Autor: Keiraleth
Reviews 1 bis 25 (von 398 insgesamt):
13.08.2020 | 10:08 Uhr
zu Kapitel 111
Hello liebe Keiraleth,

um mal deinen Einleiter aufzugreifen: Leidenschaft nur Leiden schafft. Oder so ähnlich. Da mich zusätzlich zum heißen Sommer auch wieder das Herr der Ringe-Fieber ergriffen hat, war hier die Rückerinnerung auf Gandalf sehr wunderbarlichst für mein Seelenleben eingeflochten. Ich danke sehr!

Die Erzählung, verflochten mit dem alten Leben und der gleichzeitig neuen Situation ist dir natürlich auch sehr schön gelungen. Es war ein wenig wie einem Poeten abends am Lagerfeuer in der Sommerbrise zuzuhören, kurz, bevor der erste Donnerschlag des Gewitters alle in die Häuser treibt und die Geschichte ihren Zauber verliert. Aber sie ist deshalb nicht weniger schön.
Ebenso Hermiones Blick auf ihren älteren "Sohn" geworfen zu sehen ist schön. Denn in einem hat sie wohl recht, wenn ein Kind mit Liebe oder vorgelebter Liebe aufwächst, kann er nichts anderes als einen Teil davon in sich aufzunehmen. Zumindest entspricht das auch sehr meiner Vorstellung.

Was mir gerade noch einfällt und ich im letzten Review sträflich vernachlässigt habe: Die Beschreibung von Malfoy Manor, das viele Jahre später ein Ort des Grauens für die drei Freunde wird. Es war ein wenig wie die gespiegelte Version von Hogwarts aus einem deiner Anfangskapitel.

Ehrlich gesagt frage ich mich auch gerade, was Bryan eigentlich mit einem Zeitumkehrer wollen könnte. Denn für ihn steht nicht seine Zukunft auf dem Spiel, die er ja eindeutig haben wird beziehungsweise schon hat. Es gibt keine finstere Macht, die siegt und eine Regel, der er sich unterworfen sieht, gibt es auch nicht. Eigentlich ist es nur der Reiz des Unbekannten und dann wäre er, wenn er nicht wirklich etwas ändern, kein Problem für die Freunde. Außer natürlich, er würde sich zufällig sehr tollpatschig anstellen.

Es hat etwas Amüsantes, dass die Zeit plötzlich ihr mächtigster Verbündeter gegen Bryan ist, nachdem sie sich schon fast fünf Geschichten lang in ihrer Mangel dreht.

In der Zwischensequenz gab es gleich zwei Probleme, die natürlich nur angeschnitten wurden (man beachte bitte, wie wunderbar das metaphorisch zu dem Dolch passt ;). Charles weiß, dass er gegen Legolas nicht gewinnen kann und ist sich nicht sicher, ob nicht ein Restrisiko besteht, dass Hermione ihn für ihn verlassen würde. Was Hermione natürlich weiß, ihm aber nicht sagen kann, weil es nicht das stärkere Gefühl ist, was sie bei Charles hält, sondern die Verantwortung ihrer eigenen Zeit gegenüber. Auch das ist ein Grund, aber bestimmt nicht der, den man von jemandem hören möchte, in den man verliebt ist. Der gefühlsmäßig "Unterlegene" zu sein ist eine sehr drastische und schmerzliche Angelegenheit. Daher ist Hermiones Reaktion vielleicht auch ein Stück Wiedergutmachung? Ich denke, so kann man das ausdrücken. Dass Maud dabei noch kurz einen Auftritt hatte, schließt den Kreis des Betrugs. Denn das eine war bedeutungslos für einen Teil, bedeutungsvoll für den anderen. Ist sehr dramatisch schmerzlich für Maud. Allerdings kann das auch heilsam sein.

Ach ja, einmal mehr endest du mit einem Knall. Mal sehen, ob Henry sie jetzt an den Hof befiehlt.

Es grüßt,
Avarantis

Antwort von Keiraleth am 14.08.2020 | 20:26 Uhr
Meine liebe Avarantis,

"Leidenschaft nur Leiden schafft" ist wohl irgendwie das Motto dieser Saga. XD

Ich fand es jedenfalls wieder mal an der Zeit, Gandalfs Mentoreigenschaft wieder kurz an die Oberfläche zu holen. Insbesondere da viele seiner Worte (als auch die anderer Mentoren) sich inzwischen als sehr wahr und noch sehr viel gewichtiger herausgestellt haben, als Hermione damals überhaupt ermessen konnte. Die Menschen, die sie liebte, spielen eine wichtige Rolle in der Person, zu der sie sich laufend entwickelt, aber nicht weniger tun es auch ihre Mentoren entlang des Weges. Gerade zu Beginn der Saga "tummelten" sich diese noch in ihrem Umfeld, da sie sie irgendwie auch als Richtungsgeber benötigte, um diese ersten Abenteuer und Schicksalsschläge überhaupt zu bewältigen und sich ihrer eigenen Bedeutung auf dieser Mission klar zu werden. Je "selbstständiger" Hermione als "Auserwählte" wird, desto mehr rücken klare Mentorenfiguren in den Hintergrund oder finden sich auch in zwielichtigen Personen wieder (hier z.B. ganz klar Francis Bryan von dem sie so einiges lernt), aber besonders diese ersten Mentoren wie Albus Dumbledore, Gandalf, Galadriel oder sogar Hector Barbossa oder Charles Xavier bleiben von besondere Bedeutung, weil sie sozusagen das Fundament der gewappneten Person legten, die sie nun ist.

Zitat: "Die Erzählung, verflochten mit dem alten Leben und der gleichzeitig neuen Situation ist dir natürlich auch sehr schön gelungen. Es war ein wenig wie einem Poeten abends am Lagerfeuer in der Sommerbrise zuzuhören, kurz, bevor der erste Donnerschlag des Gewitters alle in die Häuser treibt und die Geschichte ihren Zauber verliert. "
<3 Das war sehr schön gesagt.

Zitat: "Ebenso Hermiones Blick auf ihren älteren "Sohn" geworfen zu sehen ist schön."
Ned kam zuletzt ein wenig zu kurz, aber er steht nun prinzipiell an einem sehr wichtigen Punkt, da er nun in ein Alter tritt, in dem er selbst dem Hof sehr viel näher kommt denn zuvor. Zudem ist er auch wenig ein Repräsentant der verflossenen Zeit und all ihrer Veränderungen. Er war ein Kleinkind, das kaum Laufen konnte, als Hermione in dieser Zeit erschien und ihn "adoptierte". Nun ist er ein Jugendlicher, der bald schon selbstständig sein wird. Es macht Hermione also zu gleichen Teilen nostalgisch und stolz. Und es war mir wichtig, daran zu erinnern, dass Henro keineswegs ihr "erster" Sohn ist, zumindest nicht in Fragen der Zuneigung und Verantwortung. Natürlich ist Neds und ihr Band anders gewachsen (er musste erst aus dem Schatten eines "Missionsobjekts" treten und sie sich überhaupt erst als seine Mutter identifizieren) und ihre Bindung zu Henro ist allein schon durch ihre Schwangerschaft und damit natürliche Verbindung erheblich intensiviert, aber letzten Endes ist Ned durchaus "ihr" Kind und auch wenn diese Beziehung einen ganz anderen Ursprung hat, empfindet Hermione auch in seinem Fall lange schon als "Mutter".

Zitat: "Was mir gerade noch einfällt und ich im letzten Review sträflich vernachlässigt habe: Die Beschreibung von Malfoy Manor, das viele Jahre später ein Ort des Grauens für die drei Freunde wird. Es war ein wenig wie die gespiegelte Version von Hogwarts aus einem deiner Anfangskapitel. "
Ich sagte ja, wir besuchen in "Incarcerus" ein paar altbekannte Orte und kommen damit der Ausgangsgeschichte wieder etwas näher bzw. erleben sie aus Sicht unseres von ihren Ursprüngen entfremdeten Trios. Da hat mir der Standort dieser Geschehnisse sehr in die Hände gespielt.

Zitat: "Ehrlich gesagt frage ich mich auch gerade, was Bryan eigentlich mit einem Zeitumkehrer wollen könnte."
Ein Zeitumkehrer ist und bleibt ein Machtinstrument und vor allem ein fast unerschöpflicher Einflussnehmer. Man muss sich z.B. nur einmal bewusst halten, dass Hermione bei diesem Dinner begreift, dass die Malfoys vermutlich glauben, dass Charles' Erfolge bei Hof und ihr eigenes Überleben und Einfluss auf Henry Tudor womöglich allein dadurch geschliffen wurden, dass sie missgünstige Verläufe rechtzeitig rückwirkend korrigieren bzw. verändern konnte. (Also mehr der ursprüngliche Gedanke eines gewöhnlichen Zeitumkehrers). Da jedoch allein schon der grundlegende Zeitumkehrer in dieser Zeit noch ein Zukunftsgespinst ist, ist er natürlich ganz besonders wertvoll - da es eben auch kein "Konkurrenzprodukt" gibt.
Für Bryan, einen Spion, Einflussnehmer und Höfling, ist also ein Zeitumkehrer an und für sich schon eine zusätzliche Lebensabsicherung und potentielles Werkzeug, Ziele noch besser zu erreichen. Hinzu kommt, dass er sich ja auch bewusst ist, dass ihr Zeitumkehrer ganze Zeitalter durchqueren kann - und das in jede Richtung. Wo nun also seine Ziele liegen mögen, so oder so ist es für ihn ein Informations- und Einflussgarant der von hoher Wertigkeit ist.
Natürlich verrate ich seine beabsichtigten Zwecke an diesem Punkt noch nicht im Detail.

Tja, ein Problem für unsere Freunde ist es aber trotz allem. Denn ganz gleich, WIE Bryan ihn zu nutzen gedenkt, es hätte ihn ursprünglich a) gar nicht in dieser Zeit geben dürfen und b) würde es zwangsläufig Gegebenheiten ändern, da Bryan sicher zu seinen Gunsten und in seinem Sinne zu agieren und ihn zu nutzen gedenkt. Wenn er also allein nur die weitere Tudorzeit innerhalb seines eigenen Lebens zu seinem Vorteil anpasst, wäre es - da es sich bei Bryan ja doch um einen hohen politischen Einflussnehmer handelt - eine Veränderung des Verlaufs der Geschichte, ob nun in kleinem mit Schmetterlingseffekt auf ihre Gegenwart oder doch viel mehr in bombastischer Art. Das sagt nun nichts darüber, ob es Voldemort oder ihnen zugunsten käme, aber es wäre defintiv eine weitere Abkehr von ihrer ursprünglichen Gegenwart und je nach "Schweregrad" würde es sogar ihre eigenen Bemühungen um Wiederherstellung begraben, da sie ja nicht wissen, was Bryan mit dem Zeitumkehrer zu bezwecken gedenkt - nur Zeitreisen im "Kleinen" innerhalb seiner Zeit oder doch in sehr viel größerer Manier eines "Pioniers".

Zitat: "Es hat etwas Amüsantes, dass die Zeit plötzlich ihr mächtigster Verbündeter gegen Bryan ist, nachdem sie sich schon fast fünf Geschichten lang in ihrer Mangel dreht. "
Na, ich dachte, sie muss ihnen auch mal zu Gute kommen. :)

Zitat: "Charles weiß, dass er gegen Legolas nicht gewinnen kann und ist sich nicht sicher, ob nicht ein Restrisiko besteht, dass Hermione ihn für ihn verlassen würde. Was Hermione natürlich weiß, ihm aber nicht sagen kann, weil es nicht das stärkere Gefühl ist, was sie bei Charles hält, sondern die Verantwortung ihrer eigenen Zeit gegenüber."
Genau so ist es. Diese Wahrheit steht hier ungeschönt zwischen ihnen und sie beide sind sich dessen bewusst, haben sich aber dazu entschlossen mit dieser Wahrheit zu leben und sie nicht weiter zwischen sie geraten zu lassen. Weshalb sie es auch nicht zu Wort bringen. Hermione lügt ihn nicht an und Charles verlangt es auch nicht von ihr. Und darin allein liegt überhaupt die Voraussetzung dafür, dass sie diese zweite Chance besitzen, zueinander zurückzufinden, die sie derzeit ausleben. Natürlich verändert es das Gefüge ihrer Ehe ganz entscheidend zur Zeit "vor dem Tower". Ihre Ehe war schon immer sehr viel Kompromiss, aber eben größtenteils von Hermiones Seite, da Charles sich dessen gar nicht bewusst war. Nun ist dieser Kompromiss offen sichtbar und zudem ist auch er es, der Kompromisse schließen muss und akzeptieren muss, dass ihre Liebe nicht "bedingungslos" oder "selbstverständlich" ist und schon gar nicht unantastbar.
Das macht ihre Zuneigung zueinander nicht weniger existent. Aber es ist definitiv so, wie du sagst, dass das "Traumgebilde" zwischen ihnen nicht länger existiert, da Charles nun zumindest um ihre existente und reale Liebe zu Legolas weiß.

Zitat: "Der gefühlsmäßig "Unterlegene" zu sein ist eine sehr drastische und schmerzliche Angelegenheit. Daher ist Hermiones Reaktion vielleicht auch ein Stück Wiedergutmachung?"
Ja! Hermione ist sich seiner Lage bewusst und ganz besonders der Tatsache, dass sie ihm nie erklärt hat, noch erklären kann, wieso sie zu ihm zurückgekehrt ist, wenn Legolas eigentlich ihre bedingungslose Liebe hält. Gleichzeitig hat sie ihre traumatisch bedingten Ressentiments inzwischen abgelegt, die ja für sehr lange Zeit ihre Gefühle zu Charles überlagerten. Sie hat also eine hohe Zuneigung zu ihm, hat ihn immerhin sehr geliebt, und die positiven Gefühle sind derzeit ganz klar wieder auf dem Vormarsch. Zu wissen, dass es ihm also insgeheim so weh tut um Legolas und ihre Liebe zu ihm zu wissen oder sie zumindest zu erahnen und zugleich zu wissen, dass er selbst ihre Liebe erst zurückerwirken muss, tut ihr in diesem Moment fast selbst weh, da sie ihn ja eigentlich nur in dieser Lage "hält", um ihre Gegenwart zu sichern. Sie will ihm gar nicht wehtun. Nicht mehr. Das war natürlich lange Zeit einem Groll verschuldet, aber der liegt hinter ihr. Im Moment will sie eigentlich nur, dass sie beide Frieden finden und den Schmerz hinter sich lassen.
In dieser Szene nun, ist es also nicht nur Schuld, die sie zur tröstlicher, versichernder Intimität greifen lässt, sondern auch und vor allem "Wiedergutmachung", wie du es nanntest, angespornt von ihrem Bedürfnis, ihnen beiden das Unglück zu nehmen und vor allem Charles eine Versicherung zu geben, die sie nicht aussprechen kann, die aber ganz klar aussagt, dass er ihr wichtig ist.

Zitat: "Ach ja, einmal mehr endest du mit einem Knall."
Mach ich doch gerne. ;)

Liebe Grüße und wie immer ganz herzlich dankend,
deine Keiraleth
13.08.2020 | 09:47 Uhr
zur Geschichte
Hallo liebe Keiraleth,

ich schäme mich, jetzt lese ich hier schon so lange bei Incacerus mit und habe noch kein einziges Review verfasst. Das tut mir wirklich leid. Ich gelobe Besserung und versuche wenigstens von jetzt an, eine Kleinigkeit zu jedem Kapitel zu schreiben.

Wie gesagt nichts desto trotz bin ich eine treue Leserin deiner Time Turner Saga, die mich immer wieder fesselt. Mit diesem Teil sind wir bisher am längsten in einem Universum gefangen, Harry, Ron und natürlich Hermine leben hier fast ein komplettes Leben, ich bin gespannt wie sie es verkraften wenn es dann mal hier zu Ende geht. Spannend ist natürlich auch wie es mit Hermines Baby weitergeht, so als Zeitreisende wird es für sie nicht einfach werden. Ich hatte schon überlegt ob sie ihren Sohn nicht doch in der Zeit zurücklässt, aber das kann ich mir bei der Löwenmami Hermine nicht vorstellen, daran würde sie zerbrechen.

Vom Gefühl her sind wir langsam auch schon fast am Ende, oder nicht?

Ich erwarte aber noch einen spannenden Showdown, vor allem wegen der ganzen Sache mit Bryan und natürlich ist da auch noch Henry Tudor der in seinem Wahnsinn immer gefährlicher wird...
"The Tudors" ist die erste Serie die ich noch nicht geschaut habe, vorher war mir alles bekannt (X-Men, Fluch der Karibik, Herr der Ringe, Troja), deswegen weiß ich nicht was passiert. Das war schon einige Male ziemlich spannend für mich. Allerdings kenne ich Henrys leben und überlege schon wann seine letzte Ehefrau Einzug erhält.

Man merkt natürlich das gerade hier immer wieder längen in der Geschichte sind, das war in den vorherigen Teilen nicht so. Ich finde das nicht schlimm, es bleibt trotzdem spannend und man bekommt so noch mehr Einblicke in die Charaktere, deren Ziele und Wünsche.

Ich freu mich auf jeden Fall weiterzulesen und schreibe jetzt öfters Reviews!

Liebe Grüße
LM

Antwort von Keiraleth am 14.08.2020 | 19:19 Uhr
Hallo, meine Liebe,

wie darf ich dich nennen? :) Les? Oder doch lieber was anderes?

Ganz herzlich willkommen im Diskussionsbereich von "Incarcerus". Direkt einmal: Schämen braucht sich hier gar keiner. Ihr dürft mich an euren Gedanken zu meinen Geschichten teilhaben lassen, wann immer ihr es möchtet. Zu spät gibt es nicht. Zu kurz oder zu lang gibt es nicht. Und wie ich schon einmal sagte, hier gibt es auch keine Verpflichtungsklauseln. Vielleicht hören wir uns morgen wieder, vielleicht auch erst in drei Jahren. Ich freue mich in jedem Fall darauf. :D
Seht es also mehr als Wohltätigkeit für mein armes Autorenherz. Ich bitte zwar immer um Rückmeldung (weil sie mir sehr, sehr wichtig ist und ich ihr sehr viel schriftstelleriche Entwicklung überhaupt erst zu verdanken habe), aber das ist stets an die Allgmeinheit gerichtet, damit sich vielleicht der ein oder andere meiner erbarmt. Sozusagen wie ein Straßenmusiker. ;)
Prinzipiell ist es mir also erst einmal ein grundlegendes Bestreben, dass möglichst viele ihre Freude in dieser Saga finden und sie lesen.

Dass mich Rückmeldung natürlich trotzdem immer mit entsprechender Motivation füttert, die das Feuer irgendwie auch am brennen hält, liegt natürlich in der Natur der Sache. Von der Schuld spreche auch ich mich nicht frei.

Zitat: "Wie gesagt nichts desto trotz bin ich eine treue Leserin deiner Time Turner Saga, die mich immer wieder fesselt. "
Siehst du? Das zu hören, ist schon einmal eine große Bestätigung selbst in größter Affenhitze weiterzumachen.

Zitat: "Mit diesem Teil sind wir bisher am längsten in einem Universum gefangen, Harry, Ron und natürlich Hermine leben hier fast ein komplettes Leben, ich bin gespannt wie sie es verkraften wenn es dann mal hier zu Ende geht. "
"Incarcerus" bricht mit ein paar althergebrachten Regeln der Saga, in dem Sinne, dass es ganz neue Herausforderungen mit sich bringt. Eine davon ganz klar die schiere Länge dieses Aufenthalts (und ihren Auslöser!). Nach vier Teilen war mein Universum sozusagen weit genug gesetzt, um nun auch das Wissen und die Gesetze der Zeitreise und der Mission weiter auszuschmücken. Schon im ersten Zyklus war immer wieder die Rede davon, wie lange diese Mission dauern mag, wie viele "Leben" es sie kosten mag, aber ich habe im Gefühl, dass erst hier in "Incarcerus" wirklich die Wahrheit dahinter erlebt wird, die Bedeutung dessen, was "viele Leben" wirklich meint und auch, wie sehr es jemanden von seinen Wurzeln auf Dauer entfremden mag. Hermione war neunzehn als sie aus Hogwarts in diese Reise aufbrach. Allein im Tudor England ist sie an diesem Punkt schon 11 Jahre und noch keine Ende ist in Sicht. In Relation ist also allein ihr Leben in dieser Zeit schon bald so gleichwertig lang wie ihr "reales".
Und natürlich macht es den kommenden Abschluss dieses Missionspunkt ganz anders schwierig im Vergleich zu den vorrangegangenen kurzjährigen Aufenthalten. Unsere Freunde gehen aus dieser Zeit als sehr viel andere Menschen hervor als aus einer vorherigen. Auch in anderen Zeiten ist sicherlich viel geschehen, das die gesamten Erlebnisse emotional "länger" und "bedeutsamer" erscheinen lässt, sozusagen ebenfalls als "Leben" zu werten, aber erst hier in "Incarcerus" ist sogar der rein zeitliche Aspekt eines Lebens halbwegs abgedeckt. Und damit gibt es auch einen Ausblick darauf, was uns im Kommenden überhaupt erst erwartet. Es setzt den Fokus komplett neu. :D

Zitat: "Spannend ist natürlich auch wie es mit Hermines Baby weitergeht, so als Zeitreisende wird es für sie nicht einfach werden."
Henro und Hermione sind ebenfalls ein sehr wichtiger und prägender Punkt von "Incarcerus". Dieser fünfte Teil macht Hermione endgültig zur Mutter. Sie erlebt einen der intensivten Wendepunkte eins Lebens an diesem Ort. Und das distanziert sie deutlich von dem Mädchen, als das sie dereinst aufbrach. Ihr Leben wird damit sozusagen zu dem Leben innerhalb der Mission und weniger zu dem, das sie zurückließ. Es macht aus dem Tudor England einen realen Ort ihrer persönlichen Geschichte und ihres Lebens, nicht nur eine "missionsbedingte" Station. Es macht hieraus einen Teil ihres persönlichen Lebens, das sie eigentlich von der Mission abzuschotten versuchte nach dem sie dereinst Legolas in Minas Tirith zurückließ.

Zitat: "Vom Gefühl her sind wir langsam auch schon fast am Ende, oder nicht? "
Wir sind von diesem Kapitel an im dritten (und damit kürzesten) Akt und dem Ende sehr viel näher als dem Anfang. Aber es stehen noch 30 Kapitel aus. Also irgendwie doch noch ein ganzes Stück, in dem noch das ein oder andere geschehen wird.

Zitat: "Ich erwarte aber noch einen spannenden Showdown, vor allem wegen der ganzen Sache mit Bryan und natürlich ist da auch noch Henry Tudor der in seinem Wahnsinn immer gefährlicher wird..."
Einen Showdown wird es in "Incarcerus" definitiv geben. Was wäre die Geschichte auch ohne einen solchen, nicht? Wie ich schon in einer vorherigen Reviewantwort schrieb, hoffe ich sogar, dass ihr ab einen gewissen Punkt nicht mehr richtig zu Atem kommt, bis wir das Finale erreichen.
Derzeit bereiten wir diesen Punkt also in einem letzten sortierenden Atemholen vor.

Zitat: ""The Tudors" ist die erste Serie die ich noch nicht geschaut habe, vorher war mir alles bekannt[...] Das war schon einige Male ziemlich spannend für mich."
Wunderbar, das freut mich sehr! Ich stehe hier immer vor doppelter Anforderung, es sowohl denen, die die zugrunde liegenden Serien/Filme kennen, als auch denen, die sie nie gesehen haben, zu gleichen Teilen spannend und emotional berührend zu erzählen, so dass auch jeder mitkommt UND die entsprechende Grundlage darin wedererkennt. Deshalb freut mich auch so eine Rückmeldung ungemein.

Zitat: "Man merkt natürlich das gerade hier immer wieder längen in der Geschichte sind, das war in den vorherigen Teilen nicht so. Ich finde das nicht schlimm, es bleibt trotzdem spannend und man bekommt so noch mehr Einblicke in die Charaktere, deren Ziele und Wünsche."
Ja, es ist defintiv so, dass "Incarcerus" ganz andere erzählerische Ausmaße ausnimmt. Vieles Handlungspunkte müssen hier erst vorbereitet und in Position gerückt werden, damit sie greifen und den entsprechenden Effekt freisetzen. Es gibt hier sehr viel weniger Action oder Abenteuer, als in den Vorgängern, was sich deutlich dichter und schneller erzählen lässt, damit es "mitreißt". "Incarcerus" jedoch baut vor allem auf Intrigen, undurchsichtige Machenschaften, Schicksalsschlägen, politischen Gräueltaten und sehr viel Dialog, die sich dann jeweils in einem Wendepunkt entladen, der zu gleichen Teilen in logischer Konsequenz erfolgt und gleichzeitig überraschend und plötzlich genug, um den gewünschten Effekt von "bedeutsamen Leseereignis" freizusetzen. Wir arbeiten hier also eher immer auf einen "Actionbaustein" zu, als aus den Actionbausteinen das Ziel zu spinnen. Es ist also gewissermaßen ein ganz anderes Genre, aber das wird in der Saga immer mal wieder geschehen, dass sich hier Genre miteinander mischen. Und solange es spannend bleibt und auch die "Längen" das Gefühl vermitteln, den Figuren und dem Worldbuilding zugute zu kommen, bin ich zufrieden.

Natürlich hat es ebenfalls etwas mit meiner schriftstellerischen Entwicklung zu tun. Inzwischen widme ich Hermiones Innenleben auch sehr viel mehr Fokus, arbeite öfters mit erzählerischen Passagen, wie ich es früher seltener tat, und konzentriere mich allgemein noch etwas tiefer darauf, Charakter zu entwickeln und auch metaphorisch/thematisch zu arbeiten und vorauszudeuten und nicht nur Handlung voranzutreiben.

Hier kommt also beides irgendwie zusammen, was dann doch einen deutlichen Unterschied zu den Vorgängern macht.

Nun wünsche ich dir jedenfalls auch weiterhin ganz viel und gute Unterhaltung mit "Incarcerus" als auch der weiteren Saga!
Liebe Grüße,
Keiraleth
12.08.2020 | 18:10 Uhr
zu Kapitel 110
Und hier bin ich wieder.
Ein kurzes, schnelles Ende für Jane und Cathrine und schwubs befinden wir uns doch in einer viel interessanteren Position: Ein Essen bei den Malfoys. Und was für eins. Ich bin ehrlich gespannt, wie das heute weitergehen wird. Es wird ja wohl kaum zu einer offenen Konfrontation kommen, allerdings wissen wohl einige mehr nun, dass Hermione nicht die leuchtend schnell, aber von Geburt an adelige Person ist, die sie vorgibt zu sein. Und dass Harry auch eine andere Vergangenheit hat auch. Das bietet einiges an potenziellen Eskalationsmöglichkeiten. Und irgendwie scheint sich somit auch mein Verdacht zu erhärten, dass Bryan wohl doch der Endgegner ist und durch sein Wissen, dass er wohl nun um einiges mehr zu deuten weiß, zu einer richtig großen Gefahr werden kann. Malfoy hat ja in bester Todesser-Manier bewiesen, welche Position er einnehmen würde - natürlich muss man dazu sagen, dass auch er ein Kind seiner Zeit und nicht wie die anderern Todesser von einm unzeitgenmäßen Rassismus getrieben wird; denn, zugegeben ich weiß nicht sonderlich viel über die soziologische Entwicklung innerhalb der Zauberergesellschaft, doch ich meine, die (erneute? zumindest deuten die Worte von unserem Zeitumkehrergedankenvater darauf hin) Offenheit für muggelstämmige oder auch nur in Teilen muggelstämmige Zauberer dürfte wohl noch recht jung sein...
Und Charles hatte wohl heute das Erlebnis seines Lebens.
Wie immer verweile ich in höchster Neugier auf kommende Ereignisse insbesondere in Bezug auf die neurliche Verbannung vom Hofe,
LG Nemesis

Antwort von Keiraleth am 14.08.2020 | 18:25 Uhr
Zitat: "Ein kurzes, schnelles Ende für Jane und Cathrine und schwubs befinden wir uns doch in einer viel interessanteren Position: Ein Essen bei den Malfoys."
Ja, diesmal waren nicht die Hinrichtungen der Höhepunkt des Geschehens. Nach so vielen Hinrichtungen wollte ich es mal anders aufziehen. ;)

Das Essen bei den Malfoys ist einer der wichtigsten Wendepunkte in "Incarcerus" (im Fachjargon in etwa der 2. Pinch Point), ehe wir nun zwingend auf die Klimax des ganzen Geschehens zusteuern. Wobei das bei den Ausmaßen dieses Teils mit den hiernach folgenden 31 Kapiteln natürlich auch wieder seinen eigenen Umfang hat. Meine stille Hoffnung ist es, dass ihr ab einem gewissen kommenden Punkt nicht mehr zu Atem kommen werdet ... 3:)

Zitat: "Es wird ja wohl kaum zu einer offenen Konfrontation kommen, allerdings wissen wohl einige mehr nun, dass Hermione nicht die leuchtend schnell, aber von Geburt an adelige Person ist, die sie vorgibt zu sein. Und dass Harry auch eine andere Vergangenheit hat auch. "
Hm, nicht ganz ... Ich versuche mal Hermiones Analyse der Lage noch einmal zu rekapitulieren: Hermione geht nicht davon aus, dass Francis Bryan mit den Malfoys sein gesamtes Wissen geteilt hat. Sie nimmt an (und es scheint auch in dem Gespräch während des Essens begründet), dass er ihnen zwar vom Zeitumkehrer als Instrument zur Zeitreise berichtet hat, sie aber von einem sehr viel "kleineren Universum der Möglichkeit" Kenntnis haben. So wissen sie beispielsweise nicht, dass Hermione aus der fernen Zukunft kommt, sondern nehmen viel mehr an, dass es vielleicht ein magisches Familienerbstück ist (deswegen auch die intensive Hinterfragung von Hermiones magischem Hintergrund). Sie zweifeln also nicht an Hermiones Identität, sondern glauben viel mehr, dass Hermiones und Charles Erfolg beim Hof und ihrer oft auch glimpflichen Ausgänge dem Zeitumkehrer zu verdanken sind, mit dem sie gewisse Ereignisse zu ihren Gunsten "abändern".
Es ist also ein Machtinstrument für die Malfoys, sehr wertvoll und einflussreich. Aber es ist nicht die noch so viel gewaltigere Wahrheit, die Bryan kennt. Hermione nimmt an, dass Bryan die Malfoys - wie so oft - mit persönlichen Interessen geködert hält und dabei ihre Ressourcen nutzt, um seine ganz eigenen, persönlichen Ziele weiter voranzubringen. Also genau das, was er immer tut, und das Hermione mehr und mehr zu deuten lernt.
Sie ist sich sicher, Bryan ist einmal mehr der Einzige am Tisch, der weiß, wozu dieser Abend wirklich dient. Ja, mehr noch. Alles folgt genau seiner angedachten Inszenierung.

Zitat: "Und irgendwie scheint sich somit auch mein Verdacht zu erhärten, dass Bryan wohl doch der Endgegner ist und durch sein Wissen, dass er wohl nun um einiges mehr zu deuten weiß, zu einer richtig großen Gefahr werden kann."
Bryan wird uns im dritten Akt definitiv sehr beschäftigen. Dafür ist das Fundament nun endgültig gelegt. Oh, ich bin schon sehr gespannt, was ich auch rückblickend so alles denken werdet. :D

Zitat: "Malfoy hat ja in bester Todesser-Manier bewiesen, welche Position er einnehmen würde - natürlich muss man dazu sagen, dass auch er ein Kind seiner Zeit und nicht wie die anderern Todesser von einm unzeitgenmäßen Rassismus getrieben wird"
Nun, die Frage welche Wertigkeit magisches reines Blut hat, ist eine, die die Zauberergesellschaft eigentlich schon ewig begleitet. Schon zur Hogwartsgründung war es eine der Hauptstreitpunkte zwischen den Gründern der Schule. Es liegt also auch schon in dieser Zeit eine gewisse Spaltung vor, allerdings ist es definitiv eine andere Art von Rassismus, da die Malfoys es hier eher mit den Muggelhierarchien von Adel und Nicht-Adel gleichsetzen. Sie sind also keine Fanatiker (wie die späteren Malfoys), sondern mehr an eine Koxistenz gewöhnt, bei der sie sich den nicht reinblütigen Magiern grundsätzlich überlegen fühlen, ihnen aber nicht feindlich gesonnen gegenüber stehen. Für Hermione ist es natürlich trotzdem ein extremer Triggerpunkt - immerhin ist das der Auslöser ihres eigenen Krieges und damit irgendwie auch der böse Quell ihrer ganzen Mission.

Zitat: "Und Charles hatte wohl heute das Erlebnis seines Lebens."
Haha, ja! Hier konnte ich mal den Spieß etwas umdrehen und ihn in eine Lage versetzen, wie sie Hermione eigentlich all die Zeit (gerade zu Beginn von "Incarcerus") erlebt/erlebte. Aber es ist natürlich auch ein Meilenstein in seiner persönlichen Entwicklung in dieser Geschichte.
Magie ist ihm zwar immer noch suspekt und ganz klar nicht "unzweifelhaft", aber er schätzt diese Unzweifelhaftigkeit nicht mehr höher als beispielsweise die Intrigenspiele bei Hof. Er arrangiert sich also damit und versucht auch ein Stück weit, den Vorteil darin zu sehen, den er Hermione zugestehen will.

Auf's baldige Wiederlesen,
deine Keiraleth
12.08.2020 | 18:00 Uhr
zu Kapitel 109
Soo, noch bevor heute das nächste Kapitel kommt möchte ich dann doch noch zwei Reviews schreiben. Ich werde leider immer wieder von inkompetenten Studenten aufgehalten und deswegen sind meine Tage leider ausgesprochen voll...
Was mir vorher schon aufgefallen ist: du kannst das extreme Leid der Personen in Incarcerus sehr gut darstellen. Natürlich wusste ich, dass sowohl Anne als auch Cathrine ihren Kopf verlieren werden, aber du hast mich jetzt beide mal mit einer solchen emotionalen Wucht getroffen, da musste ich mehr als einmal schlucken. Natürlich war das bei Anne irgendwie auch absehbar, schließlich hatten wir diese enge Freundschaft zwischen ihr und Hermione, aber Cathrine war in meinen Augen sehr lange einfach nur das Kind in der Armen des Königs. Aber als dann in Inhaftierung, der Besuch im Tower und die grauenvoll zugerichtete Leiche Rons (Chapeau übrigens dafür. Das verleiht dir ein summa cum laude im Fach "wie foltere ich meine Leser"), da war auf einmal nicht mehr nur die historisch so ferne Gestalt von Königin Cathrine von England, da war wieder dieser Mensch den du mich hast kennen lernen, genau wie bei ihrer Cousine.
Und dann auch noch Jane...seltsam wie schnell sie doch fallen konnte, hatte Hermione doch vor wenigen Kapitel noch über ihre Motive und ihre Beständigkeit bei Hofe seniert. Somit wäre Hermione aber auch die letzte der vielen Damen, die in der Ära von Anne an den Hof kamen, die noch da ist. Noch, denn jetzt widme ich dem nächsten Kapitel ;)
LG Nemesis

Antwort von Keiraleth am 14.08.2020 | 17:41 Uhr
Meine liebe Nemesis,

bevor ich gleich in dein Review steige: Inkompetente Studenten - da hast du bei mir ganz klar Erinnerungen an meine Tutor Zeit wach gerufen. Du hast mein tiefstes Mitgefühl. ;)

Zitat: "Was mir vorher schon aufgefallen ist: du kannst das extreme Leid der Personen in Incarcerus sehr gut darstellen."
Also wenn ich das mal nicht gerne höre! Da ich euch doch so ausgesprochen gerne leiden lasse, stecke ich natürlich auch all meine Passion hinein, wenn es um besagte Figuren geht. Nicht etwa, weil ich uns alle unglücklich machen will, sondern weil ich persönlich als Leser immer meine größte Freude mit den Geschichten habe, die mich emotional "hin und her werfen".

Auch bei Catherine, die nun nicht gerade eine unserer Sympathieträgerinnen war, wollte ich trotzdem emotional transportieren, wie ausgeliefert auch sie den Gegebenheiten eigentlich war und (besonders tragisch) wie ein so junger Mensch so schnell so hoch steigen und dann auch sein Leben dafür lassen konnte. Ich musste also irgendwie die Waage zwischen Hermiones und ihrer persönlichen Aversionen füreinander und dem jungen Mädchen, das den Tod ganz sicher nicht verdient hat, halten. Da "Incarcerus" ja auch irgendwie von dem allgemeinen höfischen Grauen und seinen Opfern lebt, ist es irgendwie immer dieser Drahtseilakt vor dem wir schlussendlich stehen.

Zitat: "Aber als dann in Inhaftierung, der Besuch im Tower und die grauenvoll zugerichtete Leiche Rons (Chapeau übrigens dafür. Das verleiht dir ein summa cum laude im Fach "wie foltere ich meine Leser")[...]"
Das ist nicht ganz allein auf meinem Mist gewachsen. In der Serie bekommt Catherine tatsächlich die Köpf von Dereham und Culpepper als Willkommensgruß im Tower serviert. Ich hab das Ganze natürlich im Zusammenhang dieser Geschichte abgewandelt und mit noch ein bisschen mehr Bedeutung für Hermione versehen. ;)
Spannend fand ich hierbei vor allem, dass ihre Täuschung rund um Ron und Culpepper so gelungen ist, dass sogar Hermione ihre Mühen hat, die Realität beim Anblick seines Leichnams noch ganz zusammenzuhalten, da sie ja eigentlich weiß, dass es nicht Ron ist.

Zitat: "[...]da war auf einmal nicht mehr nur die historisch so ferne Gestalt von Königin Cathrine von England, da war wieder dieser Mensch den du mich hast kennen lernen, genau wie bei ihrer Cousine. "
Und das ist doch das Wichtigste! :D

Zitat: "Und dann auch noch Jane...seltsam wie schnell sie doch fallen konnte, hatte Hermione doch vor wenigen Kapitel noch über ihre Motive und ihre Beständigkeit bei Hofe seniert."
Das Ende von Jane Rochford war mir auch irgendwie wichtig, weil sie als Nebencharakter einen großen Teil dieser Geschichte begleitete und eigentlich Hermiones eigene "Karriere bei Hof" spiegelte. Sie beide starteten etwa gleich und haben sehr viele Schicksalswendungen zwangsläufig gemeinsam erlebt, trotz ihrer anhaltenden Konkurrenz zueinander. Sie waren einander nie Freunde, nicht einmal sonderlich gewogen, aber nicht weil sie es versucht hatten und gescheitert sind, sondern weil sie von vornherein durch Anne Boleyn auf ihre jeweiligen Positionen gerückt wurden, die dann immer weiter ihre Konsequenzen bis zum hier letzten Tag im Tower zogen.
Jane Rochford ist für Hermione also eher so etwas wie eine unrühmliche, entfremdete Cousine und weniger eine Kontrahentin. Und ihr Fall, trotz ihres steten und wiederholten Erfolgs am Hof, empfindet Hermione sogar ein Stück weit als Beweis, dass es den richtigen Weg am Hof gar nicht gibt, da Jane doch eigentlich so viel bedachter und trittsicherer durch den Hof manövriert ist denn sie selbst und am Ende doch ihr Leben lässt.
10.08.2020 | 09:51 Uhr
zu Kapitel 110
Guten Morgen liebe Keiraleth!

Was gibt es an einem wunderschönen Sonnenmorgen, den man mit Kaffee und Brownies verbringen darf, besseres, als noch einmal in deine Geschichte zu schauen, nachdem mich die Emotionen gestern noch viel zu lange davon überrannt haben. (Solltest du mein Kreischreview nicht haben wollen, bitte kurz Bescheid sagen, dann lasse ich es löschen.)

Wie ich dir schon im letzten Review erzählt habe, habe ich gerade erst die Serie geschaut, daher war Catherines Hinrichtung noch sehr frisch in meiner Erinnerung. Das ist ausgesprochen gut erzählt worden, mit der feinen Nuance der Zeitreise, die es braucht, um es auch für diese Geschichte lebendig werden zu lassen.
Und hey, habe ich es nicht schon gesagt? Sich für einen Tod verantwortlich zu fühlen ist doch noch eine Spur von Dramatik, die man eigentlich nicht zur Gänze gebraucht hätte. Aber wer fragt mich denn, mmh? Ich bin nur ein kleiner Leser und kann nicht durch die Gänge wandern und alle vor ihrem Schicksal warnen. Das ist eigentlich der Job von Hermione, Harry und Ron.
Mir fällt übrigens gerade die Geschichte zu den Henkern Europas ein. Keine Ahnung, wieso.

Ah, ich wusste doch am Rande meiner Gedanken, dass du Lucius Malfoy auf keinen Fall einfach nur ohne Bedeutung schon vor einigen Kapitel eingeflochen hast. Ich wusste es. Das wäre einfach nicht dein Stil gewesen, würde ich meinen. Gestern habe ich mir den Kopf darüber zerbrochen, was für eine Art von Falle es hätte werden können und ich muss dir ehrlich versichern, die tatsächliche Auflösung, zu der wir gleich kommen, hat mich ganz kalt erwischt. Ich wusste zwar, dass Bryan ganz sicher noch nicht fertig mit Spielen war, denn das Rätsel ist ja nicht wirklich gelöst, nur angekratzt, aber damit habe ich dann doch nicht gerechnet.

Der Erfinder der Ringsonnenuhr, den allerletzten, den ich erwartet hätte. Und ich zermartere mir seit gestern das Gehirn, ob ich in der Geschichte eine Stelle gelesen habe, in welcher Ron in Hermiones Sachen beziehungsweise dem Rucksack zu nahe gekommen ist und es schon einen Hinweis darauf gab, dass Bryan in der Nähe dessen gewesen sein könnte. So wie mit der falschen Augenbraue, die auch erwähnt worden ist, bevor es notwendig war, was ich aber einfach mit einem Schulterzucken hingenommen habe.
Dabei fällt mir gerade ein: Bryan hätte sich nicht offenbaren müssen. Er hätte einfach einige von Rons Haaren entwenden können, dann hätte er nicht offenlegen müssen, was er zuvor getan hat. Denn dass Hermione das herausfinden und rückschließen würde, ist ja klar. War das auch Kalkül? Ich weiß es nicht.

Oh, ist es schon der letzte Akt, mit dem du uns gefangen hältst? Ehrlich, es ging viel zu schnell vorbei.

Es hisst die Fahne,
Avarantis

Antwort von Keiraleth am 10.08.2020 | 21:16 Uhr
Meine liebe Avarantis,

Emotionen sind ganz hervorragend. Ich finde eine Reaktion so direkt rausgerissen aus dem Moment ganz wunderbar. :D

Tja, Catherine ist nun in der Tat nicht mehr und auch wenn sie nun keine allzu gute Freundin unserer Heldin war, wollte ich ihr doch einen gebührenden Abschied geben - schon allein weil ihr kurzes Leben so tragisch endete. Schön, wenn es "gefiel", auch wenn der Ausdruck in diesem Zusammenhang vielleicht etwas makaber erscheint. Du weißt, was ich meine. ;)

Zitat: "Und hey, habe ich es nicht schon gesagt? Sich für einen Tod verantwortlich zu fühlen ist doch noch eine Spur von Dramatik, die man eigentlich nicht zur Gänze gebraucht hätte. Ich bin nur ein kleiner Leser und kann nicht durch die Gänge wandern und alle vor ihrem Schicksal warnen."
Es ist schon ein wenig Folter, sie immer in dieses Unglück wandern zu sehen. Nun, das ist irgendwie einer der großen Lasten, die diese Mission mit sich bringt und etwas, das unserem Trio nicht entgehen kann. Sie werden wieder und wieder vor einem solchen Punkt stehen, an dem gewisse Tode oder auch Schicksale auf ihrem Gewissen lasten werden. Das ist die Krux an der Sache. Die Geschichte ist u.a. auch durch Tragödien geformt. Und manchmal ... bringt unser Trio selbst ganz unfreiwillig verhängnisvolles Geschehen ins Rollen.
Ah, es ist nicht so, als ob sie mir nicht leid täten. Es ist nur so ... dass meine Aufgabe es ist, sie leiden zu lassen, wie du ja weißt. XD

Zitat: "Ah, ich wusste doch am Rande meiner Gedanken, dass du Lucius Malfoy auf keinen Fall einfach nur ohne Bedeutung schon vor einigen Kapitel eingeflochen hast."
Na, aber sicher nicht! :D

Und ja, es macht mich heidenfroh, dass ich dich mit der Auflösung des Malfoy-Dinners dann doch so gut überraschen konnte. (War auch insgeheim meine stille Hoffnung, da dieser Moment schließlich den zweiten Akt schließt und irgendwie als finaler Anstoß beim Leseerlebnis "einschlagen" sollte).

Die Andeutungen zu diesem Wendepunkt habe ich alle rar im Vorfeld gesät. Es war sehr viel Fingerspitzengefühl nötig, da nicht zu offensichtlich vorzugehen oder ZU VIEL Augenmerk auf den einen oder anderen Hinweis zu legen (da es diesen Moment ja verdorben hätte), aber letztlich waren das alles sehr viele "Hinweisgeber", keine richtigen Beweise, mit denen ich gearbeitet habe. Seine Bekanntschaft mit Gemma Frisius wird beispielsweise schon sehr früh im ersten Gespräch zwischen Bryan und Hermione erwähnt. Es wird auch erwähnt, dass Bryan Zeichnungen vom Zeitumkehrer anfertigte, als er ihn Hermione während ihrer Zeit im Tower entwandt. Und dann zum Ende dieses Akts hin, verdichten sich die hiermit zusammenhängenden Details (die Kleinigkeiten aufzuzählen, dazu ist mir jetzt zu heiß XD). Alles in allem also mehr ein Puzzle aus Indizien, weniger eine handfeste Spur, die sich vielleicht beim zweiten Lesen voll offenbaren.
Ein wenig gehen wir darauf natürlich aber auch noch im kommenden Kapitel ein.

Zitat: "Ich wusste zwar, dass Bryan ganz sicher noch nicht fertig mit Spielen war, denn das Rätsel ist ja nicht wirklich gelöst, nur angekratzt, aber damit habe ich dann doch nicht gerechnet. "
Bryan und seine Absichten waren gewissermaßen mein geheimer Masterplan für Incarcerus. Ich habe mir SEHR viel Mühe gegeben (wenn nicht die meiste) dieses Konstrukt so einzufädeln, dass es hoffentlich in genau den richtigen Momenten wie gewünscht beim Leser aufgeht. Jeder einzelne Moment hiervon ist für mich also mit einer gewissen erwartungsvollen Anspannung verbunden. Und dabei habe ich natürlich auch ein wenig auf die Reizüberflutung durch die scheinbar so viel drängenderen Probleme des Hofes gesetzt, die dann ein "falsches Augenbrauenheben" schonmal verschlucken.
Deine Rückmeldung ist also - wie du siehst - ungeheuer lehrreich für mich. :D

Wie du dir schon denken kannst, wird uns Bryan im Kommenden noch außerordentlich beschäftigen. Wieso er was tat, wird aufgelöst bzw. wird laufend klarer. Wir befinden uns im finalen Akt und der dreht sich ganz um Auflösungen und Eskalation - in allen Bereichen.

Wobei letzter Akt so kurzweilig klingt - eigentlich sind es ja immer noch 31 Kapitel. Also doch noch ein ordentliches Haufen Handlung und Ereignisse, auf die ich mich ausgesprochen freue, sie mit euch gemeinsam zu erleben.

Ganz liebe Grüße,
deine Keiraleth
09.08.2020 | 10:04 Uhr
zu Kapitel 110
WAH!

Ich bin entsetzt! Gib' mir noch einen halben Tag, deinen kann ich ganz bestimmt adäquat auf dieses Kapitel noch ein richtiges Review verfassen. Bis dahin... Catherine ist nicht mehr, Henry noch näher am Wahnsinn und die Sache mit Bryan. WAH!
06.08.2020 | 21:13 Uhr
zu Kapitel 109
Liebe Keiraleth,

eine kleine Taube flattert kurz hier durch und lässt dir einen Gruß da. Natürlich ist das Kapitel gelungen, wie sollte es auch nicht? Mir fällt dazu wieder nur ein, dass ich, je mehr es sich in deinen Kapitel zuspitz oder je grausiger es wird, ich immer nur sehr kurz ein kleines Briefchen mit Siegel dalasse, weil es mir einfach schwer fällt, dazu mehr zu sagen.

Catherines Schicksal ist besiegel, aber immerhin durfte sie Ron noch einmal sehen.

Henry und Hermione gehen in den zweiten Akt. Wenn man das noch so nennen kann.

Jane hat letztlich doch noch mehr Gnade bekommen, als ich ihr hätte geben wollen. Ich wäre da auf Bryans Seite gewesen, aber vielleicht bin ich in fiktiven Welten auch schlicht grausamer als in der Realität.

Es knickst mit gehobenen Röcken,
Avarantis

Antwort von Keiraleth am 07.08.2020 | 22:35 Uhr
Hallo Avarantis,

ah, mach dir da mal keinen Kopf, ich freue mich immer, wenn ich eine Reaktion bekomme, selbst wenn sie nur ein Zweizeiler wäre. :D

Zitat: " Natürlich ist das Kapitel gelungen, wie sollte es auch nicht?"
Du bist ein Schatz. Das gibt meiner Motivation definitiv wieder Zunder!

Zuspitzen wird es sich allerdings wohl noch ein ganzes Stück weiter (wie auch nicht, jetzt wo wir doch so langsam aufs Ende zusteuern?).

Zitat: "Catherines Schicksal ist besiegel, aber immerhin durfte sie Ron noch einmal sehen."
Ich fand es doch ein wenig wichtig, dass Ron hier auch einen kleinen "Abschluss" bekommt. Und zudem erschien es mir einfach abwegig, dass unsere Freunde (insbesondere nach Henrys zur Schau gestellte Grausamkeiten) nicht irgendeine Art der "Intervention" angehen würde und sei es nur die, ihm ein wenig einen Strich durch die Rechnung zu machen.

Zitat: "Henry und Hermione gehen in den zweiten Akt. Wenn man das noch so nennen kann."
Diese Geschichte ist definitiv noch nicht auserzählt. Hermione steht in zu gewaltiger Abhängigkeit von ihm und seiner "Gnade" und es ist "zu viel" zwischen ihnen geschehen, als dass es das schon sein könnte. Wie kompliziert ihr Geflecht also tatsächlich ist, werden wir noch sehen.

Zitat: "Jane hat letztlich doch noch mehr Gnade bekommen, als ich ihr hätte geben wollen."
Hermione ist hier vor allem maßgeblich bestrebt Henrys beabsichtigte "Show" zu ruinieren. Nach den aufgespießten Köpfen und seine offene Tyrannei über jeden, den er hier in der Schuld sieht, hasst sie dieses ganze Schaustück so sehr, dass sie es fast gezielt in Angriff nimmt (zumindest soweit sie es unbemerkt kann). Hinzu kommt, dass sie und Jane Rochford zwar einander nicht besonders leiden konnten, sie aber letztlich einander auch nie "Feinde" waren. Sie agierten meist in verschiedenen Lagern, das ist wahr, aber wenn sie mal auf gegenüberstehenden Posten agierten, dann mehr aufgrund der Menschen, die noch dazwischen standen. Und dann kommt noch hinzu, dass sie beide zu ähnlichen Zeiten am Hof "begannen" und mehr oder minder die letzten sind. Hermione agiert hier also auch sehr aus dem Bedürfnis heraus, ihren Niedergang mit "Würde" zu gestatten. Ihre Erinnerungen kann sie ihr natürlich nicht zurückgeben, aber indem sie sie vor dem Hohn der Menge bewahrt, macht sie Henry einen Strich durch die Rechnung, lehnt sich gegen Bryans Kaltblütigkeit auf und zeigt auch Jane gegenüber Gnade.

So, das war es für heute Abend von mir.

Ich werde jetzt noch ein wenig die frische Lut genießen und wünsche dir morgen wieder ein schönes Lesevergnügen!

Liebe Grüße,
Keiraleth
03.08.2020 | 14:57 Uhr
zu Kapitel 108
Hallo Keiraleth,

zunächst einmal sorry, dass ich nicht mehr regelmäßig zu jedem Kapitel ein Review schreibe, aber ich habe momentan auf der Arbeit extrem viel zu tun und auch sonst sehr viel zu erledigen. Ich hoffe, dass sich das in absehbarer Zeit wieder normalisiert. Sei aber versichert, dass ich jedes deiner Kapitel mit großer Freude und Spannung lese und verfolge!!

So, nun eine kurze Rückmeldung zum aktuellen Kapitel… So wie es aussieht, zieht sich die Schlinge um den Hals von Catherine ja deutlich zu. Durch ihr Geständnis und das Schreiben, das bei Jane Rochford gefunden wurde, scheint mir ihr Schicksal auch ziemlich besiegelt zu sein. Hermine hat recht, dass Catherine sich in einem Irrglauben befindet mit der Annahme, dass Henry sie – wie seinerzeit Hermine – begnadigen wird. Henry war in dem Glauben, dass Hermine sein Kind erwartet; Catherine ist nicht schwanger und die Untreue während ihrer Ehe wird sie wohl oder übel ihr Leben kosten.

Wie Bryan übrigens das Problem Jane Rochford gelöst hat, ist irgendwie typisch Slytherin. Ihr alle Erinnerungen zu nehmen und sie wie eine leere Hülle im Gefängnis dahinsiechen zu lassen, das passt sehr gut zu ihm. Ich bin immer noch nicht überzeugt davon, dass es eine gute Idee war, mit ihm das Bündnis zum Rollentausch zwischen Ron und Culpepper einzugehen, wobei ich aber auch zugeben muss, dass ich keine konkrete Idee zu einer wirklich guten und überzeugenden Alternative habe. Und, dass muss ich auch zugeben, dadurch das Ron durch den Kaltsaftrank in der Gestalt von Culpepper durch die Gänge wandelt, ergeben sich natürlich gute Chance, etwas mehr über die Machenschaften von Windsor zu erfahren, wie im aktuellen Kapitel ja deutlich wird.

Die Frage, inwieweit Maud in den Hinterhalt gegenüber Hermine involviert war, hat sich ja nun auch geklärt. Ich bin aber sehr überrascht über das Verhalten von Hermine. Wäre ich an ihrer Stelle hätte ich mich ganz sicher nicht dafür eingesetzt, dass sie im Haus bleiben darf! Ich bin sehr gespannt, ob das nicht vielleicht noch ein Bumerang wird…

Last not least… Das Henry Tudor Bibelzitate von sich gibt und Andeutungen zur Affäre mit Hermine macht, in einer Situation, in der ihn die Untreue seiner eigenen Frau beschäftigt, finde ich sehr besorgniserregend. Die Besorgnis spitzt sich dann zu, als er Charles gegenüber noch andeutet, dass er ja auch darin involviert war, dass er Catherine kennengelernt hat… Oh je oh je, was wirst du uns wohl in den nächsten Kapiteln alles zumuten…

In diesem Sinne bin ich wie immer auf das nächste Kapitel extrem gespannt und danke dir für diese tolle, spannenden und mitreißende Geschichte!

Viele Grüße
Lily

Antwort von Keiraleth am 04.08.2020 | 20:23 Uhr
Liebe Lily,

du schreibst mir so viele Reviews, da kann ich mich doch nicht beschweren! :D Nein, nein, du stresst dich hier mal gar nicht, sondern lässt mir etwas da, wenn du die Zeit und die Lust und die Muse dazu hast. Auch wenn mich natürlich ausgesprochen freut, dass dich "Incarcerus" gefessel hält, und ich über eine solche Rückmeldung immer erleichtert sein werde.

Was ist so geschehen ... Nun zum einen natürlich Catherines Misere. Ja, da nisten noch einige Hoffnungen auf einen glimpflichen Ausgang, die nicht unter dem sonderlich hellsten Stern stehen, denn wie du selbst sagst, ist ihr Fall ja doch ganz anders gestrickt als es Hermiones war. Henry verteilt seine Begnadigungen nicht gerade gönnerisch und auch wenn er hier mit dem Gedanke spielte - ob nun zum Zweck, Catherine zu einem Geständnis zu bewegen, oder weil er zunächst nur von vorehelichen Sünden ausging - wird die Wahrscheinlichkeit seiner Gnade spätestens sehr dünn, als Catherine ihren Betrug mit Ron offenbart. Auch hier wird der jungen Königin bzw. Ex-Königin einmal mehr ihr etwas naiver Glaube zum Verhängnis, dass es ihm im Grunde nur an einer ehrlichen Erklärung liegen mag. Sie ist und bleibt eigentlich noch ein halbes Kind, das felsenfest daran glaubt, dass ihre Liebe das schon richten wird.
Fakt ist jedoch in der Tat, dass Henry Hermione keineswegs aus Liebe begnadigte (ob nun existent oder nicht), wie wir ja sehr gut wissen, sondern allein weil ihm eigene Nachkommen derart wertvoll erscheinen, dass ihr Tod für ihn eine der wenigen Sünden bleibt, vor denen er noch zurückschreckt. Henry ist besessen von eigenen Nachkommen, auch weil er eben so viele Enttäuschungen hierbei erfuhr. Und er fürchtet sich davor, eine Form von göttlichen Segen zu verspielen, wenn er seine Kinder "opfert". Zudem halte ich Henrys Liebe zu seinen Kindern für durchaus existent.
Und mit einem Kind kann Catherine nicht aufwarten. Überhaupt fehlt ihr auch jede andere emotional gewichtige Komponente, die sie zu Henry verbindet (wie es etwa bei Hermione Charles uralte Freundschaft zum König war). Hermione zu töten, barg selbst für Henry einen nicht zu unterschätzenden Preis: Charles' ehrliche Treue und Freundschaft. Catherine hat dies aber nach wie vor nicht wirklich durchschaut, denn sie geht ja tatsächlich davon aus, dass es Hermiones eigener Einfluss auf sein Gefühlsleben war - sie denkt nach wie vor, es ist Liebe, die sie verband und immer noch heimlich verbindet. Und genau darauf baut auch ihre ganze Fehlannahme, dass Henry sich ihr gegenüber gütig zeigen wird, wenn sie nur klar genug macht, dass sie ihn tatsächlich liebte.

Zitat: "Wie Bryan übrigens das Problem Jane Rochford gelöst hat, ist irgendwie typisch Slytherin."
Es ist definitiv eine sehr skrupellose und zielgerichtete Lösung. Ganz Bryan, wie er leibt und lebt.

Zitat: "Ich bin immer noch nicht überzeugt davon, dass es eine gute Idee war, mit ihm das Bündnis zum Rollentausch zwischen Ron und Culpepper einzugehen[...]"
Ja, dieses Übel schwant uns irgendwie, nicht? Ein wenig wie ein Pakt mit dem Teufel höchstpersönlich.
Ob es sich am Ende bewährt oder dein Misstrauen voll und ganz berechtigt ist, verrate ich natürlich nicht. Dafür habe ich mir viel zu viel Mühe gegeben, Bryan sehr ambivalent zu zeichnen. :D

Zitat: "Und, dass muss ich auch zugeben, dadurch das Ron durch den Kaltsaftrank in der Gestalt von Culpepper durch die Gänge wandelt, ergeben sich natürlich gute Chance, etwas mehr über die Machenschaften von Windsor zu erfahren[...]"
Tja, das ist irgendwie immer die Sache mit Bryans "Wegen". Sie HABEN ihre nicht zu bestreitende Vorteile/Erfolge. Und das geht Hermione wohl am allermeisten gegen den Strich, weil es suggeriert, dass es die Verluste/Opfer wert ist.

Zitat: "Die Frage, inwieweit Maud in den Hinterhalt gegenüber Hermine involviert war, hat sich ja nun auch geklärt. Ich bin aber sehr überrascht über das Verhalten von Hermine."
Auch das eine sehr zerrissene und schwere Entscheidung. Hermione, selbst oft genug am Hof als Marionette gespielt, sieht hier Maud vor allem als eine solche und kennt zudem das Problem, am Ende nicht nur mit der Erkenntnis dazustehen, "gespielt" worden zu sein, sondern auch noch als einzige dafür zu büßen. Ihre Entscheidung, sich zwischen sie und Charles zu stellen, wenn man so will, baut also eigentlich sehr wenig auf Maud als Person und sehr viel mehr auf ihren eigenem Willen dieses Gesetz des Hofes zu "durchbrechen", dem sie dereinst selbst zum Opfer fiel. Sie schützt Maud als weiteren unfreiwilligen Spielstein, sie schützt Maud als Frau und sie schützt Maud als geliebtes Familienmitglied (von Martha). Während sie Maud an und für sich eigentlich nur Abneigung und Mitleid entgegenbringt. Und das fand ich eine sehr interessante Dynamik zwischen ihnen beiden. Denn genau an diesem Punkt profitiert Maud von Hermiones eigenem Elend, für das sie sie doch in ihrer bisherigen Fehlinterpretation verurteilte. Genau hier wird auch Maud klar, dass Hermione und sie beide stets nur "emotional" gespielt wurden. Denn letzten Endes wurde auch Mauds Schwäche für Charles nur "benutzt" und letztlich fast zu ihrem Todesurteil.
Dass die beiden sich insgeheim nicht trauen, ist klar. Aber hier an diesem Punkt beweist Hermione das Rückgrat, sich über ihre persönliche Differenz zu erheben zugunsten eines klar gesetzten Zeichens. Und auch um sich selbst die Macht zu beweisen, dem Marionettenspiel einen Strich durch die Rechnung zu machen. Denn eine aufgeflogene Maud ist sicher in Augen ihrer Auftraggeber auch eine wertlose und hoffentlich "tote" Maud.

Zitat: "Wäre ich an ihrer Stelle hätte ich mich ganz sicher nicht dafür eingesetzt, dass sie im Haus bleiben darf!"
Nun, aus emotionaler Warte sorgt es ja durchaus für ordentliche Beklemmung für Hermione. Es ist also nicht so, als wäre sie vollends glücklich, mit ihrem eingeschlagenen Weg, Maud zu "begnadigen".

Zitat: "Das Henry Tudor Bibelzitate von sich gibt und Andeutungen zur Affäre mit Hermine macht, in einer Situation, in der ihn die Untreue seiner eigenen Frau beschäftigt, finde ich sehr besorgniserregend."
Ja, Henry gibt uns nun wieder sehr zu denken. So war es doch immer. Sein Unglück ist ein sehr ansteckendes Unglück. Und wie gefährdet Charles und Hermione sind oder nicht sind, zeigt sich in den kommenden zwei Kapiteln zum Abschluss dieses zweiten Akts. Wenn ich eines versprechen kann: Henry war nie instabiler denn nun. :D

Zitat: "In diesem Sinne bin ich wie immer auf das nächste Kapitel extrem gespannt und danke dir für diese tolle, spannenden und mitreißende Geschichte!"
Und ich danke dir für diese großartigen Adjektive! <3

Liebe Grüße,
deine Keiraleth
02.08.2020 | 23:31 Uhr
zu Kapitel 108
Hello liebste Keiraleth!

Ich habe mir mal eine lustige Sache ausgedacht und schaue mal, ob sie sich bewährt. Ein Review für einen langen Text einfach in einem zweiten Tab unter der Geschichte verfassen. Denn gerade eben hat mich mal wieder meine Internetverbindung im Stich gelassen und ich muss jetzt nochmal schreiben. Das passiert mir komischerweise fast immer nur bei Incarcerus. Ist es ein Knick in der Matrix? Ein Hinweis der Zeit? Ich weiß es nicht.

Außerdem muss ich dir jetzt noch etwas gestehen. Ich habe ein bisschen, angehyped von dieser Geschichte natürlich, die letzten Wochen die Staffel der Tudors geschaut, welche Catherine Howard innehält und daher kann ich die Szene, die kommen musste schon und wieder aufgefrischt.
Natürlich ist es aus Hermiones Sicht eine ganz andere Sache. Habe ich in diesem Zusammenhang schon einmal erwähnt, dass ich es bewundernswert finde, dass sie ihre offenkundige Abneigung gerade in dramatischen Momenten, wenn sie nicht wirklich schrecklich waren oder ihr schreckliche Dinge angetan wurden, erstaunlich gut im Zaum hält und tatsächlich immer noch mit Mitgefühl und Empathie bei der Sache ist? Von ihrer Selbstbeherrschung in Bezug auf Henry mal ganz zu schweigen.
Auch, wenn da hier natürlich eine besonderes Situation als Triggermoment war. Und ich hatte mich schon gefragt, ob du das klammheimlich vergessen haben könntest. (Was ich hier mit einem sehr fröhlichen Augenzwinkern sage, da das utopisch wäre.)

Es war ein wenig merkwürdig, die Unschuld von Henro im gleichen Atemzug mit der ... frevelhaften? lüsternen? Vergangenheit von Catherine zu lesen. Vielleicht als Kontrast? Wobei dir die Szene natürlich sehr gut gelungen ist. Auch, wenn Kinder nun... eine komische Komponente sind, lese ich hier doch sehr gerne, wie sich die zarten Blüten von Mutterglück entfalten. Was es umso schwieriger macht, wenn ich mir die Zukunft vorstellen möchte. Oder die nächste Vergangenheit.

Übrigens, wo wir gerade beim Thema sind: Ich habe im letzten Review nicht gemeint, dass Ron zwangsläufig jemanden verliert, den er liebt, sondern es ging eher um die Tatsache, dass er schon wieder jemandem aus seinem näheren Umfeld aufgrund seiner Entscheidung verliert. Denn unschuldig war er weder an Joans Lebensweg, noch an Briseis oder Catherines. Inwieweit ihn dafür für irgendwas die Schuld trifft, die vollumfängliche, da er kein wirklicher Entscheidungsträger für deren Tod war, lasse ich mal im Raum stehen, doch ob er das nicht vielleicht trotzdem denkt, ist eine andere Geschichte. Außerdem ist auch der Verlust einer kurzen Affäre manchmal tragischer, als man sich das selbst eingestehen möchte, auch, wenn sie vielleicht nicht lange dauerte oder mit tiefem Gefühl verbunden war.

Die Sache mit Maud entblättert sich zum Glück ein wenig weiter. Wieso Hermione sie weiterhin hält, kann ich immer noch nicht auf einer emotionalen Ebene verstehen. Denn wenn ich in Hermiones Situation wäre, wüsste ich nicht, ob ich ihr nicht alles Böse an den Hals hetzen und sie dafür zur Rechenschaft ziehen wollen würde. Auch, wenn ich die rationalen Gründe kenne. Und du mir schon einmal darauf geantwortet hast.

Die Situation mit Henry wird gefährlich. Ich weiß nicht, ob ich das in den vorigen Kapiteln auch schon erwähnt habe, aber gerade nach dem Bibelzitat war es ein kurzes Stocken im ganzen Sein. Well, we will see.

Es hebt den Becher,
Avarantis

Antwort von Keiraleth am 03.08.2020 | 21:29 Uhr
Hallo, meine Liebe,

ah, das tut mir wirklich leid, dass dir das mit den "verlorenen" Reviews immer bei meiner Geschichte passiert. Ich weiß sehr gut, wie lange man manchmal an so einer Antwort sitzt, das kann man schon ziemlich aus der Haut fahren, wenn es einfach plötzlich futsch ist. Also jede Idee, dem zuvorzukommen, ist eine gute, denn ich will natürlich nicht auf eure liebevoll gestrickten Reviews verzichten! Matrix hin oder her. :D

Zitat: "Außerdem muss ich dir jetzt noch etwas gestehen. Ich habe ein bisschen, angehyped von dieser Geschichte natürlich, die letzten Wochen die Staffel der Tudors geschaut, welche Catherine Howard innehält[...]"
Na, das ist doch ein Geständnis, das ich gerne höre. Und die Produzenten der Serie sicher auch. ;)

Was Hermiones Selbstbeherrschung und Anteilnahme angeht - da sprichst du ein paar sehr hübsche Aspekte an, die ich sehr sorgsam heranzuziehen beasichtigt habe. Für mich war das immer ein Teil ihrer Persönlichkeit, aber eigentlich noch recht "unauffällig" im Kontrast zu ihren sehr leidenschaftlichen Ausartungen, sobald es sie mitreißt (besagte damatische Momente, von denen du sprichst). Und auch wenn es manchmal richtig kompliziert ist, dabei die Waage zu halten und sich genau in Hermiones Entwicklungsstand hineinzuversetzen und zu überlegen, welche diese zwei gegenläufigen Kräfte an diesem Punkt die Zügel übernimmt, macht für mich gerade das den Reiz darin aus, sie als Heldin meiner Geschichte zu führen und "wachsen" zu lassen. Sie hat sowohl sehr gütige als auch bisweilen skrupellose Züge, sie kann ein Leben sowohl nehmen als auch verschonen, und das macht sie - so hoffe ich - sehr vielseitig und zu gleichen Teilen konfliktbehaftet wie bewundernswert. :D
Was aber noch sehr viel wichtiger an diesem Punkt ist: Derzeit sind beide Aspekten in ihr gereift, die Frage nun ist also vielmehr, welche dieser beiden Facetten ihrer Persönlichkeit auf lange Sicht die "Überhand" gewinnt.
Oh, ich finde es ganz wunderbar, dass du das im Blick hast.

Zitat: "Auch, wenn da hier natürlich eine besonderes Situation als Triggermoment war."
Catherines Festnahme wirft Hermione quasi direkt durch die Zeit. Das MUSSTE ich einfach nutzen, um nochmal sehr klar zu machen, dass sie nicht über Nacht "geheilt" ist und den Tower und seine Folgen in gewisser Weise nie wieder los wird und das alles nun ebenso Teil von ihr ist. "Incarcerus" fordert sehr große Opfer von unseren Freunden und ich denke, Hermiones geistiger Zustand und die filigranen Änderungen ihrer Persönlichkeit zeigen dies wohl am allerbesten. Was sie hier erlebten, hinterlässt gewaltige Spuren.

Zitat: "Und ich hatte mich schon gefragt, ob du das klammheimlich vergessen haben könntest. (Was ich hier mit einem sehr fröhlichen Augenzwinkern sage, da das utopisch wäre.)"
Ah, weißt du, ich bin mir ziemlich sicher, dass das nicht auszuschließen ist (auch wenn ich dein Vertrauen sehr zu schätzen weiß! ;)).
Inzwischen ist es wirklich ein gewaltiger Akt, alles Geschehene als auch alles Geplante zu gleichen Teilen im Blick zu behalten und aus jedem Erlebnis seine logischen Konsequenzen an sehr viel späteren Punkten zu ziehen. Innerhalb einer Geschichte ist das noch sehr gut überschaubar/planbar, aber je älter diese Saga wird, desto ... schwieriger wird es, was zumindest die kleinen prägenden Momente angeht. Ich habe einen Berg an Notizen, voll mit Hinweisen darauf, was unsere drei Freunde ganz persönlich bewegt und wo ihre "Trigger" aus den verschiedenen zurückliegenden Stationen lauern, aber schon allein, weil mir immer wieder noch im Schaffensakt unverhoffte Trigger auffallen, die an diesem Punkt greifen könnten, weiß ich, dass selbst diese Sammlung Löcher hat ... Nun denn, ich gebe mein Bestes! :D

Zitat: "Es war ein wenig merkwürdig, die Unschuld von Henro im gleichen Atemzug mit der ... frevelhaften? lüsternen? Vergangenheit von Catherine zu lesen."
Der bittere Kontrast, in den das Hofleben sie wirft. Und auch ein wenig der Kontrast zwischen Hermione, der Mutter, und Hermione, der missionstragenden Zeitreisenden. Hier zeigt sich eigentlich indirekt, dass sie zurecht daran zweifelte, ob sich diese beiden Leben vereinbaren lassen. Als ich diese Szene aufsetzte, hatte ich das feste Ziel diesen Kontrast zu platzieren, weil auch das ein Thema ist, das uns ins Zukunft noch beschäftigen wird (und was unter meinen Reviewern ja auch schon vermehrt aufkam). Die Frage, ob es überhaupt zu verantworten ist, ein Kind in die Welt zu setzen, wenn das eigene Leben einer kriegs- und konfliktgezeichneten Mission gewidmet ist. Hermione beschäftgte es immer mal wieder in kurzen Momenten herber Zweifel.

Zitat: "Ich habe im letzten Review nicht gemeint, dass Ron zwangsläufig jemanden verliert, den er liebt, sondern es ging eher um die Tatsache, dass er schon wieder jemandem aus seinem näheren Umfeld aufgrund seiner Entscheidung verliert."
Ah, ja! Wichtiger Aspekt. Zeigt sich auch noch in den kommenden Kapiteln, greife ich also erstmal nicht vorweg.

Zitat: "Außerdem ist auch der Verlust einer kurzen Affäre manchmal tragischer, als man sich das selbst eingestehen möchte, auch, wenn sie vielleicht nicht lange dauerte oder mit tiefem Gefühl verbunden war."
Das wollte ich auch gar nicht in Abrede stellen. Vielmehr stimme ich dir da absolut zu. Ich glaube, das wird auch noch einmal etwas deutlicher, dass es Ron (auch wenn Cat nicht die große Liebe war) trotz allem als Verlust trifft. Bei ihm ist ja leider eine bunte, quälende Mixtur aus diesen beiden Aspekten, die du hier angesprochen hast. Kommt also noch. :)

Zitat: "Die Sache mit Maud entblättert sich zum Glück ein wenig weiter. "
Entblättert finde ich hier eine sehr passende Beschreibung. Alles, was Maud angeht, tritt immer nur sehr verzögert ans Tageslicht.

Zitat: "Wieso Hermione sie weiterhin hält, kann ich immer noch nicht auf einer emotionalen Ebene verstehen. Denn wenn ich in Hermiones Situation wäre, wüsste ich nicht, ob ich ihr nicht alles Böse an den Hals hetzen und sie dafür zur Rechenschaft ziehen wollen würde. "
Ein Teil von Hermione tut dies sicher, nur ist der andere Part in ihrer Wahrnehmung immer noch deutlich stärker. Selbst fehlender Gnade ausgesetzt gewesen zu sein, den "Machtstrukturen" einer sehr männlichen und teils sehr tödlichen Hierarchie, hat Hermione eben auch deutlich gezeichnet. Und Mauds Schwester Martha ist da ebenfalls ein sehr "mildernder" Faktor, wie sich wohl auch hier in "Im Glashaus" zeigte. Ihre Präsenz ist es, die Hermione schließlich den erneut notwendigen Ruck gibt, auf Gnade für Maud zu plädieren, trotz ihrer persönlichen Abneigung und dem Wissen, dass Maud ihre Falle "begünstigte".
Maud wiederum beschwört, keinen Mord im Plan gehabt zu haben, nur die "Aufdeckung der Wahrheit" und damit selbst als missgeleitete Marionette fungiert zu haben. Das ist natürlich auch ein Motiv, das Hermione in aller Garstigkeit nichtsdestotrotz irgendwie nachvollziehen kann. Hier kommen also viele kleine Aspekte zusammen, die Hermione davon abhalten, Charles' Weg des bedingungslosen Exils, das Maud ganz klar vorerst in die Bettelarmut getrieben hätte, als den "richtigen" zu unterschreiben, denn kaum ein Haushalt hätte eine Zofe/Magd eingestellt, die wegen Verrats und Verschwörung gegen die vorherige Herrin in Ungnade fiel.
Emotional ist das aber natürlich eine sehr, sehr zerrissene Entscheidung. Hermione fühlt sich auch hiermit nicht zwingend wohl. Du hast also mein vollstes Verständnis. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob ich mich trauen würde, den gleichen Schritt wie Hermione zu gehen. Maud ist und bleibt ein schwammiges Risiko.

Zitat: "Die Situation mit Henry wird gefährlich. "
Ein gutes Statement zum Abschluss. Yes.

Es dankt dir ganz herzlich,
deine Keiraleth
29.07.2020 | 20:44 Uhr
zu Kapitel 107
Hello liebe Keiraleth!

Sehr klug, Charles einzuweihen. Erstmal kann sich dann nicht wieder eine weitere Lüge aufbauschen, aus der es dann kein Entrinnen mehr gibt und Ron hatte die Chance, ein wenig mehr von den privaten Einblicken des Königs durch Charles zu erfahren. Mir ist übrigens auch gerade aufgefallen, wieso man Menschen manchmal nicht erzählt, was die Hintergründe des eigenen Handelns und Denkens betrifft. Es ist kompliziert, die andere Moralvorstellung, die Reaktion des anderen Charakters in die Bahn der Unterstützung zu lenken, wenn sie in ganz wesentlichen Teilen von der eigenen abweicht. Dann ist der Weg, den man am schnellsten zur Erfüllung des Ziels einschlagen kann der, nicht darüber zu sprechen. Sehr interessant.

Hermiones Vorstoß, Bryan einen Schritt voraus zu sein, begrüße ich sehr.
Manchmal frage ich mich, wie es in Harry Potter ausgesehen hätte, wenn Harry Snape gemocht hätte. Hätten wir dann viel mehr über Trankzutaten und deren Wirkungen auch schon im Buch erfahren und hätte er diese, ähnlich wie bei Slughorn im sechsten Teil, auf eine viel bessere Art und Weise zu Nutzen gewusst? Mir fiel nur gerade auf, dass ich diese eingeflochtenen Details hier bei dir sehr gerne habe.

Ach je, ich hatten den Prinzen ganz vergessen. Hoffen wir mal, dass er keinen allzu schlimmen Groll auf intrigante Art und Weise versucht, zu kompensieren. Niemand würde das wollen. Ganz im Ernst.

Ich frage mich gerade, was passieren würde, wenn Catherine nicht hingerichtet werden würde. Manchmal habe ich den leisen Verdacht, dass du zwischendrin geplant hast, dass Hermione den Platz von Catherine Parr einnehmen sollte, doch das schwankt immer wieder ein bisschen und ich bin gerade eher nicht davon überzeugt. Aber dass Catherine trotzdem sterben muss, ist eigentlich unumstößlich. Für die Zukunft. Wenn denn alles einigermaßen so bleiben muss, wie es zuvor gewesen ist. Auch, wenn eigentlich die Szene mit Achilles und Hektor schon neu geschrieben ist.

Trauer vortäuschen ist eines der schwierigsten Dinge, die ich mir vorstellen kann. Hoffentlich wird darüber niemand im Verlauf noch stutzig werden.
Ursulas Biss wird mir in den kommenden Geschichten wirklich fehlen.

"Du warst eben immer eine Memme im Wahrsageunterricht, Hermione, kein Wunder, dass du Galadriels Wasser völlig missverstanden hast.“
-> Das kann ich wirklich nicht leugnen. Aber ich sage das mit einem Lachen.

Was ich auch nicht bedacht hatte war, dass Ron schon wieder eine Frau verliert, die ihm am Herzen liegt. Wann ist es genug? Und wann wird der Zenit des Wahnsinns überschritten?

Liebste Grüße und bis Samstag,
Avarantis

Antwort von Keiraleth am 01.08.2020 | 14:48 Uhr
An diesem Punkt von "Incarcerus", an dem der massive Bruch zwischen Hermione und Charles nach und nach ein Ende findet, bis der Überfall in Hampton Courts Wildpark endgültig viele Barrieren zwischen ihnen niederreißt, etablieren sich neue Strategien und Verhaltensweisen. Eine davon ist ganz klar die, Charles beim Wort zu nehmen und kein Geheimnis mehr aus den Aspekten ihres Handelns zu machen, die mit ihrer magischen Natur zusammenhängen, als auch "Verschwörungen" möglichst nicht länger vor ihm zu verbergen. Hermione setzt nach "Nach mir die Sintflut" alles auf eine Karte (zumindest in Bezug auf Charles und ihre Ehe), um sie alle auf die "Siegesspur" zurückzubringen und geht den etwas beschwerlicheren Weg des "Einweihens" auch im Wissen darüber, dass Charles nicht unbedingt begeistert sein mag von den Entscheidungen, die sie traf, oder die Verwicklungen, in die sie schon wieder geraten ist.
In diesem expliziten Fall geht es ja tatsächlich um schwarzmagische Künste und somit ist es ein gewaltiger Vertrauensbeweis von ihrer Seite, ihm die Chance zu geben, ihrer beider Ehe neu und sehr viel ehrlicher zu gestalten, wenn es auch ihr schlagartiges Ende bedeuten könnte.

Hinzu kommt - wie du sagst - dass Charles eine entscheidende Informationsquelle in Bezug auf den König darstellt, aber auch einige höfische Perspektiven einnehmen kann, die ihnen entgehen. Sein Mitwirken sorgt also nicht nur dafür, dass sie Bryan in Aspekten der "Informationen" halbwegs die Stirn bieten können, wenn es hart auf hart kommt, nein, er ist auch ein zusätzlicher fähiger Spieler bei Hof, der in ihrem Sinne agiert, da er um all die Hintergründe ihrer Scharade Bescheid weiß. Dadurch wird vor allem auch Harry entlastet, der ansonsten diesen Aspekt nahezu alleine stemmen müsste.

Zitat: " Es ist kompliziert, die andere Moralvorstellung, die Reaktion des anderen Charakters in die Bahn der Unterstützung zu lenken, wenn sie in ganz wesentlichen Teilen von der eigenen abweicht. Dann ist der Weg, den man am schnellsten zur Erfüllung des Ziels einschlagen kann der, nicht darüber zu sprechen."
Auf dieser Grundlage baute im Grunde Charles und Hermiones Beziehung in großen Teilen der ersten Hälfte und auch darüber hinaus. Zu Beginn war es vor allem die Tatsache, dass Charles ein "Außenseiter" ihrer Mission war und im Grunde auch nur ein Baustein dieser Zeit, den sie "in Position halten mussten". Später wurde es vor allem eine emotionale Zwickmühle, da Charles und Hermione, wie du selbst sagst, moralisch in manchen Aspekten sehr weit auseinander lagen und damit eine schnelles und stilles Einweihen meist völlig unmöglich war. Hier musste also auf beiden Seiten noch sehr viel Verständnis für den moralischen Kompass des anderen wachsen, genauso wie der Wille, sich dem anderen anzunähern und dafür ein paar eigene Werte nachzujustieren.
Und genau davon wurden wir zuletzt mehr oder weniger Zeuge.

Zitat: "Hermiones Vorstoß, Bryan einen Schritt voraus zu sein, begrüße ich sehr. "
Tja, diesmal ist sie wirklich fest entschlossen, ihm nicht die Möglichkeit zu geben, sie wieder in eine Situation zu manövrieren, in der seine Lösung, die einzige ist, die sie ergreifen kann. Hermione möchte ihm endlich einen Zug voraus sein - und das muss sie auch, wenn sie die Kontrolle über ihre Mission behalten will. Sie und die beiden Jungs sollten schließlich eigentlich die "beeinflussenden Faktoren" stellen und nicht reine Spielsteine dieser Zeit sein.

Zitat: "Manchmal frage ich mich, wie es in Harry Potter ausgesehen hätte, wenn Harry Snape gemocht hätte. "
Oh, ich könnte mir vorstellen, dass da so einiges anders gelaufen wäre ... Ich bin mir nicht einmal sicher, ob wir die Geschichte dann noch wiedererkennen würden. ;)

Zitat: "Hätten wir dann viel mehr über Trankzutaten und deren Wirkungen auch schon im Buch erfahren und hätte er diese, ähnlich wie bei Slughorn im sechsten Teil, auf eine viel bessere Art und Weise zu Nutzen gewusst?"
Das wäre ganz sicher ein ganz bezeichnender Aspekt geworden. Wie die Bücher ja zeigen, ist Harry gar nicht so untalentiert, was die Braukunst anbelangt, er wurde nur eben wirklich aggressiv von ihr
abgekehrt. Und Tränke wiederum sind teils sehr mächtige Mittel der Zauberei, die ganze Geschehensstränge wandeln können.
Die Details hätten mich im übrigen auch gefreut. :) Deshalb auch ab und an meine Ausschweifungen in vereinzelte Brauakte. Da die Saga den magischen Aspekten von Harry Potter doch ab und an sehr fern ist (gegeben durch die Muggel-vorherrrschenden Umstände), halten solche Momente die magischen Aspekte zumindest etwas am Leben und erinnern uns alle daran, zu was unser Trio fähig ist und woher sie tatsächlich kommen. Also ja, ich freue mich nicht nur, dass es dir gefällt, ich finde es sogar recht wichtig, um den Ausgangspunkt und die Natur unserer Freunde nicht zu verlieren. :)

Zitat: "Ach je, ich hatten den Prinzen ganz vergessen. "
Ja, Edward Tudor war zuletzt doch nah mit Ron verbunden, obwohl wir nicht sehr viel "aktiv" davon miterlebt haben, so wollte ich es nicht ganz unvergessen lassen, dass auch Ron seine diversen Bindungen am Hof hatte.

Zitat: "Manchmal habe ich den leisen Verdacht, dass du zwischendrin geplant hast, dass Hermione den Platz von Catherine Parr einnehmen sollte, doch das schwankt immer wieder ein bisschen und ich bin gerade eher nicht davon überzeugt. "
Hm. :) Sagen wir mal so, ich habe Hermione's Reise beim Schreiben von "Incarcerus" zwischendurch nicht abgewandelt, nein, da habe ich mich tatsächlich strikt an meinen Plan gehalten (eben weil auch sehr viele Aspekte sehr wichtig für die gesamte Saga sind), aber ihre "Verstrickung" mit Henry Tudor ist ganz bewusst und ganz gezielt eingebaut. Ich wollte ihrer beider Beziehung wirklich kompliziert und unheilvoll und gleichzeitig auch sehr undurchsichtig und stark wandelnd gestalten, weil wir hier immerhin von einem Mann sprechen, der letztlich Großteile seiner geistigen Gesundheit verlor. Die drohende "Gefahr" für Hermione versehentlich in eine Rolle der Krone zu schlittern, war immer einer der wichtigsten Aspekte ihrer beider Geschichte und beginnt eigentlich schon sehr früh, als Anne erste Avancen von Henrys Seite gegenüber Hermione wahrzunehmen bzw. zu verdächtigen beginnt, als es Hermione noch absolut absurd erscheint. Es wurde fast und sehr gefährlich Realität nach dem Tod von Jane Seymour. Und es ist ein Problem, das sich untergründig derzeit immer noch hält. Denn wer ganz genau hinsieht, der erkennt auch, dass Henry und Hermione noch nicht auserzählt sind und dass auch die Gültigkeit von Ehen und Hermiones allgemeine Wahrnehmung bei Hofe als Mutter seines Sohnes und "erste Wahl vor Catherine" und viele weitere Aspekte immer noch von dieser untergründigen, fortwährenden Frage gezeichnet werden, ob sie letzten Endes von seiner Hand den Tod findet oder nicht doch noch zur Königin von England aufsteigen könnte. Es macht Hermiones ganz besondere, persönliche Position in diesem ganzen Gefüge aus und bildet auch ganz klar das Risiko ab, dass man Geschichte kaum beeinflussen und schreiben kann, ohne selbst in eine Rolle zu stolpern, die wiederum zur Geschichtsschreibung wird.

Zitat: " Wenn denn alles einigermaßen so bleiben muss, wie es zuvor gewesen ist. Auch, wenn eigentlich die Szene mit Achilles und Hektor schon neu geschrieben ist. "
Richtig, nicht alles wird sein, wie es einmal war. Es wird immer wieder Momente geben ... die einen anderen Weg gehen.

Zitat: "Ursulas Biss wird mir in den kommenden Geschichten wirklich fehlen. "
Ah, ja. Wie wahr. :)

Zitat: "Was ich auch nicht bedacht hatte war, dass Ron schon wieder eine Frau verliert, die ihm am Herzen liegt."
Ron und Cat - nun das war nicht unbedingt die große Liebe, zumindest nicht von Rons Seite. Und auch von Catherines ist es mehr eine "Erlösung in der Not" gewesen, die ihn zu einem recht wichtigen Menschen für sie werden ließ. Nichtsdestotrotz existiert hier natürlich ein über das Jahr verdichtetes Band von Zuneigung und natürlich liegt sie ihm längst am Herzen und das obwohl sie nicht nur sympathische Züge bewies und ihn in vielen Dingen nur den Kopf schütteln ließ. Ron fühlt sich vor allem aber verantwortlich für das Unheil, das nun seinen Lauf nimmt und es wiegt doppelt schwer, weil es eben nicht aus echter Liebe heraus geschah, sondern viel mehr in dem Versuch einen geliebten, toten Menschen zu rächen und sie ursprünglich nur als nützliches "Werkzeug" erkoren zu haben. Es kommt ihm nun also mehr wie eine "Bestrafung" vor, dass Catherine ihm ungplant ans Herz wuchs, nur um nun in Lebensgefahr zu schweben für etwas, was er zuvor mehr als kalkuliertes Risiko sah und bei dem er eigentlich fest entschlossen war, sie nie in eine solche Gefahr zu bringen.
Das ist natürlich eine ganz neue Form von Schuldempfinden, insbesondere da er es dereinst in dem Wissen "riskierte", dass es einen solchen Weg nehmen könnte.

So viel zu meinen Gedanken hierzu. Jetzt hab ich Hunger und werde mal hübsch grillen. :)

Liebe Grüße,
Keiraleth
29.07.2020 | 20:14 Uhr
zu Kapitel 106
HA! Ich würde jetzt sagen, dass ich es wusste, aber das wäre ein kleines bisschen die Wahrheit überspannt. Ich habe nur eine vage Vermutung geäußert, von deren Nutzbarkeit ich überzeugt gewesen bin. :)
Vielsafttrank, Retter des Moments. Oder eher die modifizierte Variante davon. Bryan ist immer noch ein guter Charakter. Ich werde nicht ganz mit Hermiones Abneigung ihm gegenüber warm.

Antwort von Keiraleth am 01.08.2020 | 13:52 Uhr
Jetzt komme ich endlich mal zum Antworten. :)

Ich würde schon sagen, dass dein Instinkt dich, was den "Austausch" anging, nicht ganz getrogen hatte. Der Grundgedanke war ja schon mal richtig, soweit ich es in Erinnerung habe. :)

Zitat: "Bryan ist immer noch ein guter Charakter. Ich werde nicht ganz mit Hermiones Abneigung ihm gegenüber warm."
Persönlich ist er auch einer meiner absoluten Lieblingsfiguren geworden, aber aus Hermiones Sicht muss einfach eine gewisse eindringliche Skepsis und Abneigung vorliegen, nach allem, was mit seinem Mitwirken ihr persönlich auch wiederfahren ist. Niemand wird gerne "gespielt" und erst recht nicht einem größeren Ziel zuliebe ins kalkulierte Unglück gestürzt. Doch, ich denke, auch von ihrer Seite ist es nicht einfach nur Abneigung (obwohl es zeitweise nach dem Tower klar die Überhand hatte) - sie pflegt durchaus eine gewisse Bewunderung und Faszination für sein Können und nimmt ihn ganz sicher nicht als reinen Nutznießer wie etwas Seymour wahr. Und was sie sich nicht eingesteht, was aber durchaus im Raum steht, bleibt ja immer noch, dass er ihr letzten Endes bislang immer "geholfen" hat, als so unverdient er es auch betitelte. Also ja, eine sehr interessante und zwielichtige Beziehung/Abhängigkeit, die die beiden hier führen und auch noch weiterentwickeln werden. Was ja auch schon ein wenig im darauffolgenden Kapitel aufgegriffen wird --- womit ich zum zweiten Review wechsle!
28.07.2020 | 21:37 Uhr
zu Kapitel 106
Liebe Keiraleth,

ich muss schon sagen, du bist echt immer für eine Überraschung gut! Dass es mit Ron und Catherine nicht gut enden würde, haben wir ja schon u.a. durch den Haftbefehl gegen Ron gesehen. Ich hatte mit einer zweiten Geschichte im Tower, einer Flucht auf’s Land o.ä. gerechnet. Aber dass nun ausgerechnet Bryan als Helfer in der Not unserem Trio durch die Idee mit dem abgewandeltem Vielsaftrank zur Seite steht… das hatte ich nun wirklich nicht auf dem Schirm!
Ich traue dem Braten nicht… In einem vorherigen Review hatte ich schon mal geschrieben, dass eine Schlange eine Schlange bleibt, auch wenn sie die Haut wechselt. Ein Slytherin bleibt ein Slytherin… er tut nichts ohne Eigennutzen… Also was für einen Plan verfolgt er wohl… Aus reiner Nächstenliebe wird er nicht geholfen haben!
Charles hat ja einiges zu verdauen (lach)… Ich bin sehr gespannt, wie sehr ihn die „Beichte“ von Hermine aus den Socken haut…

Freue mich wie immer sehr auf die Fortsetzung!! :-)

Viele Grüße
Lily

Antwort von Keiraleth am 29.07.2020 | 19:00 Uhr
Hallo Lily,

die Idee mit der Flucht aufs Land stand ja definitiv im Raum - zumindest bis Bryan sich eingeschaltet hat. So gesehen, lag dein Verdacht eben nur knapp daneben. Aber ja, natürlich habe ich mich für den Überraschungseffekt sehr darum bemüht, eure Erwartung in ... eine gewisse Richtung zu streuen, die mit dem Tower eine wunderbare Magnetwrikung bewies, nachdem er unserem Trio schon einmal zum Verhängnis wurde.

Was nicht heißen soll, dass die Gefahren rund um den Tower nun vom Tisch sind. Eigentlich eher im Gegenteil, schließlich hat auch dieser neue Plan seine ganz eigenen Tücken, was uns das neue Kapitel auch etwas näher bringen wird. Dass die Gefahr Culpepper in diesem "Intrigennetz" nun gekappt ist, bildet ja nur einen Faden ab, der ihnen gefährlich werden konnte. Und einen ganz wichtigen Faktor, Henry Tudor selbst, haben wir für diese neue Situation noch gar nicht in die Waagschale geworfen. Aber das werden wir - wie sollte es auch anders sein?

Zitat: "Ich traue dem Braten nicht…"
Nur vernünftig. Bryan kommuniziert ja nicht gerade offen über seine tatsächlichen Absichten.

Zitat:"Also was für einen Plan verfolgt er wohl… Aus reiner Nächstenliebe wird er nicht geholfen haben!"
Es gibt in Bezug auf Bryan immer zwei Antriebe, die ihn leiten: 1. Den Hof und seine eigene Position als führenden Einflussnehmer stabil zu halten, um flexibel auf Henrys Temperament reagieren und es indirekt leiten zu können, ohne dabei ins Hintertreffen zu geraten und 2. seine eigene, noch sehr undurchsichtige, PERSÖNLICHE Agenda. An manchen Stellen mag sich beides treffen, aber das ist sicherlich nicht immer der Fall. Und das "aufzudecken" wird natürlich noch ein netter Spaß in den kommenden Kapiteln.
Wie ich schon einmal sagte, spielt bei Slytherins insbesondere der goldene Kern ihrer Motive eine nicht zu unterschätzende Rolle, der nicht immer zwingend etwas mit Eigennutz zu tun hat, wenn man mal von emotionalem Eigennutz absieht. Mit Nächstenliebe hat das aber nur sehr wenig zu tun.

Zitat: "Ich bin sehr gespannt, wie sehr ihn die „Beichte“ von Hermine aus den Socken haut…"
Es hört eben nie auf. Wenn es scheint, dass sie eine Hürde endlich gemeistert haben und irgendwie auf einen Nenner gefunden haben, schlägt - missions- und magiebedingt - meist schon die nächste Bombe ein. Charles ist hier sicher auch ein wenig Opfer seines Unwissens darüber, eine zeitreisende Kriegsveteranin und "Agentin" geehelicht zu haben. So gesehen grenzt es natürlich für ihn fast ein wenig an Wahnsinn, dass es nie zu einem längerwährenden Ruhepol zwischen ihnen findet. Im hofbedingten Ehrgeiz von Hermione sieht er eben vor allem sehr viel Leidenschaft und Aktionsliebe, aber nie woher sie all die Motivation dafür zieht, insbesondere nach ihrem Elend im Tower, der sie eigentlich vom Hof und seinen Intrigen hätte abschrecken müssen.
Irgendwie muss er also auf lange Sicht seinen Frieden mit ihrem "Unfrieden" finden und eine effektive Art darauf zu reagieren, wenn sie nicht auch noch privat von einem emotionalen Knall in den nächsten schlittern wollen. Denn so lief es ja bislang. XD
Aber zugegeben, zurzeit erschlägt es ihn doch ein wenig mit all ihren Offenbarungen und Geständnissen.

Genug gesprochen, ich lade mal zügig das neue Kapitel hoch und danke wie immer für deine Worte!

Liebe Grüße,
Keiraleth
28.07.2020 | 17:24 Uhr
zu Kapitel 106
Oh je, ich dachte mir ja, dass du das alles auf die Spitze treiben würdest, aber dass Bryan da jetzt so tief mit drin hängt, hätte ich wohl nie gedacht. Ron und Cathrine bot zu viel Potenzial als dass das nicht direkt in eine neue Eskalation münden würde, aber irgendwie bin ich fest von einer zweiten Runde im Tower, einer Rettung über Nacht und dem Austausch mit Culpepper dann ausgegangen. Interessant, interessant. Obwohl ich also wusste, dass du was planst und dass es unschön werden würde, hast du mich doch ganz schön überrascht. Nun stellt sich mir natürlich die Frage: Ist Bryan der Endgegner für unser Trio? Er weiß nicht nur viel zu viel und ist nun auch an einigem beteiligt, er hat auch eigene Motive und die sind mir wirklich nicht klar. Natürlich ist er ein Slytherin, aber das einfach als Beweis genug für seine konträren Absichten zu nehmen wäre wohl etwas simple...also was hat er vor....
Ich bleibe gespannt und erwarte fröhlich das nächste Kapitel. Und ganz besonders Charles Reaktion auf die neue Situation. Er arme Kerl...

LG Nemesis

Antwort von Keiraleth am 28.07.2020 | 20:00 Uhr
Hallo Nemesis!

Hm, das gefällt mir doch sehr, dass ich dich trotz einer gewissen Erwartungshaltung drohenden Unheils doch in gewisser Weise mit den Entwicklungen kalt erwischen konnte. So gehört es sich. :)

Ich meine, dass ich euch mit jeder Katastrophe etwas abgebrühter/misstrauischer zurücklasse, ist mir schon bewusst. Das macht es dann auch ein ganzes Stück schwieriger.

Zitat: "Ron und Cathrine bot zu viel Potenzial als dass das nicht direkt in eine neue Eskalation münden würde, aber irgendwie bin ich fest von einer zweiten Runde im Tower, einer Rettung über Nacht und dem Austausch mit Culpepper dann ausgegangen."
Ja, ich weiß, die Zeichen deuteten in diese Richtung. Nur kam hier eben auch noch der Faktor Bryan zum Tragen und genau der ist ganz und gar nicht zu unterschätzen, wie sich an diesem Eskalationspunkt erneut beweist. Sein Lösungsweg macht die Situation rund um Catherine/Ron für unser Trio nicht zwingend einfacher (was irgendwie in der Natur seiner Lösungsmethoden liegt), wendet nur die zu diesem Zeitpunkt drohenden fatalen Konsequenzen ab und sorgt an und für sich für eine ganz neue zwielichtige Verstrickung.

Zitat: "Nun stellt sich mir natürlich die Frage: Ist Bryan der Endgegner für unser Trio?"
Eine berechtigte Frage. Und die Antwort gibt es natürlich nur, wenn du dran bleibst. ;)

Zitat: "Natürlich ist er ein Slytherin, aber das einfach als Beweis genug für seine konträren Absichten zu nehmen wäre wohl etwas simple..."
Richtig, das verbiete ich mir doch, nachdem ich mich selbst einen Slytherin nennen darf. :D
Nein, wenn hier jemand ein Gegner unseres Trios ist, dann doch aus etwas mehr Gründen als nur seinem Hogwarts Haus. Aber natürlich "unterstreichen" gewisse Charakterzüge eines Slytherins manch einen Antagonisten ganz vorzüglich, das lässt sich nicht abstreiten, so sehr ich auch dran glaube, dass jedes Haus seine ganz eigenen "Bösewichte" hervorbringen kann.

Tja, was Bryan vorhat und ob es im Sinne unseres Trios ist, sie nicht weiter touchiert oder ihnen gar konträr entgegen steht, ist eines meiner/seiner sorgsamst gehegten Geheimnisse, die natürlich früher oder später gelüftet werden. Eigentlich ist es ja eine Frage, die sich schon seit Hermiones Zeit im Tower stellt, als sich bereits abzeichnete, dass er nach einer eigenen Agenda agiert, die nicht einmal dem König bekannt ist.

Zitat: "Ich bleibe gespannt und erwarte fröhlich das nächste Kapitel. Und ganz besonders Charles Reaktion auf die neue Situation. "
Charles' Reaktion ist natürlich für den Moment nun der Faktor mit dem alles rund um die "Culpepper-Finte" steht und fällt und von dem auch ganz esssentiell abhängt, wie sich die Lage zwischen ihm und Hermione von diesem Punkt an weiterentwickelt. Letztlich kommt alles zu der einen Frage zusammen, ob er sie als Hexe und damit auch als Mensch in ihrer Gesamtheit zu akzeptieren fähig ist oder der König nach wie vor das Maß der Dinge in seinen Entscheidung stellt. Auf diesen entscheidenden Moment sind wir also auch in ihrer beider Handlungsbogen lange zugesteuert.

Morgen geht's weiter. Dass es mir mal wieder eine Freude war, versteht sich von selbst. :)

Es drückt dich,
Keiraleth
26.07.2020 | 17:02 Uhr
zu Kapitel 106
Liebe Keiraleth,

Ohgottohgottohgott, das war ja mal was! Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, so viel ist in den letzten beiden Kapiteln passiert und so viel hat sich aufgedeckt und direkt wieder verändert. Gerade in "Das trojanische Pferd" natürlich, in dem sich ja nun eine Variation meiner Vermutung bewahrheitet und noch einiges zu meiner Theorie hinzugefügt hat!

Die kurze Bemerkung zu Mary, die das Schicksal an Harrys Seite wieder dicht zurück an den Hof geführt hat, obwohl sie eigentlich in genau die entgegengesetzte Richtung wollte, stimmt mich ein wenig traurig und ich habe Mitgefühl für sie. Ich kann mir gut vorstellen, dass ein Leben am Hof generell sehr anstrengend und kräftezehrend ist - und dann für sie noch einmal um das hundertfache erschwert durch ihre Vorgeschichte und Verwandtschaft. Um Harry habe ich natürlich weiterhin auch große Sorge, aber dafür, dass ich Mary seit dutzenden Kapiteln wegen irgendwas verdächtige, wollte ich nun auch einmal ihr gegenüber empathisch sein :D

Aber ich will eigentlich direkt zum eigentlichen (Plot-)Punkt kommen: Dass Ron selbst nicht stirbt, aber in letzter Zeit dafür auch öfter nicht derjenige war, den sie als ihren Jugendfreund kennt, hat Hermione nun erkannt. Ehrlich gesagt bin ich deutlich beruhigter als Hermione darüber, dass der Doppelgänger Bryan selbst gewesen sein soll. Er ist schließlich keine Unbekannte in der ganzen Gleichung und weiß sowieso schon viel mehr über unser Trio als diesem lieb ist. Mir wäre deutlich unwohler dabei, hätte es sich hier um einen gänzlich neuen Mitspieler oder auch einen altbekannten, aber verdeckten gehandelt. Mehr Feinde brauchen wir gerade nun wirklich nicht!
Wieder einmal bin ich auch fasziniert von Bryans strategischen Fähigkeiten und Planungen. Er ist wirklich ein sehr interessanter, ambivalenter Charakter in diesem Gefüge und ich bin weiterhin extrem gespannt, wie es speziell mit ihm weitergeht und als was sich sein großes, zugrunde liegendes Motiv noch entpuppt. (So es denn eines gibt! Ich vermute ja bisher nur, dass er eines hat - fernab des kurz- oder mittelfristigen Opportunismus.)

Ein bittersüßer Moment, den du da eingebaut hast, als Hermione erkennt, dass Bryan gerade ihren gefährlichen Gegenspieler mit Aragorns Dolch traktiert hat. Schön, dass sie ihn wiederhat - ich bin mir ziemlich sicher: Gelegenheiten, ihn zu nutzen, werden sich im letzten Akt bestimmt noch ergeben..

A propos letzter Akt: Dass unsere drei Protagonisten nun Charles direkt und gänzlich reinen Wein einschenken, sehe ich zwiegespalten mit an. Sicherlich hat er Hermione geschworen, zu ihr zu halten, aber Lilys Gedanke, dass es auch Charles' denunzierender Brief gewesen sein könnte, hallt noch in mir nach und nährt mein Misstrauen ihm gegenüber. Mir fiel nämlich auf, dass Culpepper nicht direkt bejahte, der Urheber gewesen zu sein. War das absichtlich eingebaut, oder interpretiere ich hier zu viel hinein?
Für ganz unwahrscheinlich halte ich Charles' Verrat nicht, erhoffe ihn mir aber natürlich auch ganz und gar nicht. Das würde das zarte, gesundende Band zwischen Hermione und ihm sicherlich vollständig und unwiederbringlich kappen.
Auf seine Reaktion auf das Ganze bin ich nichtsdestotrotz sehr gespannt! Er ist zwar mit Hermione als Ehefrau langsam an Hämmer gewöhnt, aber so abgebrüht dann wahrscheinlich doch noch nicht, dass ihn ein Vielsafttrank und dessen Möglichkeiten kalt lässt :D

Vielen Dank dir wie immer für die tolle Unterhaltung und hab noch einen schönen Rest-Sonntag!

Liebe Grüße
Julia

Antwort von Keiraleth am 27.07.2020 | 20:58 Uhr
Hallo, meine Gute,

ah, es ist raus und ich bin froh. Einerseits freut es mich immer, wenn ihr meinen Brotkrumen folgt und zu einem richtigen Ergebnis findet, andererseits macht es mir auch immer so schwierig, nichts zu verplappern, bevor es in der Geschichte selbst aufgedeckt wird. Deshalb nun ganz offiziell: Ja, was Rons Doppelgänger angeht - du hattest natürlich den richtigen Riecher und die entscheidenden Hinweise aufgeschnappt! Und es war eine große, große Freude deine Vermutungen um diesen Verdacht zu lesen.

Womit wir bei Francis Bryan wären, der (mal wieder) einen wichtigen Teil und die wesentlichen Entwicklungen dieses Kapitels formt. Natürlich ist er kein "unbekannter Faktor", aber schlagartig zu erkennen, dass er unser Trio unterwanderte und keiner von ihnen dreien bis zu diesem Punkt der stillen Offenbarung auch nur das geringste davon bemerkt hatte, ist natürlich ein bitterer und beunruhigender Gedanke, insbesondere da Hermione ihm nicht ganz ohne Grund misstraut (immerhin war er teilweise Komponist ihres Elends) und sie zudem auch - wie du selbst ebenso erwähntest - sein zugrundeliegendes Motiv nicht entschlüsselt hat. Selbstverständlich versteht sie seine Aktionen und Verwicklungen sehr viel besser denn einst, aber es sind vor allem die kurzfristigen Entwicklungen, die er für sich gestaltet, die sie zu deuten gelernt hat. Hermione weiß, dass ein Mann wie er mehr als nur von Tag zu Tag lebt. Sie weiß, dass er seine vordergründigen Motive dazu einsetzt, sich stets ans Hofleben anzupassen und die rechten Unterstützer und Verbündeten auf ihre vorgesehenen Positionen zu bringen. Was er aber insgesamt beabsichtigt und worauf all seine Bemühungen hinauslaufen, abgesehen von der Erhaltung eines stabilen Verhältnisses zwischen Henry Tudor und seinem Hof, das ist ihr noch immer ein Rätsel. Selbstverständlich wird es etwas zu seinen Gunsten sein. Und sicher spielt dabei auch seine eigene Zukunft am Hof eine Rolle. Aber das alles ist sehr schummrig und macht es ihr sehr schwer, sein Netz aus Winkelzügen und Informationen und Unterstützung zu durchschauen. Im Moment tat er schließlich stets nichts mehr, als ihr (auf seine ureigene Art) zu helfen und sie weitestgehend von fatalen Fallstricken fernzuhalten. Es wäre also rein objektiv kein feindseliger Akt. Im Gegenteil, es scheint fast, als wäre er vehement dabei, sie wie einen unfreiwilligen Protegé am Leben zu erhalten und vor weiteren verhängnisvollen Hofintrigen zu bewahren. Doch Hermione traut dem nicht, eben weil sie weiß, dass er einer der entscheidenden Intrigenspinner des Hofes ist und zudem auch Meister eines recht skrupellosen Metiers. Und deshalb ist seine Unterwanderung nicht nur Indiz eines hintergründigen Motivs, das sie nicht erkennen kann, sondern auch erschreckende Tatsache darüber, dass er ihne womöglich erneut weit voraus ist und sie wieder nur "in Position spielt".

Zitat: "Mir wäre deutlich unwohler dabei, hätte es sich hier um einen gänzlich neuen Mitspieler oder auch einen altbekannten, aber verdeckten gehandelt. "
Wie Bryan selbst einmal andeutete: Lieber eine bekannte Gefahr als eine, die man nicht kommen sieht. Ja, es wäre definitiv sehr viel erschreckender geworden, wenn es jemand gewesen wäre, von dem unser Trio nicht annimmt, dass er ohnehin sein Auge auf sie gerichtet hält.

Zitat: "Er ist wirklich ein sehr interessanter, ambivalenter Charakter in diesem Gefüge[...]"
Und das soll vorerst auch so bleiben. :)

Nun zu Mary Boleyn: Harrys Einfluss richtet ihr Leben völlig neu aus. Anstatt sich schon vor Jahren von Londons Hof zu entfernen, rückt es sie tiefer und tiefer an diesen Ort, dem sie ja eigentlich schon länger zu entfliehen wünschte. Es wird natürlich nie so klar adressiert, dass Mary Boleyn eigentlich keine Rolle mehr bei Hofe zu spielen hätte, da unsere Freunde nichts über ihren historisch korrekten Werdegang wissen, aber ein wenig drückte es sich eben indirekt von ihrer Seite in ihren Bemühungen aus, Harry von einem Fortgang zu überzeugen, ehe er zum Lordsiegelbewahrer ernannt wurde, was ihn endgültig an den Kronrat und damit London band. Hinzu kommt, dass sich, wie auch Hermione an diesem Punkt erkennt, eine antiparallele Entwicklung zwischen ihnen und Charles und ihr abzeichnet. Während Hermione und Charles mit jeder Entwicklung bei Hofe weiter vom Hof abrücken und sogar räumlich immer weiter zurückweichen und damit auch nach und nach aus Henrys Wirkkreis treten, der damit immer mehr zum "König" und weniger zum "Vertrauten" wird, vollzieht sich bei Mary und Harry eine gegenteilige Entwicklung: Mit jeder "Wende" bei Hof, wird Harry noch ein Stück tiefer in den Sog des Hofes gezogen, sie rücken räumlich immer mehr an den Hof (von Eastwick Castle, in ihr Londoner Anwesen und nun vermehrt in den Palast selbst) und werden auch (insbesondere Harry) immer größere Faktoren im Geschehen. Und nun stehen sie an einem Punkt, an dem sie eigentlich die Entscheidung über einen Verbleib längst abgegeben haben.

Zitat: "Dass unsere drei Protagonisten nun Charles direkt und gänzlich reinen Wein einschenken, sehe ich zwiegespalten mit an."
Nun sicher, es ist heikel. Gleichzeitig ist es die Feuerprobe der Entscheidung, die Charles traf, als er Hermione gegenüber eingestand, sich für ihre Seite entschieden zu haben. Es ist also in dem Sinne nicht nur der charakterliche Handlungsbogen, den Hermione hier in Bezug auf ihre Ehe vollzieht, indem sie den Geheimnissen ein Ende setzt und damit das "Rad durchbricht", das sie immer wieder in Teufels Küche brachte, weil sie ihn eben NICHT vor eine solche Entscheidung stellen wollte, es ist auch für Charles' charakterliche Entwicklung von Bedeutung, da auch er nicht minder etwas zu beweisen hat. Indem sie nun umgehend alle Karten auf den Tisch legt und ihn zum Teil ihrer innersten Verschwörung erkürt, entscheidet sie sich die Dinge anders zu handhaben als bisher und damit endlich auf den (so hofft sie) siegreichen Pfad zu treten.
Natürlich hängt dies nun elementar davon ab, ob Charles zu seinem Wort/seiner Entscheidung steht.

Zitat: "Für ganz unwahrscheinlich halte ich Charles' Verrat nicht, erhoffe ihn mir aber natürlich auch ganz und gar nicht. Das würde das zarte, gesundende Band zwischen Hermione und ihm sicherlich vollständig und unwiederbringlich kappen."
Ja, jede Abkehr von den Worten, die er in "Nach mir die Sintflut" traf, wäre an diesem Punkt ein zerstörerischer Akt. Hermione, die ihm schließlich ihr Vertrauen in dem Wissen reicht, dass es sie alles kosten könnte, sich ("erneut") in ihm zu irren, wäre damit endgültig davon bestätigt, dass er den König selbst nach all dem Unheil noch ihr voran stellt. Und das wäre im Anbetracht ihrer Vorgeschichte der Todesstoß jeglichen mühselig zurückerlangten Vertrauens und Zusammenhalts.

Zitat: "Mir fiel nämlich auf, dass Culpepper nicht direkt bejahte, der Urheber gewesen zu sein. War das absichtlich eingebaut, oder interpretiere ich hier zu viel hinein? "
Hm, sagen wir es so, es ist in der Tat absichtlich schwammig gehalten, da diese ganze Angelegenheit eben gerade auf Messers Schneide steht. Die Frage nach Charles' Loyalität gerade im Vergleich Henry und Hermione ist es schließlich, die sich eigentlich schon seit Beginn stellt, im zweiten Akt empfindlich aufgerüttelt und auf die Probe gestellt wurde und in diesen finalen Kapiteln des zweiten Akts mehr oder minder ihre entscheidende Offenbarung findet. Es ist in dem Sinne also schon sehr richtig von dir und Lily gedeutet, dass diese drohende Frage hier mitschwingt, auch wenn der Fokus handlungstreibend sehr auf Ron und Bryan lag. :)

Zitat: "Auf seine Reaktion auf das Ganze bin ich nichtsdestotrotz sehr gespannt! "
Es ist in jedem Fall ein harter Brocken, der ihm hier mal wieder serviert wird (und das nach ein paar ohnehin schon sehr aufreibenden Wochen voller Offenbarungen). Wie du schon richtig sagtest, hat er inzwischen so einige fassungslose Erkenntnisse (auch in Bezug auf ihre Magie) hinter sich bringen müssen, vor denen Hermione ihn nicht bewahren konnte und die seine Überzeugungen auf die Probe und bisweilen auch auf den Kopf stellten. Das hier ist aber erneut nicht zu unterschätzen, eben weil es nicht nur eine theoretische Möglichkeit beschreibt, sondern eine waschechte Präsentation ihrer Kräfte und ihre Bedeutung. Beleuchten wir am Mittwoch näher. :)

Damit wünsch ich dir einen schönen Abend und auch in den kommenden Kapiteln allerbeste Unterhaltung.

Liebe Grüße,
Keiraleth
23.07.2020 | 16:41 Uhr
zu Kapitel 105
Boooh!

Nur ganz kurz heute, denn ich bin mit dem Kopf in den Wolken unterwegs und sonst komme ich wieder nicht dazu, vor Samstag nochmal reinzuschauen (denn zu meiner Schande muss ich gestehen, ich habe schon gestern ohne ein Wort, ganz klammheimlich das neue Kapitel gelesen).

Ich hoffe, dass Ashton sich zurückhält und keine weitere Schwierigkeit aufkommen wird.

Charles hätte Hermione wirklich mehr Geschmack als Windsor zutrauen können.

Harry hatte gerade die Lösung und plötzlich ist es keine Lösung mehr, ich bin schockiert und wünsche mir ehrlich gesagt bitte, bitte noch einen glimpflichen Ausgang. Doch ich fürchte das Schlimmste.

Es grüßt und knickst,
Avarantis

Antwort von Keiraleth am 24.07.2020 | 20:02 Uhr
Meine liebe Avarantis,

dein Feedback ist immer willkommen, ob kurz oder lang oder zwischen Tür und Angel. Hier gibt es keine Verpflichtungsklauseln. ;)

Auch wenn ich mich natürlich über jedes neue Alert wie Bolle freue. Das ist nicht zu leugnen und hört auch nie auf.

Zitat: "Ich hoffe, dass Ashton sich zurückhält und keine weitere Schwierigkeit aufkommen wird."
Ashton ist eine Figur, die ich nun relativ spät mehr und mehr eingeführt habe und wo ich noch recht gespannt bin, wie sie sich eurer Ansicht nach entwickeln wird. Rons Abgang aus dem Hause Brandon hinterließ eine Lücke, die ich irgendwie füllen musste und da entschied ich mich Pennington ein gewisses Gegengewicht zu verleihen, da er ja inzwischen emotional sehr dicht mit Hermione verstrickt ist. Ashton trat hier und da schonmal namentlich auf, aber erst in diesem letzten Drittel von "Incarcerus" fällt er wirklich ins Gewicht, weil er - indem er Rons vorige dienstliche Position einnimmt - sehr viel tiefer ins Geschehen rückt. Dadurch, dass er sich vor allen Dingen Charles verpflichtet und unterstellt fühlt, ist Ashton eben auch ein sehr viel nüchternerer Faktor, wie er bislang nicht vorlag, da Hermione ansonsten mit jedem (uns bekannten) Gesicht in ihrem Haushalt auch recht emotionale Beziehungen teilt. Er steht ihrem innersten Kreis nun also plötzlich recht nah, obwohl sie ihn eigentlich kaum kennt. Und das macht ihn zu einem besonderen Gewicht.

Zitat: "Charles hätte Hermione wirklich mehr Geschmack als Windsor zutrauen können. "
Haha. Gut gesprochen. Na, er hat eben das Beobachtete zu deuten versucht und sich ... ein wenig verrannt.

Zitat: "Harry hatte gerade die Lösung und plötzlich ist es keine Lösung mehr[...]"
Die Angelegenheit Culpepper war schon von Beginn an ein Spiel auf Zeit. Das zeichnet sich hier endgültig noch einmal ab. Es war ein Wettrennen darum, Beweise zu finden und Prozess in Gang zu setzen, und kurz vor der Ziellinie wurden sie dann doch noch einmal "überholt", maßgeblich weil Dereham am Ende der Nordreise auftrat und mit seinem Gerede den verbliebenen "Glanz" um Catherine endgültig zerstob und damit überhaupt erst die Möglichkeit eines anonymen Schreibens eröffnete, das VOR seiner Gerüchteküche wohl mehr auf taube Ohren gestoßen wäre und wenig Erfolg versprochen hätte (die Bedeutung von Dereham in dieser Sache wird im Kommenden wohl auch noch einmal klarer). Dereham fungierte als unverhoffter beschleunigender Faktor, der Culpeppers Zielen letztlich zugute kam (auch wenn Dereham Catherine "unglaubwürdig" machte und Culpeppers Ziel sie eigentlich ausschloss, spielte es ihm letztlich in die Karten). Harry hatte hier also einen höfischen Erfolg fast in der Tasche, nur um durch diesen unverhofften "Brandbeschleuniger" nun doch einen Sekundenbruchteil zu spät zu sein.

Zitat: "[...] ich bin schockiert und wünsche mir ehrlich gesagt bitte, bitte noch einen glimpflichen Ausgang."
Ganz die von mir erhoffte Reaktion. :) Mir gefiel, hier noch einmal die Natur von Hofintrigen als Wettlauf gegen die Zeit abzubilden. Man mag zwar gut aufgestellt sein (wie es das Trio inzwischen zweifellos ist), aber letztlich kommt es auch immer drauf an den einen Zug schneller zu sein als der Gegner. Und genau hier verlieren sie diesen "Wettlauf" ein zweites Mal, wenn auch diesmal nur um Haaresbreite.
Jetzt sind sie wieder in einer Positon der Reaktion statt der Aktion, was sie genau zu verhindern versuchten. Was den Ausgang betrifft ... Tja, ich sage nur so viel: Wir stehen mit dem morgen eingeläuteten Abschnitt in den finalen Kapiteln des zweiten Akts. Ein wenig was wird also ... geschehen. :D

Und damit schließe ich in stiller Vorfreude auf morgen,
deine Keiraleth
23.07.2020 | 16:32 Uhr
zu Kapitel 105
Liebe Keiraleth,

wieder einmal ein sehr gelungenes Kapitel, top!!

Ich bin froh, dass der Kampf so glimpflich für Hermine & Co. ausgegangen ist und dass sie durch das gemeinsam Erlebte auch die letzten Barrieren Charles gegenüber hat ablegen können. Auch finde ich es gut, dass diese Geheimniskrämerei zwischen den beiden ein (vorübergehendes?) Ende gefunden hat und sie ihn endlich in die ganzen Intrigen und Verstrickungen eingeweiht hat.

Allerdings frage ich mich, ob er es möglicherweise war, der den Brief an Henry geschickt und damit Ron’s Schicksal (vorerst) bestimmt hat… An was für einem Schreiben hat er wohl gearbeitet, bevor er von Hermine „abgelenkt“ wurde?? Ich hoffe inständig, dass er nicht diesen Vertrauensbruch gegenüber Hermine begangen hat...

Und wer war dafür verantwortlich, dass der angeblich von Harry und Ron stammende Brief auf der Fensterbank neben der Wiege von Henry gelandet ist?

In diesem Sinne kann ich das nächste Kapitel kaum erwarten

Viele Grüße
Lily

Antwort von Keiraleth am 24.07.2020 | 18:59 Uhr
Hallo Lily!

Lieben Dank! Gelungenes Kapitel höre ich doch ausgesprochen gerne. :D

Der Überfall im Wildpark von Hampton Court war zwar im Nachgang sehr klar für Hermione zuzuordnen, aber er war nichtsdestotrotz "erschreckend". Obwohl sie ihre Deckung in Bezug auf Windsor und Culpepper die ganze Zeit oben hielt, werden ihr gleich zwei Dinge zum Verhängnis: Zum einen die vermeintliche Sicherheit "wieder zu Hause/abseits des Hofes" zu sein und - vor allem - ihr Urvertrauen in Harry und Ron. Sie tappt in eine Falle, für die sie sich eigentlich bereits gewappnet hielt, aber sie tut es nur, weil sie ihren Fokus auf andere Schwachstellen gerichtet hielt. Und dieser Schreck sortiert endgültig all ihre "Prioritäten" neu. Er pulverisiert Ängste, die sie bislang nur hemmten, statt ihr zu helfen, und sorgt für die klare Einsicht, dass es Menschen gibt, denen sie vertrauen kann und muss, weil sie niemals alle Gefahren im Blick behalten kann, die der Hof auf sie richtet, selbst wenn sie es wie verzweifelt versuchte.
"Nach mir die Sintflut" vorrangig vor allem, weil Charles den entscheidenden Schritt geht, seine Loyalität endgültig für sie zu bekunden und sie über jeden Glauben, jedes Gesetz, jede Moral und (am allerwichtigsten) den König selbst zu stellen ("Wenn das hier eine Entscheidung zwischen Gott und Euch ist, dann wähle ich Euch, Hermione. Ich wählte immer Euch. Und wenn dies bedeutet, dass wir dafür in die Flammen der Hölle gelangen, dann sei es so."), aber eben auch, weil Hermione hier ihre Zurückhaltung gegenüber Charles abwirft. Sie sieht ein, dass sie das Risiko eingehen muss, sich emotional zu öffnen, weil es sie eigentlich viel stärker macht, selbst wenn es ihr bislang das Gefühl gab, "allgemeingültige Werte und damit auch sich selbst zu verraten", denn genau als das empfand sie es bis zu diesem Punkt. Sie beide erheben sich hier also über die Vorstellung von "Werten" zugunsten des anderen und der eigenen Gefühle. Hermione entscheidet für den Moment, dass sie seinen Rückhalt und seine Nähe braucht und auch bereit ist die emotionalen und weltlichen Konsequenzen dafür in Kauf zu nehmen. Und das bricht letztlich die Dämme. Sie beide entscheiden sich füreinander mitsamt aller vermeintlicher "Makel", selbst auf die Gefahr hin, mit dieser Entscheidung der restlichen Welt den Rücken zu kehren und alles zu verlieren.
Es ist also nicht nur eine lange überfällige Offenbarung aller Geheimnisse, die endlich für Einklang und vor allem auch klare Sicht zwischen ihnen sorgt (Charles kann endlich viele ihrer Entscheidungen und Reaktionen der vergangenen Jahre nachvollziehen!), sondern vor allem ein Treuegelübde zwischen zwei Menschen, die sich damit über alle Risiken erheben, um ihnen auf Gedeih und Verderb die Stirn zu bieten.

Zitat: "Allerdings frage ich mich, ob er es möglicherweise war, der den Brief an Henry geschickt und damit Ron’s Schicksal (vorerst) bestimmt hat…"
Der Brief und seine Konsequenzen werden im morgigen Kapitel Thema.

Zitat: "Und wer war dafür verantwortlich, dass der angeblich von Harry und Ron stammende Brief auf der Fensterbank neben der Wiege von Henry gelandet ist?"
So viele Briefe und Schreiben ... Auch diese Frage wird natürlich noch beantwortet. Das ist nicht vergessen und Teil kommender Plotpoints.

Eine wunderbare Portion Spannung und Emotionen auch morgen wieder,
deine Keiraleth
20.07.2020 | 09:14 Uhr
zu Kapitel 104
Liebe Keiraleth,

der erste Gedanke, der mir bei diesem Kapitel durch den Kopf schoss, war „Das Blatt hat sich gedreht“… Dieses Mal ist Henry von Hermines Gnade abhängig, wenn er möchte, dass sein Sohn überlebt.
Der Tod Paracelsus‘ macht die Situation nicht leichter für Hermine, denn nun rückt sie damit direkt in den Fokus um die Rettung von Edward. Doch ihre Entscheidung, die Behandlung von Edward vor Zeugen durchzuführen, müsste dabei helfen, dass ihr – zumindest was die Heilkünste angeht – keine Hexenkunst nachgesagt werden kann.

Ich kann verstehen, dass Hermine im ersten Moment etwas zögert, als ihr ein verzweifelter Henry vor die Füße rutscht. Es schlagen 2 Herzen in ihrer Brust… Auf der einen Seite Rache für all das, was sie seinetwegen ertragen, erdulden, über sich ergehen lassen musste; auf der andere Seite die Hermine, die Mitleid und Mitgefühl empfinden und einen Unterschied zwischen dem Vater (Henry) und dem Leitragenden (Edward) machen kann.

Die Dankbarkeit, die Henry ihr für die Rettung seines Sohnes zusichert, wird ihr hoffentlich auch das Leben nach dem hinterhältigen Angriff retten, bei dem sie sich des Stupor Zaubers bedienen musste. Charles und Pennington wissen zwar Bescheid, aber Ashton nicht… Und wer weiß, wer noch alles zugesehen hat und Hermine erneut der Hexerei angeklagt wird!
Dass Windsor und Culpepper dahinter stecken steht für mich außer Frage. Bleibt noch zu klären, wie der Brief von Ron in das Zimmer kam, obwohl das Fenster geschlossen war und Sam den Brief nicht ablegen konnte. Da stellt sich mir gerade ohne die Frage, ob er den Brief überhaupt hätte ablegen können…? Normalerweise muss der Empfänger den Brief doch vom Bein der Eule abnehmen… Wie dem auch sei, für mich steckt Maud in dieser Intrige mit drin. Sie hat schon das Pamphlet mit ins Haus gebracht und wird weiterhin Gefühle für Charles hegen. Liebe macht manchmal blind und nicht erwiderte Liebe kann nicht nur blind machen, sondern auch der Grund für irrationale Verzweiflungstaten sein…
Zu guter Letzt bin ich auch gespannt, ob es wirklich Culpepper war, der die Handschrift von Ron so perfekt nachmachen konnte, dass Hermine wirklich glaubte, dass Ron der Absender war…

Freue mich schon sehr auf das nächste Kapitel

Viele Grüße
Lily

Antwort von Keiraleth am 21.07.2020 | 22:47 Uhr
Hallo Lily,

ich gebe dir völlig recht, in diesem Kapitel gibt es einen dramatischen Machtwechsel zwischen Hermione und Henry, in dem plötzlich er ganz unerwartet am Ende ihrer Gnade steht. Es kippt ihrer beider Gefüge, nachdem er bislang konsequent Macht über sie ausübte, seit sie aus Plymouth zurückkehrte. Und es gibt Hermione einen wichtigen Teil Selbstbewusstsein zurück, nicht nur, weil sie sich gegen Rache an ihm entscheidet, sondern auch, weil sie die Bedingungen ihrer Behandlung diktiert. Sie bekommt den Raum, den Prinzen zu retten und damit Henry in eine Position der Schuldigkeit zu bringen und gleichzeitig sein Flehen abzuschmettern, wie er einst indirekt das ihre abschmetterte. Sie tut es für seinen Sohn, nicht für ihn, so wie Henry ihr Leben auch nur für ihr Kind verschonte, nicht für sie. Damit zahlt sie es ihm also auf zwischenmenschlicher Ebene doch ein Stück weit heim und stellt auch noch einmal klar, dass er selbst nichts mehr von ihr erflehen könnte, das sie zu geben bereit wäre. Nach den Monaten des Schauspiels im Norden war das auch ein Stück weit befreiend für sie, abgesehen von der Tatsache, dass sie damit einen gravierend wichtigen Schritt machte, ihre Rachewünsche wieder ihrer eigenen Kontrolle zu unterwerfen und sie damit nicht länger fürchten zu lassen, ihnen einmal zu unterliegen.

Ähnliches, wenn auch sehr viel "verborgener", geschieht in diesem Kampf im Wildpark von Hampton Court. Hermione nutzt ihre Magie als finale Waffe und dies offen. Auch wenn Pennington und Charles um ihr Hexendasein wissen, hat sie es doch immer vermieden die "zerstörerische" oder auch "waffenartige" Wirkung von Magie zu nutzen. Hier muss sie es, um ihr eigenes Leben zu retten und sie tut es. Und nicht nur das, im Vorfeld tötet sie selbst mehrere ihrer Angreifer ohne zu zögern. Sie offenbart sich hier ganz klar als Kämpferin, ohne Scheu davor, dem Bild einer geläufigen Hexe zu entsprechen, weil die vergangenen Ereignisse sie lehrten, dass es ein tödlicher Fehler sein kann zu lange zu zögern, nur um "den Schein" zu wahren.

Ashton wiederum war nicht in ihr Hexendasein eingeweiht. Vor ihm ist es also auch eine Enttarnung und wie diese verläuft, das bleibt abzuwarten.

Auch wie der fingierte Brief Hermione erreichen konnte, wird natürlich noch Thema. Und überhaupt, diese gesamte Verflechtung von Windsor, Culpepper und viele andere Entwicklungen kommen nun zur Sprache.

Zitat: "Da stellt sich mir gerade ohne die Frage, ob er den Brief überhaupt hätte ablegen können…? Normalerweise muss der Empfänger den Brief doch vom Bein der Eule abnehmen…"
Ich habe das jetzt nicht explizit recherchiert, aber ich glaube in Harry Potter geht es auf beiden Wegen - Schnabel und Bein (wobei letzteres natürlich den Brieftauben gleichkommt und ersteres mehr "Fantasy"-Charakter trägt). So funktioniert es jedenfalls in meiner Saga. Je nachdem, ob man möchte, dass es der Empfänger persönlich entgegen nimmt oder der Brief einfach nur ankommt, ungeachtet der Anwesenheit des Empfängers. Quasi wie bei der Post im Briefkasten oder als "bestätigter" Empfang. So habe ich es mir zumindest zusammengereimt. XD

Nun, Maud hat das allgemeine Vertrauen offensichtlich verspielt. Ob nun berechtigt oder nicht, ich sehe, woher das Misstrauen erwächst. :)

Hab wie immer lieben Dank!
Deine Keiraleth
19.07.2020 | 20:26 Uhr
zu Kapitel 104
Okay, da nimmt die ganze Sache dann doch wieder Fahrt auf... Ich bin gespannt, wie sich der Berg voll Leichen auf den weiteren Verlauf auswirken wird. Aktuell hat Hermione ja die Rückendeckung von Henry zurückgewonnen... Gut, dass sie dieses Mal Pennington gesagt hat, wohin sie zu verschwinden gedenkt. Ich vermute mal stark, er hat Ron oder Harry getroffen und noch vor Hermione eins und eins zusammengezählt.

Antwort von Keiraleth am 21.07.2020 | 22:20 Uhr
Hallo Icke,

oha, ja, ab und an muss ein Kapitel ein wenig meine Action-Gelüste besänftigen. Und hier durfte ich mich endlich wieder ein wenig austoben.

Dass etwas geschehen würde, war abzusehen, es blieb nur die Frage wann und wo und von welcher Seite. Hermione tappt in einem vermeintlich sicheren Moment in eine Falle und auch wenn sie es im letzten Moment "versteht", schnappt die Falle nahezu erfolgreich zu. Wie das überhaupt geschehen konnte, wieso Pennington & Co. doch noch rechtzeitig auf den Plan treten konnten und ... welche Erkenntnisse das Ganze mit sich bringt, das sehen wir u.a. morgen. Ich fand den Satz "Ich bin gespannt, wie sich der Berg voll Leichen auf den weiteren Verlauf auswirken wird." jedenfalls herrlich, weil er irgendwie dem morgigen Kapitel aus der Seele spricht. Es ist ein wichtiges Kapitel, auch für eine kleine Auflösung des bisherigen Verlaufs. Und es schafft Raum für ein paar entscheidende Momente. :)

Zitat: "Gut, dass sie dieses Mal Pennington gesagt hat, wohin sie zu verschwinden gedenkt."
Hier existiert eine sehr intensivierte Vertrauensbasis. Pennington und Hermione sind ein "Paar", das eine der positivsten Entwicklungen in "Incarcerus" ist, weil fast nichts so sehr von dem Grundgedanken von "Familie" zeugt wie sie beide. Ihre hierarchische Beziehung schrumpft auf sehr gesunde Art zusammen. Hermione vertraut ihm längst mit ihrem Leben und gerade, weil sie ihn so sehr schätzt, fühlt sie sich an diesem Punkt verpflichtet ihn weitestgehend einzuweihen, auch wenn sie es nicht als "notwendig" erachtet, so doch weil er es tut und sie auf sein Urteil zu vertrauen gelernt hat.

Lieben Dank und einen schönen Dienstagabend,
deine Keiraleth
19.07.2020 | 19:16 Uhr
zu Kapitel 104
Liebe Keiraleth,

oh Mann, oh Mann, nur zwei Kapitel und es ist schon wieder so Einiges ins Rollen geraten!

In „Die Mär vom Glück“ fand ich es sehr schön, indirekt durch Harrys und Marys Erzählungen von Henry Carey mal etwas von Hogwarts zu hören. Stutzig wurde ich, als Hermione in Gedanken des Königs Desinteresse an diesem, ebenfalls illegitimen Sohn beneidete. Ob da wirklich das allerletzte Wort gesprochen ist - da wäre ich gerade in Bezug auf die Launen- und Wechselhaftigkeit unseres Königs gar nicht so sicher wie Hermione. Irgendwas ist bei ihm ja immer und selbst die kleinsten Regungen können regelrechte Lawinen auslösen. Ich würde es dem Hufflepuff von Herzen gönnen, aus der Schusslinie zu bleiben, aber gerade, wo er nun etwas mehr am Hof eingeführt wird.. na, ich weiß ja nicht! Ich behalte außerdem immer im Hinterkopf, dass du eigentlich bei jedem noch so beiläufig wirkenden Einschub Hintergedanken verfolgst :D

Hermiones und Charles’ weitere, langsame Annäherung (ich würde diese Entwicklung „Zwei Schritte nach vorn, ein Schritt zurück“ betiteln) finde ich für Hermiones seelischen Zustand sehr heilsam und positiv. Charles gegenüber bin ich weiterhin sehr zwiegespalten. Er ist unstrittig ein guter und (sich) sorgender Vater und für diese Zeit sicherlich auch ein sehr progressiver und liberaler Ehemann, doch trotzdem bleibt bei mir ein Rest Misstrauen und ein Funke Abneigung, die ich mir nicht abschließend erklären kann. Vielleicht bin ich einfach zu halsstarrig in manchen Belangen :D Dass er sich Mühe gibt, ist nicht abzustreiten.

Immer wenn König Henry auf den Plan tritt, schnürt sich irgendwas in der Nähe meiner Lunge zusammen. Ich traue diesem Mann keinen Millimeter mehr über den Weg und ich glaube, das rührt daher, dass er für mich einfach eine tickende, wahnsinnig zerstörerische Zeitbombe ist, die aber leider keinen praktischen Timer mit Anzeige hat, sondern unvorhersehbar einfach irgendwann hochgehen kann, weil jemand sie schief anguckt oder anderweitig ihre Männlichkeit/Ehre/Großartigkeit/wasauchimmer infrage stellt.
Seine Warnung bzw. Drohung muss Hermione natürlich „schlucken“ und brav abnicken, ist aber - für meinen Teil - wieder an bodenloser Frechheit und Dreistigkeit nicht zu überbieten. Wer ist denn Schuld am ach so traurigen Zerwürfnis der beiden? Klar, in Henrys Kopf natürlich prinzipiell jeder außer ihm selbst, aber.. argh :D

Und dann die zwei platzenden Bomben am Ende des Kapitels. Uff, ich muss ja sagen, jedesmal, wenn Henry auch nur eine kleine Kränkung oder Negativität erfährt, muss man ja schon bangen, welche Wut und Zerstörung darauf nun folgen könnten. Und nun bekommt er gleich zwei Nachrichten eines absolut alarmierenden Kalibers!
Ich muss sagen, ich hatte hier tatsächlich Angst, dass du Edward vorzeitig sterben lässt - denn nur weil dem in der Serie und in der tatsächlichen Geschichte nicht so war, muss das ja lange nichts heißen! Dass der König Hermione um medizinische Hilfe bittet, ist zwar verständlich, aber löst gleichzeitig auch wieder die Zwickmühle des Jahrtausends aus, finde ich. Egal, welches Ergebnis sie am Ende einfährt, es kann irgendwie doch wieder gegen sie verwendet werden - direkt oder indirekt. Stirbt Edward, ist sie Schuld daran und hat den Thronfolger Englands auf dem Gewissen. Hat sie Erfolg, tuscheln vielleicht wieder alle am Hof über ihre „Kräfte“. Gerade ein Luffert könnte meines Erachtens aus Neid und Missgunst sicherlich kreativ werden, wenn es um ihre Methoden geht und irgendetwas Hanebüchenes erfinden. Ob da nun im Zweifelsfall Augenzeugen (die fast alle in irgendeiner freundschaftlichen/emotionalen Beziehung zu Hermione stehen) das Gegenteil beweisen können, ist doch Feinden und Gegnern völlig egal.
Naja, nun hat es ja glücklicherweise geklappt und dem kleinen Edward geht es wieder besser. Sorgen habe ich trotzdem, aber ich glaube, die werde ich in dieser Geschichte auch nicht mehr ablegen, haha :D

Ich achte jetzt übrigens ständig darauf, ob, wenn Ron erwähnt wird oder auftritt, ich irgendetwas Merkwürdiges daran finden kann. In diesen beiden neuen Kapiteln ist mir nun aber glaube ich erst einmal nichts wieder untergekommen - na gut, bis auf „seinen“ Brief natürlich.
Unkreativerweise glaube ich, dass in puncto fingierter Brief die gute Maud wieder ihre Finger im Spiel haben könnte. Sie ist nah am Geschehen, hat uneingeschränkten Zutritt zu Hermiones privaten Räumlichkeiten und Gemächern und ist nicht gerade deren beste Freundin. Ich glaube wiederum zwar nicht, dass Maud Hermione gleich tot sehen will - vielmehr halte ich für wahrscheinlich, dass sie hier (wieder einmal) von Windsor und/oder Culpepper ausgenutzt und größtenteils im Dunklen gelassen worden sein könnte.
Das Indiz dafür glaube ich in „Die Mär vom Glück“ gesehen zu haben, als Ursula und Hermione darüber sprachen, dass Maud etwas über die Anschuldigungen durch Windsor weiß bzw. erfahren hat. Erstere sagte, dass das ja egal sei, solange Maud nichts aktiv tut oder beiträgt. Nun, vielleicht hat sie das damit ja getan..?
Wenn ich noch einen Schritt weitergehe, könnte ich Maud auch mit meiner Ron-hat-einen-Doppelgänger-Theorie verknüpfen. Nicht in dem Sinne, dass Maud sich überraschenderweise als herausragende Magierin entpuppt, sondern eher, dass sie die Informantin des Spions ist, die ihn mit Aufenthaltsorten, Plänen und Zeitangaben versorgt. Nun ja, ich verschanze mich mal wieder in meinem Theorienraum :D

Zu deiner letzten Reviewantwort und deiner Antwort auf meine Nachricht: Ich verstehe natürlich komplett, dass du auf meine waghalsigen Theorien und Gedanken nicht wirklich eingehen kannst, ohne zu spoilern! In keinster Weise erwarte ich da irgendeinen Hinweis oder eine Bestätigung, sondern hoffe eigentlich nur, dass es für dich vielleicht amüsant ist, zu lesen, in welchen Punkten ich mich völlig verrenne, oder ob ich vielleicht sogar manchmal eine heiße Spur aufgeschnappt habe.

Nun denn, wieder einmal habe ich hier einen Gedankensenfroman hinterlassen und wieder mal bin ich sehr gespannt auf das, was uns erwartet und vor allem auf das Pulverfass, das du uns angekündigt hast. In die Luft gehen wird sicherlich etwas - die Frage ist, wer davon getroffen wird..
Alles Liebe und dir noch einen schönen Rest-Sonntag!
Deine Julia

Antwort von Keiraleth am 21.07.2020 | 21:49 Uhr
Hallo Julia!

Ah, es ist mir wie immer eine große Freude.

Die kurzen gedanklichen Ausflüge nach Hogwarts scheinen ja allgemein viel Freude ausgelöst zu haben. Sehr schön, denn ich denke zwischendurch haben wir uns das ja wirklich verdient, selbst wenn es ansonsten so verkorkst und verhext zugeht wie derzeit an Henrys Hof.
Aber ja, es war natürlich eigentlich mehr Mittel zum Zweck, um a) Harrys und Marys Beziehung noch ein Stück näher zu beleuchten (u.a. weil sie eine der wenigen Profiteure von Henrys Reise gen Norden waren und die Zeit der Abwesenheit des Hofes ganz klar genutzt haben, um noch näher zusammenzuwachsen) und b) um daran zu erinnern, dass Henro nicht der einzige "illegitime" Nachwuchs des Königs ist (wenn er es auch nicht wirklich ist ...). Henry Carey war ebenfalls ein "Sohn" von Henry, doch anders als in Hermiones Fall war er nicht in eine so dramatische Geschichte verwickelt, die so viel Aufmerksamkeit (selbst über Landesgrenzen hinweg) auf sich zog. Wir dürfen nicht vergessen, dass selbst König Francis in Frankreich die Vorgänge rund um Hermione im Blick hatte (wie Marillac erwähnte), weil eben an ihr sehr viel Schlussfolgerungen über Henrys Geisteszustand und die Zukunft seines Hofstaats abzusehen waren.
Zudem ist Henro selbst mit Charles als Vater von sehr viel höherer Geburt als Henry Carey. Er wird also von Rang und Namen aus schärfer beäugt, da es vom Herzogtitel stets nicht mehr sehr weit zum Fürsten war. Natürlich ist Ned der Erbe seines Vaters, aber bei der Sterblichkeit damaliger Zeiten war das noch lange kein Grund unwachsam zu werden.
Was Hermione nun instinktiv an Henry Carey beneidet, ist also die Tatsache, dass er den Großteil seiner Kindheit ohne die geringste Einmischung von Seiten des Königs hinter sich bringen konnte, weil es sein "unauffälliger" Stand und Henrys geschwundenes Interesse an Mary gestatteten. Beide sind aus seinem Fokus gerückt und konnten das auch nur aus diesen Gründen. Henry Cary kann vernünftig in Hogwarts ausgebildet werden, er kann eigene Wege beschreiten und ist zudem sehr viel weniger gefährdet durch die Aufmerksamkeiten des Hofes, selbst jetzt da er an diesen eingführt wird. Ein illegitimer Sohn des Königs seines Standes stellt keinen essentiellen "Faktor" für das Hofgeschehen dar - zumindest solange er nichts an seiner Lage ändert. Und damit umgibt Henry Carey ein gewisser Schutz der "Gleichgültigkeit". Dadurch dass Henry ihn kaum mehr im Auge hat, besitzt Marys Sohn eine Schonfrist, die ihn erwachsen lässt, ohne ihn schon den ganzen Gefahren seiner Herkunft auszusetzen.
Und Hermione weiß schon jetzt, dass das für Henro nie eine Möglichkeit sein wird. Dafür haben die Umstände seiner Geburt, seine Herkunft und auch ihre eigene Geschichte längst gesorgt. Er wird immer als Instrument oder Gefahr oder Hebel angesehen werden. Wenn nicht von Henry selbst, dann für jeden Höfling und das mehr und mehr je älter er wird. Sie als "Hochverräterin, die begnadigt wurde" wird nie einen so ruhiges Ende ihrer romantischen Verflechtung mit dem König finden, wie Mary es tat. Sie werden von jetzt an immer in einer gewissen Balance und Abhängigkeit zueinander existieren, weil er sie zum Tode verurteilte, nur um ihr Leben anschließend zugunsten des Kindes zu wahren. Und dadurch wird es auch Henro.

Natürlich steht auch die Zukunft für Henry Carey noch in den Sternen abhängig von dem Weg, den er einschlägt. Aber zumindest diese (abgeschiedene) Kindheit hatte er.

Zitat: " Ich behalte außerdem immer im Hinterkopf, dass du eigentlich bei jedem noch so beiläufig wirkenden Einschub Hintergedanken verfolgst :D"
Nun, die habe ich in der Tat. :)

Zitat: "Hermiones und Charles’ weitere, langsame Annäherung (ich würde diese Entwicklung „Zwei Schritte nach vorn, ein Schritt zurück“ betiteln)[...]"
Das trifft den Nagel auf den Kopf.

Zitat: "Charles gegenüber bin ich weiterhin sehr zwiegespalten. Er ist unstrittig ein guter und (sich) sorgender Vater und für diese Zeit sicherlich auch ein sehr progressiver und liberaler Ehemann, doch trotzdem bleibt bei mir ein Rest Misstrauen und ein Funke Abneigung, die ich mir nicht abschließend erklären kann."
Ich finde das sogar sehr verständlich. Nach allem, was so entlang des Weges geschah, wäre es sehr seltsam, wenn wir ihn nicht zumindest mit einer gewissen Zurückhaltung sehen würden. Eigentlich spiegelt das sogar recht gut wieder, was Hermione hierbei empfindet. Denn obwohl Charles sich mit aller Ehrlichkeit alle Mühe gibt, ihr zu helfen und ein erneutes Band zu ihr zu knüpfen, bleibt eine gewisses Misstrauen bzw. eine gewisse Abneigung, sich wieder auf ihn einzulassen ihm gegenüber bestehen, wie ja vor allem "Die Mär vom Glück" zeigte. Und es ist auch nur sinnig. Ihr Verstand versucht sie vor sich selbst zu schützen. Immerhin hat sie eine sehr üble Wendung ihres Schicksals an seiner Seite erlebt und manches wurden erst von ihm "in Gang gesetzt" (ob nun beabsichtigt oder nicht).
Sich also vorbehaltslos wieder auf ihn einzulassen, ist Hermione von jetzt auf gleich gar nicht möglich. Und, ich denke, dasselbe trifft aus Lesersicht zu. Deshalb muss hier viel auf BEIDEN Seiten geschehen - und genau deshalb dieses "zwei Schritte vor, ein Schritt zurück" von dem du sprachst. Irgendwie versuchen sie beide nun einen Punkt zu finden, an dem echtes Vertrauen wieder entstehen kann.

Zitat: "Immer wenn König Henry auf den Plan tritt, schnürt sich irgendwas in der Nähe meiner Lunge zusammen."
Und auch diese Reaktion lese ich sehr gerne. Genauso wie sich unsere Wahrnehmung zu Charles im Laufe von "Incarcerus" wandelt, tut es ja ganz essentiell die von Henry und auch das wieder analog Hermiones eigener Wahrnehmung. Prinzipiell wusste sie (wie auch wir) von Beginn an, wer er ist und auch wie die Zukunft von ihm denkt. Hermione kannte viele seiner Gräueltaten im Voraus und trotzdem ist es ein sehr stabiler und recht sympathischer Henry, den sie kennen lernt. Den sie sogar bis zu einem gewissen Teil zu verstehen lernt. Sie hat Vorbehalte gegen ihn, aber letztlich nimmt sie ihn zu Beginn nie als die "tickende Zeitbombe" wahr, als die er nun für ihr persönliches Leben und auch den Hof auftritt. Und dies ist vor allem seiner wachsenden Irrationalität und seinem Realitätsverlust zu verdanken. Da Henry zudem einer der wichtigsten Figuren von "Incarcerus" ist, habe ich natürlich viel Gedankenschmalz darauf verwandt, ihrer beider Dynamik einigermaßen fesselnd und vielseitig zu gestalten und auch durch einen eigenen Handlungsbogen zu leiten. Immerhin behält Henry ganz klar einen bleibenden Eindruck auf ihr Leben, nicht unbedingt weniger denn Charles. :)

Zitat: "Wer ist denn Schuld am ach so traurigen Zerwürfnis der beiden? Klar, in Henrys Kopf natürlich prinzipiell jeder außer ihm selbst, aber.. argh :D"
Ja, das wirklich erschreckende hierbei: Nicht nur war Henry der eigentliche Auslöser des Bruchs in ihrer Ehe und der emotionalen und psychischen Strapazen, die diesem Bruch folgten, nein, nun macht er aus diesem Zerwürfnis mehr oder minder ein weiteres ihrer Vergehen und es zu einem Faktor seiner "Gnade", wie Hermione ja Charles gegenüber in "Die Mär vom Glück" offenbart. Henry erlegt es also Hermione auf, ihrer beider Affäre und all ihre dramatischen Nachbeben nahtlos zu kitten, ungeachtet ihrer eigenen Machtlosigkeit in dieser ganzen Geschichte. Er macht "Charles' Glück" also zu einem erforderlichen, anhaltenden Treuebeweis von ihrer Seite. Und das ist nun wirklich ungnädig, denn auch wenn Henry nichts von den wahren Gründen ihres Zerwürfnisses weiß, so ist es doch eine erneute Einmischung in ihre Ehe und erklärt ihre eigenen Emotionen für zweitrangig nach den seinen.

Zitat: "Ich muss sagen, ich hatte hier tatsächlich Angst, dass du Edward vorzeitig sterben lässt [...]"
Euch ist sicher schon die in "Incarcerus" durchgehende Thematik der Heilkünste/Medizin aufgefallen. Edwards Behandlung ist hier also ein gewisses Kernereignis, auf den dieser bisherige Bogen zuhielt. Es sind Hermiones heilerischen Versuche, die ihr in "Incarcerus" zu gleichen Teilen helfen und ihr aber auch schaden und zudem sorgt es hier für einen langersehnten Moment der "Macht" über Henry und damit auch eine ausgleichende Balance. Es ist also ein wichtiges Handlungsmotiv. Gleichzeitig ist es aber auch eine tragende Entwicklung für die restliche Saga und von symbolischer Bedeutung ihrer Figur (wie Legolas ja auch schon andutete). Letztlich ist Hermione die Heldin dieser Geschichte, die "Auserwählte", und in dieser Entwicklung birgt sich mehr, als nur die Möglichkeit sich gegen eine Rache an Henry zum Nachteil eines Unschuldigen zu entscheiden. Die weitläufige Bedeutung des Ganzen wird hier bestimmt noch im Kommenden deutlicher.
Also ja, dass Hermione den Prinzen hier rettet, war nicht nur ein wichtiger Akt für die Geschichte Englands, sondern auch - oder gerade - für ihre eigene.

Zitat: "Dass der König Hermione um medizinische Hilfe bittet, ist zwar verständlich, aber löst gleichzeitig auch wieder die Zwickmühle des Jahrtausends aus, finde ich. Egal, welches Ergebnis sie am Ende einfährt, es kann irgendwie doch wieder gegen sie verwendet werden - direkt oder indirekt. "
Richtig. Es ist recht klar, dass jede Entscheidung ein fatales Risiko birgt (und es ist auch eine der Gründe, wieso Charles sie vor dieser Entscheidung bewahren wollte). Aber gerade deswegen macht es diese ganze Angelegenheit ja zu einer sehr aussagekräftigen über Hermiones Persönlichkeit. Letztlich war es also nun eine Frage darüber, ob sie dem so lange thematisierten Drang auf Rache gegen Henry zugunsten Edwards Tod gewähren lässt. Und sie tut es nicht. Damit gewinnt sie über ihre eigene Rache und kann letztlich sogar ein Stück weit Kontrolle über ihre Emotionen gegenüber den König erringen. Denn an diesem Punkt beweist sie sich, dass sie ein unschuldiges Leben immer noch höher schätzt als ihre persönliche, langersehnte Vergeltung. Und das beweist ihr wiederum, dass sie immer noch sie selbst ist und der Tower sie nicht besiegt hat.

Inwieweit nun die geglückte Rettung des Prinzen ihre Wogen nach sich zieht, bleibt abzuwarten. Zwischen Hermione und Henry sorgt sie aber in jedem Fall für ein weiteres gewichtiges Ereignis in ihrer beider Beziehung und Abhängigkeit.

Zitat: "Ob da nun im Zweifelsfall Augenzeugen (die fast alle in irgendeiner freundschaftlichen/emotionalen Beziehung zu Hermione stehen) das Gegenteil beweisen können, ist doch Feinden und Gegnern völlig egal."
Ja und nein. Mit Lady Bryan, Francis Bryan und Hertford aka Edward Seymour ist eigentlich auch eine "bunte" Mischung politischer Faktoren vorhanden, nebst zu den emotionalen Beziehungen und natürlich dem König selbst. Letzterer wäre es ohnehin, der von Hexenkunst überzeugt sein müsste, damit es zu einem "Verfahren" kommt. Es müssten sich in dem Sinne also alle Genannten zu dieser Überzeugung "verbünden" und das ist eine sehr viel bessere Ausgangslage (wenn auch nicht auszuschließen) denn ihre heimliche Behandlung bei Nacht und Nebel an Henry, der man von außen alles unterstellen konnte, da es hier mit Charles und Harry nur zwei SEHR emotional verbundene Zeugen gab. Es macht es also Luffert und anderen Missgünstlern wesentlich schwieriger überzeugende Gerüchte in die Welt zu setzen.

Und damit zu den letzten Szenen von "Fürstenblut". Wie der fingierte Brief ins Haus gelangte, wird natürlich im Kommenden aufgedeckt. Es ist schließlich Teil der ganzen Verschwörung und des Netzes, das Hermione umgibt. Deine Theorie ist wie immer kommentarlos und erfreut registriert. Ah, ich liebe es, wenn ihr eure Gedanken zu euren Vermutungen mit mir teilt. Es ist sicherlich eine der lehrreichsten Aspekte für mich als Autoren. Und das kommt nur meinen Geschichten und damit wiederum euch zugute. :)

Zitat: " In die Luft gehen wird sicherlich etwas - die Frage ist, wer davon getroffen wird.."
Oh, diese Phasen der platzenden Knoten, Wendepunkte und Erkenntnisse sind immer meine liebsten. Es ist schließlich immer der Payoff vieler gesponnener Netze. Und je näher wir dem Finale kommen, desto mehr klärt sich die Sicht. Ich bin also schon sehr gespannt, was das nun laufende Ende des zweiten Akts so für Eindrücke hinterlässt.

In dem Sinne viel Spaß auch weiterhin,
deine Keiraleth
15.07.2020 | 21:20 Uhr
zu Kapitel 103
Hello liebste Keiraleth,

es ist ein wunderbarer Regenabend und ich bin ganz entzückt, dass ich ihn lesend verbringen darf.

Plötzlich, obwohl Charles überhaupt nicht im Ansatz als religiöser Mensch zu beschreiben ist, ist ihm doch eine Ehe vor Gott sehr wichtig. Oder eben als Absolution an Richtigkeit nicht zu übertreffen. Das zeigt ihn doch deutlich als Mann seiner Zeit, würde ich meinen.
Nun. Bryan wird sich damit nicht ganz so schnell zufrieden geben, würde ich meinen. Das ist ausgesprochen... nun. Schwierig? Und ich verwende heute viel zu oft ein nun.

"bin ich der Blicke los." <- Müsste "die" heißen, oder? Oder bin ich gerade mit einem Brett vor dem Kopf gesegnet?

Ursula ist bestimmt eine gute Verbündete in Bezug auf Jane, ich bleibe gespannt bei der Sache. Denn wenn es jemandem gelingt, das Ruder für sich herumzureißen (und ich bin gerade versucht, einen Witz mit dem Antrag von Norrington zu machen), dann ist es Ursula. Sie ist mir schon ein ganzes Stück ans Herz gewachsen, ehrlich.

Danke für die Quidditchszene. Das ist wundervoll gelungen und hat einen kleinen, leichten Einschub gegeben, der alltägliches Leben beschrieben hat und eine ganz sanfte Wonne in meinem Herzen auslösen konnte. Ich danke dir.

"andererseits schirmt den König ihn auch ständig ab" <- der, oder? Ich weiß nicht, ich bin heute ein bisschen knauserig, entschuldige.

Vielleicht war Hermione jetzt ein bisschen zu waghalsig, wenn sie sich nach einem Gespräch mit dem König so offen gegen Culpepper richtet. Ich bin nicht sicher, auf welcher Art von Balance die Beziehung zwischen Henry und Hermione gerade noch tänzelt.
„Ich dachte, ich wärt längst in London“, <- ihr, oder? :D Ich bin heute sehr kleinlich, verzeih.

Well, I stay tuned, as they say. :)

Liebste Grüße,
Avarantis

Antwort von Keiraleth am 17.07.2020 | 22:20 Uhr
Hallo, meine Liebe,

zuletzt gab tatsächlich ordentliches Lesewetter, was ab und an auch ganz vergnüglich sein kann. :)

Gleich vorweg: Ich danke für die tatkräftige Unterstützung meine Tippselfehler auszumerzen. Bitte immer anmerken, wenn etwas ins Auge sticht. Bei dem schieren Umfang dieser Geschichte und den vielen "Satzumstellungen" und Nachbesserungen hat sich doch ein wenig was angesammelt, das nicht zusammengehört und das selbst die Korrektur nicht alles abgefangen hat. Gerade bei diesen späteren Kapiteln mag sich ab und an etwas reingeschlichen haben, da ich sie a) etwas dichter getaktet geschrieben habe und damit auch "weniger oft" nachgebessert habe und b) sie zur Korrekturphase noch sehr frisch im Kopf waren - da entgeht mehr.

Zitat: "Plötzlich, obwohl Charles überhaupt nicht im Ansatz als religiöser Mensch zu beschreiben ist, ist ihm doch eine Ehe vor Gott sehr wichtig. Oder eben als Absolution an Richtigkeit nicht zu übertreffen."
Hm, ich denke, ihn beschäftigt in dieser Hinsicht vor allem letzteres. Natürlich ist er letztlich doch ein religiös gezeichneter Mensch, für den diese Werte mehr oder minder die "letzte Instanz" bilden, selbst wenn er alles andere als fromm daherkommt, aber natürlich ist Charles ganz sicher kein Mensch, der sich der Religion verschrieben fühlt. Er ist damit aufgewachsen und nimmt es als Teil seines Lebens wahr, sozusagen ein "insgeheim tröstlicher Aspekt", aber nichts läge ihm ferner, als sich mit religiösen Debatten oder Philosophien oder Streitigkeiten auseinander zu setzen. Er "glaubt", das tut er durchaus, aber er sieht sich nicht in der Position die absolute Richtigkeit des Glaubens zu belegen. So fühlt er sich z.B. zwar auch der alten Religion zugehörig, aber selbst das baut mehr auf familiären Werten und Sympathien zu den "alten Zeiten" und weniger irgendwelchen religiösen Eifereien.
Hermione kennt seine Sympathien und weiß gleichzeitig, dass Religion einen mehr heimlichen Stellenwert in seinem Leben einnimmt als irgendeinen maßgebenden oder führenden.

In diesem Fall jedoch ist es mehr der "juristische" Aspekt der Eheschließung, der ihn beschäftigt. So war noch einige Jahrzehnte vorher eine Eheschließung gültig, selbst wenn sie insgeheim geschlossen wurde, ohne Zeugen und selbst ohne Kapelle oder Priester. Das bloße Versprechen zweier Menschen und der "Vollzug" machte aus einer Ehe bereits eine gültige. Das änderte sich im Laufe der Renaissance, da durch solche "heimlichen" Verbindungen viele gleichzeitig bestehende Ehen resultierten, die nachträglich wieder aufwendig "nachvollzogen" werden mussten und bei denen manchmal erst nach Jahren herauskam, dass die Frau oder der Mann bereits anderweitig verheiratet war und die bestehende Ehe nicht gültig war. Manche Paare nutzten diese Form der Eheschließung sogar, um politischen Verbindungen oder Zwangsehen zu entgehen. Daraufhin erließ man irgendwann Gesetze, die das Mindestalter für Frauen und Männer festlegte (21 in der Regel, allerdings mit Erlaubnis des Vormunds/der Eltern bei Frauen ab 12 und bei Männern ab 14). Ein weitere Gesetzgebung brachte zudem das Erfordernis von Geistlichen und geweihten Boden - was Charles als "Eheschließung coram deo" bezeichnet.
Hierbei muss man vor Augen haben, dass es Jahrhunderte keine so klaren Vorschriften für eine gültige Eheschließung gab, was zu sehr viel Chaos und verschiedenen regionalen Regelungen führte, die damit "behoben" werden sollten. Es war sozusagen der Vorläufer unserer heutigen Eheschließung beim Standesamt, nur dass sie damals eben vor einem Geistlichen und auf geweihtem Boden durchgeführt werden musste, um "gültig" zu sein.
Aber eben weil diese Gesetzgebung noch sehr "frisch" im Bewusstsein der Bevölkerung war, gab es trotzdem noch einige Eheschließungen nach altem Modell und es entbrannten immer wieder Diskussionen über Gültigkeiten und wo die Grenze zu ziehen war. Sogar unter Adligen, die eigentlich sehr viel verschriftlichten, Verträge schlossen und "wasserdicht" zu schließen beabsichtigten, da ja immer viel Erbe, Titel und politische Bündnisse auf dem Spiel standen, taten sich immer wieder Diskussion über "Vorverbindungen" auf und wurden oft auch instrumentalisiert, um ungünstige Ehen wieder "auzulösen".
Wenn Charles die Eheschließung vor Gott und in einer Kirche ergründet, dann ist es also vor allem, die Frage nach der juristischen Bindung, die Hermione besitzt. Es ist die kurze Furcht, ihre Ehe aus rechtlichen Gründen annullieren zu müssen, was er aber erleichtert als nicht notwendig erkennt, da er ja annimmt, dass besagte Hochzeit aus seiner Sicht erst nach IHRER Eheschließung stattfand, womit sie bis zu seinem Tod keine neue Ehe einzugehen vermag. Wüsste er hingegen, dass ihre Verbindung mit Legolas vor ihrer Ehe zustanden kam, wäre er vermutlich sehr viel unsicherer über die Gültigkeit ihrer eigenen Ehe und genau da käme nun die o.g. Gesetzgebung entscheidend ins Spiel. Was Hermione weiß und weshalb sie eben sehr klar ausspricht, dass sie nicht "vor Gott" geheiratet haben, um jeden Zweifel an der Gültigkeit noch im Keim zu ersticken.
Gott spielt hier also eine sehr viel geringere Rolle, als es auf den ersten Blick den Anschein hat. :)

Zitat: "Das zeigt ihn doch deutlich als Mann seiner Zeit, würde ich meinen. "
Nun, das in jedem Fall. Solchen Problematiken stellen wir uns heute wohl nicht mehr. XD

Zitat: "Bryan wird sich damit nicht ganz so schnell zufrieden geben, würde ich meinen."
Bryan weiß nun von Plymouth, etwas das Hermione wohlberechtigt vor ihm zu verbergen wünschte. Und er weiß, dass sie nicht wollte, dass er es weiß, weil sie ja nur deswegen so ein Geheimnis um Windsors Bedrohung machte, die sie ansonsten mit ein paar Schachzügen und ggf. auch seiner Hilfe schnell im Keim hätte ersticken können. Deshalb kann er auch schlussfolgern, dass sich eine höhere Bedeutung hinter dem "Mann aus Plymouth" verbirgt und sehr viel mehr Wahrheit in Windsors Behauptungen von einer "Ehe" steckt. Dass es ein weiterer Schlüssel zu ihrer Identität und auch ihrer Herkunft sein mag. In jedem Fall eine Schwachstelle, die sie bewusst vor ihm zu verbergen versuchte.
Wie er nun mit diesem Wissen - oder sagen wir, dieser Spur - umgeht, das wird sich zeigen.

Zitat: "Ursula ist bestimmt eine gute Verbündete in Bezug auf Jane, ich bleibe gespannt bei der Sache. "
Ja, so etwas liegt ihr. Und hier zeigt sich auch noch einmal, wie wichtig es ist, dass Hermione in ihrer Position eine Hofdame wie Ursula besitzt, die das höfische Spiel bestens beherrscht und SEHR gut vernetzt ist.

Zitat: "Sie ist mir schon ein ganzes Stück ans Herz gewachsen, ehrlich. "
Sie und Hermione legen schon eine Reise hin. :)

Zur Quidditchszene: Das machte ich nicht ganz ohne gewisse Hintergedanken, aber vorerst war es natürlich ein netter Stimmungsaufheller. Und es half auch nochmal dabei zu zeigen, dass sich auch Marys und Harrys Beziehung in Abwesenheit des Hofes weiterentwickelte und noch ein ganzes Stück "verschworener" wurde. Nachdem sie zuletzt doch auch ihre Probleme hatten, hat zumindest IHNEN die Nordreise des Königs ganz gut getan.

Zitat: "Vielleicht war Hermione jetzt ein bisschen zu waghalsig, wenn sie sich nach einem Gespräch mit dem König so offen gegen Culpepper richtet."
Die Worte waren sehr offen gegen Culpepper gerichtet, aber nicht für andere Ohren zu vernehmen. (Der König zumindest war zu dem Zeitpunkt schon zu Catherine weiter gezogen). Es war in dem Sinne natürlich ein gewagter Zug, denn damit traf Hermione die Entscheidung alles auf die Karte zu setzen, dass er letztlich "Respekt" vor der Bindung zwischen Charles und Henry besitzt, die bislang jede höfische Wendung überlebte. Indem Hermione sich "unbesorgt" und sogar "sicher" vor seinem Erpressungsversuch gibt, suggeriert sie Culpepper nicht nur, dass sie sich im wieder sehr festen Stand zu Henry wähnt (was natürlich geblufft ist), sondern hofft auch "Zweifel" am Erfolg seiner Absichten zu säen, die ihn ggf. etwas ausbremsen und damit Harry mehr Zeit für seine Ermittlung liefern. Sie pokert also in dem Versuch, ihn "abzuschrecken" oder zumindest "zögern" und seine Pläne nochmals überdenken zu lassen. Und sie tut dies bewusst im Nachgang nach ihrem scheinbar "einhelligen und privaten" Schlendern mit dem König, dessen wahren Inhalt Henry ja bewusst vor allen verborgen hat.

Zitat: "Ich bin nicht sicher, auf welcher Art von Balance die Beziehung zwischen Henry und Hermione gerade noch tänzelt. "
Tja, das ist gut. Denn Hermione ist sich da auch nicht sicher.

Henry & Hermione - das ist die vermutlich komplizierteste Beziehungskiste, die wir in dieser Saga bislang hatten. Und sie ist noch nicht auserzählt.

Damit einen schönen Freitagabend!
Deine Keiraleth
14.07.2020 | 19:02 Uhr
zu Kapitel 102
Liebe Keiraleth,

also ich muss zugeben, dass ich Windsor wirklich für schlauer gehalten habe. Dass er dieses Ass im Ärmel auf so banale Art und Weise ausspielt ist wirklich erstaunlich, ich hätte ihm mehr intrigantes Verhalten zugetraut. Aber nun gut, die Katze ist aus dem Sack und Charles weiß nun von Legolas in Plymouth.

Ich kann verstehen, dass Charles sich verletzt fühlt. Trotzdem muss er sich wohl oder übel ins Gedächtnis rufen, dass er und Hermine getrennt waren, er Hermine in Abwesenheit auch betrogen hat und Hermine ihm – wie sie ihn zurecht daran erinnert – sogar gesagt hat, dass es einen anderen gab. Ob Legolas sie nun gegenüber Windsor als seine Frau bezeichnet hat, ist letztendlich doch egal. Fakt ist – und auch hier hat Hermine recht – sie ist zu Charles zurückgekehrt, Punkt! Die bittere Pille, dass es einen anderen Mann in Hermines Leben gab (gibt), wird er schlucken müssen, ohne gleich wie vom wilden Affen gebissen nach Plymouth aufzubrechen, um sich mit Legolas zu messen. Ich bin aber zuversichtlich, dass dieser Versuch von Windsor, Zwietracht zwischen Hermine und Charles zu sähen, nicht so fruchtet wie Windsor es sich erhofft. Es wird bestimmt turbulent, aber es lässt sich ganz sicher wieder kitten, dafür haben Charles und Hermine schon zu viel durchgemacht und erlebt und ja auch wieder zueinander gefunden!

Da wir ja sicherlich noch eine Weile im Norden verweilen werden, bin ich sehr gespannt, was aus dem Erpressungsversuch von Culpepper wird… Dereham ist ja nun auf der Bildfläche erschienen, was Ron evtl. aus der Schusslinie bringen könnte, da Catherine Dereham ja direkt eingestellt hat. Ich bin gespannt, wie es hier weitergeht… :-)

Viele liebe Grüße
Deine „treue Seele“ Lily ;-)

Antwort von Keiraleth am 15.07.2020 | 19:50 Uhr
Und wieder ein herzliches Hallo, liebe Lily!

Windsor und seine Hau-drauf-Mentalität sind wirklich nicht die Ausgeburten talentiertesten Intrigenspiels. Aber ... ich würde ihn auch nicht allzu sehr unterschätzen. Er mag in manchen Aspekten sehr berechenbar und vor allen Dingen unverblümt agieren, gerade weil er nicht jeden Impuls unter Kontrolle hat und das auch gar nicht "möchte", eben weil er sich prinzipiell seiner Umgebung überlegen und auch überstehend wähnt, aber er ist auch ein "Jäger" und das macht ihn durchaus problematisch. Hermione ist in seinen Augen, auch wenn sie die Herzogin sein mag, nach wie vor eine niedere Figur, nicht zuletzt da er schon ihr enttarntes "Doppelleben" als klares Indiz seiner eigenen Überlegenheit sieht. Und sein oberstes Ziel ist ihr Leid zuzufügen, das er selbst bezeugen kann. Und damit bleibt ein fortwährendes Motiv für ihn bestehen.

Zitat: "Ich kann verstehen, dass Charles sich verletzt fühlt. Trotzdem muss er sich wohl oder übel ins Gedächtnis rufen, dass er und Hermine getrennt waren, er Hermine in Abwesenheit auch betrogen hat[...]"
Ja und nein. Ich meine, natürlich hast du absolut recht! Gleichzeitig ist es diesmal er, der den Betrug erfährt (und das anders als dereinst mit Henry, der Hermione ja mehr nötigte, als dass es in ihrem Interesse lag). Diesmal sieht er sich der Realität gegenüber, dass Hermione bewusst eine andere Beziehung führte und das ist sozusagen also ein "realerer" Betrug als dereinst mit dem König. Und natürlich hat er selbst nicht weniger Betrug verübt, aber diesmal ist er es der verletzt wurde und das ist das, was wir hier im ersten Zuge auch sehen. Wirklich "darüber nachdenken", das tat er noch gar nicht. Weder das noch sonst eine Form von "Aufwägung". Zudem wird ein stiller Teil in ihm immer gehofft haben, dass Hermione, die ja ansonsten nie ein weiteres Wort darüber verlor, über ihren Seitensprung gelogen haben mochte, um seinen Seitensprung "wett zu machen" und ihn absichtlich zu treffen und eine scheinbar gleichwertige Ausgangslage nach ihrer Rückkehr zwischen ihnen zu bilden. Und selbst wenn sie tatsächlich fremdgegangen war, so doch sicherlich mehr im "Affekt" wie er selbst und nicht, weil sie tatsächlich in "so kurzer Zeit" jemand anderen fand, in dem sie echtes Glück fand und der ihr etwas bedeutet. Und genau diese heimliche Illusion bricht in "Persona non grata" durch Windsors Offenbarungen zusammen. Sie beide haben zwar nie darüber gesprochen, aber nun mit diesen tiefergehenden Aspekten, wird ihr Betrug zum ersten Mal real und das noch in einer Art, wie er sie gar nicht in Erwägung zog. Einer sehr verletzenden, die ihn plötzlich zeigt, dass er womöglich schon all die Zeit auf längst verlorenem Posten um sie kämpfte.

Hinzu kommt, dass eine "Trennung" dereinst nicht zwingend dasselbe bedeutete wie heute. Zum einen lag keine Absprache einer getrennten Lebensführung vor (wie sie beispielsweise von Charles in "Noch einmal stürmt, noch einmal" angeboten wurde). Hermione "flüchtete" damals mehr aus Westhorpe Hall und ließ ihn einfach unwissend darüber zurück, wo sie steckt und ob er sie jemals wiedersieht. Eine andere Liebschaft sah man also nach wie vor als ein Vergehen, sofern man hierfür insgeheim nicht klare Absprachen getroffen hatte - und selbst dann durfte es in der Regel nicht publik gemacht werden bzw. musste eine solche Liebschaft "heimlich" ausgelebt werden, da sie - sobald sie enttarnt war - unweigerlich gesellschaftliche Konsequenzen nach sich zog. Dadurch, dass eine Ehe nicht geschieden werden konnte (zumindest nicht aus gegenseitigem Interesse), käme jedes aus einem Seitensprung entstandene Kind mit dem Namen und Ansprüchen eines ehelichen Kindes zur Welt, die der Ehemann nicht umgehen konnte. Er war hier weiterhin zur finanziellen Unterstützung beider - der Frau und der Kinder - verpflichtet und trug zudem noch die und (straf)rechtliche Verantwortung. Einzige Möglichkeit dies zu verhindern, war es die Frau des Seitensprungs zu bezichtigen und damit eine Scheidung zu erwirken, was wiederum aber auch juristisch verfolgt wurde und die Frau "in gesellschaftliche Ungnade warf" - und diese Folgen wollte man sicher nicht tragen, wenn einem noch irgendetwas an dem Wohlbefinden seiner Frau gelegen war, weil damit meist auch der Ruin und Armut bis hin zur Obdachlosigkeit einherging.
Es war also sehr viel mehr als nur emotionaler Betrug, der hier in der Konsequenz eines Seitensprungs entstand. Durch die Gesetze, religiösen Überzeugungen und den gesellschaftlichen Druck war ein Seitensprung für eine Frau eine Frage von Alles oder Nichts (selbst wenn der Ehemann nicht aktiv Vergeltung vor Gericht suchte), es sei denn der Ehemann läge keinerlei Wert auf sein gesellschaftliches Ansehen, erbberechtigte potentielle Bastarde und - nicht zu unterschätzen - dem Druck anderer Ehemänner, die darin sicher auch eine Form von Protest gegen die geltenden Moralvorstellungen sahen.

Ah, auch wenn ich etwas abgeschweift bin und Charles sicherlich nicht all dies im Kopf hatte, hilft dies, denke ich, zu verstehen, wieso für ihn eine Trennungsphase nicht automatisch ein Freifahrtsschein darstellte. So wie er selbst seinen Seitensprung klar als Vergehen sah, tut er dies ebenso in Hermiones Fall.

Zitat: "Ob Legolas sie nun gegenüber Windsor als seine Frau bezeichnet hat, ist letztendlich doch egal. "
Ah, so ganz egal ... ist das nicht. Mehr dazu im heute erscheinenden Kapitel. ;)

Zitat: "Fakt ist – und auch hier hat Hermine recht – sie ist zu Charles zurückgekehrt, Punkt!"
Richtig, letztlich bleibt es so oder so eine Frage darüber, was sie beide füreinander empfinden. Da kann alles andere erst einmal egal sein, weil sich genau aus dieser Antwort jede weitere Entwicklung erst speist.

Zitat: "Ich bin aber zuversichtlich, dass dieser Versuch von Windsor, Zwietracht zwischen Hermine und Charles zu sähen, nicht so fruchtet wie Windsor es sich erhofft."
Na, dafür kennt er die beiden sicher nicht gut genug und schon gar nicht so gut wie wir. Aus seinem Blickwinkel sieht er nur, was der Standard-Ehemann sehen würde (womit wir wieder bei obigen Ausführungen wären). Das das aber nicht für unser Paar zutrifft, ist klar. :)
Was er sich genau davon versprach/verspricht, wird auch noch aufgegriffen.

Und ja, auch Culpepper und Co. werden heute einmal mehr Thema. Deshalb dazu erst einmal kein weiteres Wort.

Liebe Grüße,
Keiraleth
13.07.2020 | 09:58 Uhr
zu Kapitel 102
Hello liebste Keiraleth,

Windsor ist nicht klug genug. Hach, manchmal ist das doch sehr von Vorteil. Denn diesen Vorteil hätte er viel besser spielen können, wirklich. Auf diese Art und Weise ist es fast schon heilsam gewesen. Oder zumindest so aufbrechend, dass es gerade wieder zusammenwachsen kann. Nicht ohne Narbe, aber gerade. Mit einigen Fransen.

Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie schrecklich es Charles damit gehen muss. Andererseits meldet sich auch meine kleine Feministin im Inneren, die kurz Einspruch erheben möchte und sagen will, dass es dazu keinen Grund gibt. Er hat Hermione ebenso betrogen. Nur körperlich vielleicht und Hermione noch seelisch dazu, doch wieso sollte das eine schwerer wiegen als da andere? Weil ein Vergessen nicht so schnell möglich ist? Das ist es auf beiden Seiten nicht. Oder zumindest nicht aus den Augen des anderen heraus betrachtet. Finde ich.

Manchmal frage ich mich, ob eine unvollendete erste Liebe nicht die einzig wahre ist; wenn man davon ausgeht, dass Liebe kein Ende kennt und sie wie in Hermiones Fall zu einer stillen Sehnsucht zusammenschrumpft und danach weiter wächst, kann sie niemals vergehen, da sie auf einem unerreichbaren Podest über allem thront, was folgen will. Ach ja.

Die Schlinge um Catherines Hals ist jetzt gesetzt. Mal sehen, wann sie sich zuzieht.

Es wedelt mit dem Taschentuch,
Avarantis

Antwort von Keiraleth am 13.07.2020 | 21:43 Uhr
Und noch einmal Hallo, meine Liebe,

Zitat: "Windsor ist nicht klug genug. "
Nicht alle können ihre Karten perfekt spielen. :) Windsor ist kein Stratege, das sollte spätestens jetzt sehr deutlich geworden sein. Auch schon sein Agieren in Plymouth zeigte, dass er eher die brachiale Methode verwendet als ein raffiniert ausgeklügeltes System. Und das ist natürlich eine gewisse Erleichterung für Hermione, denn ja, sein Wissen hätte er sehr viel effektiver und durchtriebener einsetzen können. Als guter alter Sadist hat er aber sehr viel mehr Freude daran, Hermione stet und sichtlich leiden zu lassen. Schattenspiele sind nicht sein Kaliber und bringen ihm nicht dieselbe Befriedigung. Er ist impulsiv, wie auch der Moment in diesem Kapitel zeigt, in dem er gezielt ihr Miteinander mit Charles boykottiert und ihren verbalen Widerstand umgehend mit einer Enthüllung "bestraft".
Er ist in dem Sinne also auch ein gutes Stück "vorhersehbar".

Zitat: "Auf diese Art und Weise ist es fast schon heilsam gewesen."
Es ist eine böse Offenbarung für Charles und eine sehr ungünstige für Hermione. Welche Folgen dies in ihrer beider speziellen Fall und zu diesem Zeitpunkt haben wird, greife ich nicht vorweg, aber ja, es schmälert den Dunstschleier ihrer Tarnidentität zwischen ihnen um ein weiteres Grad. Gleichzeitig rückt Legolas hiermit auch in den Fokus von Charles, der bis dato nichts von seiner Existenz wusste und noch weniger von der sehr viel tiefer gehenden Beziehung, die Hermione "abseits seines Wissens" führte. Und Hermione macht ja auch kein Geheimnis daraus für Legolas tiefergehende Gefühle zu empfinden. Letztlich ist dies ein weiteres Stück Wahrheit, das zwischen ihnen in Position rückt. Und ob das an und für sich nicht letztlich "besser" ist, zeigt sich.

Zitat: "Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie schrecklich es Charles damit gehen muss. Andererseits meldet sich auch meine kleine Feministin im Inneren, die kurz Einspruch erheben möchte und sagen will, dass es dazu keinen Grund gibt. "
Richtig. Es ist ein Schlag in die Magengrube, für ihn ein sehr übler sogar, da er hier erkennen muss, dass es nicht einfach nur ein "Ausrutscher" oder eine "Ablenkung" von Hermiones Seite war, sondern dass sie etwas sehr viel ernsteres mit diesem anderen Mann verbindet, von dem er nichts wusste, bis Windsor ihn überhaupt derart aufs Tablett brachte. Er muss hier erkennen, dass Hermione seit ihrer Rückkehr all die Zeit nicht nur keine Liebe für ihn empfand, sondern tatsächlich sogar einen anderen liebte, den sie sogar ihren Mann nannte. Auch wenn er natürlich nicht versteht, was das bedeutet oder "wie das sein kann", was er ja selbst sagt, ist es für ihn ein klarer Beweis dafür, dass die Realität ihrer beider Ehe noch verlorener aussieht, als er ohnehin schon dachte. Dies zu wissen, erstickt sehr viel Hoffnung in ihm und lässt ihn sich für einen Moment wie einen Mann fühlen, der all die Zeit einen aussichtlosen Kampf führte, was wiederum zu seinem "Ausbruch" führt, bei dem er unverhofft und ganz gedankenlos einfach nach Plymouth stürzen will. Auch, um die Realität ein für allemal "klar zu sehen".
Das Problem mit Gefühlen ist, dass sie kein Sinn für rationale "Gerechtigkeit" haben. Natürlich hat Hermione ebenso viel, wenn nicht sehr viel mehr Verrat und Betrug von ihm erfahren und natürlich weiß Charles das sehr wohl, doch das kommt in dieser Woge hoher Emotionen erst einmal gar nicht zu ihm durch. Weshalb Hermiones es auch irgendwie beim Namen nennt, als sie ihn aufzuhalten versucht und ihm klar macht, dass sie beide einander weh getan haben und dies eben etwas ist, womit sie nun leben müssen. Für ihn ist in diesem Augenblick nur klar, dass sie immer noch nicht mit offenen Karten gespielt haben, als sie zu diesem "letzten Versuch" einer Rettung ihrer beider Beziehung ansetzten. Und das macht diese ganze Angelegenheit erst so zerbrechlich und geladen, denn an diesem Punkt ist Charles zum ersten Mal ganz klar an dem Punkt, diese Ehe aufzugeben, weil er seinen Kampf für nunmehr "sinnlos" erachtet. Und deswegen hat auch ihre Offenbarung, dass er auf dem besten Wege war ihre "Liebe" wiederzuringen eine so große Wirkung, denn es beweist ihm, dass er sich darin irrt und zurecht Hoffnung gepflegt hat.

Wie Charles nun also wirklich noch damit umgeht, das werden wir erst noch sehen, wenn sich der erste "Schock" gelegt hat. Fakt ist, natürlich trifft es ihn finster, ganz gleich, wie viel bereits zwischen ihnen beiden geschehen sein mag. Selbst ein Verbrechen begangen zu haben, ändert nichts daran, dass es ein Verbrechen bleibt, wenn es der andere ebenfalls verübt. Es schmerzt nicht minder, so ungerecht es ist. ;)

Tja, ich habe hier eben eine sehr, sehr komplizierte Beziehung zwischen zwei Menschen aufgezogen, die einander eigentlich nur Gutes wollten und darin scheiterten. Und wir haben das traurige Los dies zu bezeugen.

Zitat: "Manchmal frage ich mich, ob eine unvollendete erste Liebe nicht die einzig wahre ist; wenn man davon ausgeht, dass Liebe kein Ende kennt und sie wie in Hermiones Fall zu einer stillen Sehnsucht zusammenschrumpft und danach weiter wächst, kann sie niemals vergehen, da sie auf einem unerreichbaren Podest über allem thront, was folgen will."
Ich denke, genau in der "Unvollendetheit" steckt das gewaltige Problem, aber auch die gewaltige Kraft der Emotion, die Hermione für Legolas empfindet und ich finde, dass du das sehr schön in Worte gefasst hat. Sie kann andere Menschen lieben, aber es wird immer im "Schatten" dieser Liebe stehen, da jede Liebe, sobald sie sich Problemen stellt, mit dieser zu messen hat, die ja nie ein Ende fand.
Logan hat es ihr dereinst auch schon zu vermitteln versucht, obwohl er sich ihrer Liebe absolut sich er war: Solange Legolas existiert, wird ihre Beziehung immer koexistieren und ihre Liebe in Anspruch nehmen.

Liebe Grüße,
Keiraleth
13.07.2020 | 09:22 Uhr
zu Kapitel 101
100. Kapitel! Trommelwirbel, Fähnchen, Pompoms und knallende Sektkorken!

Hello liebe Keiraleth!

Da ich die runde Zahl nicht verschwendet wissen wollte, gibt es hier ein kleines Review und gleich noch eines, was ein bisschen ausführlicher ist. Oder momentan noch werden soll.

Also: Windsor und Culpepper sind mit mittlerweile nicht mehr geheuer, auch, weil das Trio noch keinen Plan vorweisen kann, der sie irgendwie ein wenig abschrecken oder leiten würde oder könnte. Außer natürlich die Sache mit dem Fideliuszauber. Das wird... eine Aufgabe.

Ich tanze zum nächsten Kapitel,
Avarantis

Antwort von Keiraleth am 13.07.2020 | 20:58 Uhr
Avarantis,

Du bist ein Schatz und ich danke dir! <3

Zitat: "Windsor und Culpepper sind mit mittlerweile nicht mehr geheuer, auch, weil das Trio noch keinen Plan vorweisen kann[...]"
Im Moment ist Harrys heimliche "Nachforschung" in London tatsächlich ihr einzige Aktion und die ist auch nur gegen Culpepper gerichtet. Alles andere sind nur verworfene Ideen und Gedankenspielereien voller Risiken.
Gleichzeitig beweist unser Trio hier auch durchaus Geduld. Indem sie nicht direkt reagieren, schaffen sie sich den nötigen Raum einen sicheren Plan zu verfolgen und nicht (wie in der Vergangenheit) vom Regen in die Traufe zu gelangen. Pontefract war ja zumindest in Culpeppers Spiel die "Deadline" und somit auch eine relativ sichere Zone, in der sie einen Plan oder eine Entscheidung fassen konnten. Diese ist nun "vorbei".
Windsor wiederum ist eine Gefahr, die von Beginn an "im Zaum gehalten" werden musste - solange er nicht wirklich in Aktion trat, war es also auch hier ein Geduldsspiel. Nun erfordert es aber eine Lösung.

Für beide Probleme hat sich also in der Tat das Zeitfenster geschlossen. Unruhe ist also angebracht, denn in beiden Fällen liegt das Trio derzeit im Hintertreffen.

Und damit gebe ich weiter zum nächsten Review. ;)
12.07.2020 | 19:22 Uhr
zu Kapitel 102
Liebe Keiraleth,

irgendwie muss ich mittlerweile jedes meiner Reviews mit einer Entschuldigung starten - es tut mir wirklich leid, dass ich im Moment noch seltener zum Schreiben komme. Sei dir aber gewiss, dass ich weiterhin auf jedes Kapitel hinfiebere und es mit Freuden lese!
In gewisser Weise geht es mir gerade wie Icke - obwohl ich zwar keinen Umzug managen oder andere größere Aufwände stemmen muss, so ist es aktuell doch auch für mich eine seltsame Lebensphase und die Konstante der Fortführung deiner Geschichte macht die Wochen und Monate aktuell sehr viel erträglicher, da man so stets etwas hat, worauf man sich freuen kann. Danke dafür! <3

Die ganzen Kapitel in meiner gewohnt ausschweifenden Art Revue passieren zu lassen ist glaube ich für heute ein zu großer Berg, aber ich würde zumindest gern ein paar übergreifende Gedanken zu den neuesten Ereignissen abgeben.

Meine größte und wieder einmal haltloseste, aber nicht neue Theorie ist, dass Ron einen magischen Doppelgänger hat, beziehungsweise, dass ein magischer Zeitgenosse (vielleicht auf Anweisung von Francis Bryan?) per Vielsafttrank oder Ähnlichem die Gestalt unseres Rotschopfes annimmt und damit Schindluder treibt. Vielleicht, um einfach an Informationen zu kommen, vielleicht, um den engsten Kreis des Königs auszuhorchen, vielleicht aber auch, um die Mission des Trios weiter zu beleuchten - was für Bryans Finger im Spiel spräche. Vielleicht ist es aber auch andersherum und wir haben es hier mit einem (versteckten) Gegenspieler Bryans zu tun?
Meine Grundlage für diese waghalsige Theorie ist einerseits, dass ich damals in Plymouth im Zuge der Wasservisionen schon dachte, dass es da bestimmt nicht Ron selbst ist, der von Bryan erledigt wird - warum auch immer. Und in “In schuldigen Mauern” kam plötzlich etwas zur Sprache, das Ron komplett vergessen haben soll, von dem er aber wiederum felsenfest überzeugt war, es nie gehört zu haben. Klar, das ist auch kein wirklicher Beweis, denn Ron kann tatsächlich ja schusselig sein und wäre in diesem Fall auch bestimmt zu dickköpfig, um zuzugeben, dass er tatsächlich etwas vergessen hat. Aber was, wenn dem nicht so ist und er und Hermione beide Recht haben? Nur Letztere die Geschichte einem anderen Ron erzählt hat?
Ich habe jetzt tatsächlich noch einmal ein paar Kapitel “zurückgeblättert” und geschaut, ob es hier eine Konversation mit Ron gab, aus der man Details hätte herauslesen können, aber du hast das Gespräch nur indirekt erwähnt, daher sehe ich meine Felle hier wieder etwas davonschwimmen. Ich kann mich auch nicht direkt an eine konkrete Stelle erinnern, an der ich mal dachte “Huch, das ist jetzt aber un-ronhaft!” oder so. Es ist wie so oft einfach ein Gefühl.
Na, in jedem Fall erheitert dich hoffentlich zumindest mal wieder mein Hang zu Verschwörungstheorien!

Dass Hermione von Windsor und Culpepper so eingekesselt wird, bereitet mir zugegeben ziemliche Magenschmerzen. Windsor kann ich da im Moment tatsächlich noch eher verknusen als Culpepper, da dieser für meinen Geschmack viel zu nah am König steht und auf diesen negativen Einfluss nehmen könnte. Windsor wirkt eher wie ein bissiger Hund, der einmal Blut geleckt hat und jetzt - ziemlich aggressiv und unsubtil - die Hetzjagd aufgenommen hat. Culpepper agiert viel ruhiger und für mich somit irgendwie auch gefährlicher.
Auch denke ich, dass die Konsequenzen weniger schlimm sind, wenn Windsor Hermione auffliegen lässt, da es sich dabei um ein Geheimnis handelt, das eigentlich ja erst einmal nur Charles betrifft und ihm weh tun kann - wie man ja im letzten Kapitel gesehen hat. Selbst wenn er sich blind vor Rage zum Rachefeldzug aufmacht - einem Legolas traue ich durchaus zu, sich gegen Seine Gnaden zu behaupten und gegebenenfalls zu fliehen, wenn es sein muss. Damit hier wirklich schlimme Folgen entstehen, müsste meiner Meinung nach entweder Charles so extremen Hass auf Hermione empfinden, dass er damit zum König geht und um eine Scheidung bittet, oder aber Windsor müsste weiter gehen, als es seine bisherigen Spielereien vermuten lassen - wobei ich mir bei diesem Punkt nicht sicher wäre, ob er für so etwas genügend Beweise und Glaubwürdigkeit aufbringen könnte. Charles’ Verhalten ist hier für mich der Knackpunkt und Schlüssel zum jeweils einen oder anderen Ausgang, aber vielleicht übersehe ich auch etwas.
Natürlich können Windsor und Culpepper auch zusammen arbeiten, was das Ganze noch etwas pikanter machen würde.. Ach, du siehst, mein Kopf raucht und verliert sich in Sackgassengedanken. Eins weiß ich sicher: Gefallen tut mir das, was sich da gerade abspielt, überhaupt nicht!

Ich blicke sehr gespannt, aber fast auch etwas ängstlich auf die nächsten Kapitel, weil ich befürchte, dass sich die ganzen aufgestauten Geheimnisse und Intrigen bald in einer Explosion auflösen werden, deren Bruchteile ja in so ziemlich jede Richtung verheerende Schäden anrichten können. Den Anfang hat Windsor ja nun gemacht. Hoffentlich verschluckt Culpepper aus irgendwelchen Gründen zufällig seine Zunge, oder fällt beim Spaziergang aus Versehen vom Festungsturm.. Soll es alles schon gegeben haben! :D

Mit diesen düsteren Hoffnungen schließe ich mal ab und verabschiede mich bis zum nächsten Mal (- von dem ich hoffe, dass es nicht erst wieder in drei Wochen sein wird!)
Vielen Dank für die spannenden Kapitel und dir noch einen schönen Rest-Sonntag,
Deine Julia

Antwort von Keiraleth am 13.07.2020 | 20:40 Uhr
Hallo Julia!

Du musst dich wirklich nicht entschuldigen! Ich freu mich, wenn du mir schreibst, sehr sogar, ganz gleich wie oft das der Fall ist! Und selbst, wenn ich meine Freude über Feedback ausdrücke, geschieht das nur, um zu "motivieren", mir etwas dazulassen, nicht damit hier irgendjemand ein schlechtes Gewissen entwickelt. Für mich ist Feedback großartig, aber eben auch ein Geschenk! :)

Und zu hören, dass diese Geschichte eine willkommene Konstante in ungewissen Zeiten ist - das ist ein wenig wie ein Ritterschlag. Und ihr habt wirklich nicht zu danken. Ich hatte Spaß beim Schreiben, jetzt dürft ihr eure Freude beim Lesen haben. Dafür ist es doch gedacht. Schön, wenn es den Zweck erfüllt. Das motiviert mich gleich noch ein Stück mehr. :D

Hach ja, kommen wir zu deiner "Verschwörungstheorie", wie du sie so gerne nennst. Ich muss hier sehr, sehr vorsichtig sein, denn wie sich jetzt ja schon öfters erwies, haben sich deine "Verschwörungstheorien" bislang oft bewahrheitet oder nahe an der Wahrheit gehalten, was wiederum zeigt, dass ich entweder doch ein Alien bin und Aluhüte angebracht sind oder dass du sehr viel mehr profunde Theorien darlegst als weithergeholte Möglichkeiten. Du wirst also verzeihen, dass ich dementsprechend aus Prinzip ... top secret bleibe. Sonst wäre ja recht schnell duchschaubar, wann du recht hast und wann nicht.
Wie immer sei gesagt: Ich bin ein großer, großer Fan deiner Theorien und Gedankengänge!

Na, aber ein wenig "allgemein" kann ich ja Auskunft erteilen. Á la nichtssagender Pressesprecher. ;)

Zitat: "Ich habe jetzt tatsächlich noch einmal ein paar Kapitel “zurückgeblättert” und geschaut, ob es hier eine Konversation mit Ron gab, aus der man Details hätte herauslesen können, aber du hast das Gespräch nur indirekt erwähnt[...]
Das besagte Gespräch zu Pontefract fand im Kapitel "Der Tross der Dreitausend" in Harry und Marys Londoner Haus statt. Grundlegend kann ich deinen Überlegungen wie immer sehr gut folgen und sehe woraus du deine Schlüsse ziehst. :)

Zitat: "Ich kann mich auch nicht direkt an eine konkrete Stelle erinnern, an der ich mal dachte “Huch, das ist jetzt aber un-ronhaft!” oder so. Es ist wie so oft einfach ein Gefühl. "
Mir nicht zu trauen ist generell immer eine gute Idee. 3:) Ich bin hier immerhin der, der unsere Freunde wieder und wieder durch den Fleischwolf dreht.

Zitat: "Dass Hermione von Windsor und Culpepper so eingekesselt wird, bereitet mir zugegeben ziemliche Magenschmerzen."
Und Hermione ganz besonders. Sie steht unter Dauerbeobachtung, muss mit der Prophezeiung des Todes eines ihrer besten Freunde im Hinterkopf agieren und wird dabei gleich von mehreren Männern "tyrannisiert", deren Ziel es ist, ihr zu schaden, ohne dass sie es jemandem anvertrauen könnte, der nicht Harry oder Ron ist. Das ist eine sehr vertrackte Situation, die ungemein aufs Nervenkostüm drückt und die schlimmer wird je länger sie währt.

Wo ich dir ebenfalls direkt recht gebe, ist die Schlußfolgerung, dass von Culpepper die "intelligentere" und damit auch unabsehbarere Gefahr ausgeht. Denn ja, Windsor ist sehr impulsgetrieben und wie sich nun auch in "Persona non grata" gezeigt hat, teils auch sehr ungehemmt. Er schwingt sozusagen ganz brachial die Keule, während Culpepper eher "Gift" verwendet. Beides kann fatal enden. Beides kann unwiderruflichen Schaden anrichten. Aber das eine sieht man etwas wahrscheinlicher kommen als das andere.
Zudem kommt hinzu, dass Windsor Hermione aus sehr persönlichen Gründen leiden/Schaden nehmen sehen will, während es für Culpepper mehr ein strategisches Drohgebärden darstellt. Wenn er ihr also zu schaden gedenkt, dann nur, weil er sie dazu zu zwingen möchte, etwas umzusetzen, nicht weil er persönlich ein Problem mit ihr hätte. Natürlich muss er ebenso wie Windsor seinen Standpunkt "halten" und wird Widerstand nicht ungesühnt lassen, weil sich ansonsten jede seiner Drohungen danach nur als leere Luft entblößen würden. Er ist ja auch beängstigend kaltblütig, wie die Gerüchte um seine Person zeigen. Aber sein persönliches Ziel ist letztlich nicht Hermione, sondern Ron.
Und damit, denke ich, rückt ihrer beider Gefahrnpotential auf eine etwas "gleichwertigere" Ebene.

Zitat: "Auch denke ich, dass die Konsequenzen weniger schlimm sind, wenn Windsor Hermione auffliegen lässt, da es sich dabei um ein Geheimnis handelt, das eigentlich ja erst einmal nur Charles betrifft[...]"
Genau genommen ist das richtig. Hermiones Untreue bzw. ominöser Ehestand sind sehr "private" Verstrickungen, die in erster Linie Charles treffen. Nur weiß Windsor natürlich nicht, dass Charles bereits über die Untreue im Bilde war. Er schätzt den Wert der Information also noch ein Stück größer ein, auch wenn es trotz allem eine gewaltige Enthüllung bleibt. Wie weit die Konsequenzen einer solchen Enthüllung in Hermiones speziellen Fall gehen, das sehen wir uns am Mittwoch noch genauer an, deshalb greife ich das mal nicht vorweg. Auch was Windsor sich genau von der ganzen Sache verspricht.

Zitat: "Charles’ Verhalten ist hier für mich der Knackpunkt und Schlüssel zum jeweils einen oder anderen Ausgang, aber vielleicht übersehe ich auch etwas."
Sehr gut erkannt. Hier steht eigentlich nicht weniger als ihrer beider neu gewonnene "Einheit" böse auf dem Prüfstand, wie auch die Frage, wie viel ihrer Ehe sie in den vergangenen Bemühungen wirklich gerettet haben oder wie viel womöglich nur ein Trugbild war, das nun zusammen bricht.

Zitat: "Ich blicke sehr gespannt, aber fast auch etwas ängstlich auf die nächsten Kapitel, weil ich befürchte, dass sich die ganzen aufgestauten Geheimnisse und Intrigen bald in einer Explosion auflösen werden, deren Bruchteile ja in so ziemlich jede Richtung verheerende Schäden anrichten können."
Oh ja, das was sich hier so angesammelt hat, hat katastrophales Potential. Ich mische meine Handlungsbomben mit viel Hingabe. Nicht alle gehen hoch, aber hin und wieder ...

Eins ist sicher: Hier fällt keine Lösung einfach vom Festungsturm, so schön es auch wäre ... 3:)

Und damit schließe ich ganz duster und voller böser Omen, wie ihr es bestens von mir kennt,
deine Keiraleth
11.07.2020 | 17:14 Uhr
zu Kapitel 102
Ich bin mir nicht sicher, ob Windsor einfach dumm ist. Natürlich kam es jetzt zu einem neuen Zerwürfnis zwischen Hermione und Charles, aber das dürfte sich wohl kitten lassen. Mal abwarten würde ich sagen. Interessant ist auch Cathrines Lage, wird sie doch auch für ihre Vergangenheit erpresst. Wenn ich mich recht entsinne, so wird der König davon erfahren, es aber nicht beachten, war es doch vor der Ehe. Was uns aber zu einem anderen Punkt bringt: Cathrines Affäre mit Ron während der Ehe. Eigentlich sollte die Bombe ja an eben diesem Ort platzen (es kann natürlcih sein, dass wir noch ein wenige in Pontefract verweilen). Oder natürlich es staut sich weiter an. Und explodiert dann mit einer deutlich schlimmeren Detonation...

Antwort von Keiraleth am 13.07.2020 | 19:45 Uhr
Hallo meine liebe Nemesis!

Nun, Windsor ist sicherlich nicht das hellste Licht auf der Torte oder um es in Bryans Worten von vor ein paar Kapiteln auszudrücken: Ein fantasieloser Ränkeschmied. Er kann definitiv nicht mit den uns wohlbekannten Spezialisten dieses Fachs mithalten - und hat das gewissermaßen auch gar nicht im Sinn. Sein Ziel ist es gar nicht den größtmöglichsten Profit aus einer Sache zu schlagen oder etwa lupenrein aus einem raffinierten, verbrecherischen Zug hervorzugehen (was nach diesem Kapitel mehr als deutlich geworden sein sollte ¯\_(ツ)_/¯), sondern sein einziges "Motiv" in diesem Sinne ist es Hermione zu schaden bzw. sie leiden zu sehen und sie mit Charles "zufrieden" zu sehen, war da wie eine Einladung diesen Moment ins Gegenteil zu kehren. Das bedeutet nicht, dass Windsor kein größeres Ziel in dieser Sache verfolgt oder mit gewissen Winkelzügen agiert, nur ist das eben kein höfisches Intrigenspiel, sondern mehr ein persönlicher Feldzug gegen Hermione. Für ihn setzt sich ihr "Kampf" in Plymouth eben nur am Hof in größerer Fallhöhe fort.

Zitat: "Natürlich kam es jetzt zu einem neuen Zerwürfnis zwischen Hermione und Charles, aber das dürfte sich wohl kitten lassen."
Es führt nicht nur zu dem sehr emotionalen neuesten Debakel zwischen ihnen beiden, es dient auch einem etwas perfideren (schreiberischen) Sinn: Mit Windsors Enthüllung tritt Legolas jäh aus den Schemen und wird existent für jemand anderem als dem Trio und inmitten ihrer Mission. Er wird zu einem "Faktor" der Entwicklungen.
Das holt nicht nur Hermiones Zeit in Plymouth ins Geschehen zurück und bettet diese "Auszeit" noch etwas besser ins Geschehen ein, nein, es offenbart Charles auch endlich eine der bedeutendsten Aspekte aus Hermiones "echtem" Leben. Damit wird auch für ihn plötzlich ein Schatten gelüftet, von dem er zuvor gar nichts wahrnahm bzw. höchstens vage etwas ahnte. Und das macht Hermione erneut ein gutes Stück transparenter für seine Wahrnehmung.

Zitat: "Interessant ist auch Cathrines Lage, wird sie doch auch für ihre Vergangenheit erpresst."
Recht ironisch, wenn man bedenkt, dass Hermione und Catherine eigentlich in derselben quälenden Lage stecken, obwohl sie einander jeweils für einen Verantworlichen für ihr persönliches Leid halten. Wie sich dies für beide weiterentwickelt bzw. ob sie im selben Boot sitzen bleiben ...

Zitat: "Was uns aber zu einem anderen Punkt bringt: Cathrines Affäre mit Ron während der Ehe. Eigentlich sollte die Bombe ja an eben diesem Ort platzen[...]"
Ja, Culpepper hat die "Deadline" für Hermione für Pontefract gesetzt, die natürlich nicht im Sinn hat, dieses Spiel mitzuspielen und Ron auszuliefern. Allerdings ist Culpepper natürlich auch nicht daran gelegen, sich selbst "die Finger schmutzig zu machen", sonst hätte er Hermione ja gar nicht in seine Ziele eingespannt. Culpepper weiß, dass er unauffällig bleiben muss, wenn sein Doppelleben weiterhin unbemerkt bleiben soll. Und deshalb - da kannst du dir sicher sein - wird er nicht einfach zum König spazieren. Mehr zu ihm und Hermione gibt es auch am Mittwoch. ;)

Fühl dich gedrückt,
deine Keiraleth