Autor: CThomas
Reviews 101 bis 107 (von 107 insgesamt):
25.01.2020 | 00:06 Uhr
zur Geschichte
Hallo CThomas,
ich war am Anfang der Geschichte um Fisch absolut fasziniert und "hooked". Du hast eine spannende, ungewöhnliche Ausgangslage geschaffen, mit ausgewählten Details eine authentische Welt gezeichnet und deine Schreibe ist sehr angenehm zu lesen.
Ich mochte die unaufgeregte Art des Textes, der Charaktere, ohne dass sie belanglos wirkten. Keine Königssöhne, besondere Schneeflocken, danke dafür.

Trotzdem hast du mich nach einer Weile verloren (Ich habe schon zu Ende gelesen, aber mit einer nachdenklich gefalteten Stirn) und ich überlege, wie ich es am besten beschreibe.
Wenn ich den ganzen Plot an sich betrachte, war er gut. Deine Protagonisten hatten Hindernisse zu überwinden, aber mir fehlte der eine große PENG am Ende. Ich hatte erwartet, dass ihr zweiter Ehemann mit viel mehr Gewicht in ihr Leben zurückkehrt, eine größere Gefahr darstellt. Auch Cillians Ehefrau fand ich faszinierend und der "Arc" um sie war an sich spannend. Wie spannend wäre es aber gewesen, wenn sie die Beziehung zwischen Cillian und Fisch in Gefahr hätte bringen können? Die Beziehung zwischen Cillian und Fisch stand überhaupt während des ganzen Textes nie wirklich auf der Kippe, weder während der Entstehung noch nachher, als sie als Paar unterwegs waren.
Ich sehe in deinem Plot noch so viel Raum für mehr Drama und während du bei den historischen Beschreibungen der Welt ganz in die Tiefe gegangen bist, in den Schlamm und das Elend, bist du bei diesen "Was wäre wenn"-Überlegungen viel zu zahm gewesen, und dadurch war ich von deinen Auflösungen oft enttäuscht.
Ich dachte ganz oft: "Oh Gott, das wird absolut episch, wenn die Bombe hochgeht! Wird Cillians Vater Fisch finden und vielleicht unter Druck setzen? Wird ihr Ehemann sie entführen? Erpressen?" Aber meistens endeten die Dinge dann zu schnell und belanglos (Vielleicht ist diese, von mir empfundene, Belanglosigkeit auch die Gefahr deiner unaufgeregten Art zu schreiben. Hm.) Die Hindernisse bereiteten Fisch und Cillian kaum Schmerzen (oder es klang für mich so). Vielleicht ist die relative Distanz zu den Personen durch den Stil des Textes. Womöglich habe ich etwas erwartet, dass du gar nicht leisten wolltest.
Womöglich habe ich zu sehr mit einem Autorenauge gelesen.
Ich bin daher ein wenig bedrückt, weil ich so viel von dir mag, aber mir am Ende doch eingestehen muss, dass ich als Leser nicht zu deiner Art als Autor passe.

Nochmal, ich finde, dass du dein Handwerk wirklich gut verstehst und ein feines Gespür für die Welten entwickelst, in denen deine Texte spielen. Schreib bitte weiter (aber das muss ich dir bestimmt nicht sagen ;) )

Viele Grüße
huxley

Antwort von CThomas am 02.02.2020 | 08:44 Uhr
Hi Huxley!

Danke für das ausführliche und konstruktive Review.

Die Geschichte hat tatsächlich nicht so gut funktioniert, wie ich das wollte. Ich fand sie schwierig zu schreiben, vor allem eben wegen den fehlenden Dialogen und der Umständlichkeiten, die das so mit sich gebracht hat. Den großen PENG hätte es vermutlich gegeben, wenn Fisch hätte sprechen können, aber so waren die Ideen, die ich ursprünglich hatte, beim Schreiben immer irgendwie lahm, alles zog sich hin, war verworren und umständlich und irgendwie blöd. Also habe ich den "Weg des geringsten Widerstandes" gewählt, und das merkt man auch. Ich bin - ähnlich wie bei Schuster und Kröte - durchaus selbst ein bisschen enttäuscht von der Story. Das ist schon die zweite, die ich schreibe, die nicht gut funktioniert hat, die auf dem Plotplan großartig wirkte, dann aber ein irgendwie ungutes Eigenleben entwickelte.

Ich bin nur halb zufrieden mit der Geschichte, und hatte auch von mir selbst mehr Kreativität erwartet, um die genannten Klippen zu umschiffen. Hat nicht funktioniert. War definitiv der erste und letzte Versuch, eine stumme Hauptperson darzustellen.

Meine "unaufgeregte" Art zu schreiben ist sicherlich nicht für jeden geeignet, das ist klar. Ich mag aber prinzipiell selbst gerne eher die unaufgeregten Geschichten und fühle mich mit übermäßigen Drama meistens eher unwohl, weil's mir eben oft zu sehr an den Haaren herbeigezogen ist, zu sehr auf unwahrscheinlichsten Zufällen basiert.

Weiterschreiben, klar, immer. Das hört nicht auf. Ich hoffe, ich entwickle mich auch noch mal weiter und schaffe irgendwann den Sprung zu einem guten Mix aus Unaufgeregtheit und angemessenem Drama/Spannung. Man lernt ja nie aus.

Liebe Grüße!
11.01.2020 | 13:14 Uhr
zur Geschichte
Hallo,

bin ich erst jetzt dazugekommen Deine Geschichte zu lesen. Ich möchte mich bei Dir für diese wundervolle Geschichte bedanken, sie hat mir unglaublich gut gefallen. Dein Schreibstil gefällt mir sehr gut, besonders die vielen kleinen Details die Du in die Geschichte hast einfließen lassen, fand ich bewundernswert. Auch die historische Handlung fand ich sehr interessant und gut nachvollziehbar. Wahrscheinlich gerade weil es in Deiner Geschichte um Menschen geht, die etwas anders sind und nicht der Normalität entsprechen, hat sie mir so gut gefallen. Man findet hier selten solche Geschichten und dann auch noch so gut geschrieben. Es war bestimmt eine große Herausforderung, Flora mit ihren Behinderungen zu schreiben. Jetzt freue ich mich riesig auf Deine neue Geschichte. Wie ich schon gelesen habe, geht es auch wieder um Person mit körperlichen Beeinträchtigungen. Ich bin ganz gespannt, werde die Geschichte aber erst lesen, wenn Du sie beendet hast. Sorry dafür, dass mache ich hier mit allen Geschichten so.

Ganz liebe Grüße Dorett

Antwort von CThomas am 17.01.2020 | 15:19 Uhr
Hi Dorett!

Tausend Dank für die netten Worte, das geht runter wie Öl.

Ich versuche immer, Geschichten zu schreiben, die ich selbst gerne lesen möchte, und freue mich, wenn ich andere damit begeistern kann. Fisch war sehr schwierig zu schreiben, andere historische Romane wie Johannistag, Johannisnacht oder der Walnussdonner haben sich einfacher geschrieben. Wenn die Möglichkeit der Dialoge eingeschränkt ist, ist es tatsächlich recht schwierig, da irgendwie einen Fluss reinzukriegen.

Ich schreibe sehr viel über Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen und/oder Makel (in "Marthe schert sich zum Teufel", eine abgeschlossene, frei zugängliche Geschichte zum Beispiel über einen Mann, der wegen eines großen Teufelsmals im Gesicht ausgestoßen ist).

Die Geschichte von Pernille und den Kegelkindern läuft bisher ganz gut, vom Schreibtempo her, ich denke, das wird, im Gegensatz zu Fisch, zügig fertig werden.

Liebe Grüße!
18.05.2019 | 23:09 Uhr
zur Geschichte
Hallo CThomas,

ich bin durch Zufall auf deine FF gestoßen und ich muss sagen, sie hat mich umgehauen. Ich bin absolut begeistert von deinem Schreibstil und deiner Liebe zu all den kleinen Details, die deine Charaktere so liebenswürdig machen. Außerdem sehe ich es als große Herausforderung aus der Sicht einer stummen Protagonistin zu schreiben. Das schränkt das Handlungsrepertoire eines Autoren schon ziemlich ein, aber du meisterst es hervorragend ;) Auch der historische Hintergrund wirkt realistisch und nachvollziehbar. Du beschreibst alles passend, damit sich der Leser gut hineinfühlen kann, ohne von historischen Fakten erschlagen zu werden. Da hätte ich auch gleich eine dumme Frage^^' Wie gestaltest du deine Recherche? Ich würde selbst gerne mal was Historisches schreiben, aber ich stelle mir es mir sehr schwierig vor, da man an viele historische Details denken muss.
Ich freue mich auf jeden Fall bald wieder etwas von dir zu lesen :)

LG Honora

Antwort von CThomas am 18.06.2019 | 17:51 Uhr
Hi Honora!

Herzlich willkommen und danke für das Lob. Im Moment geht's hier leider nur im Schneckentempo voran. Aber ich hab noch mehr Geschichten (auch historisch), die dir gefallen können - im Profil stehen sie alle, falls du noch nicht gestöbert hast.

Die Recherche gestaltet sich immer sehr ausführlich und zeitraubend, ich komme da oft vom hundersten ins tausendste, weil das alles so interessant ist. Ich lese einfach viel, gucke auch oft in der Google-Bildsuche nach Stichworten und finde dann auch mal Blogs, die sehr schön historische Zusammenhänge darlegen. Gut finde ich auch Podcasts, um einen groben Überblick über einen geschichtlichen Hintergrund zu bekommen. Von Deutschlandfunk Nova gibt's zum Beispiel einen Podcast, der heißt "Eine Stunde History" und hat hunderte Folgen zu allen möglichen historischen Ereignissen. Mag ich sehr gerne!

Liebe Grüße!
22.04.2019 | 10:37 Uhr
zur Geschichte
*vorsichtiganklopf* wann geht es denn hier weiter?

Antwort von CThomas am 23.04.2019 | 16:19 Uhr
Hi Loehli!

Ich hoffe, dass ich am nächsten Wochenende/spätestens nächste Woche wieder zum Schreiben komme, in den letzten Wochen war mal wieder der Teufel los im RL. Nächste Woche ist Urlaub angesagt und damit hoffentlich auch wieder Zeit zum Schreiben!

Liebe Grüße!
11.01.2019 | 19:10 Uhr
zur Geschichte
Hallo CThomas,

ich habe diese Geschichte von dir im Dezember gelesen und wollte dir unbedingt ein Review schreiben, also habe ich das zum Anlass genommen, einen Account zu erstellen, um dann zu erfahren, dass man 30 Tage keine Reviews schreiben kann... X)

Aber jetzt ist es soweit.
Ich mag deinen Stil sehr gern. Deine Charakterbeschreibungen sind eben so sehr keine Beschreibungen, sondern diese liebevollen kleinen Details, die das was du schreibst, zu echt guter Literatur machen. Die Sachen klingen sorgfältig recherchiert, originell, erfrischend unMary-Sueig, lustig und tragisch. Ich bin echt ein Fan geworden ;) und freue mich dich abseits meiner Leserunden hier gefunden zu haben.

Noch ein Tipp zu Hinkebein (deswegen wollte ich eigentlich schreiben): Warum lässt du sie nicht lesen und schreiben lernen/können? Oder er kann es und bringt es ihr bei? Die Frage, warum einer der Beiden es kann, birgt ja auch Potential für Konflikte und Tiefe. Irgendwie klingt es für mich so nahliegend, vielleicht hast du deine Gründe, es nicht miteinbezogen zu haben, aber es brannte mir unter den Fingernägeln.

Spontan fiel mir noch die Gebärdensprache ein. Nicht unbedingt Unsere und im herkömmlichen Sinn, aber wenn sie gemeinsam eine Symbolsprache entwickeln, mit sich ausweitendem Wortschatz? Dann könnten solche Gebärden auch durch kursiv gesetzte Worte im Text darliegen.
"Was wollen wir Heute essen?"
Huhn (ich krieg kein kursiv hin...)
"Eier oder willst du Eins schlachten."
Es wäre eine schöne Entwicklung von den Versuchen mit einem ganz kleinen Wortschatz am Anfang etwas auszudrücken, zu späteren Abschnitten, wo es schon ein wenig differenzierter geht.
Mir fiel gerade eine Stelle in einem Buch von JSFoer ein, in der ein Stummer etwas Hochemotionales ins Telefon tippt... über die kleinen Buchstaben des Ziffernblocks, der Gegenüber hört nur das Tuten der verschiedenen Ziffern, auf mehreren Seiten steht nur ....3829 212 3947684 23 32!.... Und trotzdem hab ich da Heute noch Gänsehaut von.
Und bei dem Beispiel gibt es so gut wie gar keine Information aus dem Text über den Inhalt.

Das wars erstmal, wie gesagt, großer Fan geworden, hoffe du findest in Zukunft ein kleines Taschenuniversum, in dem die Zeit langsamer läuft, so dass du mehr schreiben kannst ;)

man liest sich
huxley

Antwort von CThomas am 11.01.2019 | 20:42 Uhr
Hallo Huxley!

Wow, das ehrt mich, dass du dich extra für meine Geschichte hier angemeldet hast. Vielen Dank! Ich habe jetzt spontan den Rest des ersten Kapitels hochgeladen und hoffe, es gefällt weiterhin.

Ich habe ungefähr 50 Seiten geschrieben und komme nicht recht weiter, aber ich hoffe, dass ich einen guten Weg finde, um diesen schwierigen Punkt zu umschiffen. Fisch und Josh werden eine rudimentäre Zeichensprache entwickeln, aber leider nicht weit damit kommen. Im weiteren Verlauf soll sie auch lesen und schreiben lernen, aber dazu muss sie erst mal noch ein paar Klippen überwinden, die Arme.

Wenn dir meine Sachen gefallen, auf meinem Profil gibt's noch mehr von mir. Und bei Amazon auch (steht auch im Profil). Ich habe Johannistag, Johannisnacht (was auch historisch ist) und die Kangarookies neu bei Kindle Unlimited hochgeladen, falls du das hast. Ich hoffe, du liest weiter mit und sagst mir, was du denkst.

Tausend Dank für das nette Review, you made my day!

Liebe Grüße!
07.12.2018 | 13:27 Uhr
zur Geschichte
Hallo,
ich würde mich auch sehr freuen, wenn du diese Geschichte fortführen würdest. Es wäre interessant zu erfahren wieso Joshua sich eine Frau aus dem Gefängnis holt, wieso er 8 Wochen gewartet hat. Wieso Fisch stumm ist und was es mit ihrem Unfall auf sich hat. Weil du meinst die Geschichte wäre zu einseitig. Nun, als Leser weiß man ja was sie denkt. Aber vielleicht willst du sie ja auch nicht die ganze Zeit stumm lassen?

Antwort von CThomas am 09.12.2018 | 15:19 Uhr
Hi Loehli!

Danke für das nette Feedback. Eigentlich ist schon geplant, Fisch sehr, sehr lange stumm zu lassen, entweder das ganze Buch über oder bis zu den letzten paar Seiten. Aber wie gesagt, die Dialoge sind nur Monologe, auch wenn der Leser weiß, was Fisch denkt, so weiß es der Gesprächspartner ja nicht. Und eine derart einseitige Unterhaltung stockt halt doch relativ schnell und wird vor allem langweilig für den, der mehr oder weniger Selbstgespräche führt. Joshua an sich - und die eine oder andere Figur, die später noch eine Rolle spielt - ist sehr kommunikativ angelegt, sodass da schon ein bisschen gesprochen wird. Aber irgendwie hakt's trotzdem. Ich kann, wenn dieses Projekt, für das ich den Anfang hochgeladen habe, ja noch den Rest posten und vielleicht hat ja der eine oder andere Leser dann auch eine zündende Idee, wie man das "spannender" gestaltet. Denn Gestiken zu beschreiben ist auch irgendwie ... schwierig, ausufernd und auf Dauer wenig unterhaltsam.

Liebe Grüße!
04.12.2018 | 17:05 Uhr
zur Geschichte
Hi!

Wie wunderschön, mal wieder etwas von dir zu lesen! Knapp und auf den Punkt, alle Infos sind da und die ganze Szenerie baut sich vor meinem inneren Auge auf. Dass ich deine Art, mit Worten umzugehen, liebe, weißt du ja inzwischen :D
Natürlich bleiben da viele Fragen offen. Welche Beweggründe hat Joshua, sich eine Frau im Gefängnis zu suchen? Weshalb hat er acht Wochen gewartet? Was ist Fischs Geschichte? Wie geht es mit den beiden weiter? Du könntest problemlos um diese Kurzgeschichte einen ganzen Roman schreiben, ich würde ihn sofort lesen! Aber vielleicht ist es manchmal auch ganz gut, wenn man es bei der Kürze belässt.

Bis hoffentlich ganz bald!
Deine Yellinda

Antwort von CThomas am 04.12.2018 | 18:25 Uhr
Danke für das große, liebe Lob! Von Fischs Geschichte lagern 50 Seiten auf meinem PC, aber irgendwie komme ich nicht recht weiter. Joshuas Beweggründe, Fischs Hintergrundgeschichte, ein grober Plotplan, alles da. Aber es ist sauschwer zu schreiben, weil's nur so wenig Dialog gibt. Und wenn, ist er so übel einseitig, weil Fisch ja nicht antworten kann. Das macht das ganze ziemlich schwierig und irgendwie hänge ich fest. Mal sehen, ob mir eine gute Eingebung kommt, wie ich die Geschichte fortführe, ohne dass es eintönig wird.

Liebe Grüße!