Autor: Jadrai
Reviews 1 bis 4 (von 4 insgesamt):
28.01.2020 | 23:25 Uhr
zu Kapitel 1
Moinsen Jadrai!

Angekündigt und lang ersehnt (ha, ha) – hier kommt mein versprochenes Review!
Ich hab heute endlich diese große Dingsi-FF beendet, die du dauernd kommentierst, und deshalb habe ich auch endlich mal wieder mehr Freizeit und hoffe, dass du mich mit deiner Geschichte von meinem Blues erlöst.

Als allererstes muss ich sagen, dass ich über deine Spoilerwarnung etwas schmunzeln musste. :D Du hast so viel Knowledge über dieses Spiel, da frag ich mich echt manchmal, wie oft du es wohl schon gespielt haben musst. Da seh ich alt aus mit den insgesamt 5 Runs, von denen ich 2 selbst gespielt, und bei den andern zugeschaut habe!

Oke, also „Irren ist menschlich“ - let me guess, Connor irrt sich in Bezug auf irgendwas, und ist deshalb in seinem Handeln doch recht menschlich? Läufts darauf hinaus? Sorry schon mal – ich glaub, ich tendiere dazu, Sachen immer aus Sicht eines Autors zu lesen und irgendwas vorherzusehen ^^' (WOHER KOMMT DAS BLOSS?! HMMMM). Und falls du es noch immer nicht gemerkt haben solltest, ich bin ein hoffnungsloses Connor-Fangirl (hahaha das wird immer besser, wer zur Hölle hätte das gedacht), und ich kann mir manchmal den Cheese nicht verkneifen. Nagut! Los geht’s!

Also als allererstes – der Einstieg. Ich darf kritisch sein, oder? (mit dir hab ich eh noch ne Rechnung offen Jadrai. MUHAHA!!! sorry ._.) Also, ich finde, der erste Absatz wirkt nicht ganz so lebendig. Dunno, vllt weil es direkt so allgemein gehalten einen Rückblick ergibt. Wie du danach weiter schreibst, gefällt mir allerdings sehr gut :)
Gut, jede*r hat seinen eigenen Erzählstil – aber ich persönlich würde vorschlagen, einfach direkt mit der Handlung anzufangen, und die Erklärung, weshalb Con da überhaupt so verpeilt durch die Gegend läuft, etwas später anzufügen. Aber vllt bin das auch nur ich. Keine Ahnung.

Oh aber er friert ;___; Mein armer Con! </3 Und seine Jacke!!! Was tust du nur mit dem armen Burschen??? Und er will sich das Leben nehmen. Mein Herz ist gebrochen!!! Aber zum Glück trifft er auf den Robojesus! Gefällt mir gut wie die beiden sich drum streiten, wer von ihnen mehr Emo ist. Ich finde ja auch, Con ist mehr Emo, denn er hat die zerfetzte Jacke (und hoffentlich Nietengürtel und Kajal dabei hehe)

Oh und hab ich das richtig verstanden, dass Hank seine Tür nicht abgeschlossen hat???
Und Connor verdammt, wieso nennst du Sumo „Kleiner“? Der Hund ist riesig und wiegt bestimmt mehr als du!
Paha, und Hank pflaumt Con erst an, weil er laut ist, und merkt dann, dass er da ist? <3 Sowas mag ich :D
Oh ich musste lachen, als ich gelesen habe, dass Sumo mit der Rute wedelte, und nicht mit dem Schwanz. Schwanz ist bei dir ja was anderes. Versteh schon. XD (sorryyyy ich hatte viel Koffein heute)

Nun und dann ist das erste Kapitel auch schon vorbei!
Also ich mag deinen emo Con und ich mag dass er friert, weil ich es nicht mag! Du verstehst? Ich mag, dass du mal ein anderes Ende aufgegriffen hast, als der Mainstream mit seinen best endings (räusperräusperräusper) und ich möchte gerne lesen, dass Hank Connor verzeiht und Con bei ihm einziehen darf (bis Hanks Tochter zurück aus Philly kommt und... NEIN MELLOW STOPP!)! Auf jeden Fall hoffe ich auf ganz viel Fluff! Und dass er sich doch noch irgendwie einfügt ins Leben, er ist so soft und pure und er hat es verdient!

Mich hat ein wenig verwirrt, dass du relativ wenig Absätze drin hattest, also ich hätte es bestimmt lieber gelesen, wenn jede wörtliche Rede einen neue Zeile gewesen wäre, denke ich.

Na gut, das war's jetzt mal.
Ich schreib nicht allzu viele Reviews, also hoffe ich, du ziehst hier wenigstens irgendeinen Mehrwert raus.
Ich lass' dir nen Stern und liebste Grüßlis da <3

mellow
kleinerdrei

Antwort von Jadrai am 31.01.2020 | 18:04:51 Uhr
Hallöchen Mellow!

Erst einmal ein großes Danke an dich für das tolle, lange Review und den Stern! <3
Back home bekommt auf jeden Fall auch noch sein verdientes Review, jedoch wahrscheinlich erst nächste Woche, weil es gerade nicht anders geht. (Morgen bin ich in München und erst spät abends wieder zu Hause. Sonntag muss ich was für die Arbeit machen. Und ich will zeitnah meine Kurzstory zu Connor und Gavin veröffentlichen, die ich allerdings noch überarbeiten muss - und das sind mal eben so 10.000 Wörter. Meh.)

Wie oft ich DBH durchgespielt habe? Puh, ich habe ehrlich gesagt den Überblick verloren :D (Ich habe btw mittlerweile alle Trophäen, juhu!) Will jetzt nicht lügen, aber über 10 Runs waren es auf jeden Fall. Das faszinierendste ist, dass ich noch immer Szenen habe, die ich in den vorherigen Durchgängen nicht hatte. Ich freue mich dann immer wie ein kleines Mädchen. Hach, dieses Spiel! <3

Das mit dem Titel hast du gut erkannt! :) Darauf wird im zweiten Teil genauer eingegangen, weil Markus noch einmal mit Connor reden wird. Und Markus hat die Weisheit bei mir mit dem Löffel gefressen.

Ich bin Fan davon, dass die LeserInnen gleich wissen, was Sache ist. Ich möchte nicht, dass sie rumraten müssen, warum Connor nun allein ist und irgendwie auf der Straße durchkommen muss. Trotz allem ist der erste Absatz der, den ich ebenfalls am kritischsten sehe. Aber eher vom Schreibstil her, denn wie du sagst: Das klingt alles nicht ganz so toll. Umso schöner zu hören, dass du magst, wie ich danach weitergeschrieben habe! :) (Gibt nämlich auch nach dem ersten Absatz noch Dinge, die ich nicht mag.)

Eins verspreche ich dir: Connor wird im zweiten Teil noch immer leiden. Sorry, ich habe meine Lieblingscharaktere schon immer gern am schlimmsten leiden lassen, ich furchtbarer Mensch :’) Und mir tat er beim Schreiben ja auch leid.
Joa, ohne Markus hätte er sich auf jeden Fall den Kopf weggepustet. Gut also, dass er da war und halbwegs beruhigend auf Connor eingeredet hat.

Genau, Hank hat seine Tür nicht abgeschlossen. Er gibt jetzt nach der Sache mit Connor erst recht einen Scheiß auf alles. (Dazu sagt Connor aber auch noch etwas.) Es gibt übrigens zu 100% einen dritten Teil, weil es sonst einfach unlogisch wäre. Hank ist Connor gegenüber im zweiten Teil hostile, da kann ich dann am Schluss nicht sowas bringen wie: „Komm her, mein Sohn!“
Dass Connor zu Sumo „Kleiner“ sagt, war natürlich so von mir gewollt. Kann man als Ironie ansehen :D Und Sumo wiegt 77kg. Ob das mehr als Connor ist, weiß ich nicht, aber er wiegt auf jeden Fall 26kg mehr als ich :’D
Hank ist halt noch halbwegs am Pennen und betrunken. Da braucht sein Hirn doppelt so lange, um zu begreifen, dass Connor wirklich da ist :D
Naja, ich sag bei Hunden immer Rute und nicht Schwanz :D Ist wie bei Pferden, da sage ich auch Schweif anstatt Schwanz.

Ich verstehe gut, was du damit meinst, dass du magst, dass Connor friert, weil du es nicht magst. Geht mir ja ähnlich. Am liebsten würde ich ihm meine Winterjacke über die Schulter legen (die viel zu klein für ihn wäre, weil er gefühlt 100 Meter größer ist als ich) :(
Das Ende hat mich nicht mehr losgelassen, seitdem ich es erspielt habe. Und ich wollte wissen, wie es weitergeht. Wie geht es Hank? Was macht Connor nun? Sucht er Markus auf? Wenn ja, verzeiht Markus ihm oder lehnt er ihn ab? Dieses Ende lässt viele Fragen offen, sodass ich mir dann ein eigenes Ende schreiben wollte.
Da ich einen dritten Teil schreiben werde, steht für mich aus, ob Connor bei Hank einzieht. Die Tendenz ist, dass er es nicht tut, weil Hank das erst einmal nicht möchte. Und auch Connor möchte ebenfalls erst mal zu sich selbst finden und seine psychischen Probleme in den Griff bekommen. Somit wird er wohl leider vorerst nicht auf Jen treffen :D
Ob es Fluff geben wird …. hm, also im zweiten Teil gab es nur ein Gespräch. Da ich nun jedoch alles umschreiben muss, denke ich mal drüber nach :p

Dass ich nicht nach jedem Dialog Enter drücke, liegt daran, dass es dann asymmetrisch wird und für mich etwas die Ästhetik verliert (und weil ich deswegen schon immer so geschrieben habe). Oder anders gesagt: Mein Perfektionismus steht mir dafür im Weg. Ich habe das aber aufgrund des Reviews von KyaStern schon ein wenig ausgebessert und werde es in den nächsten beiden Teilen ebenfalls berücksichtigen, wenn es für die LeserInnen angenehmer ist.

So, dann an dieser Stelle noch einmal vielen, lieben Dank für dein Review und den Stern! <3 Wir lesen uns nächste Woche! :)

Liebste Grüße
Jadrai <3
23.01.2020 | 11:38 Uhr
zur Geschichte
Sorry, kleine Anmerkung noch mal.

Du solltest allerdings überdenken, deine Altersbeschränkung vielleicht auf 16 hochzusetzen.
Die Thematik und ein Charakter mit Suizidgedanken erscheint mir für Leser ab 12 kritisch.
DBH ist ein Spiel ab 18. Zwar ist deine Aussage hoffnungsvoll, aber Connor hat wirklich ernst zu nehmende Probleme, die einen gewissen Reifegrad voraussetzen.
(Ich würde jemanden mit zwölf auch niemals "Tote Mädchen lügen nicht" - und ich meine das Buch! - in die Hand geben, es sei denn, jemand interessiert sich für die Thematik und ist trotz des jungen Alters reif genug und hat danach gefragt/es selbst gefunden.)

Gewiss nur eine persönliche Meinung, aber doch einmal eine Überlegung wert...
Für mich sind ab 6/ab 12 die beiden Kategorien, in denen dir als Leser von den Warnungen her eigentlich nichts passieren sollte,
man sich mit Schimpfwörtern zurückhält und Mord/Totschlag und Selbstmord wirklich nur dezent angedeutet werden.

LG, KyaStern
23.01.2020 | 10:14 Uhr
zu Kapitel 1
Moin Moin!

Ich lese momentan wenig (und erst recht wenig auf deutsch), aber deine Kurzbeschreibung war so brillant, dass ich nicht dran vorbei konnte... [Kein Pairing? Kein OC? Markus & Connor + ein ernsthaftes Thema?! Du hast mich. Ich bin gespannt.] Netter Titel, mal sehen, wie man ihn interpretieren kann. Länge spricht mich ebenfalls an, erst recht weil es so klingt, als ob du die Story auf jeden Fall abschließen/erzählen willst ;-)

Auch wenn du fünf Jahre Pause hattest (ging mir eine Zeit lang ähnlich...), so nehme ich an, dass du lieber konstruktive Kritik statt bloßes Lob willst. Es klingt so, als ob du über der Überarbeitung hängst... Darf ich einmal schauen, ob du Grund hast, so stark mit dir ins Gericht zu gehen?

Danke für die Spoiler-Warnung. Das Ende, in dem Connor sich dagegen wehrt, nicht zu schießen ist ungemein faszinierend. Genre: Schmerz/Trost → Ich stelle mich auf einen düsteren Ton ein. (Und beziehe deine Charakterisierung auf das entsprechende Ende.)
> Immer noch begeistert (s.o.), jemand traut sich an etwas anderes als Romanzen...

(Ich schreibt dir einmal den Erst-Leseeindruck, werde also parallel lesen und diesen Kommentar schreiben *du bekommst also einen „Live“ Mitschnitt*, und fasse am Ende noch einmal zusammen, was ich über das erste Kapitel denke, okay? Bei Rechtschreibung bin ich jedoch denkbar unhilfreich.)

Die Wahl des Soundtracks ist schön. Ich mag das Lied und den Text und es wird – relativ – oft für Connors AMVs auf YouTube verwendet. Also mach ich einmal Musik an...

Songtext! Liebe es jetzt schon <3

Ich habe bei 'sie' auch ganz kurz an Amanda gedacht... Du wirst gleich spezifischer. Klasse
Die Schuldgefühle, Hilflosigkeit und Wut auf sich selbst kommt gut durch. Armer Connor, er macht sich Sorgen um Hank... Aber die Entscheidung einfach mit einem „guten Lebwohl“ das Dach zu überlassen, ist in DBH schon Charakterisierung an sich. Ich finde es klasse, dass du mich auf den Stand von Connors Pfad in DBH bringst.
> Erster Absatz, ich weiß, dass wir nicht mehr November haben und dieser Charakter hat seinen emotionalen Tiefpunkt erreicht... und niemanden an den er sich wenden kann...
>> Vielleicht solltest du zwischen den ersten Satz und dem jetzigen ersten Absatz ein Leerzeile machen? Ich mag Datum, es ist aber als erster Satz immer etwas kritisch. Allerdings zeigt DBH auch immer das Datum, also sehe ich es als Spielanlehnung.

Wunderschönes Detail mit der Kälte und das Connor noch immer nicht vollkommen – emotional – begriffen hat, dass er ein Abweichler/Deviant ist. Und deine Recherche ist geil! Ambassador Bridge ist ein ungemein symbolischer Ort für DBH und für die Connor-Hank Beziehung. (Ein Ort zwischen USA & Kanada → zwischen zwei Seiten. Schon die Unterhaltung in DBH drehte sich um Sterben und Tod und das Jenseits/Danach.)
> Mir schwant übles für Connor...

Jetzt bin ich traurig wegen dem leeren Spielplatz...

Du bist ziemlich gut. Du beschreibst gerade exakt, was ich bei der Szene auf dem Dach gedacht habe: Connor ist Amanda/CyberLife gegenüber loyal. Loyalität und Missionstreue geht für ihn über alles und er mag Hank wirklich, aber er kann nicht...!
> Heartbreaking, Ich find dich gut. Bring mich nicht zum Heulen

Und prompt triffst du im nächsten Absatz meinen Gedankengang. Deine Überleitung ist perfekt. Die Formatierung beim >>Gehorche! Das ist ein Befehl!<< unterstreicht den Effekt großartig.

Oxigenium? *Ich bekomme gerade einen Lachanfall* → so in Charakter
Schön, wie du die Gedanken kursiv machst. Fügt sich gut ins Lesebild ein.

Die Wut! Die emotionale Tiefe ist klasse! Und dieser Selbsthass und Hass auf die Welt.
> Verhasst, gehasst → so ein schönes Wortspiel
Die Überleitung zum Suizidentschluss ist flüssig und logisch.
> Mir fehlt noch zwischen „wenn man niemanden hat/nichts da ist/das Leben keinen Wert hat“ irgendwo, wenn man keinen Sinn oder sogar „keine Mission“ besitzt.

Stimme ex Machina... (Bitte gib mir gleich einen Grund, warum jemand – Markus? - Connor findet, sonst bin ich beleidigt. Du bist besser als ex Machina...)

Stimme in seinem Kopf? → wohl eher Trauma von dem Zwangshack/Zwangsübernahme von Amanda... Wunderschöne Reaktion von Connor und noch schöner, dass die Stimme nicht in seinem Kopf existiert, sondern wirklich da ist.
> Connor braucht jetzt wirklich eine Hand auf der Schulter.
> Schöne Charakterisierung von Markus einfach nur durch den Dialog und diese einfache Handlung.
>> Bitte schreib gleich, dass das nicht Ex Machina-Markus ist, sondern „Jericho“/Markus schon seit Wochen nach ihm sucht, weil er sich Sorgen gemacht hat oder sogar gesehen hat, wie Connor die Waffe in der Menge auf ihn gerichtet hat.

Drei Mal Markus hintereinander und ich feiere dich! So schöne Formatierung und Überleitung!
> Markus ändert die Position und hört auf über Connor zu stehen, sondern begibt/setzt sich auf seine Ebene → richtig geil, schöner Umgang mit der Suizid-Thematik
> Die Ablehnung von Mitleid ist perfekt. Connor ist trotz allem ein wunderschön stolzer Charakter.

„Wo warst du die ganze Zeit? Ich habe dich schon länger gesucht.“„Hier und da“ Direkt aufeinander ist nicht gut. Würdest du bitte einen Absatz machen? Dein Absatz wird zu lang, obwohl der Inhalt so entscheidend ist. → deine Form zerstört gerade deinen Inhalt
> *jubelt!* Markus hat ihn gesucht! Ich akzeptiere Markus-ex-Machina und würde auch ein Zufallstreffen hinnehmen. Aber vielleicht bekomme ich auch einen Hinweis, warum Markus ihn erst jetzt und gerade jetzt findet? Es sind immerhin schon fünf Wochen.
> Da wir die Dach-Szene voraussetzen, gab es nie eine Markus-und-Jericho-akzeptieren-Connor-Absolutionsszene in der Kirche, wenn Connor sich in der Ecke verkriecht. Dein Connor (auf diesem Pfad) könnte so etwas gerade gut gebrauchen. Sonst lautet die Frage nicht, ob Jericho ihm vertraut oder ihn exekutiert, sondern er und seine Schuldgefühle exekutieren sich selbst...
>> Und du lieferst im nächsten Satz. „Ich bin hier und da“ hebt Markus-ex-Machina fast restlos auf. Schön gekontert und doch wunderschön ausweichend. → Ich liebe Markus Charakterisierung. Wundervoll, dass man über alles reden kann. Totales Missverständnis auf Connors Seite. Connor hasst sich wahrscheinlich mehr als ganz Jericho und Hank es je getan haben/hätten...

Der nächste Absatz tut auf die beste Weise weh. Halsey singt immer noch im Hintergrund. Das klingt fast wie ein Geständnis oder ein Abschiedsbrief.
> Einfach nur tragisch schön, wie getroffen Connor doch davon ist, dass Hank sich auf Markus' Seite und gegen ihn auf dem Dach gestellt hat... Connor ist verdammt zynisch, verzweifelt, fertig und nihilistisch. Die Darstellung trifft bei mir den richtigen Nerv!

>> Und da ist das Absolutions- und Hilfsangebot!!! Richtig, richtig, richtig gut!
→ Connor glaubt es nicht/kann es nicht annehmen... Noch besser! Interaktion wie Nagel auf den Kopf getroffen.

Lass „Du hast doch keine Ahnung.“ (außerdem darf da gern ein Ausrufezeichen sein!) gern allein stehen und dann eine Leerzeile zu „Dann erklär’ es mir!“
> Dialoge müssen atmen. Du erquetscht richtig geilen Dialog mit toller Charakterisierung! Gib dir etwas – und deinem Text – mehr Platz. Kein „Dialog“ direkt auf „Dialog“ mehr. Gänsefüßchen sollen sich bitte nicht auf die Pelle rücken, das haben sie nicht nötig. Sie tragen richtig guten Text!

Connor schiebt die Hand weg (schlägt die gereichte Hand ab) schreit Markus fast an, ihn sterben zu lassen. → Du hasst dich so sehr, Liebling... Und du missinterpretierst Markus' Schweigen so falsch...
> Du bleibst super in der Connor-gekoppelten Perspektive. Ergreifend, gewaltig...
> Markus ist total überfordert und tut mir so Leid... (Ich will gerade nicht Markus sein.)
>> Aber wenigstens spricht Connor. Solange er mit Markus spricht ist alles gut. Niemand begeht mitten im Gespräch Selbstmord. → Markus, beweg dich kein Stück! Wenn Connor geht, dann gehst du hinterher...
> Sorry, Connor. Hier wird niemand exekutiert. Das nimmt Markus dir nicht ab.

> s. Dialog quetschen...
Markus versucht wieder Zugang zu finden und sie auf eine Ebene zu bekommen. Er bringt sie wieder auf eine Ebene – steht auf – und kommt sogar auf ihn zu.
> Die kritische Selbstreflexion in Markus' Worten tut fast weh, so echt ist sie. Das kann wahrscheinlich wirklich niemand außer Connor verstehen... Verantwortung ist eine schwere Last und alle Schuld (und Augen) klebten in DBH an Markus.
[Kleine Randfrage? Getötet für die Thiriumpumpe oder nicht...?]

„was passiert gewesen war“ klingt irgendwie... falsch. „...was passiert war“ reicht

Es lastet auf Markus, dass er Connor erschießen musste, damit er Jericho sprengen konnte...
> Du bist nicht nur gut. Du bist besser. *Feiere deine Charakterisierung*

Mir fehlt: „Bist du es dir/ihnen nicht schuldig, dein Leben zu leben?“

Bekomme ich „Ich kann nicht zu Hank. Er wird mir nie verzeihen.“ frei stehend? Es ist elemental.
Es würde dem Absatz sowieso gut tun, getrennt zu werden. Er verliert sich in der Länge.

„Woher willst du das wissen, wenn du nicht mit ihm gesprochen hast?“ vielleicht lieber „Woher willst du das wissen, wenn du es nicht einmal versucht hast?“ oder „Woher willst du das wissen, wenn du nicht mit ihm gesprochen hast?“ „Versuch es erst mal!“
> Connors Hoffnungslosigkeit tut Markus gewiss weh...

Zitat: Aber er hatte nun mal Angst, weil er wusste, wie Hank tickte.
> Das ist Tell, don't Show. Und bisher war dein Show, don't Tell sehr gut. Nicht schwächeln. Lieber zwei Zeilen mehr an dieser Stelle...

Markus ist ein Engel (oder er hat Umgang mit Suizidgefahr)
> Wunderschöne direkte Ansage
> Er erfasst sofort, was Connor am meisten bedrückt und bereitet alles vor...
> Und selbst wenn es scheitert, bereitet er ein Sicherheitsnetz. Er lässt Connor nicht allein und nimmt in mit zu Carl...
[Ist Markus wieder bei seinem Vater eingezogen oder ist Carl gestorben und er und Leo haben sich geeinigt? Fünf Wochen später gibt es unmöglich schon ordentliche Rechtsprechung und Gesetze wegen Erben. Und ich denke Carl hätte Markus seine Bilder und wahrscheinlich sogar alles hinterlassen, solange er ein Auge auf Leo hat...][Wohnen seine Gefährten/Freunde eigentlich auch da oder führt jeder sein eigenes Leben und man bleibt in Kontakt?]

Die ersten vier Zeilen nach dem Cut (erster Absatz nach dem Cut) sind zu sehr gerafft. Es wirkt wie eine Kurzzusammenfassung. Ich hätte die Szene gern gehabt oder wenigsten noch vier Zeilen mehr.
> Du bist so schön mit dem Thema umgegangen. Nicht nachlassen!
> Ich bin mir außerdem sicher, dass Markus gewartet hätte, bis Connor ihn wegschickt oder ins Haus geht. Suizidgefahr...
(Natürlich kann Markus ihm bei Hank nicht helfen, aber er kann da sein, falls Connor „kalte Füße“ bekommt... Was wäre wenn Connor sich umdreht und gar nicht hinterher zum Gespräch kommt? → Im realen Leben lässt man die Menschen ein Versprechen unterschreiben, dass sie sich heute nichts antun oder vereinbart einen festen Termin. Mir fehlt dieses Versprechen. Connor hat nicht zugestimmt, dass er nachkommt.)

Sumo... (Jemand vermisst den Hund und hat furchtbare Angst... vor Hanks Reaktion...)
> Ich hatte kurz Angst, dass Connor sich in eine Panikattacke steigert und einfach auf der Treppe sitzen bleibt, weil niemand an die Tür kommt, und einfach den Kopf zwischen die Knie klemmt.
> Furchtbar mutig die Tür zu öffnen!
> Sumo <3 Therapiehund im Einsatz

Dein Hank ist so realistisch *grins* Liebe die Beschreibung.

„Sumo! Connor! Ruhe! Ich will pennen!“ ist so genial und Herz erweichend und bekommt bitte eine Zeile für sich allein! Das darf auch wieder zwischen zwei Absätzen stehen.
> Okay, jetzt ist Hank wach und Connor in der Defensive – einen Schritt zurück gewichen...

„Was zum Teufel?!“
>> So ein mieser Cliffhanger! Ich will Kapitel Zwei!
> Ich hoffe, dass der Ton des Satzes sich auf das nächste Kapitel überträgt.
(Connor ist ohne Lebenszeichen für 5 Wochen verschwunden und sie sind nicht im Guten auseinander gegangen. Jetzt steht „dieser Kerl“/Ex Ermittlungspartner, dessen Freundschaft er angezweifelt hat, nicht nur plötzlich vor ihm, sondern ist einfach ins Haus gekommen...
[auch wenn die Tür vielleicht für ihn offen stand?! Naja, Hank hat ja den besten Wachhund der Welt fass Sumo!]
...hat ihn aufgeweckt und Hank hat Whiskey neben der Couch, könnte also auch nicht ganz nüchtern sein...
[Außerdem hat er während DBH ganz schön in einer Depression gesteckt. So dumm es klingt: Das absolute Bad/Evil Ende deiner Geschichte wäre gewesen, dass ein Absperrband an der Tür klebt wie bei einem Tatort oder Connor in den Ausgang des Hank-Suizid-Endes rein läuft...]
→ Es wäre schön, dass Hank am Anfang nicht zu verständnisvoll wäre, doch erkennt das der Junge richtig fertig ist... Danach darf das Gespräch gern klärend und netter werden. Dass er ja immer noch an Connor glaubt, ist ja mit den Zeilen aus dem Halbschlaf mehr als deutlich geworden.
>> Bekommt Connor seine Umarmung?!

Gesamtfeedback:
Du gehst zu stark mit dir selbst in die Kritik.

Wunderschöne Arbeit, tolle Charakterisierung, toller Dialog und Interaktion. Es war eine absolute Freude, das zu lesen und ich war fast am Heulen. Richtig toller Stil und du bist super darin, Gedanken einzubinden und die Perspektive zu halten.
Für mich persönlich ein wunderschöner Umgang mit einem sensiblen Thema und sogar sehr realistisch. Ich bewundere, wie du Markus und Connor geschrieben hast, aber trotzdem in der Perspektive geblieben bist.
→ Du legst deine Latte für Kapitel 2 sehr hoch.

Deine Formatierung schwächelt ab und an und du machst dir mit der Form den goldenen Inhalt kaputt. Lass deine Dialoge atmen, sie sind gut und haben es verdient. Du neigst außerdem – für mich persönlich – zu zu langen Absätzen.
> Bloß nicht kürzen! Benutze deine Enter-Taste nur öfter ;-b

Dein gewählter Soundtrack lief die ganze Zeit bei mir im Hintergrund. Sehr schönes, passendes Lied für dein Stück.

Ich entschuldige mich für das überlange Review und hoffe, ich habe dich nicht verärgert, sondern war hilfreich. Meine Empfehlung hast du und du wirkst kein Bisschen eingerostet.

LG, KyaStern (in freudiger Erwartung auf das nächste Kapitel)

Antwort von Jadrai am 27.01.2020 | 20:41:36 Uhr
Hallo KyaStern! :)

Erst einmal danke ich dir vielmals für dieses tolle Review! Ich glaube, das war eines der Produktivsten, die ich während der 11 Jahre hier auf FF.de bekommen habe :)

Ich lese ebenfalls (fast) nur noch auf Englisch, denn in diesem DBH-Fandom hier ist leider schon lange der Hund begraben. Es ist zu dieser Zeit - fast zwei Jahre nach Release von DBH - unglaublich schwer, hier noch Leser zu gewinnen und ich hatte deswegen überlegt, ob ich diesen Two Shot nicht lieber auf Englisch und somit auf Archive of Our Own veröffentlichen sollte …

Ich habe fast schon krampfhaft nach einem Song gesucht, der zu diesem Two Shot passt. Schlussendlich ist es meiner Zufallswiedergabe zu verdanken, dass es Gasoline geworden ist, denn das Lied war etwas in Vergessenheit bei mir geraten. Dabei passt es so perfekt.

Ich hatte das Datum erst alleinstehend und somit über dem eigentlichen Text. Das erschien mir dann ein bisschen zu plump, deshalb habe ich es mit in den Text eingebunden. Mal schauen, eventuell werde ich es bearbeiten.

Die Recherche hat mir den letzten Nerv geraubt … und damit meine ich nicht die zur Ambassador Bridge, sondern vielmehr, weil ich nicht wusste, ob Hank und Connor im Kapitel „Die Brücke“ nun in Detroit oder Windsor sind :D Die Skyline von Windsor ist nämlich nicht sonderlich pompös. Letztendlich konnte ich nirgendwo das RenCen ausmachen (weder mit Connor noch mit Kara), deswegen kam für mich nur infrage, dass die beiden in Detroit gewesen sein müssen.

Die Szene auf dem Dach ist furchtbar (wenn man nicht den Weg freischaltet, das Dach zu verlassen). Ich gestehe, dass ich Connor als Maschine mehr mag als Deviant, aber die Szene mit Hank hat mir das Herz gebrochen. (Ich hatte das Szenario erst etwas später. Beim ersten Durchlauf habe ich Connor selbstverständlich zum Deviant gemacht.) Und du hast meine vollkommene Zustimmung, dass Connor unfassbar loyal ist. Allein aus dem Grund, weil er es in Kauf nimmt, Hank aufzugeben/zu verlieren …

Connor hat tatsächlich aufgrund von Amanda (und seinen Taten) ein Trauma, ja. Ich finde es allgemein unlogisch, wenn ihn das psychisch nicht mitgenommen hätte. Man sieht bspw. auch zum Schluss - beim besten Ende versteht sich -, dass Connor der einzige ist, der nicht lächelt, sondern ziemlich eigenartig dreinschaut. Aber vielleicht humanisiere ich ihn in dieser Hinsicht zu sehr und ihm geht es nach all dem, was mit ihm passiert ist, auf psychischer Ebene ganz gut.
Nein, es ist nicht Ex Machina-Markus, keine Sorge :D Im nächsten Teil wird aufgelöst, wie Markus Connor gefunden hat.
Connor besitzt auf alle Fälle einen stolzen Charakter. Er ist mMn auch im Spiel ungemein stolz und sehr intelligent. Auch wenn er am Anfang (mit Hank) noch etwas tölpelhaft ist und hin und wieder mal ins Fettnäpfchen tritt :D

Ich gebe dir zu 100% recht, dass der Dialog gequetscht wirkt … zumal ich da sogar ein Leerzeichen vergessen habe >.< Ich habe andererseits schon immer so geschrieben und es war nie für jemanden ein Thema. Deswegen danke ich dir, dass du das angemerkt hast. Ich werde versuchen, das für den nächsten Teil zu beachten und auch im ersten Teil alles noch weiter auszubessern, wenn ich die Zeit habe :)

Puh, also Markus möchte ich hier auch nicht sein! Ich habe so schon meine Probleme, mit Menschen außerhalb der Arbeit zu interagieren … und dann mit jemandem reden, der sich vor ein paar Minuten noch umbringen wollte und destruktiv über sich selbst spricht … uff. Oh, und nein, im ersten Durchgang habe ich nicht für die Pumpe getötet.

„was passiert gewesen war“ klingt blöd, ja, aber es ist grammatikalisch richtig, weil es sich hierbei bereits um die vollendete Vergangenheit handelt.

Ich muss sagen, dass ich diesen Two Shot bereits vor zwei Jahren geschrieben und bei der Überarbeitung Dinge deutlich verändert oder eben hinzugefügt habe. Dazu zählt auch der Satz, dass Connor weiß, wie Hank drauf ist. Ich gebe dir recht, dass das blöd formuliert war. Dabei versuche ich immer so sehr, auf die Formulierung und alles zu achten, weil ich Perfektionistin bin *seufz*

Also ich hatte im Kopf, dass die Androiden einen größeren Platz für sich gefunden und die meisten von ihnen sich dort einquartiert haben, bis die Rechtslage einigermaßen zufriedenstellend ist (das wird mehr als fünf Wochen benötigen). Markus geht Carl nur ab und zu besuchen, auch weil es ihm in meinem Geschreibsel immer noch nicht so gut geht. Er ist jedoch außer Lebensgefahr und kommt wieder in Ordnung.

Ich gebe zu, dass ich nicht wusste, wie genau ich das alles nach dem ersten großen Cut beschreiben sollte. Deswegen ist es keine Glanzleistung von mir, da gebe ich dir vollkommen recht. Das hätte ich deutlich besser lösen müssen.
Markus und Connor haben eine Abmachung :) Connor hat Markus auf der Fahrt zu Hank nämlich tatsächlich sein Versprechen gegeben, sich nichts anzutun und auch das destruktive Denken beiseite zu schieben … jedenfalls so gut, wie es möglich ist. Wird alles im zweiten Teil erwähnt :)

Ich selbst hasse Cliffhanger wie die Pest, wenn ich eine Story lese, deswegen: Sorry! :D Der Ton wird sich auf jeden Fall fortsetzen und - kleiner Spoiler - Hank wird Connor gegenüber leicht physisch. Ist halt Hank, was soll man da machen … Bin mittlerweile auch am überlegen, ob ich nicht noch einen dritten Teil schreibe, damit es einfach realistischer wirkt. Muss dann nur echt viel überarbeiten, wo mir so schon die Zeit für gefühlt alles fehlt. Meh.
Ob Connor seine Umarmung bekommt, wird natürlich noch nicht verraten ;p

Vielen lieben Dank für dein Lob und besonders für deine Kritik, die ich versuchen werde, mir zu Herzen zu nehmen! :)
Ach ja: Mit der Altersbeschränkung hattest du btw auch recht. Ich habe vor der Veröffentlichung mindestes 20 Minuten überlegt, ob nun 12 oder 16, sodass ich schlussendlich dachte, dass 16 übertrieben wäre. Danke, dass du mir die Zweifel genommen hast!

So, und an dieser Stelle noch einmal danke für das wirklich tolle Review und auch für die Empfehlung! :)

Liebste Grüße
Jadrai
23.01.2020 | 08:10 Uhr
zu Kapitel 1
Huhu Jadrai,

Also ich muss sagen, ich finde die Ausgangslage erfrischend. Ich mag es, wenn man die Geschichte auf einem Konflikt aufbaut, denn der Streit auf dem Dach war ja nicht ohne. Man merkt Connor die Verzweiflung richtig an, denn seine Einsicht kam wirklich ziemlich spät. Ich bin gespannt, ob und wie Connor das Vertrauen des Lieutenants zurückgewinnen kann und bin neugierig, was du daraus noch machst. :)

LG
Liz

Antwort von Jadrai am 27.01.2020 | 20:03:56 Uhr
Hey Lizerah! :)

Vielen Dank erst einmal für dein liebes Review! :) Das motiviert ungemein :) (Besonders in der Hinsicht, dass ich drüber nachdenke, noch einen dritten Teil zu schreiben.)

Der Streit auf dem Dach war echt nicht ohne und hat mir das Herz zerrissen. Ich bin froh, dass man die Möglichkeit hat, Hank auf dem Dach einfach stehenzulassen und ihn nicht angreifen muss, sofern man diesen Weg freischaltet.
Ja, Connor ist auf jeden Fall ziemlich fertig, was man auch im zweiten Teil merken wird, denn logischerweise ist nun nicht alles direkt wieder gut, nur weil er die Chance hat, die Dinge wieder geradezubiegen. Die psychischen Probleme bleiben somit noch eine Weile bestehen. Außerdem kennen wir alle den guten Hank. Er wird seine Zeit benötigen - und Connor wird ihm diese Zeit geben (daher die Überlegung eines dritten Teils).

Nochmals vielen lieben Dank für dein Review! :)

Liebste Grüße
Jadrai