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Autor: MC Appetizer
Reviews 1 bis 2 (von 2 insgesamt):
08.12.2019 | 13:27 Uhr
Hallo MC Appetizer,
Ich bin jetzt auch fertig, den ersten Teil der Geschichte zu lesen und ich kann einfach nur sagen, dass es super war.
Ich finde, dass du es sehr gut geschafft hast, die Geschichte detailreich zu schreiben, aber trotzdem immer genug Spannung zu behalten.
Ich hatte anfangs auch wie Ciara gedacht, dass das eine genauere Neuerzählung von der normalen Portal Story wird, aber eigentlich ist es ja nur am Anfang ähnlich, und geht dann einen eigenen Weg.
Die Speziellen Abschnitte am Anfang und Ende der Kapitel, find ich auch sehr gut und zu Portal passend.
Auch den Hilferuf in Testkammer 8 glaub ich, find ich sehr passend, weil ähnliche Dinge auch im Spiel sind.
Den Ausbruch aus den Testkammern, find ich auch sehr passend Geschrieben, z.B. wie Chell sich fühlt, Wie die Gänge verlaufen, wie Glados darauf reagiert etc.
Ich werd das jetzt mal nicht noch genauer auf den Inhalt eingehen, weil Ciara das glaube ich schon gut genug gemacht hat.
Ich würde mein Review noch mit der Rechtschreibung beenden. Insgesamt find die Rechtschreibung gut gelungen. Es sind nur wenige kleine Fehler im Text, aber die kann man leicht ignorieren.
Mit netten Grüßen, Tomapa

Antwort von MC Appetizer am 08.12.2019 | 19:17 Uhr
Hallo Tomapa,

vielen Dank für dein Review zum ersten Teil von „Testsubjekt 152-13“! :)
Es freut mich sehr, dass dir die Geschichte gefallen hat! Besonders freut mich, dass dir die „Mischung“ aus Detail-Schilderungen und Spannung-Aufrechthalten in der vorliegenden Form zusagt. Und natürlich, dass meine Rechtschreibung so durchgeht! ;)

Danke für diese positive Rückmeldung! :D

Viele Grüße
MC Appetizer
10.03.2019 | 13:33 Uhr
Hallo MC Appetizer!

Ich muss zugeben, dass meine Idee, ein zusammenfassendes Review für deine Trilogie zu schreiben, wohl doch ein ziemlich ambitionierter Einfall war, wenn man bedenkt, wie lang die Geschichte eigentlich ist. Das soll mich aber trotzdem nicht davon abbringen. Für eine bessere Übersicht (und weil ich dich nicht so lange warten lassen wollte ^^) werde ich das aber lieber für jede Geschichte einzeln machen. Hier nun also erstmal meine Gedanken zu "Teil 1 - Unter Beobachtung", Kapitel 1 bis 10.

Zu Beginn - Yeah, ich verstehe nach dem Erscheinen des 19. Kapitels von Teil 3 sogar endlich, dass die kryptischen Bemerkungen an Anfang und Ende der Kapitel sogar einen tieferen Sinn haben! xD
Nein, also ohne Spaß, die Idee ist cool. Das zeigt auf jeden Fall, dass du die Story vom ersten Moment an sehr durchdacht geplant haben musst und hat mir persönlich irgendwie geholfen, mich in die Geschichte besser einzudenken.

Als ich begann, die Geschichte zu lesen, dachte ich tatsächlich, es handelt sich quasi um eine Nacherzählung der Geschichte, die das Spiel vorgibt, nur etwas schöner ausgeschmückt und mit logischen Hintergründen. Versteh mich bitte nicht falsch, auch das wäre keine Schande gewesen, ich hätte es nur wahrscheinlich als nicht so furchtbar kreativ erachtet. Ich hatte einfach nicht erwartet, eine so dramatische und ausgefeilte Geschichte in einer so vergrabenen Kategorie zu finden…

Das Auswahlverfahren der neuen Testsubjekte hast du im ersten Kapitel relativ kurz gehalten - ist aber völlig okay so, das steht ja schließlich nicht im Mittelpunkt.
Die ganze Aperture-Anlage macht wirklich einen ehrlichen, wissenschaftlichen Eindruck und wäre ich ein Testsubjekt dort gewesen, wäre ich wahrscheinlich genauso arglos da rein marschiert, wie Chell es tut.

GLaDOS' erstes Auftreten fand ich bei wiederholtem Drüberlesen ziemlich witzig. Die Feststellung, dass Subjekte eigentlich auf eine Begrüßung reagieren, klingt schon fast ein bisschen beleidigt und ihre anschließenden Bemerkungen über Info-Broschüren sind auch nicht wirklich viel hilfreicher, passen aber haargenau zu diesen zusammenhangslosen Informationen, die sie auch im Spiel manchmal gibt ("Did you know you can donate one or all of your vital organs to the Aperture Science self esteem fund for girls? It's true!" xD).

Die ersten Testkammern durchläuft Chell mit einer gewissen Abenteuerlust und Verblüffung über die fortschrittlichen Technologien von Aperture Science. Ich könnte mir gut vorstellen, dass diese Kammern noch in etwa dem entsprechen, wofür die Anlage samt GLaDOS ursprünglich geschaffen worden. Alles wirkt sehr standardisiert und auf's genauste geplant, wie bei der Durchführung einer wissenschaftlichen Studie eben.
Interessant wird's dann ab Kapitel 5. Schon allein der Vermerk, dass Chells ursprüngliches Blatt 5 gelöscht wurde, sieht verdächtig aus. Ich war zu Beginn auch etwas verwirrt über die Abkürzungen des Testprotokolls, aber nach etwas genauerer Betrachtung sind sie natürlich völlig logisch. Generell bieten diese Protokoll-Ausschnitte eine klasse Abwechslung zu Chells Aufzeichnungen und bringen einem GLaDOS' Hintergrundaktivitäten ein bisschen näher.
Chell bemerkt nun, dass die Tests gefährlich sind und reagiert verständlicherweise wütend darüber, hinters Licht geführt worden zu sein, zumal ihr auch klargemacht wird, dass die den Test nicht einfach abbrechen kann.
Die Tatsache, dass die Aufzüge zwischen den Testkammern immer nur abwärts fahren, finde ich auch ziemlich cool. In einem Deutsch-Aufsatz hätte ich da jetzt wahrscheinlich allerhand düstere Story-Andeutungen hineininterpretiert (xD), aber ich glaube, hier reicht es, zu sagen, dass das diese Grundatmosphäre von Beklemmung und ausgeliefert sein auf jeden Fall gut betont. Ich hatte beim Lesen richtig das Gefühl, dass die Wände immer ein Stückchen enger rücken, je tiefer Chell kommt und dass die ganze Zeit der Druck von den Erdmassen über ihr (etwas metaphorisch) auf die Stimmung drückt. Schöne Idee!
Dass Chell die "Flugsequenzen" mit der Portalkanone nicht so toll findet, ist verständlich, wenn man sich in ihre ohnehin schon beschissene Situation hineindenkt, auch wenn die mir persönlich im Spiel immer viel Spaß gemacht haben.^^

An dieser Stelle muss ich dir mal ein Lob für die generelle Darstellung von GLaDOS aussprechen. Ich finde es klasse, dass du nicht einfach ihre Sprachsequenzen aus dem Spiel eins zu eins übernommen (was für manche vielleicht naheliegend wäre), sondern diese selbst formuliert hast. Die hast du nämlich wunderbar getroffen und könnten meiner Meinung nach tatsächlich genau so im Spiel vorkommen. :)

Der Hammer kommt dann natürlich in Testkammer 11, als Chell den blutigen Hilferuf an der Wand entdeckt. Klar hat sie schon vorher bemerkt, dass irgendetwas in diesen Testkammern nicht so ganz rechtens zugehen kann, aber spätestens an dieser Stelle wird ihr, so glaube ich, ihre missliche Lage richtig bewusst. Hinzu kommt, dass GLaDOS an dieser Stelle noch einmal betont, dass sich der einzige Ausgang am Ende der Teststrecke befindet.

Besonders interessant fand ich das Kapitel 8, weil GLaDOS hier zum ersten Mal persönliche Dinge, wie zum Beispiel die Adoption, aus Chells Leben einbringt. Erst hab ich mich gefragt, ob sie Chell damit schlichtweg ärgern will, weil es keinen erkennbaren Zusammenhang mit den Tests zu haben scheint, aber nach etwas genauerer Betrachtung ist es völlig logisch. Im Rahmen meines Studiums musste ich mich wohl oder übel schon ein bisschen mit allgemeiner wissenschaftlicher Methodik auseinandersetzen. Dadurch wurde mir klar, dass, wenn GLaDOS wirklich ernsthafte Wissenschaft betreibt, sie bei ihren Tests alle möglichen Störvariablen (z.B. Chells Lebensumstände) mit einbeziehen muss, da diese eine Auswirkung auf ihre Testergebnisse haben können. Daher ist es auch irgendwo logisch, dass sie so viele Informationen über Chell gesammelt hat, wobei das im ersten Moment natürlich ziemlich stalkermäßig rüberkommt. xD
Chell selbst beginnt auch langsam, ihre eigentlichen Beweggründe für ihre Tätigkeit bei Aperture Science zu hinterfragen und realisiert, dass sie sich aus purer Sehnsucht nach Abwechslung von ihrem tristen Alltag in Lebensgefahr begeben hat.
Würde ich sie auf der Straße treffen, wäre sie mir wahrscheinlich anfänglich gar nicht wirklich sympathisch, denn sie erscheint oft sehr nüchtern und, wie sich im Verlauf der weiteren Geschichten herausstellt, auch wie eine Einzelgängerin, die im Umgang mit Menschen nicht sehr geübt ist. Als aufmerksamer Leser wird einem dann aber klar, dass sie in ihrem Leben ganz schön viel zu stemmen hat, angefangen bei ihren Mietschulden und wahrscheinlich auch einem leichten Hang, ihre Sorgen in Alkohol zu ertränken.
Trotzdem bewundere ich ihre Stärke und die Willenskraft, die sie vor allem später bei ihren zahlreichen Fluchtversuchen aufbringt und gerade das macht sie zu einer tollen Hauptfigur. Ich denke nämlich, dass es gar nicht so einfach ist, einen Protagonisten mit einem nachvollziehbaren, aber auch differenzierten Charakter zu erschaffen. Ich habe leider schon einige Geschichten gelesen, in der viele Nebencharaktere deutlich erkennbare Charakterzüge hatten, aber der Protagonist irgendwie mehr in die Rolle eines Erzählers rutschte und überhaupt keinen erkennbaren Charakter hatte. Das finde ich meistens schade, weil es oft nicht gewollt rüberkommt.
Mir ist nur eine Sache aufgefallen, die mir nicht ganz logisch erschien. Chell ist verschuldet und hält sich mit mehreren Jobs über Wasser, trotzdem erwähnst du an irgendeiner Stelle, dass sie (mehrmals pro Woche? Bin mir nicht mehr ganz sicher…) ins Fitnessstudio geht. An sich ist das ja eine löbliche Lebenseinstellung, aber ich kann mir nicht so ganz vorstellen, dass jemand, der nicht mal seine Wohnung richtig bezahlen kann, Geld in eine Mitgliedschaft im Fittie versenkt. Nur als Anmerkung, das stört sonst nicht wirklich… :D

Chells mentale Stärke wird einmal mehr heftig auf die Probe gestellt, als sie zu den Testkammern gelangt, welche die kleinen, fiesen Geschütztürme beinhalten. Diese freundlich quatschenden Selbstschussanlagen fand ich als ungeübte Ab-und-zu-Gamerin schon furchtbar, aber für Chell ist das ganze schließlich kein Computerspiel. Wenn sie ungünstig getroffen wird, bleibt sie tot und wird nicht nach kurzer Zeit einfach wiederbelebt (oder hätte GLaDOS das vielleicht auch drauf, damit ihre Tests um jeden Preis weitergeführt werden können?). Spätestens an dieser Stelle habe ich mich tatsächlich gefragt, was die allgegenwärtige KI-Dame eigentlich wirklich will. Tote Testsubjekte oder durch drohende Lebensgefahr übermotivierte Testsubjekte? Ich weiß es nicht…
Auf jeden Fall ist es völlig nachvollziehbar, dass Chell mittlerweile so verzweifelt ist, dass die die Gelegenheit ergreift und aus der Teststrecke flüchtet.

Meine Gedanken zu ihrem ersten Ausbruchsversuch werde ich in das nächste Review packen. Jetzt erstmal noch ein paar allgemeine Sachen.
Zu Ausdruck und Rechtschreibung brauche ich bei deiner Geschichte nicht viel sagen, das ist beides absolut einwandfrei (wirklich. Ich bin da echt pingelig mit xD). Klar findet man ab und zu ein paar Tippfehler, aber mein Gott, wer macht die nicht? Die alle zu korrigieren, würde meinen zeitlichen Rahmen momentan aber doch ein bisschen überfordern.^^
Chells Ich-Perspektive ist gut getroffen und sowohl ihre sachlichen Beschreibungen als auch die emotionalen Aspekte stimmen sehr gut mit ihrem Charakter überein.
Du hältst dich auf jeden Fall nicht an unnötigen Dingen auf, die Geschwindigkeit der Geschichte erscheint dadurch angemessen und die Spannung bleibt gut erhalten.

Ansonsten kann ich nur noch sagen, dass ich die Story immer noch für absolut gelungen halte. Wäre es keine Fanfiktion, würde ich dir raten, sie als Buch rauszubringen, aber das geht so leider nicht. xD
Ich hoffe, du kannst mit diesen doch etwas sprunghaften und subjektiven Ausführungen etwas anfangen. Ich bin nicht so furchtbar geübt in vernünftiger Literaturkritik, weil das eigentlich nicht so mein Ding ist, aber dieses Werk verdient einfach sein Feedback. Ich hoffe einfach, es hilft dir. :)

Liebe Grüße,

Ciara :D

Antwort von MC Appetizer am 11.03.2019 | 11:25 Uhr
Hallo Ciara,

mit diesen Worten hier stehe ich gerade am Anfang meiner Review-Antwort und damit ebenfalls vor der Frage, wie um alles in der Welt ich denn eine Antwort verfassen könnte, die auch nur im Ansatz mit dem Feedback selbst ebenbürtig sein könnte. Im Ernst – deine Rückmeldung ist umfassend, detailliert und umwerfend und ich habe beim Lesen immer wieder zwei Dinge gedacht.
Erstens: „Wie soll ich jemals etwas auch nur halbwegs Angemessenes zurückschreiben können?“
Und zweitens: „Wow.“
Beides etwa im Fünfzehn-Sekunden-Takt abwechselnd. :D

Also zunächst einmal: Danke! Ich fühle mich geehrt, so ein gewaltiges Review zu bekommen. Und man bedenke, dass es sich dabei „nur“ um die Rückmeldung zu den ersten zehn Kapiteln (!) des ersten Teils (!) handelt. Schon einmal vorab, Leserinnen wie du und Reviews wie das mir gerade vorliegende sind wunderbare Argumente, die Lust am Schreiben niemals zu verlieren.

Dann fangen wir mal an:

„Yeah, ich verstehe […] endlich, dass die kryptischen Bemerkungen an Anfang und Ende der Kapitel sogar einen tieferen Sinn haben! xD“
:D
Ja, die finale „Erklärung“ zu den Kopf- und Fußteilen jedes digitalisierten Blattes kommt in der Tat etwas spät. Dass es irgendetwas mit Verwaltungsinformationen und Dateiformaten zu tun haben könnte, das mag man vielleicht noch erkennen oder vermuten. Aber ist schon aufschlussreich, wenn GLaDOS mit einer genaueren Erklärung um die Ecke kommt.

Zu Beginn geht die Geschichte ja einen ähnlichen Weg wie Portal selbst. Damit holt sie den Leser sozusagen ab, ausgehend von dem, was man vom Portal-Universum schon kennt. Ich selbst habe Portal schon ewig lange nicht mehr gespielt (eigentlich viel zu lange), aber ich habe jetzt noch das dudelnde Radio im Ohr, das ganz zu Beginn herumsummt. Und auch die ersten Tests sind noch recht „portalig“ – und, wie du schon geschrieben hast, noch sehr „human“, noch sehr im Sinne des Erfinders, vor GLaDOS‘ Aufpeppen der Teststrecke.

„ […] und wäre ich ein Testsubjekt dort gewesen, wäre ich wahrscheinlich genauso arglos da rein marschiert, wie Chell es tut.“
Den ein oder anderen Hinweis darauf, dass Aperture sich nicht immer an alle Spielregeln hält, gab es ja schon. Chell hat ein wenig davon geschrieben/daran gedacht. Auch die Schilderung der großen Begrüßung zu Beginn des ersten Kapitels (wenn ich mich recht entsinne) und vor allem die Antwort auf die gestellte Zwischenfrage muteten ein bisschen fragwürdig an. Aber vielleicht entsteht bei einem in diesem Moment auch der Eindruck, die Typen hier seien halt einfach ein wenig rauer und härter unterwegs und machten ab und an mal Scherze. Gerade Chell, die ja selbst hart im Nehmen ist, sieht wohl über so etwas hinweg.
Wäre ich ein Testsubjekt, dann wäre ich vermutlich bereits am Eignungstest gescheitert. Puh, Glück gehabt, muss man ja sagen. :D

You can donate one or all (!) of your vital organs? :)
Ja, da klingelt was bei mir. GLaDOS hat ab und an ein Faible dafür, Informationen darzubieten, mit denen Chell aber auch so gar nichts anfangen kann. Gerade in ihrer momentanen Situation.

„Ich war zu Beginn auch etwas verwirrt über die Abkürzungen des Testprotokolls“
Ich war mir zeitweise nicht sicher, ob das nicht ein bisschen ‚zu viel des Guten‘ ist. Es gibt zwar eine kleine Erklärhilfe im Kopf der Datei und nach einigem Hineinfuchsen bekommt man auch ohne diese Hilfe heraus, was was bedeutet, aber man muss sich die Zeit dafür eben nehmen. Einfaches Drüberlesen mit einem anschließenden, nüchternen ‚Jo, alles klar‘ funktioniert hierbei nicht. Man könnte vielleicht sagen, es stört den Lesefluss; andererseits soll man eben auch ein bisschen darüber stolpern, dass jetzt etwas Anderes kommt und nicht einfach ungehindert weiterlesen können. Wie dem auch sei, ich freue mich, dass du den Weg des Hineinfuchsen gegangen bist.

„In einem Deutsch-Aufsatz hätte ich da jetzt wahrscheinlich allerhand düstere Story-Andeutungen hineininterpretiert“
xD
Deutschaufsätze hatten bei mir immer eine Nuance von Überinterpretation:
Oh, da steht „er drehte sich um“ – dass ist sicherlich eine Metapher für seine immerwährende Sehnsucht nach damals, nach früher, zu einer besseren Zeit, er schwelgt in Erinnerungen an seine Kindheit; außerdem ist es ein dynamischer Akt, ein Aufstreben, eine Ausbersten aus dem, was ihn in seinem Dasein gefangen und in seiner Sichtweite eingeschränkt hält; zudem ein Symbol für die Umsicht, die Sorge um sich und die Generationen nach und vor ihm, er wird sich seiner Verantwortung in der Verkettung der zeitlichen wie räumlichen Gegenwart bewusst und akzeptiert sein Schicksal.
So oder so ähnlich kam mir das Verfassen von solchen Aufsätzen immer vor. Wenn man nur alles mit Zitaten belegen kann, passt das schon. :D
Ja, auch die Aufzüge haben etwas Metaphorisches. Außerdem die von dir bereits erwähnten Tonnen von Gestein über Chell. Ich bin mir gerade nicht sicher, aber hat Chell nicht auch einmal so etwas erwähnt, von wegen, sie konnte formlich den Druck der Erdmassen über ihr spüren? Weiß ich gerade gar nicht mehr, ehrlich gesagt… :)

„Dass Chell die "Flugsequenzen" mit der Portalkanone nicht so toll findet, ist verständlich, […] auch wenn die mir persönlich im Spiel immer viel Spaß gemacht haben“
Dito. Das darf ich Chell aber nicht sagen, sonst bekomme ich wieder so einen bösen Blick ab. xD

„Der Hammer kommt dann natürlich in Testkammer 11, als Chell den blutigen Hilferuf an der Wand entdeckt“
Auch hierbei war ich mit zeitweise nicht sicher, ob es nicht ein wenig ‚too much‘ ist. Wenn man sich aber mal anschaut, welche stillschweigenden Hilferufe und Spuren früherer Subjekte in Portal selbst vorkommen, reiht sich das eigentlich ganz gut ein. Auch in Portal gab es ja einiges zu entdecken, was von früheren Testsubjekten stammte. Teilweise kleine, behelfsmäßige Bunker hinter Wandplatten und das fast schon wahnwitzig in die Wand geritzte „The cake is a lie“.

Störvariablen sind natürlich miteinzubeziehen. Richtig. Immerhin betreiben wir hier ernsthafte Wissenschaft. Studierenden-High-Five an dieser Stelle, übrigens. :D
Auf der anderen Seite ist es auch darüber hinaus für GLaDOS interessant, möglichst viel über Chell zu wissen, einfach um ihr Verhalten auch jenseits von Störfaktoren zu erklären. Je mehr Infos sie über ein Subjekt besitzt, desto besser kann sie das Verhalten in einen Gesamtzusammenhang bringen. Möglicherweise sieht sie in Chells Adoption und den Wirkungen, welche das offenbar auf ihr Leben hatte, gar keinen Störeffekt, sondern vielmehr eine grundlegende Erklärung für einige ihrer Verhaltensweisen. Zum Beispiel ihr Trotzverhalten. Wobei man, zugegebenermaßen, auch ohne solch einen Background in dieser Situation trotzig wäre, könnte ich mir vorstellen.

„Würde ich sie auf der Straße treffen, wäre sie mir wahrscheinlich anfänglich gar nicht wirklich sympathisch“
Ich glaube, genau das ist einer der Aspekte, mit denen Chell es sich so schwer macht. Sie ist eigentlich gar nicht so kalt, wie sie sich manchmal gibt. Sie versucht (jedenfalls zu Beginn der Handlung, würde ich sagen), nach innen wie nach außen einen harten, unerschütterlichen Eindruck zu machen, so lange, bis sie so weit erschüttert ist, dass sie diese Fassade nicht mehr aufrechthalten kann. Sie ist nicht so unsympathisch, wie sie wirkt, aber der erste Eindruck brennt sich bei Mitmenschen eben am stärksten ein. Insbesondere, wenn es ein kalter, abweisender ist.
Ich finde es schön, dass du in deiner Schilderung so detailliert auf Chells Charakterzüge eingehst. Mir hat das beim Schreiben auch sehr gefallen – in Portal ist Chell ja einfach nur die (Zitat GLaDOS aus Portal 2) „gemeingefährliche, stumme Wahnsinnige“, die nie einen Gedanken zum Geschehen äußert. Ihr eine Stimme, ein Leben und eine Persönlichkeit zu geben, hat mit viel Freude gemacht.

„aber ich kann mir nicht so ganz vorstellen, dass jemand, der nicht mal seine Wohnung richtig bezahlen kann, Geld in eine Mitgliedschaft im Fittie versenkt“
Du hast Recht, das kann man durchaus hinterfragen. :)
Wenn man es sich erklären wollte, könnte man vielleicht sagen: Na gut, Marquette ist nicht der Nabel der Welt, so teuer wird das hiesige Fitnessstudio schon nicht sein. Und für Chell ist das Trainieren dort aus mindestens zwei Gründen wichtig: Zum einen scheint sie (Kapitel 1, glaube ich) recht stolz auf ihre Muskeln zu sein, um die selbst Männer sie beneiden könnten (sagt sie, glaube ich, so oder so ähnlich). Zudem ist es ein bisschen „Aperature in klein“, im Sinne von: Eine Ablenkung von ihrem Alltag. Mit „When I walk into the gym, all my problems disappear“ wirbt ein Fitnessstudio in meiner Stadt und ein bisschen trifft das vielleicht auch auf Chell zu. Das erklärt, warum sie da trotzdem Geld für ausgibt, trotz ihrer mauen finanziellen Situation.
Was ihre Wohnung und die Miete angeht, aber auch was ihr Jobs anbelangt, scheint sie hingegen gerne mal das „Prinzip Hoffnung“ zu nutzen und die Daumen zu drücken, dass das schon irgendwie wird. :D
Das Wort „Fittie“ habe ich übrigens noch nie gehört und finde es irgendwie knuffig. :)

„Diese freundlich quatschenden Selbstschussanlagen fand ich als ungeübte Ab-und-zu-Gamerin schon furchtbar“
In der Tat. Gerade, wenn man dann mal weiterspielt und nach einigen Anmerkungen der kleinen Türmchen eine volle Ladung Kugeln abbekommt, fragt man sich doch, wer hier eigentlich böse ist – GLaDOS oder die Spielentwickler. :D
Für GLaDOS ist Chells allgegenwärtiger „Eindruck von Gefahr“ ja äußerst wichtig, nicht zuletzt aus Motivationsgründen, aber an der einen oder anderen Stelle kann man sich echt fragen, ob sie nicht einen Tick zu weit geht (natürlich NUR an der einen oder anderen Stelle, grundlegend ist das natürlich aaaaaaalles in Ordnung :D).

„das ist beides absolut einwandfrei (wirklich. Ich bin da echt pingelig mit xD)“
Puh. Erstmal entspannt ausatmen. :D

„Ich hoffe, du kannst mit diesen doch etwas sprunghaften und subjektiven Ausführungen etwas anfangen. Ich bin nicht so furchtbar geübt in vernünftiger Literaturkritik, weil das eigentlich nicht so mein Ding ist“
Natürlich kann ich mit deiner Rückmeldung etwas anfangen! Am liebsten würde ich sie mir in goldenen Lettern auf Ebenholz über das Bett hängen! Wirklich, ich bin noch immer beeindruckt, welche Mühe du dir machst und wie tief du in die Analyse der Geschichte und auch von Chell selbst eintauchst. Statt nur „still zu genießen“ (:D) schreibst du selbst einen kleinen Roman als Feedback, der sich äußerst gut lesen lässt und dessen Konsum mir eine Freude war und ist.
Merci, Ciara. :)

Und wenn sich alles Bisherige nur auf die Kapitel 1 bis 10 des ersten Teils (!) bezieht, dann kommt da ja noch das eine oder andere. Leider hat Aperture noch nicht das Zeitvorspulen möglich gemacht (kommt bestimmt bald, die arbeiten sicher schon dran… xD), also muss ich die altbekannte Methode nutzen und geduldig und in Neugierde abwarten. Ich werde die Wartezeit hoffentlich überstehen. :)

Viele liebe Grüße und bis zum nächsten Mal,
MC Appetizer
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