Autor: Deschayne
Reviews 1 bis 7 (von 7 insgesamt):
21.07.2019 | 09:06 Uhr
zu Kapitel 7
Nein, ich steh überhaupt nicht auf FemSlash, aber ja … Go Girls! Cloud und Tseng sind hoffnungslos (Cloud noch mehr als Tseng, immerhin lädt der Elena kurz vor Ultimo ja wenigstens zum Essen ein), also Himmelarschundzwirn, warum nicht gegenseitig Trost spenden? Aber Mann, die Jungs tun mir trotzdem leid. Gerade endlich durchgerungen und dann das. Aber es ist lehrreich. Wirklich sehr lehrreich.

Ich unterstütze ja grundsätzlich Tseng/Elena, deshalb hab ich schon beim Akt ohne Drama halb „Gut für sie“ und halb „NOOOIN“ gedacht. Aber mal wieder clever aufgebaut, zuerst diese extrem maskuline, wortlose Verständigung zwischen den Männern, man denkt, „Awww, endlich passiert’s“ und dann der Knalleffekt. Aber den Knalleffekt kriegst du ja immer gut hin. Nur meistens ist der nicht so lustig. Oder sollte dieser auch nicht lustig sein und ich bin einfach nur gemein?

PS: Habe ich schon erwähnt, dass ich diese EXTREM MASKULINE Interaktion zwischen Tseng und Cloud einfach nur liebe? Maskuline Männer sind maskulin. Und emanzipierte Frauen vernünftig.

Antwort von Deschayne am 21.07.2019 | 10:20:42 Uhr
>>Nein, ich steh überhaupt nicht auf FemSlash

Da gibt es viel zu wenig von, weil es vielen so geht wie dir. :(
Ich wüsste auch nicht, ob ich (ernsten) FemSlash schreiben könnte. Einer der Gründe ist, dass ich Sorge hätte, irgendwas blöd darzustellen, sodass sich reale Lesben / Bisexuelle auf den Schlips getreten fühlen könnten. Warum ich die Bedenken nicht bei M-Slash hab - keine Ahnung. Vielleicht, weil ich selbst zum Löwenanteil auf Männer steh und mein eigener, aktueller Elena-Crush eher die Ausnahme als die Regel ist.
Ein anderer Grund, warum ich's noch nicht getan hab, ist schlicht der, dass mir da kein Pairing entgegenspringt. Obwohl ich Tifa X Elena wesentlich interessanter und besser find als Tseng X Elena. Die gehen für mich gar nicht zusammen. Ich seh da absolut keine Grundlage. Tseng hat kein Leben ausserhalb seines Jobs und ich bin auch immer daran gescheitert, ihm eins anzudichten. Abgesehen davon, dass er bei mir immer Orchideen züchtet, aber das ist auch schon das Höchste an Privatleben. XD Und Elena... Ich hab ihren Crush immer als ne Mischung aus attraktiv finden und seine Skills bewundern gesehen. Also nicht wirklich seiner (nicht vorhandenen) Person abseits der Arbeit geltend. Elena versucht immer, sehr korrekt zu sein und scheitert dabei katastrophal, weil sie halt Elena ist :D, im Grunde strebt sie ihm nach und darum seh ich ihn mehr als ne Art Idol für sie, für das sie schwärmt. Ne wirkliche Basis für ne Beziehung ist nicht vorhanden. Ich hab auch noch keine Fic gelesen, die die beiden überzeugend für mich verkuppelt, aber auch noch nicht intensiv nach gesucht. Besonders was Tseng umgekehrt mit ihr anfangen soll, bleibt jedes Mal offen. Ja, sie ist hübsch, aber auch nicht der erste, hübsche, weibliche Turk.

>>Oder sollte dieser auch nicht lustig sein und ich bin einfach nur gemein?

Es sollte lustig sein, aber die Moral dahinter ist durchaus ernstgemeint. Die ganzen Frauen haben nie ein eigenes Leben und nen eigenen Kopf, die verbringen ihr verschwendetes Leben in einer ewig unbefriedigenden Warteposition, anstatt wie jede andere, normal tickende, reale Frau irgendwann zu sagen "Pff, am Arsch, jetzt reicht's!". Vielleicht ist das sone konservativ-japanische Idealbild-Sache. *shrugs* Ich find's einfach nur gruselig.
21.07.2019 | 08:55 Uhr
zu Kapitel 6
Hier hab ich mehr gelacht als alles andere. Vor allem in Verbindung mit Jis Anfrage (Nö, gibt niemanden xD). Der arme Rude wird von der Fanbase vor allem bezüglich Pairings aber wirklich schwer vernachlässigt, man könnte tatsächlich meinen, er sei irgendwie gar nicht da. Ich bin mir zwar ziemlich sicher (gefährliches Pflaster), dass er im Spiel auch von anderen angesprochen wird ;), aber der Gedanke allein, die ganze Zeit eigentlich nur gegen (einen durchgeknallten) Reno und Elena in den Kampf zu ziehen, ist extrem unterhaltsam. Das wär so krass bei dem Wutai-Corneo-Abschnitt: Reno quatscht mit reiner Luft, alle denken sich nur „WTF, sag nichts, reiz ihn nicht“ und Elena überlegt, ob ein Sturz in den Tod nicht doch ganz angenehm wäre, weil ihr der Kollege so peinlich ist.

… Oh ja, mir fällt spontan die Szene im Aufzug des Shinra-HQs ein, da „bittet“ Rude Cloud darum, hochzufahren und Cloud registriert ihn eindeutig als präsente Person … Andererseits, es ist Cloud *räusper* …

Also, auch wenn du es womöglich tragisch meintest – hier mal gern angenommener Humor zum Auflockern der verspannten Herzmuskulatur.

Antwort von Deschayne am 21.07.2019 | 09:55:19 Uhr
Nee, natürlich funktioniert das nicht mehr, wenn man die Games miteinbezieht, und auch sonst ist es ziemlich hanebüchen. Sollte es auch sein, also ausnahmsweise mal ganz und gar nicht tragisch. Im Grunde war's tatsächlich nur ein Seitenhieb auf die Situation in Fanfics und ein Wink mit dem Zaunpfahl, dass Rude auch noch existiert. ^^
20.07.2019 | 19:30 Uhr
zu Kapitel 5
Oh nein, nicht schon wieder Rufus T_T. Nenn mich Arschloch, aber ich komme mit dem Leid anderer Figuren weitaus besser klar. Ha, aber diesmal konntest du mich nicht reinlegen. Titel, Anfang und wortwörtlich gleicher Absatz haben da ja gute Dienste geleistet. Konntest du dich nicht entscheiden, ob du Rufus mit Feuer oder mit Eis leiden lassen willst oder ist er einfach schon so kaputt, dass das hier nur einen anderen Tag in seinem selbstzerstörerischen Leben darstellt?

Rufus und Shiva. Gar nicht mal abwegig, wenn man darauf kommt. Du findest hier echt ein Ei des Kolumbus nach dem nächsten. Frage ist nur, ob er sie um ihrer selbst willen liebt (so als seltsame Kindheitsfreundin), den Thrill des Risikos oder wieder um der Schmerzen willen (Eisbrand ist NICHT angenehm -_-), die ihm bei der Konzentration helfen. Auch hier ist es aber eigentlich wieder egal, denn gesund ist was anderes, vor allem, weil er weiß, dass er irgendwann bei einem dieser trauten Beisammensein erfrieren wird. So schön es ist, dass du ihm eine sympathische Eigenschaft wie Treue zuschreibst, aber … Rufus, Baby, hör nicht auf sie, das hier ist der falsche Weg! Schon interessant, dass du Shiva offenbar genug Herz zugestehst, einen Menschen zu lieben(?), aber nicht genug, um sie seine Sicherheit voranzustellen.

Immer dieses bedrohliche Gefühl. Hätte so ein schöner romantischer kleiner Liebes-OS sein können! Wenn nicht der nahende Tod so allgegenwärtig wäre. Aber Dunkle Romantik hat was für sich, das lässt sich nicht abstreiten :D.

PS: Diesmal ist mir ein kleiner Fehler aufgefallen *gasp*: zum Ende hin „verbat“ Präsident Shinra Rufus nicht den Kontakt mit Materia, es müsste „verbot“ heißen.

Antwort von Deschayne am 20.07.2019 | 20:39:23 Uhr
Ich antworte mal querbeet.

Ich weiss noch, dass der OS als Furzidee in meinem Kopf entstanden ist und ich die Idee selbst ziemlich absurd fand, aber erst vor dem Schreiben. Hinterher hat mir das "Pairing" auf obskure Art tatsächlich irgendwie gefallen, allerdings nur so (fehlgeleitet) wie es dargestellt wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die beiden an nem Sonntag Morgen zusammen frühstücken und die Pläne für die nächste Woche besprechen, zumindest nicht in nem ernsthaften Kontext.

Eine Sache, die mich bei den Summons schon immer beschäftigt hat, war die Frage, ob die überhaupt nen freien Willen haben oder gezwungen sind, in dem Moment demjenigen zu dienen, der sie heraufbeschwört. Eigentlich ist es ja letzteres. Sobald die Materia die Hand wechselt, kämpfen sie für die entsprechende Seite, selbst wenn sie vorher noch dem Erzfeind gehört haben. Die nächste Frage ist, was passiert, wenn sie gar nicht mit der Absicht beschworen werden, jemanden anzugreifen. Ob sie stattdessen auch andere "Dinge" ausführen können bzw. müssen (Die Vorstellung, wie Ifrit zum Aldi geht, während Bahamut Steuererklärungen macht, hat schon wieder was XD). Allerdings bin ich mir in diesem Punkt selbst nicht sicher und find den Gedanken, dass Shiva zwar an ihn gebunden ist, aber als "Sklavin" immer noch etwas eigenen Spielraum hat und ihn evtl. sogar manipuliert, interessanter.
Da Klein-Rufus keine Ahnung hatte, was passieren würde und deswegen auch keinen Befehl an Shiva bei ihrem ersten Treffen erteilen konnte (zumal es auch keinen Gegner gab), stand sie in meiner Vorstellung in dem Moment tatsächlich einfach nur in seinem Zimmer rum und war erstmal nur spannend / interessant. Nur kann ich mir im Fall von Rufus vorstellen, dass er spätestens in der Pubertät gemerkt hat, auf wie vielen Ebenen er einsam ist und dass es irgendwann leichter wurde, zu einer stummen, niemals verurteilenden, immer bereiten "Geliebten" zu greifen. Gerade in nem Alter, wo er festgestellt haben muss, dass Shiva nun auch körperlich nicht unattraktiv ist. Ich glaub, sowas schleicht sich dann schnell ein und kann in Besessenheit umschlagen so wie hier geschehen.

Ich wollte das Pairing immer nochmal aufgreifen, wobei ich mir dazu keine Story vorstellen könnte, bei der die Beziehung im Mittelpunkt steht, sondern Beiwerk einer einmal mehr verschrobenen Rufus-Interpretation von mir ist. Nur hat es diese Story nie gegeben und irgendwie sagt der OS auch alles zu dem Thema, wenn ich genauer drüber nachdenk.

>>PS: Diesmal ist mir ein kleiner Fehler aufgefallen *gasp*: zum Ende hin „verbat“ Präsident Shinra Rufus nicht den Kontakt mit Materia, es müsste „verbot“ heißen.

:O!!!
Ich kenn den Unterschied zwischen verbieten und verbitten, aber ich könnte schwören, dass ich in ner Paralleldimension aufgewachsen bin, wo sich beide ein Präteritum teilen. Zumal "verbat" auch so viel besser und natürlicher klingt. Meh. Ich werd's ändern, Danke!
20.07.2019 | 19:21 Uhr
zu Kapitel 4
Oh ja, Sonne auf der Haut, der OS, der mich gebrochen hat. Ich kannte die Abkürzung SVV da noch nicht, aber das Wort „Trigger“ hätte mich aufhorchen lassen müssen. Ich dachte ehrlich: „Jetzt kommt aber was Fröhliches.“ Ich meine, der Titel! Es ist mir ein Rätsel, wie man bei so einem Titel auf irgendeinen grauenhaften Zusammenhang kommen kann, also Respekt an dich, dass du es auch hier wieder geschafft hast. Es ist … Alter, wie zum Teufel … Ich meine, Sonne auf der Haut! Das ist Licht, Urlaub, Strand und Freude! Wie kommt man darauf, Sonne mit SCHMERZEN ZU VERBINDEN?! ... Es sei denn natürlich, man ist Astronom und mit der Aufgabe betraut, die verbliebene Zeit zu berechnen, ehe die Sonne zur Supernova wird und die Erde wie eine Mücke im Feuerrausch pulverisiert.

Buhuhu, ich hatte so viel Vorfreude bezüglich dieses Teils … Und dann ausgerechnet mein Liebling mit ausgeprägter psychologischer Störung. Normalerweise beschäftige ich mich nicht mit Selbstverletzung, vor allem nicht in FFs, in denen dieses ernsthafte Problem oft zu einer Art In-Verhalten romantisch veranlagter Emo-Charaktere verwurstet wird. Bei dir wiederum schwingt wieder dieses vertraute Gefühl der Bedrohung mit, obwohl Rufus dargestellt wird, als ob er die Prozedur tatsächlich genießen würde. In seiner kranken Vorstellung tut er das ja auch, aber ich als Leser tue es nicht, ich weiß noch nicht mal genau, wie du das hinbekommst, ohne mit dem Zeigefinger in die Wunde zu bohren! Ich kann mich nicht in Betroffene hineinversetzen – ich für meinen Teil habe fast schon krankhafte Angst selbst vor geringen Schmerzen (wimmere allein schon bei bloßer Möglichkeit), vielleicht tut mir Rufus deswegen so leid. Gleichzeitig aber kann ich seinen Gedankengang nachvollziehen, ist wohl ungefähr dasselbe wie bei Menschen, die sich emotionalen Bindungen entziehen: Solange man sich selbst antut, wovor man sich fürchtet, kann es niemand anderes tun.

So selbstsicher und standhaft ich meinen Rufus mag, kann ich trotzdem diesen kaputten Charakter hier nachvollziehen. Shinra Inc. ist eine gefährliche Firma, die selbst ihrem CEO alles abverlangt. Dass Rufus diesem Druck nicht standhält und ihm nur mit verzweifelten Mitteln begegnen kann, ist einmal mehr vollkommen realistisch ... Lässt mich hier gerade selbst verzweifeln, um ehrlich zu sein. Obgleich ich keine Erfahrung mit Selbstverletzung habe, kann ich mir die inneren Vorgänge, die du beschreibst, gut vorstellen. Vor allem das mit dem Herauskatapultieren aus dem eigenen Körper, das dazu führt, die Umwelt losgelöst und unbeteiligt betrachten und damit kaltblütigere Entscheidungen treffen zu können. Zuerst dachte ich, du hättest einen Logikfehler begangen, als du Rufus als „nackt, dort unten auf dem Teppich“ beschrieben hast, aber jetzt denke ich, selbst wenn es ein Malheur wäre, passt es wunderbar. Ist bedrückend bezeichnend, dass sich Rufus bereits nackt fühlt, obwohl er sich gerade mal zwei Hüllen abgestreift und die Ärmel hochgekrempelt hat. Kann aber auch sein, dass ich das falsch verstehe und du mit „nackt“ seine nun freistehende Seele meinst? Eigentlich ist es gleichgültig, weil es, egal wie man es auslegt, irgendwie die Atmosphäre unterstreicht.

PS: Ich glaube übrigens nicht, dass hier AVL angebracht ist, obwohl du nicht explizit darauf hinweist, dass Selbstverletzung keine gesunde Option darstellt. Dafür wirkt der OS zu beklemmend. Es sollte jedem Leser klar sein, dass Rufus‘ Verhalten nicht glorifiziert wird, nur weil es nicht wörtlich verurteilt wird. Die Beschreibungen machen mir eher Angst und beim „knackenden Platzen der Haut“ wird mir regelmäßig schlecht. Nein, ich denke nicht, dass ich zu feinfühlig bin.

Antwort von Deschayne am 21.07.2019 | 17:49:15 Uhr
>>Ich meine, Sonne auf der Haut! Das ist Licht, Urlaub, Strand und Freude! Wie kommt man darauf, Sonne mit SCHMERZEN ZU VERBINDEN?!

Der Titel ist ja bewusst doppeldeutig. Einmal die reguläre Bedeutung im Sinne von Sonnenschein auf der Haut, den er zu selten genießen kann, zum großen Teil wegen Bedeutung Nummer 2: Den Verbrennungen, die ihn aber ne mehr metaphorische Sonne auf der Haut fühlen lassen (die er ebenfalls genießt und die ihm nen ähnlichen Seelenfrieden vermittelt).

>>Und dann ausgerechnet mein Liebling mit ausgeprägter psychologischer Störung.

Rufus ist der eine Chara, den ich mir bei aller Liebe für ihn wirklich nicht als psychisch gesund vorstellen kann. Er KANN gar nicht normal sein, weil er Normalität nie kennengelernt hat. Wie auch, bei dem Status, mit dem er aufgewachsen ist? Nicht normal bedeutet natürlich nicht zwangsläufig krank und schon gar nicht muss jemand krank sein, nur weil er in ein reiches Haus geboren wurde. Aber in Rufus' konkretem Fall kommt einfach noch so viel hinzu. Der Verlust seiner Mutter, die Tatsache, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass er mit anderen Kindern Kontakt hatte (Ich seh eher Privatunterricht als Privatschule), sein kalter, distanzierter Vater (die Szene in Case of Shinra, wo er den Fluchtweg vorschlägt, spricht Bände) und vor allem dieser übermenschliche Druck, den Konzern irgendwann führen zu müssen. Die Saat geht ja auch auf - wohl besser als gedacht - und zeigt sich in seiner Skrupellosigkeit, seinen Alten tot sehen zu wollen. Egal wie man es dreht und wendet, kein normaler, gesunder Sohn ist bereit, so leichtfertig über die Leiche seines Vaters zu gehen. Dazu muss man ein eiskaltes Arschloch sein oder ziemlich krank.
Obendrauf wird Rufus als völlig asexuell dargestellt. Da ist nirgendwo auch nur der geringste Hint, dass er Interesse an Sexualität hat oder zu romantischen Gefühlen in der Lage ist. In meinem Headcanon ist er unumstößlich schwul, was als Thronerbe eine weitere Katastrophe darstellt. Die Frage, wer eigentlich mal sein Nachfolger sein und den Namen Shinra tragen soll, ist eine der größten, die der Canon völlig ignoriert.

>>Obgleich ich keine Erfahrung mit Selbstverletzung habe, kann ich mir die inneren Vorgänge, die du beschreibst, gut vorstellen.

Das hab ich gehofft. Wobei das ein dünnes Eis ist - Es gibt tausend Gründe, aus denen Leute sich verletzen. Das Wie und Wieso ist ne ziemlich individuelle Kiste und die dargestellte Art und Weise nur eine Möglichkeit von vielen. Das ist ziemlich gefährlich, sowas zu verallgemeinern. Wie dieses blöde "Ja, die verletzen sich, um sich selbst zu spüren!", was jedem übergestülpt wird. Äh, nee. Viele verletzen sich auch, um eben nix mehr zu spüren. Oder aus ganz anderen Gründen. Worauf ich auch allergisch reagiere, ist die Aussage "Der / die will nur Aufmerksamkeit!". Wenn jemand so verdammt verzweifelt ist, dass er sich deswegen verletzt, dann gebt ihm doch mehr Aufmerksamkeit, dann liegt doch genauso was im Argen! Aufmerksamkeit und die Sehnsucht nach Zuwendung sind ein stinknormales, menschliches Bedürfnis. Das Romantisieren, gerade in Fanfics, ist aber tatsächlich ein Problem. Betrifft aber nicht nur SVV, sondern so ziemlich alles, was in der Realität alles andere als romantisch ist.

>>Zuerst dachte ich, du hättest einen Logikfehler begangen, als du Rufus als „nackt, dort unten auf dem Teppich“ beschrieben hast, aber jetzt denke ich, selbst wenn es ein Malheur wäre, passt es wunderbar.

Ist kein Logikfehler. Wenn du möchtest, kann ich's dir per PM erklären. Öffentlich möchte ich mehr Interpretationsspielraum lassen.

>>Ich glaube übrigens nicht, dass hier AVL angebracht ist, obwohl du nicht explizit darauf hinweist, dass Selbstverletzung keine gesunde Option darstellt.

Naja. Du sagst auch gleichzeitig, dass Rufus' Gedanken nachvollziehbar sind. Jemand, der nun nicht so stabil ist wie du, könnte sich animiert oder getriggert fühlen. Ja, ich hab ne Warnung gesetzt, aber wir wissen ja, dass das oft für die Katz ist. Eigentlich wollt ich nicht nur Aussenstehenden nen Einblick gewähren, sondern gerade auch Betroffenen zeigen, dass sie eben nicht allein sind. Obwohl es sich oft so anfühlt. ("In der Gewissheit, mit dieser Wahrheit allein zu sein, ....") Verurteilen tu' ich SVV nicht. Keiner setzt sich einfach hin und fängt aus Langeweile damit an. Es bringt nur nichts und ist reine Symptombekämpfung, die nichts an den ursächlichen Problemen ändert. Es sorgt langfristig nur für weitere.
20.07.2019 | 09:27 Uhr
zu Kapitel 3
D, du bist echt ein … Lassen wir das. Hab ich beim letzten Mal noch gesagt, Rude sei ein feiner Kerl? Nun, es ist nicht so, dass du das an dieser Stelle nicht nochmal zwischen den Zeilen irgendwie unterstreichst, aber mit einem tragischeren Unterton, als ich es bei „Dezember“ noch empfunden hatte. Was das Ritual ist, das er aufgeben muss, ist mir nicht hundertprozentig klar, aber ich schätze, es ist sowas wie „1 Ohrring für jeden Menschen, den man tötet“? Obwohl das ein seltsames Ritual ist, ich meine, was für einer Abstammung muss Rude entspringen, um solchen Traditionen zu folgen o_O? Aber das mal hintangestellt, tritt auch hier wieder die Dunkelheit zutage, die mit dem Turk-Dasein verbunden ist. Himmelarschundzwirn, je mehr ich von dieser Sammlung lese, desto unverständlicher wird mir Squares Entscheidung, Rude und Reno zu Pausenclowns zu degradieren! Das ist ja böswillige Täuschung, da so einen verklärten Blick drauf zu fördern! Ich beginne mich zunehmend für mein eigenes Zeug zu schämen!

Auf jeden Fall leide ich ganz schön mit Rude mit. Nach nur sieben Monaten einzusehen, dass man zum professionellen Massenmörder mutiert ist, ohne Ende in Sicht (dass die Ohren schon zu wenig Platz bieten für die Mementos), trotz Mutter im Rücken, die nur das Beste von einem hält (und den Sohn für einen erfolgreichen Werbedesigner). Ich lache mit einem und heule mit dem anderen Auge.

Antwort von Deschayne am 20.07.2019 | 21:28:51 Uhr
>>Hab ich beim letzten Mal noch gesagt, Rude sei ein feiner Kerl?

Ich hatte mich da letztens noch mit Jackpot (ehemals Revoluzzerin) kurz drüber unterhalten. Irgendwie kommt Rude immer zu lieb weg, wenn er in Fanfics überhaupt mal auftaucht. Seine Hauptfunktion in Fics scheint es, Renos wortkarger, gutmütiger Fels in der Brandung zu sein, wenn er nicht alle Jubeljahre mit ihm verpaart wird. Sobald die beiden ausnahmsweise mal ihrer eigentlichen Arbeit nachgehen, ist Reno im übertragenen Sinne der agierende Brandstifter und Rudes Aufgabe ist's gemütlich mit dem Benzinkanister hinterherzulatschen.

Ich muss mich da genauso schuldig bekennen, ich tapp auch immer in die Falle. Rude wirkt einfach lieb, gutherzig und wie jemand, der den Muttertag nie vergisst. Das ist aber auch Squares Schuld.

>>Was das Ritual ist, das er aufgeben muss, ist mir nicht hundertprozentig klar, aber ich schätze, es ist sowas wie „1 Ohrring für jeden Menschen, den man tötet“?

Yup.

>>Obwohl das ein seltsames Ritual ist, ich meine, was für einer Abstammung muss Rude entspringen, um solchen Traditionen zu folgen o_O?

Ich dachte bei Heimat mehr an Turf und bei Tradition eher an Gangkultur. Warum soll auch immer nur Reno die Straßenvergangenheit haben?

>>Himmelarschundzwirn, je mehr ich von dieser Sammlung lese, desto unverständlicher wird mir Squares Entscheidung, Rude und Reno zu Pausenclowns zu degradieren!

Ja, und Rude hat das sogar noch weit mehr geschadet als Reno. Rude ist nur noch der Straight Man zu Renos Idiotie, aber Reno hat mehr Ausgleich und vor allem auch mehr Fans hinter sich, die das geraderücken. Dabei war Rude so genial im Original. Sein erster Auftritt im Fahrstuhl ist einfach nur badass, genau wie seine Rolle bei der Exekution von Corneo (der theoretisch laut TKAA überlebt hat, aber das vergessen wir mal zusammen mit dem Rest)! Und an den zwielichtigen Keller in Junon und die dubiosen Geschehnisse dort erinnern die meisten sich genauso wenig wie an die Tatsache, dass Rude im Original zwar kein großer Redner ist, aber durchaus redet und mehr als nur permanentes "..." von sich gibt.

>>Ich beginne mich zunehmend für mein eigenes Zeug zu schämen!

Ich bin lustigerweise inzwischen auf dem gegenteiligen Tip, was die Turks betrifft. Ich find's inzwischen genauso peinlich, Squares Kurs überzukorrigieren und sie als einen Haufen Psychopathen darzustellen. Eigentlich bringen die ne nette, interessante Ambivalenz mit sich, die zu selten in Fics ausgeschöpft wird zugunsten der Clowns oder Vollpsychos.
20.07.2019 | 09:21 Uhr
zu Kapitel 2
Haha, reingefallen. Ich dachte am Anfang noch „Hey, Moment, ist das eine Gute?!“, weil die Geschichte so freudig beginnt, auch weil die Turks nun schon älter sind und immer noch am Leben, aber beim Weiterlesen kamen dann die Regenwolken auf und ich erinnerte mich an meinen ersten Durchlauf der Sammlung. („Oh. Ja. Da war ja noch was.“) Hat fast weh getan, da noch einmal zu Ende zu lesen. Aber du transportierst einfach so gut Gefühle, auch wenn sie weh tun, dass ich nicht wirklich aufhören konnte.

Ach Mann, der Anfang ist so schön melancholisch. Einerseits war ich traurig, dass Tseng und Elena nicht zusammen sind, andererseits ist Rude/Elena auch ein schönes Paar, an das ich nur selten denke. Rude ist ein feiner Kerl (für einen Turk) und ich hab so gelacht bei dem Flashback mit seiner Mutter und dem Werbedesigner. Lustig auch Renos Teil, mal wieder duftes Show don’t tell bei dem Teil mit der gebrochenen Nase. Vor allem das „Brauchten ihn auch heute noch. Mehr denn je“ SCHMERZT einfach, wenn man das Ende kennt. Vor allem auch Tsengs Müdigkeit. Gerade bei Tseng, dem Fels in der Brandung, sollte man nicht vermuten, dass ihm das Turk-Dasein irgendwann zu viel wird. Aber wie auch sonst: vollkommen nachvollziehbar, wenn man wagt, drüber nachzudenken.

Auch beim zweiten Mal geheult. Typisch Tseng, bloß der Firma (und Rufus) keine Umstände bereiten, weder durch altersbedingte nachlassende Leistung noch mit dem eigenen Suizid, hm? Haha … Shit. T_T

Antwort von Deschayne am 21.07.2019 | 18:57:31 Uhr
>>Hat fast weh getan, da noch einmal zu Ende zu lesen. Aber du transportierst einfach so gut Gefühle, auch wenn sie weh tun, dass ich nicht wirklich aufhören konnte.

Danke! :) Dezember ist zusammen mit dem Garten bis heute mein zweitliebstes Kind von meinen eigenen OS (7010-W009 wird wohl nie mehr entthront werden). Vor allem bewunder ich rückblickend, mit welcher Selbstverständlichkeit ich damals in der dritten Person geschrieben hab. *seufz*

>>Ich dachte am Anfang noch „Hey, Moment, ist das eine Gute?!“, weil die Geschichte so freudig beginnt, auch weil die Turks nun schon älter sind und immer noch am Leben

Ich hab damals schon nen ähnlichen Kommentar bekommen, wo die Stimmung als friedlich oder harmonisch bezeichnet wurde und das fand ich immer interessant, weil's so das völlige Gegenteil von dem ist, wie ich's selbst empfinde. Für mich ist die Story von Anfang an unglaublich dunkel, weil ich die Vorstellung "alter Turks" oder überhaupt des Älterwerdens bedrückend find. Allein der Gedanke an einen älter und müde gewordenen Reno, jemand, der in seiner "Jugend" so lichterloh brennt - furchtbar! Es hat was von einer Kerze, die langsam erlischt. So einem Tod auf Raten. Und gerade Turks sind nicht dazu bestimmt, alt zu werden. Da wartet nur pure Würdelosigkeit. Und nicht mal im Sinne von Demenz und Inkontinenz, sondern - ja, was? Einem Gnadenbrot-Schreibtisch, wo Papierkram erledigt wird? Das klingt nach nem Rezept für Depressionen. Besonders wenn man vorher so fähig war und so intensiv und extrem gelebt hat.

>>und ich hab so gelacht bei dem Flashback mit seiner Mutter und dem Werbedesigner.

Ja, das ist für mich auch fester Headcanon geworden. :D

>>Lustig auch Renos Teil, mal wieder duftes Show don’t tell bei dem Teil mit der gebrochenen Nase

Ich hatte damals wie heute immer Angst, dass die Stelle nicht verstanden wird, eben weil's nur nen Dialog gibt und keine Beschreibung der Handlung. Bin immer wieder froh, dass es auch so verständlich genug ist.

>>Vor allem das „Brauchten ihn auch heute noch. Mehr denn je“ SCHMERZT einfach, wenn man das Ende kennt.

So ist's auch gemeint.

>>Auch beim zweiten Mal geheult.

Okay, hier hab ich ne Flasche Schampus geköpft. Ich hab bisher immer nur gehört, dass wer vor lachen geheult hat bei meinem Zeug, aber dass jemand endlich mal heult, weil was traurig genug war... Kann ich das also nach fast zehn Jahren endlich von meiner Liste streichen.

>>Typisch Tseng, bloß der Firma (und Rufus) keine Umstände bereiten, weder durch altersbedingte nachlassende Leistung noch mit dem eigenen Suizid, hm?

Ich stell mir Tseng wie sonen typischen, japanischen Filmdrama-Chara vor, der nen bemerkenswert sachlich-nüchternen Abgang macht, sobald er das Gefühl hat, zur Last zu werden. Der vorgesehene, natürliche Turk-Tod ist nicht gekommen, ergo führt er ihn selbst herbei. Auch Gnadenbrot kostet Geld und gebraucht wird er schon gar nicht mehr. Zumindest nicht in seiner kalkulierenden Vorstellung, die sowas wie emotionale Bindungen herzlich wenig berücksichtigt.
20.07.2019 | 09:16 Uhr
zu Kapitel 1
Okay, passend zum Titel möchte ich mal für Gerechtigkeit sorgen und einigen dieser kleinen Geschichten ein wohl verdientes Kommentar hinterlassen. Ich denke nicht, dass ich etwas zum Stil anmerken muss, alas, auf zum Inhalt. Oh Mann, Dark ist ja überhaupt nicht meine Kragenweite und was du hier präsentierst, ist ja fast schon der Abgrund, der zurückstarrt. Aber dafür gibt’s hier denn auch wirklich Dark und nicht nur halbgar unerwiderte romantische Gefühle, wie das für andere Fanfictioner anscheinend schon das Übel allen Lebens darstellt.

Denzel. Ehrlich? Denzel, das knuffelige Sonnenfinsterniskind mit so geliebter Emo-Attitüde, der Kinderidentifikator der Fanbase schlechthin, und du entreißt ihm jede Show und zeigst ihn, wie es eigentlich hätte sein sollen, wenn Square nicht vor allzu tragischem Hintergrund ängstlich zurückschrecken würde: Verzweiflung, Hilflosigkeit, Hass, was in einem Racheakt gegenüber des einzigen Peinigers münden, dessen ein machtloses Kind habhaft werden kann. Reno tut einem schon fast leid, wenn man bedenkt, dass nicht er allein für den Fall der Platte verantwortlich war, sondern die Shinra-Führungsspitze während der Katastrophe das Schauspiel belustigt aus dem Fenster angeschaut hat. Aber es ist so glaubhaft, dass Denzel all seinen Abscheu auf Reno konzentriert, denn der ist einer der wenigen Täter, die er immer wieder vor Augen geführt bekommt. Wahrscheinlich auch sehr optimistisch gedacht von den Turks, sich so oft und wie selbstverständlich im unteren Sektor der Stadt blicken zu lassen, nach allem, was sie getan haben.

Das ist ein Ausgang, den ich nicht vorhergesehen habe, weil ich einfach so verblendet von Siebens lustiger, seichter Seite bin. Aber so unzerkaut mit der Nase drauf gestoßen, kann ich nicht abstreiten, dass das ein Szenario ist, wie es nachvollziehbarer ist als das Friede-Freude-Eierkuchen zwischen allen Parteien, wie ich es selbst immer anstrebe – auch dieses harte, allgemeine Verständnis seitens Tifa und der Umgebung. Vor allem der letzte Satz ist ambivalent: Ja, ich kann mir schon vorstellen, dass die Tötung deines Peinigers eine große Erleichterung sein und zu Hoffnung führen kann, eigentlich ist das Ende also ein (etwas krankes) gutes – aber wie schon gesagt, Reno war nur der Gipfel des Eisbergs, das arme Schwein, dass den Knopf drücken musste, aber hinter ihm steht noch immer eine nicht zu unterschätzende Shinra Company, allen voran extrem gefährliche Kollegen, die Reno _mochten_. Und wenn Denzel Pech hat, trifft ihn das Konzept „Rache“ bald empfindlich zurück. Dass die Turks trotz eines Pakts des Schweigens wirklich niemals herausfinden werden, wer abgedrückt hat, oder es sich nicht wenigstens denken können, halte ich nämlich für eine Selbsttäuschung aller Anwesenden. Das Gefühl „Gerechtigkeit wurde Genüge getan“ bleibt somit ein trügerisches. Holt einen ganz schön auf den Boden der Tatsachen zurück, wie düster genau FF7 sein könnte, wenn man die Traumen der Figuren konsequent zu Ende führt.

(Kleine Beanstandung: Phönixfedern wecken Bewusstlose auf, bringen aber keine Toten zurück, ansonsten wäre die ganze Tragik um Aeris‘ Ableben ein einziger Witz. :D)