Autor: Amaineko
Reviews 1 bis 3 (von 3 insgesamt):
Redsue (anonymer Benutzer)
18.07.2018 | 07:59 Uhr
zu Kapitel 1
Eine emotionale und fantastisch geschriebene Geschichte ..auf sehr hohem Niveau geschrieben und erzählt.
13.01.2018 | 11:22 Uhr
zu Kapitel 1
Hallo,
ich hab zwischendurch vielleicht auch eine kleine Träne verdrückt. Das war so gut geschrieben. Habe schon richtig mitgefühlt. Man hängt schon sehr an geliebten Stofftieren. Hatte früher einen kleinen weißen Hasen, dem unbedingt ein Ohr wieder angenäht werden musste.
Da hatte der Tag trotz der vielen Tränen doch noch etwas Gutes.
LG
05.12.2017 | 23:59 Uhr
zu Kapitel 1
Hallo!

Mir gefällt deine Geschichte sehr!

Der Anfang hat mich allerdings irritiert. Ich habe nicht richtig verstanden wie das gemeint war ("Ich kriege ein Kaninchen!", etc.) Wer spricht da? Sind das ihre Gedanken? Ist es ein Traum?
In den nächsten paar Zeilen hast du mich voll gepackt: Ich werde wehmütig, weil ich nie einen Hund Haustier hatte. Dann kommt die tolle keine Wendung, dass es gar nicht um einen richtigen Hund, sondern um ein Plüschtier geht. Das ist interessanter, als wenn das kleine Mädchen tatsächlich um ihr Haustier getrauert hätte. So liegt hier bereits viel Bedeutung darin, dass ihr ihr Stofftier so viel bedeutet. Was ich rührend finde und vielleicht auch ein bisschen traurig.

Ich weiß nicht in wieweit ich zu viel hinein interpretiert habe, oder wie es von dir intendiert war. Für mich jedenfalls liegt der erste Anklang dafür, dass etwas nicht stimmt, im Folgenden: "'Alles Gute zum Geburtstag, Sarah', sagte sie sich selbst." Dann häufen sich die Indizien: Der Vater schenkt ihr kaum Beachtung und gratuliert ihr nicht. Die Mutter umarmt sie nur flüchtig, nicht innig. Dann wird es noch deutlicher: Der Vater sagt ihr sie solle auf ihr Zimmer gehen, als sie weint, anstatt sie zu trösten. Er sagt "wenn du mich mit deinem Dackel belästigst", etc. Die Eltern lassen sie an ihrem Geburtstag in ihrem Zimmer - offensichtlich traurig - anstatt etwas mit ihr zu unternehmen (was mir erst merkwürdig vorkam, sich jetzt aber in das Bild des negativem Elternhauses einfügt, wie ich es heraus gelesen habe). Auch scheint Sarah keine Freunde zu haben (warum kann man nur mutmaßen), was sich schön in der Abwesenheit einer Kindergeburtstagsfeier widerspiegelt. Das alles scheint ein möglicher Grund dafür, warum Sarah die Liebe ihres Plüschtiers so nötig hat und warum es ihr so viel bedeutet.

Besonders gelungen finde ich diese Passage: "Sarah konnte sich nicht daran erinnern, jemals so viele Tränen vergossen zu haben. Müsste sie nicht schon längst ausgetrocknet sein? Und doch flossen sie dahin und nahmen kein Ende. Dumme Mum. Dummer Dad. Dumme Mum! Dummer Dad! [...] Sie sollte die Wut nicht Mum und Dad entgegenschleudern, sondern sich selbst." Hier kommt sehr knapp und eindrücklich ein Problem der Selbstverachtung zur Sprache. Emotionen kommen intensiv heraus. Auch mag ich diesen Satz: "Sarah warf sich auf ihr Bett und sorgte dafür, dass sie weiter austrocknete."

Unsicher bin ich wie ich das Ende lesen soll. Was gut zu dem Eindruck vom Ambivalenz passt, den ich bis zu diesem Punkt von der Geschichte gewonnen habe. Dass Sarah in ihrem Zimmer allein gelassen wird, ist das ein Ausdruck der Vernachlässigung durch ihre Eltern, oder geschah es womöglich zu ihrem besten, wollte man sie nicht aufwecken in dem Wissen, dass sie nur unglücklich wäre, solange es Bobo nicht "besser gehe"?

Eine kleine Sache ist mir aufgefallen: Bobo scheint mir ein sehr deutscher Name zu sein (vielleicht nur mein Eindruck?). Sarah nennt ihre Eltern aber Mum und Dad nicht Mama und Papa, was mich etwas gewundert hat. Noch eine kleine nicht auf den Inhalt bezogene Anmerkung am Rande: Ich musste irgendwie die ganze Zeit an ein Kinderbuch denken, das ich besessen habe, als ich klein war. Ich habe den Hund auf dem Cover genau vor Augen, kann mich aber nicht an den Titel erinnern. ich glaube es müsste etwas in die Richtung wie "Bobo, wo bist du?" oder "Bobo, lauf/komm nach Haus" gewesen sein, ich könnte mich aber auch irren. War nur so eine Ahnung, als ich den Satz "Wo ist Bobo?" las.

Na ja, jedenfalls ein toller Schreibstil und eine tolle Geschichte! :) Es steckt mehr darin, als ich zunächst erwartet habe. Gerade solch eher subtile Anspielungen liebe ich in Texten. Danke dafür.

Liebe Grüße