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Autor: Anizo
Reviews 1 bis 25 (von 26 insgesamt):
26.06.2018 | 09:56 Uhr
Liebe Anizo!

Ich bin hier ja grad so am Nacharbeiten, was ich alles noch so aufholen muss und da hab ich jetzt erst gemerkt, dass ich deine Story gar nich zu Ende kommentiert hab! Das geht ja nich, denn ich mag die echt sehr und dann muss ich auch zum letzten Kapi noch was sagen.

Ich denk aber, dass da schon iwie das allerwichtigste von den anderen genannt is. Aber erst mal noch meine Bewunderung, dass du die verschiedenen POVs so gut hinbekommst. Ich bin da ja bei meiner aktuellen Story auch dabei und ich merk, dass das gar nich so einfach is. Also du hast das auf jeden Fall mega überzeugend hinbekommen.

Und auch die Charaktere passen nach wie vor so voll. W, der sich sorgt und der aber dann auch merkt, dass das, was da los war, nich in die Öffentlichkeit gehört. Und natürlich will OS, dass man sich erst mal um NT kümmert und die will, dass OS erfährt, dass es ihr wieder gut geht. Alle sind im alle besorgt, weil die sich halt auch so voll gern haben.

Das gefällt mir und vermittelt iwie ein ganz tolles Bild von diesen Wochen, wo OS bei den Apachen war und eben auch NT noch lebte.

Ich will es dann mal noch wie Kakho-oto machen und eine Lieblingsstelle zeigen: "Mit diesem freimütigen Geständnis hatte er genau das ausgesprochen, was auch ich empfand, aber bisher nicht hatte in Worte fassen können. Scharlih war zu einem Teil von mir geworden, zu einem Teil meiner eigenen Seele. Seine Gedanken wurden zu den meinen, meine Empfindungen zu den seinen. Nur der Tod konnte das feste Band zwischen uns zerreißen, daran glaubte ich aus tiefstem Herzen."

Die find ich so voll schön, weil es eben einer von beiden in Worte fasst, was sie sich bedeuten werden und schon tun und weil W hier vorwegnimmt, wie es sein wird. Sie werden immer Freunde bleiben, erst der Tod wird sie trennen. Und wenn man das mal so weiter spinnt, dass KM ja OS is, dann sieht man, dass nich mal der das so richtig konnte, weil W iwie immer ein Teil von KM bleibt. Er taucht ja auch in seinem letzten Werk und in diesem Vortrag in Wien wieder auf.

Ich mag es jedenfalls sehr wie du hier iwie so ein Spotlight auf einen Tag gesetzt hast, der auch aber über sich hinaus zeigt, was da noch so kommen wird und leider auch daran erinnert wie voll tragisch das noch alles werden wird. Ich fänd es aber voll schön, wenn du vielleicht vorher noch so einen Tag hättest, an dem sie nochmal glücklich sein können. So ein bissl wie bei Catherines Tagebuch!

Ich wär jedenfalls mega gerne bei weiteren Stories dabei und sag mal ein dickes MERCI für diese und vielleicht ja bis bald!

Deine Melissa

Antwort von Anizo am 30.06.2018 | 17:06 Uhr
Liebe Melissa,
da wir bei uns nun Ferien haben, kann ich endlich die aufgrund von Zeitmangel liegen gebliebnen Dinge aufarbeiten. Dazu gehört auch dein Review zum letzten Kapitel meiner Geschichte.
Es freut mich sehr, dass sie dir gefällt, denn die Idee dazu kam mir recht spontan bzw. geschah auf Anregung einer Freundin (allerdings ohne Vorgabe einer Idee).
Irgendwie hat mich das Thema dann so gepackt, dass ich es reizvoll fand, bei der Gelegenheit die verschiedenen Perspektiven auszuprobieren. Ob das wirklich gelungen ist, kann man ja selbst immer schlecht beurteilen. Daher freue ich mich, dass ich auf alle Fälle dich überzeugt habe. :-)

Winnetou ist eine Figur, die in den letzten Jahren für mich immer bedeutsamer geworden ist, nicht zuletzt durch die Geschichten hier und auch die zahlreichen Bühnenbesuche. Dort haben die unterschiedlichsten Darsteller diese Rolle auf ihre ganz eigene Art verkörpert. Das alles sind für mich Teile eines Puzzles, die nach und nach ein immer abgerundeteres Bild geben. Wahrscheinlich ging es Karl May ebenso, denn sein Winnetou hat sich ja auch entwickelt, wie du ja auch erwähnt hast.
Bin inzwischen dabei, eine Fortsetzung zu schreiben, die aber nicht nur an einem Tag spielt, sondern über einen etwas längeren Zeitraum. Beginne aber mit der Veröffentlichung aber erst, wenn sie komplett fertig ist, da sich während des Schreibens neue Ideen ergeben, sodass hin und wieder einiges überarbeitet werden muss.
Catherines Tagebuch lese ich auch mit großem Interesse, aber wir kommen uns auf alle Fälle nicht gegenseitig in die Quere. :-)

Bin auch schon ganz gespannt auf deine nächste Geschichte aus der "Winnetou - ist - mit - Ribanna - verheiratet" - Serie, denn mit solchen radikalen Veränderungen tue ich mich, was das Schreiben betrifft, gedanklich etwas schwer, lese sie aber unglaublich gern.

Bis hoffentlich bald! :-)
Deine Anizo
25.06.2018 | 11:01 Uhr
Liebe Anizo!

Ich hatte es schon bei Zorbi geschrieben: Ich weiß gar nicht, wo ich hier anfangen soll! Ich hatte so viel zu tun in den letzten Wochen, dass mir alle Geschichten davongelaufen sind und nun muss ich erst einmal schauen, wie ich wieder aufholen kann.

Dabei denke ich, dass es sinnvoll ist mit jenen Texten zu beginnen, die mittlerweile abgeschlossen sind, denn dann kann auch ich sie "gedanklich" abhaken.

Dazu zählt ja nun auch dein Text und ich muss sagen, ich mag den Abschluss insofern, dass du NT und OS unabhängig voneinander W gegenüber schweigen lässt. Sie beide, vor allem aber NT, haben ja in W die Vertrauensperson schlechthin. Dennoch ist das, was auf Gefühlsebene bei beiden abgelaufen ist, noch so frisch und verwirrend, dass es unwahrscheinlich gewesen wäre, wenn einer von beiden sich schon mit W darüber unterhalten hätte.

Und doch schwebt es unter der Oberfläche, scheint bei beiden Verliebten auf der Zunge zu liegen und nur mit Mühe in ihrem Inneren zu verbleiben. Es schwingt zwischen den Zeilen und versteckt sich schließlich doch wieder.

Leider entnehme ich aus deinen Andeutungen, dass du nicht vor hast KM zu widersprechen, indem du NT vor dem Tod bewahrst. Das hätte mir ehrlich gesagt gut gefallen. Aber es würde natürlich - ähnlich wie bei Melissa - eine ganz neues AU eröffnen.

Zum Abschluss noch in alter Manier meine Lieblingsstelle, von denen es gleich mehrere in diesem Kapitel gäbe. Am meisten aber berührt mich die folgenden: "Bevor sie die Augen schloss und ich sie verließ, um nach Old Shatterhand zu sehen, beugte ich mich über sie und küsste sie sanft auf die Stirn. Ihre Lippen verzogen sich daraufhin zu einem Lächeln und sie murmelte, schon halb im Schlaf: „Ich liebe dich, shidee (Bruder)!“"

Sie atmet Liebe und Vertrauen, sie spiegelt die Nähe, die die beiden Geschwister teilen, und sie treibt mir beinahe die Tränen in die Augen, wenn ich an NTs baldiges Schicksal denke. Auch die Verwendung des Apachen-Wortes finde ich an dieser Stelle ein schönes Detail, weil es die Beziehung beider noch einmal irgendwie abhebt von ihrem Umgang mit OS, der dennoch ebenfalls auf seine Weise liebevoll und besorgt ist.

Ein gelungener Abschluss einer schönen kleinen Geschichte und ich hoffe auf mehr!

Herzliche Grüße

Antwort von Anizo am 29.06.2018 | 16:16 Uhr
Liebe Kakho-oto,
kann dich sehr gut verstehen. Hier gibt es in schneller Folge immer neue Geschichten, die es wert sind gelesen zu werden. Komme auch kaum noch hinterher und muss aus Zeitgründen vieles unkommentiert lassen.

Ich bin immer wieder erstaunt, wie viel positives Feedback ich für diese kleine Erzählung bekomme. Nscho-tschi spielt ja in kaum einer der anderen Geschichten eine Rolle und dabei ist sie doch eine unglaublich faszinierende Figur. Leider fiel sie in "Winnetou I" schon sehr bald dem gestörten Verhältnis zu Frauen, welches Karl May ganz offensichtlich hatte, zum Opfer.
In meinen Augen haben sie und Shatterhand einfach mehr Zeit füreinander verdient, wenn es auch an dem für Nscho-tschi durch Karl May vorgesehenen Ende nichts ändern wird.
Als Ehemann und Familienvater könnte Old Shatterhand nicht die Abenteuer erleben, die seine Freundschaft zu Winnetou so einmalig machen. Ohne den tragischen Verlust würden er und Winnetou nicht zu den Männenr werden, die sie bei Karl May und auch hier auf fanfiktion sind; selbstlos und unermüdlich in dem Bestreben Unrecht zu bekämpfen, wo es ihnen begegnet.

Doch ich verspreche dir, es wird eine Fortsetzung geben, die sich noch intensiver mit der Beziehung Nscho-tschi - Old Shatterhand beschäftigen wird, als es diese Geschichte getan hat.

Liebe Grüße!
Anizo
18.06.2018 | 06:27 Uhr
Liebe Anizo!

Ich arbeite mich weiter nach oben und so bist heute du dran, bevor ich in die letzte Schulwoche starte. Zuerst einmal entschuldige, dass es so lang gedauert hat und dass ich nun auch nicht mehr beide Kapitel getrennt betrachten werde, aber du kennst das ja gegen Schuljahresende aus eigener Erfahrung ;-)

Dennoch möchte ich dir meinen Glückwunsch da lassen zur ersten abgeschlossenen "längeren" Geschichte auf FF (ich weiß ja, dass auf deinem Computer schon viele abgeschlossene Geschichten schlummern), aber es ist doch irgendwie was ganz anderes, wenn man sie teilen kann, oder? Ich bin jedenfalls froh, dass du hier angekommen zu sein scheinst, wie ja auch die Reviews und die Sterne belegen. Wäre auch echt doof gewesen für mich sonst, wo ich dich doch dazu überredet habe, es einmal zu versuchen :-)

Bleiben noch ein paar Worte zu deiner Geschichte. Ich denke, die Gradwanderung zwischen "Was möchte ich" und "Was darf ich" bei NT und OS gelingt dir recht gut. Hier treffen zudem die zwei Welten der Weißen und der Indianer aufeinander, die wohl auch unterschiedliche Vorstellungen davon haben, was in welchen Situationen erlaubt ist und was nicht. Das allein ist schon schwierig genug für die beiden Verliebten.

Dass du ihnen nun gemeinerweise noch einen Unfall in den Weg wirfst, macht es schwieriger und einfacher zugleich. Schwieriger, weil die ohnehin schon emotionale Situation mit der Angst um NTs Leben noch eine weitere Dimension erhält, einfacher, weil sie in dieser Ausnahmesituation letztlich sehr viel weniger rational vorgehen und dadurch dem jeweils anderen deutlicher offenbaren, was sie fühlen.

Im letzten Kapitel darf dann noch einmal W zu Wort kommen und ich finde es geschickt gemacht, dass du mit seiner Sicht schließt, da er ja von den genauen Vorkommnissen keine Ahnung hat und auch weder von NT noch OS über die Dimension des ganzen ins Bild gesetzt wird, die eben nicht direkt mit den Gefühlen angesichts des Unfalls zu tun hat. Er ahnt hier vielleicht, weiß aber nichts und es ist eine seltsame Spannung vorhanden, weil man als Leser wartet, wer ihm denn was genau sagen wird. Die beiden aber schweigen. Wohl, weil sie selbst noch nicht recht wissen, was sie eigentlich fühlen. Sehr passend!

Zudem mag ich es, wie W hier irgendwie verbindendes Glied ist und wird. Er liebt sie beide, NT und OS, und er kümmert sich um beide in diesem Kapitel. Und so schwebt über dem Gefühlschaos der vorangegangenen Ereignisse die Ruhe und Fürsorge Ws wie eine wärmende Decke, unter der sich beide einkuscheln können. Schön gemacht!

Und gleichzeitig auch wieder unendlich fies, wenn du uns solche Sätze um die Ohren haust: "Allein die Vorstellung, sie tot zu sehen, war für mich unerträglich. Nscho-tschi musste meinen inneren Aufruhr spüren, denn sie schmiegte sich an mich und legte ihre Hand beruhigend auf meine Brust. Sie wusste um meine tiefe Liebe zu ihr, denn sie empfand umgekehrt dasselbe auch für mich."

Wir alle wissen, dass er eben diesen Verlust, den er glaubt nicht ertragen zu können, schon bald empfinden wird. Und du lässt ja auch keinen Zweifel, dass du nicht vorhast hier von KM abzuweichen, wie Ws Schlussbemerkungen zeigen. Und plötzlich tut die ganze Szene am Nugget Tsil noch mehr weh und man mag sie noch weniger lesen. Damit hast du das Gefühlschaos nun also auch noch erfolgreich auf die Leser übertragen. Schnief!

Das soll es für heute gewesen sein und ich bin gespannt, ob diese kleine Episode denn wirklich eine Fortsetzung erfährt, wie du ja angedeutet hast. Ich wäre jedenfalls als Leserin dabei und hoffe, du würdest den dreien noch ein paar schöne Tage gönnen, bevor das unvermeidliche Schicksal schließlich zuschlägt.

Liebe Grüße und bis bald!

Luni

Antwort von Anizo am 29.06.2018 | 15:59 Uhr
Liebe Luni,
inzwischen sind wir beide etwas zur Ruhe gekommen, da wir nun endlich unsere Ferien genießen dürfen und uns die Zeit für die schönen Dinge des Lebens nehmen können.
Dazu gehört auch die Welt von Winnetou und Old Shatterhand.
Ich bin inzwischen sehr froh, dass du mich dazu überredet hast, hier meine Geschichten zu veröffentlichen, denn das durchweg positive Feedback, auch von deiner fachkundigen Seite, ist unglaublich motivierend, noch tiefer in die Materie einzusteigen.

Die Beziehung Old Shatterhand - Nscho-tschi wurde von Karl May in meinen Augen viel zu stiefmütterlich behandelt, er hat den beiden einfach zu wenig Raum gegeben, sich besser kennen zu lernen und herauszufinden, was sie wirklich füreinander empfinden. Sie sind zwei junge Leute aus unterschiedlichen Kulturen, die verstehen müssen, dass sie das, was sie aus ihrer eigenen Kultur kennen, nicht als selbstverständlich in der des anderen voraussetzen können. Daher auch die gelegentlichen Missverständnisse. Für mich ist Winnetou immer wieder das Bindeglied zwischen den beiden, denn für ihn sind sie gleichermaßen wichtig: Nscho-tschi als Schwester und Old Shatterhand als Blutsbruder und Freund.
Dieser eine Tag zeigt, dass schon ein unerwartetes Ereignis, in diesem Fall Nscho-tschis Unfall, alles verändern kann. Doch alles ist noch neu für sie, auch die langsam erwachenden Gefühle füreinander, über deren Tiefe sie sich noch nicht im Klaren sind. Trotzdem oder gerade deswegen beginnt Winnetou bereits zu ahnen, dass es in ihrer aller Leben bald einschneidende Veränderungen geben wird.

Habe inzwischen damit begonnen, die Geschichte weiterzuschreiben, denn das Thema bietet tatsächlich noch einiges an erzählerischem Potenzial, auch wenn ich nicht so radikal von der Mayschen Vorlage abweichen werde, wie sich das einige hier vielleicht erhoffen.

Wünsche dir weiterhin viel Spaß an unserem gemeinsamen Hobby und vor allem neue Inspirationen für weitere Geschichten!

Liebe Grüße!
Anizo
07.06.2018 | 16:04 Uhr
Liebe Anizo,

da Du meine Reviews offenbar gerne liest, kommt das nächste und für diese Geschichte auch das letzte Review dieses Mal schnell hinterher.

Wir erleben die Ankunft OSs und NTs im Pueblo aus Ws Sicht. Bemerkenswert ist hier gleich, dass W spürt, dass irgendetwas nicht in Ordnung ist. In vielen Geschichten hier, lassen wir ihn diesen siebten Sinn haben, wenn es um das Wohlergehen seiner Lieben geht. Ich finde das ist eine sehr schöne Vorstellung, da solche Gegebenheiten die tiefe der Verbindungen hervorheben.

Eine Suchaktion bleibt ihm erspart, denn gerade, als er losreiten will, kommen die beiden zum Dorf zurück.

NT ist aufgeregt und möchte gleich alles erzählen, vor allem möchte sie jegliche Schuldzuweisungen von OS fernhalten, doch W ist hier ganz der Anführer und möchte natürlich vermeiden, dass gleich der ganze Stamm erfährt, was der Häuptlingstochter an diesem Nachmittag passiert ist. Das fand ich sehr stimmig für seinen Charakter.

Auch hier wieder – versteckt in einem kleinen Satz, die Bemerkung darüber, dass W die Gemütsverfassung seines Blutsbruders spüren kann.

„Doch vor mir, seinem Blutsbruder, konnte er seine innere Unruhe nicht verbergen. Was war es, was ihm die Heiterkeit seines Gemütes geraubt hatte?“

Dann steigerst Du das Ganze noch, indem Du W eine düstere Vorahnung haben lässt: Die tote NT in OSs Armen! Oh weh! Wir alle wissen ja, dass dies wirklich geschehen wird…

Sehr rührend fand ich, dass NT sich um das seelische Wohl OSs so sehr sorgt, dass sie W noch mit auf den Weg gibt, ihm auszurichten, dass es ihr gut ginge.

W trifft OS dann auf der Plattform und beide sinnieren im Sonnenuntergang. Wir lernen hier nur Ws Gedanken kennen, die – wie auch schon in einem der vorigen Reviews hier angedeutet wurde – so etwas wie eine Vorahnung enthalten. Er denkt an die Verstorbenen und fühlt sich ihnen nahe – nicht wissend, dass es nicht lange dauern wird, bis er wieder einen Menschen, den er liebt gehen lassen muss.

Doch zunächst muss er sich in der Gegenwart um seinen Blutsbruder kümmern, der ganz schön durch den Wind ist – um das mal so auszudrücken.

W ist verwundert. Er hat OS bisher als geradezu unerschütterlich erlebt. Kein Grizzly und kein Krieger hatten ihn aus der Ruhe gebracht und nun ist er so aufgewühlt. Er fragt sich warum. Die Antwort heißt: Liebe. ;-)

OS ist aber zunächst nicht in der Lage über das Geschehene zu sprechen und auch W findet nicht die richtigen Worte.

Die Lösung ist zunächst die Versorgung von OSs Wunden. Über die körperliche Nähe der Behandlung finden sich auch ihre Seelen wieder und Du lässt Deinen W das wunderbar in seinen Gedanken zusammenfassen:

„Ja, wir waren zwei Körper mit einer Seele, so wie es Intschu tschuna bei der Besiegelung unseres Freundschaftsbundes prophezeit hatte. Das spürte ich gerade in diesem Moment überdeutlich.“
OS beginnt über den Unfall und seine Gefühle zu sprechen und dann bestätigt auch er die Nähe der Blutsbrüder zueinander.

„Ich habe mich noch nie einem Menschen so nahe gefühlt wie dir.“

Du lässt das Gefühlschaos dann in einer Umarmung der beiden enden, die für W zunächst überraschend kommt, dann aber herzlich erwidert wird.

Der letzte Absatz ist dann ein Blick in die Zukunft und lässt auf weitere Geschichten von Dir hoffen. ;-)

Liebe Grüße

Danny

Antwort von Anizo am 11.06.2018 | 18:58 Uhr
Liebe Danny,
auch wenn ich aus Zeitgründen diesmal etwas später antworte, so war es wieder ein Genuss, deinen Kommentar zu lesen.
Dir gelingt es wirklich gut, dich in die Geschichten und vor allem natürlich in die Figuren hineinzuversetzen. Das muss auch gekonnt sein, nicht nur das Schreiben.
Die Sensibilisierung für die Figuren, in unserem Fall vor allem für die des Blutsbrüderpaares hilft sicher auch anderen Autorinnen, die deine Reviews lesen, beim Schreiben. Man weiß als Schreiber ja oft nicht, ob die Leser bestimmte Dinge genau so sehen wie man selbst oder das Geschriebene völlig anders interpretieren.
Mir helfen deine erläuternden Worte jedenfalls sehr, also nochmals vielen Dank dafür. :-)

Es wird definitiv eine Fortsetzung geben, habe auch schon mit dem Schreiben begonnen, werde aber erst nach der Fertigstellung mit der Veröffentlichung beginnen. Halte ich prinzipiell so, denn meine Geschichten müssen immer erst ein bisschen liegen bleiben, um dann noch einmal durchgesehen zu werden. Habe aber noch einige fertige Geschichten liegen. :-)
Werde versuchen, wenn es meine Zeit zulässt, auch die eine oder andere ältere Geschichte von dir zu kommentieren, denn diese haben mir wirklich sehr gefallen. Also weiter so beim Schreiben! :-)

Herzliche Grüße!
Anizo
07.06.2018 | 12:15 Uhr
Liebe Anizo,

nun weht also das Fähnchen. Ich gratuliere dir herzlich zur ersten vollendeten Kurzgeschichte hier!
Nscho tschi ist also gerettet, doch OS hat seine Liebe zu ihr Winnetou noch nicht eingestanden. Das lässt vermuten, dass es eine Fortsetzung geben wird...?

Ich muss mich heute kurz fassen, daher will ich nur auf meine "Lieblingsstelle" hier in diesem Kapitel eingehen. Es ist die, in der W auf die Plattform des Pueblos tritt und seinen Blick in die Weite der Natur richtet und dabei ins Grübeln verfällt. "Unser aller Leben lag in den Händen des Großen Geistes, der unser Schicksal bestimmte und uns nach einem erfüllten oder auch viel zu kurzen Leben den Weg zu den Sternen wies, die jede Nacht am Firmament leuchteten. Blickten Ribanna und Klekih-petra von dort oben auf mich herab, um über mich zu wachen? Ich wusste es nicht und doch fühlte ich mich ihnen mit einem Mal unendlich nahe. "
Das will mir schon ein wenig in die Zukunft deuten, was du ja auch am Ende des Kapitels bereits andeutest. Es dauert nicht mehr lange, ehe wieder jemand aus Winnetous Familie diesen Weg zu den Sternen gehen wird. Unabhängig davon konnte ich mir das Bild der beiden schweigsamen Männer dort auf der Plattform gut vorstellen und W wirkt irgendwie indianisch dort. OS wird sich wohl gerade ganz andere Gedanken machen ;-)

So schön, wie diese (und auch andere Passagen) sind, will ich dir aber auch nicht verschweigen, dass es etwas gibt, was mich ein wenig stört. Nämlich, dass NT den Namen "Scharlih" benutzt. Für mich wirkt er merkwürdig aus ihrem Mund, denn er gehört zu Winnetou. Aber vielleicht bin ich ja mit diesen Bedenken auch alleine.

Ich hoffe, dass wir bald wieder etwas von dir lesen werden.

Liebe Grüße
Catherine

Antwort von Anizo am 11.06.2018 | 17:22 Uhr
Liebe Catherine,
danke für deine Nachricht. :-) Freue mich immer über ein Feedback, auch wenn es kurz ist.
Da es ganz bewusst nur um die Schilderung eines einzigen Tages gehen sollte, ist die Geschichte auch nicht zu lang. Ich wollte einfach die verschiedenen Erzählperspektiven ausprobieren.
Das durchweg positive Feedback hier hat mich angeregt, eine Fortsetzung zu schreiben. Habe am Wochenende auch schon damit begonnen, die Veröffentlichung muss aber noch warten. Ich schreibe Geschichten grundsätzlich erst fertig, bevor ich sie in irgendeiner Form weitergebe.

Auf alle Fälle wird die Beziehung zwischen Nscho-tschi und Old Shatterhand weitergeführt werden. Daher habe ich mich auch entschlossen, Nscho-tschi Old Shatterhand in besonderen Momenten mit dem Namen ansprechen zu lassen, den ihm Winnetou gegeben hat auch wenn dies für einige hier gewöhnungsbedürftig ist. Viele von uns greifen etwas auf, was es bei Karl May in anderer Form gab, um ihrer eigenen Fantasie freien Lauf zu lassen.
Da auch das Verhältnis zwischen Winnetou und seiner Schwester sehr innig ist, ist es in meinen Augen logisch, dass sie, wenn sie über Old Shatterhand sprechen, beide seinen Vornamen bzw. dessen Abwandlung, also Scharlih, benutzen.
Eine Freundin war auch etwas irritiert davon, aus dem gleichen Grund wie du. Aber man muss ja nicht immer einer Meinung sein.

Werde sicher erst einmal eine andersgeartete Geschichte veröffentlichen, bevor es mit Nscho-tschis und Old Shatterhands "Gefühlschaos" weitergeht.

Liebe Grüße!
Anizo
06.06.2018 | 18:55 Uhr
Hallo Anizo,
Vielen Dank für den schönen Dienst und ich hoffe, Sie werden bald etwas anderes lesen. Ich würde gerne weitermachen. Etwas über die Gefühle und Erfahrungen von Blutsbrüdern zur Zeit von Nšo-č. Ich entschuldige mich für Deutsch, ich schreibe Tschechisch und der Übersetzer übersetzt. Ich grüße dich sehr, und bald schreibst du wieder. Schöner Abend.
Anaj.

Antwort von Anizo am 06.06.2018 | 21:36 Uhr
Liebe Anaj,
danke für deine lieben Worte. Ich habe eine tschechische Freundin, weisse rose heißt sie hier. Sie liest auch Geschichten über Winnetou und Old Shatterhand und mag diese sehr.
Ich werde ihr von dir erzählen. Dann könnt ihr vielleicht über die Geschichten sprechen.
Ich freue mich, dass dir meine Geschiche über Nscho-tschi gefällt.

Ganz liebe Grüße!
Anizo
06.06.2018 | 15:07 Uhr
Liebe Anizo,

nun ist diese Geschichte bereits beendet und ich muss noch ein wenig aufholen. Immerhin kannst Du mir nun nicht mehr mit Updates davonlaufen. ;-)

Diese Zeilen beziehen sich also auf das dritte Kapitel. Hier geschieht die beinahe Katastrophe, die Du in der Kurzbeschreibung zu Deiner Geschichte erwähnt hast.

Wir erleben hier zunächst OSs Sicht auf den Kuss. Gott, der arme Kerl macht einen wirklich verwirrten Eindruck. Ist aber ja verständlich.

Auf der einen Seite ist da die wunderschöne Häuptlingstochter, die sein Herz berührt und die ziemlich deutliche Signale aussendet. Auf der anderen Seite ist genau diese Häuptlingstochter aber eben auch Ws Schwester – die Schwester seines besten Freundes und Blutsbruders. Die Gefahr, dass da eine Romanze sehr schnell zu einem Fallstrick für ihn werden könnte, ist also sehr groß.

Hinzu kommen noch die unterschiedlichen Kulturen, die hier aufeinanderprallen. Offenbar gehen die Apachen mit der Liebe viel offener um, als OS es aus seiner Erziehung heraus kennt. Er geht gar davon aus, dass er bereits mit dem kleinen Kuss gegen Anstandsregeln verstoßen hat und das wird zu dieser Zeit in Deutschland sicherlich auch der Fall gewesen sein.

Missverständnisse auf beiden Seiten sind also vorprogrammiert und Du schilderst diese in der kleinen Szene zu Anfang sehr gut. Ebenso gut hat es mir gefallen, dass es Nscho –tschi hier ist, die die Situation auflöst und den armen OS vom Haken lässt. Frauen sind eben reifer ;-))) !

Den Unfall und die Rettung schilderst Du sehr dramatisch, so dass ich richtig mitgerissen wurde. Die aufkommende Panik bei OS, als er NT zunächst nicht finden kann ist greifbar. Genauso wie das Glücksgefühl, als er sie endlich packen kann.

Seine Angst und Sorge um ihr Leben, aber auch schon die tiefen Gefühle, die OS bereits für NT hegt, schwingen hier in fast jedem Satz deutlich mit.

Nun sind beide triefend nass und frieren. Da bietet es sich natürlich an, erstens die nassen Klamotten auszuziehen und sich zweitens gegenseitig Körperwärme zu spenden.

Ich hatte irgendwie vermutet, dass sie in dieser, für einen Außenstehenden doch sehr fragwürdigenden Position erwischt werden, hatte damit gerechnet, dass vielleicht W auftaucht oder so, doch Deine Geschichte nimmt eine andere Wendung. Vielleicht wäre es auch sonst zu viel Gefühlschaos gewesen. ;-)

Dieses ist bei OS ohnehin schon groß genug, denn natürlich regen sich bei ihm Gefühle, als er die nahezu nackte NT in seinen Armen halten darf. Selbstverständlich nutzt er diese Situation nicht aus, das würde nicht zu ihm passen, doch ich finde es absolut verständlich, dass es ihm schwerfällt.

Er kommt dennoch zur Ruhe und schläft ein und wir schwenken zu NTs Perspektive.

Wieder muss ich festhalten, dass es mir außerordentlich gut gefällt auch einmal in die Gedanken der Häuptlingstochter abtauchen zu können.

Diese fühlt sich in der Phase zwischen Schlaf und Erwachen gerade sehr wohlig – kein Wunder liegt sie doch in OSs Armen. ;-)

Die erste Verwirrung ob der doch etwas seltsamen Situation ist schnell überwunden und es siegt die Dankbarkeit gegenüber OS, die dann auch gleich in einen Kuss mündet. OS wird davon im Schlaf total überrumpelt und ich fand hier seine instinktive noch vom Unterbewusstsein gesteuerte Reaktion einfach nur herzig ;-)! Wenn der Verstand ausgeschaltet ist, kommen die wahren Gefühle eben zum Vorschein.

Wie zuvor OS, nutzt jedoch auch NT dieses nicht aus, was ebenfalls passend ist.

NTs Gedanken, die über die Vergangenheit, die Beziehung ihrer Eltern, den Tod ihrer Mutter, das innige Verhältnis zu W, Ribannas Tod und Ws Reaktion darauf, schließlich wieder zu ihren Gefühlen gegenüber OS führen, fand ich sehr stimmig und gut gemacht.

Nun ist Deine Geschichte ja bereits zu Ende und ich brauche über den Fortgang nicht weiter zu spekulieren.

Bleibt mir also noch „bis demnächst bei Deinem Abschlusskapitel“ zu sagen.

Viele Grüße

Danny

Antwort von Anizo am 06.06.2018 | 18:52 Uhr
Liebe Danny,
dein Review zu lesen macht mindestens genauso viel Spaß wie das Geschichtenschreiben selbst. Ich danke dir von ganzem Herzen für deinen sehr ausführlichen Kommentar. Man merkt, dass du in der Materie steckst, dass du alle Gedanken und Gefühle unserer Helden problemlos nachvollziehen kannst. :-)

Es ist übrigens absolut nicht schlimm, wenn du es mal nicht schaffst, ein Kapitel zu kommentieren - obwohl ich zugegeben deine Ausführungen sehr vermissen würde. Es macht einfach unheimlich viel Spaß, diese zu lesen. :-)
Komme selbst aus Zeitgründen leider nur selten dazu, Kommentare zu hinterlassen, obwohl viele Geschichten sie wirklich verdient haben. Aber ich versuche wenigstens immer zu antworten und mit dem Lesen am Ball zu bleiben.

Sorry, heute nur eine kurze Antwort, aber deine lieben Worte waren nach dem Stress heute eine Wohltat!

Liebe Grüße!
Anizo
04.06.2018 | 00:43 Uhr
Hi Ani,
wie, schon zu Ende? Das war ja kurz.
Winnetou hat den ganzen Tag zu tun, sodass er gar nicht an die beiden denken kann. Er beginnt erst, sich Sorgen zu machen, als es dämmert und beide noch nicht wieder zurück sind.
Er überlegt schon, nach ihnen zu suchen, als die beiden Vermissten zurück kommen, beide auf einem Pferd, was Winnetou – verständlicherweise - mehr als stutzig macht, bis er den Grund erkennt.
Er geht also auf die beiden zu und schon will Ntscho-tschi ihm erklären, was passiert ist, aber vor dem versammelten Stamm interessiert ihn das nicht. Aber zumindest ist er ihr nicht böse aufgrund des bisher gesagten. Und um ihr das auch zu zeigen, hilft er ihr sogar vom Pferd. Passt hier sehr gut – der sonst so unnahbare Häuptlingssohn zeigt öffentlich Gefühle.

Und während oder nach der Wundversorgung, während sie ihrem Bruder alles erzählt, noch so eine tolle Szene zwischen den beiden Geschwistern. Obwohl, es war ja nicht nur die eine, sondern mehrere hintereinander (ich könnte davon noch so viel mehr lesen *seufz*).

Ich kann mir denken, dass Old Shatterhands Verhalten in einer anderen Situation durchaus für Kopfschütteln bei Winnetou gesorgt hätte. Dieser behandelt dann auch Scharlihs Wunden, weiß aber noch immer nicht mehr, als das, was Ntscho-tschi ihm erzählt hat. Und auch Scharlih spricht nicht aus, was ihn weiter so verunsichert, bzw. dass seine Unsicherheit nicht nur wegen des Fast-Ertrinkens von Ntscho-tschi ist.

Er dankt dem Großen Geist für die schützende Hand über Ntscho-tschi und sich und auch, dass er Winnetou kennen lernen durfte, was das beste ist, was ihm je passiert ist und zieht Winnetou dann auch noch in eine Umarmung. Interessanterweise lässt er das jetzt (schon) zu, vielleicht auch ein wenig überrascht und überrumpelt, dass ausgerechnet ein Bleichgesicht eben genau dies tut, wo es seine Jugendfreunde bisher nie gewagt haben. Und Winnetou merkt, dass es ihm gut tut.

Das Ende klingt ein bisschen so, als würde sich da etwas entwickeln, was mir nicht wirklich passt.

Vor allem lässt aber der letzte Satz auf eine Fortsetzung hoffen.

Danke für diesen netten Einblick

Antwort von Anizo am 04.06.2018 | 18:40 Uhr
Liebe Izzy,
kann verstehen, dass du über den plötzlichen Schluss überrascht warst, denn die Geschichte ist ja noch nicht wirklich zu Ende. Nur hierbei sollte es erst einmal nur um einen Tag gehen. Aufgrund des durchweg positiven Feedbacks habe ich schon einiges an Ideen für eine Fortsetzung im Kopf, nur fehlen mir im Moment die Zeit und die Ruhe, diese gründlich zu durchdenken und umzusetzen.
Auch die Beziehung Winnetou-Old Shatterhand ist ja ganz am Anfang. Sie lernen sich erst so nach und nach kennen, sodass sich Shatterhand natürlich noch scheut, mit seinem Blutsbruder über seine Gefühle für Nscho-tschi zu sprechen. Er muss sich ja auch erst einmal selbst darüber klar werden, was ihm Winnetous Schwester eigentlich bedeutet.

Ich weiß, dass es bei Karl May zur ersten Umarmung der beiden Freunde erst nach Nscho-tschis und Intschu tschunasTod kam. Diese ging, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, von Winnetou aus. Aber ich fand, eine solche passte bereits an diese Stelle, ließ sie dann aber aus den beschriebenen Gründen von Old Shatterhand ausgehen.

Beim Schreiben der Geschichte habe ich auch bemerkt, dass ein Wechsel der Erzählperspektive die einzelnen Figuren viel intensiver beleuchtet als der einseitige Ich-Erzähler bei Karl May. Werde dieses Prinzip in der Fortsetzung auch beibehalten. Ich denke, in den Ferien werde ich Muße und Zeit haben, die Geschichte weiterzuerzählen.

Liebe Grüße!
Anizo :-)
29.05.2018 | 16:37 Uhr
Liebe Anizo,

da ich bei Dir ja ohnehin immer noch ein Kapitel im Rückstand bin, werde ich doch mal versuchen, das zu ändern, auch wenn Du im Moment bestimmt eher auf Reviews zu Deinem aktuellen Kapitel wartest.

Es ist schön, auch mal etwas aus Nscho-tschi’s Sicht zu lesen. Ihre Gedanken kennen wir meist nicht, da sie in den meisten Geschichten hier entweder schon tot ist oder aber eben nicht zu Wort kommt. Das ist eine willkommene Abwechslung.

So erfahren wir mehr über die Beziehung der Geschwister zueinander und wie innig das Verhältnis wirklich ist.

Die Begebenheit mit dem Klapperschlangenbiss und den beiden Mexikaners, an die sich NT erinnert, unterstreicht das sehr schön.

NT hat sich nach Ribannas Tod geschworen, immer an Ws Seite zu sein, um ihn zu beschützen und für ihn da zu sein. Doch nun ist OS auf den Plan getreten und das bringt sie ganz schön durcheinander.

Aus ihrer Sicht sehen wir noch einmal den durch ihren Bruder verwundeten OS, denn sie gepflegt hat und den Beginn der Blutsbrüderschaft.

Ich finde es sehr gelungen, wie Du ihre Gefühle beschreibst. Die Bewunderung, die ganz langsam schon zu mehr wird. Die leise Eifersucht darauf, dass W und OS so viel Zeit miteinander verbringen. Doch auch das Empfinden, dass OS ihrem Bruder guttut und dieser gar noch liebevoller zu ihm ist. Das passt alles sehr gut!

NT und OS verbringen also einen wunderschönen Tag miteinander und kommen sich näher. Wir sehen hier, dass auch NT noch zögert, aber es durchaus genießt Zeit mir ihrem weißen Bruder zu verbringen.

Dieser öffnet sich ihr auch immer mehr, erzählt von seiner Heimat und von seiner Abenteuerlust, die ihn über den Ozean geführt hat. Aber weitaus mehr öffnet er sich mit seinen Gedanken zu ihrem Volk und der Ungerechtigkeit, die ihm widerfährt. Seinen Gedanken zu Klekih-Petras Tod.

Im Gegenzug schenkt NT ihm einen tiefen Einblick in Ws Seele.

Für einen Moment hatte ich befürchtet, dass sie OS damit ein wenig zu viel Verantwortung aufbürdet, doch er weiß ihr Geschenk zu schätzen.

Du schließt das für mich sehr stimmige Kapitel mit einem innigen Kuss und auch dieser passt an der Stelle.

Viele Grüße

Danny

Antwort von Anizo am 30.05.2018 | 19:07 Uhr
Liebe Danny,
wie ich heute erfreut bemerkt habe, hast du das nächste Kapitel deiner neuen Geschichte veröffentlicht, worauf ich schon sehr gespannt gewesen war.
Leider schaffe ich es aus Zeitgründen nicht, alles, was ich lese zu kommentieren.
Ich freue mich aber sehr, dass du trotzdem Zeit für ein Review gefunden hast. :-)

Nscho-tschi ist eine Figur, die mich schon immer fasziniert hat, aber bisher habe ich nie daran gedacht, etwas aus ihrer Sicht zu schreiben. Was wohl daran lag, dass ihr bei Karl May kein langes Leben beschert war. Aber durch die positiven Kommentare hier fühle ich mich darin bestärkt, mich noch weiter mit ihr zu beschäftigen und vielleicht auch mal aus Karl Mays Vorgaben auszubrechen - noch mehr als in dieser kleinen Geschichte.
Die Geschichte mit dem Klapperschlangenbiss und den beiden Mexikanern hat Jutta Laroche in ihren Tagebuchaufzeichnungen Winnetous in "Winnetous Testament" sehr eindrucksvoll geschildert, weshalb ich sie kurz aufgegriffen habe.
Gerade die innige Beziehung zwischen Winnetou und seiner Schwester finde ich sehr berührend, sodass es gut nachvollziehbar ist, wie Winnetou auf ihre Ermordung reagiert.

Liebe Grüße!
Anizo :-)
29.05.2018 | 14:26 Uhr
Liebe Anizo!

Ich arbeit hier mal noch ein bissl auf, ehe ich gleich nochmal weg muss. Aber für deinen Review reicht es noch!

Da is also jetzt die Katastrophe. Ich nehm mal an, dass der Kuss beide iwie durcheinander gemacht hat, sodass NT nich so richtig aufgepasst hat. Die is bestimmt ja schon oft da über den Fluss und dabei nich gefallen. Aber eben noch dacht sie, dass OS sie womöglich doch liebt, und dann fängt der an da rum zu stammeln und sich wieder raus zu reden.

Da is sie vielleicht auch so ein bissl vor der Situation geflohen und hat dann eben nich richtig aufgepasst. Zum Glück geht es ja nochmal gut aus, weil OS sie auch rechtzeitig raus fischt. Und ich find, dass man sich da voll gut in seine Angst rein versetzen kann, als sie erst mal bewusstlos is.

"„Bitte, komm zu mir zurück!“, flehte ich, strich ihr das tropfnasse Haar aus dem Gesicht und bemühte mich verzweifelt, sie ins Leben zurückzuholen." Das find ich da besonders schön und das fängt das auch iwie so voll ein, in welchem Zustand er sich befindet. Nich nur, weil er sich natürlich um NT sorgt, aber auch bestimmt, weil er seine Freundschaft mit W verloren hätte, wenn er am Tod von NT mitschuldig gewesen wäre. Da haben die bestimmt auch noch ein bissl was zu erklären.

Der Rest vom Kapi is dann so ein bissl.... dünnes Eis.

Klar, es is voll wichtig, dass NT wieder warm wird, aber man hätt ja auch ein Feuer anmachen können. Wobei die nassen Klamotten dann wohl trotzdem gestört hätten. Und ich denk mir mal, dass sie es auch beide nich wirklich schlimm finden, dass sie da ein bissl kuscheln dürfen. Bin ja mal gespannt was genau und wie genau sie das dann zuhause schildern.

Auf jeden Fall is es sehr in character, dass OS da die Situation nich ausnutzt, aber ich fand es auch iwie schön, dass er im Halbschlaf dann doch ein bissl von dem tut, was er sich gewünscht hatte. Und NT scheint ihm nich böse. Aber sie sind beide mal schön brav und vernünftig ;) Fast ein bissl schade ;P

Ich bin dann mal voll gespannt wie es im Dorf zurück weiter geht und ob die beiden über das, was da so vorgefallen war, auch nochmal reden dann in der Folge. Ich fänd es jedenfalls supi, wenn die beiden sich bekommen würden!

Herzliche Grüße, deine Melissa

Antwort von Anizo am 30.05.2018 | 18:53 Uhr
Liebe Melissa,
dein Beitag zu meinem nächsten Kapitel war wieder einmal sehr aufschlussreich für mich. :-)
Ein Feuer anzuzünden wäre natürlich tatsächlich eine Option gewesen - ist mir in dieser Situation, ehrlich gestanden - gar nicht eingefallen. Hätte wahrscheinlich auch zu lange gedauert, und Old Shatterhand musste schnell handeln.
Dass Körperwärme in einer solchen Situation am wirkungsvollsten ist, habe ich schon in mehreren Filmen gesehen und es macht auch irgendwie Sinn.
Ich denke aber auch, dass Old Shatterhand rein instinktiv gehandelt hat. Er wollte Nscho-tschi nahe sein, sie beschützen, sofort spüren, wenn sich ihr Zustand verschlechterte.
Und es war sicher auch eine Mischung aus Sorge und Zuneigung, die ihn veranlasste so zu handeln, wie er es getan hatte.
Hinzu kommt sein eigener Schockzustand, der ihn nicht unbedingt logisch handeln ließ. Er ist eben noch nicht der in nahezu allen Lebenslagen wohlüberlegt handelnde Westmann, wei Karl MAy ihn beschrieben hat. Aber gerade seine Unvollkommenheit wollte ich zeigen, denn sie macht ihn mir sympathisch.
Da nächste und auch schon letzte Kapitel spielt dann im Dorf, aber mehr sei hier noch nicht verraten.
Auf alle Fälle bietet das Thema noch genug Potenzial für weitere Geschichten. :-)

Ganz liebe Grüße!
Anizo
27.05.2018 | 09:16 Uhr
Liebe Anizo!

Auch dein neues Kapitel schaffe ich noch, ehe ich mich auf die Terrasse setze, um ein leckeres Frühstück zu genießen!

Nun ist die Katastrophe also da, die du uns angekündigt hattest! NT rutscht aus und wäre beinahe ertrunken! Ich kann mir sehr gut vorstellen wie die Panik unseren OS bei dem Gedanken ergreift, dass er sie nicht rechtzeitig finden könnte und dass es also sein könnte, dass sie ihm sozusagen unter den Augen wegstirbt.

Du übersetzt seine große Erleichterung dann auch in einen ungestümen Kuss, bei dem alle Bedenken verflogen sind, weil die Freude, das Mädchen gefunden zu haben, alles andere überlagert. Wahrscheinlich kann es ihm keiner verdenken. Beatmung wäre allerdings unter Umständen sinnvoller gewesen ;-)

Glücklicherweise erwacht NT aber auch ohne diese erste Hilfe Maßnahme, sodass beide sich dann um das Problem der Nässe und Kälte kümmern können. Tja, da ist unser verliebter Scharlih dem Ziel so nah und doch so unendlich weit davon entfernt...

Ich mag die Überlegungen und Gedanken, die du ihm hier in den Sinn legst. Und entsprechend ist meine Lieblingsstelle dann auch die folgende: "Da ich wusste, wie sehr er seine Schwester liebte, war mir klar, dass er jeden erbarmungslos töten würde, der ihr ein Leid antat. Lächelnd blickte ich auf Nscho-tschi herab, während mir diese Gedanken kurz durch den Kopf gingen. Nein, sie hatte von mir nichts zu befürchten. Ich würde sie, falls nötig, mit meinem Leben verteidigen. Doch da dazu vorerst keine Notwendigkeit bestand, drückte ich einen sanften Kuss auf ihr Haar und schloss dann ebenfalls die Augen."

Hier bringst du nämlich auf engstem Raum alles zum Ausdruck, was sowohl OS, als auch W, als auch ihrer beider Freundschaft ausmacht. OS liebt NT und könnte sie nun so leicht verführen, aber er tut es nicht, allein schon nicht um seines Blutsbruders willen. Diesen damit als Freund zu verlieren, das ist kein Begehren der Welt wert! Welch "Liebeserklärung" eigentlich an den Blutsbruder. Aber auch OSs Ansicht, dass W erbarmungslos wäre, wenn man NT etwas antut, zeigt eben die besondere Beziehung zwischen W und seiner Schwester und beweist, dass auch OS diese erkannt hat.

Und dann sehen wir aber auch den Edelmut und die Gesinnung von OS selbst. Er will NT beschützen, er wärmt sie und hält sie fest. Mehr aber eben nicht (nun, dass er im Halbschlaf beinahe dann doch mehr getan hätte, wollen wir ihm nicht vorwerfen). OS ist eben ein Gentleman!

Liebe Anizo, ich mag diese Einblicke! Und ich mag mir nun erst recht nicht vorstellen wie W und OS sich gefühlt haben mussten, als NT erschossen wurde. Ersparst du es ihnen vielleicht? Ich hätte nichts dagegen!

Herzliche Grüße

Antwort von Anizo am 27.05.2018 | 14:49 Uhr
Liebe Kakho-oto,
habe mich wieder sehr über dein Feedback gefreut. :-)

Es hat mich gereizt, die Entwicklung der Beziehung zwischen den Protagonisten anhand einer an sich kleinen Episode zu zeigen. Old Shatterhand wird ständig zwischen Zuneigung und Sorge hin und her gerissen.
Er weiß nicht so recht, wie er sich angesichts der erwachenden Gefühle für Nscho-tschi verhalten soll. Ein Teil von ihm würde sicher liebend gern mehr von ihr wollen, andererseits ist er sich natürlich der Tatsache bewusst, dass sie die Schwester seines besten Freundes ist. Ist sie damit tabu für ihn oder würde Winnetou ihre Verbindung gutheißen? Wie könnte diese Verbindung aussehen? Ich denke, so früh kommt eine Heirat zunächst nicht für ihn in Frage. Er ist gerade dabei, die Heimat seines Blutsbruders kennen zu lernen.
Andererseits hat er ganz sicher nicht damit gerechnet, im Lager der Apachen, die ihm zunächst feindlich gesinnt waren, ein Mädchen zu finden, das sein Interesse weckt.

Dass er sich angesichts der Gefahr, in der sie nach ihrem Sturz ins Wasser zumindet kurzzeitig schwebt, nicht immer richtig verhält, kann man ihm sicher nachsehen - zumal er recht schnell feststellt, dass sie noch am Leben ist. :-)
Zwar versucht er natürlich, zunächst seine Gefühle zu ignoreren, um sich erst einmal um ihr körperliches Wohlergehen zu kümmern, aber dabei versagt er kläglich, kaum dass es ihr wieder besser geht.
In dieser Beziehung ist er definitiv noch ein Greenhorn, was Nscho-tschi ja sehr schnell erkennt.
Aber ich denke, gerade diese Unsicherheit und Zurückhaltung liebt sie an Old Shatterhand. Er nutzt ihre Hilflosgkeit eben nicht aus, obwohl ihm das zeitweise nicht leichtfällt.

Da diese Geschichte nur an einem einzigen Tag spielt, wird sie definitiv nicht mit Nscho-tschis Tod enden. Aber inzwischen spiele ich ernsthaft mit dem Gedanken, eine Fortsetzung zu schreiben. Erste Ideen dazu habe ich bereits. :-)

Liebe Grüße!
Anizo
27.05.2018 | 01:20 Uhr
Hallo,
dieser plötzliche Sinneswandel ist wirklich ein wenig irritierend. Und dann dieser Versuch, ihr zu erklären, wieso sie das nicht machen dürfen, was sie gemacht haben und dann auch noch sein Wissen, dass er gerade dabei ist, sich um Kopf und Kragen zu reden.
´ihre dunklen Augen schienen plötzlich Blitze zu sprühen´, was soll sie auch anderes denken? Er faselt was von „das dürfen wir nicht“ und so eine Art Kontrollverlust, wenn sie jetzt nicht damit aufhören, und das macht die Erklärung nicht wirklich besser.
Glück für ihn, dass Ntscho-tschi durch Klekih-petra schon einiges über die Sitten und Gebräuche der Bleichgesichter weiß und ihm somit weitere „Peinlichkeiten“ erspart und so tut, als hätte Old Shatterhand das alles eben nicht so gesagt, wie er es gesagt hat und will ihm noch weitere schöne Plätze zeigen.
Leider rutscht sie bei der Flußüberquerung von einem Stein ab und fällt in den Fluss, aus dem sie nicht wieder auftaucht., was Scharlih dazu veranlasst, hinterher zu springen um nach ihr zu suchen.
Glücklicherweise findet er sie und kann sie ans Ufer ziehen, dann beginnt die bange Zeit des Wartens, ob sie wieder aufwacht, während er Mund-zu-Mund-Beatmung macht.
Wenigstens hat er noch weitestgehend harmlose Gedanken, während sie sich gegenseitig wärmen und ihre nasse Oberbekleidung in der Sonne trocknet. Obwohl … selbst wenn sie nicht harmlos wären, solange es nur Gedanken sind und er sie nicht auslebt, ist doch alles gut.

Offensichtlich keine Gehirnerschütterung, denn sonst wäre die Frage, ob sie so schnell wieder wach geworden wäre, aber trotzdem eine kurze Verwirrtheit auf ihrer Seite. Dann kommt die Erinnerung zurück, ein dankbarer Kuss für den Lebensretter (der den auch erwidert) und dieses Mal ist es Ntscho-tschi, die die Bremse zieht.
Scharlih hilft ihr beim Anziehen (Hey, Punkt für ihn, denn eigentlich ziehen Männer doch nur aus *duck *), zieht sich dann ebenfalls sein Hemd an und verschwindet, um die Pferde zu holen.
Jetzt hat sie Zeit nachzudenken und hadert schon ein wenig mit der Situation, da sie, sofern es wirklich eine Zukunft mit ihm gäbe, ein Winnetou gegenüber gegebenes Versprechen brechen müsste. Wobei ich glaube, dass Winntou deshalb alles andere als böse ihr gegenüber wäre - aber trotzdem.
Zusammen auf einem Pferd und dann auch noch mit feuchter Kleidung? Nun bin ich wirklich auf die Erklärung für Winnetou und vor allem seine Reaktion gespannt.

Antwort von Anizo am 27.05.2018 | 07:51 Uhr
Hallo Izzy,
du warst ja wirklich schnell mit dem Antworten. :-)
Bei den beiden jungen Leuten, denn das sind sie ja mit ihren gerade mal 18 Jahren, herrscht tatsächlich ein wenig Chaos im Kopf. Beide sind in Liebesdingen noch unerfahren. Da bleibt zwangsläufig die Logik hin und wieder auf der Strecke.
Old Shatterhand ist gerade erst der Blutsbruder Winnetous geworden. Es eröffnet sich ihm eine völlig neue Welt, und dann ist da auch noch Nscho-tschi, die ihn so lange gepflegt hat!
Noch sind Old Shattehands Gedanken tatsächlich eher harmloser Natur, denn weiter wagt er anfangs noch gar nicht zu denken. Er ist ein Kind seiner Zeit und der Welt, in der er aufgewachsen ist. Da herrschen andere Regeln als bei den Apachen, die vieles sicher etwas weniger kompliziert sehen.
Beide schwanken zwischen Gefühl und Vernunft und müssen sich erst darüber klar werden, was sie für den anderen empfinden. Die Gefahr, in die Nscho-tschi durch ihren "Unfall" gerät, tut ihr Übriges.
Old Shatterhand wird kurzzeitig mit der Möglichkeit konfrontiert, sie zu verlieren, noch ehe er sie richtig kennen gelernt hat.
Ja, und dann ist da noch Winnetou, der seine Schwester liebt und für den deren Tod eine Katastrophe wäre. Gar nicht zu reden von dem Umstand, dass Old Shatterhand - wenn auch indirekt - daran schuld wäre!
Es ist also ein regelrechtes Gefühlschaos, in das die beiden geraten.
So weit wagte sich Karl May nie vor, aber wir hier auf der Fanseite holen seine Helden hin und wieder mal vom Sockel herunter und zeigen sie von ihrer menschlischen Seite und das finde ich gut so.

Liebe Grüße!
Anizo
22.05.2018 | 16:42 Uhr
Liebe Anizo!

Und gleich weiter, ich hab noch so mega viel Rückstand!

Ein Kapi aus NTs Sicht!!! Das is toll, das hat voll gefehlt! Und ich mag es wie man hier so merkt, dass sie ja iwie voll verliebt is und dass sie auch was wissen will über OS, um ihn näher kennenzulernen. Und dann erzählt der ja auch von Zuhause. Ich war da mal in Sachsen, auch da im Elbsandsteingebirge. Das is so ein bissl Wildnis auch.

Kann mir vorstellen, dass OS davon erzählen würde. Aber wahrscheinlich versteht NT nur die Hälfte :D Is aber sicher auch egal, weil die einfach nur mega glücklich is, dass sie ihn bei sich hat.

ABER (und das find ich ganz besonders schön): Sie denkt auch immer an W! Sie is eben noch so jung und will unbedingt, dass OS weiß, dass ihr Bruder einen Freund braucht (sie hat ja auch gesehen wie schlecht es ihm ging nach Ribannas Tod). Da is das voll realistisch, dass sie Sachen verrät, die W wohl so nich ausplaudern würde: "Jemanden, der ihm Kraft und Zuversicht gibt, wenn ihn die Dunkelheit zu überwältigen droht und sich seine verletzte Seele nach Zuwendung sehnt; jemanden, der ihm den Weg zurück ins Licht weist." Das is einfach mega schön und berührend gesagt!!! Und es zeigt wie gut NT ihren Bruder kennt. Und iwie is es auch so, als ob sie wüsste, dass sie das nich mehr sein kann eines Tages. Als ob sie auch nochmal die Verantwortung an OS gibt, falls ihr was geschieht.

OS erkennt dann ja auch ganz schlau, dass W ihm das so nie gesagt hätte und dass er nun Insiderwissen hat. Find ich wichtig, dass er versteht, dass er W nich sagen darf, dass NT so offen war.

Ein bissl plötzlich kam mir dann so der Themenwechsel wieder zurück zu NT. Aber iwie passt es auch. Nun war OS mit dem Herz bei W, da is der Weg zu dessen Schwester nich mehr weit. Und ich liebe die Idee, dass sie sich küssen dürfen! Es wäre so schön, wenn du noch mehr draus machen würdest!

Ich hab W Ribanna gegeben, gib du Scharlih NT, ok???? ^_^

Aber so oder so, ich lese gespannt weiter, denn du hast ja auch noch was von Katastrophe geschrieben. Da muss also ja auch noch Action her. Bin mega neugierig!!!

Liebe Grüße

deine Melissa

Antwort von Anizo am 26.05.2018 | 18:37 Uhr
Liebe Melissa,
möchte dir nun auch noch auf dein Review zum 2. Kapitel kurz antworten.

Die Gegend, die Old Shatterhand Nscho-tschi beschreibt, als er ihr über seine Heimat berichtet, kenne ich selbst sehr gut. War schon merhmals dort und finde sie unglaublich schön. :-)
Dass er ihr so offen über seine Heimat berichtet, soll zeigen, wie sehr er sich zu ihr hingezogen fühlt und wie vertraut sie ihm schon ist. Manchmal begegnet man solchen Menschen, bei denen man das Gefühl hat, sie schon ewig zu kennen.

Mir war es auch wichtig zu zeigen, dass Nscho-tschi trotz ihrer Jugend eine Reife besitzt, die der ihres Bruders gleichkommt. Beide haben schon große Verluste hinnehmen müssen (Tod der Mutter und Klekih-petras sowie die Ermordung Ribannas), sie wissen, wie kostbar das Leben ist und wie schnell es vorbei sein kann. So wie Klekih-petra Old Shatterhand sehr schnell vertraute, so tut das auch Nscho-tschi. Das erschien mir irgendwie logisch. :-)

Im nächsten Kapitel gibt es, wie du richtig vermutest, auch etwas mehr Action. :-)

Bis dahin liebe Grüße!
Deine Anizo
22.05.2018 | 16:31 Uhr
Liebe Anizo!

Endlich muss ich mal unbedingt auch hier noch einen Review da lassen! Ich mag diese Idee voll, dass man sich ein bissl mehr die Zeit anschaut, als auch NT noch lebt (wobei ich auch wie viele hier voll hoffe, dass du sie einfach leben lässt!).

Das macht ja auch Catherine bei ihrem Tagebuch und ich hab dann ja auch ein paar Kapis, wo NT eben noch ne Rolle spielen wird. Und ich denk, dass wir da noch voll viel Potential haben, weil da eben bisher nur ganz wenig erzählt wurde.

Und dann voll cool auch die Idee so Sachen zu zeigen, die nie bei KM ins Buch gekommen wären, eben zum Beispiel ein bissl was über die Beziehung von W und seiner Schwester oder dass OS mal zugibt, dass er Muskelkater hat. Das muss ja eigentlich, wenn man da plötzlich so auf Finger- und Zehenspitzen schleichen soll wie May das ja beschreibt.

Und ich kann mir auch voll vorstellen, dass W da nich so viel drüber nachdenkt, dass das bissl viel sein könnt für seinen Freund, weil er ja mit so Übungen und so groß geworden is. Und dass NT dann die Gelegenheit ergreift und OS massiert, das is ja auch ein bissl schlau ;))) So kann sie ihn anfassen und gaaaaanz unauffällig bleiben ^_^

Du hast ja noch gesagt, dass du das mal noch testen willst mit den verschiedenen POVs. Da hab ich mich ja noch nich dran getraut, vor allem nich an W! Aber ich überleg auch, ob meine nächste größere Story mal so funktionieren soll. Bisher hab ich das ja umgangen mit personalem Erzähler, aber so immer aus einer Sicht und dann sehen, was die denken und die anderen und so... Das wär vielleicht auch was. Gefällt mir jedenfalls bei anderen Stories (auch bei deiner) gut.

Da ich jetzt mega spät war, will ich so richtig zum Kapi gar nich mehr so viel sagen, weil alles iwie schon genannt is! Aber ich hatt ja versprochen nachzuholen und ich mag deine Story und ich freu mich, dass du hier bist! Wieder eine Stimme mehr!

Liebe Grüße und bis gleich zum nächsten Kapi!

Deine Melissa

Antwort von Anizo am 25.05.2018 | 17:29 Uhr
Liebe Melissa,
sorry, dass es so lange mit der Antwort gedauert hat, aber ich war an den letzten beiden Wochenenden in Sachen Karl May unterwegs, zuerst beim Karl-May-Fest in Radebeul, dann auf der Felsenbühne Rathen beim großen Winnetou-Treffen. Beides habe ich in vollen Zügen genossen. Habe zudem in der dortigen "Winnetou I"-Inszenierung hautnah erleben können, wie liebevoll Winnetou und Nscho-tschi miteinander umgehen. Da ist die Motivation, über die beiden und natürlich auch über den jungen Old Shatterhand zu schreiben, sehr groß. Bei Karl May wirkt er ja nie wirklich jung und eine Beziehung zu Nscho-tschi zieht er gar nicht erst in Erwägung. :-( War damals eben eine andere Zeit!

Es gibt tatsächlich kaum Geschichten aus der Anfangszeit der Blutsbrüderschaft, also aus der Zeit, in der Nscho-tschi noch am Leben ist. Hoffe, dass ich dieses Wochenende das nächste Kapitel hochladen kann. Es wird zur Zeit noch durchgesehen, da man selbst ja dazu neigt, die eigenen Fehler zu übersehen.

Die einzelnen Erzählperspektiven sind wirklich reizvoll, da man auf diese Weise die Gedanken der einzelnen Figuren besser verdeutlichen kann. Zu der Idee habe ich mich durch einige andere Geschichten anregen lassen, obwohl ich in bisher noch nicht veröffentlichten Geschichten Old Shatterhand schon habe zu Wort kommen lassen. Aber diese Idee ist ja nicht wirklich neu, das hat Karl May selbst schon getan. :-)
Es ist nur schwer für mich zu beurteilen, ob es mir gelingt, die drei Figuren stilmäßig etwas voneinander abzugrenzen. In Geschichten, die von zwei Autoren geschrieben wird, die jeweils eine Figur übernehmen, ist das wesentlich einfacher. Aber das Schöne hier ist nun mal der Umstand, dass man bestimmte Sachen einfach ausprobieren kann und dann auch gleich Feedbacks bekommt. :-)

Werde mich dann noch mit deinem Feedback zum 2. Kapitel beschäftigen. Auf alle Fälle vielen Dank für deine anregenden Worte! Freue mich auch schon auf deine nächsten Geschichten mit Winnetou und seiner Familie! :-)

Ganz liebe Grüße!
Deine Anizo
13.05.2018 | 11:17 Uhr
Liebe Anizo,

wie angekündigt, nun also ein paar Zeilen zu dieser Geschichte.

Wir befinden uns noch ganz zu Beginn der einzigartigen Freundschaft zwischen W und OS. OS hat gerade erst um sein Leben gekämpft und ist zu Ws Blutsbruder geworden. Nscho-tschi und OS entdecken ihre Gefühle füreinander.

Eine spannende und aufregende Zeit also für alle Beteiligten, in die Du uns mit Deiner Geschichte entführst.

Wir beginnen aus OSs Sicht, der rundum glücklich ist, noch am Leben zu sein und gar nun ein geschätzter Gast bei den Apachen ist. Kein Wunder, dass er sich nach all den Ereignissen, wie in einem Traum fühlt.

An diesem Morgen jedoch ist er energiegeladen und möchte gleich aufspringen – allein der Muskelkater hält ihn zurück. Ein wenig musste ich schmunzeln – OS mit Muskelkater ;-). Aber klar, Ws Training ist hart und er wird dabei Muskeln beanspruchen, von denen er vorher noch nicht einmal geahnt hat, dass er sie überhaupt hat.

Eine Runde im Fluss schwimmen, soll Abhilfe schaffen.

„Inzwischen hatte ich, nachdem ich durch meine schwere Verwundung fast zum Skelett abgemagert gewesen war, mein früheres Gewicht beinahe wieder erreicht und zudem an Muskeln zugelegt, sodass ich mich für mein Aussehen nicht mehr zu schämen brauchte.“

Dein OS ist also eitel ;-))) !

Er nimmt ein ausgiebiges Bad im Fluss und lässt sich von den warmen Sonnenstrahlen trocknen. Klingt paradiesisch.

Seine Beschreibungen von Nscho-tschi lassen bereits erahnen, dass es da schon tiefergehende Gefühle gibt. Und fast liest es sich so, als hätte er sie sich herbeigewünscht, als sie sich dann dort am Flussufer zu ihm gesellt.

Doch diese Gefühle verwirren Deinen OS noch und er zieht es vor, sich aus dem Staub zu machen, um nicht noch länger darüber nachdenken zu müssen. Da macht ihm aber der Muskelkater einen Strich durch die Rechnung, denn schnelle Bewegungen werden mit Schmerzen bestraft, was Nscho-tschi gleich auf den Plan ruft.

Die Massage-Szene ist Dir wirklich außerordentlich gut gelungen. Man spürt quasi das Knistern, das zwischen den beiden in der Luft liegt. Nscho-tschi’s Hände entspannen den guten OS dann auch gleich so sehr, dass er sich zu einem Kuss auf ihre Stirn hinreißen lässt und ja, ich habe das Bild, das Dich zu dieser Szene inspiriert hat, sehr deutlich vor Augen. Den Film habe ich mir neulich erst wieder angesehen ;-)!

Hier aber flüchtet Dein OS zunächst einmal.

Es geht weiter mit Ws Perspektive und wir sehen durch seine Augen, wie sehr seine Schwester in der letzten Zeit aufgeblüht ist.
Aus all seinen Gedanken spricht Ws Liebe zu seiner Schwester.

Da er sie nur zu gut kennt, ist es für ihn nicht schwer den Grund für diesen Wandel, den seine Schwester in der letzten Zeit durchlebt zu erkennen: Es ist Scharlih – sein Blutsbruder.

Es ist schön zu lesen, dass Nscho-tschi W geradezu über die Fortschritte OSs ausfragt und dass dieser ihr, obwohl sonst eher wortkarg, in diesem Fall bereitwillig und ausführlich Auskunft gibt. Auch das zeigt wieder auf besondere Weise das innige Verhältnis der beiden zueinander.

Doch W hat es wohl übertrieben und daher bekommt er von seiner Schwester eine kleine Predigt gehalten. Das konnte ich mir wirklich gut vorstellen, wie sie ihren Bruder da mit strafendem Blick zur Rede stellt ;-)

Mit Erfolg, denn sie bekommt einen Tag mit OS ganz für sich alleine!

Doch nicht, bevor der liebende Bruder ihr noch einen wohlgemeinten Ratschlag, als kleine Warnung mit auf den Weg gibt.

OS ist ein Weißer und er möchte nicht, dass Nscho-tschi von ihm enttäuscht wird. Er erinnert sich in diesem Zusammenhang an Ribanna, was passend ist.

Nscho-tschi ist jedoch schon komplett im „Gefühlschaos“ und einfach nur verliebt.

„Wir haben so viel Zeit“, sagt sie.

Leider wissen wir, dass dem nicht so ist.

Liebe Anizo, vielen Dank für Deinen Einblick in diese frühen Tage der Freundschaft, den ich bereits mit diesem ersten Kapitel sehr genossen habe.

Liebe Grüße

Danny

Antwort von Anizo am 24.05.2018 | 19:09 Uhr
Liebe Danny,
sorry, dass ich mich erst heute zu Wort melde. War an den letzten beiden Wochenenden in Sachen Karl May unterwegs und bin noch ganz erfüllt von den dabei gesammelten Eindrücken. Habe nicht nur liebe Freunde aus der Karl-May-Szene getroffen, sondern bin auch einer Reihe von Winnetou-Darstellern begegnet. Also auch bei mir Gefühlschaos pur! :-)
Es freut mich zu lesen, welche Gedanken dir angesichts meiner Geschichte in den Sinn kommen.

Gerade die Zeit nach der Blutsbrüderschaft ist im Hinblick auf die Entwicklung der Beziehungen zwischen Winnetou und Old Shatterhand sowie Nscho-tschi und Old Shatterhand äußerst interessant. Mich reizen dabei die ganz normalen Dinge des Alltags, wozu eben auch mal ein Muskelkater oder ein entspannendes Bad gehören. Da Karl May der Beziehung zwischen unserem Greenhorn und Winnetous schöner Schwester nur sehr wenig Platz in seinem Roman eingeräumt hat, haben wir hier als Autoren bzw. doch wohl eher Autorinnen viele Möglichkeiten, unserer eigenen Fantasie freien Lauf zu lassen.
Wenn wir damit andere Leser/Innen berühren, ist das umso schöner. :-)

Liebe Grüße und auch dir weiterhin viel Spaß beim Schreiben!
Anizo
11.05.2018 | 07:59 Uhr
Liebe Anizo!

Ich bin hier in letzter Zeit ein wenig ins Hintertreffen gekommen, weil einfach zu viel zu tun ist im Moment auf Arbeit. Aber heute will ich den Brückentag nutzen, um ein wenig aufzuholen! Und da ist natürlich auch dein Kapitel noch zu berücksichtigen!

Du hast hier NT eine Stimme gegeben! Das finde ich eine wundervolle Idee! Sie tritt insgesamt in nur wenigen Texten auf, weil wir alle hier sehr auf die Beziehung W/OS fixiert sind (denke ich) und weil ihr früher Tod sie natürlich schnell aus dem Spiel nimmt. Umso mehr gefällt es mir, wenn sie denn doch einmal eine Rolle spielt und ich werde es May nie verzeihen, dass er sie hat sterben lassen, nur um sich selbst vor dem Dilemma zu bewahren, dass er ja mit keiner Apachenprinzessin aufwarten konnte.

Nun, er hat es sicher auch aus anderen Gründen getan, um die Tragik seines W noch zu erhöhen, um diesen zum "einsamen Wolf" zu machen, der ganz alleine für das Gute kämpft und sich völlig in den Dienst seiner Sache stellt, weil er eben kein persönliches Glück mehr hatte. Und sicherlich war es auch die Idee, die Freundschaft zu OS noch wertvoller zu machen.

Aber dennoch: NT hätte ihm gegönnt bleiben sollen, als Anker, als Hafen, als Rückzugsort. Passend dazu dann auch meine Lieblingsstelle aus diesem Kapitel: "Er beschützte mich schon mein ganzes Leben lang und ich hatte auch immer auf ihn Acht gegeben."

Ein wunderschöner Satz, der auf engem Raum beschreibt, was die Geschwister einander sind! Und daher hoffe ich sehr, dass du dich hier über May hinwegsetzen wirst!

Auf jeden Fall gelingt dir ihr Ton und es gelingt dir, ihre Stimmung einzufangen. Das Vertrauen und die Neugierde, mit der sie sich in OSs Arme lehnt und eben schließlich ein Kuss, der die Gefühle nach außen trägt, die in beider Herzen wohnen! Hach, ein bisschen Glück!

Du siehst, ich mag die Konstellation und die Idee! Lass es nicht (oder zumindest nicht zu schnell) enden!

Herzliche Grüße

Antwort von Anizo am 25.05.2018 | 17:50 Uhr
Liebe Kakho-oto,
da ich auch selbst arbeitsmäßig viel zu tun habe und zudem zwei Wochenenden hintereinander in Sachen Karl May unterwegs war, geht es auch bei mir nicht immer so schnell mit dem Antworten.
Da ich aber hoffe, dieses Wochenende das nächste Kapitel hochladen zu können, möchte ich dir zuvor noch schreiben. :-)

Nscho-tschi ist eine Figur, die ich sehr mag, die aber, wie du selbst ja auch festgestellt hast, bei Karl May aus verschiedenen Gründen sehr schnell wieder aus der Handlung verschwindet, indem er sie von Santer ermorden lässt.
Über Mays Gründe kann man sicher lang und breit spekulieren, aber ich denke, du liegst mit deinen Vermutungen richtig.
Allein der Gedanke, eine engere Beziehung zu einer Indianerin zuzulassen, hat May wahrscheinlich erschreckt - immerhin war er ja im wahren Leben verheiratet, wenn auch nicht besonders glücklich. Das hat sich ja erst später geändert.

Außerdem ist ein Held mit einer tragischen Vergangeheit für die Leser/Innen immer interessanter als einer, der glücklich ist. Das ist nicht nur bei Karl May so. Natürlich wird dadurch die Freundschaft zwischen Winnetou und seinem Blutsbruder noch enger, denn sie haben beide mit Nscho-tschi einen Menschen verloren, der ihnen sehr viel bedeutete. Hier auf unserer Fanseite darf sich eben auch Old Shatterhand verlieben, und das ist gut so!

Diese Geschichte spielt nur an einem einzigen Tag, aber der Gedanke, ein weiteres Erlebnis dieser Art zu verfassen, ist mir inzwischen auch schon gekommen. Erste Ideen gibt es schon in meinem Kopf, aber sie müssen noch reifen. :-)

Ich freue mich sehr, dass dir meine Geschichte gefällt. Bis demnächst, alles Liebe!
Anizo
06.05.2018 | 15:06 Uhr
Liebe Anizo!

Es geht also weiter und wir sehen hier erstmals (glaube ich) durch NTs Augen auf die Szenerie. Sehr reizvoll!

Und ich stelle wieder einmal fest, dass die Fanfiktion-Welt unser aller Vorstellung von W und OS und dem ganzen mayschen Wild-West-Universum geprägt hat. Denn immer wieder bauen einige von uns Elemente ein, die aus den Büchern Marheineckes und Laroches stammen, teilweise berufen wir uns auch aufeinander. Ich persönlich finde das eine sehr schöne Entwicklung, weil sie die vorher so in sich geschlossene May-Welt eben öffnet und erweitert.

Leider liegt es ja schließlich in der Natur der Sache, dass keine neuen Grünen Bände entstehen. Da ist es doch umso schöner, wenn wir uns unseren Horizont selbst erweitern.

Kurz habe ich mich gefragt, warum NT sich in diesem Kapitel so sehr mit der Vergangenheit und eben auch mit der Beziehung zu ihrem Bruder aufhält, wo doch eigentlich ihre neu erwachten Gefühle zu OS das sein müssten, was sie am meisten beschäftigt. Ich denke aber, dass die Lösung darin liegt, dass du uns auf diese Weise zum einen die große Liebe zeigen konntest, die die Geschwister füreinander empfinden, zum anderen rettet NT sich hier vielleicht unbewusst selbst auf bekanntes Terrain, beschäftigt ihren Geist mit etwas Unverfänglichem, um eben nicht über die Gefühle nachdenken zu müssen, die sie so verwirren.

Gefühlschaos eben, auch bei NT :-)

Dass die beiden sich dann beim Fluss näher kommen, ist denke ich sehr folgerichtig. Beide waren in Gedanken schon so sehr miteinander beschäftigt, dass der Schritt zueinander eigentlich eine logische Konsequenz ist. Alle Hindernisse sind ausgeräumt, OS ist kein Feind mehr, es geht ihm körperlich wieder gut, er und NT sind allein... Was sollte sie also noch davon abhalten, dem Gefühlschaos Ausdruck zu verleihen. Ein erster zaghafter Kuss scheint hier das perfekte Ventil.

Auch in dieser Situation denkt NT allerdings zuerst an ihren Bruder. Und ich bin mir nicht sicher, ob sie tatsächlich so viel preisgeben würde von dessen Innerem. Andererseits hat sie sich selbst versprochen ihn zu beschützen und für ihn da zu sein. Nun merkt sie, dass OS sie durchaus davon ablenken könnte. Da ist es vielleicht folgerichtig, dass sie versucht ihre Aufgabe mit OS zu teilen. Zumal sie eben auch noch ein junges Mädchen ist. Ob W diese Offenheit gefallen hätte, steht auf einem anderen Blatt, denke ich.

Liebe Anizo, so viel für heute. Nun wollen wir natürlich alle wissen, worin die Beinahe-Katastrophe besteht, die du in der ZF ankündigst. Die Spannung steigt also!

Liebe Grüße und einen schönen, sonnigen Restsonntag,

Luni

Antwort von Anizo am 06.05.2018 | 16:12 Uhr
Liebe Luni,
du hast Recht, hier habe ich zum ersten Mal Nscho-tschi zu Wort kommen lassen, da ich versucht habe, mich auch in ihre Gedankenwelt zu versetzen.
Bisher war Winnetou einer der wichtigsten Menschen in ihrem Leben, wenn nicht gar der wichtigste. Mit ihm hat sie nahezu all ihre Gedanken geteilt und auch er vertraute ihr vieles an, worüber er nicht mit anderen gesprochen hat.
Für Nscho-tschi eröffnet sich durch die Begegnung mit Old Shatterhand tatsächlich eine völlig neue Welt. Abgesehen von Klekih-petra hatte sie zuvor nie engeren Kontakt zu einem Weißen und weiß eben am Anfang noch nicht, was sie von dem jungen Mann halten soll, der da so unvermittelt in ihr Leben und das ihres Bruders getreten ist.
Trotzdem vertraut sie ihm instinktiv und spricht mit ihm auch über Dinge, die Winnetou bewegen. Sie hat selbst erlebt, wie er auf Verluste reagierte, von denen es ja schon einige in seinem Leben gab.

"Ob W diese Offenheit gefallen hätte, steht auf einem anderen Blatt, denke ich."
Manchmal gibt man im Überschwang der Gefühle Dinge preis, die vielleicht doch besser ungesagt bleiben sollten. Oft merkt man das erst hinterher, ist mir selbst schon so ergangen.

"Winnetous Testament" ist eine wahre Fundgrube für neue Ideen, wie du ja selbst am besten weißt. Schließlich habe ich die Bücher auf deine Empfehlung hin gelesen. :-) Mehr als einmal.
Ich denke, da können noch viele von uns zehren, gerade was Winnetous Kindheit und Jugend betrifft.

Liebe Grüße und weiterhin viel Spaß beim Lesen! Genießt heute noch den wunderschönen Sonntag!
Anizo
06.05.2018 | 00:04 Uhr
Einen schönen guten Abend,
ich glaube, dass es für Winnetou keine große Kunst war, seine Schwester zu durchschauen. Ich vermute, dass auch einige andere, die sie genau beobachten würden, durchaus bemerken, was da im Busch ist.

Aber schön, das Verhältnis zwischen ihr und Winnetou auch mal aus ihrer Sicht zu bekommen. Sehr schöne Geschichte in Bezug auf ihre Kindheit. Winnetou, schon im Alter von 8 Jahren so ruhig und abgeklärt, dass er ihr nüchtern erklärt, was sie nach dem Biss der Klapperschlange tun soll.
Dann tauchen diese beiden Mexikaner auf, die bestimmt ihren Spaß mit ihr haben wollten, aber der junge Winnetou ließ das nicht zu. Die Mexikaner hatten vermutlich gedacht, leichtes Spiel mit zwei Kindern zu haben, waren aber tot, ehe sie Ntscho-tschi überhaupt wirklich etwas antun konnten. Man soll Kinder nicht unterschätzen – fürs nächste Mal wissen die beiden Mexikaner das.
Die Verbundenheit der Geschwister ist sehr schön beschrieben.

Dann kam Old Shatterhand. Mehr tot als lebendig und trotzdem übte er in diesem Zustand offenbar schon eine gewisse Faszination auf sie auf und noch stärker, als er den Kampf gegen den Tod gewinnt und endlich seine Augen öffnet.
Und die Faszination wächst bei ihr von Tag zu Tag, vor allem, seit sie bemerkt hat, dass Scharlih ihrem Bruder gut tut.

Ja, wer war in Bezug auf den Kuss auf die Stirn verwirrter gewesen?

Nun hat sie einen ganzen Tag mit ihm allein und das ganz ohne Aufsicht?!? Wenn das mal gut geht *g *.

So süß die beiden *hach *

Antwort von Anizo am 06.05.2018 | 09:16 Uhr
Hallo Izzy,
ich denke auch, dass es Winnetou nicht sonderlich schwerfällt, seine Schwester zu durchschauen. Da er selbst aber Old Shatterhand inzwischen sehr zugetan ist, dürfte ihm die Entwicklung der Dinge durchaus recht sein. :-)

Die Idee zu der kleine Episode aus ihrer Kindheit, an die sich Nscho-tschi erinnert, stammt nicht von mir. Man findet sie, in allerdings wesentlich ausführlicherer Form, in Reinhard Marheineckes und Jutta Laroches "Winnetous Testament" Band 1. Ich fand sie aber deshalb erwähnenswert, weil sie die Verbundenheit der beiden Geschwister bereits in frühester Kindheit zeigt. :-)

Nscho-tschi und Old Shatterhand einen ganzen Tag zusammen zu gewähren, fand ich durchaus reizvoll. Auf der einen Seite die gegenseitige Sympathie, auf der anderen natürlich die Konventionen, die besonders in Shatterhands Welt herrschen. Wie beides miteinander vereinbaren? Lass dich überraschen! :-)

Liebe Grüße!
Anizo
05.05.2018 | 21:21 Uhr
Liebe Anizo, deine Geschichte ist bezaubernd. Ich weiss noch, wie ich als kleines Mädchen gehofft hatte, dass sich Nschotschi und Charlie bekommen und wie ich jedes mal wieder traurig war, weil Charlie nicht schnell genug war. Ja ich denke auch, dass Karl May diese Liebe heute zulassen würde. Für mich geht ein Traum in Erfüllung. Und du lässt alle zu Wort kommen. Danke. Es ist schön .

Antwort von Anizo am 05.05.2018 | 21:52 Uhr
Liebe Bella Fleur,
bin noch immer überrascht, wie viel Zustimmung meine Geschichte findet. Veröffentliche ja erst seit kurzem hier.
Dass für dich quasi ein Kindheitstraum in Erfüllung geht, freut mich umso mehr. Jeder von uns hatte sicher einen solchen Traum. :-)
Ich versuche mir den einen oder anderen durch Schreiben zu erfüllen und das macht unheimlich viel Spaß!

Nochmals vielen Dank und liebe Grüße! Anizo
LittleSweety (anonymer Benutzer)
05.05.2018 | 16:01 Uhr
Oh toll, es geht ja weiter! Und echt aus der Sicht von Nschotschi. Das ist ja mal total sweet! Und wie sie sich um ihren Bruder sorgt!

Man kann sich voll vorstellen, dass die beiden sehr aneinander hängen nach dem Tod der Mutter. Und dann auch noch das Schicksal mit Ribanna. Wobei ich da ja auch mal neugierig wäre, ob Nschotschi auf Ribanna nicht eifersüchtig gewesen wäre. So aber konnte sie trösten.

Und jetzt ist sie selbst verliebt und das ist werklich total schön, wie die beiden sich näher kommen. Da will man echt soooo gern Mäuschen spielen. Danke dafür. Und am Ende der Kuss.... ach voll schön!

Du lässt sie nicht sterben in der Geschichte, richtig? Weil ist ja nur ein Tag.

Bin gespannt was da noch schief geht.

Greets!

Antwort von Anizo am 05.05.2018 | 16:25 Uhr
Hallo, LittleSweety,
du hast dich in meine kleine Geschichte ja richtig verliebt! :-)

Die Überlegung, ob Nscho-tschi auf Ribanna eifersüchtig gewesen wäre, habe ich noch gar nicht angestellt - wahrscheinlich, weil Melissa in ihrer letzten Geschichte darauf zumindest kurz eingegangen ist.
Um eine Begegnung Nscho-tschis mit Ribanna darzustellen, müsste man ja das Maysche Winnetou-Universum verlassen, doch zumindest mit dieser Geschichte bleibe ich doch weitestgehend in dessen Rahmen.
Auch wenn ich mich mit der viel deutlicher dargestellten Zuneigung Old Shatterhands zu Nscho-tschi und umgekehrt ein wenig weit aus dem Fenster lehne. Aber Karl May würde in der heutigen Zeit sicher auch etwas offener damit umgehen.

Nach dem Kuss am Ende dieses Kapitels wird es auch noch etwas spannender, ja fast schon dramatisch, aber ich will hier noch nicht zu viel verraten. Bald geht es weiter! :-)

Liebe Grüße!
Anizo
Niki (anonymer Benutzer)
05.05.2018 | 08:51 Uhr
Hallo Anizo!

Dieses Mal leider kein Filmbezug. Schade! Aber ich träume mir Nik einfach in diese Story hinein, denn sie liest sich auch sehr gut und intensiv. Schreib also schnell weiter, will doch sehen, ob Shatterhand und Nscho-tschi sich näher kommen!

Liebe Grüße, die Niki

Antwort von Anizo am 05.05.2018 | 14:24 Uhr
Hallo Niki,
ich weiß, du magst Geschichten mit Nik als Winnetou. Da aber nicht alle hier so denken wie du, habe ich zunächst eine andere Geschichte zum Hochladen ausgewählt.
Da bei den Erzählungen mit Nik die von ihm verwendete Sprache als schwer lesbar (zurecht) kritisiert wurde, werde ich meine weiteren Geschichten dahingehend noch einmal überarbeiten, damit sie einafch flüssiger zu lesen sind.

Freut mich aber trotzdem, dass du auch Gefallen an dieser Geschichte gefunden hast. Habe das nächste Kapitel gerade hochgeladen. Viel Spaß beim Lesen!

Liebe Grüße!
Anizo
05.05.2018 | 08:02 Uhr
Liebe Anizo!

Antworten oder Reviews, das ist hier die Frage! Heute Morgen habe ich mich dafür entschieden, zuerst einmal noch Reviews abzuarbeiten und deines ist das letzte, das mir noch fehlt, um wieder auf dem Laufenden zu sein. Daher will ich es kurz den Antworten vorziehen.

Ich muss ja zugeben, dass ich einen Wissensvorsprung habe, weil ich den Text ja schon kenne, denn du hast ihn mir ja neulich schon privat geschickt. Aber gerade deshalb habe ich mich sehr gefreut, ihn hier zu sehen, denn er hat ja nun dieses Mal keinen Film-Bezug und ich denke es ist eine gute Idee zu zeigen, dass du hier auch ganz verschiedene Facetten des KM-Universums beleuchten willst.

Als du im Vorwort gesagt hast, dass dich Bilder zu diesem Text inspiriert haben, musste ich direkt an diese beiden hier denken: http://www.roliwa.ch/Winnetou/w46.html und http://www.roliwa.ch/Winnetou/w45.html . Vielleicht sind es ja auch die, die du im Kopf hattest.

Der Text an sich transportiert dann schon genau das, was im Titel steht. Zum einen unbändige Freude und Erleichterung OSs darüber, dass er nun ein Freund der Apachen ist (hier gefällt mir vor allem dieser Satz, in dem ich finde, dass einmal deutlich wird, wie jung OS eigentlich noch ist: "Am liebsten hätte ich meine Arme ausgebreitet und der ganzen Welt zugerufen, wie unendlich froh ich war.") Zum anderen auch seine Mischung aus Stolz und gleichzeitiger Scham, dass die Lehrstunden nicht ganz folgenlos geblieben sind. Und dann natürlich die eher verwirrenden Gefühle für NT, die ihn dazu bringen einerseits ihre Nähe und Massage zu genießen und ihr gar einen Kuss auf die Stirn zu geben, ihn andererseits aber auch flüchten lassen vor der eigenen Courage.

Ebenso ist es bei W, der sich einerseits freut für seine Schwester, andererseits die Gefahr sieht, dass OS ihre Gefühle womöglich nicht erwidern könnte.

Alles in allem, ein Gefühlschaos ;-)

Ich freue mich jedenfalls darauf, es nach und nach mit dir entwirren und in Bahnen lenken zu dürfen, auch wenn ein Tag im Leben der drei Akteure dafür wohl nicht ganz ausreichen wird :-)

Liebe Grüße, Luni

Antwort von Anizo am 05.05.2018 | 14:43 Uhr
Liebe Luni,
schön, dass du die Zeit gefunden hast, trotz unserer Privatkorrespondenz, dich auch hier noch zu verewigen.
Die beiden Bilder, die du gefunden hast, gehören neben einigen ähnlichen zu denen, die mich zu diesem ersten Kapitel inspiriert haben. Ich wollte Old Shatterhand weniger als den untadeligen, fast schon über den Dingen stehenden Westmann zeigen, sondern als jungen Mann mit Ecken und Kanten, der sich in der Welt der Apachen erst noch zurechtfinden muss und da hin und wieder auch mal an dem zweifelt, was er tut oder empfindet. Ein junger Mann auf der Suche eben.

Auch für Nscho-tschi hat sich durch Old Shatterhand, der zunächst der Feind und dann der Freund ihres Bruders ist, einiges geändert. Sie entdeckt plötzlich Gefühle, die ihr vorher fremd waren.
Und nicht zuletzt Winnetou, der Nscho-tschi liebt, aber nach und nach erkennen muss, dass sie erwachsen geworden ist und vielleicht ihren eigenen Weg gehen wird.
Leider lässt sie Karl May viel zu früh sterben. :-(

Wie du natürlich richtig anmerkst, ist ein Tag im Leben der drei Akteure zu wenig, um das entstandene Gefühlschaos zu entwirren, aber ich wollte einfach mal einen solchen, wenn auch nicht ganz gewöhnlichen, Tag zeigen. :-)

Liebe Grüße!
Anizo
04.05.2018 | 16:30 Uhr
Liebe Anizo!

Kurzer Freitag, da muss ich doch die Zeit nutzen, um meinen Review-Rückstand ein wenig aufzuholen, schließlich stehen auch noch Luni und Danny auf meiner Liste!

Zuerst aber möchte ich auch deiner zweiten Geschichte unbedingt einen Kommentar zukommen lassen. Und ich muss sagen: ich mag sie noch um einiges lieber, als die erste. Bei deinem Oneshot hatte ich ja auch schon gesagt, dass es dir vor allem zum Ende hin sehr gut gelungen war, Stimmung zu transportieren.

Hier nun empfinde ich dies im ganzen Kapitel und ich denke, dass es dir "gut tut" frei von der Leber weg schreiben zu können. Zudem finde ich es sehr viel angenehmer deinen W nun wieder in gewohnter poetischer May-Manier sprechen zu hören, auch wenn ich die Filme sehr mag und es mich in diesen nicht so sehr gestört hat. Aber du erklärst das selbst sehr gut, denke ich, es liegt wohl daran, dass im Film Gestik und Mimik vieles wett machen, was im Text aber fehlt.

Insofern habe ich mich zum einen gefreut, dass du nun mehrere Kapitel schreiben wirst und dass du dich wieder eher dem Bücher-May widmest, so gerne ich auch noch weitere Szenen zu den Filmen lesen würde.

In gewohnter Manier möchte ich nach dieser langen Vorrede nun noch konkret aufs Kapitel eingehen. Wir erfahren also, dass OS erst seit kurzem kein Gefangener mehr ist, sondern nun Freund und Blutsbruder. Und wir erfahren ebenso, dass er Ws Schule nicht so ohne Weiteres durchlaufen kann, ohne zumindest ein wenig Muskelkater zu bekommen. Sehr sympathisch und sehr plausibel!

Und auch die verschiedenen Gefühle schilderst du nachvollziehbar und lebhaft. Man kann sich hineinversetzen, in den abenteuerlustigen OS, der vor Freude über sein wiedererlangtes Leben mit dem Bonus "Apachenhäuptling und Blutsbruder" ganz aus dem Häuschen ist, der sich aber auch mit einem ganz neuen Gefühl herumplagen muss: Verliebtheit! Man vergisst manchmal, dass er erst 18 Jahre alt ist laut mayschem Original.

Aber auch Ws Sorge um seine Schwester und seine Gedanken sind dir gelungen. Er freut sich für seine Schwester, die endlich wieder fröhlich ist, aber er sieht auch die Gefahr, dass dieses Glück wieder in Unglück umschlagen könnte. Zudem atmet der Text die Liebe zwischen den Geschwistern.

Meine Lieblingsstelle stammt dann auch aus diesem Zusammenhang: "Nscho-tschi musste instinktiv erfasst haben, was mir durch den Sinn ging, denn sie schmiegte sich erneut an mich und lehnte ihren Kopf an meine Schulter." Hach, da steckt so viel Vertrauen und Geborgenheit, die beide sich geben. Sowohl, dass NT zu erahnen scheint, was W denkt, als auch, dass sie sich an ihn schmiegt um ihn gleichzeitig zu trösten und auch von seiner Stärke zu profitieren. Ein wundervolles gegenseitiges Geben und Nehmen der beiden Geschwister.

Und zugleich auch ein Moment des Schluckens, vor allem, wenn NT hier meint noch so viel Zeit zu haben. Geht es nach KM, dann hat sie dies nicht. Und wir sehen einmal mehr, was und wen W eigentlich verliert, wenn seine Schwester stirbt.

Liebe Anizo, ich bin gespannt auf deine Fortsetzung und hoffe ehrlich gesagt auf ein may-abwandelndes Happy End!

Herzliche Grüße

Antwort von Anizo am 04.05.2018 | 18:23 Uhr
Liebe Kakho-oto,
freue mich riesig, dass du dich auch bei meiner neuen Geschichte zu Wort meldest. :-)
Entstanden ist sie aus der Idee einer guten Freundin, die vorschlug, zusammen eine Geschichte zu schreiben. Das hat sich zwar letztendlich nicht realisieren lassen, aber nach der ersten Szene war ich dann gezwungen, mir selbst etwas einfallen zu lassen, wie es weitergeht und irgendwie sind die Gedanken dann einfach gekommen. Hier auf der Seite gibt es viele wundervolle Geschichten über spannende Abenteuer der Blutsbrüder, bei denen einer von ihnen oder sogar beide viel zu erleiden haben - ich wollte einfach mal etwas anderes versuchen.

Gerade die Beziehungen Winnetou-Nscho-tschi sowie Old Shatterhand- Nscho-tschi bieten sich dafür sehr gut an. Bei Karl May gibt es dazu nicht allzu viel zu erfahren. Er war nun mal ein Kind seiner Zeit und hatte gewisse Vorurteile. Sein Old Shatterhand konnte einfach keine wirkliche Beziehung zu Nscho-tschi aufbauen. Wir haben da heute doch ganz andere Möglichkeiten! :-)

In "Winnetous Testament" von Reinhard Marheinecke und Jutta Laroche erfahren wir bereits, dass Winnetou ein sehr inniges Verhältnis zu seiner Schwester hat, diesen Gedanken wollte ich aufgreifen und einfach mal einen Tag im Leben Winnetous, Old Shatterhands und Nscho-tschis schildern.
In Kürze geht es weiter mit der Geschichte! :-)

Liebe Grüße!
Anizo
02.05.2018 | 02:13 Uhr
Hi,
wie soll ich sagen? Danke. Trifft es nicht wirklich, aber ich weiß nicht, wie ich es sonst sagen soll.

Ein sehr schöner Einstieg, der hoffentlich noch sehr viel mehr bereit hält. Da hat offenbar jemand Gefühle, die er nicht haben will – oder denkt er, dass er die in diesem Fall nicht haben sollte? Aber süß, wie Scharlih sich plötzlich reagiert und mehr oder weniger schon flüchtet. Vielleicht auch besser, denn wer weiß, was sonst passiert wäre.

Auch sehr schön, dass ganze aus Winnetous Sicht lesen zu können. Er kennt seine Schwester sehr viel besser (vermutlich auch besser als sie es sich manchmal wünscht) als ihr Vater und bemerkt somit eher, dass Gefühle in ihr aufkommen.
Obwohl es sein Blutsbruder ist, für den sie Gefühle hegt, warnt er sie doch davor, dass er ihr weh tun könnte – weil er wieder geht (da ihm die Art zu leben nicht gefällt) oder aus religiösen bzw. vielleicht sogar rassebedingten Gründen.

Ich bin gespannt, wie es weiter geht

Antwort von Anizo am 02.05.2018 | 18:48 Uhr
Hallo Izzy Evans,
man muss nicht immer viele Worte machen. Ein kleines Danke sagt manchmal mehr als 1000 Worte. :-)

Mich hat immer gestört, dass Karl May Nscho-tschis Gefühlswelt so wenig Raum gelassen hat. Sie und Old Shatterhand sind junge Leute, gerade einmal 18 Jahre alt, und in Liebesdingen noch unerfahren. Sie sind gerade dabei, erst zu entdecken, was es heißt, für jemanden mehr zu empfinden als Freundschaft. Hinzu kommt, dass sie aus ganz unterschiedlichen Kulturen stammen.
Da ist es reizvoll sich auszumalen, was alles passieren könnte.
Freut mich, dass die Geschichte dir gefällt. Bald geht es weiter! :-)

Liebe Grüße, Anizo
01.05.2018 | 10:41 Uhr
Liebe Anizo,

mit Freude habe ich bemerkt, dass unser kleines Forum hier um eine weitere Schreiberin reicher geworden ist. Und doch habe ich mich bei deinem ersten Text zurückgehalten. Ich kann sehr wenig mit den neuen Filmen anfangen, auch wenn ich Winnetou für gut besetzt halte. Doch ihm wird mit der Sprache etwas für den Charakter sehr Essentielles genommen. Ein Winnetou, der sich nicht angemessen ausdrücken kann, ist für mich ein absolutes NoGo und einer der Todesstöße für die Filme. Als ich merkte, dass auch dein Winnetou so sprach, konnte ich nicht weiterlesen.

In dieser Geschichte aber hat er glücklicherweise seine Sprache „wiedergefunden“, er ist wieder Winnetou, wenn ich es so ausdrücken darf. Und das umso mehr, als du auch aus seiner Perspektive erzählst – etwas, wo ich mich noch nicht so herangetraut habe, weil ich es schwer finde, seine Sprech- oder Schreibweise zu treffen. Ich finde, es gelingt dir gut, seine Gedanken gegenüber einer Beziehung zwischen seinem neuen Freund und seiner Schwester auszudrücken. Da ist eine gewisse Ambivalenz zu spüren – einerseits der Wunsch, beide mögen miteinander glücklich werden, andererseits die Sorge, die geliebte Schwester könnte verletzt werden.

Und du schaffst hier einige ganz wunderbare Momente der Nähe zwischen den Geschwistern: Nscho-tschi, wie sie sich an Ws Schulter lehnt, W, der ihr zuliebe mehr spricht als gewöhnlich etc.

Auch dein Setting mag ich natürlich, es geht ja in eine ähnliche Richtung wie mein Tagebuch. Ich finde es reizvoll, das nähere Kennenlernen in dieser ersten Zeit zu beobachten. Während bei mir aber allen klar ist, was kommen wird, bleibt bei dir offen, wie sich diese Beziehung entwickeln wird. Man darf gespannt sein!
Ganz berührend fand ich übrigens den letzten Satz Nscho-tschis: „Wir haben so viel Zeit“, flüsterte sie…“ Wenn wir bei KM bleiben, wissen wir, dass dem leider so nicht ist und es ist wie eine Mahnung, eben nicht darauf zu bauen, dass noch so viel Zeit ist, sondern den Tag zu nutzen und im Jetzt zu leben. Doch wer weiß, vielleicht lässt du es anders enden?

Willkommen jedenfalls in der Runde!

Liebe Grüße
Catherine

Antwort von Anizo am 01.05.2018 | 15:20 Uhr
Liebe Catherine,
ich freue mich, auch von dir etwas zu meiner neuen Geschichte zu hören. Ich habe dein "Tagebuch" bereits mit großem Interesse gelesen.
Was Winnetous Sprechweise betrifft, so ist die aus den neuen Filmen tatsächlich nur für sehr kurze Geschichten geeignet. Im Film mag sie noch gehen, da Nik viel durch seine Ausstrahlung und seine Mimik wettmacht, aber in geschriebenen Texten funktioniert das Ganze tatsächlich nicht wirklich.

Die vorliegende Erzählung greift wieder die ursprüngliche Geschichte Karl Mays auf, wie du ja bemerkt hast. :-)
Ich persönlich fand es schon immer faszinierend, wie nahe sich Winnetou und seine Schwester stehen. Im Film und im Roman wird dieser Beziehung leider zu wenig Raum gegeben, was ich schon immer sehr bedauert habe. Genau aus dem Grund habe ich mir diese kleine Geschichte überlegt, deren Handlung sich über einen einzigen Tag erstreckt und sich somit im Rahmen der Mayschen Story bewegt.
Für mich war es sehr reizvoll, aus der Perspektive mehrerer Figuren zu schreiben. Ob mir das gelungen ist, wird sich am Ende zeigen.

Ich freue mich auf alle Fälle, hier eine so freundliche Aufnahme gefunden zu haben, auch wenn ich es sicher nicht zu jeder Geschichte, die ich gelesen habe (und das sind inzwischen schon weit über 30) schaffe, ein Review zu schreiben. Ich bin eher der Genießer oder Selbstschreiber als der "Kritiker". Empfehlungen kann ich im Moment leider noch nicht abgeben, aber diese werden garantiert folgen.

Liebe Grüße!
Anizo
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