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Reviews 1 bis 4 (von 4 insgesamt):
09.12.2018 | 13:14 Uhr
Hallöchen J.,

endlich habe ich wieder Zeit für deine Übersetzung! Meine Absicht war eigentlich, gleich einige Kapitel hintereinander zu lesen, aber das zweite offenbarte zu meiner Überraschung einige Mängel in Grammatik und Ausdruck, die ich dann doch gerne anmerken würde, weil ich sie das Lesen erheblich erschweren. Bevor ich allerdings mit der Krittelei beginne, möchte ich erst einmal den Dialog zwischen Jack und Teague loben, denn der ist dir wirklich sehr gut gelungen! Lebendig, heiter und flüssig zu lesen.

Ansonsten wundere ich mich, dass dir im zweiten Kapitel einige Fehler unterlaufen sind, die im vorigen Kapitel gar nicht oder nur selten auftauchten. Als größtes Problem erweist sich nun, dass du für jeden Satz einen neuen Absatz gebrauchst. Besonders bei den Dialogen sorgt das für immense (!) Verständnisprobleme, denn üblicherweise wird erst dann in eine neue Zeile gesprungen, wenn der Dialogpartner spricht. Du aber setzt Absätze, obwohl die Aussage von eben demjenigen getätigt wird, der zuvor noch gesprochen hast.

Beispiel:
„Vielleicht vergisst du, dass ich Verstärkung mitgebracht habe“, sagte Fitzwilliam süffisant und deutete auf die Schiffe der Royal Navy, die immer noch auf dem Weg zur Barnacle waren.
"Teague wird ihnen zuvor entkommen", meinte Jack streckte sich und gähnte.
"Das wird nur eine weitere Übung für ihn sein. Sieh, am Ende hilfst du ihm. Aber wir schweifen vom Thema ab, wenn wir unsere Argumentation oder so fortsetzen wollen. Also, zurück zum Thema ... "

► So gut wie jeder Leser hält beim ersten Lesen die letzte Aussage für Fitzwilliams und stolpert natürlich drüber. Erst beim zweiten Lesen wird klar, dass der Satz noch zu Jack gehört. In einem Buch würde das dann entsprechend so aussehen:

„Vielleicht vergisst du, dass ich Verstärkung mitgebracht habe“, sagte Fitzwilliam süffisant und deutete auf die Schiffe der Royal Navy, die immer noch auf dem Weg zur Barnacle waren.
"Teague wird ihnen zuvor entkommen", meinte Jack streckte sich und gähnte. "Das wird nur eine weitere Übung für ihn sein. Sieh, am Ende hilfst du ihm. Aber wir schweifen vom Thema ab, wenn wir unsere Argumentation oder so fortsetzen wollen. Also, zurück zum Thema ... "

Verstehst du, worauf ich hinaus möchte? Diese strikte (und in meinen Augen völlig unbegründete) Trennung der wörtlichen Rede zieht sich durch das ganze Kapitel und machte es schwer, deine Übersetzung so zu genießen, wie man es gerne möchte. Ich würde dir daher raten, noch einmal drüber zu schauen und die wörtliche Rede dem jeweiligen Sprecher stets zuzuordnen. Textblöcke sind überhaupt kein Problem, im Gegenteil, sie sind sinnvoll und helfen dem Leser bei der Orientierung. Außerdem halten sie den Text übersichtlich.
Bei der Beschreibung von Teagues Äußerem kannst du daher auch auf das "Ein Satz pro Zeile"-Gebot verzichten und sie ruhig in einem zusammenhängenden Block stehen lassen:

"Teagues Schiff hatte die Barnacle eingeholt. Der Pirat stand an der Breitseite seines Schiffes und lächelte Jack an. Er war ein großer Mann mit zerlumptem, lockigem Haar und einem Bandana, das wie Jacks um den Kopf gebunden war. Sein langer roter Mantel sah wie ein Umhang aus, und er trug ein Schwert auf jeder Seite seiner Hüfte. Jeder seiner Finger war mit einem Ring geschmückt.
Jack hasste Teagues lässiges Auftreten. Er hatte so eine widerliche Zuversicht. Was wie die gesamte Royal Navy aussah, war auf Teagues [F!]ersen, und doch stand er da und blickte hinunter auf Jack, der mit einer Unbekümmertheit kämpfte, als sei dies alles gar kein Problem für ihn. Teagues Eigenheit bestätigten gerade, was Jack bereits wusste: Der Mann war nicht im Mindesten besorgt.
Davy Jones, der verfluchte Kapitän, der das Geisterschiff Flying Dutchman segelte und überall in den sieben Meeren gefürchtet war, hätte sich jetzt vor ihnen auftun können, was diese ohnehin unmögliche Situation noch weiter verkompliziert hätte, und Teague würde ihm keinerlei Beachtung schenken.

Es war zum Kotzen."

Des Weiteren sind mir noch einige Fehlerchen in Ausdruck und Grammatik aufgefallen, die ich einfach kurz aufzählen möchte:

► "Argumentation oder so" ist eine komische Formulierung, das würde man so nicht sagen. "...wenn wir unsere Argumentation oder was immer das hier auch ist..." trifft den Kern der Sache eher.
► "...ein Lama bist, das nicht..." statt "...ein Lama bist, dass nicht..."
► "auf die Nerven ZU gehen" statt "auf die Nerven gehen"
► "Jack grinste Fitzwilliam spöttisch entgegen, dann schaute er sich um und betrachtete wie beiläufig die Barnacle und den zerlumpten Zustand, in dem sie sich befand. Bevor er sich diesem Fakten zuwandte und achselzuckend zustimmte." -> "betrachtete beiläufig" statt "betrachtete wie beiläufig"
► "diesem Fakt" statt "diesem Fakten", wobei ich den Satz insgesamt als schwierig empfinde. Mir ist nicht einmal ganz klar, was genau du damit ausdrücken möchtest. Der Zustand des Schiffes ist ein Fakt, dem er achselzuckend zustimmen muss oder stimmt er zu, bevor er sich mit dem unleugbaren Fakt auseinandersetzt? Das "Bevor" ist irreführend.
► "tatsächlich ähnlich" und "tatsächlich viel gelernt"; das Wort "tatsächlich" (das ich übrigens auch sehr gerne mag und regelmäßig gebrauche,) taucht gleich in zwei hintereinander folgenden Sätzen auf
► "Fitzwilliam, obwohl Jack es hasst, es zuzugeben, war ein Experte darin" ist umständlich formuliert. So klingt es besser: "Jack hasste es, dies zuzugeben, aber Fitzwilliam war ein Experte darin" oder "Obwohl Jack es nur widerstrebend zugab, war Fitzwilliam ein Experte darin"
► derselbe Stolperstein hinsichtlich der Formulierung: "Du warst stets, ehrlich gesagt, schrecklich". Das hier wäre eine günstigere Alternative: "Ehrlich gesagt, du warst bisher immer schrecklich"
►"Ah, wärst du ein richtiger Kapitän, an Bord eines tatsächlichem Schiffes, könnte ich dir zustimmen. Aber du bist nichts anderes als ein kleiner, unbedeutender Junge an Bord eines Schiffes, das nur zwei Minuten davon entfernt ist zu Kentern." - Was bitte ist der Unterschied zwischen einem "tatsächlichen Schiff" und einem Schiff, das demnächst kentert? Hier ist etwas anderes gemeint, der Sinn überträgt sich durch die Übersetzung allerdings nicht. Oder aber der Autorin ist da ein Fehler unterlaufen, den auch die Übersetzung nicht korrigieren kann.

Ansonsten habe ich nur noch einige Unschlüssigkeiten gefunden, für die du aber weniger kannst als die Autorin selbst. Da springen Jack und Fitzwilliam auf die Reling, um ihren Kampf fortzusetzen, aber wenig später wird plötzlich erwähnt, dass der gute Aristokrat über eine Planke an Deck stolpert. Es gibt keine Bemerkung darüber, dass sie wieder von der Reling herunter gesprungen wären.
Glaube, die Autorin wollte Jacks gutes Herz betonen, als er den Meuterer verschont, obwohl er ihn hätte erstechen können. Leider schickt er ihn trotzdem in den sicheren Tod, indem er ihn mal eben über Bord jagt. Bei der Temperatur des Ozeans hat der gute Fitzy wohl wenig Chancen, die anderen Schiffe zu erreichen, zumal Teague, der ja sehr nahe sein muss, wenn er ohne großen Aufwand zu Jack sprechen kann, ihn kaum an Bord aufnehmen dürfte. Die Schiffe der Navy oder East India Trading Company (so ganz entschieden wirkte die Autorin da nicht) dürften entschieden zu weit weg sein zum Schwimmen. Generell offenbaren sich hier fehlende Kenntnisse, was Seegefechte zur damaligen Zeit wirklich bedeuteten. Mit dem, was man aus den Piratenfilmen kennt, hat das nämlich recht wenig zu tun.

Zuletzt muss ich noch anmerken, dass mir Jacks Verhalten völlig out of character erscheint. Vor allem die letzten Sätze, wo er sich wie ein Häufchen Elend (oder bockiges Kind, je nachdem, was einem besser gefällt,) mit angezogenen Knien auf den Boden setzt und schmollt. Handelt es sich bei dem Buch "Sins of the Father" um eine veröffentlichte Fanfiction? Das würde eine Menge erklären. ;-)

Übrigens kannst du mir gerne sagen, wenn dich meine Anmerkungen stören. Ich möchte dich mit der Kritik wirklich nicht ärgern oder verprellen, sondern mir liegt daran, dir zu helfen, deine Übersetzung noch ein bisschen mehr zu verbessern. Sie ist gut, zweifellos, aber es schleichen sich eben doch hin und wieder Fehlerchen ein, die nicht unbedingt sein müssen. Und wenn sie das Leseverständnis erschweren und dem Leser den Spaß an deinem Text nehmen, ist das umso ärgerlicher. Bitte sieh meine Hinweise daher nicht als Erbsenzählerei, sondern als gutgemeinte Hilfestellung an. Was du hier ablieferst, verdient nämlich entschieden mehr Leser.

Liebe Grüße und dir einen angenehmen Adventssonntag,
Bell
29.10.2018 | 14:45 Uhr
Hallöchen J.,

durch eine unverhoffte Freistunde komme ich dazu, mir endlich einmal deine Übersetzung vorzunehmen. Ich muss gestehen, ich hätte lieber etwas ganz Eigenständiges von dir gelesen, gerade weil deine Wortwahl darauf schließen lässt, dass du durchaus gut erzählen kannst. ;-)

Jack Sparrow gehört keinesfalls zu meinen liebsten Figuren aus "Fluch der Karibik", obwohl er im ersten Teil wirklich großartig ist. Später haben sie ihn dann leider zu einer Witzfigur degradiert und seine Rolle unnötig vergrößert. Als Nebenfigur funktioniert er wunderbar und seine nebulöse Vergangenheit macht in meinen Augen einen wesentlichen Teil seiner Wirkung aus. Darum tue ich mich auch schwer mit der Jugendbuchreihe rund um seine Anfänge als Pirat. Das gehört für mich in die Kategorie: Muss ich nicht wissen.

"Sins of the Father" schlägt da noch mal einen anderen Weg ein, weil ich den Eindruck habe, der Canon wird ignoriert. Korrigiere mich bitte, wenn ich da falsch liege. Als große Befürworterin von AUs und alternativen Zeitlinien habe ich natürlich nichts dagegen, dass man die Biografie einer Figur ändert, dafür sind Fanfictions da (und als diese würde ich die Geschichte, wenngleich als Roman veröffentlicht, ganz einfach mal werten).

Weil der Plot von jemand anderem ist, möchte ich im Folgenden keine weiteren Anmerkungen zur Geschichte selbst machen, sondern mich allein auf deine Übersetzung konzentrieren. Zunächst einmal: Respekt, dass du dich an ein solches Projekt wagst! Übersetzungen sind eine Herkulesaufgabe und ich finde, im ersten Kapitel gelingt es dir, einen flüssigen Text vorzulegen, bei dem man nur an ganz wenigen Stellen ins Stocken kommt. Über das Wort "ausknocken" würde ich mich beispielsweise streiten wollen, weil es doch arg umgangssprachlich ist.
Ansonsten nur einige formale Anmerkungen:
- Das bescheibende Verb hinter der wörtlichen Rede wird kleingeschrieben.
Beispiel: "Weil ich ein Bedürfnis hatte, und du konnten es füllen. Klar so weit?" antwortete Jack kurz angebunden.
Stellenweise schreibst du es richtig, mitunter verwendest du bei "Sagte" etc. allerdings noch die Großschreibung. Da am besten noch einmal drüber schauen.

- Bei dieser Stelle hier, bin ich mir nicht sicher, ob das so stimmt:
"Und plötzlich war er frei.
So einfach war das.
Oder ist es?"
Was soll mir das "Ist es?" sagen? Es deutet wohl einen Zeitsprung an, aber so richtig kann ich damit nichts anfangen.

- Ist es in der Originalvorlage auch so, dass für nahezu jeden Satz ein neuer Absatz verwendet wird? Das erscheint mir oftmals völlig unnötig, aber wenn du dich dabei nach der Vorgabe des Originals richtest, habe ich nix gesagt. Ebenso wie die Namen der handelnden Figuren stets und ständig genannt werden, anstatt Alternativen zu verwenden. Das macht das Lesen manchmal leider etwas eintönig.

Wie gesagt, zu den (manchmal verwunderlichen) Sprüngen in der Geschichte äußere ich mich nicht, damit hast du nichts zu schaffen und ich nehme an, die sind dir beim Übersetzen ebenfalls unangenehm aufgefallen. Aber eine letzte Frage habe ich noch: Für welche Altersgruppe ist dieses Buch bestimmt? Habe den Eindruck, es richtet sich vornehmlich an Jugendliche.

Bei Gelegenheit schaue ich in die nächsten Kapitel rein. An deiner Übersetzung habe ich bisher aber tatsächlich nur kosmetisch zu kritteln, da hast du uns Lesern wirklich eine solide Arbeit vorgelegt.
Herzliche Grüße,
Bell

Antwort von JokerNightmare am 17.11.2018 | 15:57 Uhr
Hey,

es freut mich das du meine Geschichte gelesen hast, auch wenn meine Antwort ziemlich spät kommt weil ich vorher einfach keine Zeit hatte.
Danke für deine Tipps ich werde wenn ich mit dem letzten Kapitel fertig bin auf jedenfall die anderen noch ein mal überarbeiten, da ich selbst mit einigen Stellen arg unzufrieden bin. Das Problem ist nur das Buch ist tatsächlich etwas komisch geschrieben was das Übersetzt ziemlich schwer macht und ich oft überlegen muss wie man das ins Deutsche bringen soll ohne das es völlig dämlich klingt. Die Namen werden im Original sogar noch häufiger benutzt als in meiner Version, was aber auch einer der Punkte ist den ich noch mal in Ruhe überarbeiten möchte.
Also danke für die vielen hilfreichen Tipps und sei dir gewiss wenn ich wieder mehr Zeit habe wird die Geschichte noch einmal ordentlich überarbeitet.

LG. J.
25.10.2018 | 14:46 Uhr
Finde es gut das du eine deutsche Übersetzung schreibst.
Ich finde es schade das im Film nicht mehr von teague gibt und in Büchern dann nur in englisch. Bin aber leider eine englisch Niete. Daher großen Respekt das du das alles so gut übersetzt.
Großes Lob.
Mfg

Antwort von JokerNightmare am 25.10.2018 | 15:33 Uhr
Ja es wirklich schade das über Teague so wenig im Film gezeigt wird. Und ich freue mich wirklich darüber das es dir gefällt :)
Und noch mehr habe ich mich gefreut Lob zu bekommen danke.
LG. J.
28.05.2018 | 10:04 Uhr
Hallo,
die Geschichte klingt sehr interessant und deine Übersetzung sehr unterhaltsam zu lesen. Habe die ersten Kapitel verschlungen und freue mich auf mehr.

PS.
Ist jetzt nicht böse gemeint, aber ich wollte nur mal fragen, ob du denn die Erlaubnis hast das Buch zu übersetzten und im Internet hochzuladen? o.O
Denn selbst für normale Übersetzungen von englischen ffs braucht man ja schon die Erlaubnis des Autors....

glg

Antwort von JokerNightmare am 17.06.2018 | 13:36 Uhr
Schön das sie dir gefällt und es ist echt schwer eine solide Übersetzung hin zu bekommen die in deutsch nicht total sinnlos klingt.
Und naja über das Thema habe ich mir auch schon Gedanken gemacht aber ich hab wirklich keine Ahnung wie ich dafür die Erlaubnis bekommen soll.
Deswegen habe ich mir gedacht ich lade es einfach hoch und sehe mal was passiert wenn sie deswegen gelöscht wird dann ist es zwar schade aber ich habs versucht.
Außerdem ist es ja durchs Übersetzten keine 1:1 Kopie da ich manchmal ein paar kleine Dinge fürs Deutsche ändere und es somit eher zu einer Nacherzählung wird.
Aber Danke das du mal schreibst das freut mich sehr :)
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