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Autor: Colaris
Reviews 1 bis 7 (von 7 insgesamt):
20.06.2020 | 18:10 Uhr
Hey Colaris,

Kapitel 7 finde ich besonders, weil es das erste seit Kapitel 1 ist, in dem Freya wieder mit Menschen interagiert. Der kurze Abstecher nach Qs Morast, das Erddrachentor und die Begegnungen im Thronsaal waren wie eine Reise in alte Erinnerungen für mich. Auch an dieser Stelle muss ich wieder deine Bildsprache und Beschreibungen loben. Es kam mir vor, als würde ich selbst in den nassen Morast einsinken und die Mücken wegschnippen.

Röyks ist nicht nur ein treuer Begleiter, sondern auch ein wichtiger Kamerad, der Freya beim rauen Überleben in der Wildnis hilft. Es ist schade, aber vernünftig, dass Freya ihn am Erddrachentor zurücklässt, um die Leute in Lindblum nicht in Panik zu versetzen (das wäre sonst für Röyks Wohlergehen auch nicht gut…). Aber er versteht es und vertraut Freya, sodass er sich recht entspannt mit seinem Knochen ausruht. Er ist ein toller Hund. :)

Die Wachen in Lindblum sind schon echte Strategen. Mit Diskretion und Wachsamkeit hatten es die Kollegen ja leider nie so genau genommen. So witzig, wie du das bei Freyas Ankunft aufgegriffen hast! Die Reaktionen der Wachen und von Cid haben mir verdeutlicht, dass Freya durch ihr Zutun, den Krieg zu beenden und die gesamte Welt zu retten, zu einer ehrwürdigen Person wurde, deren Name man kennt. In ihrer derzeitigen Lage ist Freya das natürlich alles andere als lieb, aber diese Berühmtheit unter dem Personal in Schloss Lindblum lässt sich nun mal nicht ausblenden.

Die Begegnung mit Eiko fand ich fantastisch! Du hast ihren Charakter super eingefangen, wie sie keck sagt, dass sie Freya auf der Hochzeit vermisst hat und sich wünscht, dass sie wieder zurückkommt. Ich habe den Gedanken, dass Eiko vielleicht mit am Besten nachvollziehen kann, was es heißt, wenn die eigene Heimat in Schutt und Asche gelegt wurde und viele Menschen dabei starben. Aber Kinder gehen ja bekanntlich anders mit Trauer um und blicken schneller nach Vorn als Erwachsene, die zugleich noch Schuldgefühle mit sich herum tragen. Ich finde es daher bewundernswert, dass Freya so offen gegenüber Eiko ausspricht, was sie umtreibt und dass der Zeitpunkt für eine Rückkehr noch nicht gekommen ist. So offen hat sie das bislang noch keinem erklärt, warum sie sich alleine auf den Weg gemacht hat. Eiko versteht das, aber sie macht sich natürlich auch Sorgen um ihre große Freundin. Die einstige Reise hat sie zusammen geschweißt und sie teilen Erinnerungen an Ereignisse, die Außenstehende nicht nachvollziehen können. Wirklich, deine Darstellung von Eiko ist wunderbar. Man spürt die Liebe und Sorge um ihre Freunde, was sie meist hinter einer frechen Haltung versteckt, aber an dieser Stelle ganz offen Freya wissen lässt. Gerade, weil die beiden im Spiel nicht so viel direkt miteinander zu tun hatten, finde ich es toll, dass du ihre Beziehung zueinander tiefergehend darstellst. Vielleicht erfährt Freya ja von Eiko, was die anderen Team-Mitglieder über ihren stillen Weggang gedacht haben.

Ich bin sehr gespannt, was beim anstehenden Bankett über die Stadt oder die Zukunft des Kontinents besprochen wird. Cid war immer die zentrale Figur, wenn es darum ging, die Geschehnisse in der Welt einzuordnen und an Informationen zu gelangen, die sonst keiner bekommt. Diese Quellen haben ja auch schon Freyas Ankunft im Schloss ausgespäht. Der alte Cid ist eben nach wie vor auf Zack! Vielleicht hat er ja interessante Neuigkeiten für Freya? Auf ein späteres Treffen mit Vay und Gar im Theaterviertel bin ich auch gespannt. Bestimmt würden sie über den Zustand Burmecias sprechen. Ich hoffe, du schreibst bald daran weiter, ich freue mich ungemein auf weitere Kapitel! :D

Antwort von Colaris am 25.06.2020 | 20:58 Uhr
Hallo Stilzkin,

jetzt komme auch ich endlich dazu dir zu antworten. Es tut mir unendlich Leid dass das so lange gedauert hat. Aktuell bin ich leider nicht zu Hause, sondern im Krankenhaus. Ich danke dir sehr für die neuen drei ausführlichen Reviews. Besonders habe ich mich darüber gefreut, dass dir die Darstellung von Eiko so gefallen hat. Es lag mir besonders am Herzen sie mit in die Geschichte einzubauen, weil sie (wie du richtig erkannt hast) die Zerstörung am besten nachvollziehen kann.

Ich hoffe wirklich, dass ich es bald schaffe weiter zu schreiben. Die Geschichte ist nur pausiert, nicht abgebrochen.

Bleibe Gesund und Munter.
Liebe Grüße
Colaris
20.06.2020 | 17:19 Uhr
Aus einer einstigen Stätte für Hochzeiten ist nun eine Grabkammer geworden. Du bringst sehr lebendig zum Ausdruck, wie die nicht beerdigten Leichen an diesem feuchten Ort vor sich hinmodern oder in den Steingemäuern mumifizieren. Ich hatte schon fast selbst diesen beißenden Fäulnisgeruch in der Nase! Man merkt diesem Ort an, dass er nach Ende des Krieges irgendwie vergessen wurde und die Zerstörung so daliegt wie am ersten Tag. Freya hat absolut recht, dass Alexandria den Burmecianer einfach schuldig ist, beim Wiederaufbau zu helfen. Nur so kann zwischen den Königreichen wohl auch jemals wieder Frieden entstehen. Da Garnet selbst durch den Krieg etliche Verluste zu verkraften hatte, denke ich, dass sie selbstverständlich Hilfe zusagen wird. Allgemein bin ich gespannt, wie sich die Welt nach dem Krieg verändern wird und wie die Menschen in ihren Alltag zurückfinden.

An Son und Zon hatte ich ja schon lange nicht mehr gedacht! Die beiden Gestalten waren einfach nur zwei hinterlistige Halunken und leider niemand, den man vermissen würde. Ich frage mich ja immer noch, wie die es jemals an den Hof von Alexandria schaffen konnten. Bei denen bleibt doch jegliches Lachen im Hals stecken!

Ich liebe die Szene mit Moguline und Moguta! Sie ist einfach nur herzallerliebst! Du hast die beiden perfekt getroffen. Ich hatte beim Lesen die ganze Zeit ein breites Grinsen im Gesicht. Während Moguta mal wieder so tut, als hätte er einen Plan, weiß Moguline, was wirklich Sache ist. Es ist so süß, dass sie sich gleich mit Röyks anfreundet, während ihr Gatte sich schlotternd in der Vase versteckt hält. Ich habe mich nur gefragt, wo gerade ihre drei Mogry-Kinder abgeblieben sind?
Die Anwesenheit der Mogrys kann jeden noch so furchtbaren Ort weniger furchtbar machen und stattdessen Freude erwecken. Wie eine Kerze in einem dunklen Raum. Das ist den Mogrys vielleicht selbst gar nicht bewusst, aber sehr wichtig für alle, die ihnen begegnen. Da passt es ins Bild, dass Moguline ihren Potion-Vorrat an Freya verschenkt.

Die Szene, in der Freya und Röyks die Skeletons vernichten, wirkt auf mich, als wollte Freya damit den Tod ein Stück von diesem Ort vertreiben. Auch wenn sie ein andermal zurückkommen muss, um die Toten zu begraben, ist es doch ein klares Zeichen, dass der Tod in Gizarmalukes Grotte lange genug gehaust hat und sich etwas ändern muss. Aber zuerst geht es nach Lindblum und es wird sich zeigen, mit welchen Umständen sich Freya dort konfrontiert sieht. Womöglich trifft sie auf burmecianische Gesichter wieder, die dorthin geflüchtet sind? Ich bin sehr gespannt!
20.06.2020 | 16:39 Uhr
Hallo Colaris,

ich freue mich, endlich wieder zu Freyas Geschichte zurückkehren zu können! Kapitel 5 hatte ich bereits vor ein paar Monaten gelesen, aber keine Ruhe gefunden, ein Feedback zu schreiben. Heute habe ich es noch einmal gelesen und hier sind meine Gedanken dazu:

Was mir wirklich ins Auge sticht, ist der emotionale Kontrast, den du in diesem Kapitel schaffst. Zuerst lässt du uns an einer intimen Szene mit Freya und Fratley aus der Vergangenheit teilhaben. Es geht um Wärme und Nähe, wie sie zusammen gekuschelt in einem geschützten Zimmer liegen und den Entschluss fassen, sich zu verloben. Als Freya aus ihrem Traum erwacht und sich nach draußen begibt, herrschen im Regen Kälte und Einsamkeit. Man kann die Leere greifen, die sie in diesem Moment überwältigt. Aber Freya wird auch allmählich klar, dass sie nicht ewig in Trauer verharren kann, wenn ihr Herz daran nicht zerbrechen will. Es ist wunderbar zu sehen, dass Röyks und Atura ihr das Gefühl geben, gemocht und gebraucht zu werden. Es ist für ihre persönliche Einstellung wirklich wichtig, dass sie den beiden begegnet ist und sich auf den Weg nach Lindblum macht.

Witzig und cool zugleich fand ich den Flunderdrachen, der vor Freyas Haus döste und auf den Platz vor dem Palast davon trottete. Nicht jedes Monster oder Wesen ist gleich hinterlistig oder aggressiv und verdient auch seinen Platz in der Welt. Das hast du uns je bereits vor allem durch Röyks als Isegrim gezeigt und ich finde schön, dass du das auch an anderen Lebewesen zeigst.

Mir gefällt deine Bildsprache total! Mich hat z.B. diese Textstelle mitgerissen:
>> Im inneren der Drachenritterin tobte ein Orkan. Ein Unwetter, gewaltiger als jeder Sturm welcher die Landschaften heimsuchte. Sie waren niemals vor den Altar getreten.
Auch, wie Freya im Regen steht und darüber nachdenkt, ob sie wohl umgekommen wäre, wäre sie beim alexandrischen Angriff vor Ort in Burmecia gewesen. Freya könnte daraus begreifen, dass ihr Ende einfach noch nicht gekommen war und es nun in ihrer Hand liegt, sich neue Chancen zu schaffen, da sie klug und stark zugleich ist. Eigentlich genau das, was ein zerstörtes Burmecia braucht, um eine Tages aus den Ruinen aufzuerstehen.

Man merkt, dass es für Freya ein schmerzlicher, aber wichtiger Schritt war, nach Burmecia zurückzukehren, um sich all ihren Trauergefühlen zu stellen. Das Kapitel hat mir das Gefühl gegeben, dass Freya Trauer und Verlust zu akzeptieren beginnt. Das ist der erste Schritt, weniger Schmerzen zu empfinden, wenn sie an all das zurückdenkt. Es ist zwar noch ein langer Weg, aber sie hat nun erste Zuversicht, dass sie es schaffen kann, ihn zu gehen. Indem Freya Burmecia wieder verlässt, lässt sie auch die zerstörte Vergangenheit zurück und richtet zum ersten Mal wieder den Blick nach vorn – auf Lindblum, ihrem neuen Ziel. Dafür passiert sie zunächst Gizarmalukes Grotte. Es ist tragisch, dass sie daran beteiligt war, die Wassergottheit niederzustrecken, vor der sie den Eheschwur mit Fratley hätte leisten wollen. Ich bin also gespannt, was dort passieren wird. :)
07.10.2019 | 21:36 Uhr
Hallo Colaris,

Mogrys!! Mehr muss ich gar nicht wissen, um begeistert zu sein! Sie wissen zwar, was in der Welt vor sich geht, aber sie sind trotzdem so kindliche, liebevolle Wesen. Ich verbinde mit Mogrys immer Positives. Daher wirkt es wie ein Hoffnungsschimmer, dass ausgerechnet Atura in Burmecia geblieben ist und dort die Stellung hält. Die Interaktion zwischen Atura und Freya hat mir sehr gut gefallen, weil Atura so simple, aber tiefgründige Antworten gibt. Zum Beispiel, dass er Burmecia trotz der Zerstörung nicht verlassen wolle, weil es nun einmal sein Zuhause sei. Seine Worte geben Freya Anstoß darüber nachzudenken, was Burmecia in Zukunft einmal für sie werden soll. Entweder eine Grabstätte mit Erinnerungen an die alte Zeit oder ein Neuanfang für die Verbliebenen des Rattenvolkes, beschwerlich, aber möglich.

„Es kann jederzeit dein zu Hause wieder sein, kupo. Ich weiß, dass nur noch wenige von euch Ratten existieren, aber ihr wenigen müsst zusammenhalten. Vielleicht könnt ihr dieses Königreich wieder aufbauen, kupo. Mit gemeinsamen Kräften.“ – Eine großartige Aussage von Atura. Der Mogry zumindest hat sich schon entschieden, dass Burmecia nach wie vor seine Heimat bleiben wird. Vielleicht empfinden auch andere Vertriebene so. Sie müssen nur den Mut aufbringen, zurückzukehren und den Wiederaufbau anzugehen. Vielleicht könnte genau dies Freyas neuer Sinn im Leben werden, diese Gemeinschaft zusammen zu suchen.

Die Idee, dass Freya ein Schutzritual mit ihrem Blut vollzieht, fand ich klasse. Es passt zum martialischen Lebensstil der Burmecianer und gibt einen tieferen Einblick in ihre Riten und Bräuche. Ich fand es sehr interessant, dass Freya zum ersten Mal laut ausgesprochen hat, was sie sich für ihr Heimat, aber auch für sich selbst wünscht – Ruhe und Frieden nach all dem Unheil. Bislang hat sie es verschlossen mit sich herum getragen und wusste auch schwer damit umzugehen. Wohin mit all der Traurigkeit und dem Schmerz? Dieses Ritual hat ihr dabei geholfen, sich zu vergewissern, wonach sie sich sehnt. Vielleicht ist sie noch nicht weit genug, um zu erkennen, was aktiv getan werden muss, um Ruhe und Frieden in Burmecia wiederherzustellen und wie ihre eigene Rolle darin sein kann. Aber immerhin hat sie sich (unbewusst) ein Ziel definiert. Im Vergleich zu ihrem trostlosen Leben in Alexandria ist das ein wichtiger Schritt zu ihrem eigenen inneren Frieden.

In diesem Kapitel hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass die zerstörte Heimat noch immer eine große Bedeutung für ihre einstigen Bewohner hat und man sie wiederaufbauen kann, wenn sie einem wirklich wichtig ist. Ich hoffe, dass in Freya dieser Gedanke weiter reifen wird.

Ein bisschen verwundert hat mich, dass Leviathan als Gottheit/Bestia in Freyas Denken so verankert ist. Ich hätte Gizarmaluke naheliegender gefunden, weil Leviathan vor allem in Daguerreo verehrt wird, das sich ja im Süden des Vergessenen Kontinents befindet. Aber beide sind Schlangengestalten des Elements Wasser, sodass es durchaus bei beiden passt.

Mir würde der Gedanke gefallen, wenn Atura Freya und Röyks begleiten würde. Aber andererseits hat er ja seine Heimat trotz Zerstörung nicht verlassen, sodass es für ihn keinen Grund gibt, jetzt wegzugehen, da es ja noch genug Konserven gibt. Ich bin gespannt, was Freya als nächstes tun wird. :)

Wieder ein tolles Kapitel! Viel Spaß beim Schreiben des Nächsten, ich freue mich schon darauf!
LG! Stilzi

Antwort von Colaris am 08.10.2019 | 16:43 Uhr
Hallo Stilzkin,

es freut mich, wenn dir das Kapitel wieder gefallen hat. Ich war mir im ersten Moment unsicher, ob ich einen Mogry mit einbaue, aber dann kam mir der Gedanke, dass ja einer von ihnen selbst in Burmecia einen Laden betrieben hatte. Da war meine Entscheidung dann schnell gefallen. Mir gefallen die kleinen Wesen auch unheimlich. Sie bringen es meistens auf den Punkt, wo andere wild um den heißen Brei herum reden. Die Verbindung zum Reich der Ratten fand ich wichtig zu erwähnen. Wie Freya sich am Ende entscheidet ist noch offen, aber eine Rückkehr nach Burmecia mit den letzten ihrer Art wäre eine schöne Möglichkeit.

Das Ritual empfand ich als neuen Eckpfeiler für Freya und wie du so schön erwähnst gibt es einen zumindest kleinen Einblick in die vielen Bräuche und Riten des Rattenvolkes. Ich war mir bei der Wahl der Gottheit nicht sicher, wen ich nehmen sollte ehrlich gesagt. Gizarmaluke hat ja leider im Spiel ordentlich eins auf die Mütze bekommen. Er wird auf jeden Fall im Laufe der Kapitel nochmal vorkommen.

Danke dir für das viele Lob und das du dabei bleibst :)

Liebe Grüße
Colaris
06.08.2019 | 22:55 Uhr
Hallo Colaris,

wieder ein wunderbares Kapitel, das ich von dir lesen durfte! Mich hat sehr fasziniert, dass du in diesem Kapitel ganz unterschiedliche Erzähltempi und Stimmungen thematisiert hast, die alle gut miteinander harmoniert haben. Zu Beginn ist es das sanfte Erwachen, das eine innere Ruhe ausstrahlt. Hier wird Freya und dem Leser bewusst, dass der Isegrim sich dafür entschieden hat, an ihrer Seite zu bleiben. Als wäre diese Partnerschaft über Nacht fest beschlossen worden. Bereits da hat man gemerkt, wie gut es Freya tut, dass sie nun einen tierischen Begleiter an ihrer Seite hat. Sein Fell zu streicheln, hat bereits einen gewissen Trost gespendet, den keine Worte geben können.

Den kurzen Kampf gegen die Goblins fand ich interessant dargestellt, da sie wie im Spiel Tränke und Gil bei sich trugen. Sie waren die kleinen Fische, an denen Freya ihr Können wieder wachrütteln konnte, wo sie jetzt wieder auf sich allein gestellt ist.

Ich konnte mir gut vorstellen, dass die Wachposten am Nordentor angriffslustig auf den Isegrim reagierten. Bei den sonst aggressiven Monstern im Tal ist es kein Wunder, dass sie so empfindlich reagieren. Aber ich war froh, dass sie auf Freyas Worte hörten und es zu keinem Zwischenfall kam.

Es ist eine traurige Vorstellung, dass Burmecia nach dem Krieg bislang immer noch eine Ruinenstadt ist, die nur von Plünderern heimgesucht wird und deren Opfer keine gerechte Bestattung bekommen. Wenn das Rattenvolk fast vollständig ausgelöscht ist, wäre es eigentlich Alexandrias Pflicht, sich zumindest um die Toten zu kümmern und vielleicht ein Mahnmal für einstige Sünden zu errichten. Diese Verantwortung müsste das Königreich auf sich nehmen, wenn es ehrenvoll handeln will, und ich kann mir auch schwer vorstellen, dass sich Lili als neue Königin sich dem nicht bewusst ist. Aber wie das in der Politik so ist, mahlen manche Mühlen langsamer als man sich wünscht.

Bei den Eindringlingen in Freyas Haus war ich wirklich gespannt, um wen es sich handelt. Aber als ich von den Husardmagusse gelesen habe, war es mir sofort klar. Eine kluge Anspielung auf das Spiel. Der Kampf war hektisch und blutig, ich fühlte mich sehr mitgerissen und konnte mir bildlich vorstellen, wie Freya ihre Klauen und Zähne im Monsterfleisch versenkte. Es ist schon eine unheimliche Vorstellung, sich Freya so blutrünstig vorzustellen, aber sie hat als Kriegerin und Rattenmensch besondere Instinkte, die durch ihre Adern fließen. Das sollte niemand unterschätzen, der nicht einen schnellen, schmerzvollen Tod sterben will.

Bei der Rückblende mit Fratley hätte ich fast geheult. Ich fand es sehr interessant zu erfahren, wie die beiden offiziell zusammen gekommen sind und dass sich da schon etwas während Freyas Ausbildung zur Drachenritterin angebahnt hat, während er vom Rang ihr bereits überstellt war. Ich fand Fratley im Spiel super, auch wenn er nur in (zu) wenigen Szenen zu sehen war, und habe es immer bedauert, dass er im späteren Abschnitt der Geschichte nicht erneut eine Rolle gespielt hat. Daher fand ich es richtig toll, eine Szene mit ihm zu lesen. Besonders schmerzvoll fand ich dann den Kontrast zwischen Freyas Erinnerung an jenen glücklichen Tag und die grausame Realität, in der alles in Trümmern liegt. Ihren verzweifelten Gedanken, es ohne Fratley nicht schaffen zu können, konnte man nur zu gut nachempfinden. Man fragt sich einfach, was man selbst denken oder tun würde, wenn man all seine Liebsten verloren hätte. Ich wünsche mir sehr, dass für Freya am Ende doch wieder etwas Gutes auf sie wartet. Daher bin ich gespannt, was Freya und Röyks Weiteres im zweiten Teil von Burmecia erleben werden. Ich wünsche dir beim Schreiben wieder viele gute Einfälle! :)

Antwort von Colaris am 07.08.2019 | 18:40 Uhr
Hallo Stilzkin,

ich danke dir wieder für einen wundervollen Kommentar. Es freut mich total wenn es dir gefällt und dir Freude bereitet zu lesen. Dieses Kapitel lag mir ebenso sehr am Herzen, da ich auch finde, dass Fratley viel zu wenig Story Anteile in Final Fantasy 9 bekommen hat. Das möchte ich in meiner Geschichte zumindest ändern. Als Freyas Geliebter verdient er einen höheren Platz im Geschehen.

Die Husardmagusse fand ich einfach passend, da sie mich im Spiel häufig geärgert haben - ich habe nicht wenige Potions an die Biester verloren. Der animalische Instinkt im Kampf wurde in Final Fantasy 9 selbst nie wirklich thematisiert, aber in meinem Universum können Drachenritter mehr als nur mit ihren Speeren herum fuchteln. Das wird im weiteren Verlauf der Story noch häufiger vorkommen. Genauso werde ich auf Bräuche Burmecias eingehen, um die Kultur der Ratten etwas mehr ins Licht zu rücken.

Schauen wir mal was Freya und Röyks noch in Burmecia erleben werden.

Liebe Grüße
Colaris
19.07.2019 | 22:29 Uhr
Hallo Colaris,

über dieses Update freue ich mich sehr, darauf habe ich bereits sehnsüchtig gewartet! Im zweiten Kapitel greifst du sehr nahbar das Thema deiner Geschichte auf, die Einsamkeit. Man spürt sie in deinen Sätzen, in Freyas traurigen Gedanken im Hinblick auf Vergangenheit und Gegenwart. Für mich hat die Wildnis auch immer etwas mit Einsamkeit zu tun und da hast du das hier perfekt miteinander verbunden.

Man hat in dieser Wildnis im Darnitas-Tal durchaus auch ein Gefühl von Freiheit und Aufbruch verspürt, da Freya, wie einst für die Ausbildung zum Drachenritter üblich, sich allein auf Reisen begibt, um so einen neuen Weg zu finden, ihre ganze Trauer zu verarbeiten. Dementsprechend passiert im Vergleich zum geregelten Leben in der Stadt mal wieder etwas Unvorhergesehenes, wie der verletzte Isegrim, der schließlich Freya am Lagerfeier Gesellschaft leistet.

Die Idee eines tierischen Begleiters, der sich ihr anschließt und mit seiner Anwesenheit sorgt, dass sich Freya etwas weniger allein fühlt, finde ich super. Es ist eine ganz andere Art, eine Beziehung zu einem Tier statt zu einem Menschen aufzubauen, wodurch eine sehr emotionale, feste Bindung entstehen kann. Vielleicht könnten dadurch manche Wunden in Freya über die Zeit heilen, ohne dass sie sich dessen bewusst ist. Um es einfach auszudrücken; was ihr derzeit fehlt, ist ein Freund, der sie einfach nur lieb hat.

Bei der Stelle mit dem Mu, wie Freya es erlegt und präpariert, musste ich grinsen (auch wenn das zunächst seltsam klingen mag). Letztes Jahr habe ich selbst ein Kapitel geschrieben, in dem es um die Jagd und Präparation von zwei Mus ging. Es ist noch nicht veröffentlicht, aber ich finde es amüsant, dass wir beide in den Mus ein gutes Beutetier gesehen haben, das man auf einer längeren Reise jagt, um an Fleisch zu gelangen.

In diesem Zug fand ich auch deine Ideen und Erläuterungen zu den Beziehungen der Königreiche und Städte auf dem Kontinent des Nebels sehr spannend (ich liebe World Building!). Es ist gut nachvollziehbar, dass Alexandrias Truppenstärke reduziert wurde und Reparationszahlen leisten muss. Es war ja auch nicht das erste Mal, dass Alexandria in der jüngeren Zeitgeschichte einen Krieg angefacht hat, vor 1800 bereist 1794 (auch mit Burmecia, in dieser Schlacht ist der König von Alexandria gefallen). Das landesweite Prohibitionsgesetz hat mich überrascht, da ich nicht das Gefühl hatte, dass Alkohol ein großes Problem für die Königreiche darstellte. Der Konsum könnte aber durch die Ausmaße des Krieges drastisch angestiegen sein, um den Kummer zu ertränken, von daher möglicherweise notwendig. Bei Treno habe ich gelacht, ja, es ist eben nicht nur die Stadt, die niemals schläft, sondern auch die Stadt der menschlichen Laster.

Ich war froh zu lesen, dass Freya von dem Rattenpärchen in Lindblum mit seinen (gefühlt 12) Kindern weiß! Der Gedanke, all seine Liebsten verloren zu haben, quält einen bereits genug, aber wie wäre es dann erst, die letzte ihrer Art zu sein? Es ist zumindest ein kleiner Trost. Auch die Info, dass Puck nach Cleyra als verschollen gilt. Es mag eine trügerische Hoffnung sein, aber es ist eine Hoffnung, dass er vielleicht doch noch am Leben sein könnte.

Von den Handlungen, die du Freya im Stillen ausführen lässt, bin ich stets total begeistert, z.B. dass sie ein kleines Mahnmal an Cleyars ehemaligem Ort errichtet hat, sie beim Blick in die Sterne an Fratley denken muss oder sie ein Bild von Burmecia in den sandigen Boden zeichnet und wieder verwischt. Das gibt so viel Atmosphäre her und man braucht gar nicht viele Worte, um die entsprechenden Gefühle nachzuempfinden. Das kannst du wunderbar darstellen.

Ich freue mich, dass Freya den Mut aufbringt, als nächstes in ihre Heimat zurückkehren zu wollen, auch wenn es sich nie wieder wie ein Zuhause anfühlen mag. Das Nordentor bietet zumindest die Möglichkeit, ohne große Umwege dorthin zu gelangen. Allerdings müsste sie dann das Schlachtfeld durchqueren, auf dem über Jahrhunderte bereits unzählige Soldaten und Drachenritter gestorben sind. Ich bin gespannt, ob Burmecia eine tote Ruinenstadt geworden ist oder ob sich dort etwas verändert hat. Vielleicht ist Freya nicht die einzige, die zurückkehrt? Oder sie findet dort etwas ganz anderes, wofür die Begegnung mit einem (Ratten-)Menschen nicht notwendig ist.

Ich werde jedenfalls mit Freya (und dem Isegrim?) nach Burmecia mitreisen und freue mich schon jetzt auf das dritte Kapitel!

Viele Grüße vom Wander-Mogry

PS: Eine Sache musst du unbedingt ändern… Kuja ist ein Genom, kein Gnom. Ich musste so lachen. xD

Antwort von Colaris am 20.07.2019 | 09:38 Uhr
Hallo Stilzkin,

danke dir wieder für einen wundervollen Kommentar. Den Gnom hab ich mal eben schnell abgeändert. Da war die Autokorrektur von Open Office wohl etwas schneller als ich. Ich hoffe, dass ich für das nächste Kapitel nicht mehr so lange brauche. Ich hatte wirklich immens mit Schreibblockaden zu kämpfen die letzten Wochen.

Das wir beide uns ausgerechnet Mus ausgesucht haben ist ja lustig. Ich dachte einfach weil das dem Hasen doch sehr ähnlich kommt nehme ich sie mal. Stellst du das Kapitel vielleicht irgendwann mal online? Ich würde gerne lesen wie du damit umgegangen bist und ob du auch den Körper auseinander genommen hast wie Freya. Was kann man von dem Kontinent sonst noch so essen? Laut Quina natürlich alles, aber ich kann mir kaum vorstellen einen Mastrophanten zu verspeisen.

Die Prohibition ist ein fester Bestandteil meiner kleinen, eigenen Final Fantasy 9 Welt. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Einwohner ihren Schmerz und die ganzen Verluste weg getrunken haben. So ein Krieg ist traumatisch, vor allem wenn er mit solchen Urgewalten wie Bestia geführt wird. Da finde ich es logisch, dass man sich anfangs nicht aktiv damit auseinander setzen möchte.

Ich freue mich das es dir gefallen hat!

Liebe Grüße
Colaris
06.05.2019 | 22:55 Uhr
Hallo Colaris,

vor ein paar Wochen noch habe ich gedacht, wie schön es wäre, wenn du die FF IX Sektion wieder mit einer neuen Geschichte bedenken würdest – und siehe da, eine tolle Überraschung ist das hier!

Freya hat es dir wirklich angetan, sodass sie nun eine eigene AU-Fortsetzungsgeschichte von dir spendiert bekommt. Das finde ich natürlich wunderbar, da sie auch zu meinen Lieblingsfiguren zählt und ich es sehr spannend finde, dass du ihren Werdegang nach dem Spiel thematisieren willst. Man merkt bereits im ersten Kapitel, dass du ein Gespür für die Welt und ihre Figuren besitzt. Freya trägt eine Traurigkeit und Leere in sich, die sie im Alltag so gut es geht versteckt. Dennoch merkt man ihrer zurückgezogenen, reservierten Art an, dass durch den Krieg etwas Wesentliches in ihr zerbrochen ist, das nach der kurzen Zeit des Friedens noch nicht zu heilen beginnen konnte.

Ich finde es interessant und höchst nachvollziehbar, dass sich Freya so bestimmt gegenüber Beatrix positioniert, dass sie ihr für den mitverursachten Genozid am Rattenvolk nicht – wahrscheinlich niemals – verzeihen können wird. Besonders gefallen hat mir die Szene, in der Freya auf dem Gästebett liegt und ihren Speer betrachtet, während der Regen auf die Stadt fällt. Das hat so viele traurige Erinnerungen an die alte Heimat heraufbeschworen und sie zugleich zum radikalen Entschluss gebracht, fortzugehen. In erster Linie wird sie sich wohl dafür entschieden haben, um diese erdrückende Leere in ihrem Innern zu bekämpfen, aber vielleicht ist es auch der Wunsch, auf ihrer Reise etwas Neues zu finden, dass ihr wieder Hoffnung und Freude zurückbringt.

Über Mahagons Auftritt habe ich mich natürlich sehr gefreut, da du die beiden bereits in deinem OS „Treno“ wunderbar dargestellt hast. Es wirkte fast so, als sei nun Mahagon der Besonnenere und Weisere von ihnen beiden, während Freya ihren (wenn auch von Trauer vernebelten) Dickkopf durchsetzt und sich wirklich alleine auf einen unbekannten Weg macht. Ich hoffe natürlich, dass sich die Pfade der beiden wieder kreuzen werden (gerne früher als später) und sie beinahe philosophierend miteinander ins Gespräch kommen.

Zuerst kam mir der Gedanke abwegig vor, dass Freya genau einen Tag vor Garnets und Zidanes Hochzeit Alexandria verlassen würde, da ihr ihre Freunde wichtig wären und es eine einmalige Feier sein würde. Aber mit dem Wissen, dass Freya fast alles verloren hat, was ihr einst wichtig war, und sie in dieser Zeit vielleicht nicht imstande sein kann, Freude für sich oder andere zu empfinden, da in ihrem Herzen alles schmerzt, konnte ich es doch verstehen. Es ist durchaus eine egoistische Entscheidung, aber als Drachenritterin, die ohne Königreich de facto keine Ritterin mehr ist und auch nicht mehr immer das Wohl der anderen vor ihr eigenes zu stellen braucht, eine nachvollziehbare. Nun ist Freya also von Alexandria fort und ich bin gespannt, was die Zeit jenseits der Stadttore für sie bereithalten wird.

Ein paar weitere Anmerkungen zum Text:

Ich habe mich gefragt, wie viel Zeit seit dem Ende von FF IX vergangen ist und was Freya vom Spielende bis zu jenem Tag im ersten Kapitel getan hat? Inwiefern hat sich die Welt seitdem verändert?

Die Information zu Beginn, dass das Rattenvolk, auch Puck, so gut wie ausgelöscht sei, wird dem Leser als Fakt sehr hart an den Kopf geworfen, sodass er sich erstmal überrumpelt schütteln muss, ehe er den ersten Satz deiner Geschichte liest! In deinem Treno-Oneshot konnte ich das noch hinnehmen, da es ein in sich geschlossenes Kapitel ist und du dich eher mit dem Innenleben der Charaktere beschäftigt hast, für die dieser Fakt als Basis ihres Gemütszustandes diente, als groß über den Fakt selbst zu berichten. Aber wenn dies hier eine etwas längere Geschichte werden sollte, würde ich mir wünschen, dass du diesen Fakt in die Geschichte narrativ einbaust und der Leser davon im Verlauf erfährt. So würde sich der Leser gleich mit dem Wichtigen beschäftigen, nämlich mit dem unmittelbaren Anfang deiner Geschichte.

Ich wünsche dir viele schöne Einfälle beim weiteren Schreiben!
Grüße vom Wander-Mogry

Antwort von Colaris am 06.05.2019 | 23:22 Uhr
Hallo Stilzkin,
ich bin wahrlich ein großer Freya Fan und fand ihre Geschichte in Final Fantasy 9 schon immer beeindruckend. Leider haben die Spieleentwickler meines Erachtens viel Potenzial an ihr verschenkt. Umso mehr möchte ich sie nun in das Licht rücken für diese etwas längere Geschichte.

Insbesondere interessiert mich immer die Nachkriegszeit, weil sie so viele Möglichkeiten zur Interpretation bietet. Nach dem Krieg ist vieles zu Bruch gegangen, Materiell wie Seelisch. Dies aufzuarbeiten Bedarf viel Zeit und nicht jeder kann die Beine still ruhen lassen – auch wenn sich die gesamte Truppe die Ruhe verdient hätte.

Ich werde in den nächsten Kapiteln noch genauer auf den Genozid eingehen, vor allem wie Puck ums Leben gekommen ist. Das an den Anfang zu schreiben war nicht unbedingt geschickt, aber ich wollte dass der Leser vorgewarnt ist.

Mit diesen Worten danke ich dir für dein tolles Review und hoffe, dich in Zukunft nicht enttäuschen zu werden :)

Liebe Grüße
Colaris
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