Autor: Keiraleth
Reviews 1 bis 25 (von 163 insgesamt):
22.01.2020 | 15:46 Uhr
zu Kapitel 52
Hello

Ich wusste doch das Cromwell, diese miese kleine Ratte, nicht aufgeben würde . Er hat sich wie ein Terrier in den Gedanken verbissen etwas über Hermione ausgraben zu müssen. Zum Glück ist diese Sache nochmal
gut und unmagisch ausgegangen, fürs erste. Ich denke aber, das er bis zum Schluss versuchen wird etwas zu finden. Er ist nicht der Typ der
einfach so aufgibt und das auf sich sitzen lässt.

Ich finde die Dynamik zwischen Harry und Mary ziemlich Harmonisch und freundschaftlich. Ich habe auch den Eindruck das sie ihm sehr gut tut, nach der Sache mit Marie ist sie wahrscheinlich genau das was er gebraucht hat um damit klar zu kommen. Er macht mir einen ziemlich
ausgeglichenen Eindruck .

Das Elisabeth eine Hexe sein könnte stand für mich nie außer Frage, bei einer Hexe als Mutter ist die Möglichkeit sehr gering keine zu werden, umso besser das sie bei ihrer Tante gelandet ist.

Ein Review zu hinterlassen ist die einzige Möglichkeit dir Dank und Anerkennung zu zollen. Das ist keine Schmeichelei oder dergleichen aber ich weiß es durchaus zu schätzen was du dir für eine Arbeit gemacht hast um uns etwas so qualitativ hochwertiges präsentieren zu können. Allein die Recherche muss sehr Zeitintensiv gewesen sein.
Ich finde es ehrlich gesagt sehr schade das hier nicht mindestens doppelt soviel Reviews zu finden sind. Ich werde dir weiterhin regelmäßig eines da lassen, und es ist mir eine Freude . :)

Viele liebe Grüße
Tanja

Antwort von Keiraleth am 22.01.2020 | 19:27:42 Uhr
Und ein weiteres Mal Hallo,

ich denke dein Gefühl trügt dich nicht: Cromwell ist nicht der Mensch, der mir nichts, dir nichts den Kopf in den Sand steckt, die Schultern zuckt und aufgibt. Der Vergleich mit dem Terrier, der sich in den Gedanken, Hermione zu ergründen, verbissen hat, gefiel mir gut, nur dass ich ihn für einen sehr gründlichen und beherrschten Terrier halte. Denn genau das ist es, was er hier tut und was auch Harry beschrieb: Die Tatsache, dass er Hermiones Motive und Absichten seit Annes Sturz nicht mehr recht einzuordnen vermag, ist ihm ganz und gar nicht geheuer, denn als erfahrener Höfling kennt er nur zu gut die Gefahren, die daraus erspringen können, jemand einflussreichen "übersehen" oder "falsch eingeschätzt" zu haben. Hier geht es stets um mehr als bloß um Karrieren. Da Cromwell die Familie Boleyn zerschlug und vor den Henker führte, bloß weil sie Henrys Gunst verloren hatten, weiß er das nur zu gut. Aus seinem Blickwinkel gibt es gar keine andere Alternative als Hermione zu prüfen und zu durchleuchten - nicht etwa, weil er sie aktiv zu schädigen versucht, sondern eher prophylaktisch, für den Fall, dass sie es mit ihm versuchen könnte.
Zudem entwickelt sich zwischen ihnen beiden zunehmend eine Dynamik, die sich von der nüchternen Distanz hin zu einem persönlichen Konkurrenzkampf entwickelt. Hermione sieht Cromwell seit dem Verhör im Tower ganz anders: Er hat Annes Sturz zu verschulden bzw. hat diesen konzipiert und auch wenn Henry der eigentliche "Richter" hierbei war, kann Hermione es im Grunde ihres Herzens nicht vergeben, dass Cromwell dieses Messer gewetzt hat. Seine nun riskanten Recherchen machen sie überdies unruhig und nervös und lassen sie zunehmend an dieser "nüchternen Distanz" zweifeln, die sie einst besaßen, ganz besonders, weil Charles längst zu seinen erklärten Feinden gehört. Sie weiß also, dass auch Cromwell ihr mehr und mehr Misstrauen entgegen bringt, dass sie sich auf eine Rivalität zu bewegen, die unumkehrbar ist, und dass ihrer beider Bemühung gegen den anderen zu bestehen, steigen werden, statt zu fallen.
Und Cromwell weiß es auch.

Harry und Marys Ehe gründet ganz klar auf Freundschaft und Vertrauen. Es war zu Beginn eine arrangierte Ehe, bei der Mary Harry als Anwärter durchaus als zufriedenstellend befand und ihn mit "offenen Armen" empfing. Harry wiederum kannte das Schicksal der Boleyns von vornherein und bemühte sich darum von vornherein um eine Beziehung zu ihr, die als Anker und Rückhalt für sie diente - eine Freundschaft, wie er sie schon zu Hermione und Ron besitzt. Hinzu kommt, dass sie sich beide in romantischem Sinne gar nicht so abwegig finden. Es ist keine Liebe, die sie zusammenbrachte, und - anders als bei Charles und Hermione - auch kein sexuelles Interesse (dereinst von Charles' Seite gegeben), aber es bedeutet nicht, dass sie einander nicht riechen können. Ihre Zuneigung zueinander ist von der Art, die sich mit jedem bewiesenen Akt der Treue und des Vertrauens nur vertieft und ihrer beider körperlichen Aspekte ins richtige Licht rückt. Romantische Gefühle, die quasi aus zunehmender Einigkeit geboren werden.
Also ja, um deine Frage zu beantworten, Mary gibt Harrys Leben derzeit die Art von Gleichgewicht, die er nach Maries Verlust brauchte. Sie ist nicht seine große Liebe und zugleich geben sie einander doch das, was sie beide derzeit brauchen, um im seelischen Frieden zu verbleiben.

Zitat: "Das Elisabeth eine Hexe sein könnte stand für mich nie außer Frage, bei einer Hexe als Mutter ist die Möglichkeit sehr gering keine zu werden, umso besser das sie bei ihrer Tante gelandet ist."
Nun, genau das hatte Hermione bedacht, als sie Anne versprach, Harrys Obhut sei die sicherste für ihre kleine Tochter. :)

Und zu guter Letzt: Ich möchte mich ganz und gar nicht beschweren und ich weiß sehr genau wie aufwendig es ist ein Review zu verfassen. Aber ich freue mich trotz allem über jede - und sei sie noch so kurze - Rückmeldung. Sie erleichtert mich in dem Sinne, dass ich weiß, wofür all die Mühe war und dass all diese Kapitel nicht in irgendeinem digitalen, schwarzen Loch verschwinden. Das hat eigentlich nichts damit zu tun irgendwie "belohnt" werden zu wollen (auch wenn das natürlich ein schöner Nebeneffekt ist), denn ich tausche mich viel lieber über Inhalte etc. aus, wie du ja weißt. :) Aber Reviews (ganz gleich ob bloße Gedanken oder gar Kritik) - egal ob kurz, mittel oder lang - motivieren mich an dieser Saga festzuhalten. Ganz besonders, da ich nebenher auch begonnen habe an einem eigenen Werk (wenn auch sehr schleichend) zu arbeiten. Denn am Ende des Tages bleibt das stehen: Incarcerus umfasst in gedruckter Form mehr als 3000 Seiten Text. Das ist Text den ich für nichts als die Hoffnung auf ein paar glückliche Leser verfasst habe und dem viele Stunden Recherche vorangingen. Incarcerus ist nicht perfekt, aber es war trotz allem ungemein viel Arbeit. Und ja, es war zeitaufwendig, das möchte ich gar nicht kleinreden. Ich habe es gern gemacht. Ich habe es geliebt und ab einen gewissen Punkt konnte ich auch nicht mehr aufhören. Aber in manchen Momenten war es der Gedanke an meine wartenden Leser, der mich wirklich angetrieben hatte. Dass diese überhaupt existieren, entnehme ich Menschen, die sich mit mir austauschen (ob nun per Nachricht oder per Review). Und das ist der wahre Grund, wieso ich Austausch für ungemein wichtig erachte: Ohne diesen könnte ich ebenso gut ein Buch, das ich fünf Jahre schrieb, an einer Straßenecke liegen lassen und einfach darauf vertrauen, dass es von Hand zu Hand gereicht wird, weil es verschwunden ist. Sicher weiß ich es aber nicht. Hinterlässt derjenige jedoch einen kleine Notiz und sei es nur ein Post-It, weiß ich es und hinterlasse an diesem Ort vielleicht erneut eine Geschichte.
Lange Rede kurzer Sinn: Ich danke dir für deine Reviews und jedem, der eines hinterlässt. Es gibt mir Sicherheit. :)

Liebe Grüße,
Keiraleth
18.01.2020 | 17:02 Uhr
zu Kapitel 52
Hallo Keiraleth!

Nach dem letzten Kapitel ist mir ein ganzer Berg vom Herzen gefallen, dass Arthur Norrington keine Gefahr darstellt - zumindest im Moment. Hermine kann gerade wirklich nicht NOCH ein Problem gebrauchen. Nachdem er aber schon nach diesem Kapitel wieder verschwunden ist, hoffe ich, dass er noch eine Rolle in dieser Geschichte spielen wird. Dieser Auftritt erscheint mir einfach zu kurz, dafür, dass er ein Risikofaktor ist.

Cromwell steuert auf den Abgrund zu und ich denke nicht, dass er seinen Sturz verhindern kann. Und auch wenn dieser für das Trio eine ungeheuerliche Erleichterung sein wird, so wird doch etwas am Hof fehlen - er hat seine Spuren hinterlassen. Wenn er gefallen ist, bleibt wirklich nicht viel von der Zeit Annes am Hof übrig...

Wie ich die Rückkehr von Elizabeth und Mary an den Hof einschätzen soll, weiß ich nicht. Ich traue Henry wirklich alles zu und kann somit nicht sagen, wie er reagieren wird. Allerdings denke ich, dass Mary wirklich einen harten Weg vor sich hat, ihr Hermines Angebot diesen aber sicherlich erleichtern wird. Auf ihre zukünftige Beziehung und wie die beiden miteinander umgehen werden bin ich wirklich gespannt.

Ich mag deinen Schreibstil und liebe es, wie du die verschiedensten Situationen und Gefühle der Charaktere in Incarcerus beschreibst!
Deine Kapitel mittwochs und samstags sind oft mein Höhepunkt in der Woche und ich wollte dir Danke sagen. Danke, dass du diese Geschichte geschrieben hast und Danke, dass du mich mit deinem fesselnden Schreibstil jedes Mal nach England in das 16. Jahrhundert entführtst!

Ich bin gespannt wie es weitergeht und warte mal wieder ungeduldig auf das nächste Kapitel am Mittwoch!

LG Luna

Antwort von Keiraleth am 22.01.2020 | 18:48:29 Uhr
Hallo Luna,

zu erst einmal allerliebsten Dank für deine furchtbar lieben Worte und die Mühe dieses Reviews! Zu hören, dass es dir so gut gefällt und du mit Freude dabei bist, macht die ganze Arbeit wieder wett, die Incarcerus tatsächlich war. Ein wenig erleichtert es mich dann doch zu hören, dass es Freude bereitet dieser Reise zu folgen, denn hier spielen eine Menge zwielichtiger und finstere Themen mit, bei denen ich manchmal auch Angst habe, dass sie zu sehr abschrecken. Nicht alles wird sofort gelöst (Legolas ist dafür wohl das allerbeste Beispiel) und vieles braucht seine Zeit, weshalb ich sehr wohl weiß, dass ihr auch ein gewisses Vertrauen in mich als Autoren setzen müsst. Und ich hoffe sehr, dass ihr dieses habt und der Reise trotz allem gespannt folgt, denn da warten noch einige sehr schwer verdauliche Dinge auf uns, aber auch große Freuden, das verspreche ich ... :)

Arthur Norrington - das kann ich sofort bestätigen - wird hiermit ganz und gar nicht seinen letzten Auftritt gehabt haben. Ähnlich wie andere Figuren (z.B. Paracelsus) ist er keine zentrale Figur, spielt aber durchaus seine Rolle in dieser Geschichte und war kein bloßer "Gastauftritt". Damit sich die ganze Handlung homogener gestaltet, habe ich allen Figuren in Incarcerus einen gewissen Handlungsbogen verliehen. Manche Figuren sind da gewiss tiefer eingespannt als andere, aber auch Arthur Norrington hat seine Funktion und kehrt zurück. Ich habe seine Figur nicht einfach nur als kleinen Überraschungseffekt erfunden.

Mit Annes Sturz avanciert Cromwell indes zu einen der am meisten handlungstragenden Figuren in dieser Geschichte. Und ja, du hast völlig recht, gerade sein absteigender Stern (noch einmal befeuert durch die Problematik im Norden) macht ihn zu einer sehr faszinierenden Person, denn mit seinem Bemühen, sich in der Anerkennung seines Königs zu bewähren, folgt eine Dynamik zu all seinen Gegnern (darunter auch Charles) die Incarcerus gerade hier im begonnen zweiten Akt maßgeblich zeichnet. Dieses Machtringen um des Überlebenswillen, das sich hier am Hof schleichend entwickelt,
ist der Kern einer Problematik, die alles Kommende beeinflusst. Und hinzu kommt Hermiones insgeheime Ablehnung seiner Person, der Annes Sturz immerhin konzipiert hat. Sie mag es nicht wahrhaftig in Worte gefasst haben, aber insgeheim verurteilt sie ihn genau dafür - Annes Tod war sein Werk.

Zu Elizabeth und Mary gibt es heute mehr. Prinzipiell gehen wir hier einen anderen Weg als die Serie. Das hat natürlich viel damit zu tun, dass Elizabeth in Incarcerus in Harry und Marys Obhut weilt und ein Kleinkind ist, das erste Anzeichen von Magie zeigt. Was Mary anbelangt - ja, auch sie bekommt (gerade aufgrund ihrer Vorgeschichte und verbliebene Boleyn) nun eine wesentlich gewichtigere Rolle, aber auch hier möchte ich nichts vorweg nehmen.

Viel Spaß auch weiterhin und ganz lieben Dank,
deine Keiraleth
18.01.2020 | 16:07 Uhr
zu Kapitel 52
Es ist interessant zu beobachten wie Hermine sich in ihrem Netz aus lügen bewegt.
Ich finde die Idee faszinierend das Elisabet eine Hexe sein könnte.
Auch hab ich darüber nachgedacht ob nicht Harry den Familienzweig der Dursleys erschaffen haben könnte.es wäre spanend wie Vornan darauf reagieren würde.

Antwort von Keiraleth am 22.01.2020 | 18:22:35 Uhr
Hallo Karadramos,

du hast völlig recht, das Konstrukt von Hermiones Tarnidentität hat ganz neue Ausmaße angenommen und stellt sie zunehmend auf die Probe. Denn je länger sie an diesem Ort weilt, desto mehr Aufmerksamkeit wird ihr zuteil, desto mehr Menschen kennen sie und desto mehr Fragen stellen sie sich. Und ganz besonders Henrys Hof weiß Informationen zu schätzen und auch abzugleichen und auf ihren Wert zu prüfen. Hier ein Lügenkonstrukt wie das ihre aufrecht zu erhalten, ist an und für sich eine bemerkenswerte Leistung - das auch noch in Angesicht von Cromwells aktiver Recherche fast schon eine tickende Zeitbombe.

Dass Elizabeth nach ihrer Mutter kommen und eine Hexe sein würde, war für mich eine der Dinge, die von vornherein feststanden, als ich Incarcerus zu konzipieren begann. Dieses "Geheimnis" von Englands zukünftigen und berühmtberüchtigten Königin besitzt einfach ungemein gutes Potential zur Kontextalisierung dieser Welt, in der diese Saga stattfindet. Denn ja, einerseits ist es unsere geschichtliche Welt, aber andererseits gleicht sie mehr einer Parallelwelt, in der Magie allgegenwärtig ist und die Geschichte eben dazu schraffiert hat, wie wir sie kennen. Denn hier - in dieser Version unserer Geschichte - war Anne Boleyn in der Tat eine Hexe (wenn auch in ganz anderem Sinne als von den geläufigen Muggel verstanden) und mehr noch, auf ihrer Tochter liegt derselbe Segen und Fluch.
Es macht Elizabeth zu einer sehr gefährdeten Person. Nicht nur dank der Anzweiflung ihrer Legitimität als Henry Tudors Tochter und ihrer Abstammung von Anne, sondern auch weil sie eines der gefährlichsten Geheimnisse trägt, das diese Welt zu bieten hat. Da wir uns damit auch noch tiefergehend beschäftigen werden, ende ich an diesem Punkt erstmal. Aber du kannst sicher sein, dass diese Thematik noch nicht auserzählt ist. Eigentlich beginnt sie erst gerade.

Zitat: "Auch hab ich darüber nachgedacht ob nicht Harry den Familienzweig der Dursleys erschaffen haben könnte.es wäre spanend wie Vornan darauf reagieren würde."
Nun am Ende von Incarcerus wirst du dir diese Überlegung wohl beantworten können. ;)

Ganz lieben Dank für den Einblick in deine Gedanken!

Und lieben Gruß,
Keiraleth
18.01.2020 | 13:48 Uhr
zu Kapitel 51
Hi

Na da folgt ja mal wieder Schlag auf Schlag. Bevor Hermione auch nur ein Problem irgendwie überdenken kann, steht auch schon das nächste in der Tür , und das wortwörtlich.
Dieser Sir Arthur ist wohl definitiv ein Vorfahr von James, ich hoffe mal das diese Familie so weit verzweigt ist, das es auch für ihn unmöglich ist festzumachen ob hier tatsächlich ein Verwandschaftsverhältnis besteht oder nicht. Ich geh stark davon aus das sein Auftauchen auf Cromwells Mist gewachsen ist. Der gibt wohl nie Ruhe.
Wenn die hier Hermione ihrer Lüge überführen wäre das mit einem Atomschlag gleichzusetzen.

Die Konsequenzen,die ihre Freundschaft mit Anne mit sich gebracht haben, sind ja noch weitreichender als vorher angenommen, nicht nur das es scheinbar wirklich Gerüchte über ein Hexendasein ihrer seits gibt , und das im ganzen Land , nein auch Mary Tudor ist davon negativ beeinflusst. Natürlich ist sie das , sie muss das auch sein , bei ihrer Religiösen Einstellung und bei dem was ihr von Aussen alles eingeimpft wurde. Sollte sie nicht bald ihre Meinung revidieren steht uns hier wahrscheinlich bald ein Supergau bevor.
Ich mochte Mary ehrlich gesagt in der Serie nie leiden , sie hat eine Arroganz an sich die mich wahnsinnig macht. Und mir sind Leute die so dermaßen an Gott glauben immer schon suspekt gewesen.
Ich weiß schon zu der Zeit tut das quasi jeder aber sie war immer irgendwie konsequenter darin.

Mit Spannung erwarte ich das nächste Kapitel

Liebe Grüße
Tanja

Antwort von Keiraleth am 18.01.2020 | 14:41:51 Uhr
Hi Tanja,

ich muss dir wirklich meinen allergrößten Dank aussprechen für deine so regelmäßigen, ehrlichen und ausführlichen Reviews! Du bist ganz wunderbar. :)

Das mit den derzeitigen Ausmaßen an eintreffenden Problemen hätte ich nicht besser beschreiben können. Du hast völlig recht, im Moment fließen ganz viele Risiken, Spätfolgen aus Annes Ära und neuerliche Probleme insbesondere für Hermione zusammen - nur um es kurz zu umreißen: die gefährliche Rebellion im Norden, die Charles mit einem Betrug derzeit zu lösen versucht und die langfristig keinerlei Frieden verspricht; Henry Tudors zerfressener Geist, malträtiert von seiner Wunde und einer Wesensveränderung, die jeden am Hof bedroht; seine Kompromisslosigkeit und seine undurchsichtigen Absichten, die Hermione nun selbst anzugehen gedenkt, um ihre Geschichte zu schützen; Cromwells riskante Recherche ; das Gemunkel um ihr Hexendasein im ganzen Land; Mary Tudors offensichtliche Abneigung; Bryans potentielle Gefahr als zweiten Magier und Hogwartsabsolventen am Hof und nicht zu vergessen: Hermiones insgeheim so gewachsene Abneigung gegen den Hof und seine Natur. Und ich bin sicher, ich habe da auf Anhieb noch ein paar Aspekte der gegenwärtigen Lage vergessen.

Ich erinnere mich, dass ich für diesen Abschnitt des Schreibens (sprich dem 2. Akt) eine ausführliche Tabelle bzw. ein wirres Diagramm anlegen musste, um all diese Konflikte im Blick zu behalten, zu überwachen (inwiefern und an welchem Punkt sie sich kreuzen) und wie weit sie abgearbeitet bzw. gelöst wurden, bis sich alle Knoten irgendwann getroffen haben und alles sehr viel einfacher wurde (also zumindest, was den Überblick als Autor angeht ;)). Natürlich misch ich hier nicht grundlos in vielen Kesseln mit, denn noch scheint das alles für sich zu stehen, aber in Wahrheit bauen alle diese Konflikte auf zwei bis drei großen Problemen, die sich schon seit Beginn von Incarcerus abzeichneten. Im Grunde sind also all diese Probleme schier Folgen der eigentlichen Problematik, die Incarcerus antreibt und die das Trio umgeben.

Zu Sir Arthur gibt es heute natürlich mehr, deshalb gehe ich auf ihn erstmal nicht weiter ein.

Zitat: "Wenn die hier Hermione ihrer Lüge überführen wäre das mit einem Atomschlag gleichzusetzen."
Jep, das wäre es. Du kannst dir also vorstellen, was Arthur Norringtons Auftauchen in ihr ausgelöst hat.

Mary Tudor ist insoweit sehr interessant für Incarcerus, da sie gewissermaßen den Norden und seine Einstellung recht gut am Hof und insbesondere für Hermione verkörpert. Wie du schon sagtest, ist sie sehr, sehr religiös und zugleich sehr willensstark. Das Schicksal ihrer Mutter und ihr eigenes so langes Exil (ausgerechnet in der Phase ihrer Identitätsfindung) spielt dabei natürlich eine große Rolle. Mary Tudor wünscht insgeheim nichts mehr, als das England, das Katherina als Königin besaß, wiederherzustellen - ein Wunsch, der gegenwärtig ja auch den Norden extrem antreibt. Und da eine der größten Umbrüche, die Annes Ära brachte, nunmal die Reformation der englischen Kirche war, liegt hier natürlich das größte Augenmerk.
Zugleich wurde Mary all die Jahre von Chapuys beraten - und Chapuys war, wie wir wissen, Breretons Auftraggeber, der wiederum Anne und Hermione mit dem Vorwurf der Hexerei alles Übel Englands zu lasten legte. Anne und ihre Familie mögen nun gefallen sein, doch dass ausgerechnet ihre engste Vertraute immer noch am Hof weilt und sogar der neuen Königin und dem König nahe steht, sorgt zwangsläufig für Gerede unter den Adligen, das weiter und weiter getragen wurde, bis hin unters Volk, das wiederum dieses Gerede mit dem Gemunkel um ihre hexerische Natur natürlich nur in Einklang bringt.
Was wir hier also erleben, ist dass Hermione sich einen Namen gemacht hat, der eigenständig neben dem als die Frau des Herzog von Suffolk steht. Gerüchte und Gerede umkreisen längst ihren Namen und mit jedem einflussreichen Freund mehr, wird dieses Gerede natürlich nicht leiser. Denn für das Volk ist sie mit genau diesem Namen "berühmt" geworden - dem der engsten Freundin von Anne Boleyn, der hingerichteten Hochverräterin und Hexe, die den König selbst jahrelang in ihrem boshaften Bann hielt und Englands Glauben auf den Kopf stellte.

Zitat: "Ich mochte Mary ehrlich gesagt in der Serie nie leiden , sie hat eine Arroganz an sich die mich wahnsinnig macht. "
Mir ging es ähnlich. Mary ist eine sehr komplizierte und ennervierende Figur (was wohl der Mischung aus extremer Religiösität und heimlicher Verbitterung und Rachedurst resultiert) und erst, als ich mich ein wenig mit ihr auseinander gesetzt habe, konnte ich einen gewissen Draht zu ihr aufbauen (was ich auch im Anbetracht dieser Geschichte musste, da sie viele Sympathisanten in Hermiones Umfeld besitzt und sie eine zunehmend einflussreichere Figur wird).

Das nächste Kapitel folgt auf dem Fuß. ;)

Liebe Grüße,
Keiraleth
15.01.2020 | 15:30 Uhr
zu Kapitel 50
Hallo meine Liebe

Wenn unsere Drei Freunde bis jetzt nur als Randnotizen aufgetaucht sind in der Geschichtsschreibung , ob es Troja war oder zur Zeit der Piraten in der Karibik, dann bekommen sie jetzt eigene Kapitel in den Geschichtsbüchern.
Vor allem Harry gewinnt immer mehr an Bedeutung an Henrys Hof. Er als Nachfolger von Cromwell ?
Wahrscheinlich eine logische Konsequenz, beruhigt mich das? Ich denke eher nicht.
Was mich eher nachdenklich macht ist , sie werden im Laufe der noch kommenden Missionen sicher noch einige Einträge in den Büchern sammeln.
Wenn sie immer zumindest bei ihren Vornamen bleiben wird das doch sicher mal jemanden auffallen und anfangen Fragen zu stellen,
was für mich bedeutet das auch am Ende noch viele Probleme auf sie warten könnten.

Was Henry und seine Tochter betrifft bin ich mir nicht sicher ob er sie , bei weiterer Weigerung ihrerseits, nicht doch schlussendlich hätte töten lassen.
Und sei es rein nur um ein Statement zu setzen, beuge dich meinem Willen oder leb ( oder eben nicht) mit den Konsequenzen. Ich hätte ihm das durchaus zugetraut.
Unterm Schnitt freut es mich das Mary zurück am Hof und mit ihrem Vater versöhnt ist , auch wenn er ihr natürlich nicht vertraut und sie beobachten lässt.
Man merkt deutlich das Jane eine bei weitem bessere Königin als Anne ist, zumindest ist es ihr ein großes Anliegen das Frieden herrscht.

Die Farce die Henry bei dieser "Anhörung" abgezogen hat ist mir schon in der Serie sauer aufgestoßen. Für mich ein klarer Machtmissbrauch.
Ich hoffe Hermione geht bei ihrem Versuch den König zu überzeugen diplomatisch vor und gibt nach bevor es eskalieren kann. Kennen wir doch alle
Henrys fürchterliches Temperament.
Ich bin übrigens nach wie vor der Meinung das er sie im Bett haben will , ungeachtet dessen das sie die Frau seines besten Freundes ist.

Liebe Grüße
Tanja

Antwort von Keiraleth am 15.01.2020 | 19:03:39 Uhr
Hallo Tanja,

in der Tat sind Hermione und Co. mit dem Aufenthalt in dieser Zeit und in diesen Kreisen so auffällig situiert wie nie, was die Geschichtsschreibung anbelangt. Nicht nur, dass sie sich im 16. Jahrhundert sehr nah an der Gegenwart bewegen (was zumindest die Erhaltung von glaubwürdigen Dokumentationen betrifft), sie verkehren auch mit sehr "bekannten" geschichtlichen Persönlichkeiten und - mehr noch - haben sich selbst einen Namen gemacht bzw. dokumentierte Plätze eingenommen. Also ja, was in der Karibik noch aufgrund sehr rarer Aufzeichnungen gelegentlicher Lokallegende entstammen könnte und in Troja eher der poetischen Dichtkunst zugeschrieben werden könnte, wird hier recht klar und unleugbar festgehalten. Nicht nur Harrys amtliche Dokumente und Berichte, Hermiones Portraits und ihrer beider namentlicher Erwähnungen in sicherlich zahlreichen privaten Schreiben historisch wichtiger und einflussreicher Personen, wie Cromwell, Anne Boleyn oder der König selbst, werden hier und da sicherlich in späteren Zeiten in Museen auftauchen. Umso wichtiger war es auch, dass sie endgültig Pseudonyme zu verwenden begonnen haben. Die Namen Hermione Norrington bzw. Brandon und Harold Dursley stehen für einen Uneingeweihten erstmal in gar keiner Beziehung zu Hermione Granger und Harry Potter, insbesondere da Ron sich mit seiner Präsenz derzeit noch historisch sehr bedeckt hält (abgesehen von seinem Dienst für den Herzog von Suffolk).
Und da sind wir auch für die Zukunft an einem Punkt, der sehr interessant wird: Zumindest, was die Natur von Vornamen anbelangt. Ihre Häufung an sich ist erst einmal nicht sonderlich herausragend, da sich die allermeisten Namen häufen und auch - zumindest mit Harry und Ron - erstmal recht gewöhnliche Vornamen vorhanden sind. Insbesondere nicht, wenn man gar nicht weiß, wonach man schauen soll (oder anders gesagt: wonach man suchen soll). Aber zugleich hinterlassen sie schon seit Arresto Momentum unleugbare Spuren, die dichter werden mit jedem Aufenthalt (und somit auch auf den ersten Blick amüsanten Zufall). Sozusagen ein Muster, das man erst als solches erkennt, wenn man weiß, dass eines existiert. Oder Nadeln im Heuhaufen - selbst wenn es mehr als eine ist, bleibt es immer noch recht schwierig, eine zu finden und dann sogar noch auf eine weitere zu stoßen.
Denn ja, so lang und breit wie sich die Menschheitsgeschichte gestaltet, bezweifle ich, dass es auf den ersten Blick irgendjemanden auffallen KÖNNTE. Und das sei jetzt erstmal so stehen gelassen, denn natürlich ist das nicht das Ende der Fahnenstange und deine Überlegungen mehr als berechtigt ...

Ich glaub auch, dass du mit Mary recht haben könntest, vor allem wenn man Henry Tudors neuerliches Naturell betrachtet, das sehr aufbrausend und teils gefährlich unbedacht wurde. Aber ich glaube ebenso, dass Mary selbst sehr genau wusste, wo ihre Grenze lag bzw. dass überhaupt eine selbst für sie existierte und ebenso begriff, dass sich das Naturell ihres Vaters gefährdend wandelte. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass Vater und Tochter jeweils so weit gegangen wären, insbesondere zu einer Zeit, in der Henry de facto auf eine Thronfolge - und sei es nur in einer potentiell wieder rehabilitierbaren Tochter - angewiesen war, einander in das absolute Extrem zu zwingen. Oder wie man so schön sagen kann, ein schwindender Ast gleicht in der Geschichte meist einer schwindenden Krone. Kein Königreich und kein Beraterstab, noch so vernarrt, sieht gerne einem Bürgerkrieg entgegen - und Thronfolgekriege waren noch nie ein Spaß. Es warf jedes Land zurück, schmälerte Erträge und Ernten und war selbst für den Adel eher freudlos. Hätte Henry sich also Mary entledigt, bliebe nur noch Elizabeth, Tochter einer hingerichteten Hochverräterin und Hexe und nach Meinung halb Englands und Europas ohnehin illegitim. Und damit würde die Gefahr für Henry Tudor auch sehr viel größer von Throngegnern noch vor seiner Zeit gestürzt zu werden, die die Tudors ohnehin als Ursupatoren sahen und vermutlich in sehr kurzer Zeit sehr viele hochadlige Unterstützer erlangt hätten.
Hinzu kommt, dass Mary von Rom (das sie nach wie vor als einzig legitimen Nachkomme sah) besonders geschützt wurde - sie galt nahezu als unantastbar - und auch wenn Henry mit Rom gebrochen haben mochte, wusste er wohl immer, dass eine Hinrichtung von Mary Tudor (die mit dem Kaiser dank ihrer Mutter auch sehr mächtige Verwandte besaß) nahezu einen Krieg mit Rom erzwingen würde. Etwas, dem beide Seiten bislang mit herben Kettenrasseln entgangen waren, und das eigentlich auch in keinem beider Sinne lag, da sie mit anderen Nationen schon beschäftigt genug waren.
Wenn Mary ihn also durch ein politisch extrem riskantes Sturbleiben ins Extrem einer unbedachten Exekution getrieben hätte, wäre die Folge womöglich eine gewaltige kriegerische Eskalation gewesen, die Englands Geschichte wahrscheinlich ganz, ganz anders geschrieben hätte.

Ein wenig Vorgeschmack, wie ein solcher Bürgerkrieg sich erheben könnte, bietet ja in der Tat der rebellierende Norden, der bereits ein religiös gespaltenes England symbolisiert. Ja, diese Farce ist gefährlich und schmeichelt nicht gerade Henry Tudors Image. Ich finde sie dahingehend aber ungemein bestechend, weil sie sehr gut zeigt, zu welcher Art Mensch er geworden ist: Einerseits wünscht und begehrt er die Liebe seines Volkes, wie immer schon, aber auf der anderen Seite gelüstet es ihn längst so sehr nach uneingeschränkter Macht, dass er Ehre und Gnade, die er einst sehr hoch gehalten hat, in den Boden stampft und nur noch nach sehr persönlichen Bedürfnissen agiert. Für sich genommen, kann man somit auch sagen, dass nicht nur der Norden aufbegehrt, auch der König rebelliert in dieser Zeit seiner Herrschaft gegen die Rolle, die er sich einst selbst auferlegte und derer er nun nicht mehr gerecht wird.

Zitat: "Ich hoffe Hermione geht bei ihrem Versuch den König zu überzeugen diplomatisch vor und gibt nach bevor es eskalieren kann. Kennen wir doch alle Henrys fürchterliches Temperament. "
Alles, was Henry Tudor betrifft, entwickelt sich neuerdings zum Drahtseilakt. Also ja, Hermione ist sich des Risikos bewusst, in das sie nun zu schreiten gedenkt. Ob und inwieweit es ihr gelingt, werden wir sehen ...

Zitat: "Ich bin übrigens nach wie vor der Meinung das er sie im Bett haben will , ungeachtet dessen das sie die Frau seines besten Freundes ist."
Was eine böse Unterstellung ... :)

Liebe Grüße,
Keiraleth
10.01.2020 | 19:43 Uhr
zu Kapitel 49
Guten Abend

Ich fand Charles Vorgehensweise in der Serie schon recht grenzwertig, Versprechungen machen und im Zweifel nicht halten, damit macht man sich definitiv keine Freunde unter dem Volk. Ich mein , klar es muss ein Weg gefunden werden um das so unblutig wie möglich zu beenden aber naja , vielleicht ist es wirklich die beste Möglichkeit.

Wenigstens konnte Hermione etwas zur Linderung von Henrys Schmerzen beitragen ohne große Risiken eingehen zu müssen. Vor allem ohne groß in den geschichtlich vorgesehenen Verlauf eingegriffen zu haben, wie ich hoffe .

Ich finde es übrigens ziemlich großartig wie du die Charaktere in dieser , dort üblichen , alten Sprache miteinander kommunizieren lässt. Ich kann mir nicht vorstellen das , das mit unseren gebräuchlichen Umgangsformen einfach war zu schreiben. Der Brief war, meiner unprofessionellen Meinung nach, ziemlich authentisch.
Das Hermione das hinbekommt ist , denk ich , ihrer langen Zeit dort geschuldet.
Ich hätte da ganz sicher ziemliche Probleme damit, nicht immer in die mir vertraute Sprache zu verfallen.
Hast du das im Gefühl oder musstest du dir das mühevoll antrainieren , recherchieren?

Deine Anspielung in deiner Reviewantwort, das da noch jemand bekanntes einen Auftritt haben wird, ich interpretiere das mal so , hat mich natürlich sehr neugierig gemacht. ;)
Mir kam da ein Gedanke, und ich wundere mich das ich diesen das letzte halbe Jahr nicht ein einziges Mal hatte , oder Hermione. Theoretisch wäre es doch möglich auf Legolas zu treffen. Theoretisch sollte er zu diesem Zeitpunkt schon dort sein wo in Hermione in ihrer Gegenwart gefunden hat , wenn ich aber die Geographische Lage , der momentanen Standorte der beiden, richtig im Kopf habe ist die Entfernung dafür wieder zu weit.
Es könnte sogar noch das Buch in seinem Besitz sein, vielleicht ist es aber auch schon auf den Weg in die Karibik, wer weiß das schon, außer dir natürlich. XD
Ich verstrick mich gerade in ziemlich abstruse Spekulationen, wahrscheinlich liegst du sogar gerade am Boden vor Lachen, ich habe sowieso den Verdacht das es dir Spaß macht wenn wir mit unseren Theorien um uns werfen. :)
Mir fällt aber absolut niemand , schon bekanntes, ein der zu der Zeit , noch oder schon gelebt haben und uns in England über den Weg laufen könnte. Vielleicht ist es aber auch nur Flamel und ich bin dir gerade tierisch auf den Leim gegangen. XD
Ich weiß natürlich das du mich nicht aufklären wirst und ich weiter spekulieren darf bis das erlösende Kapitel endlich kommt, bei meinem Glück dauert das noch Monate. :)

In diesem Sinne wünsche ich dir ein schönes Wochenende ,
liebe Grüße
Tanja

Antwort von Keiraleth am 11.01.2020 | 15:10:01 Uhr
Hallo, meine Liebe,

diese Farce, die Charles hier notgedrungen aufsetzt, ist ganz und gar keine langfristige, noch befriedende Lösung und ich denke, dass ihm dies ebenfalls bewusst ist. Doch es ist - soweit ich das sehe - der einzige Weg, den er an diesem Punkt hat, um ein Blutvergießen zu vermeiden. Denn er weiß, dass Henry ganz und gar nicht gewillt ist, den Rebellen - oder Pilgern, wie sie sich nennen - auch nur ein Deut entgegenzukommen. Ihre Forderungen zerschellen schlicht an Henrys aufgefahrenem Panzer aus Ignoranz und Machtgehabe. Überdies ist der König zu dieser Zeit in höchst unberechenbarer und gefährlicher Gemütsverfassung. Zugleich kann Charles es nicht über sich bringen, seinem direkten Befehl zu folgen und die Rebellen anzugreifen und damit einer höchst riskanten und vermutlich auch für die eigene Armee verheerenden Schlacht entgegenzuziehen, an deren Ende auf beiden Seiten ein unrühmliches Massaker steht - einem Befehl, aus schierer Tobsucht und keinem Funken Verstand geboren. Diesen Befehl jedoch zu verweigern, stellt - wie Hermione schon anmerkt - an und für sich Hochverrat dar. Er muss es also auf eine Weise tun, die für Henry keinerlei Schwäche, noch Sympathie für die Rebellen darstellt und eine in dem Moment effizientere Lösung. Und damit ist diese sehr unrühmliche Farce geboren, die zwar für den Moment einen Waffenstillstand und den vorläufigen Stopp des Marsches der Rebellen gen Süden einläutet, die aber keineswegs für einen wirklichen Frieden wirkungsvoll ist und eigentlich nur dem Zweck dient Henrys tobsüchtigen Befehl möglichst verhängnislos für beide Seiten zu umgehen.

Henrys Schmerzlinderung dient letzten Endes nicht nur der Geschichte, die Hermione zu bewahren versucht, sondern vor allem dem aktuellen Hofgeschehen, das derzeit sehr gebeutelt von Henrys schmerzgetriebenen Wutausbrüchen ist und sich dementsprechend ebenfalls sehr undruchsichtig verhält. Eine alles in allem riskante Lage des Machtzentrums Englands ausgerechnet in einer Revolte, die größer ist als jede vorangegangene.
Inzwischen sollte sich ein wenig herauskristallisiert haben, dass sich Hermiones "Heilkünste" mehr oder minder herumgesprochen haben. "Heilkünste" in Anführungszeichen, da diese an und für sich keineswegs so herausragend sind und im Grunde fast vollkommen auf Hermiones modernem Menschenverstand, einer exzellente magische Ausbildung und einzelnen medizinischen Kniffen, aufgeschnappt entlang ihres Weges, basieren. Hermione selbst sieht sich nicht als Heilerin und ist ganz gewiss weit davon entfernt. Aber ihre Fähigkeiten lassen sie in einer Zeit wie dieser aufgrund ihrer Erfolge dennoch hervorstechen. Und zumindest, was Kräuter angeht, kennt sie sich dank ihrer langjährigen Hogwartsausbildung recht gut aus.
Doch es ist nicht die Behandlung seiner Wunde allein, die Henry Hermione rufen lässt. Ich denke, das hat sich im Laufe ihrer Unterhaltung etwas abgezeichnet ...

Zitat: "Ich hätte da ganz sicher ziemliche Probleme damit, nicht immer in die mir vertraute Sprache zu verfallen.
Hast du das im Gefühl oder musstest du dir das mühevoll antrainieren , recherchieren?"
Um ehrlich zu sein, glaube ich, dass man sehr viel schneller drin ist, als man glaubt. Bei mir sieht es prinzipiell so aus, dass ich in den ersten Kapiteln einer Geschichte immer etwas brauche, um ein Gespür für die richtige Wortwahl und Art der Kommunikation zu entwickeln, die diese Zeit (oder in anderen Fällen der jeweiligen Fantasywelt) entsprechen. Das ist auch der Grund, wieso es gerade mit dem sechsten Teil auch wieder erst recht kriechend beginnt, da ich auch hier erst wieder aus der Sprechart des 16. Jahrhunderts in eine neue Zeit geistig wechseln muss. Aber das ist weniger ein aktives Antrainieren, als eine Phase, die ich meinem Kopf einfach zugestehen muss und über die ich mehr oder minder ein paar Nächte schlafen mussen. (Kein Scherz, das ist wahr!)

Also ja, die Sprechweise ist - abgesehen von ein paar Formalitäten, die ich recherchiert habe - mehr eine instinktive Anpassung meines Kopfes (und ganz und gar nicht immer einwandfrei). Aber dies geht so weit, dass ich teils sogar bei Geschäftsbriefen im Job aufpassen musste, nicht instinktiv hineinzufallen, da es eine sehr unbewusste Reaktion ist über die ich beim Schreiben nicht weiter nachdenke - fast wie das Abrufen einer anderen Sprache, in der man recht flüssig ist. Auch beim Schreiben dieser Reviewantworten erwische ich mich manchmal in eine solche Sprechweise zu verfallen - nicht etwa, weil ich wirklich so spreche, sondern weil mein Gehirn nach dem langwierigen Schreiben von Incarcerus, das Schreiben an sich augenblicklich mit einer komplett anderen Wortwahl verbindet. Gerade muss ich mich also aktiv sehr viel mehr darauf konzentrieren modern/normal zu schreiben, als ich es in Incarcerus musste in dieser - literarisch akzeptierten - historischen Weise zu schreiben.

Worüber ich mich aber tatsächlich aktiv schlau gemacht habe, ist das Schreiben von Briefen in dieser Zeit. Auch hier nicht die Wortwahl, aber die Form eines damaligen Schreibens, die Grußformeln, die Datumsangabe, etc. Dafür habe ich mir echte Schreiben von Charles Brandon, Mary Tudor (seiner verstorbenen Ehefrau, die hier Margaret heißt) und Mary Tudor (Henry VIIIs Tochter) angesehen. Die hier eingebauten Grußformeln, Adressierungen und abschließenden Zeilen eines Schreibens entsprechen also tatsächlich echten Tudor Briefen aus dieser Zeit (wenn auch ins Deutsche übertragen und angepasst an ein heutiges Sprachverständnis). Es freut mich sehr, dass dir das aufgefallen ist!! :D

Tja und was Hermione angeht: Oben Genanntes lässt mich eben nur noch mehr glauben, dass man sich - wenn diesem kontinuierlich ausgesetzt - sehr schnell und zügig an eine gewisse Sprechart gewöhnen kann. Dass sie überhaupt das Englisch des sechzehnten Jahrhunderts beherrscht, hat sie natürlich dem Zeitumkehrer zu verdanken. Welche Art der Formulierung sie jedoch wählt, ist eine aktive eigene Entscheidung. Natürlich achtet Hermione von Beginn an auf ihre Sprechweise, um sich gut in das Bild dieser Zeit einzufügen, aber ich habe versucht, ihre Art wie eine Dame des sechzehnten Jahrhunderts zu sprechen, über die Kapitel noch etwas Feinschliff zu verleihen, damit aus dem etwas "gestelzten" oder auch künstlichen Bemühungen der ersten Kapitel nach einem etwas längeren Aufenthalt in dieser Zeit ein natürliche Art für sie wird so zu kommunizieren. Selbiges lässt sich auch mehr und mehr in ihrer Kommunikation mit Harry und Ron (und besonders der der Zauberer) bemerken. Auch wenn sie sich nach wie vor Duzen und sofort sehr viel weniger übliche Formulierungen dieser Zeit verwenden, mehren sich die Formulierungen und Wortwahlen des 16. Jahrhunderts in ihren Gesprächen über den Lauf von Incarcerus.
Denn vergessen wir nicht, ALLE um sie herum sprechen in dieser Art und das schon seit vielen Jahren. Zu sprechen, wie sie es derzeit tut, fällt ihr inzwischen also sehr leicht und ist keine aktive Bemühung mehr, sondern ein Reflex. Ähnlich sieht es mit den Schreiben aus, die sie z.B. mit Paracelsus oder Charles wechselt (ihre Briefe an Anne sind hier ausgenommen, da diese an sie als Hexe gerichtet sind und damit weit weniger Formalitäten vorsehen). Auch wenn wir nur vereinzelt tatsächliche Briefe von Hermione lesen dürfen, schreibt sie diese aber schon sehr regelmäßig und einige Jahre. Ich nehme an, dass sie gerade in ihren ersten Wochen und Monaten dieser Zeit alles an Gebräuchlichkeiten dahingehend aufgesaugt hat, was sich ihr bot und dementsprechend schon lange vertraut mit den Schreibweisen dieser Zeit ist.

Und nun zu einem anderen Thema: Der ominöse, kommende Auftritt einer bekannten Person.

Zitat: "Mir kam da ein Gedanke, und ich wundere mich das ich diesen das letzte halbe Jahr nicht ein einziges Mal hatte , oder Hermione. Theoretisch wäre es doch möglich auf Legolas zu treffen. "
Fakt ist, Legolas existiert in dieser Zeit und befindet sich auch - wie von dir richtig interpretiert - bereits in England. Er ist also parallel zu diesem Geschehen bereits "da" und gegenwärtig.
Dass Hermione dem kaum Gedanken schenkt, liegt schlicht und ergreifend einmal mehr an der Zeit an sich. Zu Beginn von Incarcerus schweifen ihre Gedanken noch recht häufig zu Legolas oder Logan oder selbst ihren früheren Freunden ab, da all das noch sehr "nah" an ihr dran liegt. Hier - im Herbst 1536 - liegt selbst der Beginn von Incarcerus mehr als fünf Jahre zurück. Damit alles vorangegangne noch länger. Hinzu kommt, dass Hermione im Prolog und den ersten Kapiteln eine sehr bindende Entscheidung traf: Sie kehrt nicht zu Legolas zurück, um sein Leben zu wahren. Was bedeutet, dass sie ihn zu seinem eigenen Wohl auch nicht wieder begegnen darf. Hermione bettet ihre Ehe und ihre Hoffnungen auf eine gemeinsames Leben in 1531 zur Ruhe. Etwas, das sie in allen Teilen der Saga zuvor nie getan hat. Sie zieht eine Linie, legt sogar ihren Ehering ab und beschließt ihre Entscheidung durchzuziehen. Und genau das sorgt dafür, dass sie geistige Mechanismen, die sie entlang ihrer Reise erbaut hat, nun auch auf ihren geliebten Elb ausweitet. Sie zieht einen Schutzwall zwischen sich und jeglichen aktiven Gedanken an seinen Vebrleib und seine Nähe. Es dient schlicht und ergreifend ihrer eigenen emotionalen Gesundheit. Und mit ihrer aktiven Ehe zu Charles und ihrer längst herangereiften Liebe fällt es diesem Schutzwall zunehmend einfacher zu verhärten und in den Hintergrund zu rücken. Das Leben, das sie hier führt, schirmt sie insbesondere aufgrund seiner unvergleichbaren Länge vor der Vergangenheit. Selbst ihre eigene Gegenwart kommt ihr zunehmend vergangen vor, wie dir vielleicht schon aufgefallen ist. :)

Oh, ich weiß, ich habe keine Antwort auf deine eigentliche Frage gegeben - ob du mit deinen Vermutungen nun recht hast oder nicht. Und das werde ich auch nicht. Wir finden es gemeinsam raus - in den nächsten Wochen und Monaten. ;)

Zitat: "Ich verstrick mich gerade in ziemlich abstruse Spekulationen, wahrscheinlich liegst du sogar gerade am Boden vor Lachen, ich habe sowieso den Verdacht das es dir Spaß macht wenn wir mit unseren Theorien um uns werfen. :)"
Es ist das allerbeste an Reviews! :D Eure Theorien und Spekulationen sind großartig und ja - manchmal bringen sie mich zum Lachen - aber nicht, weil sie absurd wären, sondern meistens, weil ihr sehr nah dran seid und trotzdem verblüffend scharf daneben liegt oder ihr den Kern genau getroffen habt, aber ich es euch nicht sagen werde, oder aber weil, ihr genau dem roten Hering gefolgt seid, den ich für euch ausgelegt habe. Und manchmal, das sei gesagt, seid ihr verblüffend clever - so sehr, dass ich dann fast Sorge um den Gang der ganzen Saga habe. XD

So und nun bis zum nächsten Mal, meine tapfere Reviewschreiberin!

Liebe Grüße,
Keiraleth
08.01.2020 | 15:11 Uhr
zu Kapitel 48
Hello meine Liebe


Das erste mal, seit das Trio in dieser Zeit ist, wird es so richtig gefährlich für sie , abgesehen von den diversen Anschlägen auf Hermiones Leben natürlich. Die Rebellion bringt etwas Schwung in das , bis jetzt recht ruhige Leben am Hof. Natürlich nur für uns Leser ;) , für unsere Freunde ist es eher das Grauen.
Es ist sicher nicht einfach Ron in Kampfhandlungen verwickelt zu wissen , wenn auch mit Charles, und nicht eingreifen zu können.
Einmal mehr fällt mir auf wie eingeschränkt sie in dieser Zeit wirklich sind.
Mich wundert aber etwas das Hermione keine Sekunde darüber nachdenkt ob sie Henry nicht irgendwie helfen könnte. Ich nehm mal an das sie nicht weiß das diese Wunde einen Anteil an Henrys Ableben hat. Bryan macht sich schon fast lustig darüber.

Diese jähzornigen , unberechenbaren Ausbrüche aufgrund seiner Schmerzen können auch Hermione gefährlich werden.

Zumindest läuft mit Königin Jane momentan alles in ruhigen Bahnen , für Hermione wahrscheinlich sogar ein kleiner Ruhehort.

Ich lese übrigens gerade nochmal die anderen Teile, momentan bin ich gerade mitten in Protego. Der Gedanke das zum dortigen Zeitpunkt die jetzigen Geschehnisse schon passiert sind, sie aber noch nichts davon wissen ist schon irgendwie verwirrend. Calypso zumindest wusste um diese Station. Treffen wir hier eigentlich mal auf sie?

Liebe Grüße
Tanja

Antwort von Keiraleth am 08.01.2020 | 19:49:53 Uhr
Guten Abend, Tanja,

na, da hast du völlig recht, mit der Ruhe bei Hofe und damit auch für unsere Freunde ist es nun vorbei. ;) Es stimmt schon, abgesehen von dem politischen Geschachere bei dem das Trio nie ganz genau wusste, inwieweit sie ihrer eigenen Zeit zuliebe eingreifen sollten und abgesehen von unserem hochmotivierten Attentäter Brereton war das Trio bislang eher einer lauen Gefahr ausgesetzt.
Dies ändert sich deutlich mit der Rebellion und Henrys Wesensänderung - nicht nur, dass jeder Zug bei Hof neuerdings sehr viel größere Risiken bedeutet, auch wahrhaftige Kampfeshandlungen drohen - aktuell insbesondere für Ron - ihnen das Leben schwer zu machen. Hinzu kommt, dass unsere Freunde entlang ihrer letzten vier Stationen fast dauerhaft Kämpfen und Gefahren ausgesetzt waren und damit ihr Körper und Geist natürlich optimal geschult und vorbereitet gewesen waren. Nun sind fünf Jahre vergangen, in denen Kampfhandlung und eindringliche Lebensgefahr mehr "Überfällen" in einem ansonsten eher beschaulichen Ablauf geglichen haben - sprich: Ihre Reaktion und Wachsamkeit ist ganz gewiss nicht mehr das, was sie einmal war, da sie zum "Überleben" an diesem Ort andere Talente haben erblühen lassen müssen. Der anhaltende Reiz lebensbedrohlicher und körperlicher Gefahr fehlt ihnen hier schlichtweg, was letztlich in einem nun riskanten Manko endet, dessen sie sich vage, aber noch nicht ganz bewusst sind.

Hinzu kommt, wie du schon sagtest, dass sie in dieser Zeit auch noch beträchtlich eingeschränkter sind als in allen vorangegangenen. Nicht nur also, dass die Entwöhnung von Gefahren und Gewalt ihre körperlichen Sinne geschwächt haben, nein, ihre effektivste Waffe wurde zudem beschränkt: Die Magie. Natürlich wären sie alle bereit, sie im Fall von Leben und Tod zu nutzen, aber anders als bisher, legen sie erheblichen Wert auf ihre Geheimhaltung und damit auch auf ihre eigene Sicherheit und die Aussichten ihrer Mission, denn - seien wir ehrlich - eine Offenbarung als Hexen und Zauberer wären an diesem Ort und in dieser Zeit ein Super-Gau für jeden Einfluss und jede Stellung, die sie sich an Henrys Hof aufgebaut haben. Ja, mehr noch, ausgerechnet in ihrer Magie liegt eine der größten Gefahren für ihr Leben.

Nun spitzt es sich aber laufend zu, auch wenn wir lange noch nicht am Zenit der sich gerade erst anbahnenden Action sind (denn davon gibt es in Incarcerus durchaus noch einiges zu erleben und zunehmend mehr je weiter wir kommen).

Zitat: "Mich wundert aber etwas das Hermione keine Sekunde darüber nachdenkt ob sie Henry nicht irgendwie helfen könnte. Ich nehm mal an das sie nicht weiß das diese Wunde einen Anteil an Henrys Ableben hat. "
Es beschäftigt sie sehr, insbesondere die Sorge darum, wie gefährlich sein Geschwür ist - weshalb sie auch das Risiko in Kauf nimmt von Bryan weiter durchschaut zu werden und ihm offen ihre Sorge um Henrys Leben preisgibt. Denn ja, genau das ist Hermiones Antrieb in dieser Situation: Die Frage, ob es so schlimm ist, dass sie gezwungen ist, ihm mit Magie zu helfen bzw. welches Risiko das größere darstellt: Sich einen Zugang zu Henrys überlaufenen und ständig bewachten Gemächern zu verschaffen, um ihn magisch zu behandeln und zudem eine Enttarnung zu riskieren, oder wachsam zu bleiben und noch auszuharren und dabei zu riskieren, denn unumkehrbaren, entscheidenden Punkt einer Genesung zu verpassen. Hinzu käme, dass eine Heilung seines Geschwürs auch unzählige Fragen darüber, wie sie es bewerkstelligt hat, aufwerfen würde ... Du siehst also, ein aktives Eingreifen ist in diesem Fall für Hermione ein sehr riskantes und scharf zu überdenkendes Wagnis. Insbesondere da sie keineswegs um die Bedeutung seines Geschwürs für die Geschichte weiß und Bryan ihre Sorge um sein Leben umgehend beschwichtigt.

Zitat: "Diese jähzornigen , unberechenbaren Ausbrüche aufgrund seiner Schmerzen können auch Hermione gefährlich werden. "
Henry hat sich verändert und natürlich hat dies viel mit seinem veränderten Gesundheitszustand und seinen rabiaten, unumkehrbaren Entscheidungen der letzten Monate und Jahre zu tun. Fakt ist, dass wir nun einen Punkt in der Geschichte seiner Herrschaft passieren, ab dem seine Launen gefährlich und seine Gewogenheiten unberechenbar wurden. Immerhin hat er bewiesen, dass er jeden Menschen zu opfern bereit ist, der ihn enttäuscht. Kein Wunder also, dass sich eine sehr wachsame und auch beunruhigte Atmosphäre am Hof breit macht, die nur bedingt mit den Rebellen im noch fernen Norden zu tun hat.

Zitat: "Ich lese übrigens gerade nochmal die anderen Teile, momentan bin ich gerade mitten in Protego."
Das freut mich zu hören. :)

Zitat: "Der Gedanke das zum dortigen Zeitpunkt die jetzigen Geschehnisse schon passiert sind, sie aber noch nichts davon wissen ist schon irgendwie verwirrend."
Kann ich mir vorstellen. Beim Schreiben ist es zudem immer eine kleine Falle, denn ehe ich übergreifende Elemente dieser Geschichte nutze, muss ich mir immer erst bewusst machen, wie viel die jeweiligen "Brückencharaktere" (so nenne ich Charaktere, die mehr als einen Teil der Saga präsent sind) von unserem Trio mitbekommen haben (was insbesondere bei Logan eine Heidenarbeit war, da er gewissermaßen schon Wissen über die ganze Saga besaß) und was unser Trio selbst bis hierhin erlebt hat. Immerhin beeinflusst es teils auch elementare Entscheidungen dieser Charaktere, die mehr wissen als Hermione und Co. Es macht sehr viel Spaß dieser teils widersprüchlichen Standpunkte zum Einklang zu bringen und ich hoffe, dass es im Rückblick am Ende dieser Saga auch alles so aufgeht und Sinn ergibt, wie ich es mit ausgemalt habe. Es gibt hier viele kleine Knotenpunkte, die alles verbinden. Calypso ganz sicher einer davon.

Was mich zu deiner Frage bringt. Calypso ist "gegenwärtig", sprich in ihrer Funktion als noch freie Meeresgöttin, aber in Incarcerus besitzt sie keinen größeren Auftritt. Sie nicht ... ;)

Dann wünsche ich dir sowohl Spaß mit den alten Teilen als auch dem nächsten Kapitel,
deine Keiraleth
04.01.2020 | 12:56 Uhr
zu Kapitel 47
Hello

Und da ist die kurze "Ruhephase " auch schon wieder vorbei.
Ich bin beeindruckt wie souverän Hermione auf die Provokationen dieser Ursula reagiert hat. Sie hat einiges dazugelernt und sich angepasst.
Wenn man sie mit der Hermione , die in Mittlerde war vergleicht , könnte man meinen es wären zwei verschiedene Personen.

Die Idee mit den DA-Münzen hätte sie aber echt schon mal früher haben können. :) Gut das sie sie jetzt haben, vereinfacht so manches sicher.
Da zieht also Ron mit Charles gegen die Aufständigen aus. Er hat sich ziemlich geändert , er fährt nicht mehr aus der Haut wenn er zur Vorsicht was seine Magie betrifft , gemahnt wird.

Ich denke nach der Situation mit Cromwell und Henry, wird sich Hermione vor dem König noch mehr in Acht nehmen.
Da hat sie mal Hautnah seine Rücksichts und Skrupellose Seite miterlebt.
Anderen alle Schuld zuzuschieben, auch wenn sie eigentlich bei ihm lag, war immer schon eine äußerst unattraktive Eigenschaft an ihm.
Cromwell weiß jetzt das auch sein Kopf jeder Zeit rollen könnte, sollte er die Situation nicht in den Griff bekommen.

Liebe Grüße
Tanja

Antwort von Keiraleth am 04.01.2020 | 14:11:04 Uhr
Hello my dear,

ich sagte ja, dieses "Ruhen" ist mehr die Ruhe vor dem Sturm, denn eigentlich hat Annes Ära als auch ihr Sturz das Land in einem sehr zwiegespaltenen und brodelnden Zustand hinterlassen, der sich durch ihr Verschwinden nicht einfach auflösen lässt - ebenso wenig wie Henrys spürbar gewandeltes Gemüt hin vom König der Gnade zum König der Vergeltung. Wo er einst sogar recht behutsam und überlegt agierte (sicherlich auch angetrieben von seinen damaligen Beratern), zeigt sich Henry Tudor nach Annes Ära als schier unberechenbar und tobsüchtig.
Sicherlich, eine Rebellion ist etwas, das kein König zu tolerieren hätte, doch Henry offenbart in diesen letzten Szenen von "Das Gesetz der Natur", wie wenig er diesen Konflikt mit Verstand und Diplomatie zu lösen versucht (wie er es einst zu tun gepflegt hätte) und wie sehr es ihm längst nach unangefochtener Macht dürstet. Indem er selbst seine engsten Berater (sprich Cromwell) schon an diesem Punkt in Furcht vor seiner Vergeltung versetzt, entzieht er diesen sein gesamtes Vertrauen - obwohl die Entwicklung der Rebellion im Norden noch ganz in den Kinderschuhen steckt und sich noch in jegliche Richtung zu entwickeln vermöchte, je nach politischem Agieren.

Und diese dramatische Wesensveränderung ist Hermione natürlich nicht entgangen, auch wenn sie sie hier zum ersten Mal leibhaftig miterlebt und ihre Auswüchse langsam zu begreifen beginnt. Man könnte Hermione nicht ankreiden, nicht vorsichtig in Henrys Beisein zu agieren, denn sie weiß durchaus, mit wem sie es zu tun hat und wie brüchig der Pfad gerade für sie ist, die tief in ihrem Herzen einen erheblichen Groll für ihn verbirgt, Annes Tod verschuldet, aber ich denke auch, dass gerade dieser Wortwechsel zwischen Henry und Cromwell ihre Sicht für sein verändertes Wesen noch einmal schärfte.

Womit wir auch bei Hermione wären. Du hast völlig recht, die Hermione aus Mittelerde hätte sicherlich nicht ganz so souverän auf Ursula reagiert. Sie hat in der Tat dazugelernt und gerade das "lange" Verbleiben in dieser Zeit trägt nun auch seine Früchte, ist es doch lang genug, um sich wesentliche Verhaltensmuster des Hofes anzueignen. Aber es ist nicht nur das Adaptieren von "erwünschten" Verhaltensmustern dieser Zeit, das Hermione hier zeigt, es ist auch eine persönliche charakterliche Entwicklung, geprägt von dem ganzen Weg, der sie bis an diesen Punkt führte, geprägt von jedem Freund und jedem Feind und auch von dem Leben selbst. Denn Hermione ist fast zehn Jahre älter als ihr altes Ich das Mittelerde dereinst betrat. Ich hoffe, dass dieses "Heranreifen" ihres Charakters nachvollziehbar und homogen erscheint, aber ja, es ist fast unumgänglich, dass unsere drei Freunde von ihren Reisen und Erlebnissen "verändert" werden. Und natürlich beruhen diese Veränderungen auch ganz stark auf Adaption an die Anforderungen ihrer Mission - es sind Verhaltensmuster, die ihr Überleben und ihren Erfolg zwischen den Zeiten und widersprüchlichsten Anforderungen unterstützen und verbessern, ohne dass sie sich dazu "bewusst" entscheiden.
Weshalb der Kern ihres Wesens auch unberührt bleibt. Denn Hermione - bisweilen hitzköpfig und starrsinnig - bleibt ebendies, auch wenn sich andere ihrer Wesenszüge soweit geschärft haben, dass sie nun eine gewisse Balance mit diesen Aspekten ihres Wesens halten, solange sie nicht emotional allzu sehr mitgerissen wird.

Selbiges betrifft auch Ron. Die Akzeptanz seines gesundheitlichen Zustands mit seiner Flackermagie ist ein weiterer Reifegrad, den er als Charakter erreicht. Denn es ist eine erhebliche Einschränkung, die er hier vor sich eingesteht und die er endlich als gegeben empfängt. Indem er diese akzeptiert, ist er auch erst wieder fähig, sich selbst wertschätzen zu können. Maßgeblicher Katalysator dieser Erkenntnis ist natürlich Joans Nahtod nach der Vergiftung, die eigentlich Hermione zugedacht war und die während ihrer dramatischen Entzweiung über eben dieses Thema vorfiel, aber es vollzog sich im Grunde schon laufend, denn gerade seine extremen Reaktionen war Zeuge seiner Überforderung.
Es war mir sehr wichtig, dass Ron diesen aufreibenden Prozess der Akzeptanz durchläuft, da die Flackermagie im Grunde ja nichts anderes als eine plötzliche Behinderung oder chronische Erkrankung darstellt, mit der er fortan zu leben hat. Die Akzeptanz eines solchen Zustands verläuft in den seltensten Fällen ohne einen gewissen Prozess, der die Psyche belastet.

Was die DA-Münze betrifft: Hach, die hatte ich schon länger im Sinn, hielt es aber eigentlich erst hier für wahrhaftig notwendig, da das Trio in den vorigen Teilen durchaus mit Patronusnachrichten agieren konnte, was hier aufgrund ihrer anhaltenden magischen "Geheimhaltung" nicht mehr der Fall war. Zudem driften ihre Leben in Incarcerus zunehmend auseinander (und das sehr viel deutlicher denn jemals zuvor), weshalb dieser Punkt mit Rons Aufbruch in den Norden für Hermione ein kleiner Weckruf wurde, der sie darauf aufmerksam macht, wie wichtig es nun ist, zumindest ein Bindeglied für ihren Zeitumkehrer zu besitzen, das sie beisamen hält. Irgendwo symbolisiert die Notwendigkeit der DA-Münze also auch die Entfernung, die sich längst zwischen den Dreien im Laufe all dieser Jahre an Henrys Hof aufgebaut hat.

Wie immer auch viel Spaß mit dem nächsten Kapitel,
deine Keiraleth
01.01.2020 | 18:51 Uhr
zu Kapitel 47
Erst einmal ein frohes neues Jahr. Ich habe dieses Kapitel sehr genossen besonders da es der Beginn von etwas großem ist.
Die Frage nach der DA Münze habe ich mir tatsächlich des Öfteren schon gestellt.
Ich finde die Lösung welche miss Granger getroffen hat die praktischste.

Ich bin gespannt wie sich die beginne des Bürgerkriegs entwickeln und auch wie sich der König Weiterentwickelt.

Ales in allem Danke und ein erfolgreiches Jahr 2020

Antwort von Keiraleth am 04.01.2020 | 13:31:22 Uhr
Hallo Karadramos,

ein gutes, erstes Wochenende im neuen Jahr!

"Das Gesetz der Natur" ist in der Tat der Auftakt zu einem großen Handlungselement dieses zweiten Akts. Und es entblößt zum ersten Mal auch wahrlich Henrys begonnenen geistigen Verfall, mitsamt all seiner gefährlichen Unberechenbarkeit, die ihn sehr deutlich von dem Henry Tudor früherer Jahre (oder auch vor Annes Ära) unterscheidet. Nicht ohne Grund lässt es jeden Beteiligten erschauern, ihn in dieser Art seinem Ärger Luft machen zu hören, da derzeit niemand abschätzen kann, wie viel dabei wahrer Absicht und wie viel temporärem Wutrausch entspringt.

Die DA-Münze spukte schon länger in meinem Kopf herum, kam bislang aber nie zum Einsatz, da Hermione bzw. das Trio sich stets mit drängenderen (magischen) Problemen auseinanderzusetzen hatte und ich ihre Aufmerksamkeit fixieren musste. Doch gerade an diesem Punkt - an dem Harry, Ron und Hermione deutlicher getrennt leben denn je zuvor - wurde ein bindendes Glied zum Zeitumkehrer letztlich unumgänglich. Ich denke, mit Rons Aufbruch zur Rebellion war eine Distanz geschaffen, die Hermione letztendlich auf die Notwendigkeit eines solchen Hilfsmittels stieß - insbesondere da sie in dieser Zeit Magie nur sehr sparsam einzusetzen gezwungen sind und ein Patronusnachricht keine Option wie an anderen Orten darstellt.

Der Aufstand im Norden wird uns noch eine Weile beschäftigen, also bleib gespannt und gute Unterhaltung auch weiterhin!

Wie immer mit liebem Dank,
Keiraleth
31.12.2019 | 15:54 Uhr
zu Kapitel 46
Hello

Irgendwie fühlt sich das ganze , seit dem letzten Kapitel, wie ein Neustart an. Als wären wir wieder am Anfang der Mission.
Eine neue Königin, neue Leute - ob Freund oder Feind kann noch nicht genau definiert werden. Neue Begebenheiten und Situationen die sondiert werden müssen.
Diese Ursula ist mir übrigens sehr suspekt, die hat was von einer Schlange ansich.

Hermione als Spionin für Henry , ob das bei seiner momentanen Unberechenbarkeit gut ausgehen wird. Ich hab zwar das Gefühl das er sie wirklich gut leiden kann aber sowas hat bei ihm noch nie eine Rolle gespielt.
Jane hat so eine Herzensgute und sanfte Seele, sie hätte sicher auf Dauer einen guten Einfluss nehmen können auf Henry, leider ist ihre Zeit an seiner Seite auch am ablaufen.

Ich wünsche dir einen guten Rutsch ins neue Jahr, hoffentlich wird es ein erfolgreiches und gutes für dich.

Liebe Grüße
Tanja

Antwort von Keiraleth am 01.01.2020 | 17:23:41 Uhr
Hallo Tanja,

hoffentlich bist du gut ins neue Jahr gekommen.

Ein wenig ist es durchaus ein Neustart, den wir hier gerade erleben, allerdings ist das gewissermaßen auch nur eine Illusion, der sich alle derzeit noch hingeben denn in Wahrheit liegt viel zu viel Geschehenes vor, um einen wirklichen Neustart zu vollbringen. Denn ja, es ähnelt sehr viel einem Neubeginn, insbesondere durch die Neulinge bei Hofe und die noch unbekannten Verflechtungen, allerdings gibt es einen entscheidenden Unterschied zu ihrer ersten Ankunft am Hofe: das Trio besitzt inzwischen eine eigene Vergangenheit an diesem Ort mit all ihren ganz persönlichen Verflechtungen, Verbündeten und Feinden. Deshalb wird sich dieser temporäre Eindruck ganz sicher schnell wieder verflüchtigen, insbesondere für Hermione. Denn nun gibt es neben den ganz nüchternen Motiven ihrer Mission auch sehr persönliche Antriebe, die unsere drei Freunde führen. Dinge kommen sehr viel schneller ins Rollen. Entscheidungen haben sehr viel drastischere Konsequenzen. Und - ganz besonders wichtig - jeder bei Hof nimmt Hermione und Harry als nun einflussreiche Kaliber wahr, was auch sehr viel deutlichere Reaktionen auf jede ihrer Schritte auslöst.

Noch ein besonderer Unterschied zu zuvor ist Hermiones Nähe zum König. Denn auch Henry nimmt ihre Fähigkeiten nun deutlicher wahr - klare Folge dessen: Er versucht diese, insbesondere durch die aufgebaute Sympathie und ihrer beider Nähe zu Charles - für sich zu nutzen. Indem er ihr eine solch wichtige Rolle im Hofgeschehen zugesteht, platziert er sie zum einen als eigenständigen Spieler als Ausdruck seiner Gunst und seines Vertrauens, bindet ihre Loyalitäten aber zugleich klar an sich, um zu verhindern, dass diese erneut an die Königin wandern, wie sie es schon einmal taten. Es ist so gesehen also Schutz, Mahnung und Erhebung zugleich.

Ich danke dir wie immer mit großer Freude,
deine Keiraleth
28.12.2019 | 14:09 Uhr
zu Kapitel 45
Hallo meine Liebe ,

ich hoffe du hast die Feiertage mit deiner Familie genossen.

Schade , ich hätte gerne Rons Hochzeit beigewohnt. Ich freu mich ehrlich für ihn , endlich konnte er zur Ruhe kommen und sein Leben mit seiner Flackermagie akzeptieren, ich denke Joan hat da einen beträchtlichen Anteil daran.

Die gewittrige Stimmung war super atmosphärisch. Der Falke hat sich also an Hermione gebunden, ich bin gespannt ob er noch einen größeren Einsatz bekommen wird als den des Postboten.
Ich find Ned echt klasse , da weist er sie drauf hin das es für die Gartenarbeit Bedienstete gibt und macht sich dann auch selber die Hände schmutzig . Gut das die beiden sich so gut verstehen.

Ich wäre gern an Hermiones Stelle in der Ruine gewesen, ich liebe Burgruinen. Wir haben in unserer Nähe ein paar davon ( Niederösterreich) die auch noch frei zugänglich sind. Immer wieder ein beliebtes Ziel von uns. Ich stell mir da dann immer vor was diese alten Gemäuer schon gesehen haben mögen.

Mich würde auch brennend interessieren wie damals das Leben auf Hogwarts ausgesehen haben mag. Zauberer sind ja eher dafür bekannt althergebrachtes beizubehalten, also schätze ich mal das es sich nicht allzu unterscheidet von der Zeit unseres Trio.

Um bei Hogwarts zu bleiben , der Gedanke das Bryan das nachprüfen könnte bin ich gar nicht gekommen, ich hoffe mal er macht es nicht .
Ich mag mir gar nicht ausmalen was das für Ärger bedeuten würde. Ich bezweifle auch irgendwie das Hermione ihr Geheimnis dauerhaft vor Charles verbergen kann.

Liebe Grüße
Tanja

Antwort von Keiraleth am 28.12.2019 | 15:10:50 Uhr
Und noch einmal Hallo,

da haben wir uns doch glatt knapp verpasst. ;)

Ja, ich hatte prima Feiertage. Du hoffentlich auch.

Zu Rons Hochzeit habe ich ja eben schon etwas geschrieben. Aber es ist in der Tat so, dass mit dieser ein Teil von ihm endlich etwas zur Ruhe kommt und auch eine gesunde Akzeptanz für seine Situation fördert. Und Joan hat da einen beträchtlichen Anteil dran. Wie auch in diesem Kapitel zu sehen, birgt sich in Joan eine sehr geerdete und genügsame Person, die ein recht gutes Verständnis für ihr Umfeld und die persönlichen Probleme der Menschen darin besitzt und zugleich ohne die schädigende Neugier und Einflussnahme auskommt, die dieses Talent ausnutzen, um mehr Einfluss zu erlangen. Es läge in ihrer Fähigkeit ihren verständigen Blick für die Situationen der Menschen ihrer Umgebung zu nutzen, um persönlichen Profit daraus zu schlagen, doch dies stände ihrer persönlichen Moral entgegen. Und genau das macht Joan und vor allen Dingen ihre Beziehung zu Ron aus . Es ist diese besonnene Anteilnahme an seinem Wesen und auch der spürbaren Rastlosigkeit, die ihn nun schon seit Jahren quält, die ihn in gewissem Sinne auffing und für sie überhaupt erst faszinierte.

Scamander, Hermiones Wanderfalke, ist in der Tat ein neuer Zuwachs ihrer Familie und unterstreicht auch ein wenig ihre Natur als Hexe, die im Laufe von Incarcerus aufgrund ihres getarnten Lebens als Muggel mehr und mehr in den Hintergrund rückte. Irgendwo in dieser Bindung, die Scamander freiwillig zu ihr als seinen magischen Begleiter eingeht, liegt auch ein Besinnen auf ihre wahre Natur. Sie ist eben nicht nur die Herzogin von Suffolk oder ein Spielstein des Hofes, nein, eigentlich im wahren Kern ihres Seins ist sie eine Hexe, die eine gewaltige Mission als die ihre erkoren hat. DAS ist es, was Hermione eigentlich ausmacht und das sie sich im Zuge von Annes Niedergang zwar bewusst hält, bei dem sie allerdings nur die Schatten dieser Natur sieht. Scamander hingegen erwählt sie als seiner "würdig", was sie als Hexe positiv hevorhebt und damit ein Stück weit Gleichgewicht für Hermiones selisches Wanken herstellt, von dem sie seit Annes Sturz ergriffen ist.

Zitat: "Ich find Ned echt klasse , da weist er sie drauf hin das es für die Gartenarbeit Bedienstete gibt und macht sich dann auch selber die Hände schmutzig . Gut das die beiden sich so gut verstehen"
Ned ist definitiv auch eine Figur, die eine Reise in Incarcerus vollzieht. Dieser kleine Junge, den Hermione noch als Kleinkind in ihre Obhut nahm, ist nun ein Kind, dem die ersten finsteren Wahrheiten des Lebens offenbart wurden, die ihn als Neffen des Königs ganz besonders betreffen. Ned verliert mit Annes Hinrichtung seine "Blindheit" für die wahre Natur des Hofes und auch wenn er das ganze Geschehen noch lange nicht versteht, begreift er an diesem Punkt doch, dass ein gewisses ungerechtes Unheil Hermione ereilt hat über das niemand zu sprechen wünscht. Und da sie die einzige Mutter ist, an die er sich erinnert, versteht er hier sehr genau, dass mit Annes Hinrichtung etwas Schlimmes geschehen ist. Und er leidet mit Hermione, weil sie längst eine so enge Beziehung zu einander besitzen, dass es nur natürlich ist, dass ihr Unglück ihn ganz besonders beschäftigt.

Burgruinen gibt es bei uns im Rheinland und vor allem in der Eifel auch einige, ebenfalls teils frei zugänglich in Wäldern verborgen. Ich kann dich also voll und ganz verstehen und bin auch schon selbst zu einigen gewandert. Manchmal bereitet es einem richtige Gänsehaut diese alten Gänge und Bögen zu betrachten.
Insgesamt birgt sich in dieser Szene im Wald verschiedenes. Manches, was ich noch gar nicht ansprechen möchte, aber unter anderem auch eine gewisse Nostalgie und fast schon ein Bedürfnis danach Zeugnisse von Mittelerde wiederzuerblicken, wie um sich selbst zu beweisen, dass diese Vergangenheit tatsächlich existierte. Natürlich ist es kein Überbleibsel aus Mittelerde, ganz wie Hermione für sich selbst analysiert und erkennt, aber trotzdem ist es ein Zeugnis eines untergegangenen Zeitalters und ganz besonders für Hermione, verdammt dazu viele verschiedene Zeitalter in aller Farbe und Pracht zu erleben, ist es ganz besonders bedeutungsvoll Überreste alter Zeiten zu erblicken, die beweisen, dass im Grunde alles vergänglich ist, jedes blühende Leben und jede prachtvolle Stadt dieser Welt. Dass das, wofür sie kämpfen, ebenfalls nur ein temporärer Stempel aller Zeiten darstellt, dass es im Grunde nur ein Moment in der Ewigkeit der Zeit sein wird, den sie aktiv zu retten versuchen, und ganz besonders, dass auch von Charles und Pennington und alle Menschen an ihrer Seite, die derzeit leben und lachen, in ihrer Zeit nicht mehr den steinerne Überreste zeugen.
Die Ruinen und ihr "Spaziergang" darin haben noch andere Bedeutung, aber die ist um einiges weniger "symbolisch" und hat auch weniger mit Hermiones neuem Verständnis für die Gegenwart und Zeit zu tun. Da wir uns dem noch zuwenden werden, lasse ich es deshalb erstmal so stehen.

Zitat: "Mich würde auch brennend interessieren wie damals das Leben auf Hogwarts ausgesehen haben mag. Zauberer sind ja eher dafür bekannt althergebrachtes beizubehalten, also schätze ich mal das es sich nicht allzu unterscheidet von der Zeit unseres Trio."
Prinzipiell ist das Hogwarts aus Harry Potter intensiv geprägt von Traditionen und anderen Eigenschaften der Tudor Zeit, deshalb würde ich tatsächlich davon ausgehen, dass das Hogwarts dieser Zeit dem ihren sehr ähnlich ist (anders als in Jahrhunderten davor, wie ich annehmen würde). Ein wenig was, wirst du hier und da aber noch dazu aufschnappen - zumindest so, wie ich es mir ersonnen habe. ;)

Zitat: "Um bei Hogwarts zu bleiben , der Gedanke das Bryan das nachprüfen könnte bin ich gar nicht gekommen, ich hoffe mal er macht es nicht ."
Bryan ist ein ganz neues Kaliber bei Hof. Insbesondere für unser Trio. Und das lasse ich mal einfach so stehen.

Natürlich haben wir noch einige Wendungen vor uns. Also ja, da wartet Ärger. Und ein wenig beginnt er schon heute. Viel Spaß dabei.

Und noch einmal liebe Grüße,
Keiraleth
24.12.2019 | 23:45 Uhr
zu Kapitel 44
Ein frohes Weihnachtsfest wünsche ich , wenn auch etwas spät .


Und da geht es schon weiter mit den Intrigen und Ränkeschmieden.
Irgendwie hat das ganze Fest doch eine Kuppel aus Scheinheiligkeit über sich. Alle sind bemüht jeden Gedanken an Anne zu vermeiden , keiner darf sich anmerken lassen das ihn ihr Tod auch nur im geringsten berührt. Das Hermione das ganze so souverän meistert ist schon bewundernswert, ich hoffe nur das es nicht irgendwann, und zum ungünstigsten Augenblick, aus ihr heraus bricht.

Sir Bryan ist also ein Zauberer, ein Schlange noch dazu. Ich wette das er bei weitem mehr auf dem Kasten hat als alle Boleyns zusammen. Das hat Potenzial für viel Ärger und Komplikationen.

Auf Rons Hochzeit bin ich schon gespannt, hoffentlich bleibt für ihn in nächster Zeit alles ruhig.
Neugierig bin ich auch wie es mit Elisabeth in Harrys und Marys Obhut weitergehen wird.

Ich wünsche noch ruhige und besinnliche Weihnachtsfeiertage.

Liebe Grüße
Tanja

Antwort von Keiraleth am 28.12.2019 | 14:24:05 Uhr
Hallo Tanja,

ich hoffe, du hattest ein ebenso schönes Weihnachtsfest.

Oh ja, was die Intrigen und Ränke angeht, treten wir nun in ein neues Spiel ein - grundsätzlich vielleicht sogar ein noch sehr viel Komplexeres denn zuvor. Außerdem ist das Trio nun ganz anders aufgestellt als zu Beginn von Incarcerus, was letztlich einen noch tieferen Schritt in die Mauscheleien des Hofes ermöglicht.

Scheinheiligkeit trifft die allgemeine Atmosphäre von Jane Seymours Hochzeit, denke ich, ganz gut. Natürlich bleibt Henry auch kaum etwas anderes übrig, als nach dem resoluten Vorgehen gegen Anne und die Boleyns absolute Erleichterung und den Anbruch eines neuen Zeitalters zu zelebrieren. Immerhin hat er Anne dem ganzen Land und Hof als böswillige Hexe verkauft, die Quelle all seines vergangenen Unglücks. Da sollte Erleichterung ob dieser "Befreiung" dominieren. Wer jedoch in den Prozess und das Geschehen wie Hermione "involviert" war, weiß wie die Wahrheit sich tatsächlich gestaltete und das sich in Annes Niedergang eine ganze Tragödie barg. Für diese "Involvierte" (Hermione und Cranmer an vorderster Front) ist das politische Schauspiel des Königs also ein Schlag ins Gesicht. Gleichzeitig überträgt sich dieses Schauspiel aber natürlich auch auf seine Gefolgsleute, die seinem Beispiel folgen müssen - wenn er dazu gezwungen ist, sind sie es nicht minder. Hinzu kommt die ehrliche Freude all seiner neuen Günstlinge, die aufgrund des Falls der Boleyns einen Zutritt in sein näheres Umfeld erlangten. Für sie ist es also tatsächlich ein "Freudentag".
Alles in allem also eine wahrhaftige Herausforderung für Hermiones noch nicht einmal ausgelebte Trauer.

Francis Bryan wiederum ist einer der großen Neuauftritte dieses zweiten Akts. Und ja, er hat definitiv mehr auf dem Kasten als die Boleyns. Wie viel, wird sich zeigen ... Es wird auf jeden Fall einen hoffentlich recht interessanten Part im Geschehen übernehmen.

Was Rons und Joans Hochzeit angeht - die erleben wir nicht leibhaftig mit. Hier hielt ich den Weg für sehr viel bedeutsamer denn das Ziel, denn letzten Endes sagen die Momente bis zur Hochzeit sehr viel mehr über Ron und seine Beziehung zu Joan aus. Außerdem hielt ich es für etwas repetitiv erneut eine Hochzeit auszugarnieren, wenn auf dieser nichts sonderlich Spektakuläres geschieht. Aber keine Sorge, wir werden im Kommenden auch in Rons Ehe etwas mehr Einblick nehmen, wie wir uns auch noch eingehender mit Harrys Ehe beschäftigen werden.

Ich danke dir wie immer und wünsche dir ein paar schöne Tage zwischen den Jahren und einen guten und sicheren Rutsch ins neue Jahr!

Liebe Grüße,
Keiraleth
22.12.2019 | 09:21 Uhr
zu Kapitel 44
Hello liebe Keiraleth!

Sir Francis Bryan war ganz wundervoll inszeniert und ich bin ganz hin und weg. Wäre das ein Buch, würde ich mich fast genötigt fühlen, eine Fanfiction über ihn zu schreiben. In diesem Zusammenhang. Nun, genug des Lobs.
Ansonsten bin ich noch gespannt, wie Hermione sich mit Jane Seymour stellen wird. Kann sie mit ihr eine Freundschaft aufbauen, wenn Annes Schatte noch über ihnen allen liegt, oder wird sie zuvor versterben?

Es grüßt und küsst,
Avarantis

Antwort von Keiraleth am 23.12.2019 | 15:05:56 Uhr
Hallo Avarantis,

Sir Francis Bryan. Ich wünschte, ich könne diesen Namen unterstreichen, und ich glaube, ich verrate nichts Besonderes, wenn ich sage, dass ich etwas mit ihm vorhabe. Umso mehr hat es mich gefreut, dass dir schon dieser erste Auftritt so gut gefiel. Er war meine absolute Lieblingsfigur in Incarcerus und ich hatte durchaus mehrere Figuren, die ich AUSGESPROCHEN gerne geschrieben habe. :)

Wie Hermione sich mit Jane Seymour stellen wird, das verrate ich natürlich noch nicht, aber es wird in jedem Fall eine andere Beziehung, als sie sie zu Anne besaß. Das liegt zum einen an der sehr viel anderen Persönlichkeit von Jane Seymour, aber natürlich auch an dem Schatten den Annes Tod auf sie wirft. Und dann gibt es einen noch tiefergehenden Punkt, der diese neue Situation zeichnen wird: Auch Hermione hat am Hof dazugelernt. ;)

Ich wünsche dir schöne Feiertage und wie immer viel Freude mit dem nächsten Kapitel,
deine Keiraleth
21.12.2019 | 19:54 Uhr
zu Kapitel 44
Ah ja, es wäre auch wirklich verwunderlich gewesen, hätte sich Hermione bereits von Anfang an an die neue Situation gewöhnen können. Ich bin mal gespannt, wie sich das alles entwickelt. Ich denke, Jane wird Kontakt zu Hermione suchen, sie kennt sie ja schon was länger und natürlich ist Hermione eine äußerst mächtige Spielerin, wie man am Beispiel der kleinen Elisabeth gut sehen konnte. Dass wir jetzt einen neuen Zauberer im Spiel haben finde ich hoch interessant. Und zudem noch aus Slytherin. Da wird wohl einiges auf uns zukommen, ist er doch bestimmt nicht so magisch untalentiert wie die Bolyens zuvor. Cromwell bereitet mir ein wenig kopfzerbrechen. Während er im ersten Teil Hermione als Rästel empfunden hat, ist das jetzt irgendwie anders. Er sucht aktiv ihre Nähe. Ich bin sehr gespannt, wie sich das entwickelt. Ob weiter ein Kontakt zu Cranmar aufgebaut wird, halte ich jedoch für fraglich. Ich bin aber gespannt, ob er nochmal wichtiger wird.
Und Ron und Joan heiraten, wie schön :D

Dir schonmal schöne Feiertage und liebe Grüße
Nemesis

Antwort von Keiraleth am 23.12.2019 | 14:51:28 Uhr
Hallo Nemesis,

die neue Situation am Hof ist für Hermione - die im Grunde ja "mitspielen" muss, als sei nichts Verheerendes geschehen - eine kleine Tortur. Wie sie ja selbst auch erkennt, erlauben es ihr die Blicke des ganzen Hofes nicht einmal zu trauern und damit die Geschehnisse zumindest halbwegs zu verarbeiten. Weiterhin gebunden an den Hof kann sie - anders als Mary und Thomas Wyatt und Co. - nicht einfach verschwinden, ohne Gerede auszulösen. Stattdessen muss sie sich der allgemeinen Euphorie anschließen und Jane Seymour als neue Königin willkommen heißen. Diese Tage nach Annes Hinrichtung sind also eine große Herausforderung, insbesondere da Henry so fest entschlossen ist, Anne aus dem Gedächtnis aller zu "zwingen". Und natürlich nährt das in Hermione nun einen ungesunden Groll, der sich aus ihrem Gefühl für Gerechtigkeit speist.

Vorteilhaft erweist sich nun, dass Jane Seymour in der Tat schon ein kleines Fundament mit Hermione teilt. Nicht nur wegen der Freundschaft ihrer beider Familien, sondern auch wegen Janes erster Woche bei Hofe unter Annes Herrschaft, in denen Hermione sie bewusst nach ihrem Befinden befragt und sie ein Stück weit "aufgefangen" hat. Jane sieht in ihr also eine wohlgewogene und zudem empathiefähige Dame des Hofes, während Hermione insgeheim nun gar nicht so recht weiß, wie sie Jane nun noch gegenüber treten kann, ohne dabei unweigerlich an Anne und ihr Schicksal zu denken.
Mehr möchte ich noch gar nicht vorweggreifen, denn darin gründet der Beginn einer erneut sehr speziellen und zwiegespaltenen Beziehung: Für Jane ist es ein strahlender Beginn, für Hermione ein Beginn, der mit Annes Leben bezahlt wurde.

Und auch mit Bryan hast du recht. Er ist ein ganz anderes magisches Kaliber als die Boleyns. :)

Zitat: "Cromwell bereitet mir ein wenig kopfzerbrechen. Während er im ersten Teil Hermione als Rästel empfunden hat, ist das jetzt irgendwie anders. Er sucht aktiv ihre Nähe."
Gute Beobachtung. Ich denke, es ist recht deutlich geworden, dass er seine Annahmen über Hermione nach Annes Niedergang und ihrer Rolle darin eindringlich nachjustiert hat. Zu welchem Schluss er dabei gekommen ist und was er beabsichtigt, das werden wir in den kommenden Kapiteln gemeinsam ergründen.

Ähnlich sieht es auch bei Cranmer aus. Ihn und Hermione, die zuvor kaum etwas miteinander zu tun hatten, verbindet nun eine ganz besondere Gemeinsamkeit: Sie beide sind Relikte aus Annes Ära - die einzigen Vertrauten ihres innersten Ringes, die am Hof verblieben sind und sich nicht zum Ende ihrer Ära von ihr "losgesagt" haben oder zur "Flucht" gezwungen wurden. Die zwei einzigen Menschen, wenn man so will, die wohl am meisten "gute Miene zum bösen Spiel" machen müssen. Und es ist Cranmer, der Hermione an diesem Punkt versichert (da in selbiger Situation), dass dies keine weitere Schuld ist, die sie sich zu Herzen nehmen sollte, da Anne sehr genau darum wusste, wie ihrer beider Schicksal nach ihrem Fall aussehen würde und dass sie sich wünschte, dass Hermione möglichst unbeschadet aus dem allen hervorgehe. Sie solle den größtmöglichen Profit aus der Situation schlagen, in die sie gezwungen wurde. Und ich denke, dass ist eine sehr beruhigende letzte Botschaft an Hermiones ohnehin zerfressenem Gewissen, denn damit erlässt Anne ihr zumindest die Schuld der "Illoyalität".
Ob Hermione diesen Rat auch umzusetzen weiß, das ist hingegen eine Frage, mit der wir uns nun beschäftigen werden.

Ich wünsche auch dir wunderbare Feiertage mit deinen Lieben und guten Hunger beim obligatorischen Festmahl. ;)

Liebe Grüße,
Keiraleth
21.12.2019 | 12:19 Uhr
zu Kapitel 43
Hello

Ich bin einmal mehr begeistert wie du es schaffst großartige Szenen auf dem Bildschirm, in fast noch großartigere Szenen auf Papier zu bringen.
Annes Rede , Hermiones Gedanken, der Blickkontakt der zwei, das war so stimmig und in diesem Moment gehörten alle meine sympathien Anne ganz allein.
Ich war schon in der Serie total beeindruckt wie Anne es geschafft hat , trotz des Verrats ihr gegenüber, ihren Frieden damit zu machen , die Menge auf ihre Seite zu bringen und dem König nur das beste zu wünschen. Ich glaube ich hätte bis zur letzten Sekunde getobt. Anne aber, sie hat irgendwie bis zum Schluss gehofft das Henry sie doch noch retten würde.
Ziemlich berührend fand ich in der Serie auch die kleine Geste des Scharfrichters, als er Anne die Haube zurecht gezupft hat , ihr Blick dazu hat mein Herz so richtig übergehen lassen.

Irgendwie beschreibt das Leben des Falken doch auch , bis zu einem gewissen Grad , Hermiones Leben.
Das Gespräch mit Cromwell macht mir fast schon Angst , ich denke da werden noch einige Konflikte auf uns zu kommen.

Viele liebe Grüße
Tanja

Antwort von Keiraleth am 21.12.2019 | 17:22:40 Uhr
Hi Tanja,

lieben Dank, ich freu mich sehr, dass dir die Umsetzung so gut gefallen hat. :)

Je mehr ich mich mit Anne und auch ihrer Hinrichtung auseinander gesetzt habe, desto beeindruckter war ich auch selbst. Die ungemeine persönliche Stabilität, die in ihr vorgeherrscht haben muss, in dieser Art von der Bühne zu treten ... ohne einen Hauch des offen gezeigten Grolls und in Würde, das ist ungemein beeindruckend (insbesondere angesichts der Tatsache, dass der Überlebensinstinkt einer der größten Instinkte ist, der uns steuert). Anne war keine Heilige und sie war es auch nicht in dieser Geschichte, aber ich denke für Hermione (und damit auch ein Stück für uns) war sie dennoch ein bemitleidenswertes Opfer der Mechanismen, die sie umgaben und denen sie letzten Endes ausgeliefert war.

Die Szene mit dem Scharfrichter und ihrer Haube fand ich im übrigen ebenfalls wunderbar in der Serie inszeniert. Eine fast wortlose und doch sehr bedeutungsvolle Szene.

Zitat: "Irgendwie beschreibt das Leben des Falken doch auch , bis zu einem gewissen Grad , Hermiones Leben. "
Ja, das ist der grundlegende Punkt, weshalb Hermione und ihre Freunde sich so kurz nach Annes Hinrichtung ausgerechnet mit dem Begriff der Freiheit in Bezug auf ihren in Gefangenschaft geborenen Falken beschäftigen. Scamanders Zustand ist in gewisser Weise sehr gut mit dem ihren zu vergleichen. Die Frage, wie weit man sich seiner Gefangenschaft bewusst ist, wenn man kaum etwas anderes gekannt hat und wie "gebunden" man auch an diesen Zustand bleibt, obwohl man eigentlich immer "davonfliegen" könnte, war ein wenig eine Allegorie zu den Fesseln ihrer eigenen Bestimmung (letzten Endes sind sie gefangen in den Regeln ihrer Mission und Zeit und arrangieren sich ebenso sehr mit diesem dauerhaften Zustand). Auch die Tatsache, dass sie nicht aus eigenem Antrieb "aktiv" werden, sondern stets geleitet aus ihrer Mission heraus, ist einer dieser Punkte. Hier erinnere ich auch gerne nochmal an den Titel "Incarcerus". ;)
Bleibt also nur die Frage im Raum stehen, die schon Ron in gewisser Weise stellte: Ist es überhaupt eine bewusste Entscheidung für die Gefangenschaft, wenn man ansonsten dem Unbekannten gegenübersteht? Wo beginnt der Zustand "eine Wahl zu haben" und ab welchem Punkt ist es nur noch eine Illusion für die eigene psychische Stabilität?

Im Gespräch mit Cromwell wandelt sich dann wieder die Bedeutung des Falken. Auch hier sprechen Hermione und Cromwell nicht "tatsächlich" über das Tier. Sie nutzen es als sichere "Tarnschicht" für die Wahrheiten, die sie in diesem Moment einander gegenüber anerkennen und die ansonsten sehr gefährlich auszusprechen wären. Welche Wahrheiten das sind, müsst ihr selbst herausfinden. ;)

Liebe Grüße,
Keiraleth
20.12.2019 | 17:25 Uhr
zu Kapitel 43
Hallo meine Liebe,

ich freue mich sehr zu lesen, dass du bereits mit Teil 6 angefangen hast. Und wenn meine Rechnung korrekt ist, wird dieser Teil wesentlich weniger Kapitel haben, als Teil 5. Aber du sagtest ja bereits, dass Teil 5 der längste ist, den du schreiben wirst.

Zu diesem Kapitel kann ich nur sagen, dass es schmerzt! Es war sehr traurig für mich, Anne sterben zu sehen. Trotz allem ist sie mir ans Herz gewachsen und es ging mir wie Hermione. Sie war auch nur ein Opfer dieser Zeit, was ihren Tod auch irgendwie ungerecht macht. Aber er war notwendig für die Mission. Auch wenn ich zugeben muss, dass dieses Argument nicht alles rechtfertigen darf.

Es freut mich, dass die kleine Elizabeth nun bei Harry und Mary lebt. Das wird sie zumindest emotional soweit festigen, dass sie zu einer Persönlichkeit werden kann. Allein die Vorstellung, dass Harry Potter dafür verantwortlich ist, dass Queen Elizabeth I. wird, wie sie wird, ist schon ein bisschen lustig.

Cromwells Auftauchen lässt Rückschlüsse darauf zu, dass er jetzt wohl langsam ahnt, wer oder was Hermione ist. Ob er auch ein Zauberer ist? Es würde mich nicht überraschen, wenn ich ehrlich bin. Er hat ein bisschen was von unserem guten Lord Cutler Beckett.

Wie immer erwarte ich mit Spannung das nächste Kapitel und freue mich schon darauf, in den 2. Akt dieses Schauspiels einzutauchen.

Alles Liebe, deine Lilly

Antwort von Keiraleth am 20.12.2019 | 19:05:22 Uhr
Hallo Lilly,

ja, der sechste Teil wird deutlich kürzer - aber das ist auch nicht sonderlich schwer, bedenkt man, welchen Umfang dieser Teil hat. XD Im Moment schätze ich es tatsächlich so ein, dass der fünfte Teil der längste der Saga wird. Allerdings gibt es noch zwei Teile in der Zukunft, die wohl auch sehr umfangreich und damit auch aufwendig sein werden (soweit mein Plan bis dahin in dieser Form Bestand behält). Ein Teil davon eine Entscheidung, die ich erst kürzlich endgültig getroffen habe und die lange Zeit in der Schwebe lag.

Es freut mich immer wieder, wenn ihr schreibt, dass ihr mit Anne gelitten habt, trotz der Dinge, die man ihr als Figur durchaus vorhalten kann. Es war mir wichtig, dass ihr ein gewisses Mitgefühl und Sympathie für sie entwickelt, trotz ihrer bisweilen polarisierenden Art. Denn letzten Endes ist hier insbesondere in diesem Teil keine Figur heiliger Natur. Hermiones Gefühlen und Gedanken folgen zu können, ist also sehr wichtig ...

Zitat: "Allein die Vorstellung, dass Harry Potter dafür verantwortlich ist, dass Queen Elizabeth I. wird, wie sie wird, ist schon ein bisschen lustig. "
Oh ja, das ist es, mehr sag ich dazu nicht. :)

Und eines stimmt ganz genau: Mit Annes Sturz und Niedergang tut sich eine ganz neue Wahrnehmung zwischen Hermione und Cromwell auf, denn Cromwell wird sich erst jetzt wahrhaft bewusst, wie groß die Spielerin bei Hofe in ihr wirklich ist. Er hat sie - genau wie er sagt - unterschätzt und das in Aspekten, die ihm sehr zu denken geben. Und es gibt noch einige anderer Dinge, derer er sich als Konsequenz der Ereignisse jäh bewusst wird. Aber die werdet ihr selbst im Kommenden ergründen müssen.
Cromwell jedenfalls rückt nun deutlich mehr in den Fokus dieser Geschichte. Und ja, er teilt sich gewisse beunruhigende Züge mit Beckett, aber es gibt einige Punkte, in denen er gänzlich anders agiert als unser alter Erzfeind.

Der 2. Akt wird mit dem morgigen Tag beginnen. Ich wünsche dir dabei viel Vergnügen und einen hoffentlich gelungenen Auftakt,
deine Keiraleth
18.12.2019 | 21:16 Uhr
zu Kapitel 43
Oh je meine Liebe, da ist mir doch tatsächlich ein wenig schlecht geworden. Meine Hochachtung, DAS hat wirklich noch keiner geschafft und ich habe schon allerlei gelesen. Die Stimmung war so bedrückend, ich bin noch immer ganz mitgenommen. Oft sind die FSK-Geschichten ja nur explizit in eine Richtung, aber das war mal ne ganz andere Sache.
Hast du dich für die Sterbeszene nur an der Serie orientiert oder auch in historische Aufzeichnungen geschaut? Bzw. hat das vielleicht die Serie selbst getan?
Abseits von der klar die Handlung dominierenden HInrichtung, fand ich Hermiones Unsicherheit bezüglich ihrer Handlungen im betrunkenen Zustand recht amüsant. Was mir ein wenig zu denken gibt, ist Cromwell am Ende. Denkt er, Hermione hätte mit Charles zusammengearbeitet, um Anne zu stürzen? Er war ja selsbt von ihrer Offenheit bei der Befragung überrascht...

Ich tippe dir mal meine Planung über Weihnachten ab ;)
LG Nemesis

Antwort von Keiraleth am 20.12.2019 | 18:46:19 Uhr
Himmel, was sage ich jetzt? Dass es mir leid tut, dass dir dieses Kapitel so viel Unwohlsein bereitet hat oder dass es mich (insgeheim) sehr erleichtert, weil es bedeutet, dass es dir genauso ging, wie ich mich beim Schreiben fühlte? Denn ja, das zu schreiben war ein hartes Stück Kost (und um ehrlich zu sein nicht das einzige in Incarcerus). Aber ich freue mich ungemein, dass es sich offenbar gelohnt hat, mich in diese ganze Sache so sehr einzudenken. :)

Zitat: "Hast du dich für die Sterbeszene nur an der Serie orientiert oder auch in historische Aufzeichnungen geschaut? Bzw. hat das vielleicht die Serie selbst getan? "
Ich würde schon sagen, dass die Serie hier sehr, sehr gute Vorarbeit geleistet hat. Ich habe mich fast vollkommen hierbei an ihr orientiert, aber ich habe mich auch (wie bei fast allen wichtigen Wendungen und Momenten aus Henrys Ära) im Vorfeld etwas schlau gemacht. Ich denke, letzten Endes ist es trotzdem (was Emotionen einer Szene anbelangt), immer wesentlich, wie intensiv man sich mit seinem eigenen Protagonisten beschäftigt und wie tief und ehrlich man sich in seine Situation versetzt. Ich kann also nur sagen, dass ich - als ich mit diesem Kapitel fertig war - ein gänzlich anderes Verhältnis zu Anne Boleyn hatte und dass ich denke, dass allein schon dieses "geistige Szenario" einer Hinrichtung, in dem man einen vertrauten und liebgewonnen Menschen sterben sieht, mir mehr als genug war. Versteh mich nicht falsch, gerade die emotional verworrenen und schwierigen Situationen reizen mich beim Schreiben am allermeisten (weshalb ich mir vermutlich mit dieser Saga auch so ein deprimierendes Thema ausgesucht habe XD), aber ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass die intensive Auseinandersetzung mit explizit dieser Hinrichtung (nach monatelangem Ausarbeiten der Person Anne und ihrer Beziehung zu Hermione) mir regelrecht die Haut aufgerollt hat und mir nochmals einen sehr viel differenzierteren Blick auf die "Todesstrafe" verliehen hat.

Natalie Dormer (Annes Schaupsielerin) übrigens soll nach dem Dreh dieser Szene sehr geweint haben und nur schwer zu trösten gewesen sein. Ich kann es voll und ganz verstehen, um ehrlich zu sein.

Zitat: "Oft sind die FSK-Geschichten ja nur explizit in eine Richtung, aber das war mal ne ganz andere Sache."
Hm, ja. Und ich fürchte, das hier ist nicht das Ende der Fahnenstange.

Neben dem Versuch mit der Einführungsszene dieses Kapitels die grausame Facette alltäglichen Aufbruchs im Kontrast zu Annes letztem Morgen zu platzieren (für Hermione war es ein weiterer Morgen von vielen Kommenden, während für Anne es dieser letzte war), geschieht in dieser ersten Szene vordergründig eigentlich nicht viel - rückblickend ist es aber eine von vielen kleinen Szenen, in denen ich Charles und Hermiones Beziehung (und auch die Bürde ihres Geheimnisses) weiter ausdifferenziert habe. Es ist zwar nur ein kleiner Moment, in dem Hermione ihn beispielsweise in lauer Sorge fragt, ob sie etwas "Seltsames" gesagt habe (damit meint sie ganz klar ihre Mission, ihre Vergangenheit und Magie als solches) und Charles in Gedanken bei ihrem trunkenen "Liebesgeständnis" völlig gelassen von einer Sorge ausgeht, ihre Gefühle zu sehr offenbart zu haben (die er insgeheim fast schon rührend findet). Zwischen der Wahrheit und seiner Deutung liegen hierbei also Welten.
Und natürlich geht damit auch eine Prise Humor einher. Humor ist schließlich in jeder guten Beziehung wichtig, nicht? ;)

Zu Cromwell sage ich erstmal nichts. Aber eines steht fest, sie haben nicht wirklich über Falken gesprochen.

Liebe Grüße,
Keiraleth
18.12.2019 | 19:11 Uhr
zu Kapitel 43
Hello dearest Keiraleth!

Weißt du, was wirklich, wirklich ein lustiger Zufall ist? Ich habe vorhin zum Lesen die Playlist von GoT ausgepackt und just zur Hinrichtungsszene kam "Throne for the Game". Nenne es Wink des Schicksals. Ich denke, das ist passend.

Well, dann beginne ich mal. Ich glaube, es ist wirklich meiner momentan sprunghaft-gestressten Verfassung zuschulden, dass mir der Einstieg heute ein zweites Mal zu lange gedauert hat. Vielleicht auch, weil ich weiß, was passieren wird und dann immer ein wenig ungeduldig mit tippelnden Fingern vor dem Bildschirm sitze und mir denke "Ja doch, ich verstehe deine Gewissensbisse und deinen Kater, Hermione, aber eigentlich will ich viel lieber von deinen Gefühlen zur Hinrichtung erfahren." Wenn ich die Geschichte ein zweites Mal lese, werde ich dir davon berichten, ob das Gefühl bestehen bleibt oder ein anderes ist, Deal?

Gut für meinen Wissensdurst: Das Wort Schaube. Ich habe es außerhalb von Lehrbüchern noch nie gesehen und war kurz verwirrt, was du gemeint hast. (Denn meine Augen spielten doch tatsächlich den Streich, ein 'r' hineinzubasteln, keine gute Idee.)

Sehr gut fand ich deinen kurzen Cameo-Auftritt von Thomas Wyatt, der durchaus gelungen war und noch einmal das vollendete Elende und den Sturz der Boleyns dargestellt hat.
Insgesamt waren die Gedanken, die Emotionen und der Aufbau der Hinrichtung wunderbar gemacht und sprachlich einwandfrei umgesetzt. Ohne zu viel Drumherum, mit genau dem richtigen Maß an Spannung, Umschreibung und Darstellung.

Was ein wenig zu kurz kam in den letzten Kapitel ist die Sehnsucht nach der Vergangenheit. Entweder begründe ich das mit dem Abfinden der drei, dass sie sich gerade mal wieder in einem anderen Leben befinden, oder, dass es ein erzwungenes Unterdrücken dieser ist, um auch zu Hundertprozent das zu erfüllen, wofür sie da sind.

Der Abschluss mit dem Falken war jetzt in der Assoziation des freien Vogels in der Luft nicht das Spektakulärste, aber eindeutig eine sehr ergreifende Szene mit einer schönen Allegorie. Cromwell dazu kam unerwartet und ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob er damit eine Warnung ausgesprochen hat oder nur Achtung zollen wollte. Bei ihm kann man sich da nie guten Gewissens sicher sein.

Wie immer bin ich begeistert und folge auf treuen Lesepfaden weiter,
die besten Grüße,
Avarantis

Antwort von Keiraleth am 20.12.2019 | 18:12:25 Uhr
Meine liebe Avarantis,

das ist ein Wahnsinnszufall! Und ich sehe das ganz eindeutig als Wink des Schicksals. Welche andere Erklärung gäbe es sonst dafür? XD

Ich gestehe überdies, dass der Game of Thrones Soundtrack einer meiner häufigsten Begleiter beim Schreiben von Incarcerus war. Prinzipiell schreibe ich eigentlich fast immer zur Musik (und korrigiere sogar noch besser mit ihr). Aber ich kann es nur zur instrumentellen Musik. Sobald Lyrics darin auftauchen, hält sie mich absolut vom Schreiben ab. Heißt also, ich habe eine Playlist mit verschiedenen Soundtracks, die ich beim Schreiben immer weiter - meist auf Shuffle - durchlaufen lasse. Und da jede Geschichte eine andere Atmosphäre bzw. Natur besitzt, schreibe ich in der Regel auch jeden Teil dieser Saga zu etwas anderen Soundtracks, die mich am ehesten in die Sphären der jeweiligen Geschichte versetzen bzw. mir dabei helfen sehr schnell, sehr tief einzusteigen. Denn letzten Endes ist Schreiben ja auch nur eine besondere Form der Meditation und je schneller ich drin bin, desto schneller geht es voran. ;)
Bei Incarcerus beinhaltete meine Playlist vorrangig die Soundtracks von Game of Thrones, selbstverständlich den Tudors Soundtrack, die Panem Soundtracks (die verblüffend gut die allgemeine Atmosphäre untermalten), den Soundtrack der Borgias, Die Säulen der Erde (Trevor Morris), Elizabeth - Das Goldene Zeitalter, Man of Steel (dass Henry Cavill hier ebenfalls mitspielt ist ein lustiger Zufall), Belle als auch The Duchess (von Rachel Portman), The Dark Knight Rises, Da Vinci's Demons, Henri4 (von Hans Zimmer), Macbeth (von Jed Kurzel), The Revenant (von Alva Noto), The Other Boleyn Girl, Alias Grace (Mychael Danna), na ja, und dann noch einzelne Stücke aus anderen Soundtracks ... Alles aufzuzählen, würde ewig dauern, aber damit du eine Idee bekommst.
Ich habe so langsam auch schon eine erste "unterstützende" Playlist für den nächsten Teil und im Moment bin ich noch in der Umgewöhnungsphase. Es ist schon eine etwas andere Amosphäre, die sich hier wieder kreiert und einmal mehr hilft mir die musikalische Untermalung dabei deutlich ... :)

Das mit der Ungeduld kann ich verstehen. Ich bin gespannt, wie es dir nach dem zweiten Lesen ergeht - und zugleich geschmeichelt, dass du es überhaupt in Betracht ziehst, Incarcerus noch einmal zu lesen.

Thomas Wyatt kommt in der Serie tatsächlich ebenfalls kurz während der Hinrichtungsszene vor. Und da ich sein Schicksal als nicht weniger bedrückend empfinde als das der anderen Männer (immerhin muss er sich nun als einziger Überlebender betrachten und damit leben), spielt er in meinen Augen auch eine besondere Rolle, um die Konsequenzen dieses brutalen Umbruchs bei Hofe darzustellen. Ganz abgesehen davon, dass er genau wie Hermione einer der wenigen Überlebenden aus Annes näherem Umfeld darstellt.

Was die Hinrichtungsszene an sich angeht, da habe ich mich natürlich sehr an der Serie orientiert. Ich danke dir trotzdem für dein Lob zur Umsetzung!

Sehr viel komplizierter wird es mit der "Sehnsucht nach der Vergangenheit", wie du es so schön formuliertest. Du hast recht, im Moment ist diese merklich in den Hintergrund gerückt. Und das hat verschiedene Gründe. Zum einen haben wir da den Punkt, dass Hermione sich längst ein Stück weit in diesem neuen Leben verloren und auch verwurzelt hat. Vergessen wir nicht, dass es ihr bislang längster Aufenthalt ist und sie schon fünf Jahre an Charles' Seite lebt. Sie als auch die Jungs haben sich längst so tief mit den Ereignissen, aber vor allem dem Alltagsleben dieser Zeit verwoben, dass sie sich unbewusst längst damit zu identifizieren beginnen. Soll heißen, ihre Psyche beginnt dieses Leben als das IHRE anzunehmen. Woraus folgt, dass ihr eigentliches Leben und auch die Ereignisse zuvor mehr und mehr zu "traumartigen" Vorleben und Erinnerungen verkommen. Dies erlebt Hermione zunehmend stärker im Laufe der Kapitel. Während in den ersten Kapiteln von Incarcerus die Vorgeschehnisse und auch ihre Heimat noch deutlich und präsent in ihren Gedanken vorherrschen, tun sie es nun eher auf Ebene von diffusen Gefühlen und Assoziationen. Das ist ein Verarbeitungs- und Leugnungsprozess, der nur natürlich ist. Doch er wäre nur halb so effizient, wenn Hermione nicht mit Beginn von Incarcerus auch einen deutlichen, emotionalen Cut gezogen hätte. Ihre stählerne Entscheidung sich ganz und gar der Mission hinzugeben, ihre Entscheidung Legolas' Ring abzulegen, ihre Entscheidung Logans Rat zu folgen und die Mutant High zu verlassen bis hin zu ihrer Entscheidung, die Vergangenheit zu ihrem eigenen Seelenheil ruhen zu lassen, hat eine mächtige Mauer zwischen ihrem Bewusstsein und ihren Erinnerungen aufgefahren. Dies ergibt sich schlicht auch aus ihren jahrelangen Erschwernissen und Kummer. Es war kein Zustand, den sie auf Dauer tragen konnte. Ihr Geist fährt hier also auch eine sehr wichtige Form von Eigenschutz auf.
Allerdings heißt das alles nicht, dass Hermione unempfänglich für ihre eigene Vergangenheit geworden ist. Und es heißt auch nicht, dass sie sich nicht länger danach sehnt, all ihre Freunde vermisst oder damit abgeschlossen hat. Nein, was hier stattfindet, ist eigentlich das, was Legolas ihr schon am Ende von Arresto Momentum versprach: Früher oder später ergibt sich ihr Geist und auch ihr Herz dem "Verbleichen" von Gefühlen und Erinnerungen. Ein sehr menschlicher Prozess, der hier auch sehr riskant werden kann, ist es doch eigentlich ihr Band in ihre eigenen Gegenwart, die diese Mission am Laufen erhält. Und damit liegt der Finger genau in der Wunde, denn das ist ein Konflikt, den wir noch näher betrachten werden.
Ich erinnere nur an Dumbledores letzten Rat "Vergesst nie, weshalb ihr fort gegangen seid."

Dein Wahrnehmung täuscht dich also nicht und - viel mehr noch - es ist ein relevanter Punkt, der im Moment noch nicht thematisiert ist, den ich aber schon seit Beginn Incarcerus laufend und heimlich aufziehe, weil es ein sehr stiller Prozess ist. Wie so oft steckt der Teufel im Detail. ;) Glaub mir, die Vergangenheit holt uns noch ein, gerade weil sie gegenwärtig bedrohlich in den Hintergund rückt.

Tja, und was den Falken angeht - Hermione und Cromwell haben nicht wirklich über Falken gesprochen, haben sie? ;)

Ich wünsche dir in jedem Fall eine wunderbare Unterhaltung auch mit dem kommenden Part dieser Geschichte (und ich glaube, er hält einige Überraschungen parat),
deine Keiraleth
18.12.2019 | 18:44 Uhr
zu Kapitel 43
Ich bin immer wider fasziniert wie Anne ihre eigene Hinrichtung leitet
Und bin auf kommendes gespannt.

Antwort von Keiraleth am 20.12.2019 | 17:15:50 Uhr
Ja, Anne ist eine recht beeindruckende historische Persönlichkeit. Ihre Hinrichtung nur eine der faszinierenden Aspekte ihrer Geschichte.
Ich freue mich sehr, dir das Kommende zu präsentieren und danke dir ein weiteres Mal für deine liebe Rückmeldung!

Liebe Grüße,
Keiraleth
18.12.2019 | 13:32 Uhr
zu Kapitel 42
Hello

Momentan bescherst du uns ja eine hoch emotionale Szene nach der anderen. Ich finds großartig: )

Großartig finde ich auch das Gespräch mit Anne, das Hermione trotz ihrer eigenen Qualen es geschafft hat ihr etwas Frieden zu geben , ihr eine große Last von den Schultern zu nehmen bezüglich der Zukunft ihrer Tochter.
Der darauffolgende Zusammenbruch war herzzerreißend, am liebsten hätte ich mit Hermione mitgeheult.

Das sie sich aber dann dermaßen ins Aus ballert damit habe ich nicht gerechnet, sie aber wohl auch nicht wenn man ihren inneren Monolog über den Beruhigungstrank betrachtet.
Gut das Charles da war und sie auffangen konnte.
Ihr " irgendwie " Liebesgeständnis war richtig süß.
Ich bin gespannt inwieweit die ganze Geschichte sich auf ihr weiteres Leben am Hofe und mit Charles auswirken wird.
Am meisten Sorgen macht mir aber ihre seelische Schädigung, ich denke nicht das sie das so schnell , wenn überhaupt, überwinden wird.
Gerade jetzt würde sie ihrer Freunde umso mehr an ihrer Seite brauchen, was ja leider nicht so einfach ist.

Viele liebe Grüße
Tanja

Antwort von Keiraleth am 18.12.2019 | 18:02:12 Uhr
Hallo Tanja,

ja, es ist emotional und ich freue mich, dass es auch so "herüberkommt". Da geht mir ein wenig das Herz auf. <3

Dieses Gespräch - zwischen Anne und Hermione im Tower - ist sehr wertvoll für Incarcerus. Nicht nur, weil Hermione hier einen "Bußgang" vollführt und ein letztes Mal in ihrer ernsten Freundschaft zu Anne verweilt, sondern auch weil es das Schicksal zweier eigentlich "mächtiger" Frauen abbildet, die hilflos den Gezeiten der Geschichte ausgeliefert sind. Es ist eine sehr emotionale Situation, gewissermaßen ein Ereignis, das sich ins Herzen brennt und für Hermione umso entscheidender, da sie die eine von beiden ist, die mit der Erinnerung an diesen Moment fortleben muss.

Im Laufe dieser Geschichte hat sich Hermione immer mal wieder in Anne "gespiegelt" gefühlt und dies kommt nicht von irgendwo. Es gibt essentielle Parallelen zwischen den beiden Hexen, auf genau denen ihre Sympathie auch gründet und insbesondere auch dieses fast schon riskante Vertrauen in den anderen, obwohl beide Frauen wissen, dass sie Geheimnisse und teils skrupellose Züge mit sich tragen. Dieser Moment im Tower ist also gewissermaßen auch die Gabelung ihrer beider Schicksale. Es ist sehr bedeutsam für Hermiones weitere Entwicklung, so viel steht fest. Anne hinterlässt einen deutlichen Abdruck, auch weil es die erste wirklich tiefe Freundschaft zu einer Frau ist, die Hermione seit ihrem Aufbruch aus ihrer Zeit für Jahre gepflegt hat (etwas das ihr ansonsten auf dieser Reise nur sehr kurzweilig oder gar nicht möglich wurde). Anne war nicht nur eine essentielle Brücke zum Hof für unsere Heldin, sie war auch eine Leidensgenossin. Es ist ein gravierender Verlust verbunden mit gravierender Schuld.

Zu ihrer Trunkenheit: Dies hat Hermione in der Tat alles andere als beabsichtigt. Ein Resultat einer sehr ungünstigen Mischung von Zaubertrank und Alkohol. ;)

Zitat: "Ihr " irgendwie " Liebesgeständnis war richtig süß. "
Ja, nicht? :) Hat mir große Freude bereitet, diese sehr ehrliche Szene inmitten all der Verzweiflung zu platzieren. Es fühlte sich ungemein richtig an an dieser Stelle.

Mit den Folgen dieses ganzen Unglücks beschäftigen wir uns auf jeden Fall. Es gibt natürlich offensichtliche Folgen direkt im Nachgang, aber es gibt auch viele Spätfolgen, die ihre besondere Intensität erst nach einer Weile offenbaren werden, sowohl was unser Ehepaar anbelangt als auch den Hof. Charles und Hermiones Reise ist ohnehin eine besondere. Es hat mir viel Freude und zugleich auch sehr viele andere Emotionen bereitet, ihre Ehe auszuarbeiten und langsam zu schraffieren. Und Hermione und unseren Freunden steht noch sehr viel bevor, so viel steht fest.

Ich bin schon sehr gespannt, was dieser zweite Akt mit euch machen wird. Um ehrlich zu sein, bekomme ich fast Gänsehaut. XD

So, nun aber erst einmal in den Tower ... Jetzt wird Geschichte geschrieben.

Ganz liebe Grüße,
Keiraleth
16.12.2019 | 02:49 Uhr
zu Kapitel 42
oh eine betrunkene hermione... Sie wird sich. am Morgen glaube ich schämen....
sehr sehr gut geschrieben..

bis zum nächsten Kapitel

Antwort von Keiraleth am 17.12.2019 | 18:47:02 Uhr
Hallo Daniel,

vielen lieben Dank! :) Schämen wird sie sich in der Tat.

Liebe Grüße,
Keiraleth
15.12.2019 | 11:50 Uhr
zu Kapitel 42
Liebe Keiraleth!

Was kann ich nur sagen, außer, dass der Titel sofort verzückte Vorfreude in mir geweckt hat? (Vielleicht führe ich eine ungesunde Beziehung zu Zitaten historischer Persönlichkeiten, aber das nur am Rande.) Daher bleibt mir nichts anderes übrig, als dir dafür schon einmal ein Lob auszusprechen. Nicht nur ist es das, was Anne gerade denkt und fühlt, es hat gleichzeitig die übergreifende Bedeutung zu unseren drei Helden, die ja praktisch mit der Zeit verwoben sind und wissen, dass sie sich nicht aufhalten lässt, dass sie in jedem Fall alle von ihnen richten wird oder ihre Zukunft beeinflusst. Wundervoll gelungen und eingebaut.
Dazu passt natürlich auch dein Einstieg der Messe mit Cranmer. Allerdings, und das ist jetzt ein kleiner Kritikpunkt, war mir das ein winziges bisschen zu lang und zu bedeutungsschwanger gestreckt. Natürlich weiß ich, dass du damit eigentlich Hermiones Gewissenskonflikt und ihre Gefühle dazu ausdrücken wolltest. Doch irgendwas an der Szene... ich kann es nicht ganz in Worte fassen.

Du weißt gar nicht, wie unendlich dankbar ich dir bin, dass Hermione Anne gesagt hat, dass Elizabeth die größte Königin der Geschichte werden wird. Ich weiß nicht, ob das nicht eigentlich ein Risiko war, das die Zukunft hätte verändern können, doch es war dieser kleine Hoffnungsschimmer am Horizont, den Hermione Anne geben konnte. Auch, wenn sie sterben muss, weiß sie so doch wenigstens, dass es nicht ganz umsonst ist. Dass es geschehen muss, um etwas anderes ins Rollen zu bringen. Eine Form von Buße, mit der es für Hermione vielleicht leichter zu ertragen wird?

Hermiones Verzweiflung ist natürlich nachvollziehbar. Doch ich bin gespannt, welchen Einfluss ihre betrunkenen Worte noch haben werden.

Es grüßt,
Avarantis

Antwort von Keiraleth am 17.12.2019 | 18:45:28 Uhr
Hallo Avarantis,

Freut mich sehr, dass dir der Titel dieses Kapitels gefiel. :D Ich dachte, ein wenig spricht Anne ja schon für sich, deshalb das "Zitat" aus ihrer eigenen Hand.

Zitat: "Vielleicht führe ich eine ungesunde Beziehung zu Zitaten historischer Persönlichkeiten, aber das nur am Rande."
Das glaube ich kaum. Ich liebe sie nämlich auch, das kann gar nicht ungesund sein. :) Und um ehrlich zu sein, macht es mich schon ziemlich wahnsinnig auch nur einer dummen Hauswand an einem historisch bedeutsamen Platz gegenüber zu stehen. Ich bekomme da sehr schnell Gänsehaut, du kannst dir also vorstellen, wie ich mich gefühlt habe, als ich den Tower leibhaftig besucht und die ganzen alten eingeritzten Botschaften der Gefangenen gelesen habe. Ähnlich ging es mir auch an unheimlich vielen Orten in Rom. Einfach der Wahnsinn. Aber es fängt schon mit Häusern in meiner Nachbarschaft an. Da gibt es ein paar alte Fachwerkhäuser auf meiner Straße, in denen immer noch Menschen wohnen (das älteste meines Wissens irgendwas Ende 14. Jahrhundert) und sehr oft, wenn ich daran vorbeilaufe, denke ich - "Verrückt, wie lange das hier schon steht." Vor allem sind sie so winzig. XD

Zitat: "Dazu passt natürlich auch dein Einstieg der Messe mit Cranmer. Allerdings, und das ist jetzt ein kleiner Kritikpunkt, war mir das ein winziges bisschen zu lang und zu bedeutungsschwanger gestreckt."
Zur Kenntnis genommen. :) Prinzipiell ist es die Lesung aus der Bibel die Anne in der Serie von einem Priester erfährt, ich dachte aber, sie spiegelt auch ziemlich gut die Reise unserer Freunde wieder, weshalb ich Cranmer dieses Stück predigen ließ. Und ja, ich brauchte einen gewissen Einstieg, um Hermiones kuluminierten Gewissenskonflikt aufzugreifen und natürlich die Ereignisse des Vortags, den wir nicht miterlebt haben - insbesondere die Auswirkungen der hingerichteten Männer und dem Beginn der "Exekutionen" als Resultat des Geschehens um unsere Freunde. Aber ich sehe auch, was du damit meinst, dass es "gestreckt und bedeutungsschwanger" wirkte.

Und ja, ich empfand es auch als eine Art der Buße gegenüber Anne, die Hermione mit ihrem Geständnis vollbringt. Es ist das Einzige, was sie Anne geben kann - zumindest die Wahrheit und die Besänftigung, dass ihre Tochter nicht dasselbe Schicksal oder ein noch Schlimmeres ereilen wird. Die Auswirkungen auf die Geschichte erscheinen Hermione dabei - im Anbetracht der Tatsache, dass Anne binnen weniger Stunden dem Henker vorgeführt wird - gering. Konsequenzen können sich daraus kaum noch ergeben, ändert es ja nichts an Annes Schicksal und Urteil, außer für ihr eigenes Wohlbefinden.
Es war ein letzter Akt der Freundschaft, den Hermione ihr hier erbringt. Ich wollte unbedingt, dass deutlich wird, dass es zwei Frauen sind, die einander sehr schätzen und vertrauen, die sich hier trennen bzw. von dritter Hand getrennt werden - trotz aller Widrigkeiten und Uneinigkeiten. Es hat nicht nur mit Hermiones Schuldempfinden zu tun, wenn auch dieses ihr natürlich gerade deswegen ganz besonders zusetzt.

Zitat: "Hermiones Verzweiflung ist natürlich nachvollziehbar. Doch ich bin gespannt, welchen Einfluss ihre betrunkenen Worte noch haben werden."
Ah, Hermione hat da einige "Wahrheiten" touchiert. Ganz abgesehen, von dem, was gesprochen wurde oder auch nicht, halte ich diese Szene als sehr, sehr wichtig für den Zustand ihrer Ehe mit Charles und auch ihrem eigenen selischen Wohlbefinden und seinem Einfluss darauf. Letzten Endes ist es ja ihre Geschichte.

Auch weiterhin viel Freude mit den kommenden Kapiteln!
Deine Keiraleth
14.12.2019 | 18:37 Uhr
zu Kapitel 42
Hallo meine Liebe, ich melde mich dann auch nochmal...
ich habe in den letzten Wochen das auf und vor allem das ab in Hermiones Leben gespannt verfolgt und es tut so unglaublich weh, jetzt woh Annes Ende naht.
Die Befragung habe ich voller Aufregung gelesen, natürlich konntest du mich mit der Inzest-Anklage nicht schocken, aber dass Hermione das nicht wusste, war durchaus eine interessante Note. Prinzipiell wusste sie ja grob worauf es hinausläuft, aber sie kann ja dann doch nicht alle Detailes wissen. Dass Brereton jetzt aus den Füßen ist, erleichtert die Sache doch ungemein. Ich fand auch seine Konfrontation mit der Wahrheit toll, dass Hermione sich einfach nicht zurückgehalten hat, sondern es ihm richtig gegeben hat. Ich hoffe, Harry behält aber Recht und das Verhörprotokoll wird wirklich nie wieder relevant werden. Außer vielleicht aus der Perspektive eines Historikers, der oder die^^ sich damit beschäftigt.
Selbiges gilt natürlich auch für Hermiones Offenheit gegenüber Anne, die jetzt wenigstens in Frieden und in der Gewissheit, dass ihre Tochter zu einer der größten Herrscher Englands wird, sterben kann. Ich hoffe, wir erleben jetzt nicht nur mehr von Harry und Mary, die jetzt endlich auch beide von der magischen Natur des anderen wissen, sondern auch von der kleinen Lizzy. Spätestens, wenn sie älter wird...
Die betrunkene Hermione war auch mal ein Erlebnis. Es zeigt aber auch sehr deutlich, wie schlecht es ihr geht. Ach herje. Einerseits endet jetzt wirklich der erste Akt und ich werde Anne vermissen. Viele kleine Intriegen und Spiele enden damit fast automatisch auch. Es ist, als würde ein neues Spiel eröffnet werden und noch ist nicht klar, wie sich die neuen Spieler verhalten werden...Aber genug zu diesem Senieren.
Dir noch ein schönes Wochende,
Nemesis

PS.: Ich würde gerne sagen, dass ich irgendwann noch meine Geschichte beenden werden, aber das kann ich einfach nicht. Dafür hat mich die Uni zu sehr im Griff. Es ist mir also Ernst. Wenn du wissen möchtest, was ich alles noch so geplant habe, dann schreib ich dir das mal auf und schick es dir. :)

Antwort von Keiraleth am 17.12.2019 | 18:18:01 Uhr
Hallo Nemesis,

es stimmt, es käme mir unglaublich unrealistisch vor, wenn Hermione alle Details dieser Geschichtsperiode (oder irgendeiner anderen) kennen würde - abgesehen von prägnanten magischen Entwicklungen, hatte sie doch in Hogwarts ganz andere Prioritäten, was ihren "Lernstoff" anging und war viel zu selten zu Hause, um allzu viel geschichtliches "Muggelwissen" aufzuschnappen. Sie hätte sich schon explizit mit der Tudor Zeit abseits von magischen Lehren befassen müssen, um die genauen Aspekte von Annes Anklage zu kennen. Und so belesen und schlau Hermione sein mag, auch sie hat, was ihren Lesestoff anging, priorisieren müssen. Deshalb halte ich es durchaus für wahrscheinlich, dass sie mehr als Harry und Ron zu dem Thema kennen würde (denn immerhin hat sie ja doch eine überragende Allgemeinbildung), weshalb sie viele große Umbrüche dieser Ära kennt und abschätzen kann, aber ganz gewiss nicht jedes Detail dessen.

Zitat: "Dass Brereton jetzt aus den Füßen ist, erleichtert die Sache doch ungemein. Ich fand auch seine Konfrontation mit der Wahrheit toll, dass Hermione sich einfach nicht zurückgehalten hat, sondern es ihm richtig gegeben hat."
Nun, da spielte auch viel angestaute Wut mit gekoppelt an eine vernünftige Unze Kalkulation. Wir wissen ja alle, wie provokant und teils auch skrupellos Hermione zurückschlagen kann, wenn sie das Gefühl hat, dass ihr und vor allem - ihren Freunden - unrecht wiederfährt. Gleichzeitig sieht sie klarer denn je die Positionen, in denen Brereton und sie sich befinden und in der sie ganz eindeutig die Überhand und den Rückhalt der Krone besitzt. Ich sprach schon einmal davon, dass Hermione im Laufe von Incarcerus erst wahrhaftig begreift, was es bedeutet die "Herzogin von Suffolk" zu sein (abgesehen davon mit einem der mächtigsten Männer des Landes verheiratet zu sein, besitzt ihre Position selbst ebenfalls Macht, die auf dem bloßen Titel beruht). Sie steht in der Rangfolge Englands DEUTLICH über Brereton. Eines der Dinge, die mit dem Mai 1536 eintreffen, ist diese nun wirklich quellende Erkenntnis. Sie schlussfolgert also, dass die ungeschönte Wahrheit gepaart mit dem Versprechen, dass ihm trotz allem niemand glauben wird, ihm am meiste zusetzen wird. Und sie schlussfolgert ebenso, dass Abscheu und Wut ihn am schnellsten sprechen lassen (auch in Erinnerung an die Konfrontation zwischen Charles und ihm nach Harrys Hochzeit). Und genau dieses Wissen nutzt sie hier, um zwei Fliegen mit einer Klatsche zu schlagen - seine Motive zu ergründen und eine gewisse Vergeltung gegen ihn zu verüben. Hier spielt ganz viel der Wille mit, ihren Schlagabtausch damit zu beenden, als klarer Sieger herauszugehen.

Ihre Offenbarung gegenüber Anne hat da wiederum ganz andere Gründe. Hier ist es im Grunde ein eigener kleiner Bußgang und auch eine Abbitte. Sie schenkt Anne, nach allem was sie ihr gefühlt "genommen" hat, nun zumindest die Wahrheit und die Besänftigung, dass Elizabeth in Sicherheit weilt. Mehr kann sie ihr schließlich nicht geben. Da Anne ohnehin todgeweiht ist, schätzt Hermione die Folgen ihrer Offenbarung für die Geschichte minimal ein. Es ist ja nicht so, als könne Anne jetzt noch irgendeine Form von Kapital daraus schlagen oder als ändere sich dadurch irgendetwas an der Tatsache, dass sie binnen 24 Stunden das Zeitliche segnet.

Zitat: "Ich hoffe, wir erleben jetzt nicht nur mehr von Harry und Mary, die jetzt endlich auch beide von der magischen Natur des anderen wissen, sondern auch von der kleinen Lizzy."
Tun wir. :)

Hach ja, und diese Szene der Trunkenheit am Ende von "Le Temps Viendra" zu schreiben, war mein kleines persönliches Highlight. Nicht nur, weil es irgendwo auch eine Premiere für Hermione war, die - soweit ich das sehe - nie zuvor in dieser Art die Kontrolle abgegeben hat, sondern auch weil es zeitgleich einen Höhepunkt ihrer Überforderung und ihres Kummers abbildet als auch einen Moment nahezu ungehemmter Wahrheit zwischen Charles und ihr. Hier fällt beinahe ihre Maske und obwohl sie "nicht sie selbst ist", ist sie es doch mehr denn je.

Zitat: "Einerseits endet jetzt wirklich der erste Akt und ich werde Anne vermissen. Viele kleine Intriegen und Spiele enden damit fast automatisch auch. Es ist, als würde ein neues Spiel eröffnet werden und noch ist nicht klar, wie sich die neuen Spieler verhalten werden.."
Ja, mit Annes Sturz folgt auch ein Umsturz. Nicht nur am Hof, auch für Hermione und Co. Gewissermaßen beginnen sie nun die zweite Partie mit der Erfahrung aus der ersten. Und diesmal sind sie bereits "gestandene" Größen im Spiel. Was Intrigen und Ränke angeht - ich denke diese erreichen mit dem nächsten Akt ein neues Ausmaß. ;)
Aber glaubt bloß nicht, dass der erste Akt damit abgekanzelt ist. Nein, Annes Ära ist die Grundlage aller kommenden Ausläufer und Ereignisse. Diese ersten vierzig Kapitel sind der Quell ... Ich spreche da gerne vom gesäten Wind, auf den nun die Sturm-Ernte folgt. Es ist eine recht gewaltige Storyline, sie hat mich nicht umsonst fast fünf Jahre gekostet. XD

Zitat: "Aber genug zu diesem Senieren."
Oh nein, immer weiter damit. ;)

Zu deinem Angebot: Nun, ich bin verdammt neugierig, was du da noch so im Plan hattest. :)

Ganz liebe Grüße,
deine Keiraleth
14.12.2019 | 15:20 Uhr
zu Kapitel 42
Ich bin begeistert von diesem hoch Emotionen Konflikt! Ein herausragendes Kapitel!

Antwort von Keiraleth am 17.12.2019 | 17:31:21 Uhr
Ich danke dir.
14.12.2019 | 00:05 Uhr
zu Kapitel 41
Hallöchen

Das Gespräch in der Zelle war ja doch recht aufschlussreich, man merkte recht schnell das Brereton Hermione als Gegner etwas unterschätzt hat.
War ziemlich amüsant zu sehen wie ihm sein überhebliches Gehabe vergangen ist , das hatte er sich ganz anders vorgestellt der gute William.
Ich hoffe dennoch das Harry recht hat mit dem was er über den Vermerk über Brertons Ausage gesagt hat.

Mir fällt erst jetzt so richtig auf wie Erwachsen und Ernsthaft Harry geworden ist, irgendwie ist er doch recht untergegangen in letzter Zeit. Ich mag auch die Dynamik zwischen ihm und Hermione, sie verstehen sich blind und können den anderen lesen wie ein offenes Buch. Diese Vertrauensverhältnis ist wirklich bewundernswert. Gleichzeitig hab ich aber auch das Gefühl das Ron mit keinem von beiden auf den selben Level kommt, was nicht heißt das die Freundschaft von den beiden zu Ron nicht genauso tief ist. Ich quatsch schon wieder Unsinn denk ich , irgendwas ist trotzdem anders bei Ron. Vielleicht ist es aber auch nur das er in seiner Entwicklung doch recht am Fleck geblieben ist seit Alcatraz.

Das Mary versucht bei Hermione Hilfe zu bekommen hab ich erwartet, ihre Verzweiflung ob der falschen Anschuldigungen war schon fast greifbar. Hermione hat mir aber fast noch mehr leid getan , diese Hilflosigkeit und das Wissen man könnte etwas tun , darf aber nicht , muss sehr grausam sein.
Harrys Gespräch mit seiner Frau , und sein Outing, war ziemlich herzerwärmend. Auch wenn keine Liebe vorhanden ist so hegen sie doch eine gewisse Zuneigung zueinander. Ich mag die beiden .

Ich bin gespannt wann sich das Geflecht um Chapyus auflösen wird.

Viele liebe Grüße
Tanja

Antwort von Keiraleth am 14.12.2019 | 13:14:21 Uhr
Hallo, meine Liebe,

ah, es ist immer so schwer, die richtige Balance zwischen dem zu finden, was ich gerne sagen würde, und dem, was ich im Anbetracht kommender Verstrickungen und Handlungsbögen schon sagen darf ...

Der Schlagabtausch zwischen Brereton und Hermione ist in der Tat ein kleines Machtspiel, in dem beide Seiten entschlossen sind, den anderen von ihrer überlegenen Position zu überzeugen. Etwas, womit Brereton ganz sicher nicht gerechnet hat, ist die Tatsache, dass Hermione sich ihm offen als Hexe offenbaren würde im Beisein eines Mitglieds der Kronzimmer. Gewissermaßen ist es ein letzter erschütternder Eindruck, den Hermione ihm da mit auf dem Weg gibt und ein wenig auch ihre Vergeltung für die Anschläge, die sie von seiner Seite zu erdulden gehabt hatte. Zugleich versucht Hermione hier ganz klar rechtzeitig hinter sein Motiv sich zu ergeben zu blicken, ehe diese Situation womöglich aus dem Ruder läuft.

Und nein, du redest keinen Unsinn, die Dynamik zwischen Hermione und Harry ist sehr gereift und in einem sich wunderbar ergänzenden Takt gewachsen. Harry ist spätestens seit Incendio wirklich zunehmend erwachsen und ernst und vor allen Dingen zu einem Verantwortungsträger herangewachsen. Er unterstützt Hermione in jeglichem Sinne (auch weil er ihre Situation besser denn wohl jeder andere versteht). Dass sie zudem auch recht vergleichbare Schicksale zu erdulden gehabt hatten, kommt dem nochmals zugute.
Und ja, ihre Beziehung zu Ron gestaltet sich da etwas anderes. Dieser Unterschied besteht und ich denke genau hier wird deutlich, dass man tiefe Freundschaft zu jemanden empfinden kann, ja, Geschwisterliebe, aber dass es trotzdem in der, nennen wir es mal "Arbeitsbeziehung" haken kann. Dass man jemanden liebt, heißt ja immer noch nicht, dass man auch gut mit ihm zusammenarbeiten kann.
Das soll nicht bedeuten, dass Ron nicht in ihr Team passt - im Gegenteil, gerade ihrer drei verschiedener Qualifikationen und Talente ergänzen einander - aber was zumindest ihre gegenwärtige Lage angeht, sind Harry und Hermione ganz eindeutig die "Politiker" in ihrem Team, wo Ron etwas zurückstecken muss. Und das macht sich nun in ihrer wachsenden Dynamik immer deutlicher, da sie ja nun schon einige Jahre in dieser "Situation" stecken, die der Hof von Henry kreiert.

Ich mag Mary auch. <3 In den Tudors wird sie recht schnell abgespeist und vergessen, bei mir spielt sie eine etwas größere Rolle. Ich habe sie nicht grundlos Harry Potter an die Seite gestellt. Wir werden noch mehr von ihnen beiden mitbekommen, auch über Annes Sturz hinaus. Das ist unausweichlich, jetzt da sie über Harry an den Hof gebunden ist.

Was Hermiones eigene Hilflosigkeit angeht, dieser widmen wir uns im neuen Kapitel und das recht deutlich, möchte ich meinen ...
Wenn eines klar sein sollte: Annes Sturz wird Konsequenzen nach sich ziehen und sehr viel umkrempeln, insbesondere für Hermione. Wir stehen hier an einem Wendepunkt der Geschichte. Vielleicht gar DEM Wendepunkt für alles Kommende.

Viel Spaß auch heute,
deine Keiraleth