Review 1 bis 1 (von 1 insgesamt):
26.10.2019 | 08:25 Uhr
zu Kapitel 1
Hallo james-albus-lily,
ich habe deine Geschichte gerade entdeckt und gelesen. Die Beschreibung verriet ja nicht wirklich viel über den Inhalt, so dass ich recht unbedarft ans Lesen ging und wurde ganz positiv überrascht.
Die Idee für deine Geschichte finde ich großartig. Fast nie fragt jemand, wie es Scipios Vater damit ging, dass sein Sohn verschwunden ist. In deinem Text triffst du eine hervorragende Balance. Einerseits ist da der Dottor Massimo, wie er sich im Buch darstellt, mit seiner Konzentration auf die Arbeit und Finanzielles, seiner Distanziertheit, was Gefühle angeht, und seiner Ignoranz dem gegenüber, was sein Sohn eigentlich denkt. Und andererseits ist da das, was im Buch nicht wirklich gesagt wird, aber doch da sein muss, weil es fast jedem Vater so geht und Scipios Vater wohl auch kein Unmensch ist, nämlich eine gewissen Zuneigung seinem Sohn gegenüber und auch der Wunsch nach Gemeinsamkeit und Zusammenarbeit. Und gleichzeitig wahnsinnig viel Unsicherheit, wie er sich Scipio gegenüber verhalten soll.
Auf der anderen Seite steht Scipio. Der Scipio deiner Geschichte hat keinen Wunsch mehr nach wirklicher Nähe zu seinem Vater. Er ist jetzt unabhängig, frei und glücklich ohne ihn. Er gibt ihm eine Chance, falls sein Vater sich geändert hätte, aber da er das nicht hat, sieht er keine gemeinsame Zukunft für die beiden. Diese Darstellung des Scpipio passt meines Erachtens gut zu dem, wie Scipio im Roman geschrieben wurde. Dort ist er noch anders, natürlich, er ist jünger und ist am Ende gerade dabei, sich von seinem Vater zu trennen und erwachsen zu werden, aber es ist eine logische Weiterentwicklung, die gut passt, finde ich.
Sehr gut gefällt mir auch, wie Scipios Vater sich an manche Sachen erinnert, manchmal vage, manchmal direkt, und an andere eben nicht. Überhaupt sind seine Gedanken soweit sehr plausibel, nachvollziehbar (unter Berücksichtigung seines Charakters) und stimmig. Das offene, eher positive Ende gefällt mir auch gut.
Das einzige, was mich ein bisschen unsicher zurücklässt ist Scipios Umgang mit seinem Sohn. Er ist herzlich und liebevoll, keine Frage, aber es wirkt so, als lässt er ständig andere auf ihn aufpassen anstatt selbst Zeit mit ihm zu verbringen. Und das könnte, wenn es so weiter geht, dazu führen, dass eines Tages seine Beziehung zu seinem Sohn auf etwas andere Weise ähnlich schlecht ist wie die zu seinem Vater.
Danke für diese schöne, interessante und unterhaltsame kleine Geschichte! Ich würde gern weitere HDD-Fanfiktions von dir lesen.
LG, Ilcuvi

Antwort von james-albus-lily am 28.10.2019 | 13:48:01 Uhr
Hallo Ilcuvi,

vielen Dank für dein ausführliches Review. Ich habe mich sehr darüber gefreut.
Der Grund dafür, dass in meiner Geschichte immer mal wieder andere Personen auf Ben aufpassen ist eigentlich der, dass ich darstellen wollte, wie eng und familiär die Hauptcharaktere des Romans auch noch 10 Jahre nach der Handlung im Herrn der Diebe sind. Sie sind eine große Familie und zu der zählt eben auch der kleine Ben. Scipio hat Bo außerdem gebeten auf Ben aufzupassen, weil er nicht geplant hat, dass dieser seinen Großvater kennenlernt - zumindest nicht zu diesem Zeitpunkt. Vielleicht muss ich da noch ein bisschen was umformulieren, damit auch dieser Aspekt der Geschichte deutlich wird.

Vielen Dank!