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Reviews 1 bis 11 (von 11 insgesamt):
09.11.2018 | 22:14 Uhr
Hallo, deine hundert Lieblingsfilme waren so oft in meinen Empfehlungen, dass ich sie heute mal gelesen habe. Du hast sehr interessante, aber auch anspruchsvolle Filme in den Listen. Am meisten habe ich mich über ,,Das Mädchen auf dem Besenstiel" gefreut, ich liebe diesen Film. Außerdem bin ich ein Alfred Hitchcock Fan, diese düstere Atmosphäre , die mit so wenig Schnickschnack auskommt, phantastisch. Ich war überrascht, wie viele Filme ich davon gesehen habe und wie oft ich deine Meinung dazu teile. (Liegt vermutlich auch am Alter, ich bin 58). Einige Filme würden es heute nicht mehr in die Kinos schaffen. LG

Antwort von Thomas Heinrich am 10.11.2018 | 14:55 Uhr
Hallo blackdiamonique,

vielen Dank für Dein Review! Es freut mich natürlich, daß Du meine Auswahl mit Interesse gelesen hast, und "Das Mädchen auf dem Besenstiel" ist wirklich ein wunderbarer Film für Zuschauer jeden Alters. Und Hitchcock gehört in der Tat zu den Regisseuren, die ich am meisten schätze, am besten kenne und die mich auch am meisten geprägt haben.
Es stimmt, so einige Filme würden es nicht mehr in die Kinos schaffen, und was noch schlimmer ist: sehr viele Filme würden heute gar nicht mehr gedreht werden!
Wenn Du Lust hast, kannst Du ja auch mal in meine andere Filmkolumne reinschauen, in der ich einige z.T. recht ausführliche Rezensionen zu einzelnen Filmen vorstelle, die ich zum größten Teil vor Jahren verfaßt und in einem Forum, in dem es Filme ging, veröffentlicht habe.

Liebe Grüße,
Thomas
15.10.2018 | 12:31 Uhr
Lieber Thomas!
Da ich ja gerade deine Filmrezensionen lese, die natürlich deutlich ausführlicher sind,
bin ich auch auf diese alte Kolumne von dir gestoßen.
Zuerst dachte ich ausgehend vond einen gewohnten Rezensionen:
11 Kapitel, das sind dann keine 100 Filme, da hat er wohl irgendwann die Lust verloren.
Aber dann natürlich beim Öffnen deines Textes hab ich gesehen, dass das sehr wohl zu Recht fertiggestellt ist.

Ich finde das sehr gut, wie du das nach Entstehungsjahren geordnet hast.
So gut wie alle Filme kenne ich nach dem Titel,
viele hab ich gesehen, zum Teil auch dann im TV, einige wenige hab ich nicht gesehen,
nicht alle hätten es in meine persönliche Lieblingsliste geschafft.

Danke für diese interessante Kolumne.
Liebe Grüße.
~ Sparrow

Antwort von Thomas Heinrich am 15.10.2018 | 14:29 Uhr
Liebe Net Sparrow,

hübsch, daß Du auch hier mal reingeschaut hast! Eigentlich hätte ich gern auch meine hundert Lieblingsfilme so ausführlich wie in der anderen Filmkolumne vorgestellt, aber bei so manchen wäre das schlichtweg nicht möglich, weil es so lange her ist, daß ich sie gesehen habe. Daher wäre es in der gewählten Form mit Kurzkommentaren mein Traum gewesen, jedes Jahrzehnt in einem Kapitel darzustellen - aber das hätte mit den Regularien von fanfiktion.de leider nicht zusammengepaßt.

Daß es nicht alle in Deine Lieblingsliste geschafft hätten, ist klar - bei einer so großen Zahl wird es nie völlige Übereinstimmung zwischen zwei Personen geben, da ist eine solche Filmauswahl fast zu charakteristisch wie ein Fingerabdruck.

Ich will mich auf alle Fälle noch herzlich für Dein Review bedanken!

Liebe Grüße,
Thomas
04.04.2018 | 22:27 Uhr
Von Neugier getrieben, habe ich mal in die Liste deiner Lieblingsfilme geschaut.

Ich muss zugeben, dass ich sehr viele davon nicht kenne; einige kenne ich vom Hörensagen, weigere mich aber konsequent, sie anzuschauen; eine ganze Reihe habe ich einmal gesehen und fand sie großartig, würde sie aber nicht ein zweites Mal sehen wollen, manche habe ich einmal ganz oder nur teilweise gesehen und will sie nie wiedersehen, und einige habe ich gerne angeschaut und würde sie auch wieder sehen wollen.

Geschmäcker können eben sehr verschieden sein.

Zur ersten Kategorie gehört „Das Schweigen der Lämmer“ und „Alien“. Da habe ich beinahe den Eindruck, dass die nur deswegen dauernd im Fernsehen gesendet werden, damit ich mich ärgere. Nein, ich vertrage keinen Horror – dafür bin ich zu alt und außerdem ein Weichei.

Zur zweiten Gruppe zähle ich „Spiel mir das Lied vom Tod“ und „Die Vögel“ – aus ähnlichen Gründen: einmal dabei gegruselt reicht mir. „Das Lied vom Tod“ wollte ich mir ein zweites Mal ansehen und kam genau bis zu der Stelle, wo diese Familie erschossen wurde – da habe ich ausgeschaltet. „Tod in Venedig“ und „Amélie“ hatten nach meiner Ansicht zu viele Längen (ich hoffe, du verzeihst mir …)

Nicht mehr zu sehen brauche ich auch „Das Leben des Brian“. Über diese Art von Humor kann ich nicht lachen. Immer noch gut finde ich allerdings den Song „Always look on the bright side of life“.

Aber nun (damit ich nicht einen total schlechten Eindruck mache) zur letzten Gruppe:

Gern habe ich stets Komödien gesehen („Die verrückte Mrs Stone“ und „Is was, Doc?“).
„Unheimliche Begegnung der dritten Art“ und „Der dunkle Kristall“ kommen meiner Vorliebe für Science Fiction und Fantasy sehr entgegen. Beeindruckend finde ich auch „Odyssee 2001“. Und „Fahrenheit 451“, das ich vor langer Zeit gesehen habe, würde ich sehr gerne noch einmal sehen. Ich finde, es hat mittlerweile an Aktualität gewonnen …

Na ja, ich weiß nicht, ob mein Kommentar überhaupt sinnvoll ist, da ich zu dem Thema nur wenig beitragen konnte, was auf der Linie deines Essays liegt.
Aber ich habe etwas dazugelernt.
Liebe Grüße.

Antwort von Thomas Heinrich am 05.04.2018 | 11:44 Uhr
Halo roseta,

erst einmal vielen Dank dafür, daß Du einen Blick auf meine Filmliste geworfen und sogar ein paar Anmerkungen dazu hinterlassen hast! Generel freut es mich, mal wieder von Dir zu lesen, da ich Deine wunderbaren Kommentare zu meinem Ritterepos immer noch in dankbarer Erinnerung habe.

Tendenziell lese ich aus Deinen Anmerkungen heraus, daß uns beim Thema Film offenbar mehr zu trennen als zu verbinden scheint. Das ist aber nicht weiter schlimm - gerade bei Filmen gehen die Vorlieben und Abneigungen doch sehr auseinander. So gehören die beiden anfangs von Dir genannten Filme, die Du lieber nicht sehen willst, zu denen, die ich am häufigsten gesehen habe (in beiden Fällen mindestens sieben- oder achtmal) - andererseits hat etwa "Das Schweigen der Lämmer" meiner Mutter gar nicht gefallen...
Das Phänomen, daß man einen Film großartig findet, aber nicht noch mal sehen möchte, kenne ich übrigens auch gut, nur sind das eben nicht die Filme, die ich hier aufgeführt habe, sondern andere (wie "Shoah" etwa).

Immerhin treffen wir uns ja ein wenig im Science-Fiction-Bereich - und im Fantasygenre ist in der Tat "Der dunkle Kristall" eine besondere Perle, die ich weitaus lieber mag als etwa Peter Jacksons überschätzte Tolkien-Verfilmungen. Bei Komödien geht es mir so, daß mir die älteren Komödien in aller Regel deutlich besser gefallen als die neueren, da gibt es kaum eine, die ich mag.

Liebe Grüße,
Thomas
29.11.2017 | 14:19 Uhr
Hallo
Ich habe deine Liste schon vor ein paar Tagen gelesen, wollte auch schreiben, aber das liebe Internet...
Erst wollt ich dir auf jedes Kapitel schreiben, aber dann hab ich es einfachheitshalber gelassen und schreibe hier für alle. So deine Liste ist also fertig. Viele Filme sind auch auf meiner Lieblingsliste, einige weniger und manche kenne ich gar nicht.
Billy Wilder ist für mich z.B. immer ein Garant für gute Filme, manchmal unterhaltsam, manchmal tiefgründig, so wie das Fenster zu Hof . Von A. Kurosawa kenne ich nur Die 7 Samurei, werde mich aber bei den anderen von ihm umschauen.
Zeugin der Anklage ist ein absoluter muss Film und die 12 Geschworenen ebenso (musste allerdings erst nachsehen, welchen du meinst, da gibt es unzählige Nachäffer davon)
Über Alfred Hitchcock und Aurdey Hepburn brauchen wir gar nicht weiter zu reden, ist ja eh klar, dass die ganz oben sind. Ingmar Bergann mag ich, ist mir aber manchmal zu langatmig, aber das haben alle nordischen Filme so an sich. Wie eben die Menschen selbst, habe das schon öfters erfahren, wenn wir am Nordkapp waren. Fahrenheit 451 natürlich, ist fast bsser als das Buch, da ja nicht zu viel geredet wird. Wer hätte damals gedacht, dass die Menschen freiwillig kaum mehr lesen? Alain Delon als eiskalter Engel in seiner besten Rolle, passte eben zu seiner Ausstrahlung am Besten.
2001 Odyssee im Weltraum verstand ich das erste Mal auch nicht so richtig, aber nach dem Lesen des Buches war es eine Offenbarung für mich. Aber kannst du dir vorstellen, dass bei uns i Wien das ganze Publikum im Kino zu lachen anfing, als beim Erscheinen des Raumschiffes der Donauwalzers erklang? Und das passierte jedesmal!
Wenn wir schon bei SF sind, kann ich gleich dazu sagen, dass mir Solaris als Buch auch besser gefallen hat als der Film.
Kennst du Enimy Mine? Ein deutscher SF Film mit Dennis Quaid und weil Deutsch ist, natürlich schlecht kritisiert, aber ich finde ihn wunderbar, wie sich ein Mensch und ein Außerirdischer zusammentun müssen, um zu überleben, aber ich schweife ab...
Spiel mir das Lied vom Tod, ein Highlight und Charles Bronson sowieso, aber der Film "Nevada Pass" mit ihm gefällt mir fast noch besser.
Fellinis Casanova ist für mich die beste Umsetzung über das Leben dieses Gauners, kommt dem Buch am Nächsten.
Die unheimliche Begegnung hat mir gefallen, es hat mich nur gestört, dass der Hauptdarsteller in seinem eigenen Land nicht gewusst hat, wo dieser Berg ist, aber die USA sind ja auch groß!
Der dunkle Kristall, ein bezaubender Film, einmalig.
Über Schindler Liste brauche ich mich gar nicht weiter auslassen, der rote Mantel des kleinen Mädchens auf dem Karren verfolgte mich noch tagelang. Ich habe das Buch schon einige Jahre vorehr gelesen, wusste, was mich erwartete, aber trotzdem...
Mich wundert, dass du "Das Leben ist Schön" von Roberto Benigni nicht erwähnt hast. Dieser Film ist in der Darstellung des Vaters, dem Sohn ein Spiel vorzugaukeln fast noch grausamer, obwohl nach aussen hin so heiter anmutet.
Jetzt wirds auch bei mir dünn, der schmale Grat vielleicht noch und Forrest Gump, weil ich auch Thomas Hanks gerne sehe, Obwohl die ganzen Dan Brown Filme können sie sich schenken, aber jeder will halt Geld verdienen.
Auch ich gehe seit Jahren nicht mehr ins Kino, erstens, weil es keine großen Leinwände mehr gibt und so ein Handtuchgroßes Ding von Bildfläche habe ich selbst zu Hause, da brauche ich nicht extra noch zu zahlen und die meisten Filme sind ohnehin nicht das Geld wert. Avatar hat mir noch ganz gut gefallen, aber der fällt in eine ganz andere Kategorie. Ist eben nur Unterhaltung.
So jetzt bin ich fertig und ich hoffe, ich habe dich nicht zu sehr genervt, ich habe mich trotzdem noch einigermaßen kurz gehalten, damit ich es diesmal schaffe, es fertig zu kriegen, bevor ich vom meinem lieben Computer wieder die lange Nase gezeigt bekomme.
Übrigens, was wäre mit einer Liste der schlechtesten Filme? Ich wäre auf jeden fall wieder dabei!
Liebe Grüße Wolfsfalle

Antwort von Thomas Heinrich am 29.11.2017 | 20:25 Uhr
Hallo wolfsfalle,

vielen Dank erst mal für Dein zusammenfassendes Review zu meiner kommentierten Filmliste! Bei Billy Wilder stimme ich Dir zu, daß er sowohl unterhaltsame Komödien als auch anspruchsvolle Dramen drehen konnte ("Das Fenster zum Hof" ist allerdings von Hitchcock!). Von Kurosawa kann ich (wie ich neulich auch schon in einer anderen Antwort schrieb) eigentlich alles empfehlen, was ich kenne, selbst seine "schwächeren" Filme sind immer noch überaus sehenswert!
Hitchcock erfreut sich zumindest unter den Filminteressierten erfreulicherweise immer noch großer Beliebtheit (obwohl ich mal in einem Forum wirklich Leuten begegnete, die ihn nicht mochten...), und Audrey Hepburn sehe ich in der Tat auch immer gern, da mag ich auch viele Filme, die es nicht in die Liste geschafft haben. Bergman habe ich eigentlich (fast) nie als langatmig empfunden, da fielen mir eher Tarkowski und Angelopoulos ein (und Antonioni natürlich, wobei ich den allerdings auch wirklich langweilig finde - in den meisten Fällen zumindest). Bei "Fahrenheit 451" finde ich vor allem Truffauts Schluß überzeugender als den Bradburys. Daß dafür bei "2001" beim Donauwalzer gelacht wurde, schockiert mich beinahe, als ich ihn im Kino sah, hat jedenfalls niemand gelacht. Das war allerdings auch nicht in Wien...
Bei "Solaris" ist es bei mir umgekehrt, da mag ich den Film lieber (vielleicht ist das im Kommentar nicht so richtig deutlich geworden); Lems Roman ist zwar philosophisch tiefergehend, aber dafür ziehe ich den poetischen filmischen Stil Tarkowskis vor, Lem schreibt ein wenig akademisch, finde ich (obwohl man das von meinem eigenen Science-Fiction-Roman "Elegia" streckenweise auch behaupten könnte...). "Enemy Mine" habe ich teilweise gesehen, da kenne ich zumindest einige Szenen; "Nevada Pass" kenne ich dagegen nicht, wenn mich mein Gedächtnis nicht täuscht (und es täuscht mich selten). Daß "Der dunkle Kristall" Dir auch gefällt, lese ich natürlich gern - der gefällt mir sehr viel besser als Peter Jackson Tolkien-Verfilmungen, die ich persönlich für ziemlich überschätzt halte. "Das Leben ist schön" fand ich direkt beim Sehen recht gut, sehe den Film inzwischen aber ausgesprochen kritisch. Benigni hat da versucht, in die Fußstapfen von Chaplin und Lubitsch zu treten, die ihre Filme aber auch in Unkenntnis dessen, was seinerzeit tatsächlich in Europa geschah, drehten, während Benigni natürlich genau Bescheid wußte, und da kann man nicht auf solche Weise an dieses Thema herangehen - das ist zumindest meine Meinung. "Forrest Gump" ist übrigens auch ein Film, den ich nicht besonders mag - den würde ich nie in eine Lieblingsfilmliste aufnehmen!
Eine Liste meiner Haßobjekte habe ich eigentlich nicht geplant, aber einige habe ich ja schon in einer an Askaja gerichteten Reviewantwort erwähnt...

Liebe Grüße,
Thomas
28.11.2017 | 21:21 Uhr
Lieber Thomas,

nun ist sie schon beendet, deine wunderbare Film-Hitliste. Ich habe natürlich bereits alle Kapitel verschlungen, doch deine großartigen Kommentare begeistern mich so sehr, dass ich zumindest noch dieses und ein weiteres Review dazu dalassen muss.

Und es geht auch direkt weiter mit einem meiner absoluten Lieblingsfilme, nämlich „Spiel mir das Lied vom Tod“. Charles Bronson als schweigsamer Mundharmonika-Spieler, die Eingangsszene am Bahnhof, Fonda als Frank mit seinen eiskalten Augen, die wunderbare Claudia Cardinale als starke weibliche Darstellerin und schließlich mein absolutes Lieblingsfilm-Zitat „Irgendeiner wartet immer“. Nicht zu vergessen Morricones kongenialer Soundtrack, ach, ich könnte ewig so weiter machen. (Kleine Anekdote am Rande: Ein verhasster Abteilungsleiter im Öffentlichen Dienst und passionierter Jäger lief stets über die Gänge und pfiff dabei die berühmte Mundharmonika-Melodie, wenn er auf dem Weg war, um einen bemitleidenswerten Kollegen niederzumachen. Ja, das lässt tief blicken und alle wussten, wie der Hase läuft!) Du merkst, ich vergöttere diesen Film fast schon und kann deinen Anmerkungen nur zustimmen. Ausnahmsweise gefällt mir in diesem Falle sogar der deutsche Titel besser als das Original, wenngleich dadurch der Bezug zu anderen Werken Leones natürlich verloren geht. In meinem letzten Review wollte ich die darstellerische Leistung von John Wayne übrigens nicht schmälern, vielleicht kenne ich ihn wirklich nur aus seinen eher stereotyphaften Rollen, doch was Western betrifft, sind für mich persönlich Bronson und Eastwood einfach das Maß aller Dinge, wobei ich mich auch gerne noch überraschen lasse, z.B. von dem wundervollen Neo-Western „Slow West“ mit dem begnadeten Michael Fassbender und dem Ösi-Western „Das finstere Tal“, der mich ebenso in seinen Bann gezogen hat.

Kommen wir zu einem weiteren Film, der es in deine Top 100 geschafft hat. „Der Tod in Venedig“. Puh, ganz ehrlich, ich weiß ja, dass du die Mann-Brüder schätzt und ich erkenne das sprachliche Genie von Thomas Mann auch absolut an, genauso wie ich die filmische Umsetzung des Stoffes aus neutraler Sicht für äußerst gelungen halte. Aber ich habe leider eine tiefe Abneigung gegen das Werk entwickelt, die absolut ungerecht und widersinnig ist, da ich diesen Film für eine Studienarbeit intensiv wie kaum einen anderen analysieren musste. Dabei ging es vor allem um das Todesmotiv, das in Buch wie Film unbestreitbar genial eingeflochten ist. Dennoch ertrage ich es seither nicht mehr diesen Film zu sehen, wenngleich die DVD nach wie vor in meinem Regal schlummert. Dennoch gebe ich dir auch hier wieder recht: Eine der besten Literaturverfilmungen, ohne Wenn und Aber!

Mit „Solaris“ hast du wiederum meine Neugier geweckt, denn diesen Film kenne ich bis dato noch nicht. Erneut ein weiterer Tipp auf meiner eigenen Liste, die immer länger und länger wird. Übrigens, wenn du mal meinen absoluten Hass-Film sehen willst, empfehle ich dir „Valhalla Rising“. Noch nie habe ich mich so sehr um fast zwei Stunden meines Lebens betrogen gefühlt wie nach dem „Genuss“ dieses pseudo-innovativen Dünnpfiffs.

Lieber Thomas, ich weiß noch gar nicht, ob ich mich für diese tolle Kolumne bereits bei dir bedankt habe. Falls nicht: Ein ganz herzliches Dankeschön (sicherlich auch an Stelle vieler stiller Leserinnen und Leser), dass du diese herrliche kommentierte Auflistung hier mit uns teilst.

Liebe Grüße und einen schönen Abend
Askaja

P.S.: Wenn ich hier durch bin, lesen wir uns bald beim Telemachos wieder!

Antwort von Thomas Heinrich am 28.11.2017 | 22:08 Uhr
Liebe Askaja,

Deine Antwort auf mein Review und eben dieses neue Review sind im Moment gerade eine wahre Wohltat für mich (ich habe vorhin eine Sache bei meinem Computer bemerkt, die mir ziemlich komisch vorkommt, und das beunruhigt mich im Moment ein wenig).

Was "Spiel mir das Lied vom Tod" betrifft, so läßt sich praktisch aus jedem Deiner Worte die Begeisterung herauslesen, das ist schön! Der Titel hat tatsächlich etwas, auch wenn er im Original noch nicht mal als Textzeile vorkommt, denn in der Schlüsselszene sagt Frank tatsächlich (was Dir ziemlich sicher bekannt ist, so daß ich jetzt wohl Eulen nach Athen trage): "Keep your lovin' brother happy", womit auch klar wird, daß er den Bruder "Mundharmonikas" auf dem Gewissen hat (viele, die nur die deutsche Synchronfassung kennen, meinen, es wäre der Vater).

Deine besondere Erfahrung mit "Tod in Venedig" ist natürlich geradezu tragisch! Solche Sachen wie Analysen können unter Umständen verheerend wirken (ich habe ja nicht umsonst in einem meiner Gedichte ein wenig gegen die Gedichtanalysen in der Schule polemisiert). Äußerst bedauerlich (gerade auch für mich, schließlich habe ich ja meinen Namen aus den Vornamen der Mann-Brüder zusammengebastelt...)!

"Solaris" war übrigens der erste Tarkowski-Film, den ich gesehen habe, und vermutlich ein recht guter Einstieg. Gerade Tarkowski ist doch schwer zugänglich, aber zumindest sein Frühwerk schätze ich mittlerweile sehr. ("Valhalla Rising" war mir dagegen bislang gar nicht weiter bekannt - da scheine ich ja noch mal Glück gehabt zu haben...)

Deinen Dank nehme ich natürlich gern entgegen. Dann hoffentlich bis demnächst ("hoffentlich" wegen der etwas mysteriösen Computersache, die mich beunruhigt...).

Einen schönen Abend noch,
Thomas
27.11.2017 | 15:04 Uhr
Fangen wir mit dem Club der toten Dichter an. Schon früh kam ich mit diesem Film in Berührung, wurde aber leider immer ins Bett geschickt, nachdem die Seiten aus den Büchern gerissen wurden. Ich liebe diesen Film und hoffe, dereinst auch Mitglied in diesem Club zu werden und bis dahin etwas wirklich gutes erschaffen zu haben. Hier haben wir wirklich einen meiner Lieblingsfilme.

Das Schweigen der Lämmer war meine erste Berührung mit dem Thema Serienmörder. Besonders beeindruckt hat mich Hannibal Lecter, nicht durch das was er tat, sondern wieso er es tat. Der Film schafft es, obwohl er durchweg als ein Monster dargestellt wird, dass ohne jede Gefühlsregung zu töten bereit ist, ihn als einen Sympathischen Menschen darzustellen. Das liegt wohl auch an der grandiosen Schaspielleistung von Anthony Hopkins.

Kommen wir zu meinem Absoluten Lieblingsfilm: Fight Club. Ich bekam ihn irgendwann einmal ausgeliehen und er verstaubte dann einige Zeit in meinem Regal. Als ich eines Nachts, es war Wochenende, nichts zu tun hatte und noch nicht schlafen gehen wollte legte ich ihn ein und dieser Film machte etwas mit mir. Kaum war "Where is my Mind" von den Pixies verklungen, startete ich den Film erneut.
Kurz darauf verschlang ich auch das Buch und war erstaunt, wie viele Stellen, ganze Absätze oder sogar Seiten, wurden komplett Eins zu Eins in den Film übernommen. Viele, die diesen Film sehen, ergötzen sich nur an der Gewalt, oder sind von ihr abgestoßen, dabei ist sie nur ein Katalysator. Bevor ich nun anfange hier zu Referieren, verweise ich auf meine Besprechung zu diesem Film: https://www.fanfiktion.de/s/54d116410000b6d537a411fd/12/Blutfeder-039-s-Filmkiste

Antwort von Thomas Heinrich am 27.11.2017 | 21:21 Uhr
Hallo BlutfederderDichter,

zunächst einmal vielen Dank, daß Du wieder ein Review hinterlassen hast!
Den "Club der toten Dichter" habe ich auch schon vor langer Zeit kennengelernt, noch vor dem Ende meiner Schulzeit. Nach mehrmaligem Sehen muß ich anmerken, daß ich die anfangs von mir fast uneingeschränkt bewunderte Figur des Mr. Keating mittlerweile etwas kritischer sehe - denn wenn sich die Ereignisse zuspitzen, ist er den Jungs keine wirklich große Hilfe. Aber auch wenn sich mein Blick auf die Hauptfigur etwas gewandelt hat, spricht das noch nicht gegen den Film als ganzes - es ist ja vielmehr interessant, wenn man mit der Zeit zu anderen Sichtweisen kommt.

Was "Das Schweigen der Lämmer" betrifft, so stimme ich zu, was die wahrhaft brillante darstellerische Leistung von Anthony Hopkins betrifft, aber als "sympathisch" würde ich Lecter nie bezeichnen. Er ist vielleicht "sympathischer" als der Anstaltsleiter Dr. Chilton, aber das ist auch nicht weiter schwer... Alles in allem ist mir letztlich die Emanzipationsgeschichte der Clarice Starling dann aber doch am wichtigsten bei diesem Film, daher bin ich auch nicht so sonderlich erfreut darüber, daß er von vielen Zuschauern nur als Hannibal-Lecter-Show gesehen wird.

Zu "Fight Club" habe ich mich im Kurzkommentar natürlich etwas bedeckt gehalten, insbesondere was den Erzähler und Tyler betrifft; wobei ich beim Wieder-Ansehen immer interessant finde, wie viele (hauptsächlich visuelle) Hinweise es im Film gibt. Gerade zu diesem Film sind mir auch schon die verschiedensten Ansichten begegnet: für die einen ist er nur eine dumpfe Prügelorgie (die haben nicht richtig hingesehen), andere meinen, er propagiere solche Ideen, wie sie Tyler vertritt, während die dritten ihn eher als Warnung genau davor verstehen - eine Auffassung, zu der ich deutlich mehr tentiere, denn es ist ja kaum zu übersehen, daß das "Projekt Chaos" seinen anfangs vielleicht noch anarchistischen Charakter zunehmend verliert und eher faschistoide bzw. sektiererische Züge annimmt. Doch wie ich schon schrieb: in Zeiten von Reichsbürgern und anderen Leuten, die ihre persönlichen Vorstellungen mit Gewalt durchzusetzen versuchen, erscheint mir der Film als ausgesprochen prophetisch.

Liebe Grüße,
Thomas Heinrich
24.11.2017 | 12:51 Uhr
Ja, es kommen immer mehr Filme, zu denen ich etwas sagen kann.

Spiel mir das Lied vom Tod, selbst wer den Film nicht kennt, kennt teile des Filmmusik, da diese mittlerweile als "DIE WESTERNFILMMUSIK" bekannt ist. Der film selbst ist richtig gut gemacht, durch ihn und die Matrixfilme habe ich meine Liebe für lange Mäntel entdeckt. Es gibt nur wenige Kleidungsstücke die ähnlich cool sind.

Solaris habe ich noch nicht gesehen, genauso wie Eraserhead, aber beide stehen auf meiner Liste. Letzterer seit ich Begotten gesehen habe.

Dawn of the Dead ist ein Genreklassiker, an dem niemand vorbeikommt. Und Romero ist ein Meister seines Faches. Bleibt wenig dazu zu sagen.

Das Leben des Brian, einer meiner Lieblingsfilme. Ich sehe ihn mir traditionell immer an Ostern an. So viele Sprüche daraus haben sich in meinen täglichen Sprachgebrauch eingeschlichen, vor allem wenn es um Bazillen geht, irgendjemand etwas über Balsam erzählt, oder ich eine Meinung vertrete, die anderen nicht gefällt: Jehova, Jehova!!!
Mein Zelt damals in Wacken zierte auch die Aufschrift "Romanes eunt Domus". Einige Leute fanden das echt klasse, viele waren nur verwirrt.

Alien, was kann man dazu sagen. Ich könnte jetzt schreiben, dass Ellen Ripley die erste weibliche Actionheldin war, einige Funfacts anführen, wie dass das Alien keine Augen hat, damit die Phrase: "Es kann uns sehen" nicht im Film vorkommen kann, aber ich beschränke mich nur darauf: Einer der absolut besten Science Fiction Filme!

Antwort von Thomas Heinrich am 24.11.2017 | 16:09 Uhr
Hallo Blutfederder Dichter,

die Musik in "Spiel mir das Lied vom Tod" ist in der Tat besonders einprägsam. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang, daß Ennio Morricone die Musik nach dem Drehbuch komponierte und sie bei Drehbeginn schon fertig war, so konnte Leone sie abspielen, was den Darstellern erlaubte, sich bei ihren Bewegungen der Musik anzupassen.

So wie ich Deine filmischen Vorlieben (soweit ich sie bislang erkennen konnte) einschätze, vermute ich, daß Dir "Eraserhead" mehr zusagen dürfte als "Solaris" - aber vielleicht irre ich mich ja auch.

Bei Romero sind wir uns ja auch ziemlich einig, leider habe ich "Day of the Dead" noch nie zu sehen bekommen, was ich recht schade finde.

"Das Leben des Brian" gehört fraglos zu den Filmen, die man entweder toll oder furchtbar findet - daß jemand eine Position in der Mitte einnimmt, kommt kaum einmal vor...

Und "Alien" finde ich auch großartig. Ich habe übrigens neulich gerade einen Film gesehen, der oft als eine der Inspirationsquellen genannt wird: "Planet der Vampire" von Mario Bava. Die Gemeinsamkeiten beschränken sich aber eigentlich darauf, daß in beiden Filmen die Raumschiffe durch ein Notrufsignal auf den betreffenden Planeten landen und dann gibt es noch recht deutliche optische Ähnlichkeiten bei der Untersuchung des Raumschiffwracks, inklusive des humanoiden Riesenskeletts. Sehr viel mehr an Parallelen habe ich aber nicht finden können, und der Bava-Film hat zwar unbestreitbar einen sehr guten und fiesen Schluß, mich ansonsten aber bei weitem nicht so mitreißen können wie "Alien". Das war jetzt eine kleine Abschweifung, aber mit solchen muß man bei mir immer mal rechnen...

Viele Grüße,
Thomas
20.11.2017 | 20:30 Uhr
Hallo lieber Thomas,

es ist wirklich eine Freude, deine Filmliste zu studieren. Die persönlichen Kommentare, die dennoch nicht zu viel an Handlung verraten, finde ich gelungen und sprachlich schön umgesetzt.

Vor allem hast du nun mein Interesse an weiteren Kurosawa-Filmen geweckt. „Die sieben Samurai“ kenne und schätze ich sehr, mag auch das Western-Remake von Sturges wirklich gerne, was aber insbesondere am fantastischen Cast und der Eigendynamik zwischen Brynner und McQueen liegt (Das unnötige Remake von 2016 kam für mich einem Sakrileg gleich). Doch mir war bis dato nicht bekannt, dass Kurosawa weitere, so vielversprechend klingende Filme gedreht hat. Auch sollte ich bei Gelegenheit ein paar weiteren Werken von Bergmann eine Chance geben, insbesondere „Wilde Erdbeeren“ reizt mich schon lange. Mit Polanski bin ich bisher nie so richtig warm geworden, wobei „Rosemaries Baby“ absolut zurecht in eine Liste mit besonderen Filmen gehört, da bin ich ganz bei dir. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich mit den meisten Horror- oder Psychofilmen nicht so viel anfangen kann – außer eben Hitchcock. Da hast du wirklich ein paar Perlen des Master of Suspense aufgeführt und vor allem deine Ausführungen zu „Psycho“ fand ich äußerst treffend.
Sehr gefreut hat mich, dass mit „Rio Bravo“ ein absoluter Western-Klassiker in deiner Liste auftaucht. Und interessant und lustig, dass du ebenfalls eher Martins schauspielerische Leistung im Vordergrund der ziemlich genre-bedingt stereotypischen „High Noon“-Handlung siehst. Auch wenn John Wayne eine wahre Ikone dieses Filmgenres ist, ich persönlich kann mit seinen verkörperten Figuren meist kaum etwas anfangen, mir fehlt da das gewisse Etwas, das so viele (Anti-)Helden der Italo-Western für mich psychologisch so spannend macht.
Oh, und zuletzt ist es erfreulich, dass du Filmperlen wie „Die zwölf Geschworenen“ in deiner Auflistung miteinbringst. Dieser Film hat mich wirklich nachhaltig beeindruckt und es ist faszinierend, dass ein Werk mit minimalsten Mitteln so packend und interessant wie ein Thriller daherkommen kann. Ich mag solche Ensemble-Filme immer sehr gern und ich stimme dir zu, es ist absolut eine Kunst die Verfilmung eines Theaterstückes nicht wie einen Mitschnitt aus eben diesem wirken zu lassen.

Nun freue ich mich schon sehr auf deine weiteren Lieblingsfilme samt erfrischender Kommentare. Vor allem finde ich es beachtlich, dass dein Geschmack nicht an irgendwelche Genre oder Schauspieler bzw. Regisseure gebunden scheint, sondern Vielseitigkeit und Unvoreingenommenheit aus deinen Empfehlungen sprechen. Persönlich würde mich einmal interessieren, welche Filme aus der jeweiligen Epoche du persönlich ganz scheußlich findest - das könnte sehr unterhaltsam werden!

Viele liebe Grüße und noch einen schönen Abend
Askaja

Antwort von Thomas Heinrich am 21.11.2017 | 15:29 Uhr
Liebe Askaja,

mir ist es (wie immer) eine Freude, eines Deiner freundlichen und ausführlichen Reviews zu beantworten.
Die Kommentare zu schreiben, ist eine größere Herausforderung, als ich anfangs dachte. Einerseits sollen das ja keine ausführlichen Rezensionen sein (wie sie in meinem Filmtagebuch von filmforen.de noch zu finden sind), aber doch deutlich machen, warum ich einen Film in die Liste aufgenommen habe. Dazu kommt noch, daß ich bei Filmen, die ich sehr mag, aber (meistens wegen mangelnder Verfügbarkeit) schon lange nicht mehr gesehen habe, oft noch mal in meine Nachschlagewerke hineinschauen muß, damit sich keine Fehler einschleichen (das passiert schneller, als man denkt), während ich bei den Filmen, die ich extrem gut kenne, mich eher zurückhalten muß, damit der Kommentar nicht zu sehr ausufert.

Was Kurosawa betrifft, so kenne ich insgesamt 19 seiner Filme, und darunter ist kein einziger, den ich nicht empfehlen könnte - der Mann ist einfach einer der größten Regisseure überhaupt; und einer der einflußreichsten. "Die glorreichen Sieben" (die ich dann doch um einiges distanzierter sehe, weil ich das Original so verehre) ist ja keineswegs das einzige Beispiel: Leones "Für eine Handvoll Dollar" ist ein lupenreines Remake von Kurosawas "Yojimbo", George Lucas hat in "Die verborgene Festung" zumindest einige Details vorgefunden, die ihn bei "Star Wars" inspirierten, Zhang Yimous "Hero" hat "Rashomon" einiges zu verdanken - und das sind nur einige Beispiele, die mir auf Anhieb einfallen. Zwei der Spätwerke des Meisters werden übrigens auch noch in der zweiten Hälfte der Auswahl zu finden sein. Bergmans Werk zu erkunden, ist auf alle Fälle auch eine gute Idee.

Der Kommentar zu "Psycho" war mir auch besonders wichtig, immerhin ist dies einer meiner zehn Lieblingsfilme (wie auch die Hervorhebung des Titels deutlich macht), aber zugleich eine gewisse Herausforderung, da ich deutlich machen wollte, warum ich den so toll finde, ohne mehr als unbedingt nötig zu verraten.
"Rio Bravo" war auch ein Film, den ich auf Anhieb toll fand und immer wieder gern sehe. Daß die Handlung an "High Noon" erinnert, ist ja kein Zufall, Howard Hawks mochte den nämlich nicht und verstand "Rio Bravo" ein wenig als Gegenfilm dazu - ich teile seine Kritik nur bedingt, finde seinen Film aber trotzdem hinreißend. Was John Wayne betrifft, so dachte ich einst ähnlich, erst allmählich bemerkte ich auch die Vielfalt seiner Rollen (insbesondere bei John Ford). In "Fort Apache" etwa ist er in einer ganz ungewöhnlichen Rolle zu sehen, dort droht eine Auseinandersetzung mit den Indianern, und die von Wayne gespielte Figur muß hilflos mit ansehen, wie ihr Vorgesetzter (den Henry Fonda spielt), ein bornierter Rassist, unaufhaltsam die Katastrophe heraufbeschwört. In "The Searchers" spielt er dafür Ethan Edwards, der auch ein ausgesprochener Antiheld ist: rachebesessen, rassistisch, verbittert; in "Red River" (den Howard Hawks gedreht hat) ist er zunächst eine Vaterfigur für Montgomery Cliff, wird im Verlauf des Films aber immer mehr zum Despoten - kurz und gut, es lohnt sich, bei Wayne genauer hinzusehen und sich nicht von seinem Image blenden zu lassen - aber ich habe etliche Jahre gebraucht, um dies zu erkennen.

Was "Die zwölf Geschworenen" betrifft, so hat sich Sidney Lumet in seiner Laufbahn immer wieder als ein Meister der ansprechenden Verfilmung von Bühnenstücken erwiesen, vielleicht auch, weil er sowohl Kinofilme, Fernsehfilme als auch Theaterstücke inszeniert hat und sehr gut weiß, worauf es in den jeweiligen Gattungen besonders ankommt (außerdem ist Lumet ein Regisseur, der sich durch ein besonders feines psychologisches Gespür für seine Figuren auszeichnet). "Die zwölf Geschworenen" mag ich aber unter seinen Filmen am liebsten.

Ich will mich nachher daran machen, die nächsten zehn Kommentare zu verfassen. Bei Regisseuren und Genres habe ich schon meine Vorlieben, die ja in dieser Auswahl auch durchscheinen, aber ich bin nicht auf ein spezielles Genre festgelegt (was es ja auch manchmal gibt). Genres, die mir tendenziell eher weniger liegen, sind der Kriegsfilm, das Musical und Monumentalschinken - da gibt es natürlich auch Ausnahmen, die aber dann eher die Regel bestätigen.
Einige Beispiele für Filme, die ich (epochenübergreifend) furchtbar finde, wären "Blow up" (wobei Antonioni mir ohnehin nicht liegt), "Uhrwerk Orange" (was recht spezielle Gründe hat, aber ich erwähnte ich ja schon, daß Kubrick eine Haßliebe ist) oder "Der Himmel über Berlin" (verblasenes Kunstkino, mit dem man mich auf Bäume jagen kann). Während diese Filme Klassiker sind, die ich nicht ausstehen kann, gibt es dann natürlich auch so manche Filme, die ich schlicht und ergreifend für Schrott halte: da wären etwa so ein Müll wie "Armageddon" von dem Hochglanzstümper Michael Bay oder "Sin City", der offenbar schon als Kultfilm geplant war, zu nennen; der schlechteste Film, den ich überhaupt jemals gesehen habe, ist aber eindeutig "Angriff der Killertomaten".

Liebe Grüße,
Thomas
19.11.2017 | 20:34 Uhr
Endlich einmal kann ich etwas zu deiner Liste schreiben, da ich zwei Filme gefunden habe, die ich gesehen habe.

Charade habe ich vor langer Zeit gesehen, es war ein Sonntag Nachmittag und es kam nicht viel anderes im Fernsehen. Eine charmante Komödie. Leider erinnere ich mich nichtmehr an viel, da es locker 15 Jahre her ist, dass ich ihn gesehen habe.

2001 hat mich komplett verwirrt. Ich habe keine Ahnung, was mir dieser Film sagen will, höre ich ihn doch in meine Ohren brüllen. Er ist wirklich sehr gut gealtert. Viele wirklich schöne Bilder und eine grandiose Hintergrundmusik. Auch wenn manche Effekte doch sehr alt aussehen, passen sie gut in den Filmund stören nicht, wie schlechtes CGI-Wasser in einem der neueren Bond Filme.

Antwort von Thomas Heinrich am 19.11.2017 | 21:53 Uhr
Hallo BlutfederderDichter,

vielen Dank für Dein Review zu meiner Filmliste. (Du kennst bisher nur die beiden Filme? Dann gibt es für Dich ja noch eine Menge zu entdecken - aber da ja noch 50 neuere Filme kommen, wirst Du bestimmt noch weitere Dir bekannte Titel finden.)

"Charade" ist in der Tat äußerst charmant, aber auch durchaus spannend - eine sehr ausgewogene Mischung, wie ich finde. Und schön ist auch das Verwirrspiel, das Cary Grant betreibt, der sich immer wieder als jemand anderes ausgibt...

"2001" ist auch fraglos ein sehr geheimnisvoller Film, und einer, den man in verschiedenen Sichtungen auch ganz unterschiedlich erleben kann, wie ich selbst im Laufe der Jahre festgestellt habe. Übrigens ließ Kubrick zunächst eine Filmmusik komponieren, verwendete sie aber nachher doch nicht und setzte statt dessen auf Johann Strauß, Richard Strauss, Ligeti und noch einen weiteren Komponisten. Daß der Film immer noch so faszinierend ist, liegt vermutlich auch daran, daß er hauptsächlich auf Bilder setzt, während mehr als zwei Drittel des Films völlig ohne Dialog auskommen. Und die Effekte sehen wirklich noch gut aus, während viele heutige Science-Fiction-Filme mit regelrechter CGI-Grütze vollgestopft werden.

Liebe Grüße,
Thomas
14.11.2017 | 10:01 Uhr
Lieber Thomas,

zunächst einmal tut es mir leid, dass es in letzter Zeit doch recht still um mich war, dabei haben erneut viele deiner neuen Werke den Weg in meine Favoritenliste gefunden - so auch "Meine hundert Lieblingsfilme". Es ist immer sehr interessant zu sehen, welche Filme anderen Menschen zusagen, welche sie mitreißen oder abstoßen. Jeder hat hier persönliche Vorlieben und Abneigungen, ganz unabhängig davon, ob ein Film handwerklich gut gemacht ist oder nicht. Was ich an deiner Auflistung toll finde, ist die chronologische Anordnung und die Kurzkommentare samt knapper Inhaltsangabe zu den einzelnen Werken. Aus meiner Studienzeit kenne ich vor allem die genannten Werke aus der Anfangszeit des Filmes, insbesondere "Panzerkreuzer Potemkin" fand ich sehr beeindruckend. Auch habe ich mir vor Jahren die restaurierte Langversion von Langs "Metropolis" angesehen. Immer wieder interessant, dass gerade Meilensteine des Kinos beim damaligen Publikum meistens Flops und finanzielle Fiaskos waren.
Mein absolutes Hightlight war allerdings, dass es "Arsen und Spitzenhäubchen" in deine Liste geschafft hat. Dieser Film zählt schon seit Jahren zu meinen absoluten Lieblingsfilmen und du hast recht, Cary Grant liefert hier seine Paraderolle ab und meine Begeisterung für diesen Film geht sogar soweit, dass ich fast alle Passagen synchron mitsprechen kann. Von Ingmar Bergmann hat mich "Die Jungfrauenquelle" tief beeindruckt, vor allem, wenn man die damals skandalöse filmische Darstellung von (sexueller) Gewalt bedenkt.
Nun bin ich einmal gespannt, ob weitere meiner persönlichen Filmjuwelen auch in deine Liste Einzug halten. Ich habe z.B. eine Schwäche für gut gemachte (Italo-)Western wie "Spiel mir das Lied vom Tod", aber auch Komödien wie "The Party" oder Historenfilme wie "Spartacus" wissen mich immer zu begeistern. Ein wirklicher Fan von Horrorfilmen bin ich nicht (Dank "ES" hasse ich seit meiner Kindheit Clows ;-)), aber der große Hitchcock spielt da mit Recht in einer völlig anderen Liga, ebenso wie ein Gros seiner fimischen Werke.

Eine schöne Idee mit toller Umsetzung. Dafür und für ein paar interessante neue Filmtipps vergebe ich doch gerne ein Sternchen.

Liebe Grüße und eine schöne Woche
Askaja

Antwort von Thomas Heinrich am 14.11.2017 | 16:00 Uhr
Liebe Askaja,

wie immer freue ich mich sehr darüber, etwas von Dir zu lesen! Es ist ja tatsächlich ein wenig her, daß dies das letzte Mal der Fall war, aber Deine Favoriteneinträge (und vermutlich auch Sternchen) habe ich trotzdem immer erfreut zur Kenntnis genommen. Ich bin ja auch meinerseits durchaus gespannt auf das nächste Kapitel von "Frühling in der Unterwelt" (wobei es auch bei mir immer mal ein etwas dauern kann, bis ich mich melde, und das wird sich demnächst noch verschärfen).
Nun aber zu dieser Auflistung: ich finde es auch immer interessant, die Vorlieben und Abneigungen anderer Filminteressierter kennenzulernen, und ich habe ja über mehr als zehn Jahre hinweg mit anderen Leuten Filmdiskussionen im Netz geführt und dabei die unterschiedlichsten Sorten von Cineasten kennengelernt, einige auch im wirklichen Leben. Dabei machte ich auch die Feststellung, daß mein eigener Filmgeschmack für "gewöhnliche", d.h. nur oberflächlich an Filmen interessierte Leute zumiest völlig exzentrisch erscheint, während ich in den Kreisen derer, die sich in verschiedenen Foren austauschten, fast schon dem Mainstream zuzurechnen war (denn da gibt es dann auch die eingefleischten Fans von Italohorrorfilmen ala Dario Argento usw., oder diejenigen, die völlig auf Arthousefilme spezialisiert sind).
Den von Dir erwähnten "Metropolis" fand ich - in der Fassung, die ich gesehen habe - übrigens visuell überwältigend, inhaltlich aber bestürzend dämlich; aber es ist fraglos ein Film, der ungeheuren Einfluß ausgeübt hat. "Arsen und Spitzenhäuchen" hätte ich vermutlich in keine Liste der besten Filme aufgenommen, aber in einer persönlichen Lieblingsfilmliste darf der nicht fehlen. "Die Jungfrauenquelle" gehört zu den Bergman-Werken, die ich noch nicht kenne.
Ich werde versuchen, heute noch die Kommentare für den dritten Zehnerblock fertigzustellen (das ganze ist zeitraubender, als ich dachte...) und dann hier hochzuladen, vorausgesetzt, daß die Seite mitspielt, denn fanfiktion scheint heute ein wenig zu spinnen.

Ich wünsche Dir gleichfalls eine schöne Woche.
Liebe Grüße,
Thomas
12.11.2017 | 21:08 Uhr
Hallo
Voerst einmal, ich bin deinen Geschichten nicht untreu geworden, sondern mein Internet ist hier, wo ich derzeit bin, sehr launenhaft und verweigert mir des Öfteren den Zugang.
Nun zu dieser Geschichte, oder besser Aufzählung. Sag mal, hast du mir die Liste aus meinen Gehirn geklaut? Fast alle Filme finde ich auch toll. Der große Diktator, ein Meilenstein, vor allem, wenn man die Zeit bedenkt, in der Charly Chaplin den Film gemacht hat, oder die großartige Katharine Hepburn und dass "Der dritte Mann" für mich als Wienerin Pflicht ist, ist doch selbsverständlich, oder? Ich bin auf jeden Fall auf die Weiterführung der Liste sehr gepannt.
Liebe Grüße Wolfsfalle

Antwort von Thomas Heinrich am 13.11.2017 | 13:12 Uhr
Hallo wolfsfalle,

schön mal wieder von Dir zu lesen. Was Internetprobleme betrifft, bin ich übrigens auch ein gebranntes Kind, ich stand letztes Jahr mal monatelang ohne da.
Es freut mich ganz allgemein, daß meine Liste auf so viel Interesse stößt (was ich auch an den Favoriteneinträgen ablesen kann). Ich werde dann auch bald die Kommentare zum nächsten Zehnerblock in Angriff nehmen, da tauchen dann auch die ersten Filme der von mir besonders verehrten Meister Hitchcock und Kurosawa auf.
Liebe Grüße,
Thomas
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