Reviews 1 bis 3 (von 3 insgesamt):
19.03.2018 | 10:20 Uhr
zu Kapitel 1
Hallo Desillusioniert,

auch dieser Beitrag von Dir ist wieder schön verstörend!
Die starke Betonung auf den Zuckerstreuer gefällt mir ausnehmend gut. Man hat das Gefühl, dass es für Deine Protagonistin so eine Art von Existenzmittelpunkt darstellt. Die eingehende Betrachtung, das penible Einhalten des Ritus zur Verwendung. Alles andere außenrum scheint nebenher zu laufen.

Und dann am Ende zieht sie sozusagen einen Schlussstrich unter ihre bisherige Routine. Mir gefällt es, dass man es entweder als völligen Absturz, aber genausogut als Auffbruch sehen kann.

LG Dahkur

Antwort von Desillusioniert am 03.04.2018 | 20:31 Uhr
Hallo Dahkur,

"schön verstörend" - :D
Es freut mich, dass dir mein Text gefallen hat. Danke fürs Lesen und Kommentieren!
Die Betonung auf den Zuckerstreuer war mir sehr wichtig. Du hast recht - er ist alles was es gibt, weil es sonst nichts gibt, sodass das andere nebenher läuft.
Deine Sicht des Endes gefällt mir, dass du nicht eines von beidem, sondern beides gesehen hast. Tatsächlich kann man vielleicht sagen, dass es beides zugleich ist. Vielleicht muss es in diesem Fall einen Absturz geben, damit es einen Aufbruch geben kann? Man wünscht sich einen positiven Ausgang.

Liebe Grüße!
30.01.2018 | 22:33 Uhr
zu Kapitel 1
Wow, deine Protagonistin ist wohl eine der tragischten Figuren, die ich hier jemals gelesen habe. Es ist, als wäre die Zeit für sie stehen geblieben. Aus jeder Zeile spricht Einsamkeit und Leere, Selbsthass, Reue und Verzweiflung.

Die Atmosphäre ist intensiv, zäh, drückend ...  irgendwie surreal. Mir gefällt, wie du die zwanghaft-psychotische Fixierung auf den Zuckerstreuer herausgearbeitet hast. Scheint so, als wäre dieses Kleinod der letzte Halt vor dem endgültigen Zerfall, vor dem Wahnsinn. Dass es nun zerstört ist, lässt nichts Gutes erahnen.

Starker Text. Erinnert mich ein bisschen an das Musik-Video zu Sias „Chandelier“. Gerne mehr davon. :)

Cheers,
invisible ink

Antwort von Desillusioniert am 31.01.2018 | 22:42 Uhr
Hallo,

danke fürs Lesen und riesen Dank fürs kommentieren! Ich freue mich wirklich ehrlich sehr über dein Feedback. :)
Es ist ein so schönes Gefühl zu wissen, dass das was man ausdrücken wollte, was man zu sagen hatte, was man gemeint hat, auch angekommen ist, gefühlt wurde, verstanden wurde.

Es geht in der Tat um Isolation, um Hoffnungslosigkeit, Wut auf sich selbst ... und alles was jeder individuell hineinliest. Ich denke, bzw. ich stelle fest, dass es eigentlich mehrere mögliche Interpretationen gibt. Vielleicht eine Frau mit einer Zwangsstörung wie du sie womöglich gesehen hast? Depression, gestörtes Verhältnis zu Körper und Selbst, oder keine Krankheit, sondern einfach Einsamkeit, die, da würde ich dir zustimmen, sicher in den "Wahnsinn" führen kann oder geführt hat. Zwischen krank und gesund liegt ein Kontinuum.

Ich mag deine Assoziation zum genannten Musik-Video. Das ist wirklich sehr passend und drückt das ganze noch einmal auf eine andere Art sehr emotional aus.

Danke nochmals
und viele liebe Grüße
27.01.2018 | 19:57 Uhr
zu Kapitel 1
Hi,
Ich finde, deine Geschichte hat etwas. Man weiß nicht so genau, was mit der Frau ist, aber man merkt, das da etwas ist. Und die Gesamtstimmung in dem OS hat so etwas ... düsteres, das ich aber nicht wirklich zu fassen bekommen habe. Ich kann ehrlichgesagt nicht wirklich sagen, was mir an dem OS gefällt, aber er gefällt mir. Sie hat was. Ich mag die Stimmung. Und den Titel. Ich finde, er passt zu der Geschichte, da die Protagonistin ja durch die Stimmen von unten abgelenkt wurde.
Ein sehr schöner Beitrag zum Wettbewerb.

LG Ari

Antwort von Desillusioniert am 28.01.2018 | 19:28 Uhr
Hey,
vielen lieben Dank für dein Review! Super, dass dir die Stimmung der Geschichte gefallen hat - das war mir das wichtigste!
Und ja, nun ja, ich hatte mir Sorgen gemacht, dass der Text vielleicht etwas zu langatmig geworden ist oder womöglich langweilig erscheint, da nicht so viel passiert. Auch hoffe ich, dass der Leser nicht zu unbefriedigt ist, weil ich die Hintergründe im Dunkeln gelassen habe. Aber dir scheint es ja zum Glück trotzdem gefallen zu haben. :)

Liebe Grüße