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Autor: Zorbi
Reviews 1 bis 25 (von 53 insgesamt):
22.10.2020 | 16:26 Uhr
Was soll ich sagen, jetzt hab ich Deine zwei Oneshots wieder mal durchgelesen, sie sind zusammen mit der Geschichte "Der Indianer" von aislingde meine absoluten Favoriten, und jedesmal geht es darin um Ws Liebe zur Literatur....
Keine Ahnung, was mich daran so reizt?
Vielleicht, weil er da mal ausnahmsweise nicht stark sein muß und ständig kämpfen....

Dir nochmals Gute Besserung (mindestens, daß es nicht schlimmer wird!)
Dein Grashüpfer
12.10.2020 | 10:24 Uhr
Ojemine, dann reihe ich mich mal ein bei den Gute-Besserung-Wünscherinnen. :-)
Ich hatte mal ne Zeitlang Probleme mit den Händen, das fand ich auch übel, dass ich da kaum mehr an die Tastatur konnte. Das Diktierprogramm, das ich mir damals kaufte, war auch nicht so das Gelbe vom Ei. ^^ Aber zum Glück lässt uns der Kopf wenigstens nicht im Stich, in unseren Geschichten herumschwimmen können wir so immer noch.
12.10.2020 | 10:18 Uhr
Ach je ... Winni will sich mal wieder nichts anmerken lassen.
Sturkopf!
Immer das gleiche mit dem. ;-)
Hoffentlich geht es ihm bald wieder besser.
12.10.2020 | 10:15 Uhr
"Es gibt mehr Ding’ im Himmel und auf Erden, als Eure Schulweisheit sich träumt, Horatio."
;-)
Hier ist der Name wohl Programm.
Eine tolle Geschichte, rund und knackig. Und mal nicht die Helden direkt im Vordergrund, was mich auch freut.
Ich frag mich nur, wie und wen man denn um Erlaubnis fragen soll, wenn man in einem weiten Land ohne Grenzzäune und -posten, die man fragen könnte, unterwegs ist. ;-) Viel Zeit zum Fragen haben die Jungs dem Händler ja auch nicht gelassen.

Und neiiiin, das könnte natürlich überhaupt nicht an dem Buch liegen, dass da den Besitzer wechselte ... ;-) Kann mir gut vorstellen, wie dem Horatio da die Kinnlade runterklappt, als er beobachtet, wie ein Indianer des Lesens mächtig zu sein scheint. Vielleicht hat Winnetou ja von dieser Geschichte sogar schon einmal gehört und - hey, STOFF! Die gibts ja als Buch! Meins! - :-D

Du zeichnest hier wunderbar eine Szene, die vielleicht wirklich so passiert sein könnte. Und die Händler hatten definitiv Glück, ausgerechnet auf eine Truppe unter Winnetous Kommando zu stoßen. Bei anderen wäre das vielleicht nicht so glimpflich abgegangen.
12.10.2020 | 09:33 Uhr
Aua. Noch so eine Treppe, die weh tut.
Wie schaffst Du das, alles so auf den Punkt zu bringen in der geforderten Wortanzahl? Erstaunlich.
Sind das z.T. nicht Sätze aus dem Text, die man sich erstmal zusammensuchen und ggf. passend runterkürzen muss?

Ja, so hätte es auch ausgehen können. Da sind sie nochmal haarscharf an der Klippe vorbeigeschrammt im Original.
Wäre aber auch ein interessanter Twist gewesen - hat das mal jemand mit einer Geschichte versucht hier auf ff.de?

Immer wieder interessant, was man bei Dir so findet.

Und zum Thema "Böses bei Old Shatterhand" - Oh ja. Kann man auch finden, vor allem in späteren Werken. Selbstüberschätzung, Egoismus, Rechthaberei, das mit Worten Runtermachen von Leuten, die er als nicht ganz so klug erachtet wie sich selbst - also genaugenommen fast alle anderen. :-D ... Sorry, ich stecke tief im "Old Surehand" - meine Lieblingsreihe, auch wenn ich mich über diese Punkte jedesmal neu aufregen könnte. ;-)
12.10.2020 | 09:24 Uhr
Oha. Dazu hätte ich jetzt gern die ausführliche Textversion. ;-)
Was sind denn diese Worttreppen? Irgendwo ist mir hier schon mal eine untergekommen. Gibts da offizielle Aufrufe im Forum oder wie kommen diese Dingerchen und ihre Themen zustande?
Und ich musste echt überlegen, was ihr in den Kommentaren jetzt mit KP meint ... ihr und eure Abkürzungen immer, faules Fanvolk! :-D :-P
Ein sehr eindringlicher Text, der tief geht, manchmal so richtig mit dem Messer rein und nochmal umgedreht.
Tja, Shatty, auch Du kannst nicht immer das letzte Wort haben. Und auch nicht immer recht. Andere Länder, andere Sitten, auch wenn's manchmal weh tut und man es gern ändern würde.
07.10.2020 | 17:54 Uhr
Liebe Zorbi,

ich hoffe, es geht dir gut!

Es gibt so Tage, da "muss ich Zorbi lesen", damit der Tag eine 2. Chance kriegt. :-)
Und jetzt dachte ich, da kann ich dann ja auch mal Meldung machen, vielleicht freust du dich über ein neues Review.
Den wunderschönen Phebe-Text hatte ich zwischen Tür und Angel seinerzeit mal kurz "mini-reviewt", aber die anderen Texte hier in dieser Sammlung hatte ich tatsächlich noch nicht gelesen, die waren mir durchgerutscht.
Irgendwie bin ich dieser Tage/Wochen überall und nirgendwo und habe zwischendurch immer wieder überlegt, ob das mit W und Phebe nicht doch "klappen" könnte - wenn nicht jetzt, dann irgendwann, uns was heißt sowieso "klappen" - und habe auch einen Monat später immer noch dasselbe Kopfkino von den beiden. Jedenfalls ist dieser Oneshot sehr nachhaltig in meinem Kopf, und jedes Mal dachte ich dann, ich will dir mal wieder schreiben und einen Gruß schicken.

Ich freue mich immer wieder über deine Texte, lese sie immer wieder gerne, und wünsche dir und uns, dass "bald" (= zur richtigen Zeit) wieder etwas Neues von dir kommen kann, und dass du auch niemals deinen Spaß am Schreiben und deinen "Kampfgeist" verlierst, egal was noch alles so passiert.

Liebe Grüße (und sorry für das Kauderwelsch-Review, ist mehr ein Gruß als etwas Sinnstiftendes...)
Monama
09.09.2020 | 15:02 Uhr
Liebe Zorbi,

schön, dass du wieder da bist!
Und wieder eine wundervolle Geschichte, eine zauberhafte Ergänzung zu "Tausend Treppen", wo (meine ich) Phebe auch drin vorkam. Die zwei sind ein schönes Paar! Und den vorherigen Verehrer ist sie jetzt ja los, dann wäre der Platz für W ja frei...

Kurze, aber liebe Grüße
Monama

Antwort von Zorbi am 09.09.2020 | 15:59 Uhr
Liebe Monama,

Phebe und W? Ich denke nicht - derartige Paarungen halte ich gelinde gesagt für wenig glücklich ;-)

Ich danke dir für den Kommentar und schicke liebe Grüße zurück!

Zorbi
09.09.2020 | 13:06 Uhr
Liebe Zorbi,

und wieder einmal ein kleines Meisterstück aus deiner Feder, das ich nach den finsteren Tiefen, in die deine Drabbles uns geführt haben, umso mehr bewundere. Es gelingt dir in jedem Ton, ob düster oder heiter, ob in kurzen Spotlights oder wie hier im Breitbildpanorama.

So zumindest liest es sich für mich über weite Strecken. Das Leben deiner Phebe zeichnet sich Strich für Strich auf die Leinwand, nicht so sehr als Film, denn wir erleben im Grunde nur einen kleinen Moment, sondern als Gemälde, das uns zeigt, was die Protagonisten sieht, empfindet, hört, wenn sie in der kleinen Welt, die sie sich geschaffen hat, agiert.

Mit wunderbaren Worten zeichnest du den Hintergrund dieses Panoramas, wobei ich unumwunden zugeben muss, dass diese Beschreibung mich ganz eigenartig berührt: "als hätte die Natur bei der Gestaltung des Federkleides übergemalt." Sie lässt mich lächeln und macht mich glücklich.

Die Farbtupfer in deinem Gemälde sind Abe und natürlich W. Alles an Abe scheint einfach nur dafür zu sprechen, dass Phebe seinem Werben nachgibt. Sogar damit ist er überaus geduldig. Und doch, als W erscheint, der unheimliche und eben auch ungeheure Fremde (so zumindest empfindet ihn Abe), zeigt sich, dass in dem scheinbar perfekten Farmer etwas steckt, das ungeheuer und fremd ist und das für eine Phebe, die Zwiesprache mit einem kleinen Vogel und mit einem indianischen Mustang hält, zum Auschlusskriterium wird. Du lässt es sie auf den Punkt bringen: Abe ist ein Rassist!

Und mag die eine oder andere weiße Frau sich vielleicht nicht viel dabei denken, so ist deine Protagonisten eben nicht alltäglich in dem was sie denkt, tut und empfindet. Zumal sie mit W den lebenden Beweis kennt, dass all die Vorurteile über die dummen Wilden eben genau das sind: Vorurteile. Sie mögen im Einzelnen stimmen, ganz sicher, so wie sie auch auf Weiße oder jede andere Kultur und Nationalität zutreffen. Sie erlauben aber kein Urteil über eine ganze Gesellschaft. Phebe weiß das, Abe nicht.

Der zweite Farbtupfer ist natürlich W. Und ich finde, du triffst ihn hier (wie immer) einfach perfekt. In einem kleinen Nebensatz beinahe erklärt er seinen Zustand: „Winnetou ist durch den Fluss geschwommen.“

Achso ja, klar. Macht man ja mal im Herbst bei einem reißenden Strom, schwimme ich auch immer durch *rollingeyes

Aber genau dieses nebensächliche, dieses beinahe schulterzuckende erwähnen einer "tollkühnen Tat" ist eben so typisch. Ebenso wie die Tatsache, dass er munter im nassen Zustand diesen Eintopf isst. Kurz habe ich mich gefragt, warum er das tut, obwohl er glaubt, dass Phebe verheiratet ist mit dem Mann, der ihn so herablassend behandelt. Der große Hunger, den er sich vielleicht erst jetzt eingesteht? Ein bisschen Sorge um Phebe, auf die er ein Auge werfen will, nachdem er ihren scheinbaren Frieden gestört hat? Die Sehnsucht nach dem Austausch mit ihr? Die Müdigkeit? Wahrscheinlich eine Mischung aus all dem, die abbildet, wie vielschichtig W nun einmal ist.

Genau dazu passt auch sein beinahe überraschend offenes und für seine Verhältnisse beinahe ausgelassen fröhliches Reagieren auf Phebes verordnete Bettruhe: "Ein heiteres Funkeln erleuchtete die Züge des Apachen, ehe er im Eingeständnis einer Niederlage die Schultern sinken ließ. „Wahrscheinlich“, gab er zu." Wundervoll! Und ein Beweis dafür, wie sehr er der Frau vertraut, mit der er jene ganz anderen Abenteuer hat erleben dürfen.

Bleibt noch die ganz herzerwärmende Szene mit Iltschi. Natürlich sorgt W sich um ihn, aber nackig durchs Haus springen, dass wäre dann vielleicht doch zu fremd und ungeheuer, für eine weiße Frau ;) Ich liebe allerdings die Bilder, die mir bei dieser kleinen Szene in den Sinn kommen.

Und ich finde es wundervoll, dass du W die Aussicht auf ein paar Tage mit Phebe schenkst, in denen sie einmal mehr das teilen können, was nur sie beide miteinander verbindet.

Danke für diesen wundervollen Text!

Herzliche Grüße
Karla

Antwort von Zorbi am 11.09.2020 | 17:25 Uhr
Liebe Karla,

dass du meiner kleinen Geschichte ein "Breitbildpanorama" bescheinigst, berührt mich sehr - eben weil ich die zum Text gehörigen Landschaften durch Phebes Augen erleben lassen wollte. Es galt, darin die Empfindungen meiner Protagonistin auszudrücken, welche in den tausend Treppen ihren Anfang genommen und sich in den Monaten und Jahren danach nicht verflüchtigt, sondern verfestigt haben. Sie sollten die Leinwand bilden, auf die ein neues W-Ereignis in Phebes Leben entstehen würde. Das so von dir gespiegelt zu bekommen, ist wundervoll!

Zusätzlich spielst du mit meinem Titel, erklärst uns in wenigen Sätzen Phebes Lebensphilosophie und versicherst mir, unseren Häuptling in Wort und Tat getroffen zu haben. Schwer und doch unabdingbar ;-)

Meine liebste Stelle in deinem Kommentar ist jedoch die detaillierte, scharfsinnige und einsichtsvolle Aneinanderreihung von Gründen, die W veranlasst haben, sich trotz seines angeschlagenen Zustandes mit dem feindseligen Abe an einen Tisch zu setzen.

Und als ob das alles noch nicht genügte, zitierst du schlussendlich sogar noch die Passage, an der ich am meisten hänge - nämlich Ws Reaktion auf Phebes "verordnete Bettruhe".

Den Apachen allerdings unbekleidet vor der Siedlerin herumlaufen zu lassen, halte ich für zerstörerisch. Ich würde denken, damit entzauberte ich diese unbeschwerte Freundschaft irgendwie. Es gelingt mir nicht, das richtig zu erklären.

Liebe Karla, ich habe zu danken ... für ein perfektes Review! Eine größere Freude hättest du mir nicht machen können.

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!

Zorbi
09.09.2020 | 12:48 Uhr
Liebe Zorbi!

Waaaaaaaaaaa! Ist das eine schöne Story! Ich mag die sehr sehr total!

Das ist erstens schön, dass du einen deiner früheren Charas nochmal bringst, das find ich immer toll, wenn man so irgendwann eine ganze eigene Welt in einer Welt hat, so wie Melissa auch. Und zweitens find ich den Text an sich einfach toll, weil der so einfach ziemlich undramatisch ist.

Und W ist mal wieder so typisch. Sitzt da in den nassen Klamotten und isst, als ob nix wäre. Hätte er ja mal gleich sagen können, dass er klatschnass ist. Wobei ich mich ein bisschen gefragt hab, ob man das Nasse nicht irgendwie sehen müsste. Wäre das Leder nicht dunkler oder die Haare noch feucht oder so? Aber ist auch egal, es ist einfach nur schön, wie sich Phebe dann kümmert und dass Winnetou auch natürlich an Iltschi denkt. Der muss ja auch ganz fertig sein.

Und ich finde auch dass das so ein bisschen ein Moment zum Schmunzeln ist, dass Winnetou ja gerne selber gehen würde, aber ja nix anhat. Sooooooo sweet!

Ich liebe diese kleine Story sehr!!!

Ganz dickes Danke dafür und lg die Sweetie

Antwort von Zorbi am 09.09.2020 | 16:43 Uhr
Liebe Sweetie,

ja, es ist ziemlich offensichtlich, dass diese undramatische Story mit Zuckerguss in dein Beuteschema fallen dürfte ;-)

Mit den eigenen Charakteren ist es so eine Sache. Die schmeicheln sich heimlich, still und leise ein und weigern sich anschließend, wieder zu gehen. Zumindest machen meine das mit mir seit geraumer Zeit so.

Was das Problem mit der Nässe angeht, muss ich ein klein wenig ausholen, glaube ich. Ich habe das tatsächlich ausführlich recherchiert, weil es einen Knackpunkt in der Handlung darstellt. (Und das hat keinen Spaß gemacht, weil elendig viel Zeit ins Land gegangen ist, ehe etwas Brauchbares zutage trat) Letztlich hat sich dann aber Folgendes ergeben: Die Indianer haben ihr Leder behandelt, um es widerstandsfähiger zu machen, sodass sowas wie ein leichter Regen darin bequem zu überstehen war. Ein Bad im Fluss führt aber natürlich dazu, dass auch Ws Anzug trieft. Er würde wohl mehr als 24 Stunden trocknen, während lange Haare an einem klaren Tag nur 3-4 Stunden brauchen. Da W zuerst im Fort war, ist nur noch der Anzug irgendwas zwischen feucht und nass, als er bei Phebe eintrifft. Bestimmt kann man das erkennen, wenn man aufmerksam ist, vermutlich als Unregelmäßigkeiten in der Farbe. Aber ich denke, meine Protagonistin ist in der angespannten Situation anders beschäftigt und sieht zudem diese Möglichkeit gar nicht ...

Liebe Sweetie, ich freue mich, dass dir die Geschichte gefallen hat, und bedanke mich herzlich für deinen Kommentar.

Liebe Grüße

Zorbi
09.09.2020 | 11:45 Uhr
Liebe Zorbi,
manchmal sind es Kleinigkeiten, die einen den rechten Weg zeigen können. Abe hat Phebe seine Zuckerseiten gezeigt und die schlechten Eigenschaften erfolgreich verborgen. Wie gut, dass Winnetou noch rechtzeitig gekommen ist und Abes Verhalten Winnetou gegenüber ihr seine wahren Ansichten anderen Menschen gegenüber verraten hat.
Anscheinend war sie wohl auch die ganze Zeit nicht hundertprozentig überzeugt, dass Abe der Richtige ist, "denn Die Erkenntnis nahm ein Gewicht von ihren Schultern, dessen sie sich nicht einmal bewusst gewesen war. Wie sonderbar. "
Allerdings... nach einem Winnetou wird es wohl jeder andere Mann schwer haben!!!!

Danke für diese kurze Geschichte, liebe Grüße und einen schönen Urlaub
Marieschi

Antwort von Zorbi am 09.09.2020 | 16:11 Uhr
Liebe Marie,

so ist das manchmal. Eine Sache scheint zu 100% klar zu sein, wenn man allein die Fakten betrachtet. Was also hält einen davon ab, in deren Sinne zu handeln? Es ist der Instinkt, der besser weiß, was das Richtige für uns ist, als wir das oft wahrhaben wollen. Und glücklich sind die, die auf dieses Bauchgefühl hören! Phebe jedenfalls hat letztlich alles richtig gemacht.

Ich danke dir für deine Rückmeldung und die guten Wünsche. Der Urlaub eilt allerdings schon wieder mit Riesenschritten seinem Ende entgegen. Wieso geht das mit schöner Regelmäßigkeit so schnell?

Regnerische Grüße aus dem Norden, seufz ...

Zorbi
08.09.2020 | 09:14 Uhr
Hi Zorbi,

entschuldige, aber der Text war so schön, daß ich ihn nochmals lesen mußte...uuuund dann ist mir ein größerer Kronleuchter aufgegangen!
Deshalb melde ich mich nochmal....

Ich habe nämlich beim ersten Lesen eine Stelle total fehlinterpretiert... "Zusammen hatten sie Tiefen ermessen....seit die Bilder mit dem ersten Schnee verblaßten."
Peinlich, peinlich!

Das W auf Literatur steht, weiß man ja seit W 1 als KM den Hiawatha erwähnt.
Daß ihm Emersons Hamatreya/Earthsong gefällt, ist doppelt klar!
Die Aussage des Gedichts, daß uns die Erde nicht gehört, sondern wir der Erde und daß, egal ,was wir auch immer anstellen, um "unsterblich" zu werden, wir wieder zu ihr zurückkehren müssen, paßt völlig zu W.
Und wenn er eine Schwester im Geiste gefunden hat und mit ihr tiefsinnige Gespräche führt, dann paßt das noch mehr....

Nur Phebe muß aufpassen, weil, wenn bekannt wird, daß sie mit einer Rothaut ALLEIN in ihrem Haus zusammen war, dann kriegt sie dort keinen Fuß mehr auf den Boden!
Jetzt kann man nur hoffen, daß Abe nicht so ein totales Arschloch ist, und das überall rumposaunt....
Vielleicht kommt er ja nochmal zu ihr, bittet um Verzeihung und läßt sich belehren....
Manchmal gibt es tatsächlich Leute, die lernfähig sind (Leider eher selten!)

So, das wollte ich noch gesagt haben, jetzt lasse ich Deine armen Augen wieder in Ruhe und wünsche Dir alles Gute
Dein Grashüpfer

Antwort von Zorbi am 08.09.2020 | 17:02 Uhr
Hi Grashüpfer,

du musst dich nicht dafür entschuldigen, dass du Gefallen an meinem Text findest ;-)

Im Ernst, ich habe mich gefreut, noch ein paar zusätzliche Gedanken zu der Story zu hören.

Ja, Phebe und W verbindet ein Gespür für Poesie, im damaligen Westen Amerikas ein eher seltenes Interesse. Daher wundert es nicht, dass das ungleiche Paar jede Gelegenheit beim Schopf packt, die gemeinsamen Liebe auszukosten - auch wenn sich daraus Schwierigkeiten ergeben könnten. Zwar ist an dieser Stelle nicht sicher vorauszusagen, wie Abe sich weiter verhalten wird. Einen Menschen vom Gegenteil dessen zu überzeugen, was er sein ganzes bisheriges Leben geglaubt hat, bleibt allerdings in den meisten Fällen zum Scheitern verurteilt, denke ich.

Ich danke dir herzlich für die Kommentare und das große Lob: "Sahne mit süßem Schnee obendrauf"? Das ist ja mal eine Ansage ...

Liebe Grüße

Zorbi
Alatariel (anonymer Benutzer)
07.09.2020 | 19:46 Uhr
Liebe Zorbi,

wie sehr freue ich mich, dass du deine Ankünidgung wahrgemacht hast. Dies ist nun das erste Review, wo ich mich nicht bei tollen Vorrednern anlehnen kann, also schauen wir mal, was ich aus eigenen Antrieb schaffe ;-)Du beherrscht meisterhaft sowohl die Kunst, mit wenigen, genau abgewogenen Worten deine Inhalte zu vermitteln, allerdings auch wie in diesem Oneshot deine Leser mit wunderschön fließenden bildhaften Sätzen zu verwöhnen.

Phebe ist angekommen in diesem Land, sie hat es geschafft, als alleinstehende Frau ihren Lebensunterhalt zu verdienen und kann nun ein Leben führen, von dem sie geträumt hat. Wie wir sie schon in Tausend Treppen kennen gelernt haben, ist sie eine charakterstarke, warme Frau, die ihrer Umwelt sehr offen gegenübersteht - ich finde die Szene mit dem Vogel äußerst gut getroffen, um zu zeigen, wie sehr sie mit der Natur und ihren Geschöpfen im Einklang steht. Insofern ist es auch folgerichtig, dass es ihr später gelingt, sich soweit mit Iltischi zu verständigen, um ihn mit dem Notwendigen versorgen zu können.

Mit Abe ist dir, wieder einmal, ein interessanter, vielschichtiger OC gelungen. Du stattest ihn mit vielen positiven Eigenschaften aus - er ist gebildet, intelligent, zielstrebend, aufmerksam, hilfsbereit, geduldig - und doch muss er Phebe im Unterbewusstsein nicht "geheuer" sein - denn 14 Monate sind in der damaligen Zeit doch sehr lange für eine Brautwerbung. Nach den geltendne Maßstäben seiner Zeit ist er ein rechtschaffener, anständiger Zeitgenosse. Ist er ein guter Mensch? Oder einfach "Kein schlechter"? Auf jeden Fall ist er der falsche Mann für eine so vorurteilsfreie und emotional intelligente Frau wie Phebe. Im Zusammentreffen mit W benimmt er sich "ungeheuerlich" - glaubt er mit seinem gockelhaften Verhalten Phebe zu imponieren?- und verspielt somit seine Chancen auf eine Verbindung mit Phebe. Hoffentlich reichen seine guten Charaktereigenschaften aus, um ihn diese Abweisung verkraften zu lassen und Phebe nicht welch immer geartete Schwierigkeiten zu machen.

Zum Herzstück, dem Wiedersehen zwischen Phebe und W, es erfreut nicht nur die beiden, sondern auch den Leser sehr. Es ist schön und passend für diese beiden, dass sie sich aufgrund der gemeinsamen Liebe zur Poesie unter mithilfe des Mayschen Zufalls wiederfinden. Es wird wohl die Hochachtung vor Phebe und der Wunsch, ihr keine Probleme zu bereiten sein, die den Häuptling dazu bringen sich Abe gegenüber gar so passiv zu verhalten. Als W und Phebe dann endlich alleine sind, zeigst du 2 Menschen, die so sehr auf einer Wellenlänge sind, dass sie nicht viele Worte brauchen, um sich zu verstehen. Die ganze Interaktion atmet soviel Vertrautheit, Natürlichkeit und Fürsorge - einfach nur wunderschön. Man freut sich für sie und mit ihnen, dass ihnen nun wahrscheinlich ein paar gemeinsame schöne Tage geschenkt werden.

So, mehr Zeit habe ich heute leider nicht mehr, zu den sprachlichen Feinheiten müssen andere, die das hoffentlich auch besser können, etwas beitragen. In der Hoffnung, dass auf deiner Festplatte vielleicht noch andere solche Schätze schlummern

Danke und liebe Grüße
Alatariel

Antwort von Zorbi am 08.09.2020 | 17:36 Uhr
Liebe Alatariel,

ich habe nicht den Eindruck, dass du dich beim Verfassen von Rückmeldungen von anderen inspirieren lassen musst ;-)

Was mich angeht, ich bewundere Phebes Mut. Sie hat etwas geschafft, wovon viele träumen: Sie hat sich ihre Wünsche erfüllt, indem sie bereit war, alles aufzugeben und sich dem Unbekannten auszuliefern. Das musste ich belohnen ;-)

Das Vögelchen zu Beginn verdankt seine Existenz übrigens der Unterhaltung mit der Mutter einer Freundin, nämlich einer Unterhaltung über selbst hergestelltes Vogelfutter. Ich finde es lustig, was man so alles abspeichert, weil man meint, es für die Schreiberei verwenden zu können ...

Dass du als Abe vielschichtig und interessant wahrnimmst, hat mich zusammenzucken lassen. Ich gebe zu, anfangs war der gute Mann mehr Mittel zum Zweck. Aber schlussendlich musste er doch wachsen, weil ich nicht bereit war, Phebe zu "opfern." Diese Frau umgibt sich nicht mit offensichtlichen Verlierern ;-) Ob Abe ein guter oder einfach kein schlechter Mensch sei, möchtest du wissen. Meines Erachtens triffst du bei der Suche nach einer Erklärung mit dieser klugen Frage mitten ins Schwarze.

W und Phebe erneut zusammenzubringen, war mir ein Bedürfnis und ich gestehe, dass ich noch immer nicht "satt" bin. Zu sehr erfreue ich mich selbst an ihrem Verhältnis, der Art, wie sie miteinander umgehen, dem Gewinn, den sie aus der ungewöhnlichen Verbindung ziehen. Ja, ich hoffe, die beiden sind klug genug, den mayschen Zufall bestmöglich zu nutzen ...

Liebe Alatariel, ich habe mich sehr über dein schnelles und ausführliches Review gefreut. Vielen Dank dafür und liebe Grüße zurück!

Zorbi
Drachenfenfeuer (anonymer Benutzer)
07.09.2020 | 16:39 Uhr
So ist recht dank Winnetous erscheinen sah sie das abes Wahres gesicht abscheulich ist den sie hat recht egal ob rot ,schwarz oder weiß alle menschen sind gleich wichtg und richtig die welt ist bunt und nur so ist sie gesund. Gute kleine geschichte mit ecken und kanten nur scharde das aus duesen süßen baby keine ausgewachsne schönheit wird . schönen Urlaub mit viel spass und liebe grüße

Antwort von Zorbi am 08.09.2020 | 16:39 Uhr
Hi Drachenfenfeuer,

als ich deine Worte las, habe ich laut gelacht. Du bedauerst, "dass aus diesem süßen Baby keine ausgewachsene Schönheit wird"? Eine eindeutig humoristische Art, dein Wohlgefallen auszudrücken ;-))

Ich danke dir für den Kommentar und die guten Urlaubswünsche!

Zorbi
07.09.2020 | 11:32 Uhr
Oooooh!
Wieder eine Sahneschnitte!
Leute, wenn Ihr mich weiterhin mit solchen Texten mästet, dann platze ich demnächst!

Es ist echt schade, daß mir die richtigen Worte fehlen, um auszudrücken, was ich beim Lesen dieses Textes empfunden habe....bei Interpretationen war ich schon immer ganz schlecht....
Diese Andeutungen....einfach allerfeinste Sahne mit süßem Schnee obendrauf!

Das so hinzukriegen, würde ich mir echt wünschen!

Mach bloß weiter so
Dein Grashüpfer

P.S.: Aber bitte kein Streß! Alles zu seiner (Deiner!) Zeit!
30.04.2020 | 07:32 Uhr
Hi Zorbi!

Ich bin ja schlecht mit Reviews. Und dann noch bei sowas Kompliziertem, ich könnt ja nieeeee so Worttreppen. Aber ich merk jetzt total, wie gut das tut mit den Rückmeldungen. Und ich kann zwar nix analysieren oder so, aber ich kann sagen, dass mir das mega gut gefällt, was du da geschrieben hast!

Die Szene mit Winnetous Krankheit ist so kurz bei Karl May. Da les ich gerne was dazu. Und bei dir klingt das so fast wie ein Gedicht, mit so sprachlichen Bildern auch und so. Das ist total bewundernswert!!!!

Ich finde du schreibst ganz toll, lange Sachen und auch so kurze. Das ist ne ganze Story ohne dass sie erzählt werden muss so im Kleinen. Echt mega super! Voll der Respekt!

Lg die Sweetie

Antwort von Zorbi am 30.04.2020 | 11:35 Uhr
Hi Sweetie,

wie du inzwischen selbst festgestellt hast, macht allein das Vorhandensein jeder positiv gearteten Rückmeldung glücklich - es müssen bestimmt nicht immer Analysen sein ;-) Aber ich denke, diese Tatsache ist schwer zu erklären, solange man nicht zu denen gehört, die die eigene harte Arbeit aktiv online und damit zur Diskussion stellen. Ich hätte vorher auch nicht gedacht, dass sich das Schreiberherz zu einem beträchtlichen Teil von Reviews ernährt ;-)

Herzlichen Dank für das ganze Lob, ich habe mich gefreut zu hören, dass dir meine Texte gefallen haben.

Leider ist es mir derzeit nicht möglich, mich hier einzubringen. Die leidige Augengeschichte verwehrt mir weiter das Arbeiten an Bildschirmen und so langsam kommen mir Zweifel, ob sich das je wieder ändern wird. Sagen wir so, die Zeit arbeitet nicht für mich … Davon abgesehen hilft es sicher nicht, dass ich mich bis zum Rande des Erträglichen in einem dieser systemrelevanten Gesundheitsberufe aufreibe, weil sich meine Arbeitslast spontan verdreifacht hat.

Da ist es beruhigend zu sehen, wie andere die Fahne im Fandom hochhalten. Unsere Helden besitzen offenbar eine Vielzahl an Leben ;-)

Nochmals vielen Dank für deine Worte und liebe Grüße

Zorbi
20.04.2020 | 18:02 Uhr
Aha da waren die beiden wohl auf Orientreise, und jetzt auf der Heimreise wurde dieser Krank.
Wünsche ihm gute Besserung.
Weiter so, freue mich auf das nächste Kapitel. Bleib Gesund in diesen Tagen.

LG
Onlyknow3

Antwort von Zorbi am 30.04.2020 | 11:13 Uhr
Hi Onlyknow,

verspätet aber doch bedanke ich mich für deine Rückmeldung.

Zweifelsohne birgt die Episode um Ws Krankheit eine Lücke, die einen jeden KM-FF-Autor zur Kreativität auffordert. Ich hatte das Glück, ein Treppengerüst an die Hand zu bekommen, dessen Vorgaben wunderbar zu den Geschehnissen passten. Daraus eine Geschichte zu formen, hat Spaß gemacht.

Gesund war ich ja leider schon vor dem Virusangriff nicht und daran hat sich wenig geändert.

LG zurück

Zorbi
28.03.2020 | 16:00 Uhr
Liebe Zorbi,


ich werkele mich langsam voran, zugegebenermaßen ohne Plan mal hier, mal dort etwas nachholend, und heute will ich nun hier eine Lücke schließen, indem ich das Review zu deinem übersprungenen Oneshot schreibe und hoffe, dir damit eine Freude bereiten zu können. Des Weiteren hoffe ich, dass du es halbwegs lesen kannst und versichere sicherheitshalber, dass ich keine Antwort erwarte, schon gar nicht in Bälde.

So. Erst mal muss ich sagen, dass ich es mutig finde, eine selbsterdachte Figur zur Hauptfigur zu machen, zumal eines vergleichsweise kurzen Textes, in dem wenig Raum ist, den Charakter der Person darzustellen und Mitgefühl in den Leser*innen zu erzeugen. Horatio allerdings bleibt auch jetzt, drei Monate nach meiner ersten Lektüre der Geschichte, ein echter Kracher, der diverse emotionale Reaktionen in mir auszulösen versteht. Deswegen und weil zu Ws Darstellung schon einiges geschrieben wurde, will ich mich mal v.a. auf diese Figur stürzen.

Meine Freude an ihr beginnt schon mit ihrem Namen: Horatio MacFarlane. Da musste ich echt lachen! Ich meine, mir ist klar, dass es sowohl Vor- als auch Nachname wirklich gibt, dass es auch im echten Leben Menschen gibt, die genau so heißen, und ich hoffe, im Folgenden niemandem auf die Füße zu treten. Aber da hatte ich direkt ein Bild vor Augen: humorvoll, etwas eingebildet, im Grunde herzensgut, nur nicht übertrieben mutig.

Seine Sprache hat mich ebenfalls wiederholt grinsen lassen, sie ist stets frei vom Herzen weg und wirkt dadurch recht erfrischend: Gottverdammter Backofen, schlurften, schlappmachen, Teufel noch eins, Sauerei …

Ein gewisser Stolz („das sollte ihm erstmal jemand nachmachen“) und historisch bedingtes Überheblichkeitsdenken in Bezug auf "die Roten" paaren sich mit Herzensgüte: Der Umgang mit dem Pferd und dem Gehilfen beweist es. Insgesamt ergibt sich so eine runde Figur, von der ich schnell das Gefühl hatte, sie zu kennen.

Auch nach dieser frühen Charakterisierung gibt es immer wieder Einsprengsel, die seinen Charakter weiter ausgestalten: „Vorrat an Whisky […] Man konnte ja nie wissen“ ist so eine, die Sentimentalität in Bezug auf den Großvater oder auch diese Stelle: „Sei's drum. Ein Gebet dürfte in ihrer Lage kaum schaden.“

Letztere passt auch nahtlos in das Übrige, was wir über Horatios Weltsicht erfahren: sagenhaften Geschichten wird misstraut, Märchen gibt es nicht. Der Kern der Geschichte ist hier zu finden, diese Überzeugung wird in Frage gestellt. Damit spiegelt seine Erfahrung („die verflossene halbe Stunde mutete ihm nurmehr wie ein Spuk an“) sich in der Geschichte des Buchs, das hier eine zentrale Rolle spielt. Diese ganze Komposition finde ich wunderbar gelungen! Horatio selbst zieht eine Parallele in Bezug auf die Geister, was ich zwar eher witzig fand, aber dem Ganzen dennoch eine weitere Ebene hinzufügt. Natürlich haben wir, die wir W kennen, noch weit mehr Einblick in das, was da geschehen ist, als Horatio, und das erklärt dann auch, warum diese Geschichte nur so, aus dieser Perspektive erzählt werden konnte. Ich mochte all das sehr!

Nun noch meine Lieblingsformulierung: „Der friedlich anmutende Platz verwirbelte sich, ergab sich Bewegungen, Farben und schrillen Schreien.“ – Vermutlich wirst du mir jetzt wieder antworten, dass du das eben so wahrnimmst und es für dich nichts Besonderes ist. Ich hingegen genieße einmal mehr diese andere Perspektive, v.a. „verwirbelte sich“ finde ich ganz großartig!

Auf eine Wiederholung möchte ich dich aufmerksam machen, weil ich weiß, dass dir so etwas wichtig ist: „Auch wenn“ kommt in kurzem Abstand ziemlich in der Geschichtenmitte zweimal vor, deshalb ist es mir aufgefallen.

Und an einer Stelle kam ich beim Lesen ins Stocken, weil mir die Satzstruktur nicht sofort klar war: „Trotzdem wollen wir Nachsicht üben, weil sie ehrliche Gesichter tragen, wenn sie bereit sind, für das Benutzen des Weges zu bezahlen.“ – Es geht um den Bedingungssatz „wenn sie …“ und die Frage, worauf er sich bezieht. Inhaltlich ist es eindeutig, er ist die Bedingung für den Hauptsatz: Nachsicht wird nur geübt, wenn … Doch beim ersten Lesen, habe ich den Satz mit der zuvor genannten Begründung verbunden und das ergab natürlich keinen Sinn: Sie tragen (nur) ehrliche Gesichter, wenn sie …


Liebe Zorbi, das soll es für heute gewesen sein. Wann auch immer du das liest: Fühl dich herzlich gegrüßt und geh deine Augen ausruhen, jetzt!

Alles Liebe
Netha
04.02.2020 | 15:57 Uhr
*wwwwwwwwwwwww* Ich sauge mal eben die Konfettisauerei auf… *wwwwwwwwwww*

Fertig!

Liebe Zorbi!

Eine weitere Worttreppe. Sie war angekündigt, ich konnte mich vorbereiten, also alles gut und frisch ran ans Werk!

Zunächst einmal war ich von mir selbst ein wenig begeistert, weil ich spontan einordnen konnte, wo im Mayschen Werk wir uns befinden.

Du weißt, dass ich da noch Aufholbedarf habe, aber meine Bemühungen in dieser Hinsicht scheinen zu fruchten.

Auch ich gehöre zu den Leuten, die sich für Ws Leiden etwas mehr Platz im Originalwerk gewünscht hätte. Ich finde Deine Erklärung aber absolut logisch: Klar, ihm ging es darum ein Abenteuer zu erzählen und Ws Krankheit ist hier nur eine Verzögerung, damit der Gauner noch einmal knapp entkommen kann und man ihm weiter hinterherjagen muss.

KM konnte ja nicht ahnen, dass ein Jahrhundert später hurt/comfort Junkies die Welt bevölkern. Aber dafür gibt es ja zum Glück Fanfiktion.

„Auf leisen Sohlen“ kam also eine Krankheit dahergeschlichen und hat unseren Lieblingshäuptling außer Gefecht gesetzt. Bevor es aber soweit war, musste er sein Unwohlsein wie üblich verbergen.

Du bewegst Dich mit dieser Worttreppe genau in diesem Moment, in dem seine Freunde OS und E bemerken, dass irgendetwas mit ihm nicht stimmt und OS ihn letztlich dazu bringen kann, dies zuzugeben.

Bemerkenswert finde ich dabei die Entwicklung, die das Gespräch nimmt und die Untertöne, die dort zu finden sind.

Zu Beginn leugnet W noch, dass es ihm nicht gut geht. Er versucht das Thema zu wechseln und abzulenken.

Dann leitet er sozusagen selbst die Wende ein, indem er zweideutig wird:

„Siehst du die Finsternis aufsteigen? Winnetou bleibt jetzt am besten allein. Verzeih.“

Zwar entgeht es zunächst OS, dass hier nicht die kommende Nacht, sondern die Verschlechterung von Ws Zustand gemeint ist, aber zum Glück ist ja E da, der in seiner gewohnt direkten Art das Übel anspricht.

Mit abnehmender Wortanzahl dieser Treppe, nimmt dann auch Ws Widerstand ab und schließlich folgt er OSs Bitte, gibt nach und legt sich hin.

Ich kann dieser literarischen Kunstform zwar immer noch nichts abgewinnen, aber ich gebe zu, dass ich diese Worttreppe gerne gelesen habe.

Sie zeigt nur einen kleinen Moment aus dem abenteuerlichen Leben der Blutsbrüder und transportiert doch alles, was wir hier so gerne lesen: Verbundenheit, Freundschaft und Sorge umeinander!

Ich schreibe aber dann jetzt trotzdem mal nicht „weiter so“ *prust*!

Aber lieben Dank für diese weitere Bereicherung und Belebung unserer kleinen Ecke hier!

Liebe Grüße

Danny

Antwort von Zorbi am 05.02.2020 | 11:55 Uhr
Liebe Danny!

„wwwwwwwwww“? Dieser Beginn deines Reviews ließ mich im ersten Moment einigermaßen verblüfft auf den Smartphone-Bildschirm starren... dann allerdings hätte ich laut losgelacht, wenn ich mich nicht in dienstlichen Räumen befunden hätte ;-))

Ich bin stolz auf dich! Wir bekommen dich noch „bibelfest“, wenn du auch in Zukunft darin fortfährst, eine Menge dieser schönen Reisen mit Freizeitfaktor anzutreten ;-)

Ws berühmte Krankheit ist natürlich eine Stelle mit viel Potential, weil KM uns nur das Gerüst dazu präsentiert hat. Mir ging es hier um den allerersten Moment, in dem sich herausstellt, was sich in Körper und Seele des Apachen abspielt. Irgendwann muss das Leiden stärker geworden sein als Ws Selbstbeherrschung – und da wollte ich ansetzen.

„12 Worte, deren wahre Bedeutung mir entging“, das war tatsächlich die größte Herausforderung für mich. Nach langem Grübeln kam mir die Idee, den Apachen mit ihnen auf das Problem anspielen zu lassen. Der Gedanke, dass er genau damit eine Wende einläutet, gefällt mir. Ja, es ist der erste, wenn auch versteckte Hinweis, was im Hintergrund geschieht.

Gut gefallen hat mir auch deine Korrelation „abnehmende Wortzahl“- „abnehmender Widerstand“ unseres Häuptlings.

Und lass dir am Ende eines gesagt sein: Ich akzeptiere dein persönliches Urteil über diese „literarische Kunstform“ erst dann, wenn du sie selbst ausprobiert hast und tatsächlich befindest, dass es keinen Spaß macht, damit zu spielen. Wer immer Rätseln etwas abgewinnen kann, wird nämlich überrascht sein, wie ähnlich sich das im Kopf anfühlt ;-)

Heute gebe ich mich erst einmal mit der Aussage zufrieden, dass du die vorliegende Treppe gerne gelesen hast ;-))

Ich danke dir herzlich für dein tolles Review und sende liebe Grüße!

Zorbi
Grashuepfer (anonymer Benutzer)
31.01.2020 | 14:01 Uhr
Erstmal vielen Dank für das Lob!

Dann zu W und Hepatitis A : Man darf nicht vergessen, daß W sich in einem fremden Land befindet, und sein ansonsten sicher tolles Immunsystem da durchaus einen kräftigen Schlag abgekriegt haben kann, zumal er als Indianer nicht die volle Resistenz gegen europäisch/afrikanische Erreger haben kann. Dazu kommt noch das für ihn ungewohnte Essen (Fetter Hammel, mit Butter übergossen...), aus eigener Erfahrung weiß ich, daß man selbst mit bester Immunabwehr sich manchmal was einfängt (Montezumas Rache, Pharaonen-Galopp...) OS und EB sind das dagegen schon durch ihre vorherigen Orient-Reisen etwas abgehärteter. Vielleicht hat W sich ja zusätzlich noch eine Salmonellose o.ä. eingefangen...das haut dann auch den stärksten Elefanten vom Schemel!

Es wurden ja auch früher schon exotische Menschen freiwillig/unfreiwillig importiert, die dann bei uns ruckizucki dahinsiechten und starben (Pocahontas!)

Mein Vater, der als er noch als Monteur gearbeitet hat, rund um den Globus reisen mußte (Mongolei, Japan, Neuseeland, Tunesien, ganz Europa und Mexico)hat eine super Konstitution gehabt und sich nie was geholt; außer in Mexico. Da erwischte ihn eine tüchtige Montezumas Rache, so übel, daß er hinterher eine Fistel am A... hatte, die operiert werden mußte. Jetzt ist er 78 und hat außer Diabetes und pAVK(vom Rauchen!) nix schlimmeres....

Was mir dazu noch einfällt; in Schrecksituationen kann einem die Immunabwehr auch in die Knie gehen...und da hatte der Gute ja schließlich bei der Felsenhöhle einen üblen Schock...

Von der Inkubationszeit, der Region, den Symptomen usw. würde meiner Meinung nach alles passen...

Antwort von Zorbi am 01.02.2020 | 10:59 Uhr
Hi nochmal Grashüpfer,

ich dachte mir schon, dass du nicht mit mir einverstanden sein wirst ;-)

Im Großen und Ganzen kann ich dir prima folgen und ja, ich bin auch selbst das eine oder andere Mal in der Fremde umgekippt, obwohl mein Immunsystem eigentlich seit frühester Kindheit auf Zack ist.

Mich wundern schlicht diese zwölf Wochen, in denen W mit dem Tode gerungen haben soll. Das scheint mir im angedachten Kontext einigermaßen übertrieben. Gut, vielleicht hat auch hier Mays bekannter Größenwahn zugeschlagen, weil er das Drama noch dramatischer ausgestalten wollte ;-)? Wir werden es nie erfahren...

Und letztlich muss man dem Kind ja auch keinen Namen geben. Die Symptome sprechen für sich und sind uns allen klar vor Augen. Armer W!

Ich wünsche dir gute Besserung!

Herzliche Grüße

Zorbi
31.01.2020 | 10:09 Uhr
Liebe Zorbi,
Du weißt, dass ich es nicht so mit den Worttreppen habe, aber ich bewundere die, die es können. Ich glaube, mir würde da nichts, aber auch gar nichts zu einfallen.
Was mich ein ganz klein wenig wundert, aber das nur am Rande, dass Du Dir ausgerechnet eine Szene ausgesucht hast, in der Emery mitspielen darf. Du magst Ihn doch eigentlich gar nicht!
Und doch triffst Du seine "umgangssprachliche" Ausdrucksweise sehr gut. Ich wusste sofort, wovon diese Worttreppe erzählt und wer "da spricht".
Es ist diesmal Emery, dem auffällt, dass es W nicht gut geht. "„Charley, warte mal eben. Ich glaube, unserem Häuptling ist es schwindelig.“ "„Ist mächtig blass um die Nase geworden, der Junge.“
Aber es ist OS, der den Häuptling darauf anspricht und dem es gelingt W dazu zu bringen, zuzugeben, dass es ihm nicht gut geht. Und mehr noch, diese letzten sechs Worte in den letzten drei Stufen sagen so viel aus über die Beziehung und das gegenseitige Rücksichtnehmen aus, das dem nichts hinzuzufügen ist

Vielleicht macht Deine Worttreppe es möglich, dass ich mich mit dieser Form der Literatur doch ein wenig anfreunden kann.
LG
Marieschi

Antwort von Zorbi am 01.02.2020 | 10:50 Uhr
Liebe Marieschi,

und ich glaube, du stapelst tief ;-) Worttreppen sind im Grunde wie Rätsel, wo ja grundsätzlich irgendwelche Lücken aufzufüllen sind. Einzig die Wahl des Themas empfinde ich als knifflig, weil nur ein kleiner Ausschnitt für die Präsentation zur Verfügung steht...weil man nicht von der Stimmung abweichen kann, die vorgegeben ist... und weil das Ganze natürlich möglichst originell daherkommen soll...

Tja, Emery. Der gehörte nun mal auf dieses Schiff ;-) Nee, alles gut. Der Engländer bot rein sprachlich einen reizvollen Gegenpart zu W und OS und man muss ja jemanden nicht zwangsweise toll finden, um ihn in einem Text auftreten zu lassen. Wie stehst du zu Santer ;-))?

Ich denke, am Ende ist es eine Art Gemeinschaftsarbeit der beiden Weißen, den Apachen dazu zu bringen, die Wahrheit einzugestehen. Und es hat mich befriedigt, die allerletzten Stufen mit jener Verbundenheit (und somit einem Licht) zu füllen, die unsere Blutsbrüder umfängt.

Ich jedenfalls würde mich freuen, wenn auch mal eine Treppe aus deiner Feder hereinschneite ;-)

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!

Zorbi
livesinthecountrys (anonymer Benutzer)
30.01.2020 | 00:25 Uhr
Liebe Autorin! Das hast du sehr gut gemacht! Ich wusste sofort, worum es ging und dachte zuerst schon, es wären Orininal-Zitate aus S und I ! Sehr gut den Ton Emerys getroffen! Bis zu "Charley, warte mal eben..." Diese Wendung hat mich dann sofort aus S und I rausgerissen und ins 21. Jahrhundert katapultiert. In unserer hektischen Zeit kann man nicht mehr nur "warten". Es ist "mal eben" warten, also "kurz" warten.
Bitte verstehe das nicht als Kritik an deinem Text. Mir wurde dadurch nur bewusst, dass diese Wendung zu KMs Zeit noch nicht existierte, weil die Einstellung noch eine andere war. Heute kann man, darf man, will man nicht mehr warten, und wenn schon, dann nur "mal eben." Mich würde interessieren, wann der Ausdruck aufkam. Vielleicht mit der Verbreitung des Telefons?
Ich würde mich freuen, noch mehr Worttreppen zu lesen! Ich mag diese Form der Literatur sehr gerne!
Viele Grüsse,
Livesinthecountryside

Antwort von Zorbi am 01.02.2020 | 10:37 Uhr
Hi Livesinthecountryside (uff ;-)),

endlich mal jemand, der erklärtermaßen Worttreppen mag! Ich habe mich schon fast für die Zumutung geschämt, die ich dem Fandom mit dieser nochmaligen Spielerei präsentiert habe ;-) Besonders gefreut hat es mich, eine neue Stimme zu hören, die dann auch noch ein sehr interessantes Review hinterlassen hat.

Es hat mich daran erinnert, welche Vielzahl von Punkten es bei diesem Format zu berücksichtigen gilt, von den offensichtlichen mal abgesehen. Natürlich ist es klar von Vorteil, die Sprache zu treffen, die der Mayster unseren Helden in den Mund gelegt hat. Dennoch bin ich nicht sicher, ob gerade die Stelle, die du als Gegenbeispiel anführst, tatsächlich einen Stilbruch darstellt.

Im Grunde möchte ich E ja „hold on“ sagen lassen – ein englischer Ausdruck, den es im 19. Jahrhundert schon gab (und ja, ertappt, ich habe das erst im Nachhinein verifiziert ;-)) KM hätte dies kursiv und in Originalsprache abgebildet, Satan und Ischariot ist gespickt mit derartigen Stellen. Auch ich habe mit dem Gedanken gespielt, etwas in der Art einzubauen, aber es klang nie echt... irgendwie zu gewollt innerhalb des Puzzles. Also habe ich versucht, dieses „hold on“ ins Deutsche zu übertragen.

„Warte eine Minute“, der häufigste Vorschlag in Lexika und dergleichen, ging gar nicht. Es musste rauer klingen. Nur „warte“ ist irgendwie sprachlich seltsam. Und so bin ich dann zu „warte mal eben“ gelangt (und ja, die Zahl der Worte hat bestimmt auch eine Rolle dabei gespielt ;-)). Im Gegensatz zu dir empfinde ich dabei die Sprachmelodie als passend im Gesamtzusammenhang. Hihi.

Ich danke dir für deine Ausführungen, die meine grauen Zellen sofort in Bewegung gesetzt haben ;-)... und hoffe, auch in Zukunft wieder von dir zu hören.

Herzliche Grüße

Zorbi
29.01.2020 | 21:18 Uhr
Liebe Zorbi,

auch wenn es ungewohnt kurz sein wird und frevelhafterweise deinen Oneshot und noch einiges mehr (vorerst) überspringen muss, so kann ich hierzu doch nicht schweigen.

Dir ist es gelungen, mir gleich im ersten Satz unmissverständlich zu vermitteln, wer ihn spricht, so gekonnt triffst du Emerys Sprechweise. Obgleich natürlich auch noch ein anderes Abenteuer gemeint sein könnte, lässt die Andeutung des Settings unweigerlich an jene Episode denken, um die es sich dann auch tatsächlich handelt. Man ist also direkt voll drin.

Zu Recht lobt Arvara den Ruf des Meeres. Wie könnte das Meer keine tiefe Wirkung auf W entfalten, einen Menschen, der so eng mit der Natur und ihren Geheimnissen verbunden ist?

Auch die Doppeldeutigkeit (mindestens) der "Finsternis" hat mich voll abgeholt.

Und dann dieser Satz: „Du setzt dich und verrätst mir endlich, was los ist!“ Mich berührt der sehr. Im Grunde ist das sprachlich ja ein Befehl, ausgedrückt aber im Indikativ, was noch so viel nachdrücklicher wirkt als der gleiche Satz im Imperativ ("Setz dich und verrate mir endlich, ..."). Eigentlich ein Unding, so mit W zu sprechen! Und doch tut OS es - und W lässt es zu. Und beides verrät uns so viel über die Beziehung, über die Situation, über ihre Ängste in diesem Moment.

Meine Lieblingsstelle aber ist das Ende, die letzten zwei Stufen. Ich habe auf so etwas gehofft, als ich die Vorgaben zusammengestellt habe: dass du den Zauber, den die Vorgabe verlangt, so weben könntest, dass er auch mich ergreift, und das letzte Wort nachklingt und ihn stärkt und mich schlucken lässt - und das ist dir gelungen. Gewissermaßen ist es ein Kontrast, aber auch eine Weiterführung der anderen Stelle: Jetzt ist es sprachlich eine Bitte, sanft, nicht mehr bestimmend, aber sie ist noch um einiges mächtiger, "genug" eben. Hab vielen Dank dafür!

Liebe Grüße
Netha

Antwort von Zorbi am 01.02.2020 | 10:16 Uhr
Liebe Netha,

wie lieb von dir, dich allen Widerständen zum Trotz spontan bei mir zu Wort zu melden!

Ich gebe zu, dass dein Urteil für mich besonders spannend war, weil es ja galt, deinen Vorgaben gerecht zu werden. Es freut mich sehr, dass mir das offenbar gelungen ist.

Für mich war einmal mehr der schwierigste Part, ein geeignetes Thema zu finden. Als das vollbracht war, brauchte es ungefähr fünf Minuten für die letzten vier Treppenstufen. Mich hat dann die Geschwindigkeit etwas verstört und hadern lassen, ob es tatsächlich so einfach sein konnte ;-) Hier nun gerade deine Lieblingsstelle zu finden, bestärkt und beruhigt mich gleichermaßen. (Und ja, in zwei Worten zaubern zu sollen, dafür wollte ich dich im ersten Moment würgen, meine Liebe ;-))

Der Einstieg fällt ebenso wie OSs Indikativ-Befehl in die Kategorie „schnell ausgedacht und hingeschrieben“. Am Ende blieben mir jedoch so fünf bis sechs Lücken, die sich entweder inhaltlich oder sprachlich weigerten dazuzugehören ;-) Hierzu zählten sowohl der „Ruf des Meeres“ (ein Geheimnis?!) als auch die Finsternis (Doppelsinn, seufz ?!)...

Aber wer lange genug grübelt (und aufgrund widriger Umstände viel zu viel Freizeit hat, in der alles verboten ist, was Spaß macht oder nützlich ist), kommt irgendwann auf einen grünen Zweig. Und den Moment, in dem plötzlich alles passt, den möchte ich um nichts in der Welt missen.

Liebe Netha, nochmals herzlichen Dank für die schöne Aufgabe. Lass mich in der Hoffnung schließen, dass auch du bald wieder in der Lage bist, hier fröhlich mitzuspielen!

Ganz viele liebe Grüße und ein schönes Wochenende

Zorbi
Grashuepfer (anonymer Benutzer)
29.01.2020 | 18:56 Uhr
Klar, was der Gute da ausbrütet, wer kennt die Stelle nicht! Und auch klar, daß er nicht zugeben will/kann, daß es ihm dreckig geht, weil nicht sein kann, was nicht sein darf!

Ich kenne das nur zu gut, man will sich nicht eingestehen, wie krank man ist,.... weil man denkt, es würde ohne einen selbst nicht gehen,.... weil die anderen nix merken sollen,.... weil man befürchtet, als Weichei verschrien zu werden,...weil man niemand zur Last fallen will....

Nun, bei einer Hepatitis A (Durch verunreinigte Lebensmittel und Wasser übertragen, Gott sei Dank NICHT chronisch!) ist die Medizin immer noch machtlos, es gibt kein Heilmittel, nur Schonung und Infusionen...
Heute kann man sich immerhin impfen lassen, aber das lag damals noch in weiter Ferne, mal davon abgesehen, daß die auch nur rudimentäre Ahnung von richtiger Hygiene hatten!

Mir W mit Kotzundkackerilla (Brechdurchfall) vorzustellen, da krampft sich mir innerlich alles zusammen, weil meine Schwester und ich als Kinder mal eine fette Salmonellenvergiftung hatten, und meine Schwester beinahe dran verreckt wäre...ist nicht wirklich lustig, Jemandem zuzusehen, wie er Tag für Tag ein bißchen weniger wird...muß man wirklich nicht haben!

Normalerweise mag ich diese Worttreppen nicht so sehr, weil sie manchmal arg konstruiert wirken... ...aaaaber die hat mir wirklich gefallen.

KM hat die ganze Geschichte so lieblos in ein paar Zeilen gequetscht, wohingegen er den "Pestanfall" von sich und seinem Hadschi ellenlang ausbreitet, irgendwie seltsam! So ein bißchen mehr wär schon...Nein, nicht schön...eher interessant/spannend gewesen!

Ich habe mir vorgenommen, daß das Thema bei meiner Story auch nochmal drankommt, wenn auch nur im Rückblick...aber das ist noch Zukunftsmusik...

Jedenfalls schön, daß immer wieder neue Beiträge herbeiflattern....the Fanfic never sleeps!

Antwort von Zorbi am 31.01.2020 | 10:12 Uhr
Hi Grashüpfer,

das hast du wunderbar beschrieben. W ist an dieser Stelle klar Produkt seines Charakters, seiner Erziehung und der Anforderungen, die zeitlebens an ihn gestellt wurden. Und ja, in manch einem von uns steckt auch in der wirklichen Welt ab und an ein kleiner Häuptling der Apachen ;-)

Ich habe mich oft gefragt, welche Krankheit der Mayster wohl im Sinne hatte, als er W in Satan und Ischariot niederstreckte, und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass er das absichtlich vage ausformuliert hat, weil dieses Leiden keinen Namen besitzt. Hepatitis A? Hmm. Das passt zwar geographisch, ist jedoch allenfalls für alte und/oder vorgeschädigte Patienten lebensbedrohlich, also eher nicht für einen kraftstrotzenden Indianer in der Blüte seiner Jahre.

Du gehörst zu der offenbar weitverbreiteten Spezies, die keine Worttreppen mag? Seltsam. Mal abgesehen davon, dass die mir in meiner momentanen Situation gut zugänglich sind, puzzele ich gerne vor mich hin ;-) Und ich denke, dass das Gefühl, etwas Konstruiertes vorgesetzt zu bekommen, nicht dem Konzept, sondern grundsätzlich dem unbedarften Schreiberling anzulasten ist...

Was dein Unverständnis darüber angeht, dass KM die betreffende Passage nicht auserzählt hat, so stimme ich dir bedingt zu. Klar, ein Teil des Publikums hätte einen kranken W gerne gelesen (und wir gehören dazu ;-)). Ein wahrscheinlich aber größerer Teil, hätte das Ereignis überblättert, weil es zur Verzögerung des Abenteuers geführt hätte. Und ich glaube, dass genau hierin überhaupt die Funktion des Leidens liegt, nämlich den Apachen und seine Begleiter davon abzuhalten, den Schurken auf dem Fuße zu folgen. Es brauchte eben diese Verzögerung, um die Jagd aufregender zu gestalten und einen weiteren Band füllen zu können.

Davon abgesehen gefällt mir die Leerstelle heute aus durchaus egoistischen Gründen, weil sie eine Vielzahl an Möglichkeiten bietet, sich an ihr abzuarbeiten. Ich habe das selbst schon getan, wenn auch bislang nicht immer öffentlich ;-)

The fanfic never sleeps? Dein Wort in Gottes Ohr...

Ich für meinen Teil würde es begrüßen, wenn es dir gelänge, neue Leute für unser Fandom zu interessieren. Sagen wir so, derzeit wäre neuer Input nicht unbedingt verkehrt ;-)

Lieber Grashüpfer, ich finde es bewundernswert, mit welchem Eifer du dich an der Kommentatorenfront eingerichtet hast, und danke dir für deine Worte!

Herzliche Grüße

Zorbi
29.01.2020 | 12:31 Uhr
Warum muss Winnetiu immer so stur sein, das frag ich mich eins um andere mal.
Aber machnes schleicht sich eben "Auf leisen Sohlen", an sonst wird es zu schnell entdeckt.
Weiter so, mir hat es gefallen freue mich auf das nächste Kapitel.

LG
Onlyknow3

Antwort von Zorbi am 31.01.2020 | 09:36 Uhr
Hi Only,

ich fürchte, wir werden unseren W nicht ändern können ;-) Aber das ist vermutlich auch gut so, denn ansonsten müssten wir neue "Hindernisse" erfinden, die unsere Geschichten interessant gestalten. Und es macht doch immer wieder Spaß, Fallen und andere Unwägbarkeiten auszulegen oder bestehende Leerstellen in Mays Werk mit Leben zu füllen...

Herzlichen Dank für deinen Kommentar und liebe Grüße!

Zorbi
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