Autor: Deschayne
Review 1 bis 1 (von 1 insgesamt) für Kapitel 1:
20.07.2019 | 09:16 Uhr
zu Kapitel 1
Okay, passend zum Titel möchte ich mal für Gerechtigkeit sorgen und einigen dieser kleinen Geschichten ein wohl verdientes Kommentar hinterlassen. Ich denke nicht, dass ich etwas zum Stil anmerken muss, alas, auf zum Inhalt. Oh Mann, Dark ist ja überhaupt nicht meine Kragenweite und was du hier präsentierst, ist ja fast schon der Abgrund, der zurückstarrt. Aber dafür gibt’s hier denn auch wirklich Dark und nicht nur halbgar unerwiderte romantische Gefühle, wie das für andere Fanfictioner anscheinend schon das Übel allen Lebens darstellt.

Denzel. Ehrlich? Denzel, das knuffelige Sonnenfinsterniskind mit so geliebter Emo-Attitüde, der Kinderidentifikator der Fanbase schlechthin, und du entreißt ihm jede Show und zeigst ihn, wie es eigentlich hätte sein sollen, wenn Square nicht vor allzu tragischem Hintergrund ängstlich zurückschrecken würde: Verzweiflung, Hilflosigkeit, Hass, was in einem Racheakt gegenüber des einzigen Peinigers münden, dessen ein machtloses Kind habhaft werden kann. Reno tut einem schon fast leid, wenn man bedenkt, dass nicht er allein für den Fall der Platte verantwortlich war, sondern die Shinra-Führungsspitze während der Katastrophe das Schauspiel belustigt aus dem Fenster angeschaut hat. Aber es ist so glaubhaft, dass Denzel all seinen Abscheu auf Reno konzentriert, denn der ist einer der wenigen Täter, die er immer wieder vor Augen geführt bekommt. Wahrscheinlich auch sehr optimistisch gedacht von den Turks, sich so oft und wie selbstverständlich im unteren Sektor der Stadt blicken zu lassen, nach allem, was sie getan haben.

Das ist ein Ausgang, den ich nicht vorhergesehen habe, weil ich einfach so verblendet von Siebens lustiger, seichter Seite bin. Aber so unzerkaut mit der Nase drauf gestoßen, kann ich nicht abstreiten, dass das ein Szenario ist, wie es nachvollziehbarer ist als das Friede-Freude-Eierkuchen zwischen allen Parteien, wie ich es selbst immer anstrebe – auch dieses harte, allgemeine Verständnis seitens Tifa und der Umgebung. Vor allem der letzte Satz ist ambivalent: Ja, ich kann mir schon vorstellen, dass die Tötung deines Peinigers eine große Erleichterung sein und zu Hoffnung führen kann, eigentlich ist das Ende also ein (etwas krankes) gutes – aber wie schon gesagt, Reno war nur der Gipfel des Eisbergs, das arme Schwein, dass den Knopf drücken musste, aber hinter ihm steht noch immer eine nicht zu unterschätzende Shinra Company, allen voran extrem gefährliche Kollegen, die Reno _mochten_. Und wenn Denzel Pech hat, trifft ihn das Konzept „Rache“ bald empfindlich zurück. Dass die Turks trotz eines Pakts des Schweigens wirklich niemals herausfinden werden, wer abgedrückt hat, oder es sich nicht wenigstens denken können, halte ich nämlich für eine Selbsttäuschung aller Anwesenden. Das Gefühl „Gerechtigkeit wurde Genüge getan“ bleibt somit ein trügerisches. Holt einen ganz schön auf den Boden der Tatsachen zurück, wie düster genau FF7 sein könnte, wenn man die Traumen der Figuren konsequent zu Ende führt.

(Kleine Beanstandung: Phönixfedern wecken Bewusstlose auf, bringen aber keine Toten zurück, ansonsten wäre die ganze Tragik um Aeris‘ Ableben ein einziger Witz. :D)