Autor: Jana Berger
Reviews 1 bis 5 (von 5 insgesamt):
24.09.2019 | 14:22 Uhr
zu Kapitel 1
Hallo
Wie schnell die Zeit vergeht merkt man meistens erst, wenn man ' nach hinten ' schaut. Dem alten Mann war die Taschenuhr anscheinend wichtig. Sonst hätte es ihn wohl nicht gekümmert ,dass sie stehen geblieben ist. Aber es klang so als wäre sie sehr schön und vielleicht auch wertvoll gewesen.
Danke für das schöne Gedicht!
LG Hibiskus

Antwort von Jana Berger am 01.10.2019 | 15:31:43 Uhr
Hallo Hibiskus,

es freut mich sehr, dass Du mir ein Review zu meinem Gedicht hinterlassen hast. Es ist ein neueres, aus diesem Jahr. Zufällig stieß ich damals auf eine alte Taschenuhr und schwups, war die Idee für dieses doch eher nostalgische Gedicht geboren. Für den alten Mann besitzt sie keinen funktionalen Wert mehr, sie ist schließlich stehen geblieben, ergo kaputt. Aber einen emotionalen oder ideellen Wert auf jeden Fall. Sie in die Hand zu nehmen, beruhigt ihn offensichtlich. Dies soll verdeutlichen, dass Zeit doch relativ ist und wir Menschen an Dingen hängen, für die andere wiederum keine Verwendung mehr hätten. Die Verbundenheit zur Zeit, vor allem zur Vergangenheit ist etwas, was uns Menschen ausmacht, schließlich sind wir das Produkt aus vergangenen Situationen und Handlungen. Das Thema ZEIT wird durch das langsame Stillwerden der Taschenuhr wiedergegeben. Die Taschenuhr gleicht hierbei dem Rhythmus der menschlichen Uhr. So ist es gut vorstellbar, dass der alte Mann mit ihr zusammen alt geworden ist.
Vergleicht man ihr goldenes Gehäuse in der ersten Strophe und die silberne Kette in der dritten Strophe, ist gut davon auszugehen.

Gern geschehen. Es freut mich, dass es Dir gefallen hat.

Alles Liebe und liebe Grüße zurück

Jana
06.08.2019 | 09:01 Uhr
zur Geschichte
Liebe Jana,

das Gedicht ist schön, ein bisschen Schwermut schwingt mit.

Menschen und Uhren altern und irgendwann bleibt das Uhrwerk bzw. das Herz stehen.
Ich kenne niemand der heute noch eine Taschenuhr benutzt, aber ich kann mich erinnern dass einige ältere Herren in meiner Verwandtschaft früher schöne Taschenuhren vom Vater oder Onkel geerbt hatten, also älter waren als ein Menschenalter und noch immer funktionierten.

Herzliche Grüße
Herbstlady

Antwort von Jana Berger am 01.09.2019 | 21:14:54 Uhr
Liebe herbstlady,

es freut mich sehr, dass Dir das Gedicht gefällt. Ein wenig Melancholie darf sein, finde ich immer. Und gerade bei diesem Gedicht ist diese Emotion der wichtigste Träger.

Das hast Du sehr schön beschrieben. Alle Dinge vergehen, alles Sein stirbt. Auch wir haben in der Familie Taschenuhren vererbt bekommen. Hübsche und alte Stücke.

„Älter als ein Menschenalter [...]“ - wunderschön formuliert. Taschenuhren haben etwas Zeitloses an sich, etwas Unvergängliches.

Alles Liebe und herzliche Grüße zurück

Jana
15.07.2019 | 11:36 Uhr
zu Kapitel 1
Liebe Jana,

das gefällt mir sehr, sehr gut - gehört "wieder einmal zu Deinen Besten" ... *grins*

Tja - die Zeit altert nicht - aber die Uhren und die Menschen altern und vergehen, bleiben stehen. Da es aber genügend Uhren gibt, hetzt sich der Mensch bis zu seiner letzten Sekunde - beim Blick an die Wand sah der alte Mann bestimmt auf eine Wanduhr.

Ich finde es total schön, dass Du den Vergleich anhand einer Taschenuhr geschrieben hast - hach ja, was waren das doch für schöne Stücke mit ihren Deckeln, die sich bei Druck auf die Krone (und eine Krone gehört ja schließlich oben hin) sachte öffneten. Im Gegensatz zum Menschen lassen sich die Uhren auch wieder in Stand setzen - ich habe letztes Jahr so ein schönes, altes Erbstück wieder in Stand setzen lassen.

Zum Formellen: Wunderschön leicht lesen sie sich, Deine sechshebigen Jamben - da gibst es einfach gar nichts zu beanstanden.
Kennst Du den Alexandriner (Versmaß)? Ich hab's für mich auf die Schnelle einmal versucht, ein paar Deiner Verse im Kopf in Alexandriner umzusetzen - das ging recht einfach, so dass Du versuchen könntest (wenn Du möchtest) das gannze Gedicht in Alexandrinern zu schreiben (mit der typischen Zäsur in jedem Vers nach den ersten drei Jamben).
Lustigerweise sind auch die folgenden Verse schon reinrassige Alexandriner:
S1V1, S1V3,
S2V1, S2V3,
V3S4
V4S4

Alles Liebe
Dein Norbert

Antwort von Jana Berger am 16.07.2019 | 22:05:18 Uhr
Lieber Norbert,

oh, danke! Dann muss es ja gut sein, was ich gar nicht erwartet habe, aber oft sind es ja die kleinen/simplen Dinge, die den Leuten am
meisten gefallen.

Die Zeit läuft weiter, vergeht immerzu. Und wir Menschen gehen von dieser Welt. Was bleibt, sind unsere Worte. Hach, was gibt es schöneres als Literatur. Oh ja, wie recht du hast! Ich habe mir tatsächlich vorgestellt, dass der alte Mann an eine Wanduhr blickt. Schön, dass dieses Bild so gut rüber gekommen ist.

Ja, ich hatte zuerst den Alexandriner im Kopf und hatte auch bewusst die 6er-Silben gesetzt, leider die Zäsur aber nicht durchgängig durchgezogen. Ich wollte auch ein Dinggedicht daraus machen, aber beides ging nicht ganz auf. Ich finde es immer wieder spannend mitzuerleben, in welche Richtung sich Gedichte entwickeln können. Danke für die Hinweise!

Alles Liebe zurück wünscht Dir

Deine Jana
15.07.2019 | 07:58 Uhr
zu Kapitel 1
Liebe Jana!
Auch Uhren können nicht der Zeit trotzen, genauso wie der alte Mann.
Mein Mann wertschätzt die echt silberne Taschenuhr meines verstorbenen Vaters noch sehr, die dieser noch von seinem Vater bekommen hat. Wir haben sie reparieren lassen und man muss sie noch täglich aufziehen.
Melancholisch und sehr schön gedichtet.
Herzlichst.
R ♡

Antwort von Jana Berger am 16.07.2019 | 21:42:19 Uhr
Lieber Spatz,

vielen lieben Dank für Dein nettes Review! Schön, dass ihr noch so ein hübsches Schmuckstück habt! Wenn sie schön restauriert sind, schauen sie wieder wie neu aus! Danke! Es freut mich, dass Dir das Gedicht gefällt!

Alles Liebe und liebe Grüße zurück

Deine Jana
14.07.2019 | 23:49 Uhr
zu Kapitel 1
Oh, der liebe Taschenchronometer alter Art,
ja mit der Zeit wird das Öl in ihr hart.
Mit ein wenig pflege misst sie wieder die Zeit,
und sie ist nach der Reparatur wieder bereit.

Doch es hat den Anschein als sei es das Herz der Welt,
welches mit der Zeit selbst verfällt.
Ja, so ist die Bestien Zeit die wir erfassen wollen,
so als trieben wir auf schmelzenden Schollen.

Die Zeit kann keiner von uns je besiegen,
sie lässt uns ungebremst durch das Leben fliegen.
Deine Zeilen sind somit manigfach zu verstehen,
so als würde die Zeit endlos vergehen.

Gruß Christian

Antwort von Jana Berger am 16.07.2019 | 21:26:14 Uhr
Lieber Christian,

vielen Dank für Dein Review zu meinem Gedicht in Form eines Gegengedichts, hach wie schön. Du weißt ja, dass ich so etwas gerne mag und sehr schätze. Taschenchronometer sind ein schönes nostalgisches Andenken. Von meinem Großvater haben wir noch eine vererbt bekommen. Deine letzte Strophe und Strophe 2, Vers 1 und 2 haben mir am besten gefallen.

Alles Liebe und Grüße zurück

Jana