Autor: FireDragon19
Review 1 bis 1 (von 1 insgesamt):
BreakMySoul (anonymer Benutzer)
07.09.2019 | 00:31 Uhr
zu Kapitel 1
Hallo FireDragon,

willkommen im Death-Note-Fandom! Das Schreiben ist eine wundervolle Leidenschaft und es ist schön, dass du sie für dich entdeckt hast, oder für dich ausprobierst. Mit jedem Text entwickelt man sich weiter, es wachsen Ideenreichtum und technische Fähigkeiten. Zu meiner Anfangszeit habe ich es wirklich sehr geschätzt, Feedback zu bekommen, das mir in technischen Feinheiten weiterhilft, denn nur so konnte ich mich entwickeln und verbessern. Darum dachte ich mir, dass ich dir auch ein paar Tipps geben könnte, die dich in deiner Entwicklung vielleicht unterstützen.

Zunächst möchte ich allgemein auf deine Geschichte eingehen. Als ich mit dem Schreiben angefangen habe, hatte ich noch nicht von der Phrase „Show, don't Tell“ - also „Zeige, erzähle nicht nur“ gehört, habe mich aber im Laufe der Zeit immer mehr damit befasst. Vielleicht ist das mit dem 'bloß erzählen' besonders dann gefährlich, wenn man einen Protagonisten wählt, und aus dessen „Ich-Perspektive“ schreibt. Durch die Art und Weise wie du deine Geschichte erzählst, wirkt sie weniger wie eine wirkliche Geschichte, als wie eine Nacherzählung der einzelnen Ereignisse. Du 'erzählst' was nacheinander passiert, aber der Leser selbst 'erfährt' es nicht wirklich. Die Dinge passieren zu schnell hintereinander, ohne dass auf die Wahrnehmung deiner Protagonistin eingegangen wird. Beispielsweise als Yuna das Death Note findet, liest man:

///Die Uni war seit einer weile aus und ich hatte meine Freundin Celina nach Hause gebracht, als vor mir wie aus dem nichts, ein schwarzes Buch etwa 5 m vor mir auf die Straße fällt.
Ich geh langsam auf das Buch zu und nehme es vorsichtig in die Hand und lese dabei den Titel///
<< um diese Szene, die ja eigentlich eine sehr wichtige Szene ist - schließlich findet sie gerade das Death Note - dem Leser etwas 'erlebbarer' zu machen und sie etwas hervorzuheben, könntest du hier auf Yunas Wahrnehmung eingehen. Was sieht sie? Sieht sie das Death Note fallen? Hört sie vielleicht wie es aufschlägt? Fragt sie sich, wo das Buch denn so auf einmal hergekommen ist? Gehe auf ihre Gedanken ein, fühlt sie etwas? Was nimmt sie wahr? Zeige uns ein wenig mehr Details! Dadurch kann man dafür sorgen, dass der eigene Charakter dem Leser ans Herz wächst. Indem man ihm zeigt, was er fühlt, was er sieht, was er empfindet und wahrnimmt. Es wirkt realer und wird somit erlebbarer.
Hier ein Beispiel:
///Die Uni war seit einer weile aus und ich hatte meine Freundin Celina nach Hause gebracht. Sie wohnt nur ein paar Minuten vom Uni-Gelände entfernt, weswegen es zu meiner täglichen Routine gehört, Celina zu begleiten. In Gedanken noch immer bei meiner Freundin, biege ich in die nächste Seitengasse. Keine fünf Meter von mir entfernt ist ein unerwartetes Geräusch zu hören, das mich ein wenig an ein leises Klatschen erinnert. Sofort blicke ich in die Richtung, aus der es kommt. Etwas Schwarzes liegt vor mir auf dem Asphalt. Während ich auf den Gegenstand zulaufe, frage ich mich, von wo es denn hergekommen sein mag. Zwar sind um mich herum einige Hochhäuser, aber keines der Fenster steht offen. Es gab auch nirgends einen Balkon, von dem aus es hätte geworfen werden können. Weiße Buchstaben sehen mir entgegen als ich das als ich das lederne Ding aufhebe und umdrehe. „Death Note.“ Ein... Notizbuch des Todes?///

Bei den Dialogen würde ich dir empfehlen (besonders wenn mehr Personen als zwei sprechen), einen Absatz einzufügen, um klarere Strukturen zu schaffen, damit der Leser leichter erkennen kann, wer gerade spricht. Besonders hier:
///»Da bist du ja endlich. Na hast du wieder ein Tier retten müssen.? « neckt er mich. Er weiß immer wenn ich ihn anflunker. »Jaja Ärger mich ruhig weiter. Irgendwann bist du dran.« mein ich spaßig und streck ihm die Zunge raus. »Ihr wisst doch das ich es nicht gerne sehe wenn ihr euch ärgert. « »Entschuldige Mutter es kommt nicht wieder vor. « »Wie war Eigentlich die Schule? «///
ist es etwas verwirrend. Du als Autor weißt, welcher der Charaktere welchen Satz spricht, aber die Dialogzeile „Entschuldige Mutter, es kommt nicht wieder vor.“ könnte in dem Kontext sowohl von Yuna als auch von Light gesprochen worden sein. Bei mehr als zwei Sprechenden, ist es oft ratsam, anzufügen oder vorher zu erwähnen, wer spricht.“
Beispiel:
///“Da bist du ja endlich. Na, hast du wieder ein Tier retten müssen?“, neckt er mich.
„Jaja, ärgere mich ruhig weiter. Irgendwann bist du dran“, meine ich und strecke ihm die Zunge raus.
Aus meinen Augenwinkeln sehe ich, wie Mutter den Kopf schüttelt und uns ermahnt: „Hört auf ihr beiden. Ihr wisst doch, dass ich es nicht gerne sehe, wenn ihr euch ärgert.“
„Entschuldige Mutter“, richtet mein Bruder seine Worte an sie, „es wird nicht wieder vorkommen.“///
Ist dir aufgefallen, dass ich die Satzzeichen ein wenig anders gesetzt habe als du? Es schleichen sich bei dir immer wieder ein paar Fehler in dieser Hinsicht ein. Auch einige Rechtschreibfehler, wie dass/das oder Groß/Kleinschreibungen vertauscht. Beides kann natürlich auch sehr gut einfach unabsichtlich durch das Schreiben passieren.

So, das war jetzt das Wichtigste, das mir am Technischen aufgefallen ist. Kommen wir nun zur Handlung:
Im Allgemeinen gibt es ein paar Dinge, die mich als Leser sehr verwundern. Klar, * wir * kennen das Death Note bereits und wissen auch, dass es Shinigami gibt. Aber wie sieht es mit Yuna aus? War sie kein bisschen verwundert als sie auf einmal einen Shinigami hinter sich gesehen hat? War sie nicht einmal überrascht? Zweifelt sie die Regeln des Death Notes denn gar nicht an? Da steht drin, eine Person würde sterben, wenn man deren Namen in das Buch rein schreibt. Ich weiß nicht, wie es dir dabei ginge, aber ich hätte da gehörig meine Zweifel, wenn ich das lesen würde.

Hinzu kommen noch ein paar Dinge mit dem Plot. Die Sache mit dem König der Shinigami beispielsweise. Wenn du das möchtest, dass sie tatsächlich seine Rolle fortführen soll, irgendwann, dann hätte man dies etwas später in der Geschichte einbringen können, um für einen größeren Spannungsbogen zu sorgen. Allgemein stellt sich der Leser bei so etwas natürlich gleich die Frage: „Warum soll denn ausgerechnet sie das übernehmen? Und warum kein Shinigami? Warum soll ein Mensch dazu auserwählt werden Menschen zu töten? Und warum sie? Eine Studentin, ein junges Mädchen?“ Besonders so früh im Plot erwähnt, wirkt es etwas weit hergeholt. Man könnte dies als eine Wende nutzen im späteren Verlauf beispielsweise, aber so früh wirkt es arg übertrieben und sehr unglaubwürdig. Lasse Yuna mit dem Leser gemeinsam beispielsweise zuerst die Veränderungen an ihrem Körper erfahren. Dann fragt man sich „Was ist denn hier los? Was passiert mit ihr? Light oder Misa haben das nicht durchgemacht. Irgendwas ist anders... Aber was?“. Fragen, die das Interesse schüren. Eine andere Reihenfolge der Informationen, die du uns gibst, kann unter Umständen sehr sinnvoll sein.

Es gibt noch ein paar andere Dinge, die ich gerne anmerken würde, aber ich glaube, das alles ist bereits sehr viel für den Anfang. Vielleicht interessiert es dich auch gar nicht, da du evtl. einfach nur schreiben willst, ohne auf Technisches zu achten. Dann steht es dir natürlich frei, meinen Kommentar einfach zu ignorieren.
Mir hat es jedenfalls sehr geholfen, dass man mich darauf hingewiesen hat, was ich verbessern könnte und ich habe es als eine Bereicherung gesehen, auch wenn es anfangs auch ein wenig gefrustet hat, wenn man sieht, wie viel Spielraum nach oben man noch hat.

Übrigens: sehr schön fand ich, dass du mit dem Äußeren deines Textes gespielt hast, indem du den Dialogpart des Shinigami kursiv gesetzt hast. Auch dass du begonnen hast uns zu zeigen, wie sie denn aussieht: Katzenaugen aber mit Wolfskopf (vielleicht wären noch ein paar Details mehr drin gewesen, immerhin handelt es sich um ein Wesen, dessen Gestalt dem Leser ja völlig fremd ist). Oder die Ähnlichkeit des Shinigami-Königs zur typischen Figur eines Teufels.

Auch Fußnoten können für den Leser interessant und spannend sein, demnach finde ich auch diese gelungen. Man sieht dadurch, dass du dir bei den Namen Gedanken gemacht hast. Leider ist Yuna ein wirklich sehr häufig vorkommender Name im Fanfictionbereich, sicherlich sind dir auch schon ein paar Yunas begegnet. Besonders im Animebereich sieht man diesen Namen öfters.

Auf jeden Fall wünsche ich dir weiterhin viel Spaß beim Schreiben und alles Gute,
BreakMySoul