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Autor: out of Lungs
Reviews 1 bis 8 (von 8 insgesamt) für Kapitel 1:
01.11.2021 | 19:23 Uhr
Heyoo

Als ich jünger war, war ich wahrscheinlich selber ein "not like other girls"-girl. Ich glaube, ich war einfach nur eifersüchtig auf die meisten anderen Mädchen. Die waren sozial akzeptierter und mutiger als ich ängstlicher, introvertierter Höhlentroll. Und jaaa, die waren auch erfolgreicher bei den Jungs. Dann sucht man eben vielleicht irgendwie nach einem Grund, um sich gegenüber diesen anderen Mädchen überlegen zu fühlen - und sexistische Stereotypen geben dir einen.
Kann natürlich sein, dass ich jetzt bloß meine eigenen Erfahrungen auf all diese Autorinnen projiziere, aber für mich war es schwer mit diesem Denken aufzuhören, weil ich mir dazu erstmal eingestehen musste, dass diese anderen Mädchen was hatten was mir fehlt und dass ich darauf eifersüchtig war.

So erkläre ich mir jedenfalls, wie es überhaupt erst zu diesem Phänomen kommt.

Antwort von out of Lungs am 02.11.2021 | 19:57 Uhr
Heyho undread empress (cooler Username)!

Da reihe ich mich ein! Aber hey, auch Höhlentrolle können liebenswert sein:). Ich mag deine Überlegung sehr, vielen Dank, dass du sie mit mir teilst. Ich denke, da ist etwas dran. Ich glaube überhaupt, dass extrem viel Projektion in den ganzen Liebesromanzen stattfindet.

Alles Liebe und einen schönen Abend dir,
ooL
21.10.2021 | 22:05 Uhr
Hi,

mit dem Phänomen der "not like other girls" wurde ich auch auf Reddit konfrontiert. Auf r/camphalfblood erscheinen immer mal wieder Threads, die kritisieren, wie manche Charaktere in Rick Riordans Büchern dargestellt werden- "Der verschwundene Halbgott" gerät immer mal wieder ins Kreuzfeuer der Kritik, weil dort die Halbgöttin Piper, die gar nicht an Make Up und anderen schönheitshervorhebenden Tätigkeiten interessiert ist, gegen die als negativ dargestellte Drew antreten muss, die sehr auf Schönheit fokussiert ist und gleichzeitig ihre Geschwister terrorisiert. Ich kann jetzt zwar nachvollziehen, warum jemand diese Stelle fragwürdig finden würde, aber zum Glück war das jetzt die einzige Stelle, an die ich mich erinnern kann, die dieses Phänomen darstellt.

Mal davon weg finde ich diesen Text recht gut geschrieben und mir gefiehl auch die Tatsache, dass du am Ende auch noch versucht hast, zu erklären, warum manche Frauen so denken!

Mit freundlichen Grüßen,

Omega aka Die Hand

Antwort von out of Lungs am 23.10.2021 | 10:47 Uhr
Hallo Omega/die Hand

Hey, danke für den Tipp, ich habe gestern eine Weile auf dem subreddit verbracht. :) Das Problem, was du da schilderst, ist halt wieder sooo eine "klassische" Darstellung biestiger versus unbiestiger weiblicher Charaktere. Na ja.
Jetzt aber ein großes Dankeschön an dich für die lieben Worte und das Sternchen!
Zur Erklärung–die ist nicht von mir, also, das ist wichtig. Das ist einfach nur 1:1 von dem unten verlinkten Meme abgetippt.

Ich wünsche dir einen wunderschönen Samstag und hoffe, dass er bei dir auch so sonnig ist, wie hier bei mir.

Alles Liebe,
ooL
24.06.2021 | 17:34 Uhr
Huhu liebe Out of Lungs,

ich unterschreibe jedes Wort hiervon. Du sprichst mir aus der Seele und das Bashing der „anderen Frau(en)“ setzt wirklich keine guten Impulse. Klar gibt es Figuren, die nicht sympathisch sind, aber niemand ist nur zickig/basic etc. – Figuren müssen da einfach vielschichtiger sein, finde ich.

Auf dass es uns allen gelingen möge, diese Worte zu beherzigen ^-^

Ich freu mich auf mehr von dir, viele liebe Grüße
Dalia

Antwort von out of Lungs am 25.06.2021 | 01:18 Uhr
Hallo liebe Dalia,

erstmal: ich hab mich heute wie bolle über deine beiden Alerts gefreut! Vielen lieben Dank! Ich hoffe, ich hab dich durch meinen Favorit nicht "hierher gezwungen" :*.

Und jetzt freue ich mich natürlich immer noch sehr fest darüber, dass du die Meinung teilst. Bei dir bin ich auch schon am Lesen und du hast mich im Bann! Zu wissen, dass ich bei dir erstmal nicht mit so einem Kerl rechnen muss, ist toll ;) Bin dem Alex im zweiten Kapitel noch nicht begegnet, bin aber schon sehr gespannt.

Ich danke dir! Schlaf ganz gut.
Alles Liebe,
ooL
27.12.2020 | 22:08 Uhr
Liebe ooL!
Nein, ich meinte die Protagonistinnen in diesen Geschichten, über die du schreibst.
Wenn Frauen schon misogyn denken, wie soll man es dann Männern vorwerfen.
Schade, denn gerade durch Geschichten kann man ganz ohne erhobenen Zeigefinger Meinungen beeinflussen. Man denke mal, was an Normalität die Slash-Geschichten für die LGBT-Akzeptanz bewirkt haben.

Generell scheint die Emanzipation, die nach dem Krieg langsam entstanden ist,
in den 1960ern dann mit der Anti-Baby-Pille einen großen Sprung gemacht hat,
nun wieder auf dem Rückmarsch zu sein. Denn das Binnen-I und Gender-Sterne sind keine Emanzipation.
(Auf deine Frage: Ja, ich bin mit meinem Mann seit 1980 zusammen. Wir sind auch schnell zusammen gezogen und haben dann geheiratet, ich jung Kinder gekriegt. Und unsere Ehe ist immer noch sehr lebendig in jeder Weise.)

Was die Autorinnen betrifft, so sind hier ganz viele Teenager unterwegs,
und manche machen sich sehr reife Gedanken,
manche schreiben nur oberflächlich aus Spaß,
und nicht alle können ihre Worte so tiefgründig formulieren oder denken psychologisch,
manches sind quasi feuchte Träume, denn die wahren Traummänner zeigen sich nicht durch ihren Body.
Die wahren Traummänner sind nicht die, die für dich Drachen töten wollen, sondern die dich noch lieben, wenn du mal einer bist ;)

Aber auch meiner Generation und gerade Müttern fällt es noch schwer, den eigenen Wert zu sehen.
Manchmal sollten auch wir Frauen es einander sagen. Eventuell in Geschichten...

Wer sich selbst immer hintan stellt, braucht sich nicht wundern, wenn er auch für andere an zweiter Stelle kommt.
Alles Liebe und Gute!
R ₪

Antwort von out of Lungs am 28.12.2020 | 13:39 Uhr
Hallo liebe Net Sparrow,

ja, alles klar, ich sehe, was du meinst.

Was du zu Slash-Geschichten sagst, regt mich gerade an, weil ich begann, mit 13 Jahren Fanfiktion in rauen Mengen zu lesen und zwar nur mit Slash-Pairings zu meinen Lieblingsserien. (Geschrieben habe ich sie auch, aber das ist eine andere Kategorie und dürfte heute wohl kaum noch jemandem angetan werden.)
Insofern ist das spannend, weil das bei mir als Kind dazu geführt hat, dass für mich die Sexualität zwischen gleichgeschlechtlichen Menschen schon früh etwas ganz normales war, noch bevor ich im echten Leben überhaupt LGBT-Menschen kennengelernt habe.
Du hast da also einen großen Punkt, über den ich mir so noch gar nie Gedanken gemacht habe. Vielen Dank dafür!

Ich verstehe deinen Frust wegen der emanzipatorischen Rückmarsches und sehe auch, wie es in manchen Lebensbereichen danach aussehen kann oder sogar so ist.

Tatsächlich sind es nicht nur Teenager, es sind auch viele Frauen Ende Zwanzig bis Ende Vierzig, so scheint es mir, die eben dieses Klischee der im Kern furchtbar übergriffigen/sexistischen Erotikromanze bedienen. Sei es hier, oder sei es auf Amazon. Das ist übrigens etwas, wovon auch Slash-Geschichten nicht gefeit sind. Auch dort verhalten sich männliche Protagonisten manchmal extrem sexistisch, bspw. in der Klischeesituation, wo einer seine Sexualität (noch) nicht wahrhaben möchte und deshalb seine Sexualität übergriffig an einer weiblichen Person austestet.

Dein Spruch mit dem Drachen zaubert mir gerade ein breites Grinsen auf mein Gesicht. Mein Freund (wir sind jetzt doch auch schon sechs Jahre zusammen °Zwinkern°. Evtl. kann ich dir eines Tages nacheifern… <3) muss meine schlechten Seiten sehr oft aushalten.

Ich bin absolut bei dir!

Vielen herzlichen Dank für deinen liebevollen, starken Nachtrag. Ich schätze deine Worte sehr.

Alles Liebe an dich,
ooL
27.12.2020 | 21:21 Uhr
Liebe ooL!
Niemand ist wie andere. Und das ist gut so.
Aber ich denke, deine Protagonistin weiß, was sie will.
Und das spüren die Männer dann auch.
Nur hat nicht jede dieses Selbstbewusstsein.

Darum liegt eher mein Mitleid bei den Mädels, denn irgendwann ist vielleicht jeder mal an so einen Mann gekommen,
einen der sich darin sonnt, wie beliebt er ist, und Mädels "auffrisst und ausspuckt".
Kann er ja, wenn er so toll ist.
Und die Mädels unterstützen es noch in ihrer Naivität.

Wir sind leider auch in Beziehungen zur Wegwerfgesellschaft verkommen.
Ja, es wäre gut, dass auch genauso beim Schreiben zu zeigen,
dass der Mann absolut kein Traumtyp ist
und vermutlich selbst kein Selbstbewusstsein hat, wenn er so schmückendes "Beiwerk" braucht.

Du hast deine Inspirationsquelle ja gezeigt, das Drabble hat zum Reddit-Post gepasst,
aber natürlich gäbe es noch viel mehr dazu zu sagen.
Liebe Grüße.
R ◆

Antwort von out of Lungs am 27.12.2020 | 21:36 Uhr
Hallo liebster Netzspatz, wie schön von dir zu lesen!
Ich hoffe, du hattest ein erheiterndes Weihnachtsfest mit deinen Liebsten und dass du gesund bist und bleibst.

Ich gehe davon aus, dass du mit Protagonistin die fiktive Autorin meinst, die eine solche Figur entwirft?
Natürlich gibt es beide Aspekte, die du ansprichst. Ich denke, dass Menschen, die solche Geschichten schreiben, halt auch im echten Leben so denken. Unabhängig vom eigenen Geschlecht fördert man so sexistisches Gedanken gut. So sehe ich das zumindest.
Und wie ich dich verstehe, geht deine Meinung in eine ähnliche Richtung.
Du hast Recht mit deinem Eindruck zur Wegwerfgesellschaft, mit Tinder sogar ganz extrem – als könne man einen echten Menschen einfach auf eine Seite wegwischen.
Ich kann mich erinnern, dass du in deinem Profil mal schriebst, schon eine sehr lange, gute Ehe zu führen. Dafür bewundere ich dich!
Es sind solche Positivbeispiele, die andere inspirieren können! <3

Ich danke dir herzlich für deine lieben Worte und wünsche dir einen guten Start ins neue Jahr.
Alles Liebe,
ooL
19.10.2019 | 12:03 Uhr
Liebe out of Lungs,

dein kurzer Text spricht mir aus der Leser- und Autorenseele. Danke, danke, danke, dass du diese schriftstellerische Unsitte als das demaskierst, was sie ist: menschenunwürdig, widerlich, verlogen und vor allem lame writing at it's best!
Weibliche Wegwerfcharakter (lies noch mal kurz in deinen Text rein, da hat sich ein freches R in deinen Wegwerfcharakter reingeschlichen #korinthenkackerei;-)), alleine in dieser Begrifflichkeit steckt so Vieles, was mir persönlich aufstößt und ich finde dein knackiges Statement hierzu einfach nur grandios, auf den Punkt und von Grund auf ehrlich. Ja, nervige Nebencharaktere sind in dem einen oder anderen Genre wohl akzeptabel, aber wenn sich ein männlicher Protagonist explizit dadurch hervortut, wie schlecht und verwerflich er andere Menschen (ganz gleich welchen Geschlechts) behandelt und der Autor oder die Autorin uns glauben machen will, dass diese es nicht anders verdient haben, ja, dass solch ein Verhalten völlig legitim und noch dazu echt heiß ist, da krieg ich das ganz große Kotzen und bin als Leser irritiert bis angewidert und als Hobbyschreiberling enttäuscht über so miese Charakterentwicklung und fehlende Empathie.
Wenn ich einen moralisch degenerierten Fiesling aufbauen oder eine psychologisch fundierte Läuterungsgeschichte schreiben will, mag das ja charakterlich passen, aber für einen Protagonisten/ Helden/ Sympathieträger, in den sich z.B. in einer Romanze jemand verguckt, der eben keine besagte Entwicklung/ Kartharsis durchläuft und den man als Leser eventuell mögen und/ oder zumindest verstehen soll, da ist eine solche Denke ein Eins-A-Headshot. Schlimm, dass es wohl genug Autoren gibt, die genau diese Denkweise in ihren Werken zutage fördern. Woher kommt diese Einstellung, frag ich mich da unweigerlich. Also ich würde um so einen toxischen Kerl einen riesigen Bogen machen und mir tun die weiblichen Opfer eines solchen Unmenschen einfach nur leid. "Aufgefressen und ausgespuckt" die Formulierung trifft den Nagel auf den Kopf.
Und die Protagonistin tut sich natürlich dadurch hervor, dass sie ganz anders ist als all diese "basic bitches". Herrlich. Genau mein Humor. Nicht.

Danke jedenfalls für dein erfrischend ehrliches und deutliches Statement. Ich feier dich gerade ein bisschen dafür! :-)

Sternchen und Favo sind schon vergeben!

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
Askaja

Antwort von out of Lungs am 19.10.2019 | 20:37 Uhr
Allerliebste Askaja,

Zu allererst: SHAME ON ME. Es tut mir so leid! Du hast nie eine Antwort von mir erhalten und jetzt ist diese PN schon längst im Datennirvana. Bitte entschuldige mir dieses Verhalten. :(

Und jetzt danke ich dir tausendmal für diesen tollen Kommentar, den du hier hinterlässt – er berührt mein Herz und schmeichelt meiner Seele! Die zweihundert Worte habe ich sehr sauer zusammengeschrieben, weil ich gerade wieder so einem unglaublichen Unding eines weiblichen Wegwerfcharakters (danke für den Hinweis, dass überschüssige R hat nun das Zeitliche gesegnet) antreffen musste.
Vielen lieben Dank, ich bin sehr geehrt, insbesondere bei dir, wenn du so von dieser spontanen Eingebung meinerseits denkst.
Natürlich hast du vollkommen Recht, es gilt für beide Geschlechter – und auch von beiden Geschlechtern.
Übrigens muss ich sehr lachen ab deinem genialen Ausdruck, eine solche Denke sei ein "Eins-A-Headshot". Den Spruch werde ich mir merken. ;)
Danke für den Favoriteneintrag und sogar eine Empfehlung von dir. Ich verneige mich! :)

Ich wünsche dir auch ein wunderschönes Wochenende, man liest sich!
Alles Liebe,
ooL
11.07.2019 | 18:36 Uhr
Hi!
Dein Text passt mit seinen 200 Worten so haargenau auf so viele Geschichten hier! Man könnte ihn glatt überall als Kurzbeschreibung einsetzen :D .... Wenn da nicht dieser wunderbare, absolut nicht zu überlesende ironische Unterton wäre. Sehr herrlich, vielen Dank!
LG


(Nachtrag:)
Ich habe gerade noch das andere Review und vor allem deine Antwort darauf gelesen. Es wimmelt hier auf FF.de ja nur so von Geschichten, die auf ebendiese Art und Weise funktionieren, dass der Kerl durch eine herablassende Haltung gegenüber billiger Frauen aufgewertet wird. Ich will jetzt nicht alles wiederholen, was du da geschrieben hast, ich wollte dir nur mitteilen, dass ich absolut zustimme. Es werde da wirklich immer zwei Arten von Frauen erschaffen. Diejenigen, die fast schon Heilige sind und sich in dieser Funktion dann einfach alles erlauben dürfen und diejenigen, die weniger Wert sind als der Dreck unter den Schuhen. Und das Schlimmste ist ja eigentlich, dass alles an ein männliches Bewertungssystem geknüpft ist. Sogar die Frauen, die in die Kategorie der guten, starken, "heiligen" Frauen fallen, befinden sich ja letztendlich immer in absoluter Abhängigkeit zum Mann. Und dann wurde das alles von Frauen geschrieben. Da fehlt doch absolute Selbstreflexion. Ich fürchte fast den meisten ist gar nicht klar, was sie da schreiben, sie greifen nur Muster auf, die ihnen vermittelt wurden.

Also nochmal vielen Dank, dass du hier intern auf dieses Thema aufmerksam machst. Vielleicht führt es ja bei der einen oder anderen Autorin/Leserin zu einem besseren Bewusstsein für das, was da eigentlich produziert und konsumiert wird.

Liebe Grüße, Nane

Antwort von out of Lungs am 11.07.2019 | 19:38 Uhr
Hallo liebe Nane,
haha! Wahrscheinlich würde ich eine Geschichte mit so einer Kurzbeschreibung anklicken, alleine schon der Ehrlichkeit wegen!

In einer Diskussion mit Tony, die dann noch per pn weitergelaufen ist, hat er noch eine sehr gute Anmerkung gemacht, nämlich dass eine "schlechte Geschichte" im Sinne einer Geschichte, die sich übermäßig an einer solchen billigen weiblichen Nebencharaktergestaltung bedient, nicht per se gewollter Sexismus bedeutet. Diese Argumentationsweise nimmt der Sache zumindest ein Stück weit den Wind aus den Segeln – den Anderen Unwissen, oder wie du vorschlägst, mangelnde Selbstreflexion zu unterstellen, ist etwas netter, als sie direkt für Sexismus anzuprangern.
Das macht für mich die Angelegenheit jedoch nicht weniger traurig. Du bringst es absolut auf den Punkt: "letztendlich in absoluter Abhängigkeit zum Mann"! Sehr schön.

Und ich danke dir, dass du deine Gedanken mit mir teilst, vielen lieben Dank. Ich möchte gerne noch einen ausführlicheren Text dazuschreiben, ein weniger anprangernder, dafür mehr so sachlicher, aber ich bin darin irgendwie nicht so gut, wie ich es gerne wäre. :/
Falls du was in die Richtung kennst, dann würde ich mich sehr freuen, wenn du es mit mir teilst.
Das mit dem Bitch-Nebencharakter stört mich hier schon so unendlich lange.

x, ooL
30.06.2019 | 16:05 Uhr
Also wie wir alle wissen, muss ein männliches Objekt der Begierde auf dieser Seite mindestens drei Quadratmeter breit sein, um überhaupt von irgendwem in Betracht gezogen zu werden. Und wenn das mal der Fall ist, dann begehrt ihn natürlich gleich der halbe Kosmos, bis auf die Protagonistin, die ja eben keine dieser Basic Bitches (Ich mag den Ausdruck sehr, weil er komplett bekloppt ist.) darstellt. Man muss zur Verteidigung aber sagen, dass ein Mensch, der eine zweistellige Anzahl Stunden am Tag im Gym verbringt verständlicherweise keine kognitiven Meisterleistungen in Form vernünftiger Partnerwahl vollbringen kann.
Amüsanter als die Traumtyp-Klischees jedoch finde ich die Auffassung, ein solcher Mensch sei mit Leichtigkeit ins Gegenteil zu wenden, indem er eine Protagonistin trifft, die ihm ein paar Kapitel lang widersteht.

Wieso ich dir das jetzt schreibe? Frag mich nochmal, wenn ich ausgeschlafen bin.

Guter Text im Übrigen und angenehmen Tag

Antwort von out of Lungs am 30.06.2019 | 20:00 Uhr
Hoi Tony

Verständlicherweise ist auch die kognitive Ladung bei dieser Gym-Alphamale-Spezies so eingeschränkt, dass es die Aufgabe der Weibchen ist, ihm aufzuzeigen, wen oder was er *wirklich* braucht. Wie soll er das im Gedächtnis behalten, bei zehn Stunden Training am Tag (und hundert Stunden des wöchentlichen CEO-Daseins)?
Wenn ich einen Schweizer Franken ;) für jede Geschichte bekäme, in der ein Kerl mit Krafttraining-Fitnessmodellkörper vorkommt, ohne dass die Autorin auch nur eine Zeile daran verschwendet hätte, ihn mal mit hochrotem Kopf beim Gewichtestemmen zu schildern, dann wäre ich vermutlich eine reiche Frau. Leg fünfzig Schweizer Rappen drauf für jede Szene, in der dieses Ungetüm von Mann dann noch Alkohol trinkt und mit der Protagonistin Pizza oder Eis (nicht die low carb high protein version) isst, und ich hab bald genug Startkapital zusammen, um selbst eine Firma zu starten und CEO zu werden.

Ich stimme dir in deinen beiden Punkten zu! Das aufgeblasene Männerbild und dass der Kerl dann so schnell gedreht werden kann, stört mich allerdings nicht so sehr wie dieser latente Sexismus von Frauen (Autorinnen) gegenüber Frauen (furchtbar billige, weibliche Nebenfiguren, die stark zur Protagonistin kontrastieren sollen und sich an den Überkerl ranmachen), den ich in vielen Geschichten zu spüren meine, und der oft darin resultiert, dass eine solche basic bitch dann verschmäht wird. Anstatt dass es aber den Kerl ins richtige Licht rückt, nämlich, dass er widerlich ist, soll es ihn sogar aufwerten. Für mich hat das null Unterhaltungsfaktor.

Danke für deinen Kommentar und einen schönen Sonntag dir,
ooL
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