…
Ich bin in diesem Zusammenhang wirklich entsetzt darüber, was deiner Freundin in den 90er Jahren in Frankreich und dir selbst in Tschechien im Jahr 2018 passiert ist. Der Zweite Weltkrieg ist doch schon seit Jahrzehnten (!) vorbei, und weder deine Freundin und ihre Eltern, noch du und deine Familie können etwas dafür, was die deutschen Soldaten in der damaligen Zeit getan haben. Hoffentlich werden sich solche Vorfälle in deinem Leben und im Leben deiner Freundin nicht wiederholen und bei eurem nächsten Urlaub im Ausland werdet ihr in jedem Restaurant genauso gut bedient wie jeder einheimische Kunde auch!
Der Schwiegervater von meiner Schwester, zu dem ich per WhatsApp ein sehr gutes Verhältnis habe, wohnt in Südfrankreich in einer traumhaft schönen Gegend, von daher kann ich sehr gut verstehen, dass du irgendwann in deinem Leben mal nach Frankreich reisen möchtest. Die Gegend, in der Marie-Laure und Onkel Étienne unterwegs waren, war zwar durch den Krieg größtenteils zerstört, aber trotzdem kann man erahnen, wie schön es dort vor dem Krieg gewesen sein muss. Ich selbst war noch nie in Frankreich, aber ich war schon mal in London und dort hat es mir sehr gut gefallen, eine beeindruckende Stadt. <3 :-) Es ist allerdings so, dass ich aufgrund meiner zahlreichen psychischen Störungen nicht gerne verreise (ich mag es einfach nicht, meine vertraute Umgebung und meinen gewohnten Tagesrhythmus aufgeben zu müssen, sei es auch nur vorübergehend). Ich wäre damit zufrieden, wenn ich in meinem gesamten weiteren Leben nie wieder verreisen würde, aber wer weiß, was die Zukunft bringt. ;-) Ich drücke dir die Daumen, dass du wirklich irgendwann in deinem Leben die Gelegenheit haben wirst, nach London, Frankreich und Deutschland zu reisen. Du kannst mich übrigens auch gerne mal besuchen kommen, wenn du möchtest und wenn du dich trotz deiner Angst vor neuen und unbekannten Situationen dazu überwinden kannst. <3 *knuddel*
Ja, das habe ich gesehen, dass du für kurze Zeit auf der Liste der tatkräftigsten Reviewer zu finden warst, nachdem du mich mehrere Tage lang mit Reviews überflutet hast. :-D :-D Herzlichen Glückwunsch, auch wenn du nicht „darauf hingearbeitet“ hast, auf diese Liste zu kommen. Ich selbst würde auch nicht auf dieser Liste stehen wollen. ;-) Auf jeden Fall kann ich dir gar nicht genug dafür danken, dass du dir die Zeit genommen hast, um derartig viele wunderbare Reviews zu meinen Geschichten zu verfassen! <3 :-* <3
So langsam aber sicher komme ich zum Ende dieser Reviewantwort und verabschiede mich bis zum nächsten Mal – egal ob per Review, Reviewantwort oder PN! :-)
Viele herzliche sonnige Grüße und Umarmungen von deiner
Vicky Beutlin
15.08.2021 | 15:48 Uhr
Hallo liehe Vicky,
also ich bin mir sicher, der Amerikaner hat gewusst, dass Werner kein Franzose ist und da er kein Englisch spricht, war die Sache klar, auf welcher Seite er gekämpft hat.
Er hat es denke ich trotzdem einfach darauf bewenden lassen, gerade weil er sicher gesehen hat, wie jung Werner ist und dass er im Moment schon genug durchmachen muss.
Ich hoffe, dass er den amerikanischen Soldaten noch öfter trifft, solange er im Lazarett ist.

GLG!
15.08.2021 | 15:40 Uhr
Schlimm, diese beiden Männer sind einander so ähnlich, teilen das gleiche Schicksal als Kriegsopfer und sind doch so verschieden...
Es ist wirklich furchtbar und traurig, was Krieg mit und aus Menschen macht.
Hoffentlich sieht der Amerikaner seine Familie bald wieder, bei Werner weiß der Leser ja zumindest, dass Marie-Laure schon auf dem Weg zu ihm ist.

GLG!
15.08.2021 | 15:33 Uhr
Oh, also eine kleine Wanderung, ich bin mir sicher, Marie-Laure wird auch das durchstehen, sie ist sehr willensstark und tapfer, dafür dass sie noch so jung ist :).
Die Schwangere: Kann es sein, dass ihr Mann ebenfalls in demselben Lazarett wie Werner untergebracht wurde? Ich habe da ja so eine Vermutung ;) ...
LG!
15.08.2021 | 15:27 Uhr
Wie schön für die arme Marie-Laure endlich gute Nachrichten zu bekommen!
Ich konnte mir richtig vorstellen, wie sehr sie sich freut, nachdem sie so lange warten musste :)
Hoffentlich kann sie ihn bald besuchen, ich denke nicht, dass Werners Behinderung ihr etwas ausmacht, die Beiden könnten sich gerade aufgrund ihrer unterschiedlichen Handicaps perfekt ergänzen :).
GLG!
15.08.2021 | 15:20 Uhr
Oje...
Der andere Kriegsverletzte war so voller Hass und ist sicher nicht der Einzige in diesem Krankenhaus...
Nur zu verständlich, trotzdem tut Werner mir gerade unsagbar leid :( ...
In dem Sinn habe ich Verständnis für Beide.

Zur Waschung: Ich weiß nicht, ist es nicht noch ein bisschen früh, die Beinstümpfe von ihren Bandagen zu befreien? Ehrlichgesagt habe ich viel zu wenig Ahnung von solch schlimmen Verletzungen, es kommt mir nur etwas früh vor, wenn ich an diese großen Wunden denke : / .
GLG!
PS: Jetzt stehe ich auch mal auf der Liste der "tatkräftigsten Reviewer" derweil wollte ich da ja gar nicht hin! ^^
15.08.2021 | 13:23 Uhr
Armer Werner!

Ich verstehe, dass der Anblick seiner Beinstümpfe nach wie vor ein großer Schock für ihn sein muss!
Es wird auch noch lange dauern, bis er seinen Frieden damit gemacht hat.
Gut, dass er sich endlich wieder bewegen darf, wenn auch "nur" in einem Rollstuhl.
Sich zu pflegen wird ihm helfen, sich trotz allem wieder als Mensch zu fühlen und Routine wird ihm das Zurückfinden in einen normalen Alltag erleichtern. : )

GLG
15.08.2021 | 13:17 Uhr
Uh...
Der Kommandant war ja nicht so sympathisch, aber durchaus authentisch.
Ich verstehe seine Gedanken sehr gut und warum er es so sieht.
Hoffen wir, dass Marie-Laure diese schlimme Nachricht halbwegs gut aufnimmt.
GLG!
15.08.2021 | 13:13 Uhr
So ein Glück für Onkel Étienne!
Der amerikanische Soldat nimmt ihn tatsächlich mit dem Auto mit!
Überhaupt begegnen bislang alle vom Schicksal Gepeinigten hier nur besonders freundlichen und gütigen Menschen :).
Hoffentlich ist auch der Lagerkommandant ein solcher Mensch und hilft Étienne weiter, ich würde es Marie-Laure und Werner von Herzen gönnen!

GLG
15.08.2021 | 13:07 Uhr
Der Arzt scheint ebenfalls ein sehr positiver Mensch zu sein, gerade wo es um seinen armen Sébastien nicht gut steht :( .
Es würde mich wirklich sehr interessieren, was dem Jungen fehlt und ob tatsächlich keine Hoffnung mehr besteht....

Nebenbei ist mir auch noch der Gedanke gekommen, wer denn jetzt überhaupt Werners Krankenhausrechnung bezahlt. Er selbst hat doch kein Einkommen und so etwas wie eine Versicherung gibt es in diesem Fall bestimmt nicht, bzw. wie geht es weiter, wenn er wieder gesund genug ist? Setzt ihn das KH dann einfach so auf die Straße?
GLG!
15.08.2021 | 13:01 Uhr
Also das ist etwas, wo ich Werner widersprechen muß! Natürlich kann er arbeiten, vielleicht nicht haargenau in dem Bereich, den er sich gewünscht hat, aber ich bin mir sicher, dass gerade in dieser Zeit dringend Leute gesucht werden, die Elektrogeräte reparieren und schrauben/löten kann man auch im Sitzen :) .
Natürlich wird auch Marie-Laure das eine oder andere zum Einkommen beitragen müssen, sicher brauchen sie auch die Unterstützung ihrer Familie und Freunde, es wird schwierig, aber nicht ünmöglich.
Nur Mut, lieber Werner! ; )

GLG
15.08.2021 | 12:51 Uhr
Hallo meine liebe Vicky, da bin ich nun nach meiner langen Nachlese-Odysee, auch wieder an den Ufern deiner Geschichte gestrandet ^^.

„Sie können nichts dafür, dass Sie Deutscher sind und Sie können auch nichts dafür, dass Ihre grausame Regierung von Ihnen verlangt hat, Ihre blühende Jugend im Krieg zu opfern. Ich glaube Ihnen aufs Wort, dass Sie keinen persönlichen Hass gegen das französische Volk hegen. Sie sind die Schachfigur, die geschlagen werden muss, damit der betreffende Spieler die gesamte Partie gewinnen kann. Es mag sein, dass Sie in diesem Krieg schlimme Dinge getan und anderen Menschen den Tod gebracht haben. Aber Sie sind nicht derjenige, der diesen Krieg heraufbeschworen hat. In Ihrem tiefsten Herzensgrunde sind Sie völlig unschuldig. Sie waren nur eine Marionette. Und Sie sind noch ein halbes Kind.“...

Ohhh, ich mag Schwester Angélique mit jedem Satz den ich von ihr lese mehr! <3
Sie scheint eine sehr empathische und intelligente Person zu sein, besonders für damalige Zeiten, wenn man bedenkt, dass manche Franzosen (und auch Tschechen) die Deutschen selbst heute immer noch abgrundtief hassen.
Meine Freundin wäre zB. in einem französischen Restaurant, als sie noch sehr jung und auf Urlaub mit ihren Eltern dort war, einmal fast nicht bedient worden, bzw. hat das Personal einfach so getan, als verstünde es kein Deutsch.
Erst als sie gemerkt haben, dass die Familie aus Österreich ist, haben sie den Schwindel aufgegeben und es ihnen dann auch ganz genau so erklärt und das war irgendwann in den 90er Jahren.
Ich selbst wurde ähnlich behandelt während einem Urlaub in Tschechien im Jahr 2018. (!!!)
Es gibt also immer noch sehr viel Feindseligkeit, nur aufgrund von Sprache/Nationalität, obwohl der Krieg lange vorbei ist. : ( ...

Schön auch, dass Werner sich wieder an seine Liebe erinnert, nicht nur weil Marie-Laures Onkel ihn bereits sucht, sondern auch weil ihm etwas Positives an dem er sich mental festhalten kann, die Kraft geben wird, den Schock unter dem er sicher immer noch steht, zu überwinden.

GLG!
05.08.2021 | 10:49 Uhr
Meine liebe Vicky!
Danke für deine Reviewantworten immer, wo ich ein Stück weit mit dir mitleben darf.
Was für ein anstrengender Fußmarsch nach Dinan.
Gut, dass Marie Onkel Etienne mit hatte.
Liebste und beste Grüße.
R ◆

Antwort von Mirfineth am 10.09.2021 | 13:49 Uhr
Sei herzlich gegrüßt, meine liebe R., <3
… und noch eine Reviewantwort. ;-)
Es freut mich sehr, dass du auch bei meiner Geschichte über Werner und Marie-Laure weiterhin dabei bist und so fleißig Reviews schreibst, obwohl du das Original-Buch „Alles Licht, das wir nicht sehen“ gar nicht kennst. Dafür kann ich dich gar nicht oft genug loben! :-*
Die Frage, ob der amerikanische Soldat im Waschraum gemerkt bzw. zumindest geahnt hat, dass Werner in Wirklichkeit Deutscher ist, oder ob er Werner tatsächlich für einen Franzosen hielt, wird im weiteren Verlauf der Geschichte nicht beantwortet werden. Ich selbst halte es aber ebenfalls für wahrscheinlicher, dass der amerikanische Soldat Werner als Deutschen identifiziert hat. Wie du schon in deinem Review geschrieben hast: Wenn noch mehr Nationalitäten zur Auswahl gestanden hätten als „Amerikaner“, „Franzose“ oder „Deutscher“, dann hätte der amerikanische Soldat Werner bestimmt gefragt, aus welchem Land er kommt. Und dass Französisch für Werner eine Fremdsprache ist, kann auch einem Amerikaner auffallen. Aber selbst wenn der amerikanische Soldat Werner als Deutschen identifiziert hat, hat er ihn nicht darauf angesprochen und ihm erst recht keine Vorwürfe gemacht. Vermutlich tat Werner ihm einfach nur leid, weil er so einen schlimmen Schicksalsschlag wie den Verlust beider Beine erlitten hat, obwohl er noch so jung ist. Und der amerikanische Soldat war intelligent genug, um Werner weder für den Tod seines Schwagers noch für den gesamten Krieg verantwortlich zu machen. Er hatte kein Problem damit, dass Werner Deutscher ist. Wirklich ein sehr mitfühlender und warmherziger Mensch, dieser amerikanische Soldat. <3 Jedoch wird Werner im weiteren Verlauf seines Lebens auch Menschen begegnen, die sich ihm gegenüber feindselig und gehässig verhalten, „nur“ weil er Deutscher ist, so wie beispielsweise der französische Soldat mit der Knieverletzung auf dem Korridor des Lazaretts…
Was Marie-Laure und Onkel Étienne betrifft: Ja, die Wanderung nach Dinan (ca. 35 Kilometer) war für beide sehr mühsam und anstrengend. Alleine hätte Marie-Laure das aufgrund ihrer Blindheit auch gar nicht geschafft, von daher war es absolut notwendig, dass Onkel Étienne mitgekommen ist. Aber Onkel Étienne würde so ziemlich alles für seine Großnichte tun – im Original-Buch sagt Onkel Étienne an einer Stelle zu Marie-Laure: „Du bist das Beste, was mir je passiert ist.“ Wie rührend… <3
Du darfst gespannt sein, was Marie-Laure und Onkel Étienne erwartet, wenn sie in Dinan eintreffen, und auch, was Werner im Waschraum des Lazaretts noch alles widerfahren wird.
Wie schön, dass dir meine Reviewantworten immer so gut gefallen. Ich gebe mir auch immer große Mühe mit den Reviewantworten, eigentlich genauso viel Mühe, wie ich mir mit dem Schreiben der Geschichten an sich gebe. ;-)
Alles Gute für dich und deine Familie, und bis zum nächsten Mal.
*Umarmung*
Deine Vicky
05.08.2021 | 10:37 Uhr
Liebe Vicky!
Ein sehr schönes Kapitel!
Weißt du, was mir an dieser Geschichte so gut gefällt:
Dass immer die Unterstützer für Werner da sind nach diesem Schicksalsschlag, und zwar immer und überall, nicht nur die Schwester Angelique.
Dass sie nie nach seiner Nationalität fragen oder sie bewerten, nur den verletzten Menschen sehen.

Was du dir gedacht hast, weiß ich ja nicht, aber ich denke mir:
Auch ein Ami merkt, dass für Werner französisch eine Fremdsprache ist. Und dass er kein Ami ist!
Da bleibt nicht mehr viel übrig zu spekulieren. Vor allem hätte er wohl sonst gefragt, welcher Landsmann Werner denn ist.
Nein, es war okay für den Ami. Denn es war nicht Werner, der den Krieg angezettelt hat,
und es war nicht Werner, der seinen Freund erschossen hat.
Ich wünsche dir einen schönen, sommerlichen August, der gut zu uns allen sein möge.
R ♪ ♫ ♪♪
30.05.2021 | 18:55 Uhr
Liebe Vicky!
Etienne weiß noch nicht, dass Werner wieder ansprechbar ist. Für Marie wäre das eine große Erleichterung.
Auch Marie macht sich Vorwürfe. Werner war einfach zur falschen Zeit am falschen Ort.
Sie müssen also zu Fuß gehen.
Ob der Mann der Schwangeren, die sie trafen, auch in dem Lazarett liegt?

Die Update-Abstände sind mir egal, ich hoffe nur, dass du fertig schreibst.
Beide Kapitel waren sehr gut, und auch gut lesbar durch die Kürze.
Der Perspektivenwechsel macht sich in getrennten Kapiteln ohnehin besser.
Herzlichst.
R ♡

Antwort von Mirfineth am 04.08.2021 | 16:11 Uhr
Viele herzliche Grüße an meine allerliebste R., :-D
und hier bekommst du schon die nächste Reviewantwort! :-)
Der amerikanische Soldat, den Werner in dem Waschraum kennenlernt, kann uns wirklich leid tun… Seine linke Hand ist durch die Explosion der Handgranate nahezu unbrauchbar geworden (sämtliche Finger wurden abgerissen), außerdem ist er nun durch zahlreiche Narben am Oberkörper entstellt. Mich persönlich rührt das Schicksal solcher kriegsverletzten Soldaten immer zu Tränen… Hoffentlich möchte die Ehefrau des amerikanischen Soldaten trotz seiner Verletzungen weiterhin mit ihm verheiratet sein, wenn er eines Tages nach Hause zurückkehren darf. Es gab ja zahlreiche Ehefrauen kriegsverletzter Soldaten, die sich von ihren Ehemännern scheiden ließen, weil sie mit einem verkrüppelten Kriegsinvaliden nicht länger verheiratet sein wollten. (Siehe auch Veronika, die erste Ehefrau von Felix Wallenstätter aus CThomas’ Geschichte „Mottenköpfe“.)
Und der arme Werner muss nun einerseits mit seinen eigenen katastrophalen Verletzungen zurechtkommen – natürlich hat Schwester Angélique Recht und er wird sich in absehbarer Zukunft an den Anblick seiner verstümmelten Beine gewöhnt haben; er sollte sich vielmehr darüber freuen, dass er überhaupt noch am Leben ist, im Gegensatz zu Tausenden Soldaten, die den Zweiten Weltkrieg nicht überlebt haben. (Mein Urgroßvater, der Vater meiner Großmutter mütterlicherseits, war einer von ihnen.) Andererseits muss Werner auch mit der Schuld leben, die er als Deutscher auf sich geladen hat, auch wenn Werner selbst nichts dafür kann, dass Deutschland den Krieg begonnen hat.
Werner und der amerikanische Soldat – zunächst einmal zwei vollkommen unterschiedliche Menschen, aber sie leiden beide unter ihren Kriegsverletzungen, sind hunderte Kilometer von ihren Angehörigen entfernt und wünschen sich, das Schicksal habe sie nie in diesen furchtbaren Krieg hineingetrieben…
Was Marie-Laure und Onkel Étienne betrifft: Noch wissen sie nicht, dass Werner in der Zwischenzeit wieder aus seiner Bewusstlosigkeit erwacht ist und sich nichts sehnlicher wünscht, als Marie-Laure wiedersehen zu können. Marie-Laure wird vor Freude außer sich sein, wenn sie erfährt, dass es Werner den Umständen entsprechend gut geht und dass er sich lebhaft an die Begegnung mit ihr vor sechs Wochen erinnert.
Es ist ganz normal, dass Marie-Laure sich Vorwürfe macht und sich wünscht, sie hätte Werner vor seinem grausamen Schicksal bewahren können. Aber höchstwahrscheinlich hätte sie nicht verhindern können, dass Werner auf die Mine tritt. Deine Formulierung „Werner war einfach zur falschen Zeit am falschen Ort“ finde ich in diesem Zusammenhang sehr passend.
Nun steht Marie-Laure und Onkel Étienne eine lange und anstrengende Wanderung bevor, an deren Ende sie in Dinan eintreffen und Werner im Lazarett besuchen werden. Um deine Frage zu beantworten: Es ist sehr unwahrscheinlich, dass der Ehemann der schwangeren Frau, der Marie-Laure und Onkel Étienne unterwegs begegneten, im selben Lazarett liegt wie Werner. Denn die Frau kam ihnen ja entgegen, d.h. sie kam aus der Richtung von Dinan. Bestimmt hat sie bereits im Lazarett von Dinan nach ihrem Mann gesucht, bevor sie sich auf den Weg nach Saint-Malo gemacht hat. Es bleibt zu hoffen, dass die Frau ihren Mann lebend wiederfindet und dass ihr Kind, wenn es auf der Welt ist, nicht ohne Vater aufwachsen muss.
Ich werde mich auch weiterhin bemühen, ungefähr alle zwei Monate zwei neue Kapitel dieser Geschichte zu veröffentlichen. Jedenfalls habe ich nicht die Absicht, diese Geschichte ohne triftigen Grund abzubrechen, das kann ich dir versichern. Außerdem kann ich ankündigen, dass du auf die nächsten beiden Kapitel nicht mehr allzu lange warten musst.
Bis dahin wünsche ich dir alles Gute und umarme dich liebevoll. :-)
Deine Vicky
PS:
Für einen Perspektivenwechsel wähle ich generell lieber getrennte Kapitel, und meine Kapitel sind nur äußerst selten länger als 1.100 Wörter. ;-)
30.05.2021 | 18:41 Uhr
Liebe Vicky!
Es ist erschütternd, welche Wunden der Krieg wortwörtlich gerissen hat.
Werner ist gehemmt, fühlt sich mitschuldig, aber im Spital sind sie alle gleich einsam, voller Schmerzen und weit weg von daheim.
Die Schwester hat natürlich recht, er wird sich gewöhnen und Leben ist kostbarer, das haben nicht alle geschafft.
Liebe Grüße.
R ⋈
05.04.2021 | 22:36 Uhr
Liebe Vicky!
Marie-Laure hat Werner nicht vergessen. Sie lässt ihn schon so lange vergeblich suchen.
Die schlimmste Gewissheit ist schlimmer als Ungewissheit.
Onkel Etienne hat sich wirklich Mühe gegeben und nicht aufgegeben.
Nun wird sie Werner so schnell wie möglich sehen wollen.
Ich glaube nicht, dass die Versehrtheit sie allzusehr abschreckt.
Lieben Gruß.
R ღ

Antwort von Mirfineth am 30.05.2021 | 15:17 Uhr
Hallo meine allerliebste R., :-*
während der letzten drei Wochen hatte ich leider so gut wie keine Zeit, an meinen Geschichten weiterzuschreiben: Erstens habe ich einen unvorhergesehenen Minijob bekommen (eine türkische Frau benötigte Hilfe bei ihren Hausaufgaben in einer sonderpädagogischen Ausbildung), und zweitens ist meine Schwester mit ihrem Mann und ihren Kindern zu uns zu Besuch gekommen (sie bleiben noch bis zum 4.6. hier). Von daher wird es noch eine Weile dauern, bis ich dich und den Rest meiner geschätzten Leserschaft mit Nachschub an neuen Kapiteln versorgen kann. Aber ich gebe mir Mühe, dass die neuen Kapitel nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen.
Ansonsten hat sich seit unserem letzten Kontakt nicht besonders viel Neues in meinem Leben ereignet. Vielleicht wäre erwähnenswert, dass ich die Psychotherapie, die ich letztes Jahr im Oktober aufgrund depressiver Verstimmungen begonnen hatte, Anfang Mai wieder abgebrochen habe. Ich habe festgestellt, dass die Therapeutin und ich auf zwischenmenschlicher Ebene einfach nicht zusammengepasst haben und dass wir völlig unterschiedlicher Ansicht waren, was die Zielsetzung der Therapie anging. Von daher war es für mich das Beste, die Therapie bei dieser Therapeutin wieder zu beenden. Ich habe vor, in absehbarer Zukunft erneut eine Therapie zu beginnen, und befinde mich momentan bei drei verschiedenen Therapeuten auf der Warteliste. Es wird aber leider noch mindestens bis September oder Oktober dauern, bevor ein Therapieplatz frei wird.
Und wie geht es dir? Über deine ausführliche Reviewantwort zu meinem Review zu deinem Gedicht „Happy Birthday Butterfly“ habe ich mich übrigens sehr gefreut. Es ist schön, dass ich dir mit diesem Review als Geburtstagsgeschenk eine Freude machen konnte. Ich habe mir vorgenommen, dir jedes Jahr zu deinem Geburtstag ein Review zu schreiben. <3
Inzwischen wurden hier in Deutschland die Corona-Maßnahmen wieder deutlich gelockert; aufgrund stetig sinkender Inzidenz-Zahlen sind die Schulen in den Präsenzunterricht zurückgekehrt und die meisten Geschäfte im Einzelhandel haben wieder ganz normal geöffnet. Ich hoffe, dass ich Mitte bis Ende Juli wieder im Nachhilfeinstitut unterrichten kann, und ich befinde mich mittlerweile bei meinem Hausarzt auf einer Warteliste für eine Corona-Impfung (es wird aber noch mehrere Wochen dauern, bis ich geimpft werden kann, da ich zu keiner Priorisierungsgruppe gehöre). Nach deutlich mehr als einem Jahr Ausnahmezustand wird es wirklich allerhöchste Zeit, dass wir in die Normalität zurückkehren können…
Natürlich dürfen in dieser Reviewantwort auch ein paar Kommentare, die sich konkret auf deine letzten beiden Reviews und auf meine Geschichte beziehen, nicht fehlen:
Es ist nachvollziehbar, dass der französische Soldat mit der Knieverletzung, dem Werner auf dem Korridor des Lazaretts begegnet, nicht besonders gut auf die Deutschen zu sprechen ist. Ihm ging es nicht um Werner persönlich, sondern er hätte jeden anderen deutschen Soldaten in derselben Situation genauso abwertend behandelt. Werner fühlt sich schmutzig und schuldig und gedemütigt, und er schämt sich dafür, dass er Deutscher ist.
Aber wie Schwester Angélique schon richtig sagt: Ein einzelner kleiner deutscher Soldat, der zudem gerade mal achtzehn Jahre alt ist, kann unmöglich für den gesamten Krieg und sämtliche Grausamkeiten verantwortlich gemacht werden. Werner kann schließlich nichts dafür, dass er Deutscher ist. Wenn er sich gegen die deutsche Regierung aufgelehnt hätte und sich geweigert hätte, gewisse Befehle zu befolgen, dann hätte dies seinen sicheren Tod bedeutet. Werner wollte genauso wenig sterben wie der französische Soldat mit der Knieverletzung.
Wenn sie schwer verwundet und völlig traumatisiert nebeneinander im Lazarett liegen, dann besteht überhaupt kein Unterschied mehr zwischen deutschen, französischen und amerikanischen Soldaten. Dass die feindlichen Soldaten der anderen Nation „böse“ sind und bekämpft werden müssen, wird, wie du schon geschrieben hast, den Soldaten von ihrer eigenen Regierung gewaltsam „eingetrichtert“, damit der Krieg funktioniert. Wenn man die Soldaten nach ihrer persönlichen Meinung fragen würde, dann würden höchstwahrscheinlich die meisten von ihnen sagen, dass sie überhaupt keine Abneigung gegen die anderen Nationen haben…
Im Gegensatz zu dem armen Werner haben Marie-Laure und Onkel Étienne nun allen Grund, sich zu freuen: Onkel Étienne hat endlich Werners Aufenthaltsort ausfindig machen können, seine Mühe hat sich gelohnt, und das wochenlange Hoffen und Bangen von Marie-Laure hat ein Ende. Natürlich wird Marie-Laure so schnell wie möglich Werner im Lazarett besuchen wollen. Es wird zwar ein Schock für sie sein, dass Werner keine Beine mehr hat, aber das wird sie nicht davon abhalten, weiterhin mit ihm zusammensein zu wollen. Vom Charakter her ist er schließlich immer noch derselbe Mensch, in den sie sich damals vor sechs Wochen verliebt hat. <3
In Kürze wirst du erfahren, wie es mit Werner und Marie-Laure weitergeht. Bis dahin verabschiede ich mich wieder von dir und wünsche dir alles Gute. :-)
Deine Vicky
05.04.2021 | 22:34 Uhr
Liebe Vicky!
Mit diesen Vorurteilen sind sicher viele konfrontiert worden, und es tut Werner weh.
Schwester Angelique hat die richtigen Worte gefunden. So wie du seh ich das auch.
Letztlich sind im Krieg nur Leute, die Angst haben und nicht sterben wollen.
Dass die Nationalität von Belang ist, das ist nur Politikern anzulasten, die Feindbilder schaffen. Sonst geht ja kein Krieg.
Das Kapitel hat mir sehr gut gefallen.
Lieben Gruß.
R இ
02.02.2021 | 21:12 Uhr
Liebe Vicky!
Sehr gut hast du Werners Empfindungen beschrieben.
Die Schwester Angélique ist ja sehr mütterlich zu ihm, das ist schön für ihn im feindlichen Land.
Und er denkt an Marie-Laure und sie an ihn. Sie müssen sich einfach wiederfinden.
Lieben Gruß.
R ⌘

Antwort von Mirfineth am 03.04.2021 | 14:10 Uhr
Viele herzliche Grüße an meine liebe R.! <3
Ich glaube, niemand kann es dem amerikanischen Lagerkommandanten übelnehmen, dass er nicht besonders gut auf deutsche Kriegsgefangene zu sprechen ist. Solche Sätze wie „Warum verbrüdern Sie sich mit dem Feind? Der Junge ist ein Krüppel. Vergessen Sie ihn“ klingen zwar zunächst ziemlich grausam, aber so haben die Amerikaner (ebenso wie die Engländer und die Franzosen) in der Tat über die „bösen, bösen Deutschen“ geredet, weil die Deutschen ja schuld an dem gesamten Krieg waren. Auch, dass der Lagerkommandant Werner unterstellt, er habe Marie-Laure vergewaltigt, passt – leider! – in das Bild, welches die damaligen Amerikaner von den damaligen Deutschen hatten. Übrigens beruhte das auf Gegenseitigkeit…
Für Onkel Étienne war es ein ziemlicher Schock, als er erfahren musste, dass der arme Werner keine Beine mehr hat. Das wird er Marie-Laure sehr behutsam und schonend beibringen müssen… Aber die Hauptsache ist doch, dass Werner noch lebt und dass er bei den Ärzten und Krankenschwestern im Lazarett in guten Händen ist. Schwester Angélique kümmert sich wirklich rührend um ihn, weil sie höchstwahrscheinlich denkt, dass es für ihn ohnehin schon schwer genug ist, in einem fremden Land, ohne Eltern, ohne Geld / Arbeit und ohne Beine, da sollen wenigstens die Krankenschwestern freundlich zu ihm sein. Werner fühlt sich sehr einsam und verloren, hadert mit seinem Schicksal und hat Sehnsucht nach Marie-Laure.
Natürlich werden Werner und Marie-Laure einander wiederfinden, denn sobald Onkel Étienne Marie-Laure erzählt hat, dass er nun weiß, wo sich Werner aufhält, können die beiden nach Dinan laufen und Werner im Lazarett besuchen. :-)
Wie sieht’s eigentlich bei dir dieses Jahr mit Osterfeierlichkeiten aus, angesichts der momentanen Corona-Situation? Wir hatten an Karfreitag Besuch von der Zwillingsschwester meiner Mutter, aber ansonsten machen wir an Ostern nichts Besonderes.
Damit verabschiede ich mich wieder und umarme dich ganz lieb.
Alles Gute,
deine Vicky
02.02.2021 | 21:00 Uhr
Liebe Vicky!
Wie grausam, was Etienne da erfährt. Und wie es der Kommandant zu Etienne formuliert.
Auch was er hineininterpretiert hinter dessen Rücken und wie böse seine Unterstellungen sind.
Aber es passt sehr gut zu der damaligen Zeit, wie sie ja Kriegsgegner sind.
Einen ganz lieben Gruß.
R ><(((°>
01.12.2020 | 18:07 Uhr
Liebe Vicky!
Hier sind die Kapiteltitel immer sehr schön.
Ob Onkel Etienne diesmal etwas erfahren wird?

Wenn uns bewusst wird, dass die Zeit, die wir uns für einen anderen Menschen nehmen, das Kostbarste ist, was wir schenken können, dann haben wir den Sinn der Weihnacht verstanden.
Alles Gute für dich.
R Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ

Antwort von Mirfineth am 02.02.2021 | 14:10 Uhr
Sei herzlich gegrüßt, meine liebe Frau Internet-Spatz! :-*
Vielen Dank für deine wunderschönen Worte bezüglich Advent und Weihnachten, die du mir in deinen beiden letzten Reviews zu dieser Geschichte geschrieben hast. <3 Deine Weihnachtsgrüße sind immer so herzerwärmend! *Umarmung* Ich möchte natürlich deine sämtlichen Wünsche ausdrücklich an dich zurückgeben. :-)
Welches schlimme Schicksal den jungen Sébastien Douveillard getroffen hat und warum er nicht mehr lange zu leben hat, wird im weiteren Verlauf der Geschichte noch beantwortet werden. Wahrscheinlich dachte sich der Arzt, als er Werner vor sich auf dem Operationstisch liegen sah: „Meinem Sohn kann ich nicht mehr helfen, aber diesem jungen Mann hier kann ich noch helfen“. Es ist wirklich sehr bewundernswert, dass der Arzt nicht am Leben verzweifelt und dass er sich bemüht, Werner mit derartig liebevollen Worten neuen Lebensmut zu schenken – dabei wird dem Arzt in Kürze das Schrecklichste widerfahren, was einem Elternteil überhaupt widerfahren kann, nämlich das eigene Kind zu Grabe tragen zu müssen…
Es freut mich, dass dir die Kapiteltitel in dieser Geschichte gefallen. Ich nehme für jedes Kapitel als Titel ein einzelnes Verb, das meiner Meinung nach gut zum Inhalt des Kapitels passt. Normalerweise haben die Kapitel meiner Geschichten überhaupt keine Titel (siehe z.B. „Blindgänger“, „Der Planet der Blinden“ oder „Der blinde Kommissar“). Aber bei der Geschichte über Werner und Marie-Laure hatte ich plötzlich das Bedürfnis danach, den Kapiteln doch Titel zu geben.
In den beiden nächsten Kapiteln dieser Geschichte geht es zum einen um Onkel Étienne (dessen wochenlange verzweifelte Suche nach Werner endlich von Erfolg gekrönt werden wird), und zum anderen um Werner (der Marie-Laure immer noch schmerzlich vermisst und sich sehnsüchtig wünscht, sie wiederzusehen). Zum Glück rückt der Moment, in dem Werner und Marie-Laure einander wieder in die Arme schließen können, immer näher, und dann wird es Werner auch leichter fallen, seinen Zustand als Kriegsinvalide ohne Beine zu akzeptieren. Eines Tages in ferner Zukunft werden Werner und Marie-Laure in der Tat eine eigene Familie gründen (das ist ja Sinn und Zweck dieser Geschichte), aber bis es so weit ist, werden noch mehrere Jahre vergehen. Zuerst mal müssen der Krieg und die entbehrungsreiche Nachkriegszeit vorübergehen, und dann müssen Werner und Marie-Laure genug Geld verdienen, um ihre Kinder ernähren zu können. Du darfst gespannt sein, was ihnen im weiteren Verlauf der Geschichte noch alles widerfahren wird. ;-)
Alles Gute und bis zum nächsten Mal,
deine Vicky
01.12.2020 | 18:01 Uhr
Liebe Vicky!
„Trösten“ ist ein schönes Kapitel.
Du hast schöne Worte für den Arzt gefunden, der selbst so ein schweres Schicksal tragen muss.
Wenn Werner bloß wüsste, dass Marie-Laure ihn so sehr sucht. Sie wäre sein Lebensmut.
Natürlich würden sich beide eine Familie wünschen.

Die erste Adventkerze steht für Hoffnung (nie nötiger als derzeit).
Möge sie Licht in traurige Dunkelheit bringen,
Wärme in Herzenskälte, Milde in Härte
und Zärtlichkeit in Erstarrung.
Ich wünsche dir eine schöne Adventzeit.
R ◍
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