Autor: RamonaXX
Reviews 1 bis 8 (von 8 insgesamt):
10.06.2018 | 22:32 Uhr
zu Kapitel 1
Hi Ramona,

was für ein Wahnsinnsgedicht. Wow.
Du hast die Gefühle gut rübergebracht.
Gerade junge Soldaten zogen oder ziehen oft sogar mit einer gewissen Begeisterung und Stolz in den Krieg und erfuhren dann wie schrecklich es ist. Erlebnisse, die einen nie wieder los lassen. Verletzungen die bleiben, an Körper und Seele.
Dann im Lazarett, all der Kummer, Schmerzen und Schrecken, die Hilflosigkeit der Pfleger und auch die Wut über den Krieg.
Du hast all die Gefühle erwähnt und gut rübergebracht.
Eine traurige Geschichte in poetischer Form erzählt.
Toll gemacht.

Liebe Grüße
Elayne

Antwort von RamonaXX am 19.06.2018 | 21:59:22 Uhr
Hallo Elayne,

auch hier möchte ich mich ganz herzlich für dein Review bedanken. Schön dass Du auf meinem Profil (oder wo anders) auf dieses Gedicht gestoßen bist. Ich mag es auch immer noch sehr. Und inzwischen ist es so "alt", dass ich selbst von der Intensität überrascht bin, wenn ich es lese. Ich danke dir ebenso für dein Lob, über das ich mich sehr gefreut habe. Gerade der letzte Satz hat mir sehr geschmeichelt. So "richtige" Gedicht kann ich nämlich gar nicht schreiben. Irgendwie werden das bei mir immer Geschichten, die in Gedichtform erzählt sind. Aber auch das ist vermutlich ein Kunst...? Ich freue mich jedenfalls, dass Du beim Lesen offenbar so tief empfunden hast, wie ich beim Schreiben.

Herzliche Grüße
Ramona
11.02.2018 | 19:56 Uhr
zu Kapitel 1
Hallo Ramona,
Heute habe ich eine Weile gebraucht um dieses Review zu schreiben. Es hat mich überwältigt mit welcher Genauigkeit Du die Gefühle und Gedanken dieser Krankenschwester eingefangen hast. (Immer vorausgesetzt es ist nichts autobiografisches) In meinem Umfeld habe ich einen Arzt und eine Krankenschwester die in einem Krieg in Afrika hinter der Front gearbeitet haben. Deren Aussagen(Wenn sie überhaupt darüber reden) decken sich mit denen in Deiner Geschichte. Auch das die eigene Angst vor dem Tod immer weiter schwindet. Ein Gefühl das sich nach ganz kurzer Zeit einstellt, habe ich aber vermisst. Das Gefühl der Sinn-
und Hoffnungslosigkeit . Aber was ich auch in den Gesprächen herausgehört habe war, dass kleine Erfolge die Beiden immer wieder aufgebaut haben.
Doch will ich Dir sagen. Ich bewundere Deine Art zu schreiben. Sie erstaunt mich immer wieder.
Libe Grüße Günter

Antwort von RamonaXX am 18.02.2018 | 09:59:16 Uhr
Hallo Norbert,

wow, was für ein tolles und bewegendes Review. Ich hab mich sehr über deine offenen Worte gefreut! Was die Erfahrungen betrifft, so kann ich dich beruhigen - nichts davon habe ich selbst erlebt oder jemand den ich kenne. Es ist alles nur aus meinem Kopf entwickelt - aber vielleicht ist das hingegen etwas beunruhigend? Ich für meinen Teil weiß (inzwischen) warum ich diese Texte schreibe und warum Krieg, Soldaten und Militär zum Gravitationspunkt meiner Arbeit geworden sind. Es sind nämlich genau solche Geschichten, wie Du sie erzählst. Menschen (nicht nur Soldaten), die vom Krieg getroffen sind, finden sich in meinen Gedichten wieder. Ich habe eine ganze Weile gebraucht, um zu verstehen wie viel Wahrheit in den Worten steckt, die ich mit Schweiß und Herzblut zusammenfüge. Und noch heute haut es mich um, wenn ich wieder ins Schwarze treffe. (So wie mit deinen Bekannten.)
Danke möchte ich dir an dieser Stelle auch für deinen Kritikpunkt. Es ist gut zu hören, dass noch nicht alle Kapazitäten erschöpft sind. Insgesamt habe ich an diesem Gedicht knapp 6 Monate gesessen, es immer wieder überarbeitet und versucht den gefundenen Reimen stimmige Inhalte zuzufügen.

Deiner Bewunderung gerecht werdend, verneige ich mich wie ein Darsteller auf der Theaterbühne.
Liebe Grüße und auf viele überwältigende Momente.
Ramona
25.12.2017 | 16:09 Uhr
zu Kapitel 1
Oh wow. Ehrlich.
Wieder einmal ein wirklich fesselndes Gedicht, das du uns da geschenkt hast. Vom ersten Wort an war man mittendrin, und ich konnte genau vor mir sehen, wie die Krankenschwester am Anfang noch so hoffnungsvoll geht, und dann mit der Zeit selbst ein wenig daran zerbricht, was um sie herum passiert, sie sich dann aber irgendwie doch dazu aufrafft bzw. weitermacht, und im Endeffekt ist es ihr das ganz sogar wert, obwohl sie nicht jeden retten kann, und selbst wenn sie "nur" dabei sitzt, und sie bei ihnen ist. Wobei allein das ja auch schon riesige Auswirkungen auf jemanden haben kann. Manchmal hilft einfach dasitzen sogar etwas mehr, als jedes noch so gut gemeinte Wort.
Für mich steckte in diesem Gedicht eine ganze Lebensgeschichte, der ich beiwohnen durfte, und in jedem einzelnen Vers steckte so viel Wahrheit und auch irgendwo Energie, dass ich nicht einmal hätte aufhören können, zu lesen, wenn ich gewollt hätte. Was ich allerdings auch nicht wollte, denn wie immer hast du es geschafft, so geschickt mit deinen Worten ein Bild zu malen, dass ich wie einen kleinen Film vor meinem inneren Auge habe abspielen sehen, und dabei sind auch noch so viele Gefühle in mir hochgekommen, dass ich gerne weiterlesen wollte. Obwohl es mir teils eiskalt den Rücken herunterlief. War wir immer ein wirklich sehr intensiver Text.
Und ich könnte mir nicht einmal eine Lieblingsstelle heraussuchen, einfach weil jede Zeile an sich schon echt stark war, aber dann im Zusammenhang mit allen anderen noch einmal so viel besser.
Es hat mir wirklich gut gefallen, auch trotz, oder gerade wegen des ernsten Themas, welches du (meiner Meinung nach) wie immer wirklich gut dargestellt hast.

Beste Grüße und wir lesen uns,
Riri

Antwort von RamonaXX am 29.12.2017 | 14:44:55 Uhr
Liebe Riri,

freut mich sehr, dass Du dich an dieses Gedicht rangetraut hast. Ist ja doch nicht ganz einfach vom Stoff her… Und da ich ja inzwischen von vielen Lesern weiß, dass ich dazu neige sehr intensiv und mit der entsprechend Sogwirkung zu schreiben, hab ich es dieses Mal bewusst vorweggenommen, dass es anstrengt zu lesen sein könnte.
Ich habe an dem Gedicht verdammt lange gearbeitet. Über 6 Monaten, wobei es die meiste Zeit davon brach gelegen hat. Ich wusste zwar, was ich weiter erzählen wollte, wusste aber nicht mit welchen Reimen. Also hat es sich alles etwas hingezogen, aber am Ende ist es dann doch etwas sehr großartiges geworden. „Kurz und Knackig“, das liegt mit bei Gedichten nicht so direkt. Wenn ich über Krieg nachdenke, habe ich doch meist eine ganze Geschichte, ein ganzes Schicksal im Kopf. Und so ist das auch hier gelaufen.
Sie entschließt sich wagemutig loszuziehen, stellt fest, dass es mehr ist als sie bewältigen kann und fängt an ihren eignen kleinen Kampf zu führen, hinter der Front. Es hat sich so Stück für Stück entwickelt und ich bin echt stolz auf mein Werk. (Darf man ja auch mal als Autor sagen, oder?) Wie gesagt, es ist viel Zeit und Kraft darein geflossen.
Wenn ich meine Texte entwickele, schließe ich gerne meine Augen und stelle mir am Anfang einen großen, weißen Raum vor. Da male ich dann nach und nach alles rein, was die Geschichte, der Protagonist usw. brauchen. Wenn das Bild steht, ich alles klar vor mir sehe, brauche ich „nur noch“ die passenden Worte dafür zu finden. (Im weißen Raum malen ist Talent. Passende Worte zu finden, Erfahrung und Übung.) Insofern hast Du schon recht mit den Bildern im Kopf und dem Film, der vor deinen Augen abläuft. Ich schwor, ich hab den gleichen Film gesehen…

Viele liebe Grüße
deine Ramona
04.12.2017 | 21:51 Uhr
zu Kapitel 1
Liebe Ramona,

kennst du das - man ist von einer Geschichte oder einem Gedicht so gerührt, dass man erstmal gar nichts sagen kann. Also habe ich deinem außergewöhnlichen Gedicht erstmal das Sternchen verpasst, von denen es mehrere verdient hätte und es in die Favoriten aufgenommen. Alle Achtung - dieses Werk hat es in sich. Diese Frau, von der du schreibst, erinnert mich an den Film Pearl Harbor. Die jungen Frauen, die in den Lazaretten ihren Diest taten, als kichernde Hühner kamen sie an, hatte keine Ahnung, was der Krieg wirklich ist, bis der Angriff alles veränderte. Plötzlich waren sie umgeben von Tod und Leid, von Sterbenden und Schwerverletzten, die schrien, weinten, jammerten und vielen, für die es keine Hoffnung mehr gab. Die Frau aus deinem Gedicht hätte eine von ihnen sein können. Du schreibst mit so viel Wortgewalt, so bildhaft und treffend, dass ich es dir nicht oft genug sagen kann. Das Schreiben liegt dir im Blut. Es ist "dein Ding" und ich bin sehr froh darüber, dass ich deine Werke lesen darf, wenn es auch manchmal etwas länger dauert mit dem Review, nicht immer hat man die nötige Ruhe und Stimmung, sich auch ganz darauf einlassen zu können. Heute ist so ein Abend und es hat sich gelohnt, es in Ruhe zu "Inhallieren" .....das Gedicht meine ich.

Es ist ein starkes und aufwühlendes Werk, eine zu Herzen gehende Ballade. Ich bin sehr beeindruckt.

liebste Grüße
deine Maggie

Antwort von RamonaXX am 07.12.2017 | 18:26:48 Uhr
Liebe Maggie,

wie schön von dir zu hören, bzw. zu lesen. Dass Du trotz deines neuen Stubentigers Zeit für dieses Werk gefunden hast, freut mich, wenngleich mich deine Zeilen dazu verleiten mir mit der flachen Hand gegen die Stirn zu schlagen. ;-) So ähnlich war dass auch schon mal bei Martin & Bike, wo Du mich auf den Film Rainman aufmerksam gemacht hast. Und hier falle ich also nun über den nächsten Film, Pearl Harbor, den ich noch nicht gesehen habe, obwohl er perfekt in die Thematik passt. *über mich selbst den Kopf schüttelnd* Nun ja, man wird ja nur schlauer mit der Zeit. Und für einen inspirierenden Film bin ich immer zu haben. Also weiß ich jetzt, was ich tun werde, wenn mir zwischen den Tagen langweilig werden sollte.

Aber nun mal zu Inhalt:
Wenn ich jetzt, so mit etwas Abstand auf das Gedicht schaue, dann kommt es mir fast wie eine "gereimte Geschichte" vor. Das liegt sicher auch daran, dass das Werk so lang ist und so viele verschiedene Abschnitte aus dem Alltag und Leben der Krankenschwester aufgreift. Ich weiß nicht wie intensiv Du die vorherigen Reviews und meine Antworten dazu durchforstest hast, aber an diesem Gedicht habe ich über ein halbes Jahr geschrieben. Ich wusste, was ich erzählen wollte, welche bewegende Geschichte ich zu Papier bringen wollte - aber ich wusste lange nicht wie und mit welchen Worten. Unterm Strich bin ich (wie immer) unglaublich stolz auf mein neues Werk und freue mich, dass es so fesselnd und bestechend scharf ankommt.
>>Du schreibst mit so viel Wortgewalt, so bildhaft und treffend [...] Das Schreiben liegt dir im Blut. Es ist "dein Ding"<< Deine Worte zeigen mir mal wieder, dass es gut ist, dass ich mich dazu entschieden habe "mehr" aus meinem Schreibtalent zu machen. :-) Es rührt mein Herz und zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht, dass Du dich von diesem stürmischen Werk hast mitreißen lassen. Vielen Dank für dein tolles Feedback.

Liebste Grüße
Ramona
25.11.2017 | 20:48 Uhr
zu Kapitel 1
Hallo Ramona,
ich habe wohl Jahre geschlafen.

Das Gedicht ist ein surrealer Report,
vom Krieg und dem wirklichen Sterbeort.
Im Lazarett gibt es keine Namen mehr Leben,
sondern nur noch Arbeit um Leben zu geben.

Den Menschen dort wird alles abverlangt,
und dabei wird auch deren Seele krank.
Nicht ist so edel wie diese Profession,
um auch nur ein verwundetes Leben zu verschonen.

Das Schlimme ist nicht einmal das Sterben,
sondern der Verstand, der liegt in Scherben.
Man will etwas tun, doch oft ist es vergebens
und endet mit dem letzten Atemzug des Lebens.

Tränen verinnen zu großen Säurebächen,
die die Moral und die Seelen schwächen.
Es kommt die Zeit des Zerbrechens,
und danach der Verbrechens.

Du bist bedeutend reifer und klarer geworden. Der Stil ist distanziert und doch greifbar emotional.
Du kennst meine Meinung zum Krieg, Schlachten werden auch in OP Sälen geschlagen.

Danke und Gruß
Christian

Antwort von RamonaXX am 27.11.2017 | 18:12:06 Uhr
Hallo Christian,

vielen Dank für dein Review-Gedicht.
Ich habe mich sehr darüber gefreut. :-)
Es spiegelt genau jene Punkte wieder, die mir wichtig sind.
Am meisten angesprochen haben mich die Zeilen:
>>dabei wird auch deren Seele krank<< und
>>der Verstand, der liegt in Scherben<<

Nein, Jahre sind es nicht, die seit meinem letzten Gedicht vergangen sind.
Aber auch ich merke, dass ich an meiner fortwährenden Auseinandersetzung mit dem Thema reife.
Insofern nochmals Danke für deine Komplimente und auch den Stern.

Man ließt sich!
Ramona
20.11.2017 | 06:42 Uhr
zu Kapitel 1
Guten Morgen Ramona!

Natürlich war dieses Gedicht genau wie erwartet sehr intensiv. Krieg ist und bleibt dein Thema, bei dem sehr viel Leidenschaft für das Schicksal aller Beteiligten zur Geltung kommt. Du hast dich also in eine Krankenschwester hineinversetzt, etwas Neues, aber dafür sehr gut geschrieben, hab auch nichts anderes erwartet. Viele sind ja mit Idealen in solche Kriege gegangen und egal wieviel man weiß, man weiß nie wirklich genug, wenn man sich mitten heinein begibt, wie deine Protagonistin hier.

Aber der Wunsch zu helfen, das Wissen um die lieben daheim lässt sie den Horror durchstehen und den Betreffenden Trostspenden und die dringend benötigte Hilfe. Ich hab einen Heiden Respekt vor solchen Menschen, jetzt noch viel mehr. Du verstehst es immer, deine leser mitten in die Gefühlswelt zu ziehen.
Sehr gut geschrieben, wie immer. Regt zum Nachdenken an. Krieg ist und bleibt eben auch ein Thema, das uns Menschen wohl leider niemals Frieden finden lässt - im wahrsten Sinne des Wortes.
1 mit Sternchen, ganz liebe Grüße Susann

Antwort von RamonaXX am 22.11.2017 | 18:41:00 Uhr
Guten Abend liebe Susann,

bevor ich mich gleich in die Küche stürze und ein "Abendessen für drei" zaubere, will ich mir noch die Minuten nehmen, dir auf dein wundervolles Review zu antworten.

>>[...]wie erwartet sehr intensiv.<< Erwartungen zu erfüllen hat hier eine sehr angenehme Seite... Es zeigt mir, dass ich meine Ansprüche an mich selbst genau richtig gesetzt und mich selbst und den Text auch richtig eingeschätzt habe. Am meisten stolz - wenn ich dass so nennen darf? - macht mich aber der Satz danach. >>Krieg ist und bleibt dein Thema,<< Ja, so empfinde ich das auch und es ist schön, dass von den Lesern gespiegelt zu bekommen. Am Ende hat ja jeder von uns sein Steckenpferd - So könnte ich ziemlich wahrscheinlich niemals mit solch einer Intensität über ein Liebespaar schreiben, das sich nur heimlich und im Verborgenen treffen kann, über ihre Sehnsucht, ihre Verzweiflung, ihre Liebe.... Du hingegen hast da eine ganz tolle Begabung für. (Auch im non-fanfiction Bereich!)

Aber zurück hinter die Front: Ja, ich wollte eine neue Perspektive ausprobieren und habe lange (über 8 Monate hinweg) daran gearbeitet mich in die Lage der Krankenschwester hineinzudenken und vor allem zu fühlen! So kommt es wohl auch, dass es eine ICH-Erzählung geworden ist. Mit selbst gemachten Erfahrungen hat das nichts zu tun - da habe ich unbeabsichtigt ein paar Leser aufs Glatteis geführt oder zumindest zum Zögern gebracht.

>>Ich hab einen Heiden Respekt vor solchen Menschen, jetzt noch viel mehr.<< Damit ist völlig klar, das der Text sein Ziel, seine Bestimmung erreicht hat. Ich danke dir, dass Du ihn mit offenen Augen und weitem Herzen gelesen hast. Dass ist bei der Thematik und meinem intensiven Schreibstil nicht selbstverständlich. Danke also für deine Courage und das tolle Review incl. Stern.

Liebste Grüße
Ramona
19.11.2017 | 20:41 Uhr
zu Kapitel 1
Liebe Ramona!
Diesmal schreibst du also aus der Sicht einer Frau, einer Krankenschwester im Krieg.
Ist es ein Lyrisches Ich oder warst du einmal selbst in einem Kriegsgebiet?

Freunde und Familie hatten recht,
sie müssen furchtbare Angst gehabt haben.

Ganz sicher ist deine Protagonistin voll jugendlichem Idealismus mit falschen Erwartungen an die Front gegangen.
Niemand kann das wirklich ganz verkraften, wie es dort zugeht.
Vielleicht ist das Zuschauen, und dass nur Opfer ins Lazarett kommen, schlimmer
als wenn die Soldaten zumindest sich freuen, wieder einmal unverletzt überlebt zu haben.
Das Feldlazarett sieht nur die schweren Fälle, Verstümmelte und Sterbende,
denn sobald einer nur halbwegs auf die Füße kommt, wird er heim geschickt.

Schlimm auch die Hilflosigkeit, die mangelnden Ressourcen,
die Anonymität der Soldaten, die es wie Überarbeitung nicht zulässt, dass eine Krankenschwester eine Beziehung aufbaut.
Sie will helfen, aber sie hat keine Zeit, auf die einzelnen Patienten einzugehen.
Und doch würde es ohne Frauen wie sie nicht gehen.
Sie pflegt, sie tröstet, sie ist da.

Ein wahnsinnslanges Gedicht.
Ganz sicher dein bestes Gedicht, auch stilistisch durch die Zwischenstrophen.
Klarerweise eines Sternes würdig.
Berührend, realistisch, brutal aber auch voll Mitgefühl.
Alles Liebe.
R ♥

Antwort von RamonaXX am 21.11.2017 | 22:03:03 Uhr
Guten Abend lieber Spatz,

ja, diesmal die Krankenschwester...
Neue Perspektiven zum Krieg einzunehmen, ist mir sehr wichtig.
Es erweitert den Horizont, lässt mich neue Sichtweisen finden.
Und es ist (für mich) wie ein weiteres Puzzleteil von etwas Größerem.

Es ist süß, dass Du fragst. :-)
("Flowerpowder" hat den Gedanken auch schon gehabt.)
Aber die Antwort ist nein, ich habe keine Erfahrungen mit Sanitätsdienst oder Kriegseinsätzen.
Wobei, so viel wie ich mich damit beschäftige, ich mich immer öfter frage, ob ich sowas leisten könnte?
Sicher wäre ich der Protagonistin nicht unähnlich und würde mit viel Elan an die Sache rangehen.
Und wahrscheinlich würde auch ich ähnlich bitter enttäuscht werden.

Ich halte nicht so viel davon "Heldengeschichten" zu erzählen.
Genauso wie mir die Erzählungen von Soldaten als "Killermaschinen" nicht liegen.
(Nichtsdestotrotz haben beiden Formen wahre, reale Wurzeln!)
Was ich hier beabsichtigt habe, war ein neuer Standpunkt.
Offensichtlich ist mir das gelungen.
So gut, dass mehrere Leser, den Text für meine Biographie halten. *schmunzel*

Was die Länge betrifft, nun ja...
Eigentlich ist es mehr eine "gedichtete" Geschichte.
Wobei mein letztes Kriegsgedicht "Du bist in mir" in etwa genauso lange ist.
Aber da ist das wohl nicht aufgefallen, weil das Gedicht über drei Kapitel geht.
An diesem Gedicht habe ich volle 8 Monate geschrieben.
(So lange wie noch nie zu vor, an einem Gedicht.)

>>Berührend, realistisch, brutal aber auch voll Mitgefühl.<<
Danke für diese ehrliche und tolle Zusammenfassung!

Liebe Grüße aus dem grauen Norden
Ramona
19.11.2017 | 19:30 Uhr
zu Kapitel 1
Liebe Ramona,

jetzt kann ich Dir endlich einmal Lob (und ein Sternchen) zurückgeben, denn Dein Gedicht ist wirklich sehr emotional geschrieben - noch dazu zu so einem an sich sehr grausamen Thema.

Ja ... offene Augen (um am besten nicht grausame Bilder hochkommen zu lassen) sind hier notwendig - und das weite Herz schon auch, um die Gefühle (bei einem so an sich sinnlosen Unterlagen wie Krieg) zu verstehen.
Obwohl ich Kriegsgedichte eigentlich nicht so sehr mag (naja - wer liebt sie schon) - aus dem Blickwinkel einer Lazarettschwester klingt das nochmal ganz anders. Am meisten hat mich dann Dein Vers "der dankbare Blick in den Augen eines Sterbenden ist die Sache wert." überrascht. Er sagte mir, dass Du Deinen Einsatz (der sicher für Dich auf die eine oder andere Art Traumatisierung sein musste) doch auch im Nachhinein noch für sinnvoll hältst. Leider kann ich dazu gar nichts sagen, da ich nie in dieser Situation war - und hoffentlich auch nie sein werde. Aber natürlich ist es eine andere Sache, zu versuchen Leben zu retten oder Trost zu spenden, als zu versuchen, mit Waffengewalt Leben zu vernichten.
Zumindest habe ich mitgenommen, dass der Krieg eben auch für die Feld-Sanitäter genauso schlimm ist (vielleicht sogar schlimmer wegen des vervielfachten Leids) wie für die Soldaten selbst (hätte ich eigentlich auch vorher wissen müssen).
Dennoch würde ich Deine Erfahrung niemandem wünschen - Dir eigentlich auch nicht. Aber ich finde es schon sehr, sehr bewegend, Deine Erfahrungen hier gelesen zu haben.

Danke für's Lesen lassen und ganz, ganz liebe Grüße
Norbert

Antwort von RamonaXX am 21.11.2017 | 21:47:36 Uhr
Hallo Norbert,

ich danke dir recht herzlich für dein Review. Wobei ich zu meiner Schande gestehen muss, dass ich gar nicht mehr sagen kann, bei welchen Text wir uns "über den Weg gelaufen" sind... *schäm* Aber ich kann mich sehr wohl daran erinnern, dass mir dein Name sehr gut gefallen hat - "Powder" statt "Power" finde ich immer noch ein sehr schönes Wortspiel. Zumal ich mich immer wieder frage, wie ich mir "Blumenpulver" vorstellen soll? ;-)

Wie dem auch sei, die lobenden Worte zu meinem Kriegsgedicht - die Sparte ist ja ein Spezialgebiet von mir - haben mich sehr geehrt. Wenngleich ich vielleicht eine Sache verdeutlichen sollte: Ich selbst war nie in einem Kriegsgebiet und habe auch keinen Sanitätsdienst geleistet! Das Gedicht ist rein aus meiner Fantasie entstanden - wenn man es so umschreiben möchte. Natürlich habe ich mich lange mit der Thematik beschäftigt und nachher das "Ich" gewählt, weil da schon eine "Stimme" war, die aus mir raus wollte... seine Geschichte erzählen und so... Aber mit selbst gemachten Erfahrungen hat das nichts zu tun.

Insofern ist auch der Satz >>der dankbare Blick in den Augen eines Sterbenden ist die Sache wert.<< mehr eine Hypothese, denn Wissen. Es ging mir gar nicht so darum, dem Gedicht eine positive Wendung zu geben, viel mehr wollte ich damit deutlich machen, dass die Arbeit dieser Menschen sehr wichtig ist und dass sie unsere Unterstützung verdienen...

Vor ein paar Monaten bin ich durch Berlin gefahren, da stand auf einem Plakat: "Hinschauen ist wie wegsehen - nur viel krasser!" Ich denke insbesondere auf Krieg/Soldaten/Militär/Gewalt trifft das zu. Es ist dass, was ich mit diesem Gedicht zeigen wollte.

Nochmals danke für deine vielen würdigenden Worte!
Liebe Grüße
Ramona