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Autor: RamonaXX
Reviews 1 bis 3 (von 3 insgesamt) für Kapitel 14:
27.01.2019 | 12:04 Uhr
Landsberg am Lech,
zur Geschichte dieser Anlagen. Um Strom zu gewinnen wurde der Lech aufgestaut und ein Wasserkraftwerk errichtet. In der Nähe war der Bau der Me 262 geplant, der in einem riesigen Bunker vollzogen werden sollte. Das Gebiet war für die Amerikaner besonders wertvoll, weil sie hier auf ungeahnte Technologie stießen, die ihnen fehlte. Ferner wurde hier auch der Grundstein zu einem riesigen Baukonzern gelegt, denn hier wurde der Betonbau entscheidend weiterentwickelt.

Gleichfalls wurden hier die Außergerichtlichen Hinrichtungen an deutschen Soldaten vollzogen. Dieses traf besonders auf alle Einheiten zu, die sich während der Ardenneschlacht zur wehr gesetzt hatten. Nun muss ich einen Ausdruck aus der Zeit verwenden.
Damals hieß es Bimbo und Truthanschießen. Also 20 Wehrmachtssoldaten stiegen aus den Gräben und erschossen hunderte Amerikaner . Um diese Schmach auszumerzen, wurden diese Einheiten hier gesammelt und recht unheroisch eliminiert.

Zu den KZ Anlagen. Der Bunker ist heute noch ein beeindruckendes Mahnmal der Unvernunft. Die Spannbeton Bögen deuten die technische Entwicklung im Betonbau an. Gleichfalls zeigt es auch, wie Dumm Speer und andere Nazis waren. Jedes Mammutprojekt lässt sich leicht aufklären. Folglich wäre es vernünftiger gewesen, den ersten Plan zu verfolgen, also den Bau in vorhandenen Bergbauanlagen zu organisieren.
Damals wurde alle Salzstöcke untersucht und als Munitionslager genutzt. In den riesigen Hallen ließe sich alles fertigen. Das Problem bestand jedoch darin, dass mit den Menschen unweigerlich Feuchtigkeit in die Salzstöcke gekommen wäre. Zudem kam das Klevere Hitler auf die Idee, dieses Projekt außerhalb der Bomberrichweite bauen zu lassen.

Auch an diesem Standort wurde ein Mix aus KZ Häftlingen, Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern eingesetzt. Nach dem Krieg wurde vieles rasch zerstört und die Umgebung großflächig geplündert. Zudem wurden hier Waffen und Munition gesammelt und teilweise vernichtet. Die Amerikaner haben dazu keinerlei Angaben hinterlassen.

Es ist eine von den Gedenkstätten, die über den Krieg hinaus nichts von ihrem Schrecken verloren hat und bis heute gab es keine hinreichende Aufklärung darüber, was dort alles gemacht wurde, wer dort starb/ermordet wurde und was mit den Resten der Wehrmachtsmunition geschehen ist.

Sacht und dennoch emotional geschrieben.

Gruß Christian

Antwort von RamonaXX am 02.02.2019 | 21:06 Uhr
Hallo Christian,

nun hat es doch etwas länger gedauert, bis ich dir wieder schreiben/antworten kann. Aber nein, ich habe weder dein Review noch deine Erinnerung vergessen. Also in einem Satz zusammengefasst, vielen Dank fürs Review und alles Gute nachträglich zum Geburtstag.

Ich bin (wie schon in vielen vorangegangenen Kapiteln) überrascht, was Du alles weißt. Aber im Prinzip kenne ich das ja selbst, wenn man sich lange mit einer Sache beschäftigt, kommt ein beträchtliches Wissen zusammen. Ich selbst weiß natürlich nicht so viel über die Region, eigentlich nur ganz wenig, aber es war schön, dass einmal zusammengefasst zu lesen. Es hat mein Wissen doch sehr erweitert.

Ich denke, wenn man mit jemandem durch die Gegend um Landsberg fährt, der sich dort historisch gut auskennt, gäbe es noch sehr viel mehr zu sehen und zu endeckten. Ich bin bloß mit meinem Auto an ein paar Landstraßen längsgefahren und habe hier und da gehalten, wo ein Schild meine Aufmerksamkeit erregt hat.

Nach wie vor bin ich stolz auf mein Projekt und dass ich so viele unterschiedliche Orte besucht habe. Ich war eben nicht nur in Dachau oder Buchenwald, sondern habe auch irgendwo auf dem Acker gestanden, an der Feldscheune zum Beispiele, und mir angeschaut was dort übriggeblieben ist; was in der Erinnerung der Menschen (hoffentlich) weiterlebt.

Auch wenn das Alles schon sehr lange her ist, glaube ich daran, dass Orte „speichern“ können, was an ihnen passiert ist. Mag in und um Landsberg auch vieles sich verändert haben, wenn man genau hinspürt, begegnet man der gespeicherten Erinnerung des Ortes!
Eine Bekannte von mir war im letzten Sommer in der Normandie. Sie hat mir erzählt, dass sie dort ein Schild gesehen hat: „When you walk over the sands of Juno Beach, they walk with you.“ Ja, daran glaube ich, genauso wie sie es auch empfunden hat. Orte speichern, was Generationen manchmal vergessen.

Danke für die reichlichen Informationen und dein Lob!
Ramona
29.12.2018 | 15:01 Uhr
Liebe Ramona!
Gedenkstätten für die Opfer, die Toten, aber ich seh all diese als Mahnmal eher.
"Denket daran, wie wir hier starben", steht am Krematorium in Dachau.

Ich bewundere dich, wie du dieses Projekt 1 Jahr lang durchgezogen hast.
Mir wäre es ein bisschen viel gewesen, alles so ähnlich und doch wieder ganz anders, alles würde für mich irgendwie verschwimmen ineinander oder ich abstumpfen, so wie ich in Dachau ganz besondere Betroffenheit noch gefühlt habe, eben mein erstes KZ und nicht eines von vielen.
Wir waren in Dachau an einem Wochentag, du am Wochenende. Vielleicht hat das einen Unterschied gemacht.

Man kann nicht sagen, die Bevölkerung habe es nicht gewusst, Und es hat auch keine Anzeichen gegeben, dass sie es nicht billigt. Errichtung, Eröffnung und Betrieb des Lagers ist öffentlich gewesen.
Da ist in der Zeitung gestanden, dass jetzt ein Lager errichtet wird, in dem "volksschädliche" (heute würde man sagen: asoziale) Leute ordentlich arbeiten lernen, wo sie durch eine strenge und harte Erziehung der Volksgemeinschaft irgendwie wieder als nützliche Glieder zugeführt werden sollen. Satirische Artikel darüber gibt es in der lokalen Presse auch immer wieder, sowie illegale Schriften.
Zudem gibt es auch Ereignisse, an denen die Dachauer Anteil nehmen können. Es gibt Konzerte der SA-Kapelle vor dem Lagerzaun, die Häftlinge müssen das anhören, die Einheimischen dürfen kommen und sich das anschauen. Die Bevölkerung sieht also die ausgemergelten Häftlinge. Anschließend gibt es einen Umzug der SS, den der Kommandant hoch zu Ross anführt durch die Stadt Dachau.
Auch heute sind es nur mehr die Nachgeborenen in Dachau. Aber die müssen sich wohl auf ewig mit der Schuldfrage ihrer Vorfahren umtun.
Sie können den Umstand, dass hier das erste Konzentrationslager gebaut wurde, ignorieren, sich damit arrangieren oder sich dafür engagieren. Aber sie können sich nicht gleichgültig dazu verhalten.

Es erschüttert mich vielleicht am allermeisten, wie all diese SS-Männer nach Dienstschluss zu ihren Familien ins hübsche Häuschen mit Gartenzaun gleich außerhalb in Dachau heimgehen konnten, mit ihren Kindern spielen. Wie kann man das so abschütteln?

Kirchen oder Moscheen oder was auch immer sind immer besondere Stätten und immer eine Einkehr in unseren Urlauben wert, egal welche Konfession sie beherbergen. Sie sind ebenso wie die KZs heute für uns Besucher Stätten der Ruhe für eigene Gedanken.
Würde man eine Schweigeminute für jedes Opfer des Holocaust halten, wäre es 11 Jahre lang still.

Du schließt hier den Bogen zu deiner Lieblingsserie und deinen Fanfictions.
Das passt eben für dich.

Vielleicht macht auch das Wissen, dass Kaufering das letzte KZ für diese Reihe sein wird, dieses KZ so besonders,
nein es ist für dich wohl doch eher die TV-Serie.
Für mich wäre es eher der Frieden, den der Baggersee und die Sonnenblumen dem Ort zurückgeben.
So gefallen mir hier besonders deine philosophischen Gedanken über die Zeit.
Und dass die Natur das KZ-Areal zurückerobert hat.

Wir können es nicht ungeschehen machen, wenn wir uns erinnern, aber vielleicht verhindern, dass sich so etwas je wiederholt, denn sind wir ehrlich, wir sind näher dran, als wir wahrhaben wollen, und in vielen Ländern ist es sogar heute Realität.

Dein Schlusskommentar war ein großartiges Ende.
Dem ist nichts hinzuzufügen.
Sternchen hast du schon früher bekommen verdient, die Kolumne hat ihr Nive4au bis zum Ende gehalten.

Unsere Generation hat selbstverständlich keine Schuld an den Verbrechen, aber wir sind in die Pflicht genommen dafür, dass das niemals wieder geschieht.
„Nie wieder“, das am Ende des Rundganges und Mahnmals in 5 Sprachen zu lesen ist, ist dann auch die wichtige Mahnung an uns alle!

Danke für die Zeit und die vielen Emotionen, die du in diesen Monatskalender gesteckt hast.
Lieben Gruß.
R இ

Antwort von RamonaXX am 12.01.2019 | 17:51 Uhr
Liebe Net Sparrow,

auch hier ganz lieben Dank für dein Review. Wieder kann ich gar nicht sagen wie toll ich es finde, dass Du so viele Gedanken zu den Kapiteln meines Kalenders niederschreibst. Dass ist echt eine tolle Rückmeldung. Es gibt mir das Gefühl, dass mein Projekt eine gute Sache ist und ich damit etwas erreicht habe.

An den Spruch aus dem Krematorium kann ich mich auch noch erinnern, auch wenn er in meinem Bericht nicht auftaucht. Vielleicht ist es wirklich so, dass ich durch meine vielen Besuche in der kurzen Zeit das Auge fürs Detail verloren habe. Wenn man nur eine KZ-Gedenkstätte besucht und dass dann auch noch die erste ist, bleiben einem sicher mehr Dinge in Erinnerung. Ich gebe zu, dass ich am Ende des Jahres und nach den vielen Reisen auch wirklich müde war.

Etwas „nicht wissen“ und „nicht wissen wollen“ verläuft in Sachen Holocaust wohl sehr stark ineinander, denke ich. Mir fällt es schwer über die Menschen von damals ein Urteil zu treffen und die Schuldfrage finde ich noch schwer zu beantworten. Ich stelle es mir schwierig vor aus einem Orte zu stammen, der geschichtlich so stark belastet ist wie Dachau. Auf der anderen Seite braucht es junge motivierte Menschen, die bereit sind sich mit dem Thema zu befassen und ihrer Stadt trotz der düsteren Geschichte nicht den Rücken kehren, sondern ihr ein neues Gesicht geben, wie man so schön sagt.

Die Frage wie man zwischen dem Alltag in einem Konzentrationslager und dem eigenen Heim hin und her schalten kann, habe ich mir auch gesellt. Wieder kann ich nur sagen, dass ich ein paar tolle Denkanstöße in den Büchern von Marlantes dazu gefunden habe. Er schreibt (zusammengefasst, nicht zitiert): Dass es früher (WW1+2) bis zu zwei Monate gedauert um als Soldat von der Front weg oder zu ihr hinzukommen. Heute ist Krieg so „durchtechnologiesiert“, dass der Soldat vor dem PC eher auf ein Knöpfchen drückt (statt im Gefecht den Abzug seiner Waffe betätigt) und abends bei Frau und Kind am Tisch sitzen kann, obwohl er an einem Krieg beteiligt ist. Interessant fand ich Klars These, der aus der engen und fatalen! Verbindungen zwischen zivilem Alltag und Kriegshandlungen auf eine starke Zunahme von PTBS-Erkrankungen unter Soldaten schließt. Es fehlen die 2 Monate den Krieg hinter sich zu lassen und nach Hause zu kehren. Wer weiß, wie viele SS-Angehörige unter PTBS gelitten haben?

Ja, „Band of Brothers“ ist eine Serie, die ich sehr gerne mag und nochmal ja, auch Fanfiction zu den Hauptfiguren gehört für mich zu meinen Alltag, aber es ist nicht dass, was ich mit diesem Projekt verknüpft wissen möchte! Hier ist es wirklich nur der Anstoß gewesen, der mich auf die Reise geschickt hat.

Ich danke dir für dein Lob. Das Kapitel war nicht ganz leicht zu schreiben, da es in dem Sinne ja nichts „zu sehen“ gab. Tatsächlich bin ich an dem Tag viel ins Philosophieren gekommen und so sind auch die Betrachtungen zum Thema „Zeit“ entstanden. Freut mich, dass es dir so gut gefallen hat.

Nein, Schuld kann man uns wirklich nicht mehr anhängen, da sind wir „ausgewachsen“, aber Verantwortung, ja, dass halte ich auch für einen wichtigen Punkt. Mein Opa hatten früher im Flur, neben der Garderobe immer einen Spruch hängen: „Wir haben die Erde nicht von unseren Vätern geerbt, sondern von unseren Kinder geliehen.“

Liebe Grüße und herzlichen Dank für dein Review
Ramona
29.12.2018 | 13:19 Uhr
Hallo Ramona, du hast mir mit diesem wie ich annehme letzten Kapitel dieses Projektes wieder einen tiefen Einblick in dein Seelenleben und auch deine Verbundenheit mit Winters und der Easy-Companie gewährt. Ich danke dir für die Mühen die du auf dich genommen hast um das alles zu realisieren.
Ganz liebe Grüße
Günter

Antwort von RamonaXX am 05.01.2019 | 14:31 Uhr
Hallo Günter,

oft habe ich mich beim Schreiben gefragt, ob es vielleicht wie "Werbung" klingt? Denn das wollte ich ganz bestimmt nicht machen. Hätte ich "Band of Brothers" nicht gesehen, gäbe es dieses Projekt nicht. Das ist ein Fakt. Für mich steht da wirklich eine emotionale Verbundenheit dahinter. Schön, dass das so deutlich rausgekommen ist, dass Du es in deinem Review erwähnst.

Ramona
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