Anzeigeoptionen  Review schreiben Regelverstoß melden Sortieren 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 
Reviews 1 bis 2 (von 2 insgesamt):
21.03.2020 | 16:54 Uhr
Liebe L write Stories,


im Grunde finde ich Deine Idee, die hinter der Geschichte steckt, eigentlich ganz gut und auch vom Schreibstil her ist da schon einiges an Potenzial, aber dennoch muss ich sagen, dass es noch einige Kleinigkeiten zu verbessern gäbe. Ich muss dazu gestehen, dass ich zuerst eigentlich gar nichts zu Deinem Text schreiben wollte, aber nachdem ich als Germanistik-Student schon so einiges an Bullshit lesen musste, hast Du mich doch positiv überrascht, da Dein Text eher am unteren Ende der Skala von tiefbegabten Schrott anzuordnen ist.

Es ist nicht alles schlecht, so ist es nicht gemeint und bitte verstehe mich jetzt nicht falsch, aber ich habe schon im ersten Kapitel etwas die Lust verloren, weiterzulesen, weil bereits der Einstieg wenig Sinn für mich ergibt. Dort schreibst Du, dass Lena beruflich nach Chicago versetzt wird, weil sie bei einem Modelabel arbeitet und ihr Chef dort einen neuen Laden eröffnet, den dein Hauptcharakter mitgestaltet. Allerdings war schon dort für mich fraglich, wie ihre ersten Eindrücke der Stadt sind, als sie sie das erste Mal sah oder wie weit sie bspw. mit ihrem Studium ist. Ich kann auch gut Deinen Hintergedanken des Nebenjobs an der Feuerwache verstehen und auch ihre Berufstätigkeit passt zum Studium, aber die Einstiegsszene mit dem Unfall wirft bei mir auch schon wieder Lücken auf. Wenn Du schon von „einem typischen Auffahrunfall mit mehreren Fahrzeugen“ sprichst, dann sei doch bitte so gut bzw. nett und beschreibe die ganze Szenerie etwas detaillierter. Teils habe und hatte ich den Eindruck, dass Du etwas durch die einzelnen Szenen hetzt und den Leser gar nicht recht teilhaben lässt, was daherkommt, dass Du zu wenige Details verwendest. Ich persönlich bin der Meinung, dass ein Buch oder eine Geschichte davon lebt, dass die Szenen genauer beschrieben sind, sodass sich der Leser die Handlung im Kopf auch gut vorstellen kann. Aber zurück zum Unfall: dort ist von der im Auto eingeschlossenen Familie die Rede, die Lena rettet, aber auch hier fehlt mir etwas, da die Rettung im Einzelnen nicht genauer beschrieben wird – Du könntest noch etwas mehr in die Tiefe gehen, dass Adrenalin ausspielen, ihre Gedanken in dem Moment beschreiben und all sowas – dadurch hätten wir alle viel mehr von der Handlung.
Ich persönlich halte es nämlich etwas für unrealistisch, dass die verletzte Lena ohne nachzudenken direkt ins Geschehen eingreift, die Familie aus dem bald brennenden Auto befreit, den Mann wieder auf die Brücke hilft und am Ende meldet sie sich ohne Probleme beim Dienst? Da müssen mehr Emotionen rein! Auch, dass Du gleich davon sprichst, dass das Auto direkt nach der Rettung brennt, ist etwas zu schnell, da könntest Du alles noch etwas genauer beschreiben.

Hier mal ein Beispiel - Du schreibst: „Verdeckt alle eure Augen, ich breche das Fenster auf und dann lege ich was darüber und dann klettert ihr heraus“. Ich konnte der Familie helfen und sie retten, danach brannte das Auto – hier mal ein Vorschlag: Ich muss ihnen helfen, diesen armen Leuten, aber wie? Am besten wird es sein, wenn ich die Scheibe einschlage, das ist der einzige Weg, aber ich muss mich beeilen, denn der Geruch nach Benzin wird immer stärker. Ich nahm meine Axt, die ich zuvor aus dem Auto mitgenommen hatte und legte ein Handtuch über die Fensterscheibe, die ich kurz danach einschlug. Nun war der Weg frei und nachdem ich der älteren und etwas korpulenteren Frau mit etwas Mühe in die Freiheit verhalf, gelangte ich zu den Kindern, die ich nach und nach durch die Scheibe hievte. Soweit waren alle gesund, hier und da gab es einige kleinere Verletzungen, aber im Großen und Ganzen ging es ihnen gut, auch wenn sie Angst und Panik hatten. Am schlimmsten hatte es doch noch die Frau erwischt, die eine leicht blutende Kopfwunde hatte, die sich allerdings mit wenigen Stichen nähen lassen könnte. Sie und ihre drei Kinder hatten einen Schock, aber zunächst musste ich sie in sichere Entfernung bringen. Am besten bringe ich sie auf den Bürgersteig, da sind sie am weitesten von den Autos weg und die Kollegen finden sie schn… - aber bevor ich meinen Gedanken wirklich zu Ende bringen konnte, hörte man einen relativ lauten Knall, als würde ein Autoreifen platzen oder ein Amboss auf ein Auto krachen – dumpf, metallisch und laut mit klirrendem Glas im Abgang. Durch den Lärm war ich für einige Sekunden betäubt und konnte gar nicht einschätzen, woher dieser Knall kam oder was eigentlich passiert war. Ich spürte in meinem Körper ein kurzzeitiges Zittern und merkte, wie das Adrenalin meinen Körper durchschoss, ich dachte nur „Oh, Gott – was war das?“ und dann sah man schon das rote Familienauto in Flammen aufgehen. Nur gut, dass da alle raus sind, dachte ich und schon ereilte mich der nächste verzweifelte Hilfe-Ruf, den ich durch den ganzen Lärm von hetzenden Passanten zuerst gar nicht wahrnahm. Es ging alles so schnell, jeder versuchte zu helfen, wo er nur konnte, es war ein buntes und hektische Treiben zugleich, wie in einem Ameisenhaufen, der von einer Termite angegriffen wurde.

Was ich damit meine, ist, Du solltest alles lieber etwas genauer und detaillierter beschreiben, denn die Zeit hast Du dafür ja, da Dir die Welt offensteht und Du Deiner Kreativität freien Lauf lassen kannst. Außerdem könntest Du teils noch ein paar Fehler durch Korrektur-Lesen eliminieren, da der Text doch noch den ein oder anderen enthält, bspw. fehlende Kommas oder nicht stimmende Groß- bzw. Kleinschreibung.
Ich bin mir sicher, dass Du noch einiges aus Deiner Geschichte herausholen kannst, wenn Du sie nochmals überarbeitest und ich bin wirklich gespannt, was Du daraus machst – sie hat echt das Potenzial zu etwas großem, nutze Deine Chance!



Viele liebe Grüße
Nikomanistik
27.11.2019 | 00:49 Uhr
Hm, also, ich finde deinen Plot zur Story gar nicht so schlecht, aber du bist viel viel viel zu schnell.
Wieso rauscht dieser Unfall so an uns vorbei? Dir liegt die ganze Welt offen. Stacy ist verletzt, aber hilft. Adrenalin. Super! Danach fährt sie einfach auf die Wache? Meldet sich fit und das war es?
Sie hilft der Frau mit ihren Kindern und sofort danach dem Mann, der an ihr hängt.
Da steckt soviel Potential!
Lass dir Zeit, renne nicht so durch die Szenen. Nimm dir Zeit und schaue auf die Details. Versetz dich in deine Charaktere und versuch zu denken wie sie.
Lass Stacy z. B. ein Tief bekommen, Schmerzen haben oder zumindest zittrige Hände wenn das Adrenalin vorbei ist. Klar, ist sie solche Einsätze als Feierwehrfrau gewöhnt, aber sie muss nicht mal tief durchatmen sondern beginnt ihren Dienst.
Das ist doch nicht menschlich :)
Ich glaube sehr wohl, dass deine Story Potential hast und ich glaube, dass in dir mehr steckt als dieses erste Kapitel. Ich freue mich jedenfalls auf viele weitere.
Damit es einfacher zu lesen ist, solltest du mit Absätzen arbeiten. Die wörtliche Rede, die Gespräche, gehören nicht hintereinander weg geschrieben. Das ist schwer zu lesen weil man nicht weiß wer spricht.

Antwort von L write Stories am 27.11.2019 | 21:37 Uhr
Hey Noone 1909

vielen Danke für dien Review! Es hat mir sehr geholfen, deine Kritik war super konstruktiv! Ich hatte das Gefühl da fehlt was und deine Worte haben etwas angestoßen. Ich hab das Kapitel noch mal etwas mit ein paar Tipps von dir abgeändert bzw. ergänzt. Melde dich gerne wieder, man erhält echt selten so eine ausführliche und konstruktive Review. Ich hoffe das überarbeitete Kapitel lässt etwas tiefer in den Charakter blicken und ist schlüssiger von den Dialogen.

Liebe Grüße
L
 Anzeigeoptionen  Review schreiben Regelverstoß melden Sortieren 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast