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Autor: Svenja2
Reviews 1 bis 17 (von 17 insgesamt):
Spades (anonymer Benutzer)
11.10.2017 | 11:04 Uhr
Hallöchen!
So, lang lang ists her, aber nun nehme ich mir auch tatsächlich mal die Zeit, mich wieder mehr aufs Schreiben zu konzentrieren und somit auch aufs Kommentieren anderer Geschichten ;-) Sorry, dass es so ewig gedauert hat. Wie es in naher Zukunft weitergeht, ob ich da wieder schneller sein werde, kann ich nicht sagen. Aber ich gebe mir Mühe.

Dass meine Reviews teilweise so hart sind, dass du, wie du sagst, im Boden versinken möchtest, tut mir echt leid^^ Andererseits sagst du ja auch selbst, dass dir das umso mehr hilft und deshalb werde ich damit jetzt einfach so weiter machen, wie gehabt. Und los geht’s:


„VIER TAGE SPÄTER:“ -> Dass vier Tage vergangen sind, kannst du auch in den Text einfließen lassen. Sogar, wenn du es dir ganz einfach machen willst, in einem einzigen Satz, den du vorne anstellst: „Vier Tage waren vergangen.“ Das ist natürlich Geschmackssache, aber für meine Begriffe klingt es schöner und eleganter.

„Lauras Familie trauerte. Sie hatten sich langsam daran gewöhnt, in ihren Träumen und vor ihren Augen immer wieder ihren Vater zu sehen, wie er gestorben war“ -> Ich glaube, du meinst „ihren Vater und Ehemann“. Es kann ja wohl kaum auch der Vater von Lauras Mutter sein.

„und sie hatten sich damit abgefunden, mit verquollenen Augen und traurigen Gesichtern dazusitzen, beim Essen nur zu schweigen und zu nichts in der Lage zu sein.“ -> Zu nichts in der Lage zu sein widerspricht der Tatsache, dass sie gemeinsam essen. Irgendjemand muss das Essen ja gemacht haben.

„Nicht mal Laura konnte ihre Rachepläne gegen Ezzer verwirklichen,“ -> Ich kann mich nicht daran erinnern, dass sie Rachepläne gegen ihn hat. Sicher, das wäre allzu logisch, nachdem Ezzer schuld am Tod ihres Vaters ist. Trotzdem versteht sich das nicht einfach von selbst. Vorher, noch in der Schule und auch während der misslungenen Rettungsaktion der Sanitäter, war von Rachegedanken keine Rede. Nur davon, dass Laura Ezzer besiegen muss, weil… na ja, weil sie eben Laura ist und er Ezzer. Oder vielleicht auch, weil sie magische Fähigkeiten hat, aber die haben andere ihrer Klassenkameraden ebenfalls. Oder weil sie aus dem Nichts das Rezept für einen Heiltrank hatte, der… ach, was weiß denn ich! Aber von Rache war nie die Rede. Wenn die bei ihr entsteht, dadurch, dass ihr Vater an dem Virus gestorben ist, wäre es besser, wenn du das vorher erwähnen würdest.

„weil sie so in Trauer versunken war.“ -> Das ist zwar realistisch, verträgt sich aber nicht mit den angeblichen Racheplänen, die Laura hat. Man überlege sich das: Rachegedanken, überhaupt in Erwägung zu ziehen, sich zu rächen, ist eine Sache. Konkrete Pläne, das ist ein viel weiter fortgeschrittenes Stadium, in dem ein Mensch sich befindet, der vorhat, sich zu rächen. Um einen Plan zu schmieden, also, die Ausführung irgendeiner Handlung zu planen, sodass man sie umsetzen kann, muss man nämlich erst einmal den Entschluss fassen, diese Handlung überhaupt durchführen zu wollen.
Nun ist es aber leider so, dass man, wenn man in tiefer Trauer versunken ist, nicht nur kaum handlungsfähig, sondern auch nicht wahnsinnig entschlussfreudig ist. Sieh dir die tragischen Helden und Heldinnen unserer Unterhaltungsliteratur an: Wenn denen jemand wegstirbt, sind sie zunächst in Trauer versunken und dann? Ja, dann kommen die Rachegedanken, die Entscheidung zur Rache, die Rachepläne – und das holt sie dann auch meistens wieder hoch. Das ist ja das Nützliche an der Rache: Wenn man durch seine Trauer schon in ein tiefes Loch gefallen ist, holt einen der Entschluss zur Rache da meistens recht zuverlässig wieder raus. Für manche ist das der einzige Grund, weiterzuleben. Wobei auch das fatal ist, schließlich ist allgemein bekannt, dass Hass und Zorn (die einen ja häufig zur Rache treiben), schlechte Ratgeber sind. Insofern hat Laura vielleicht sogar Glück, dass sie in ihrer Trauer schier handlungsunfähig ist. Das hält sie zumindest davon ab, sich zu unüberlegten Gegenschlägen gegen Ezzer zu entschließen, was dem wahrscheinlich zugute kommen würde: Schließlich ist Laura geschwächt und hat im Prinzip keine Ahnung, mit wem sie es zu tun hat. Es wäre ein Leichtes für ihn, sie auszuschalten. Also, wahrscheinlich besser so. Nur, dann passt es eben mit der Rache nicht zusammen. Man könnte es so umbauen, dass sie vielleicht Rachegedanken hegt, aber nicht die nötige Kraft hat, die umzusetzen bzw. überhaupt weiterzuverfolgen. Das würde für mich persönlich am ehesten zum Charakter Laura passen, so, wie ich ihn jetzt kennengelernt habe.

„Man hatte sie für unbestimmte Zeit von der Schule abgemeldet, sowie ihren Bruder vom Kindergarten,“ -> Gut, da weiß ich jetzt nicht, wie man das normalerweise macht, wenn die Kinder noch nicht volljährig sind. Ich hab mich damals selbst krankgemeldet für ne Woche, mein Bruder ist nur für den Rest der Woche zuhause geblieben und dann wieder in die Schule gegangen. Und bei meiner Mutter wusste es die Arbeitsstelle sowieso schon, weil’s durch die Nachrichten ging, ich glaube, sie hat dann dort angerufen und zwei Wochen Sonderurlaub bekommen. Also, das wäre jetzt meine Anmerkung: Selbst bei allem Verständnis für die Lage der Trauernden, aber unbestimmte Zeit ist nicht. Es muss klar sein, wann es weitergeht. Wenn das noch nicht absehbar ist, ich glaube, dann veranschlagt man erstmal einen bestimmten Zeitraum, z. B. zwei Wochen und verlängert ihn dann, wenn es dann noch nicht ausgestanden ist. Ich hätte also Laura und ihren Bruder jeweils erstmal zwei Wochen krankgemeldet. Mit dem Hinweis darauf, dass man das aber jederzeit verlängern kann.

„ihre Mutter hatte sich beurlauben lassen, glücklicherweise hatte ihr Chef bei ihrem Anblick sofort zugesagt“ -> Wie gesagt, wegen so etwas kann man sich krankschreiben lassen bzw. Sonderurlaub bekommen.

„und versprochen, dass sie ihre Stelle nicht verlieren würde,“ -> Das will ich ihm aber auch geraten haben.

„er wisse, wie es sei, wenn ein sehr naher Mensch durch Krankheit sterbe,“ -> Gut, in manchen Ausbeuterbetrieben ist es nicht mal unrealistisch, dass einem der Urlaub nicht gewährt wird bzw. man doch die Stelle verliert. Aber, das ist ganz und gar nicht rechtens, dagegen kann man Klage erheben. Anders gesagt: Dass der Chef großes Verständnis hat, weil ähnliche Erfahrungen, ist wunderschön und das kann man gerne auch anführen. Nur leider liest es sich so, als wäre das keine Selbstverständlichkeit, wegen eines Trauerfalls beurlaubt zu werden, doch das ist es gücklicherweise.

„die ganze Familie war ihm dankbar dafür.“ -> Für das Verständnis, in Ordnung. Aber, ich wiederhole es noch mal, es wäre auch ohne das Verständnis rechtens gewesen.

„Lauras Freunden hatte man gesagt, sie brauche jetzt ihre Zeit“ -> Wer hat ihnen das gesagt? Es kommt nämlich auch hier wieder ganz entscheidend darauf an, wie man trauert. Manch einer will niemanden sehen, mancher kann gar nicht oft genug nahestehende Menschen, wie z. B. Freunde um sich haben. Deshalb halte ich es für nicht besonders verantwortungsvoll, Lauras Freunde von ihr fernzuhalten – außer sie hat im Moment selbst keinen Nerv für sie, aber ich denke, das kann sie ihnen trotz aller Trauer trotzdem immer noch selber sagen.

„und so nahmen sie alle Rücksicht, bis zu diesem Abend.“ -> Cool, das ist mal ein Foreshadowing, das ich mir eingehen lasse. Wir wissen also nach diesem traurigen und nicht sehr handlungsreichen Einstieg, dass in diesem Kapitel noch etwas Entscheidendes passieren wird. Immer her damit!

„Joule und Kathy saßen in Kathys Zimmer und unterhielten sich, wobei die Stimmung sehr gedrückt war.“ -> Das wundert mich nun gar nicht, dass die Stimmung gedrückt ist.

„Als sie einen Moment nur noch da saßen, brach Kathy unvermittelt in Tränen aus.“ -> Herrje, Fake-Kathy, diese Heulsuse geht mir echt auf die Nerven!

„„Kathy?“, fragte Joule besorgt, setzte sich neben sie und legte ihr den Arm um die Schulter.
Kathy ließ sich gegen Joule fallen und weinte sich eine Weile bei ihr aus. Joule drückte sie ganz fest an sich und sagte:
„Du kannst mir immer erzählen, wenn du was hast. Ich werde immer da sein.““ -> Soll das ein Witz sein? Was denn um alles in der Welt könnte Kathy wohl haben?! Lass mal sehen, da ist ein Virus im Umlauf und Deutschland hat immer noch nicht den Notstand ausgerufen, derweil haben deutsche Mikrobiologen offenbar immer noch keine Ahnung, was gegen diese neue Krankheit auszurichten ist und die Bevölkerung wird im Unklaren gelassen. Zudem ist der Vater einer guten Freundin vor vier Tagen an dieser Krankheit gestorben und zwar unter schlimmsten Schmerzen. Ich weiß zwar nicht, wie genau Lauras Freunde das nun mitbekommen haben, aber selbst, wenn sie nur wissen, dass Lauras Vater an der Krankheit gestorben ist, haben sie bestimmt noch den sich vor Schmerzen windenden Mann in Erinnerung. Das dürfte genug sein, damit sie wissen, wie ernst es ist. Und sie wissen auch, dass es jeden von ihnen treffen könnte. Was also könnte Kathy wohl haben?

„„Ich halt das nicht mehr aus! Total viele sind schon krank, bei Jonas fängt es auch schon an und es passiert einfach nichts!“ -> Sag ich doch!

„Jonas soll nicht wie Lauras Vater enden!“ -> Würde ich auch nicht wollen.

„Er ist der liebste Junge den ich mir hätte jeh vorstellen können“ -> „je“ ohne „h“

„und wenn ich ihn verliere, bin ich überhaupt nicht mehr die alte!“ -> Untypischer Satz für eine Jugendliche. Ich würde sie eher so was sagen lassen, wie: „Dann bin ich nie wieder ich selbst“ oder „dann verliere ich auch mich selbst“ oder „Dann weiß ich nicht mehr, was ich mit mir noch anfangen soll.“
„Warum passiert denn nichts?““ -> Das würde ich auch gerne wissen.

„Diese Frage hatte Kathy in dem Wissen gestellt, dass Joule in gewisserweise in die Zukunft sehen konnte.“ -> Erstens, was heißt „gewisserweise“? Das klingt ein bisschen so, als wüsstest du selbst nicht genau, wie du dir das Sehen von Joule vorstellst. Wenn doch, kannst du es auch gleich expliziter beschreiben oder aber das „gewisserweise“ einfach weglassen. Wenn du es jedoch nicht genau weißt, musst du dir darüber erstmal Gedanken machen. Zweitens: Hm, das ist interessant, dass Kathy das aus diesem Grund fragt. Für mich klang es eher wie ein verzweifelter Ausruf. Finde ich aber interessant, dass sie sich was dabei denkt. Ob das die echte Kathy auch getan hätte? Vielleicht sogar noch viel eher, wenn ich es mir recht überlege. Die echte Kathy hätte allerdings beileibe nicht so rumgeheult.

„Die von Kathy erhoffte Wirkung ihrer Frage trat sofort ein.“ -> Warte mal, war es nicht so, dass sich bei Joule die seherischen Fähigkeiten dann aktivieren, wenn jemand sie braucht? Aber ich meine, dass sie das auch irgendwie steuern kann? Oder war mit der „erhofften Wirkung“ nur gemeint, dass Joule ihrer Bitte stattgibt und ihre Kräfte einsetzt?

„Joule drückte sie noch einmal fest an sich und schloss für einen Moment die Augen. Sie flüsterte kaum wahrnehmbar in einer fremden, angenehm klingenden Sprache“ -> So leid’s mir tut, aber für die Sprache solltest du dir auch noch was ausdenken. Zumindest, wie sie heißt und wie sie ungefähr klingt. Musst dir jetzt ja nicht ne komplette Grammatik oder so dafür ausdenken, aber dass man zumindest ne Ahnung hat, wie sich das so anhört. Das fände ich persönlich ganz cool, ansonsten klingt dieses Detail mit der Sprache ziemlich dahingerotzt. So nach dem Motto: Jawoll, ich bau mal irgendeine, nicht näher spezifizierte fremde Sprache ein, das kommt immer gut.

„und als sie die Augen wieder öffnete, sagte sie:
„Es gibt noch Hoffnung. Aber wir müssen auch etwas tun, damit es so ausgeht, wie ich es sehe.““ -> Wie sieht sie es denn? Das hätte mich jetzt eher interessiert, als dieser ohnehin logische Fakt, dass sie etwas tun müssen.

„Woher weißt du das?“ -> Vielleicht, weil sie magische Fähigkeiten hat, liebe Fake-Kathy?

„Ich sehe nicht nur, was passieren kann, auf Wunsch kann ich auch die Bedingungen dafür sehen.““ -> Das ist cool. Ist auch noch mal ein schöner Hinweis darauf, dass die Zukunft nicht festgelegt ist, sondern wir sie beeinflussen können. Es gibt immer bestimmte Wege, die zu einem bestimmten Ziel führen und wir steuern auf ein anderes Ziel zu, sobald wir einen anderen Weg einschlagen. Sehr gut.

„„Echt?“
„Ja, dafür muss ich aber vorsichtig sein, denn wenn ich den Spruch falsch sage kommt was schlimmstenfalls passieren wird,“ -> Wieso? Das erhöht zwar die Spannung, macht aber keinen Sinn. Spannung ist immer gut. Aber wenn man dafür willkürlich irgendeine Regel erfinden muss, leidet darunter meiner Meinung nach ganz schön die Qualität der Geschichte. Mach es lieber so, dass Joule selbst irgendwas Schlimmes passiert, wenn sie den Spruch falsch sagt. Also, dass sie dann z. B. in irgendeiner Dauerschleife aus einer Halluzination festhängt, die ihr suggeriert, dass der schlimmste Fall eingetreten ist. Oder so.

„dann kommt, was passiert, wenn es so weiter geht wie jetzt und dafür brauche ich keine seherischen Fähigkeiten.“ -> In dem Satz fehlen ein paar Kommata, ansonsten finde ich ihn gut, weil’s einfach richtig ist. Joule gefällt mir im Moment recht gut, weil sie die Initiative ergreift. Ist irgendwie so eine Macke derjenigen MagierInnen, die es draufhaben, zu Sehen und mit Wahrnehmungen zu hantieren, finde ich. Da sie sich durch ihre Fähigkeiten manchmal über den Dingen glauben, versuchen sie auch, alle Fäden in die Hand zu nehmen. Gefährliche Eitelkeit, würde ich sagen. Allerdings auch irgendwo nachvollziehbar. Und im Fall Laura sogar sehr nützlich und ehrenvoll.

„Ich könnte dich sogar teilhabenlassen.“ -> Super, dass das auch geht. Und super, wenn wir Leser uns genau jetzt dran erinnern, dass das Fake-Kathy ist. Schließlich kriegt die jetzt wahrscheinlich genau die Infos, auf die sie als Maulwurf so lange gewartet hat.

„In diesem Fall müsste ich das sogar, damit wir alles richtig machen,“ -> Wieso das denn jetzt auf einmal? Kathy wollte doch nur wissen, was sie tun müssen, damit die Zukunft gut wird?

„denn die Sache ist kompliziert, es hat mit Laura zu tun.“ -> Was auch sonst. Aber, was hab ich gesagt, Joule will die Fäden in die Hand nehmen. War ja klar^^

„Ihre Familie trauert ja wegen ihrem Vater.“ -> Wegen ihres Vaters. Genitiv. Sorry. Du weißt ja, genitiv ins Wasser weils dativ ist.

„Aber wir zwei können sie auch wieder in die Realität zurück holen, vertrau mir.““ -> Aha, jetzt kommen wir auf das zurück, was im vorigen Abschnitt des Kapitels angedeutet wurde.

„„Ist das auch nicht gefährlich?““ -> Ach komm schon, Fake-Kathy, als ob diese klischeebehaftete Frage jetzt nötig gewesen wäre!

„„Eine Zeitreise für zwei mit Bedingungen ist eigentlich ganz einfach.“ -> Da wäre nur zu klären, ob Fensterplatz oder Platz am Gang, hihi. Sorry, aber das klang wirklich so, „Eine Zeitreise für zwei, mit Bedingung“, als würden die das gerade im Reisebüro buchen. Vielleicht wäre es besser, wenn Joule, bevor sie so stark Hackendampf gibt, lieber erstmal ihren Plan mit der Zeitreise und allem detailliert darlegen würde. Das wäre wahrscheinlich nicht nur für Kathy hilfreich, sondern vor allem auch für den Leser.

„Du brauchst eigentlich nichts zu tun, jedenfalls im Moment nicht.“ -> Uff, solche Anweisungen hab ich immer gerne. Ab wann muss sie denn was tun?“

„Dein Zustand lässt es zu.“ -> Da wär ich mir nicht so sicher. Sie ist psychisch instabil, heult die ganze Zeit. Aber gut, Joule hat die Fähigkeit, Menschen hinter die Stirn zu gucken, sie wird das besser wissen, als ich. Trotzdem, auch das hätte ich gerne genauer gewusst, was für ein „Zustand“ es „zulässt“, dass die beiden eine Zeitreise unternehmen.

„Du bist die erste, mit der ich das jetzt mache.“ -> Gut, da könnte Kathy sich jetzt geehrt fühlen oder ich könnte einräumen, dass ihre Frage von vorhin tatsächlich berechtigt war. Klar, irgendwann ist immer das erste Mal, aber da würde ich mir dann doch Sorgen machen, wenn jemand noch gar keine Erfahrung hat.

„Du darfst es auch keinem erzählen, weil es mir sonst verwehrt wird.“ -> Schon wieder so was. Aber das fügt sich ganz gut in diese Traumwandler-Geschichte ein, die ich dazu mal gesponnen habe: Bring es nicht in die Realität, sonst wird es sich rächen! Jetzt bliebe nur noch die Frage offen, woher Joule das alles weiß.

„Aber auch auf diese Gefahr hin würde ich das mit dir machen, weil du meine Freundin geworden bist und ich mir nicht mit ansehen kann, wenn meine Freunde leiden.““ -> Sollte sie das in diesem Fall vielleicht nicht lieber mit Laura machen?

„„WIR AUCH NICHT, WIR SIND FÜR ALLES BEREIT, WIR GEBEN EUCH, WAS IHR SEHEN WOLLT“, erklangen plötzlich angenehme Stimmen“ -> Wenn diese Stimmen nicht gerade aus vollem Hals brüllen, würde ich das nicht in Großbuchstaben schreiben. Abgesehen davon: Wo kommen diese Stimmen her? Wer erzeugt sie?

„und Kathy kam aus dem Staunen nicht mehr heraus.“ -> Dass diese Jugendlichen überhaupt noch irgendwas schockieren kann, wundert mich.

„„Ihr seit klasse, ich wusste, dass ich auf euch zählen kann, ich danke euch, ihr werdet nicht unbelohnt bleiben. Nun, zeigt ihr, was ihr mir gezeigt.““ -> Wer sagt das? Joule wahrscheinlich, oder? Ich glaube, das sollte heißen: „Nun zeigt ihr, was ihr mir gezeigt habt“, kann das sein?

„Und schon am nächsten Tag sollte eintreffen, was Kathy gesehen hatte.“ -> Gut, dass wir immerhin noch nicht wissen, was genau sie gesehen hat. Aber ging es bei dem Ritual nicht eigentlich darum, Laura aus ihrer Lethargie zu holen?

Alles in allem:

Was den Trauerprozess von Lauras Familie angeht, würde ich da noch ein paar Dinge hinzufügen. Sie sind zwar für die Geschichte nicht relevant, aber es ist meiner Meinung nach trotzdem unpassend, sie auszuklammern, bzw. unrealistisch und unauthentisch. Z. B. müssen, wenn ein Mensch stirbt, eine Menge Formalitäten geregelt werden. Nachlass, Beerdigung, Lebensversicherung, die zukünftige Lebensfinanzierung. Das konntest du in diesem Alter noch nicht wissen, ich glaube, es fällt wieder mal unter dieses große Problem, dass du über Themen zu schreiben versucht hast, deren Tragweite du in diesem Alter noch gar nicht erfassen konntest. Und auch jetzt, würde ich sagen, gehört das zu den Dingen, zu denen man sich erst dann richtig Gedanken macht, wenn man sie selber erlebt hat. Ich meine, so ziemlich jeder hat eine Vorstellung davon, wie es aus der jeweils eigenen Sicht ablaufen könnte, wenn ein nahestehender Mensch stirbt, ein Familienmitglied, eine Freundin etc. Aber, wenn man über so etwas schreibt, müssen eben auch die Rahmenbedingungen bedacht werden. Dass dann alle traurig und lethargisch werden, ist logisch und nachvollziehbar. Trotzdem ist das nicht so, dass von dem Moment an, in dem es passiert ist, die ganze Welt auf Stillstand gesetzt wird, so lange, bis eben gnädigerweise wieder irgendwas passiert.

Hier fällt mir noch mal umso mehr auf, was sich durch die ganze Geschichte zieht: Sämtliche Handlung wird durch das enge Sichtfeld der jugendlichen Protagonisten beschrieben. Das macht nichts, solange man merkt, dass es gewollt ist, da sich die Geschichte an Jugendliche wendet, die sich nun mal naturgemäß wenig dafür interessieren, ob ihr verbliebener Elternteil gerade beim Beerdigungsinstitut rumhängt, wenn es eigentlich darum geht, die böse Macht mit magischen Fähigkeiten zu besiegen. Nur finde ich, merkt man dieser Geschichte allem voran das enge Sichtfeld der Autorin an, die manche Dinge einfach nicht besser wissen konnte – was dir verziehen sei, weil so was wirklich nicht alltäglich ist – die manche Dinge aber auch einfach ausklammerte, weil sie in ihrer Welt ebenfalls nicht stattfanden. Ich meine: Wann gehen diese Jugendlichen mal vor die Tür? Wann treffen sie sich in der Stadt, gehen Eis essen, gehen in eine Bar, übernachten bei Freunden, feiern verbotene Partys, kommen in Kontakt mit Zigaretten und Alkohol? Der durchschnittliche Jugendliche hat, soweit ich weiß, mit 15 seinen ersten Vollrausch (meiner war mit 16). Aber selbst, wenn jemandem das so gar nicht liegt, ist es nicht so, dass man in diesem Alter nach Freiheit strebt? Das passiert bei diesen Jugendlichen einfach nicht. Ihre ganze Welt findet zwischen der Schule, ihrem Elternhaus, ihrem dort befindlichen Zimmer und irgendwelchen Paralleluniversen statt, die auch tatsächlich das Interessanteste in ihrem Leben sind. Aber vielleicht hätten sie auch wirklich größere Chancen, Ezzer und seinen Schergen beizukommen, wenn sie sich langsam mal daran machen würden, ein bisschen Lebenserfahrung zu sammeln. Ich meine, da haben sie ne Freistunde und ihnen fällt nichts Besseres ein, als UNO zu spielen!!!

Ich sage nicht, dass alle Jugendlichen dieser Welt rauchen und saufen müssen, damit sie sich normal entwickeln. Aber man merkt doch, wie eng die Welt dieser Jugendlichen ist und wie das in der Geschichte auch durch die äußeren Umstände noch verstärkt wird. Ich meine, wie ironisch: Da wagt es die reale Kathy einmal, das Haus zu verlassen und sich auf den Weg zu machen, außerhalb jeglicher Vorgaben, einfach nur aus ihrem eigenen Ermessen heraus und dann wird sie entführt! Was will uns das wohl sagen?
Im Radio hieß es doch, die Bevölkerung solle im Haus bleiben und Türen und Fenster schließen, um sich vor dem Virus zu schützen. Wie praktisch, im Grunde zwingt das Virus die Leute also nur zu dem, was sie ohnehin schon tun. Da hat jemand (Laura) es gewagt, Inhalte aus ihrem Traum in die Realität zu bringen. Und als Konsequenz zwingt eine böse Macht (Ezzer) sie nun, mithilfe eben dieses Inhalts, für immer in ihrem Traum zu bleiben. Denn nichts anderes bleibt ihr übrig, wenn sie die Realität nicht mehr erleben darf. Und Träumen, soviel wissen wir, Träumen kann Laura gut. Besser wahrscheinlich, als mit der Realität klarzukommen.

Um mal wieder zum ursprünglichen Thema zurückzukommen: Was diese Trauerphase angeht, was da alles zu regeln gilt und so weiter, das kann ich dir gerne alles berichten, wenn du möchtest. Natürlich läuft es niemals genau gleich ab, aber du hast zumindest mal einen exemplarisches Beispiel, vielleicht hilft das ja.
Nun zum Rest:
Ja, da habe ich irgendwie das Gefühl, du hast geschrieben, was dir gerade so in den Sinn gekommen ist. Dass Joule Kathy die Zukunft zeigt, das war geplant, keine Frage, das merkte man. Ansonsten aber war das Ganze wie eine Art Aufschaukelungskreis, ein Gedanke folgte dem nächsten: Erst war es nur eine Vision, dann war es eine Zeitreise für zwei (mit Fenster- und Gangplatz *räusper* sorry), dann gab’s auch hier plötzlich wieder die Regel, dass Kathy niemandem davon erzählen darf, dann war’s am Ende doch wieder nur ne Vision – schließlich war ja die Rede von dem „was Kathy gesehen hatte“. Also, ne Zeitreise stelle ich mir so vor, dass man physisch in der fremden Zeit anwesend ist, auch, wenn man vielleicht nicht eingreifen oder sogar gar nicht wahrgenommen werden kann. Da gibt’s ja nun wirklich viel Spielraum. Aber Zeitreise bedeutet für mich: Man ist in der fremden Zeit und in der eigentlichen Zeit, in der man zuhause ist, ist man nicht mehr. Würdest du das nicht auch so sehen?
Wenn ja, dann gibt es aber einen wesentlichen Unterschied zwischen Zeitreise und bloßem Sehen. Sehen ist, würde ich sagen, ein bisschen so, wie aus dem Fenster zu schauen. Oder auf einen Überwachungsbildschirm. Da wundert es mich auch gar nicht, dass Joule noch jemand fremdes daran teilhaben lassen kann. Aber eine Zeitreise, das würde bedeuten, sich in den Zug zu setzen, ins Auto, ins Flugzeug oder einfach zu Fuß zu gehen und dann auch wirklich und wahrhaftig dort anzukommen. Da kommt es halt immer drauf an, ob man noch jemanden mitnehmen kann, eben, um die Metapher mal weiter zu führen, wie viel Platz im Verkehrsmittel ist, ob das Verkehrsmittel genügend PS hat, um zwei Personen zu transportieren und, vielleicht auch, wie breit der Weg ist.

Aber, wie schon so oft gesagt: Das muss man sich alles vorher überlegen! Wenn einem solche Ideen während des Schreibens kommen, dann ist das wunderbar. Aber dann sollte man sich vorher Gedanken machen, ob man sie so, wie sie einem gerade kommen, auch wirklich verwerten kann oder, ob sie vielleicht nicht erst noch ein bisschen modifiziert werden müssen, um ins Grundkonzept zu passen. Also, nicht einfach drauflos schreiben, nur weil’s grade so schön passt. Wie gesagt, die Grundidee find ich gut, weil das ja nun für Fake-Kathy als Maulwürfin bedeutet, dass sie gerade den Plan der Gruppe (wie also die Zukunft so werden kann, wie Joule sie gerne hätte) auf dem Silbertablett serviert bekommt. Das würde ich vielleicht noch ein bisschen mehr rausstellen, aber natürlich nicht so, dass aus dem Wink mit dem Zaunpfahl der Wink mit dem ganzen Zaun wird ;-)

GLG, Spades

Antwort von Svenja2 am 16.10.2017 | 09:49 Uhr
Hey Spades,
Macht ja nichts, dass du länger gebraucht hast, mach ruhig in deinem Tempo, die Überarbeitung läuft mir ja nicht weg.
Jetzt komme ich auch endlich mal zum antworten, puh!
Ich überlege gerade ernsthaft, wann ich dieses Kapitel geschrieben habe, aber es war definitiv so im Zeitraum zwischen 14 und 18. Jahren. Vieles von dem, was du hier angemerkt hast, dachte ich mir auch schon, als ich die Geschichte letztens aus ihrem Nirvana geholt habe, aber dank dir auch hier wieder, dass du das alles ausführlich kommentiert hast, jetzt ist mir alles nochmal klarer geworden.

Ich hab ja ab 2011 gar nicht mehr an der Geschichte geschrieben, damals war der Plan, erst zu überarbeiten, wenn alles fertig ist, sonst wäre ich wegen der ganzen Trauersache schon auf dich zugekommen, werde ich aber in der Überarbeitung auf jeden Fall noch tun.

Zeitreise war da das falsche Wort, stimmt schon. Damals fiel mir da einfach kein besseres Wort ein. Stimmt, auf den Gedanken, dass der Maulwurf ja Informationen dadurch bekommt, war ich selber noch gar nicht gekommen. Damals dachte ich, dass der Maulwurf ja hilflos tun muss, um keinen Verdacht zu erre3gen, aber das Infgos sammeln hatte sie da nicht dran gedacht, ist aber völlig logisch und werde ich so beibehalten.

lg Svenja
Spades (anonymer Benutzer)
13.09.2017 | 17:20 Uhr
Ich mache direkt mal weiter. Um ehrlich zu sein, wollte ich dieses Kapitel hinter mich bringen. Dass du dir hierzu einen Kommentar gespart hast, kann ich verstehen.

"„Hallo Mama, ich bin da!“
„Hallo Kind, wie war die Schule heute?“
„HMMM…“" -> Hat sie denn das, was sie heute erlebt hat, überhaupt nicht berührt? Ich meine, ist schon klar, dass man als Teenie, der wahrscheinlich mit magischen Kräften in Berührung gekommen ist, nicht unbedingt den Eltern davon erzählt. Aber man müsste ihr doch irgendwas anmerken, nach dem, was da heute los war!

"„Hmmm gut oder HMMM schlecht?“
„Kann ich nicht sagen, es ist viel passiert.“ -> Da frage ich mich, warum sie nicht einfach die Wahrheit sagt. Eine Krankheit, die im Umlauf ist, geht schließlich alle etwas an. Und dann wiederum fällt mir ein: Warum sind die Schüler, die das mitbekommen haben, eigentlich nicht gleich ausgeschwärmt und haben die ganze Schule gewarnt?!

"Da kam plötzlich ihr kleiner Bruder die Treppe heruntergestürmt und rief aufgeregt:
„Mama, Mama, Papa ist krank!“" -> Cool, von ihrem Bruder erfahren wir jetzt, glaube ich, das erste Mal, wir können uns an seiner Verhaltensweise ungefähr denken, dass er noch ein Kind ist (wenn Laura 17 ist, hätte er als kleiner Bruder auch 13 oder 14 sein können). Und Papa... saß wahrscheinlich die vergangenen letzten Stunden oben und hatte keine andere Funktion in dieser Geschichte, als urplötzlich krank zu werden. Alles klar. Arbeitet der wenigstens von zuhause aus oder sind die Eltern beide arbeitslos?

"„Was fehlt ihm denn?“
„Seine Stimme ist irgendwie komisch!“
Sofort rannte Laura ins Schlafzimmer ihres Vaters." -> Der hockt also wirklich im Schlafzimmer. Oder hat er sich gerade hingelegt? Aber wenn gerade erst seine Stimme komisch ist... okay gut, Alex fühlte sich ja auch schon gleich schlapp und müde. Aber das hätte man vielleicht vorher mal erwähnen sollen. Abgesehen davon: Das Schlafzimmer ihres Vaters? Haben die Eltern getrennte Schlafzimmer?

"„Hallo Kind!“
„Papa, du bist ja auch mit der Seuche infiziert!“" -> Das ist ja mal ne nette Begrüßung*am kopf kratz*

"„Welche Seuche?“
„Normalerweise müssten sie es schon im Radio oder im Fernsehen gesagt haben!“
„Mama! Mach bitte das Radio an!“" -> Schön, wenn man sich auf die neuen Medien verlassen kann, stimmt's? Da kommt man doch glatt drüber weg, selbst seine Lieben zu warnen, obwohl man längst Bescheid weiß. Jetzt, wo es eh zu spät ist, hätte Laura ja nun doch wirklich den Mund aufmachen dürfen. Aber nein, sie erfüllt auch hier das Klischee der Mary Sue: Ihre Dummheit und Selbstsucht sind grenzenlos.

"„14:00 Uhr, Nachrichten." -> Normalerweise heißt es ungefähr so: "Es ist 14:00 Uhr, die Nachrichten." Klingt ein bisschen dynamischer. Ich wundere mich, dass es schon so spät ist. Ich meine, würde passen von der Zeit her, die Laura aus der Schule nachhause braucht. Aber warum sucht ihre Mutter dann im Kochbuch nach einem Rezept? Ich hätte jetzt vermutet, dass sie das für das Mittagessen sucht, aber isst man denn so spät Mittag? Doch meistens nicht, wenn man Kinder hat. Na ja, das kann man sich ja noch überlegen, wie man es haben möchte.

"In Deutschland scheint eine unbekannte Krankheit in Umlauf zu sein." -> Halt, noch nicht so schnell, liebe Medien! Normalerweise wird beim Ausbruch einer Infektionskrankheit immer erst der Bereich Deutschlands genannt, in dem die ersten Fälle aufgetreten sind. Selbst, wenn es bereits ganz Deutschland betrifft, so schnell sind sie nicht damit, das in der Form bekannt zu geben. Allein schon deshalb, weil es aus psychologischer Sicht ungeschickt wäre. Ganz Deutschland, das hört sich groß und viel an, das klingt, als gäbe es keinen Ausweg mehr, weil das ganze Land betroffen ist. Wenn man z. B. damit beginnt, dass in einer Stadt in Hessen, meinetwegen Bad Nauheim, Fälle einer unbekannten Krankheit gemeldet wurden und solche mit ähnlichen Symptomen auch in Darmstadt, Marburg und Wiesbaden aufgetreten sind, gibt das einen Hinweis darauf, dass die Krankheit bereits in unterschiedlichen und weit voneinander entfernten Gebieten auftaucht, das aber noch immer vereinzelt tut. Dann kann man durchatmen und sich sagen: Sorge ja, Panik nein. Es ist ja noch nicht überall. Ich muss ja noch nicht betroffen sein. Es gibt bestimmt noch Hoffnung. Die Panik kommt in der Bevölkerung ohnehin viel zu schnell. Da sollte man als Medien tun, was man kann, um das aufzuhalten.

"Die Symptome sind eine extreme Veränderung der Stimme, gefolgt von Krämpfen, mehr ist zurzeit nicht bekannt." -> Wenn dem so ist, dann würde ich mich doch als Radiohörer ganz dezent fragen, warum sie das dann überhaupt bekannt geben. Ich meine, wissen die denn noch nicht mal, ob die Krankheit tödlich ist? In welchem Zusammenhang ist das überhaupt bekannt geworden, wo gab es die ersten Ausbrüche, was vermuten die Ärzte, worum es sich handelt? Wenn man einen Medienbericht erstattet, weiß man so was normalerweise bereits.

"Wie diese Krankheit übertragen wird und ob sie ansteckend ist lässt sich nicht feststellen," -> Hoppla, Moment, da hast du jetzt zwei Dinge durcheinander gebracht. Es lässt sich nicht feststellen, ob die Krankheit ansteckend ist. Wenn sie nicht ansteckend ist, gibt es überhaupt keine Veranlassung, es im Radio zu melden. Dann besteht nämlich insofern auch keine Gefahr für die Bevölkerung. Außer man vermutet, dass der Erreger sich in irgendwelchen Lebensmitteln befindet, wie z. B. damals EHEC. Wenn man natürlich vermutet, dass die Krankheit ansteckend sein könnte, gibt es allen Grund, es zu melden. Dann sollte man dafür aber auch einen triftigen Grund haben und der sollte besser sein, als: "Weil der Autor es so will." Dann kommen wir zum Punkt "wie diese Krankheit übertragen wird". Eine Krankheit wird überhaupt nur dann übertragen, wenn sie ansteckend ist. Was du wahrscheinlich meintest, ist, es ist klar, dass die Krankheit übertragen wird, entweder durch Lebensmittel, durch das Trinkwasser oder durch die Luft, aber welcher Übertragungsweg, das ist nicht bekannt. Erster Punkt. Zweiter Punkt ist, ob sie ansteckend ist. Na, das ist sie auf jeden Fall. Nur inwiefern? Was in so einem Fall wichtig ist, ist die Frage, ob sie von Mensch zu Mensch übertragbar ist. Das war ja das "Glück" bei der Vogelgrippe damals, dass der Erreger eben nicht von einem auf den anderen Menschen übertragen werden konnte, sonst hätten wir nämlich ein echtes Problem gehabt. Bei der Schweinegrippe hingegen ging das ja nun leider, aber... mein Bruder hatte die Schweinegrippe und der meinte, es war weniger schlimm, als mit ner normalen Grippe. Also ebenfalls, Glück gehabt. Also, lass den Radiosprecher lieber sagen: Wir wissen, es handelt sich um eine Infektionskrankheit, aber noch ist der Übertragungsweg nicht geklärt und auch nicht, ob es von Mensch zu Mensch übertragbar ist.

"die Heilungschancen scheinen laut der deutschen Ärzte gering zu sein, da bis jetzt noch kein Gegenmittel gefunden ist." -> Ja nun, das versteht sich irgendwie von selbst, oder?

"Die Bevölkerung wird gebeten, sich möglichst nicht draußen aufzuhalten, da vermutet wird, dass die Erreger sich in der Luft befinden," -> Du meinst, dass der Erreger über die Luft übertragen wird. In diesem Fall wird der bundesweite Notstand ausgerufen. Also ganz anderes Setting.

"eine Verpestung ist nicht ausgeschlossen." -> Veraltete Formulierung. Was du meinst, ist, Kontaminierung der Luft. Auch das hätte das Ausrufen des Notstands zur Folge.

"Sie werden informiert, sobald wir nähere Informationen haben." -> Ach so und jetzt? Keine Empfehlung? Kein, "wenn auch Sie ähnliche Symptome bei sich bemerken, suchen Sie Ihren Hausarzt auf, halten Sie sich von ihren Mitmenschen fern, tun Sie was auch immer, um nicht in Panik auszubrechen"?

"Politik.“" -> Offenbar nicht. Der Erreger einer unheilbaren Krankheit kontaminiert die Luft und wir gehen zur Tagesordnung über. Aber natürlich.

"„Das darf doch nicht wahr sein!“" -> Ich hätte es nicht besser ausdrücken können.

"rief die Mutter, während sie das Radio wieder abstellte." -> Hm, ich hätte mir vielleicht noch angehört, was die Politiker zum neuerlichen Ausbruch zu sagen haben. Vielleicht gibt das ja den Anstoß, das Gesundheitswesen zu kritisieren (Achtung, Sarkasmus).

"Plötzlich begann der Vater sich zu verkrampfen und Laura stellte mit Entsetzen fest, dass ihr Vater jetzt ähnlich aussah, wie der Mann, den Kira ihnen gezeigt hatte. Er schrie und verkrampfte sich, Schmerz verzerrte sein Gesicht. Nach einigen Minuten voller Qualen, konnte Laura sich los reißen und rief einen Krankenwagen." -> Das geht alles immer sehr schnell. Warum tut sonst keiner was? Die Mutter steht einfach nur dabei und guckt blöd? Und wo ist der kleine Bruder abgeblieben?

"nach dem Anruf starrten alle mit von Angst geweiteten Augen auf den Vater." -> Und helfen ihm nicht. Super. Der wird sich bedanken, in all seinen Schmerzen auch noch von seiner ganzen Familie angeglotzt zu werden, statt dass sie ihm wenigstens mal Mut zu sprechen.

"Da hörte man auch schon die Sirenen und eine Minute später standen auch schon zwei Ärzte mit einer Trage im Raum." -> Sanitäter, keine Ärzte. Da gibt's einen großen Unterschied. Um Rettungssanitäter zu werden, brauchst du nur eine Ausbildung, als Arzt musst du studieren. Wenn bei der Notrufzentrale ein Anruf eingeht, in dem von einer schweren und/oder komplizierten Verletzung, einer Vergiftung oder einem Vorfall infolge einer bereits anhaltenden Krankheit die Rede ist, wird gleich ein Notarzt hinzugezogen und der kommt dann auch gleich mit. Ansonsten, wenn jemand z. B. einfach nur zusammengeflickt werden muss, weil er sich mit nem Messer geschnitten hat und es hört nicht auf, zu bluten, kommen die Sanitäter.

"„Können sie etwas tun?“
„Ihr Vater scheint von der seltsamen Krankheit befallen zu sein, wir können nichts tun!“" -> Und deswegen stehen die einfach nur da und drehen Däumchen oder was? Wie wär's mal damit, den Patienten in die nächstgelegene Klinik zu verbringen?

"Laura rannte aus dem Raum, sie konnte das nicht mehr mit ansehen," -> Bei so viel beruflicher Inkompetenz könnte ich das auch nicht.

"sie versuchte Kira zu rufen." -> Wie dürfen wir uns das vorstellen?

"Als diese da war, erschrak sie über Lauras Aussehen." -> Cool, das war ja einfach. Und wieso erschrickt sie, wie sieht Laura denn aus?

"„Was ist passiert?“
„Mein Vater… Du musst ihm helfen!“" -> Ach, das kriegt sie dann wieder nicht mit? Ach übrigens, da fällt mir ein, was ist denn aus dem Zaubetrank geworden, den Laura vorhin noch gemixt hat? Hat Alex den allein leergemacht oder hilft der jetzt aus irgendeinem magischen Grund nicht mehr?

"„Ich glaube… Es gibt eine Möglichkeit!“
„Welche?“
„Komm mit!“
Gerade, als sie ankamen, erschlafften die Bewegungen ihres Vaters.
„Ist er tot?“
„Es tut mir leid. Wir konnten nichts mehr für ihn tun.“" -> Die haben echt nur dabei gestanden und ihm beim Sterben zu gesehen. Ich glaub, mir wird schlecht.

"Sie starrten fassungslos auf die Ärzte." -> Wenn das Ärzte gewesen wären, hätte ich sie bei der Ärztekammer gemeldet.

"„Es tut uns leid.“
Ohne ein weiteres Wort legten sie ihn auf die Trage und brachten ihn aus dem Raum." -> Das hätten sie vielleicht schon vorher mal tun sollen?

"Als sie weg waren, brachen Laura, ihr Bruder und ihre Mutter in Tränen aus." -> Ach, da ist ja der Bruder wieder. Richtig. Hm, du kannst es nicht wissen, aber... in so einer Situation brechen die wenigsten tatsächlich sofort in Tränen aus. Genau kann ich es ebenfalls nicht sagen, weil noch nie jemand direkt vor meinen Augen gestorben ist. Aber auch, wenn man es erfährt, dauert es doch eine ganze Weile, bis man wirklich kapiert, was los ist. Die meisten fallen in eine Erstarrung. Sie frieren ein, tun einfach gar nichts mehr. Anschließend fliehen sie z. B., rennen davon, irgendwohin, wo sie sich sicher und nicht mehr daran denken müssen, was jetzt bittere Wahrheit ist. Was, glaube ich, danach am häufigsten ist, ist die Verweigerung. Die Leute wenden sich ab, sie fangen an, die Wohnung aufzuräumen, Tee oder Kaffee zu kochen, schalten den Fernseher ein oder setzen sich hin und lesen ein Buch. In diesem Fall könnte ich mir vorstellen, dass Lauras Mutter die Kinder aus dem Zimmer scheucht und ihnen irgendeine Arbeit aufbrummt. Dann könnte sie das Bett ihres toten Mannes richten und sich dabei einreden, dass das schon alles wieder werden wird, dass die Ärzte/Sanitäter sich da bestimmt nur etwas missverständlich ausgedrückt haben... Während ich das gerade so schreibe, fällt mir ein, dass die Mutter als Ehefrau das Recht gehabt hätte, mit im Krankenwagen zu fahren! Selbst, wenn der Mann nur noch als Leiche abtransportiert wird. Warum hat sie das nicht gemacht? Aber wie gesagt, die erste Reaktion auf eine Todesnachricht ist meist kein Tränenausbruch sondern viel eher eine Erstarrung, in der man langsam realisiert. Gerade, wenn diese Nachricht unerwartet kommt.

"Keiner hatte bemerkt, dass Kira verschwunden war." -> Klar, die war ja jetzt wohl auch nicht mehr wichtig. Habe mir so hintergründig überlegt, ob es sein könnte, dass sie Lauras Vater getötet hat. Also, die Krankheit bei ihm so schlimm werden hat lassen, dass er daran gestorben ist. Oder es ist alles ein abgekartetes Spiel, er ist gar nicht tot, die Ärzte, die eigentlich Sanitäter sein sollten, sind auch gefaked und machen mit Kira gemeinsame Sache? Gute Frage, wir werden sehen.

Alles in allem: Ein trauriges Kapitel, sehr ungelenk erzählt und doch mit der nötigen Eindringlichkeit, sodass man sich selbst als jemand, dem das tatsächlich in vergleichbarer Form passiert ist, nicht beleidigt oder geringgschätzt fühlt. Wobei ich weiß, dass dir so was fern liegen würde. Gerade dadurch, dass du versuchst, ein ernstes Thema zu behandeln, merkt man, wie ungeschickt du seinerzeit warst und wie schwer es dir fällt. Gerade für solche Aspekte deiner Geschichte wäre es wichtig, dich zu informieren. Dass du dir z. B. Dokus über Virusausbrüche oder auch entsprechende Spielfilme angucken könntest, hab ich dir ja schon gesagt. Letztere sind zwar nicht unbedingt realistisch, aber von ihnen kann man sich gut Inspiration holen, gerade in die Richtung, wie gegen dieses Virus vorgegangen werden kann. Abgesehen davon kannst du aber auch noch einen Schritt weiter gehen und z. B. in Google eingeben: Was passiert beim Ausbruch einer tödlichen Krankheit in Deutschland? Zum Beispiel. Seit den letzten Ebola-Fällen dürfte das ja noch recht aktuell sein. Da kannst du dann herausfinden, wie so etwas normalerweise gehandhabt wird. Ich glaube, bei "Gesetze im Internet" könnte man z. B. auch nachlesen, was passiert, wenn der Notstand ausgerufen wird bzw. welche Gründe es hierfür geben muss. Vielleicht steht das aber auch woanders, mich würde es allerdings sehr wundern, wenn diese Information nicht öffentlich zugänglich wäre.

LG, Spades

Antwort von Svenja2 am 14.09.2017 | 09:38 Uhr
Hi Spades,
Ja, das dachte ich mir schon, dass du das Kapitel schnell hinter dich bringen wolltest.
Vieles von dem, was du hier schreibst, dachte ich mir schon. Als ich das damals geschrieben habe, kam ich in meinem jugendlichen Leichtsinn nicht darauf, das alles zu recherchieren, mir wars wohl damals nicht wichtig genug.
Das mit dem ungelenken erzählen, ja, sowas vernünftig rüberzubringen fällt mir heute noch schwer, aber das lässt sich ja üben.
Alles in allem hast du hier wieder buchstäblich den Finger auf die Wunden gelegt, wo mir nicht ganz klar war, warum sich das alles so falsch beim Lesen anfühlt. Jetzt kann ich für die Korrektur besser ansätzen. Deine Reviews sind wirklich Gold wert, auch wenn ich so manches mal vor Peinlichkeit im Boden versinken möchte.
glg Svenja
Spades (anonymer Benutzer)
13.09.2017 | 16:08 Uhr
Huhu!

Noch zu deinem letzten Review: Du scheinst mittlerweile eine Menge Dinge gefunden zu haben, die du eigentlich nur streichen willst. Wobe ich finde, dass wir hier an einem Punkt angelangt sind, ab welchem es eigentlich hauptsächlich verbesserungswürdige Passagen gibt. Aber vielleicht siehst du das auch ganz anders. Deshalb meinte ich auch schon in meiner PN zu dir: Du wirst nicht darum herum kommen, deine Geschichten zu planen, auch, wenn es dir schwerfällt. Es muss ja nicht jedes kleinste Detail im Vohinein klar sein, aber wenn nur der Anfang und das Ende stimmen, aber nicht bekannt ist, wie man dorthin kommt, dann weißt du nachher auch nicht, was von deinem damaligen Geschriebenen du noch brauchen wirst und was nicht. Denn nach meinem Empfinden gibt es viele Möglichkeiten, diese Geschichte in eine annehmbare Form zu bringen. Das würde bedeuten, du müsstest dich lediglich für eine entscheiden^^

Aber jetzt machen wir erstmal weiter:

"Laura schwebte." -> Träumt sie schon wieder? Sie hat doch grade eben erst das Klassenzimmer verlassen.

"Sie war nicht mehr Herr ihrer selbst. Kira, der Engel, führte sie zu einer Art Labor." -> Ach so, das passiert also gerade wirklich. Aber wo kommt jetzt Kira gleich noch mal her?

"Sie fühlte sich, als würde sie durch Zeit und Raum schweben, bis alles plötzlich wieder Gestalt annahm." -> Wortwiederholung: "schweben". Ansonsten ist das schon ganz gut formuliert, kann man noch ein bisschen besser ausschmücken, vielleicht auch, wie sie sich dabei fühlt, ob es ihr Angst macht, ob sie dadurch eine Ahnung unendlicher Freiheit gewinnt oder so ähnlich.

"„Ich bin so stolz auf dich! Du hast dich gegen nichts gewehrt!“" -> Hä? Kann mir nur denken, dass Kira das sagt, aber...

"„Gegen was hätte ich mich wehren sollen?“" -> Genau, richtig. Exakt diese Frage stellte sich auch mir gerade. Und zwar nicht aus Gründen der demonstrierten Überlegenheit wie bei Laura, sondern einfach deswegen, weil ich als Leser keine Ahnung habe, was überhaupt passiert ist. Laura ging doch grade eben noch aus dem Raum. Plötzlich schwebt sie durch die Dimensionen, bis alles wieder Gestalt annimmt und sie sich offenbar in einem Labor wiederfindet, das wiederum in einer uns bisher unbekannten Parallelwelt verortet ist. Tja, vielleicht... hätte sie sich gegen den Engel wehren sollen? Aber von dem erhofft sie sich doch Hilfe. Oder gegen... na ja, wie auch immer.

"„Ich weiß nicht, es ist einfach nicht von dieser Welt." -> Was ist nicht von dieser Welt? Lauras Mut und ihre übertrieben souveräne Art, mit der Situation umzugehen? Na ja, das bringt das Mary Sue Dasein so mit sich, ist also nicht verwunderlich. Oder ist das, wogegen sie sich hätte wehren sollen, nicht von dieser Welt? Tja, von welcher Welt dann? Wir haben jetzt immerhin schon verschiedene Welten kennengelernt, weswegen der Spruch leider ein bisschen an Wirkung eingebüßt hat, zumindest für meinen Geschmack.

"Wie hast du das mit dem Trank herausgefunden?“" -> Wat für'n Trank jetzt auf einmal bitteschön?!

"„Es war so eine Eingebung.“" -> *seufz* Kein Kommentar.

"Staunend sah Kira zu, wie Laura einen Trank braute," -> In dem Labor, in das sie gerade gebracht wurde? Wieso kennt sie sich da aus, woher weiß sie, wo alles ist und, noch viel wichtiger, wie alles funktioniert? Hat sie das schon öfter gemacht, ist sie ne Musterschülerin in Chemie und... ach du mein lieber Herr Gesangsverein, das muss ja ne lange Eingebung gewesen sein, die sie da hatte! So eine hätte ich gerne mal kurz vor ner Klausur!

"der am Ende ganz klar und durchsichtig war." -> Jap, ich hab auch schon mal was zusammengeschüttet, was am Ende ganz klar und durchsichtig war. Und davon bin ich dann ganz beschwingt und lustig geworden und später ist mir schwindlig geworden xD. "klar" und "durchsichtig" bedeuten dasselbe, deshalb Redundanz. Entscheide dich für eins der beiden Adjektive und wenn du dem Trank noch eine weitere Charakteristik geben willst, such dir eine aus, die nichts unbedingt mit der Farbe (durchsichtig, also keine Farbe) sondern z. B. mit der Konsistenz zu tun hat (z. B. sehr dünnflüssig, so stelle ich mir das Zeug jedenfalls vor).

"„Was soll ich nun tun?“" -> Du kippst in irgendeinem Paralleluniversums-Labor, in dem du noch nie warst, aber aufgrund einer sehr praktischen Eingebung weißt, wo alles steht und wie alles funktioniert, irgendeinen "Trank" zusammen und jetzt weißt du nicht, was du damit tun sollst?!

"„Vielleicht hilft das bei…“
„Dem Mann?“
„Ja…“
Kira verschwand mit der Flasche und war nach 1 Sekunde wieder da." -> Bitte, warum nicht gleich so. Warum braucht Laura Blitzmerkerin von der Firma Langsam unbedingt Kira, um zu dieser Erkenntnis zu gelangen? Abgesehen davon: Schreib die Zahlen doch als Wörter, solange sie nicht über zwanzig hinausgehen. Ab da wird's dann ein bisschen schwieriger, wobei das auch noch geht, aber es liest sich dann angenehmer. Wobei es sich im Gegensatz dazu merkwürdig liest, wenn schon die kleinsten Zahlen als Ziffer geschrieben werden. Aber ich glaube, das machst du mittlerweile ohnehin so.

"„Bei ihm ist etwas anders! Es hilft nicht!" -> Hm. Also das is jetzt doof. Aber wieso ist sich Kira dann so sicher, dass es an dem Mann liegt bzw. an der Art seiner Erkrankung, dass es nicht hilft? Es könnte doch einfach sein, dass dieser Trank nicht die Wirkung bzw. Wirksamkeit hat, die man sich gewünscht hat?

"Hilf mir bitte!“" -> Selbst unter der Prämisse, dass Kira es nicht bringt, ist dieser Satz unnötig. Laura hilft die ganze Zeit schon, allein dadurch, dass sie diesen Trank zusammenschüttet. Wenn du Kiras Verzweiflung ausdrücken willst, dann lass etwas in der Art sagen, wie: "Was machen denn jetzt nur?!"

"„Ich werde es versuchen.“" -> Wie gesagt, unnötig in der Hinsicht, als Laura die ganze Zeit schon nichts anderes tut.

"Noch während Kira wieder die Fassung verlor" -> Wirklich nichts Neues. Zum Glück bekommen wir das nicht noch ausführlich beschrieben.

"war Laura mit der Flasche wieder in ihrer Klasse." -> Und alle anderen haben geduldig auf sie gewartet. Was ist mit Alex? Hat sie mittlerweile Schmerzen? Fürchtet sie um ihr Leben? Dreht sie am Teller, weil Laura, selbstsüchtig wie sie ist, lieber an ihre eigenen Zweifel denkt und sich damit beschäftigt, anstatt sich um die anderen zu kümmern? Was ist mit dem Rest vom Schützenfest? Was meint der dazu?

"„Hallo… Da bin ich… Was war denn das?“" -> Das sollten die anderen wohl eher fragen.

"„Warst du bei Kira?“
„Ja, aber irgendwie wurde ich, als ich den Trank hatte zurückgeschoben, hier her.“
„Komisch…“
„So habe ich 2 Rätsel.“ -> Erstens, warum sitzen die alle seelenruhig in dieser Klasse und warten, dass Laura von ihrer Erkundigungstour durch die Paralleluniversen wieder zurückkommt? Zweitens, warum machen sie sich alle so abhängig von ihr, anstatt selbst mal das Ruder in die Hand zu nehmen? Das wäre nämlich das, was jeder normale Mensch tun würde, wenn er feststellte, dass sich eine gewisse Person für ihre Rettung verantwortlich macht, sie dann in die Scheiße reitet und sie zuletzt einfach hängen lässt, um dann vielleicht irgendwann wieder aufzutauchen. Drittens, warum fragt keiner nach, was zum Geier für einen Trank sie meint? Viertens, wie wurde Laura "zurückgeschoben"? Was genau heißt das und was ist passiert? Fünftens, was hat es mit diesen zwei Rätseln auf sich und sechstens, warum ist angesichts der Situation in dieser Klasse noch nicht das totale Chaos ausgebrochen????

"„Alex, trink das!“
Alex nahm von dem Trank und fühlte sich sofort besser." -> Wie ging es ihr vorher? Hat sie schon richtig stark gekrampft, haben ihre Hände gezittert, sodass sie die Flasche vielleicht kaum mehr selbst halten konnte? Wie hat sie sich die Zeit über verhalten, in der Laura weg war? Hat ihr jemand geholfen, sich hinzulegen, die Beine hochzulegen, irgend so was? Wenn wir das alles wissen, haben wir auch eine bessere Vorstellung davon, was es heißt, dass sie sich "sofort besser fühlt". Ich könnte pingeligerweise noch anmerken, dass das so gar nicht sein kann, weil Lebensmittel, die man isst oder trinkt, eine halbe Stunde brauchen, bis sie verdaut und im Blut sind. Aber vielleicht ist das bei Fantasy nicht unbedingt so wichtig. Trotzdem, das hätte ich gerne um einiges plastischer, schon allein deswegen, damit ich als Leser mitfühlen kann.

„Danke Laura. Du bist klasse!“
„Oh Moment mal! Ich weiß jetzt, dass…“ -> Sagen das zwei unterschiedliche Personen? Das erste ist Alex, na klar, aber dann?

"„Was?“
„Dass ich… Ich kann es nicht sagen! Mir bleiben die Worte im Munde stecken!“" -> Es heißt: "Mir bleiben die Worte im Halse stecken".

"„Du darfst nicht sagen, was du weißt!“, erklang Kiras Stimme, „Dieses Mal wird es klappen, glaube mir!“" -> Na hoffentlich. Wenn Kira dafür verantwortlich ist, dass sie es jetzt nicht aussprechen kann, hätte sie das beim letzten Mal vielleicht auch schon tun sollen. Abgesehen davon: Kira ist irgendwie überall und nirgendwo. Wer oder was ist sie eigentlich, hat sie sonst nichts zu tun?

"„Na gut… Wie gehen wir weiter vor?“
„Den Rest muss ich allein machen, ihr könnt mir nicht mehr helfen.“" -> Ähm... okay. Es ging damit los, dass Kira sagte, nur Laura könne helfen. Dann wollte sie ihr die Hilfe verweigern, weil Laura genau den Fehler machte, der unbedingt hätte vermieden werden müssen. Dann fleht Kira Laura plötzlich um Hilfe an und jetzt sagt Kira tschüss und auf Wiedersehen, ich brauch euch nicht mehr, denn den Rest muss ich alleine machen? Hä? Was denn jetzt? Hätte man das nicht einfach von Anfang an besser absprechen können?

"In diesem Moment begann Alex haltlos zu zittern." -> Hat der Trank doch nicht geholfen?

"„Der Schutz ist weg, jetzt werden alle krank!“" -> Ach so, übersteigerte Emotion, natürlich. Aber immerhin ist sie gesund. Wirkt das Mittel noch mal? Wie viel ist davon noch übrig? Kann sie sich wieder anstecken oder bleibt sie jetzt immun? Und woher zum Geier weiß sie das? Was ist eigentlich mit der Glücksflasche von vorhin passiert, ist die jetzt nutzlos geworden oder wurde sie schlichtweg dem krass üblen Rächer namens Kontinuität geopfert?

"Sollte sie Recht behalten?" -> If not, the plot would go nowhere. Tut mir leid, ich finde diese Formulierung auf Englisch einfach so wahnsinnig schön, knackig und treffend. Manche Sachverhalte kann man auf Deutsch einfach niemals auf diese Weise ausdrücken und mir kommt der Spruch an solchen Stellen von Geschichten häufig in den Sinn: Wenn der Autor versucht, mich zu fesseln, indem er Ereignisse andeutet, die in der Geschichte vielleicht geschehen könnten, von denen man aber als Rezipient weiß, dass sie auf jeden Fall geschehen werden, weil ohne sie die Geschichte schlichtweg nicht weitergehen könnte. Könnte sie zwar, aber sie bedürfte irgendeines riesigen Plottwists, wodurch sie mit 90%iger Wahrscheinlichkeit inkonsistent würde, oder sie würde einfach nur stinklangweilig. Ist nun eine ausführliche Erklärung dafür, warum solche Sätze unnötig und lästig sind. Aber dazu hast du ja selbst schon gesagt, dass du es mittlerweile sehr genau weißt.

Alles in allem:

Ich sprach vorhin von Konsistenz und Kontinuität. An beidem mangelt es deiner Geschichte zunehmend. Die Figuren bleiben dieselben, auch Charaktereigenschaften bilden sich, zumindest bei den wichtigsten (Laura, Kira) allmählich heraus. Aber wer nun für wen da ist, was nun gegen das Virus hilft und was nicht, was davon da ist oder nicht da ist und ob man das Virus, die Seuche oder wie auch immer nun besiegen kann oder nicht, weil irgendein Schutz funktioniert oder auch nicht, das wird entweder gar nicht erst erklärt oder aber es ändert sich von Kapitel zu Kapitel. Bestes Beispiel: Im letzten war noch von einer Glücksflasche die Rede, die scheint in diesem Kapitel hier plötzlich wie vom Erdboden verschluckt. Und was für ein Schutz, zum Teufel, ich meine, sie haben das Zeug aus der Glücksflasche doch noch gar nicht in eine Schale gegossen und auf den Tisch gestellt, wie sollte denn dann überhaupt irgendein Schutz da sein? Jetzt werden alle krank, heißt es zum Schluss. Ja, und vorher nicht oder was? Wie hängt das zusammen? Das alles ergibt keinen Sinn. Ich möchte es deshalb noch mal ansprechen: Genau aus diesem Grund ist es so wichtig, zu planen! Es mag sein, dass dir das schwerfällt und niemand tut es gerne, weil es einem das Gefühl gibt, den eigenen Geist einzuengen. Leider kommt man gerade bei Fantasy an Planung nicht vorbei: Sonst wird einem das, was dir in deiner Geschichte passiert ist, immer wieder passieren.

GLG, Spades

Antwort von Svenja2 am 13.09.2017 | 16:26 Uhr
Hi Spades,
Dank dir, wie immer!
Nja, ich gebe zu, ab hier will ich immer weniger streichen.
Mir war noch gar nicht aufgefallen, dass ich auf die Glücksflasche gar nicht weiter eingegangen bin.
"Den Rest muss ich alleine machen" hat Laura gesagt, das weiß ich noch.
Mir war auch nie aufgefallen, dass klar und durchsichtig das selbe meinen...

Sorry, dass meine Antworten so kurz ausfallen, aber zu vielen Punkten mach ich mir Gedanken, wenn ich für alle Kapitel Rückmeldung hab, dann kann ich das alles am Ende besser einsortieren und beurteilen, ob ich die Stelle noch brauche oder nicht.

lg Svenja
Spades (anonymer Benutzer)
10.09.2017 | 21:42 Uhr
Jap, die Katze ist aus dem Sack bzw. der Virus oder die Seuche aus dem... was auch immer. Ich mach einfach mal weiter^^

"Laura und die anderen hatten gerade eine Freistunde und spielten Karten.
„Ich wünsche mir… grün!“," -> Die sitzen ernsthaft in der Freistunde da und spielen UNO? Mann, sind das brave Jugendliche. Gut, ich mein, soll's ja geben.

"rief Ian gerade und Alex sagte fröhlich:" -> Wer zum Geier ist Alex?! Wo kommt die (ich hab schon gelesen, dass es eine Frau ist) auf einmal her?

"„Palim, palim!“" -> Hahahaha, Didi Hallervorden lässt grüßen! Hach, wie gerne hätt ich doch jetzt eine Flasche Pommes*schwärm* Spaß beiseite: Es kommt jetzt ganz darauf an, wann genau deine Geschichte spielt. Je nachdem lässt sich sagen, wie realistisch bzw. passend es ist, dass eine Jugendliche sich auf diesen Joke bezieht. Zu der Zeit, als Hallervorden groß im Geschäft war, haben sich wohl viele mal mit "Palim, palim!" begrüßt. Das zumindest habe ich mir sagen lassen. Trotzdem bin ich mir nicht sicher, ob das an der Stelle nicht doch ein wenig erzwungen wirkt. Ich weiß noch, wie du mir damals davon erzählt hast und ich natürlich wusste, dass es daher kam, dass wir das alle ständig gesagt haben. Aber du musst bedenken, wir waren keine normalen Jugendlichen. Uns kann man nicht mit dem Durchschnitt vergleichen. Ich möchte das an der Stelle gar nicht werten, nur denke ich, man kann es nicht damit erklären, dass wir es damals alle gesagt haben und so mega lustig fanden. Hier wurde eben einfach mal wieder ein Insider verkloppt, der dir nicht aus dem Kopf ging. Wenn du es unbedingt drin haben möchtest, würde ich der Person, die es sagt, die Macke andichten, andauernd von der Flasche Pommes zu reden, "Palim Palim!" zu sagen oder "Die Wanne ist voll" vor sich hinzusingen. Oder was es sonst noch alles so gibt. Ansonsten, lass sie irgendwas anderes sagen.

"Doch ihre Stimme klang ganz fremd, so, als wäre sie verzerrt."-> Wie verzerrt? Höher? Tiefer? Kratzt sie, wie bei einer Erkältung, klingt sie mechanisch, wie ein Roboter?

"Man erkannte sie nicht wieder." -> Das spricht zwar das emotionale Empfinden des Lesers an, der spätestens jetzt weiß, dass hier was ganz gewaltig nicht stimmt. Zur Klärung, wie genau die Stimme denn nun klingt, trägt das allerdings auch nicht wirklich bei.

"„Was hast du getan? Hast du einen unsichtbaren Stimmenverzerrer?“" -> *hüstel* Sorry, aber... das hier ist mein Nicht-Lustig-Blick.

"„Was soll das? Es ist auf einmal so!“" -> Das ist okay. Drückt die Überraschung und gleichzeitig Unsicherheit/Hilflosigkeit gegenüber der Situation aus.

"„Oh nein! Mach keine Witze!“
„Mach ich nicht, ehrlich!“" -> Hier wär's nur wieder super gewesen, hätte man gewusst, wer was gesagt hat. Das fällt auch dadurch nicht auf, dass deine Charaktere noch kaum Eigenschaften haben. Im Moment sind sie alle sehr austauschbar, jeder könnte jeder sein, Alex erkennt man im Augenblick nur daran, dass es sie erwischt hat.

"Als Joule gerade etwas erwidern wollte, blitzte es hell auf und der Engel aus Lauras Traum stand vor ihnen." -> Eleganter formulieren und dadurch spannender einleiten. Es blitzt hell auf und eine Engelsgestalt erscheint. Laura kriegt nen halben Herzinfarkt, weil es der Engel aus ihrem Traum ist und ihr in dem Moment wieder einfällt, dass sie was ganz entscheidendes vergessen hat.

"Er sah schrecklich aus. Sein Gesicht war rot, seine Augen geschwollen und ihm rollten Tränen die Wangen hinab." -> Holla die Waldfee, entweder hat den jemand k. o. geschlagen und er ist grade wieder aufgewacht, oder es tatsächlich nur deswegen, weil Laura geplaudert hat.

"Als alle vor Staunen den Mund nicht mehr zubekamen, begann der Engel unter schluchzen zu sprechen:
„Was hast du getan? Es ist alles zu spät! Ich habe dir doch gesagt…“
In diesem Moment brach die Stimme des Engels und Minuten lang konnte er vor lauter Tränen nicht weiter sprechen." -> Ich hätte normalerweise gesagt, dass dieser Engel ziemlich weinerlich ist. Aber dieses "vor Tränen nicht mehr weitersprechen können" machst du in dieser Geschichte ganz oft. Überhaupt passiert es hier sehr häufig, dass Personen von ihren Emotionen, vor allem aber von den körperlichen Reaktionen, die diese Emotionen auslösen, dermaßen überwältigt sind, dass sie für mehrere Minuten handlungsunfähig sind. Tut mir leid, erstens unrealistisch, zweitens viel zu melodramatisch, um beim Leser wirklich Mitgefühl zu erregen. Damit der Leser mit einem Charakter mitfühlen kann, muss er sich mit diesem auch identifizieren können. Das geht weder bei diesen übertriebenen Mary-Sue-Helden, noch bei derart verweichlichten Charakteren, bei denen man Angst haben muss, dass sie schon vom Weinen vor lauter Erschöpfung tot umfallen.

"Als Laura zu ihm gehen und ihn trösten wollte," -> Nicht dein Ernst, Laura, oder? Ist dir inzwischen wenigstens eingefallen, was du verbockt haben könntest? Mary Sue Alarm allererster Güte.

"schrie er:
„Bleib weg! Ich habe an dich geglaubt und was machst du? Schlägst erst meine Warnung in den Wind und dann…" -> Jap, kann dich bestens verstehen, Engel. So hätte ich auch reagiert und das war genau richtig so. Da kann die große Laura noch was lernen.

"Dann kommst du wieder an!" -> Okay, das klingt jetzt allerdings eher nach Beziehungsdrama.

"Mein Leben ist zerstört! Ich bin zerstört!" -> Ich bin gelangweilt. Wie soll man bei all dieser Melodramatik noch irgendwas ernstnehmen? Und eigentlich muss es einen schon fast wütend machen, weil es der wirklich ernsten Situation, die hier beschrieben wird, in keiner Weise Rechnung trägt. Warum zum Geier ist der Engel zerstört, weil die verf*ckte Seuche ausgebrochen ist? Warum ist sein Leben zerstört? Welches Leben? Es ist ein Engel - wie und wie lange leben die eigentlich in dieser Paralleldimension? Was heißt für die überhaupt Leben?

"Schau nur!“
Plötzlich erschien ein Bild, auf dem sich ein Mann furchtbar krümmte." -> Wie ist dieses Bild erschienen? Kann mir schon denken, dass der Engel das erzeugt hat, aber wie genau, hätte ich gerne noch genauer gewusst. Ist vergleichbar mit meinen Anmerkungen zu diesem Thema beim vorigen Kapitel, als es um Ezzer ging.

"Er hatte unerträgliche Schmerzen, aber man konnte nicht sehen, wer es war, weil das Gesicht vollkommen von Schmerz verzerrt war." -> Gut, das kannst du nicht wissen: Selbst, wenn jemand das Gesicht noch so sehr verzerrt, kann man ihn erkennen. Wäre dem nicht so, müssten Gangster keine Sturmhauben tragen, sie könnten einfach Grimassen schneiden und niemand könnte ihre Gesichter zuordnen. So einfach geht das leider (?) nicht. Wird es an dieser Stelle wichtig, dass man nicht weiß, wer es ist? Bzw. wird diese Person noch einmal relevant? Denn wenn nicht, lass den Satz einfach weg und geh nie wieder darauf ein. Wird es wichtig, wer die Person ist, mach es so, dass das Bild zu schnell weg ist oder der Blick getrübt, weil das Zimmer, in dem die Person sich befindet, abgedunkelt ist. Damit allerdings die Szene noch ein bisschen mehr Wirkung bekommt, hätte ich doch den Engel ein paar mehr Bilder von bereits Erkrankten zeigen lassen, als nur das von einem Einzigen. Abgesehen davon könnte ja dieser Betroffene auch wegen etwas ganz anderem Schmerzen haben - vielleicht hat er was Falsches gegessen, eine Blinddarmentzündung und ist heroinabhängig und auf Entzug. Ich mein ja nur.

"Schnell blendete der Engel das Bild aus, während er immer heftiger zu weinen begann." -> Jetzt ist aber langsam mal gut, nicht, dass dem noch die Tränenflüssigkeit ausgeht :-D

"So schnell wie sie gekommen war, war die Engelsgestalt auch schon verschwunden und hatte eine erschütterte Klasse zurückgelassen." -> Jawoll, das hat's jetzt gebracht. Übrigens, nur ne Frage am Rande: Die haben Freistunde, müssen aber wahrscheinlich trotzdem anwesend sein. Oder sehe ich das falsch? Denn mir kam es beim wiederholten Lesen gerade so vor als... hätten die vorher alle gemeinsam Karten gespielt? Die ganze Klasse?! Ganz friedlich?!!! Meine Fresse, wenn das stimmt, sie die der Traum eines jeden Pädagogen!

"„Was sollte das?“
„Ich weiß nicht, wovon du sprichst.“" -> Nein, du hast sie nicht gesehen. Alle haben gerade dieselbe freakige Halluzination von einem Engel gehabt/den Engel wirklich gesehen, aber du hast dir die letzten fünf Minuten die Finger in die Ohren gesteckt und lalalalala gesungen? Mary Sue, du enttäuschst mich.

"„Sie hat dir in deinem Traum gesagt, du sollst es keinem erzählen!“" -> Das scheint mittlerweile normal geworden zu sein, dass es übersinnliche Phänomene wie Engel gibt. Ich könnte nun im Guten sagen, dass die Kontinuität gewahrt wird. Das mit der Akzeptanz dieser übernatürlichen Dinge geht allerdings ein bisschen zu schnell für meinen Geschmack.

"„Sie kann auch nicht an alles denken, oder?“
„Aber an das wesendliche, sollte sie denken!“
„Als wenn du immer an alles denken würdest!“" -> das "wesentliche" mit "t". Und, abgesehen davon, woher zum Geier wissen die anderen, worum's hier geht?! Laura hat ihnen von dem Traum erzählt, na klar, aber den entscheidenden Fakt, dass die Seuche ausbricht, wenn Laura davon erzählt, den hat sie vergessen, also doch wohl auch nicht erwähnt? Denn das schließt sich ja nun naturgemäß aus. Andernfalls hätte es entweder ihr selbst oder aber im allergrößten Notfall einer der anderen Matschbirnen in genau diesem Moment klar werden müssen! Da das alles nicht passiert ist - woher wissen sie es dann? Und woher wissen sie, was als Konsequenz darauf, dass Laura es erzählt hat, passiert ist? Woher wissen alle, dass es sich hier um die Seuche dreht?!

"„Hört auf! Hört einfach auf! Man hält es ja im Kopf nicht aus!" -> Die Reaktion würde ich mir für später aufheben, wenn es schon wirklich richtig brennt.

"Wir werden alle sterben und ihr denkt nur daran, was man vergessen hat und was nicht?" -> *sing*Wir werden alle sterben, haltet euch bereit! - Sorry, Spaß beiseite. Der Engel hat nicht gesagt, dass man an der Seuche stirbt, oder? Gut, selbst wenn nicht, eine Seuche heißt normalerweise so, weil sie gefährlich ist, man also meist auch an ihr stirbt. Trotzdem, auch das würde ich mir für später aufheben. In diesem Moment ist noch so vieles ungeklärt, der Engel ist mal gerade erst aufgetaucht, hat eigentlich nur rumgeheult, wie man es in einer Soap kaum besser hätte machen können und jetzt wollen sie schon über die weitreichenden Konsequenzen nachdenken. Wie soll das gehen, wenn sie gerade erst die Hälfte wissen? Übrigens, ich würde hin und wieder, um die Dramatik zu steigern, auf Alex verzerrte Stimme hinweisen und wie sie versucht, es herunterzuspielen oder zu beheben (ist bestimmt nur ne Erkältung, ich nehm gleich ein Halsbonbon oder trinke nen Schluck), natürlich hilft alles nichts.

"Wisst ihr eigentlich wie scheiße das ist, wenn man sich verantwortlich fühlt? Wenn man von allen zur Verantwortung gezogen wird, nur, weil man mal eine Kleinigkeit vergessen hat? Ich kenne die Antwort, ihr wisst es nicht! Aber ihr denkt ihr könntet alles besser! Dann macht's doch besser! Ich halte es nicht mehr aus!“" -> Och, jetzt hör aber auf, zu heulen! Immerhin hast du's wirklich verbockt und bist jetzt diejenige, die Stress schiebt. In einer Situation, in der man zusammenhalten sollte (und das bringen ausgebrochene Seuchen nun mal so mit sich, dass man dann in so eine Situation kommt), sollte man versuchen, sich mit den anderen gutzustellen. Und sie nicht noch gegen sich aufzubringen. Gut, verständlich, dass in diesem Moment erstmal niemand weiß, wo ihm der Kopf steht. Aber so eine ultimative Aussage zu treffen, das ist nicht nur dumm, das ist auch kindisch und dass es Laura später verziehen wird, liegt einfach wirklich nur daran, dass es Laura ist. Hätte Ian dasselbe gesagt, wäre er vermutlich von Kathy aus dem Fenster geworfen worden.

"Noch während sie immer hysterischer schrie" -> Was ist es eigentlich mit dir und diesen übertriebenen emotionalen Reaktionen deiner Charaktere?

"packte Kathy ihre Sachen zusammen und wollte aus der Klasse rauschen," -> Ohne ein Wort zu sagen? Ernsthaft?

"da hielt Jonas sie zurück.
„Schatz, bitte geh nicht!" -> Soap-Alarm!

"Im Moment machst du es auch nicht besser. Während du hier deine Show machst werden mehr und mehr Leute krank und bringt uns das irgendwie weiter? Hilft es uns was, wenn du auf uns ein schreist, uns nicht sagst, was wir besser machen sollten und dann noch versuchst wegzulaufen, weil du deine Gefühle nicht offen zeigen kannst?“" -> Ähm... was hat denn jetzt diese völlig übertriebene Moralpredigt hier zu suchen? Auf uns einschreist - Es ist doch Laura, die schreit. Oder war das mit dem hysterischen Schreien gerade eben Kathy? Hoppla. So und nochmal: Es werden mehr und mehr Leute krank. Weiß er das? Vermutet er das nur? Wieso kann er emotional so sehr daran beteiligt sein? Weil einen Typen auf einem Hologramm-Bild gesehen hat, der sich vor Schmerzen windet? Was hat das jetzt damit zu tun, dass die Gruppe irgendwas besser machen soll oder dass Kathy ihre Gefühle nicht offen zeigen kann? Ich habe das Gefühl, das hat sich irgendwie mit ner philosophischen Diskussion über aggressives Verhalten aufgrund von Gefühlskrüppeligkeit vermischt, die in dieser Zeit mal in der Schule oder mit den Betreuern geführt wurde oder die in irgendeinem Hörspiel/Hörbuch vorkam. Auf jeden Fall passt es nicht zusammen, es liest sich mehr so, als wären wir in der Geschichte schon viel weiter, hätten das Elend und die kranken und sterbenden Menschen schon gesehen, hätten also bereits mit all unseren Sinnen das Grauen erfahren. Was die Schüler bis jetzt haben, ist Ungewissheit. Die haben noch keinen blassen Schimmer, was überhaupt los ist. Wie können sie dann solche Sachen sagen? Du musst immer bedenken: Leute können nicht deine Gedanken lesen. Das Wissen des Autors ist nicht gleich dem des Lesers, das Wissen des Lesers ist nicht gleich dem jedes einzelnen Charakters. Jeder kann auf einem unterschiedlichen Stand der Informationen sein. Genau von dort aus agiert derjenige dann auch - wie sollte es auch sonst sein?

"„Jetzt fangt euch bitte mal alle wieder! Anstatt euch hier gegenseitig anzubrüllen solltet ihr überlegen, wie wir weiter vorgehen. Es bringt mir nichts, wenn ich euch jetzt voll jammere, weil ich dieses Detail vergessen habe, es bringt uns ebenso wenig, wenn ihr euch jetzt gegeneinander bekriegt, am Ende zerbricht alles. Wir sollten darüber nachdenken, wie wir es schaffen könnten, die Seuche zu besiegen, aber bevor wir das machen können…“" -> Okay, lass mich diesen Monolog mal Stück für Stück auseinanernehmen.

Fangt euch mal alle wieder - Laura, ich wiederhole mich, du bist diejenige, die hier rumgebrüllt hat. Gerade nutzt du den Ausraster einer anderen Person, um elegant von dir abzulenken. Unfair, Mary Sue Gehabe, Wichtigtuerei. Auch, wenn du im Grunde recht hast.

Wie wir weiter vorgehen. Gute Idee. Wie wär's damit, den Seuchenschutz zu informieren? Polizei, Gesundheitsamt, lauter solche Dinge. Weiß man in dem Alter normalerweise schon, würde ich sagen. Und wenn nicht, Lehrer ansprechen. Alex ist ja der lebende Beweis. Im Übrigen wär's vielleicht ne gute Idee, Alex so oder so erstmal zum Arzt zu schicken. Wieso kommt da niemand drauf? Laura weiß schließlich nur, dass es eine Seuche ist, die ausbricht, also eine Epidemie, wie wir in der modernen Welt sagen. Sie weiß noch nicht, dass diese Seuche ein Bewusstsein hat - sollte sie es an dieser Stelle bereits wissen, musst du das noch einbauen, denn so, wie sich die Geschichte jetzt liest, weiß sie es nicht. Selbst, wenn du willst, dass sie es weiß, würde ich mit Alex dringend zum Arzt gehen, einfach nur, damit der feststellen kann, welche körperlichen Schäden vorliegen. Schließlich müssen die zwangsläufig da sein, ganz egal, was sonst alles magisch bedingt ist.

Es bringt Laura nichts, wenn sie die anderen volljammert. Hat sie gut durchschaut. Dann sollte sie mal damit aufhören. Allerdings, die Tatsache, dass sie ein Detail vergessen hat, ist womöglich der Tod für viele Menschen. Das sollte man nicht so einfach unter den Teppich kehren, ohne sich wenigstens zu entschuldigen, finde ich.

Am Ende zerbricht alles. Moment, nichts vorwegnehmen, soweit sind wir im Plot noch nicht. Das ist zwar ein weiser Ausspruch, aber in dieser Situation klingt er übertrieben bzw. unangebracht, weil es noch keine Anzeichen davon gibt, dass hier irgendwas "zerbricht". Hier wird sich gestritten, das ist normal, wenn man mit so etwas konfrontiert ist. Noch aber hat Laura keinen Grund, anzunehmen, dass bald etwas zerbricht. Das ist ein zu hartes Wort für ein paar Streitereien.

Zuletzt: Warum müssen die jetzt die Seuche besiegen? Ein paar halbstarke Jugendliche? Wie wär's mal damit, sich Hilfe zu holen? Und, wie gesagt, den Seuchenschutz zu informieren? Im Gegensatz zu vielen anderen Fantasy-Geschichten hat man hier ja wenigstens einen Beweis für seine absurde Vermutung und einen Grund, ernstgenommen zu werden!

"„Schatz, ich wollte das nicht. Es tut mir leid.“" -> Okay, noch bevor der pathetische Monolog weitergehen kann, wird er von Drama-Kathy unterbrochen.

"„Mir wird alles zu viel…“, flüsterte Kathy unter Tränen, dann trug Jonas sie aus der Klasse" -> Einfach mal so. Hau ruck und los geht's. Alles klar. Wieso muss er sie tragen? Fällt sie in Ohnmacht, geben ihr die Beine nach? Nimmt er sie huckepack oder trägt er sie auf beiden Armen, wie Rhett Butler seine Scarlett in "Vom Winde verweht"?

"und sagte noch:
„Ich bringe sie nach Hause.“
„Ist OK.“" -> Jap, ist völlig okay. Eine Drama-Queen weniger, puh! Zeit zum Aufatmen. Ich halte ihr weiterhin zugute, dass es Fake-Kathy ist.

"„Die Seuche scheint sich nicht so schnell zu verbreiten.“" -> Wer sagt das und woher weiß die Person das?

"„Ich weiß nicht, ich fühle mich so träge und irgendwie komisch… Außerdem…“" -> Guter Anfang, uns endlich richtig die Gefahr fühlen zu lassen. Wenn's mit den körperlichen Beschwerden losgeht, die man nicht zuordnen kann, entstehen Unsicherheit, Hilflosigkeit und Angst, die auch der Leser gut nachvollziehen kann.

"„Klingt deine Stimme verzerrt, du musst versuchen dich zu schützen.“" -> Wie genau schützen? Und warum zum Teufel kommt niemand auf die Idee, dass sie vielleicht mal zum Arzt gehen sollte? Die sollten rausfinden, ob die Seuche ansteckend ist! Denn wenn ja, dann sollte Alex sich schleunigst nen Mundschutz anziehen (gibt's in der Apotheke zu kaufen, hatte ich während meiner Reitstunden an, weil ich gegen Pferdehaare allergisch bin) und sich nicht mehr nach draußen begeben!

"„Wenn die Seuche sie schon getroffen hat kann sie sich nicht mehr schützen.“" -> Hello! I'm Captain Obvious!

"„Aber wir werden doch alle angegriffen! Wir brauchen Hilfe!“" -> Wieso ist hier ständig von Angreifen und Besiegen die Rede? Die Leutchen können doch zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht wissen, dass die sogenannte Seuche (ich wäre immer noch für Epidemie bzw. Virus) eigentlich durch kleine Wesen ausgelöst wird, die ein Bewusstsein haben und bekämpft werden müssen, dass es sich also um keinen Krankheitserreger im eigentlichen Sinne handelt. Wie gesagt, wenn es von der Handlung her an dieser Stelle so sein soll, dass sie das eigentlich wissen, dann musst du das den Engel vorher genauer erklären lassen. Ansonsten lass den Charakter an dieser Stelle lieber sagen: "Wir sind alle in Gefahr/wir können alle infiziert werden!"

"„Schon zur Stelle“, sagte Joule und eine Minute später stand der Engel wieder im Raum." -> Hä? Wie ist denn jetzt das gegangen?

"Laura sagte:" -> "Wie zum Teufel kommst du hierher, Joule, was hast du noch für magische Kräfte, von denen ich nichts weiß und die du uns die ganze Zeit verschweigst, du Nuss! Gerade jetzt, wo wir sie so dringend brauchen, damit hast du uns schon einmal in die Scheiße geritten, hast du eigentlich nichts gelernt? Und du, du dämlicher Engel, anstatt mich hier vollzujammern, erklär mir lieber mal, wer oder was diese Seuche denn nun eigentlich ist und was zum Geier hier eigentlich gespielt wird!"

"„Wenn du willst, dass ich das alles besiege dann musst du mir helfen," -> Ähm, ja. Oder so. Offenbar hat mein imaginärer Sozialarbeiter recht damit, dass Diplomatie doch immer noch der beste Weg ist.

"sonst kann ich nicht mehr agieren, bevor ich "Seuche" sagen kann.“" -> *räusper* ich weiß, das sollte hier ein Action-Helden-Spruch sein, der kommt zumindest nach meinem Gefühl leider ziemlich flach. Nimm irgendwas anderes oder lass es raus. Mit so was sollte man ohnehin sehr vorsichtig sein, dahingehend habe ich selbst schon schmerzvolle Erfahrungen gemacht.

"„Na gut, ich werde dir helfen, auch wenn du es nicht verdient hast." -> Zickenalarm! Abgesehen davon, sollte es nicht auch im Interesse dieses Engels sein, dass die Seuche besiegt (Epidemie eingedämmt, Erreger isoliert) wird? Ich dachte, ihr Leben sei zerstört und sie sei zerstört? Oder ist das jetzt auch schon alles egal?

"Ich sorge dafür, dass ihr nicht angegriffen werdet, aber das geht nur so lange, bis du eine Idee hast, wie du den Erzeuger vernichten könntest, dann ist der Schutz weg, ich kann nichts dafür.“" -> Gute Möglichkeit, um Spannung aufzubauen. Allerdings solltest du eine wirklich, wirklich gute Erklärung dafür haben, warum genau das so ist und warum der Engel gegenüber dieser Regel machtlos ist. Und die sollte definitiv nicht lauten: Weil der Autor es so will.

"„Aber kannst du dich und den Mann nicht auch schützen?“" -> Was hat denn das jetzt mit dem Engel zu tun? Der ist doch nur total verheult, was ist ihm denn sonst passiert, dass man ihn unbedingt schützen müsste? Also, nicht dass du es falsch verstehst, ich kann mir schon meinen Teil denken, aber nur, weil ich entsprechende Informationen als Leser habe, die Joule und co. nicht haben.

"kaum hatte Joule das gesagt, bereute sie es, denn der Engel begann wieder zu schluchzen." -> Die Lehrer sind in dieser Geschichte nicht die einzigen, die mal dringend ne Therapie bräuchten. Vor allem, wenn's darum geht, die eigenen Emotionen im Griff zu haben.

"„Ich… Es tut mir leid, ehrlich…“
„Es geht nicht! Ich habe alles versucht aber es wird nur schlimmer!“" -> Warum? Warum geht es bei den Schülern, aber nicht bei dem Mann? Hat es was damit zu tun, dass der Typ schon krank ist? Was heißt das dann für Alex? Kann man ihr auch nicht mehr helfen oder den Krankheitsverlauf zumindest aufhalten? Und was heißt, dass es immer schlimmer wird - wird die Erkrankung des Mannes durch die Bemühungen des Engels nur schlimmer? Wenn ja, woran liegt das?

"Wieder sahen sie ein Bild. Der Engel versuchte dem Mann seinen Schutz zu geben," -> Wie dürfen wir uns das vorstellen?

"aber dieser prallte zurück" -> Was heißt das? Was genau passiert da?

"und die Leiden des Mannes wurden schlimmer." -> Inwiefern? Krampft er noch mehr? Schreit er jetzt plötzlich? Muss er sich übergeben, kackt er sich vor Durchfall in die Hose? Übrigens: Alles klar, die Bemühungen des Engels sind daran schuld, dass es dem Mann noch schlechter geht. Warum? Müsste dann Alex nicht Angst haben, dass ihr genau dasselbe blüht, weil sie ja schon krank ist?

"Das Bild verschwand so schnell wie möglich wieder" -> Darunter können wir uns als Leser nichts vorstellen, weil wir von den Kräften des Engels keine Ahnung haben. Das heißt, wir wissen nicht, wie schnell es möglich ist, das Bild wieder verschwinden zu lassen. Besser wäre: "Blitzschnell verschwand das Bild wieder" oder "So schnell wie das Bild erschienen war, verschwand es auch wieder." Wenn's darum geht, dass der Engel das Bild weghaben will, könnte man schreiben: "Der Engel beeilte sich, das Bild so schnell wie möglich wieder verschwinden zu lassen." Dann geht's nicht um die Geschwindigkeit selber, sondern darum, dass der Engel das Bild selbst nicht mehr sehen kann, weil er davon die Krise kriegt. Darunter können wir Leser uns sehr wohl was vorstellen.

"und der Engel war für einige Minuten nicht mehr ansprechbar." -> Therapie!!!

"Erst als Alex sich für einen kaum wahrnehmbaren Moment verkrampfte schreckte der Engel auf und sagte:
„Es tut mir leid.“" -> Ja, das sollte dem Engel auch leidtun.

"„Es muss dir nicht leid tun," -> Doch!

"das ist meine Aufgabe, ich habe das angerichtet“" -> Das mag sein, aber hätte Miss Engel die Klappe gehalten, hättest du es gar nicht anrichten können.

" sagte Laura, zog ein Taschentuch aus ihrer Tasche und gab es dem Engel. Der bedankte sich, schnäuzte sich die Nase und sagte:" -> Was sind Engel eigentlich in dieser Welt? Sie haben also einen ganz normalen Körper, können aber auftauchen und verschwinden, wie es ihnen beliebt? Was ist bei ihnen anders, als bei den Menschen? Können sie fliegen, haben sie diese typischen Engelsflügel auf dem Rücken? Was sonst noch? Was ist ihre Funktion? Was sind sie?

"„Ich meinte nur, eigentlich war es ja meine Schuld," -> Gut erkannt.

"wenn ich dir nicht im Traum erschienen wäre sondern im realen, dann hättest du es sicher behalten, dass du nichts sagen darfst." -> Wie wär's damit gewesen, dass du ihr gar nicht erscheinst?

"Es war meine Schuld, jetzt mache ich dich auch noch verantwortlich für alles, ich sollte dir helfen und das werde ich.“" -> *gähn*, während ihr über das alles quatscht, hätte die ganze Bagage mit Alex längst beim Arzt sein können.

"Wie aus dem nichts erschien eine Flasche in der Hand des Engels, die er nun Laura gab." Das "Nichts" groß. Ansonsten gut geschrieben. Kommentar zum Inhalt: Warum nicht gleich so? Wozu brauchte es dieses ganze Geplänkel außen rum?

"„Das ist eine Glücksflasche," -> Oh Gott! *kopf meets tischplatte* Bin ich hier in einem Kinderfilm gelandet?!

"damit kannst du die Leute um dich herum schützen, du brauchst nur etwas davon in eine Schale zu gießen und es auf einen Tisch zu stellen." -> Gute Idee. Hat sie das schon mal bei dem erkrankten Mann probiert?

"Dafür, dass es nicht dauerhaft hält kann ich nichts, das liegt daran, dass du die Aufgabe allein lösen musst, wie du an Ezzer, den Erzeuger heran kommst," -> Was hat das beides miteinander zu tun? Also, inwiefern steht die Tatsache, dass der Schutz nicht dauerhaft ist, im kausalen Zusammenhang mit der Tatsache, dass Laura allein rausfinden muss, wie man an Ezzer herankommt?

"das müsst ihr herausfinden, da darf ich euch nicht helfen." -> Hat sie schon mal gesagt.

"Aber wenn ihr es wisst dann ruft mich einfach, so wie eben." -> Aha und dann sagt euch der Game-Master, ob's stimmt? Ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr, wenn das Licht angeht! Alles klar!

"Danke, Joule, du hast mich zur Vernunft gebracht.“" -> Dieser Engel ist so was von nicht ernstzunehmend. Wenn die alle so sind und das die Hüter des Himmels sind, dann will ich mein Geld zurück.

"Kaum hatte er es gesprochen war der Engel auch schon verschwunden." -> Ja, Gott sei Dank! (Frage mich gerade, ob dieser Kommentar Blasphemie ist.)

"„Aber, sie kann sich nicht die Schuld geben!“" -> Wer sagt das und wie kommt diese Person zu der Annahme?

"„Sie?“
„Ich weiß, dass der Engel eine "sie" ist.“" -> Ich denke, es wird mehrere Indikatoren für das Geschlecht des Engels gegeben haben, wahrscheinlich allein schon die Stimme, nicht zuletzt vielleicht evtl. ein paar Brüste vorne dran. Wenn nicht das, an irgendwas wird man's ja gemerkt haben. Und wenn das Wesen geschlechtslos gewirkt hat, dann wäre dieses Merkmal ein Grund gewesen, es auf jeden Fall zu erwähnen! Sprich: Unnötiger Kommentar. Kann man auch gleich am Anfang erwähnen oder den Engel einfach beschreiben.

"„Wie geht es jetzt weiter?“" -> Endlich mal ne vernünftige Frage!

"„Ich weiß es nicht. Das sind Dinge, die ich nicht sehen kann und darf.“" -> Wer sagt das? Warum darf die Person das nicht sehen/wissen bzw. warum kann sie es nicht? Was passiert ansonsten?

"„Kira tut mir leid.“
„Kira?“
„So habe ich den Engel jetzt genannt. Heißt sie nicht so?“
„Doch, ich wundere mich nur, wie du darauf kommst.“" -> Was in Dreiteufelsnamen soll dieser Dialog, wer weiß jetzt, dass der Engel Kira heißt, wer hat sie so genannt und was hat das hier zu suchen, die haben hier weiß Gott andere Probleme!

"„Wir müssen Alex helfen!“" -> Jawoll! Richtig! Auf zum Arzt, zu irgendnem Virologie-Institut oder sonst was, oder meinetwegen auch in die Bibliothek, das machen sie doch immer in diesen Geschichten, wenn sie nicht weiter wissen. Aber nicht hier dumm rumsitzen!

"„Wer schon infiziert ist dem kann man nicht viel helfen!“" -> GAAAAAAH! Kinder... ich geh ein!

"„Aber ich kann dafür sorgen, dass sich die Seuche nicht mehr in ihrem Körper verbreitet!“" -> Ich baue mir demnächst ein "Wer sagt das?"-Makro. Und wenn diese Person das kann, warum ist sie dann nicht schon früher eingeschritten? Vielleicht hätte sie bei Alex dauerhafte Schäden vermeiden können?

"„Wie denn das?“
„Wartet.“
Laura ging aus dem Raum." -> Mary Sue ahoi! Und dieser Cliffhanger soll uns jetzt dazu bringen, unbedingt weiterzulesen, ich verstehe. Tja, ich muss sagen, das würde ich eigentlich ziemlich gut finden, wenn ich mich über das unlogische Verhalten der Schüler und des Engels nicht im Vorhinein schon schwarz geärgert hätte.


Alles in allem:
Das hier sollte ein Kapitel über den dramatischen Ausbruch der Seuche werden, indem wir in aller Deutlichkeit erfahren, wie gefährlich die Scheiße ist und wie schwierig es ist, etwas dagegen zu machen. Herausgekommen ist ein riesengroßes Chaos an absurden Dialogen und Plotwendungen und wiedermal ist das Mitgefühl für die Charaktere völlig auf der Strecke geblieben, obwohl es allem voran Alex und dem erkrankten Mann definitiv zugestanden hätte. Weniger übrigens Laura und dem Engel Kira, denn die haben beide ziemlich großen Mist gebaut und ich find's unglaublich, dass Laura sich hier hinstellt, als wär sie das arme Opfer, weil alle auf sie einschimpfen, aber Joule durfte beim großen Essen bei Frau Wolf fertig gemacht werden, weil sie die Erinnerungen der anderen manipuliert hat. Gerechtigkeit gibt's nicht, schon kapiert.
Dann natürlich sehe ich große Unlogik: Wieso kann den Schülern geholfen werden, aber nicht dem erkrankten Mann? Das könnte ich noch verstehen, wenn Alex nicht auch schon krank wäre. Was hat es mit dieser Glücksflasche auf sich. Wieso haben sie die nicht schon gleich benutzt, als sie sie bekommen haben? Die werden in diesem Raum doch wohl irgendwas haben, was sie als Schale benutzen können. Und wenn man sich aus Papier und zwei Geo-Dreiecken eine bastelt. Was hat Laura jetzt plötzlich für eine Supi-Idee, um Alex' Krankheitsverlauf aufzuhalten? Wieso hat sie das nicht gleich gemacht? Was war das für eine Eingebung? Wie konnte Joule den Engel Kira erscheinen lassen? Wieso hat sich der Engel nicht dagegen gewehrt? Woher kommt diese übertriebene Emotionalität und die plötzlichen Sinneswandel? Was sind Engel überhaupt? Offenbar haben sie einen menschlichen Körper. Was ist sonst an ihnen besonders?

Und natürlich, immer wieder: Was hat es mit dieser gottverdammten Seuche auf sich?! Was ist sie, was sind diese kleinen Wesen? Was passiert mit dem Körper, warum ist die Stimme kaputt, warum krampft man, was genau führt letztlich zum Tod? Bleibt das Herz stehen? Krampft auch der Herzmuskel und arbeitet daher nicht mehr richtig, sodass das Gehirn nicht mehr mit genügend Sauerstoff versorgt werden kann?

Du sagtest mir bereits, der Engel ist ne totale Nulllösung. Kann ich mir zu diesem Zeitpunkt auch schon denken. Trotzdem, selbst, wenn wir uns das alle denken können, reicht es nicht als Entschuldigung, für dieses inkonsistente Verhalten. Das trifft übrigens auf alle Charaktere zu. Keiner verfolgt hier in seinem Verhalten irgendeine klare Linie, jeder springt in seiner Stimmung, seinen Emotionen und seiner Überzeugung von A nach B nach C und wieder zurück zu A, wir haben tausend Gesprächsfetzen, von denen wir nicht wissen, von wem sie stammen, von denen wir aber umso genauer wissen, dass sie nichts zum Verlauf der Geschichte beitragen. Warum z. B. kann sich der Engel nicht einfach selbst vorstellen? Dann hätten wir die Geschlechts- und Namensfrage ebenfalls schon geklärt. Insgesamt ist zum Schluss die gesamte Handlung inkonsistent, sie zerfällt quasi in ihre einzelnen Elemente, die alle unterschiedlichen Gedankenströmen entsprungen zu sein scheinen. Gemeinsam ergeben sie kein großes Ganzes und als Laura am Ende den Raum verlässt, fühlen auch wir uns wie nach einer Mathematikstunde in der Schule, in der wir nichts verstanden haben und einfach nur froh sind, dass am Ende dieser langen Reihe von Zahlen und Buchstaben tatsächlich ein Ergebnis steht - so unglaublich uns das auch erscheinen mag.
Leider fehlt mir her sogar das Ergebnis.

Es tut mir fast leid, ich glaube, ich habe noch nie so viel zu bemängeln gehabt, aber das liegt daran, dass es jetzt wirklich ans Eingemachte geht. Das ist der Kern der Story, das ist die Bedrohung, Ezzer hat angegriffen und nun sehen sich alle einem unlösbaren Problem gegenüber, das zur Katastrophe auszuarten droht. Gute Idee, nur... ich fühle nichts davon. Ich sehe mich inmitten eines leeren Raums, in dem die Gedanken wie lose Seilenden herumliegen und obwohl sie nur Zentimeter voneinander entfernt sind, kann keines das andere erreichen. So kann das nicht weitergehen. Da ist dringend Planung erforderlich.

Antwort von Svenja2 am 11.09.2017 | 14:23 Uhr
Hiho Spades,

Und wieder stelle ich mir die Frage, was hat mein 17-jähriges Ich sich dabei gedacht?
Das ganze Geheule ist wirklich zum davonlaufen. Ich weiß nicht, warum ich das damals so toll fand.
Das ist völlig ok, dass du das Kapitel in seine Einzelteile zerlegt hast.
Ich wollte ja ursprünglich Kapitel für Kapitel umschreiben, aber ich glaube, das ein oder andere streiche ich ganz, wenn ich mit der Überarbeitung anfange.
Spades (anonymer Benutzer)
05.09.2017 | 13:25 Uhr
Hallo Svenja!

Juhu, wir lernen den Bösewicht kennen! Aber wenn ich dich in deiner Review-Antwort zu Kapitel 11 richtig verstanden habe, dann war das, was da plötzlich aufgetaucht ist, gar nicht Ezzer? Hm, jetzt bin ich verwirrt. Na egal, das kommt ja alles noch. Auf jeden Fall gefällt mir der Name des Bösewichts, ist kurz und knackig und impliziert allein schon aufgrund des zähen und scharfen Klangs dieses Wortes, dass damit nichts Gutes einhergehen kann... wie zähflüssiger Schleim, der überall festklebt und kaum abzulösen ist. Igitt. Doch, das passt echt gut.

"Ezzer stand in einem dunklen Raum." -> Dunkle Räume sind immer gut, um darauf hinzuweisen, dass wir uns grade beim Bösewicht befinden^^ Nein, keine Sorge, das ist keine Kritik, es passt super, um Atmosphäre zu schaffen. Vielleicht wäre es sinnvoll, den Raum noch etwas zu beschreiben, damit der Leser ungefähr ahnen kann, was genau es damit auf sich hat. Ich meine, wir bewegen uns in einer Fantasy-Welt. Das heißt, wir müssen uns fragen: Ist dieser Raum physikalisch existent? Gibt's den hier bei uns auf der Erde oder ist es eine Zwischendimension? Wenn es ihn als solchen wirklich gibt, wo befindet sich dann Ezzer? In irgeneinem verlassenen Firmengebäude? Im Kartenraum der Schule? Das muss nicht schon sofort alles erklärt werden, sondern nur es wäre gut, wenn ein Hinweis darauf da wäre. Man könnte z. B. davon schreiben, dass der Raum ansonsten komplett leer ist und Ezzers Stimme beim Sprechen hallt (Raum physikalisch existent). Oder aber es könnten zu allen Seiten schwarze Nebelschwaden anstatt Boden, Decke und Wänden herumwabern (Raum = Zwischendimension).

"Er war umgeben von kleinen Kügelchen, die immer kleiner wurden, bis sie gar nicht mehr zu sehen waren." -> In Anbetracht des nächstes Satzes, in dem auch wieder "sehen" vorkommt, würde ich vielleicht schreiben "...die immer kleiner wurden, bis es schien, als wären sie ganz und gar verschwunden."

"„Gut gemacht, man sieht euch nicht, greift mich an!“" -> Sehr gut! Der Bösewicht testet die Kraft seiner Schergen an sich selbst. Gängiges Stilmittel, in meinen Augen sehr passend, weil es seine Unerschrockenheit demonstriert, aber auch, wie sehr er für die Sache brennt, dass er sich notfalls selbst aufgeben würde - oder aber, und das ist noch viel wahrscheinlicher, dass er sich eigentlich unverwundbar wähnt. Wie auch immer, das gefällt mir echt gut.

"Die kleinen Wesen griffen ihn blitzschnell an, doch er wehrte sie sofort ab." -> Im Grunde gut, dass das hier so fix geht, denn ebneso schnell, wie die Viecher ihn angreifen, ist er sie ja auch wieder los. Ein paar Dinge hätte ich allerdings dennoch gern gewusst: Wie greifen ihn die Wesen an? Was genau tun sie? Und weiß Ezzer, wo sie sind, kann er sie irgendwie detektieren? Oder reagiert er erst, wenn der Angriff - wie auch immer der nun aussehen mag - bereits passiert ist?

"„Ihr seit ziemlich gut," -> "seid" mit "d". Du meinst, ihr "seid", von "sein" (Infinitiv). "Seit" ist eine Zeitangabe, etwas ist so "seit" diesem und jenem Datum/Tag/Jahr/was weiß denn ich. Übrigens würde ich hier ein bisschen auf die Sprache des Bösewichts achten. Soll der so flapsig reden wie, "wow, ihr seid ziemlich gut", oder soll er lieber so ein bisschen hochgestochen reden wie "wirklich beeindruckend"? Ist deine Sache, war nur ein Vorschlag von mir, das vielleicht so zu machen, weil es, wie ich finde, immer ganz gut ankommt. Muss man aber deshalb nicht übernehmen, also nicht falsch verstehen^^

"ihr seit die so genannte "Seuche“, so nennen euch die Menschen, aber sie wissen noch nicht, dass ihr existiert," -> Hä? Die Menschen nennen diese Wesen "Seuche", wissen aber noch nicht, dass sie existieren? Wie kann das denn sein? Abgesehen davon, wenn du jemandem während einer wörtlichen Rede zusätzliche Gänsefüßchen um einen Ausdruck oder ein Wort schreibst, würde ich das auch durch die Erzählstimme kommentieren lassen. Also, dass es beispielsweise heißt: [ "Ihr seid die sogenannte Seuche" - Ezzer betonte dieses Wort ganz besonders - "so jedenfalls werden euch die Menschen nennen." ]

"deshalb könnt ihr… Moment mal!“,
Er lachte hämisch.
„Hört ihr das?“
Er schnippte mit dem Finger und sofort war wie auf einem Bildschirm die Szene zu sehen, in der Laura ihren Freunden gerade von der Seuche erzählte." -> Zu wenig Information. Wieder mal ein Moment, der in einem Hörspiel wunderbar funktioniert hätte. Hier hätten wir nur das Fingerschnippen gehört, dann das Gespräch mit Laura und ihren Freunden und wieder Ezzers hämisches Lachen. Wir hätten uns vorstellen können, dass er und die Wesen das Ganze jetzt auch sehen, es wäre aber unserer Fantasie überlassen geblieben, wie genau das nun vonstatten gegangen ist.
Leider verzeiht ein Text solche Lücken nicht. Wie auf einer Art Bildschirm? Was für ein Bildschirm? Ist der nun real da oder sieht das Ganze aus wie eine Projektion mitten im Nichts? Was wieder die Frage aufwirft, ob es diesen Raum nun wirklich gibt und ob da vielleicht so eine Art magischer Überwachungsmonitor drinsteht. Außerdem, woher weiß Ezzer, dass die Freunde da grade drüber reden? Hat er hellseherische Fähigkeiten, hat sich durch das Erzählen gerade irgendeine Barriere gelöst, die er spüren konnte? Merke: Auch, wenn es Fantasy ist, geht man als Leser nicht automatisch davon aus, dass jeder sämtliche magischen Fähigkeiten besitzt, die man sich so vorstellen kann. Du sagtest es mir ja auch schon persönlich: Peter Manns könnte ein Traumwandler sein, davon abgesehen besitzt er aber keine magischen Fähigkeiten. Was kann nun Ezzer alles? Ist er die eierlegende Wollmilchsau der magischen Fähigkeiten? Das wäre ziemlich gemein, weil es dann quasi unmöglich wäre, ihn zu schlagen. Wenn nun Ezzer hellsehen kann, hätte er "diese Art Bildschirm" gar nicht gebraucht. Und warum sollte er es seinen Untertanen zeigen? Er kann ihnen auch einfach sagen, dass sie jetzt losfliegen und die Leute krank machen können. Schon klar, wofür die Szene war: Für uns Leser. Das geht aber viel eleganter: Lass uns annehmen, Ezzer besitzt keine hellseherischen Fähigkeiten, sondern spürt nur, dass irgendeine Barriere sich gelöst hat. Dazu existiert in diesem wie auch immer beschaffenen Raum ein magischer Überwachungsmonitor, der im Hintergrund mitläuft. Das würde auch die sonstige Dunkelheit erklären, denn in abgedunkelten Räumen kann man das Geschehen auf Bildschirmen nun mal besser verfolgen. Während der Trainingseinheit also stellt Ezzer plötzlich fest, dass sich etwas verändert hat. Er weiß aber nicht was. Also unterbricht er das Training, guckt auf den Bildschirm, freut sich nen runden Keks und beißt die Ecken ab und schickt anschließend seine Untertanen unter die Menschen, um sie krank zu machen.

"„Wisst ihr, ich kann sie nicht zerstören, aber ich muss! Ich weiß nicht, was ich tun soll!“" -> Schweigen wäre ne Möglichkeit gewesen. Wie heißt es so schön: In einen geschlossenen Mund kommen keine Fliegen rein. An dieser Situation, aber dazu komme ich später noch, finde ich ausschließlich den Punkt kritikwürdig, dass Laura sich offenbar so gut an den Traum erinnert, aber ausgerechnet das Detail vergisst, das nötig ist, um den Ausbruch zu verhindern. Wenn später rauskommt, dass da jemand was dran gedreht hat, bin ich einverstanden. So aber wirkt es doch sehr konstruiert.

"Sofort verschwand das Bild und Ezzer war wieder zu sehen." -> Siehe oben, bei der Sache mit "der Art Bildschirm". Das klingt wie eine Regieanweisung, aber keinesfalls wie eine Erzählung.

"„Na, meine kleinen Lieblinge, wie findet ihr das? Ist das nicht ein optimales Startsignal?“" -> Moment... die mussten wirklich, allen Ernstes nur darauf warten, dass Laura von ihrem Traum erzählt? Da gab's sonst nichts, was sie aufgehalten hat? Warum zum Geier haben sie dann gewartet? Ich meine, entschuldigung, das sind Bösewichte! Die halten sich nicht an Regeln, das ist eine der wichtigsten Voraussetzungen, um böse zu sein! Ich meine, mag sein, dass es alles in Wirklichkeit ganz anders ist, aber diese Szene hier liest sich für mich so, als hätten Ezzer + Helfershelfer allen Ernstes darauf warten müssen, dass Laura von dem Traum mit der Seuche erzählt. Und dann konnten sie loslegen. Das war sogar ein "optimales Startsignal"... wieso? Hätte es auch was anderes gegeben, was weniger gut gedient hätte? Wie schon gesagt, ich wäre zufrieden, wenn es damit erklärt würde, dass Ezzer das Lösen einer Barriere bemerkt, die ihn und seine Schergen von der Menschenwelt trennt, dann aber noch mal letzte Gewissheit braucht und sich deswegen die Live-Überwachung dazu schaltet. So aber ist das irgendwie... ich weiß nicht. Seltsam? Mal so überhaupt nicht gefährlich? Ich meine, was ist das für ein Bösewicht, der sich ernsthaft an SOLCHE Regeln hält?! Das wäre mir persönlich ja zu doof und ich würde wirklich keinen guten Story-Bösewicht abgeben, glaube ich.

"„Ja!“, wisperten sie." -> Sie haben also ein Bewusstsein und können menschliche Sprache nicht nur verstehen, sondern auch sprechen. Ich hoffe, wir erfahren noch, was genau sie eigentlich sind. Dass man das hier nicht erfährt, finde ich vollkommen in Ordnung.

"„Frei Start!“, rief Ezzer und im nu" -> im "Nu" groß

"waren die Wesen aus dem Fenster geflogen" -> Oh, Moment, jetzt gibt's ein Fenster? Aber trotzdem ist es dunkel? Ist es gerade Nacht oder ist diese Zwischendimension zwangsläufig immer dunkel? Aber egal, wie es auch sein mag, diese Wesen sind offenbar zumindest teilweise an die Gesetze der Physik gebunden, sie können nicht durch Wände gehen, sondern brauchen eine Tür oder ein Fenster, um zu entkommen. Das heißt aber auch, diesen Raum muss es tatsächlich geben. Also muss er sich in irgendeinem Gebäude befinden.

"und verbreiteten sich über die Stadt." -> Das heißt, wir sind in der Menschenwelt. Um nicht zu sagen, in Lauras Heimatstadt. Und dieser dunkle Raum... könnte genauso gut die Abstellkammer der HUK Coburg sein, so die in dieser Stadt denn vertreten ist. Hmmmm, irgendwie ist das alles sehr verwirrend.

"Und ich glaube, ab jetzt habe ich immer weniger auszusetzen, auch wenn der rote Faden immer noch irgendwo abgeblieben ist." -> Ja, es wird besser, weil wir so langsam Kontinuität reinbekommen. Jetzt endlich bahnt sich ein ernstzunehmender Konflikt an, von dem man sicher annehmen kann, dass er nicht schon nach zwei oder drei Kapiteln wieder gelöst ist. Letztes Mal hat Joule einen Fehler gemacht, jetzt macht ihn Laura. Wenn man die Szene mit dem Traum an den Anfang stellt, könnte man die Sache umdrehen. Erst macht Laura den Fehler, dann Joule.
Es gibt leider trotzdem noch eine Menge Schwachstellen, das tut mir leid, dass ich dir das jetzt schon ankündigen muss. Aber dafür machst du ja die Überarbeitung und das finde ich wirklich gut.


Alles in allem:
Im Gegensatz zu anderen Kapiteln, die vor Überinformation strotzen, fehlen hier ganz eindeutig wichtige Informationen, was das Kapitel sehr dünn wirken lässt. Es liest sich mehr wie eine transkribierte John-Sinclair-Folge, die natürlich durch Soundeffekte innerhalb von Sekunden vieles erklären kann, wofür wir Schreiberlinge mehrere Zeilen brauchen. Aber so ist das nun mal und das müssen wir akzeptieren. Dafür haben wir aber durchs Schreiben noch ganz andere Möglichkeiten, Atmosphäre zu schaffen, was einem im Medium Hörspiel doch häufig versagt bleibt.
Die Handlung selbst gefällt mir, Ezzer und seine Schergen sind cool dargestellt. Ich bin gespannt zu erfahren, was diese kleinen Wesen eigentlich sind und was sie tun. Das ist wirklich das Einzige, was ich an Handlung noch hinzugefügt hätte: Wie greifen sie Ezzer an?
Ansonsten natürlich das, was ich schon gesagt hatte: Alles ein bisschen mehr ausschmücken, damit es mehr Leben bekommt und wir außerdem auch ungefähr wissen, wo wir sind und was eigentlich los ist. Sicher, ich habe auch schon gesagt, man soll nicht zu genau erklären, aber wenn es zu vage bleibt, ist das auch wieder nicht gut.

Dann erstmal bis zum nächsten Mal,

ganz liebe Grüße, Spades

Antwort von Svenja2 am 05.09.2017 | 13:49 Uhr
Hiho Spades,

Dank dir wie immer! :D
Ja, diesen Mittelweg zwischen zu viel oder zu wenig Information muss ich immer noch lernen zu finden.
Boing, mal wieder meine Schreibfehler. Stimmt, seid und seit habe ich früher andauernd verwechselt, also hätte mir das auffallen müssen.

Atmosphäre schaffen, das ist auch noch so eine Sache von mir.
Da hat wieder die nicht-Logik zugeschlagen^^ war mir noch gar nicht aufgefallen, das mit dem Startsignal.
glg Svenja
Spades (anonymer Benutzer)
03.09.2017 | 14:01 Uhr
Oha, der Seuchenalarm!
Daran kann ich mich noch gut erinnern und freue mich, jetzt endlich meinen vollumfänglichen Senf dazugeben zu können *yay*

"Wieder hatte sie einen seltsamen Traum." -> Das wundert mich nicht nach den heutigen Erlebnissen.

"Sie befand sich in einem dunklen Raum und es waren leise Stimmen zu hören. Mit einem Mal erschien ein Licht, das immer größer wurde, bis man einen Engel sehen konnte." -> Alles klar, das ist wieder ein Traum, der irgendeine Bedeutung hat, bzw. zu irgendetwas dient. Anstatt "bis man einen Engel sehen konnte" würde ich das lieber stärker aus Lauras Fokus heraus schreiben. So in der Art "bis sie glaubte, die Gestalt eines Engels ausmachen zu können". Und dann kann man den noch ein bisschen beschreiben. Hat er diese typischen Engelsflügel? Vielleicht ein ganz bleiches Gesicht, lange Haare, irgendso was in der Art?

„Laura, du musst helfen!“
„Was? Wobei muss ich helfen?“ -> Sie scheint es schon gewohnt zu sein, dass sie in Träumen irgendwelche Botschaften bekommt. Zumindest wundert sie sich ja überhaupt nicht mehr, dass sie da irgendjemand erscheint und völlig ohne jeden Zusammenhang um Hilfe anfleht. Dies ist nur teilweise eine Kritik, nach allem, was bislang passiert ist, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass das alles für Laura normal geworden ist. Allerdings kommt das trotzdem ziemlich aus dem Nichts. Gerade waren wir noch bei Joule, die Erinnerungen verfälscht hat und dafür eins auf den Deckel bekommen sollte und jetzt muss Laura wieder bei irgendwas helfen. Nicht nur, dass diese Szenen ziemlich Schlag auf Schlag kommen - ihnen fehlt auch jeglicher Bezug zueinander. Das wirkt dann so, als würdest du, schon fast zufällig, einfach immer genau das schreiben, worauf du gerade Lust hast. Und irgendwie fügt es sich dann schon zu einem großen Ganzen. Das macht leider wenig Laune, gerade, wenn es einem als Leser so auffällt.

"„Es wird eine Seuche ausbrechen! Nur du hast es in der Hand, ob sie überhaupt ausbricht.“" -> Das würde ich anders formulieren z. B. in der Richtung: "Es wird eine Seuche ausbrechen! Nur du bist imstande, sie aufzuhalten!" Irgend so was. Ich weiß ja, worauf das hier hinausläuft, aber es klingt von der Formulierung her ein bisschen holprig.

"„Was muss ich tun?“
„Wenn du jemandem erzählst, was ich dir erzählt habe, so wird die Seuche ausbrechen!" -> Größter Logikfehler aller Zeiten: Wenn die Seuche dann ausbricht, wenn Laura von ihrem Traum erzählt, WIESO ERZÄHLT DER ENGEL IHR DANN ÜBERHAUPT DAVON???!!! Verdammt noch mal, dieser Engel könnte doch auch einfach den Mund halten und Laura in Unwissenheit lassen, dann wird sie auch nichts erzählen. Aber so? Meine Güte, warum macht man es sich denn unnötig viel schwerer, als es sowieso schon ist? Sollte das einen storytechnischen Hintergrund haben, dann bitte ich ich als Autorin, das so bald wie möglich ab diesem Punkt deutlich zu machen. Vielleicht kommt Laura Sue ja z. B. von selbst auf die glorreiche Idee, zu fragen: "Warum erzählst du es mir dann überhaupt?" Und dann könnte besagter Engel entweder eine wirklich gute Erklärung liefern oder es stellt sich heraus, dass sie ein Lakai des Bösewichts ist, weil sie sich herauszureden versucht.

"Also behalte alles für dich, wenn du stirbst, wird die Seuche nicht mehr ausbrechen und die Welt ist gerettet!“" -> Cool, wir müssen also nur auf Lauras Tod warten, damit die Welt gerettet ist. Ich wüsste da ja ne Möglichkeit, um das zu beschleunigen *fies grins* Wäre übrigens auch wieder Konfliktpotential für deine Geschichte. Also, dass jemand Laura nach dem Leben trachtet, weil durch ihren Tod die Welt gerettet würde. Oder dass sie überlegt, sich deshalb umzubringen, es dann aber nicht einsieht, weil auch ihr Leben wichtig ist. Oder so.

"„Wenn sie ausbricht, was kann ich dann tun?“
„Dann musst du die Seuche vernichten, du musst den Erzeuger finden und auslöschen." -> Joa, was sie sich im Grunde selbst hätte denken können, hat man das schließlich bei BSE, SARS, Vogelgrippe und Schweinegrippe nicht anders gemacht. Dass der Erzeuger hier eindeutig zu identifizieren ist bzw. eine Person ist (nämlich der Bösewicht), kann Laura ja nu nicht wissen. Aber auch hier: Warum sagt der Engel ihr das nicht? Gut, ich kann mir mittlerweile denken, dass sie in irgendeiner Weise böse ist oder unter der Fuchtel des Bösen steht. Trotzdem, der Dialog ist ein wenig seltsam. Ich würde Laura an deiner Stelle viel mehr nachhaken lassen, schließlich geht es hier um die Rettung der Welt! Da sollte man ein bisschen besser Bescheid wissen wollen.

"Aber er wird für dich fast unerreichbar sein!" -> Sonst wär's ja auch langweilig.

"Alle zählen auf dich!" -> Go, Mary Sue, go!

"Denke daran, was ich dir erzählt habe!“" -> Ich kann's mir nicht verkneifen... WARUM HAST DU'S ÜBERHAUPT ERZÄHLT?!

"Da war der Engel auch schon verschwunden und Laura wachte auf." -> Das würde ich auch so machen. Nach so einem Traum ist man schockiert, da kann man erstmal nicht weiterschlafen.

"Sie dachte über ihren Traum nach und kam zu dem Schluss, dass sie es nie allein schaffen würde, die Seuche zu zerstören" -> Zu diesem Schluss würde ich auch kommen. Und wenn ich dann wirklich Anzeichen einer solchen Seuche bemerken würde (übrigens, warum hat sie nicht nach den Symptomen und dem Krankheitsverlauf gefragt?), würde ich wohl auch eher die Behringwerke kontaktieren, anstatt auf eigene Faust zu handeln. Aber...

" und so versuchte sie wieder einzuschlafen, was ihr auch fast sofort gelang," -> ...ernsthaft? Ist das der einzige Gedanke, den sie an diesen Traum verschwendet, bevor sie sofort wieder friedlich einpennt?!

"da sie noch ziemlich erschöpft war, sie fiel in einen traumlosen Schlaf." -> *seufz* Na wie schön für sie.

"Am nächsten Tag erzählte sie ihren Freunden alles über den Traum." -> Alarmglocken ahoi! Das sollte sie doch nicht!

"Was sie jedoch vergessen hatte, dass sie nichts hätte sagen dürfen" -> Das steht ein paar Zeilen weiter oben in aller Deutlichkeit. Das heißt, wenn man als Leser nicht gerade unter Alzheimer leidet, hat man das garantiert nicht vergessen. Soll heißen: Unnötig zu erwähnen. Rausstreichen.

"und so war klar, dass das Unheil seinen Lauf nehmen würde, und zwar schon bald." -> Ebenfalls unnötiges Foreshadowing. Das können wir uns alle längst denken und es wirkt auf den Leser geradezu wie der Befehl, jetzt bitte vor Angst zu zittern vor dem, was als nächstes passiert. So was haben Leser überhaupt nicht gern.

Alles in allem:
Abgesehen von Kathys Entführung ganz am Anfang ist dies bislang der erste Moment in deiner Geschichte, der wirklich Potential für einen länger andauernden Konflikt bietet, von welchem ja eine Story bekanntlich lebt. Deshalb, im Grunde schon mal ein guter Einfall. Leider ist die Umsetzung hier nicht so gelungen. Die Szene ist recht kurz, während andere im Vergleich dazu mega aufgeplustert sind. Das wirkt so, als wollte man das mal kurz einwerfen: "Ach übrigens, es gibt ne Gefahr! Und Mary Sue hat natürlich ausgerechnet genau das falsch gemacht, was das ganze Unheil noch ins Rollen bringt, jawollja!" Das wirkt für den Leser wie eine reine Information, wobei der an diesem Punkt der Geschichte durch die ständigen Träume irgendwelcher Protagonisten oder sonstige mysteriöse Vorkommnisse, die aber ganz schnell wieder geklärt werden, ohnehin schon abgestumpft sein dürfte. Soll heißen, das Plotelement, das endlich mal das Potential hat, den Leser zu fesseln, bleibt wirkungslos, weil die Erwartungshaltung des Lesers inzwischen schon dorthin geht, dass es ohnehin Probleme sind, die ganz leicht wieder zu beheben sind. Bis der Leser dann endlich mal merkt, dass es sich hierbei wirklich um ein ernstzunehmendes Problem handelt, hat er sich bereits über mehrere Seiten hinweg gelangweilt, was sich negativ auf seinen Gesamteindruck der Geschichte auswirkt - wenn er sie denn nicht ohnehin schon längst abgebrochen hat. Das wäre extrem schade.

Deshalb mein Vorschlag: Pack die Szene mit der Seuche an den Anfang. Lass deine Geschichte damit losgehen, am besten schon direkt nach Kathys Entführung. Und was all die Traumszenen angeht: Nun gut, du kannst Träume besser schreiben, als reale Szenen. Warum dann nicht einfach tatsächlich den Fokus der Geschichte auf das Traumgeschehen legen? Ich habe dazu gerade eine Idee, die ich dir lieber privat schreibe. An dieser Stelle also erstmal, bis zum nächsten Mal!

GLG, Spades

Antwort von Svenja2 am 04.09.2017 | 09:32 Uhr
Hi Spades,

Die Szene an den Anfang der Geschichte zu packen ist eine gute Idee.
Ansonsten hast du das in Worte gefasst, was ich nicht so richtig greifen konnte. Ich dachte "die Szene ist irgendwie bäh", konnte aber nicht wirklich sagen, warum.
Und ja, früher hab ich tatsächlich oft einfach das geschrieben, was mir gerade einfiel und nicht drüber nachgedacht, ob das wirklich zusammenpasst.
Dank dir auch für deine PN!
hdl Svenja
Spades (anonymer Benutzer)
02.09.2017 | 21:14 Uhr
Hallihallo!

So, da wir ja praktischerweise schon über alles bzgl. der letzten Reviews und allgemein bzgl. dieser Geschichte persönlich gesprochen haben (was übrigens sehr viel Spaß gemacht hat;-) ), kann ich mich ja direkt ins Geschehen stürzen. Und los!

"Am Nachmittag dieses Tages fanden sie sich alle bei Frau Wolf ein, die ihnen eine Überraschung versprochen hatte." -> Wieso Überraschung? Ich dachte, es war klar, dass sie sich zum Essen treffen?

"Als sie alle am großen Küchentisch saßen, kam Peter herein und sagte:
„Meine Damen und Herren, wir beginnen nun mit dem Festessen! Unsere Frau Wolf ist die Essensfee und Bestellungsaufnehmerin!“" -> Darüber habe ich noch mal nachgedacht und, um ehrlich zu sein, meine Meinung geändert: Unter ganz besonderen Umständen kann ich mir so was tatsächlich vorstellen. Es ist schließlich so, dass auch wir als Klasse manchmal von Lehrern, zu denen wir ein wirklich gutes Verhältnis hatten und die auch die Kapazität dafür hatten, auf einen Besuch bei ihnen zuhause eingeladen wurden. Sozusagen als Belohnung für die Mühen, die wir in der Schule durchstehen, aber auch, um das Verhältnis zu stärken, sowie das Verständnis dafür, dass Lehrer eben auch nur Menschen sind. Das kann also durchaus sein, dass man so etwas mal macht. ABER nicht bei einer Lehrerin, die man noch eine Woche zuvor auf den Tod nicht ausstehen konnte! Ich meine, du kennst es ja selbst: Auch, wenn sich jemand vor sein über einen längeren Zeitraum andauerndes Fehlverhalten bei dir entschuldigt, kannst du nicht sofort ein gutes Verhältnis zu ihm aufbauen. Du kannst es ihm wohl verzeihen, aber misstrauisch bleibst du trotzdem. Was ja auch richtig ist. Alles andere wäre höchst bedenklich und außerdem gefährlich, wenn man bedenkt, dass man auf diese Weise leicht auf Leute hereinfällt, die es nicht gut mit einem meinen. Deshalb hatte ich ja schon persönlich gesagt und wiederhole es noch mal: Lass die Klasse sich langsam an Frau Wolf annähern. Pack das große Essen ans Ende der Geschichte und lass die Schüler im Kampf gegen das Böse erkennen, dass Frau Wolf auf ihrer Seite steht. Meinetwegen lass Peter dabei eine treibende Kraft sein. Aber nicht derjenige, der wahlweise von Laura oder von Joule gerettet werden muss, sondern vielmehr vielleicht der, der den Mädels in ihrer Verbohrtheit ein bisschen die Augen öffnet. Immerhin ist er erwachsen, er kann mit seiner Lebenserfahrung diesen Teenie-Mädels bestimmt ordentlich auf die Sprünge helfen.

"„Aber Frau Wolf! Solche Worte aus ihrem Mund!“
„Tut mir aufrichtig Leid, ich bitte um Vergebung!“, rief sie theatralisch." -> War sie schon immer so kindisch? Irgendwie passt das nicht so ganz.

"„Na gut, also ich möchte lieber Nudeln, weil mit Reis vermischt sich dann alles und es ist Matschepampe" "Oder auch Quatsch mit Sauce.“" -> Ja, ich weiß, wir fanden den Joke damals urkomisch, aber hier wirkt er leider ziemlich kindisch. Genau genommen denke ich, dass Kinder über so etwas lachen würden, oder vielleicht noch vorpubertäre Jugendliche mit 10 oder 11 Jahren. Die Schüler der hier beschriebenen Altersklasse sind über so was normalerweise schon raus. Entweder streichen, oder es durch was anderes ersetzen.

"„Eisbergsallat.“" -> "Salat" mit nur einem "l". Aber gut, ich denke mal, das war ein Versehen, sonst ist es ja überall richtig.

"Kohlrolladen" -> Es heißt "Rouladen" bzw. "Kohlrouladen". "Rolladen" ist das, was außen vor den Fenstern hängt und was man runterlassen kann, damit das Licht von draußen nicht reinscheint und man von außen nicht reingucken kann.

"„Oh Gott, hier geht's ja seltsam zu. Der eine will das, der andere will das, ich geh gleich in mein Zimmer und verköstige lieber meine externe Festplatte, als das hier anzuhören!“" -> Wie ich schon sagte: In Frau Wolfs Haus/Wohnung ist jedes Zimmer ihr Zimmer. Und wenn sie sich die ganze Klasse zum Essen einlädt und auch noch so viele verschiedene Gerichte auffährt, soll sie doch froh sein, dass der eine dies und der andere das will. So bleibt's wenigstens nicht übrig. Also wie gesagt, auch wieder etwas, was damals echt witzig war, aber hier leider nicht wirklich passt.

"„Oh, das ist schlecht, aber wart mal! Wenn du diesen Topf nimmst und ausstellst, dann hast du Kunst!“
„Also achten sie darauf, dass der Topf nicht gewaschen wird, sonst ist die ganze Kunst weg!“" -> Das könnte tatsächlich lustig sein, aber achte darauf, das noch besser zu erklären. Also, lass jemanden daraufhin fragen, wieso denn das Kunst sei und dann antwortet ein anderer und erzählt die Story mit dem zerstörten Kunstwerk von Joseph Beuys. Die Geschichte ist ziemlich bekannt, also werden bestimmt auch einige sie wiedererkennen. Aber so checkt keiner, was hier eigentlich gemeint ist, deshalb ist es auch nicht lustig und das ist ein bisschen schade. Denn wie gesagt, ich find den Witz immer noch gut, man muss ihn hier nur noch ein bisschen deutlicher machen.

"„Du, Sarah, du solltest den Saft lieber mit Wasser verdünnen und sei sparsamer, das gilt auch für die Joghurts.“
„Was? Soll ich die Joghurts auch verdünnen?“" -> Ebenfalls witzig, nur würde ich hier vielleicht was anderes nehmen, als die Joghurts. Das passt in den Kontext hier nicht gut rein. Entweder du nimmst die Suppe bzw. eine von den vielen Suppen, die hier gekocht wurden oder irgendein flüssiges oder cremiges Dessert, das gerade serviert wird. Das passt dann nämlich richtig gut, weil alle sich vorstellen, das, was sie gerade vor sich stehen haben, mit Wasser verdünnen zu müssen.

"Plötzlich schrie Peter laut auf und lies seine Gabel fallen." -> Shocking!!! "ließ" mit "ß" als Vergangenheitsform von "lassen". "lies" ist der Imperativ von "lesen", also die Aufforderung, dass man lesen soll. Übrigens, der Schockmoment ist gut getroffen, das war also von mir nicht als Kritik gemeint, ich konnte mir den Kommentar nur einfach nicht verkneifen, tut mir leid xD

"„Was ist passiert?“
„Diese… Dieses Monster… Aus meinem Traum… Und diese Erlebnisse heute…“
„Oh nein!“
„Hä? Was denn?“" -> Das ist in Ordnung. Da wissen wir alle, offenbar hat Peter seine gestohlenen Erinnerungen wieder und spürt außerdem vor allen anderen, dass sich da plötzlich ein neues Monster im Raum befindet. Dieses "oh nein!" wird dann wohl Joule sein, die merkt, dass ihre Erinnerungsblockade grade jämmerlich versagt hat. Wie gesagt, hab ich nichts dran auszusetzen.

"„Das Gefüge ist zerstört. Du hast die Erinnerungen verfälscht und hast etwas falsch gemacht," -> Oh, ein falscher Fehler. Du merkst vielleicht, die Doppelung des Wortes "falsch" hat hier zur Folge, dass dieses eigentlich schwerwiegende Wort stark entwertet wird. Du kannst dir also diesen Nebensatz genauso gut schenken, denn im Grunde wissen wir alle, dass es falsch war, die Erinnerungen der anderen zu manipulieren. Dadurch dass man "verfälschen" sagt, bewertet man im Grunde die Aktion eines anderen ja schon negativ. Ansonsten würde man "modifizieren" oder einfach nur "verändern" sagen. Verfälschen hat schon immer diesen bitteren Beigeschmack, dass etwas daran nicht so ist, wie es sein sollte.

"die Zerstörung des Planeten Erde wird bald erfolgen," -> Und das nur, weil jemand die Erinnerungen eines anderen manipuliert hat? Ist das nicht ein bisschen unverhältnismäßig?

"es gibt nur eine, die es stoppen können wird." -> War ja klar. Und diese eine fängt mit L an und hört mit aura auf. Why am I not surprised?

"Ich warne euch!" -> Warum?!!! Du bist der verfickte Bösewicht, du solltest sie in ihr Unglück rennen lassen, anstatt ihnen noch Bescheid zu sagen, dass sie Mist gebaut haben!

"Wenn du noch einmal das Schicksal veränderst werden alle untergehen!" -> Ich dachte, das passiert jetzt schon?

"Merkt euch für die Zukunft, verändert niemals irgendein Gefüge! Sonst wird es schlimm enden!“" -> Na ja, so viele Gefüge sind ja jetzt nicht mehr übrig, nachdem sie das, in dem sie und ihre Mitmenschen leben, schon zerstört hat... *am Kopf kratz* Außerdem, wie schon gesagt, ich dachte, das Kind ist bereits in den Brunnen gefallen, warum wird sie jetzt gewarnt und das auch noch vom Bösewicht, so etwas nie wieder zu tun? Was bringt ihr das? Was bringt das irgendwem?

"„Du scheinst das Zentrum zu sein, Erika.“
„Wieso gerade ich!“" -> Das frage ich mich auch gerade.

"„Nein, Peter, du hast Unrecht. Sie ist es nicht. Das sind nur Zufälle.“" -> Wer sagt das und woher weiß diese Person das? Und warum eigentlich muss Peter immer darauf hingewiesen werden, dass er entweder Unrecht hat oder irgendwas, woran er nicht glaubt, doch tatsächlich wahr ist? Das fällt mir irgendwie grade so auf, vielleicht bin ich da auch nur zu pingelig.

"„Joule, das hättest du nicht tun dürfen! Wie kamst du überhaupt dazu?“
„Ich wollte, dass wir fröhlich sein können! Ich…“
„Das ist doch kein Grund…“" -> Finde ich schon, um ehrlich zu sein. Es war zwar nicht richtig, ich wäre auch lieber ein unglücklicher Sokrates, als ein glückliches Schwein - soll heißen, ich würde auch lieber mit schlimmen Erinnerungen leben wollen, anstatt nicht zu wissen, was passiert ist. Aber nachvollziehbar ist es dennoch. Und wenn ich mir überlege, wie die am Vormittag im Klassenzimmer alle frei gedreht haben und mir dann vorstelle, ich hätte die Fähigkeit... vielleicht hätte ich ähnlich gehandelt. Also verständlich ist es zwar, dass sie sich jetzt alle auf Joule einschießen, aber nicht ganz fair, meiner Meinung nach.

"„Das ist ja köstlich, wie ihr euch aufregt!" -> Ja, Gott sei Dank, endlich verhältst du dich mal wie ein richtiger Bösewicht!

"Es ist nicht schade um die Marionette, die ihr getötet habt, ich werde mir schon noch neue beschaffen!“" -> Anstatt zu erzählen, dass er sich schon eine neue beschaffen wird, sollte er vielleicht besser erwähnen, dass er noch ne Menge davon in petto hat und dass sie gar nicht glauben sollen, dass es damit gegessen wäre. Muss ja nicht stimmen, bluffen hat sich schließlich seit eh und je bewährt.

"Jetzt reichte es Frau Wolf. Sie nahm ihre Bratpfanne und versuchte, die tödliche Präsenz zu treffen," -> Okay, tut mir leid, jetzt wird's lächerlich. Die Szene könnte meines Erachtens nach original aus nem Monty-Python-Film stammen, aber das hier soll Horror und Drama sein und dazu passt es eindeutig überhaupt nicht. Überleg mal: Ich renne mit einer Bratpfanne irgendwas völlig Unsichtbarem hinterher, das wir alle zwar irgendwo spüren, von dem wir aber ansonsten überhaupt keinen Beweis haben, dass es da ist. Außerdem, woher zum Geier wissen wir, dass diese Präsenz tödlich ist? Hat sich das irgendwie gezeigt, geht's irgendwem schlecht? Bisher hat das Ding doch nichts getan, als zu labern und sogar noch freundlicherweise Warnungen auszusprechen. Wenn die nur dazu da gewesen sind, um die Freunde gegeneinander aufzubringen, hätte man den Teil mit der Warnung auch weglassen und sich darauf beschränken können, dass das Wesen Joule erklärt, dass sie das Gefüge zerstört hat. Fertig. Dann können die Leute sehen, was sie damit machen.

"dies tat sie völlig unbewusst." -> ...wollte uns der Autor nur mal kurz mitteilen. Übrigens. Sie tat es, ohne darüber nachzudenken, irgendwas hat sie also geleitet. Irgendeine Intuition oder fremde Macht oder so. Auf jeden Fall wollte die Autorin uns das ganz unbedingt wissen lassen. Spaß beiseite: Wenn Frau Wolf irgendwelche Gegenmaßnahmen ergreift, wobei ich entschieden dagegen bin, dass es die Bratpfanne ist bzw. sie damit auch noch Erfolg hat, dann solltest du versuchen, eleganter dorthin zu leiten. So in der Art: "Jetzt reichte es Frau Wolf. Hilflosigkeit und Verzweiflung wandelten sich in ihr zu einer ungeheuren Wut. All das, was geschehen war, woran sie sich nun wieder erinnerte, was nun wie die Steine brüchiger Mauern auf sie einstürzte - es war wie damals, als sie in dem Alter gewesen war, in dem Laura und Joule jetzt waren. Immer hatte sie alles mit angesehen, immer geschluckt und den Mund gehalten, egal, was man ihr angetan hatte. Damit war jetzt Schluss! (Charakterentwicklung ahoi!) Noch ehe sie wusste, was sie tat..." ergreift sie die besagten Gegenmaßnahmen. Wenn du trotzdem die Bratpfanne nehmen willst, ist das natürlich deine Sache. Sie könnte es ja zum Beispiel tatsächlich damit versuchen und erstmal scheitern. Der Bösewicht könnte das dann ja irre lustig finden und sich erstmal verpissen, weil er ja schließlich noch Größeres vorzubereiten hat und den Leutchen hat er ja schon gut Angst gemacht.

"Dann brach Frau Wolf auf dem Boden zusammen." -> War das nu so anstrengend oder ist sie mit den Nerven fertig?

"Peter fing sie gerade noch auf, bevor er ebenfalls kraftlos zu Boden ging. Beide waren so fertig, dass ihnen die Tränen die Wangen hinunter liefen." -> Okay, das beantwortet meine Frage von gerade eben. Ist aber völlig überzogen. Selbst, wenn man sehr stark erschrickt, fängt man deshalb nicht gleich an, zu weinen. Gerade, weil man nach einem schockierenden Ereignis zunächst mal in die Verweigerung geht. Das heißt, man friert ein, man zittert, man stammelt rum, dass das doch alles gar nicht sein kann - oder aber, man resigniert, geht in eine Abwehrhaltung, wird sarkastisch, wird wütend. Diese Abwehrhaltung nennt sich Reaktanz. Man könnte auch sagen, Reaktanz ist der Fachbegriff für Trotz, aber es geht noch ein bisschen weiter. In diesem Fall ist es das, was zu Gedankengängen führt wie: "Das lassen wir uns doch nicht bieten! Das kann der mit uns doch nicht machen! Was ist das überhaupt für ein Ding, was bildet der sich ein?!" So wie Frau Wolf, als sie ihn vertrieben hat. Das würde außerdem viel besser passen, als wenn alle ständig am Rumheulen sind. Gut, ich gebe zu, dass sie am Anfang verzweifelt sind, passt. Aber damit der storytechnische Konflikt überhaupt entsteht, sollten sie irgendwann dazu kommen, aufstehen und sich wehren zu wollen. Sonst wird das Ganze irgendwann zur fantasievollen Kaninchenjagd und das macht keinen Spaß.

"Niemand wusste mehr, was er oder sie tun sollte. Alle starrten fassungslos auf die beiden Lehrer, die sich inzwischen völlig ihren Emotionen hingegeben hatten." -> Hoppla, das klingt ein bisschen danach, als würden sie sich gleich die Kleider vom Leib reißen.

"Die Blicke der anderen wechselten zwischen Joule und den Lehrern hin und her, wobei sie Joule böse" -> Och nö, Leute, so nachtragend muss man doch nicht sein. Das wart ihr später bei Laura auch nicht und die hat euch richtig in die Scheiße geritten.

"„Ich kann jedenfalls keinen klaren Kopf bewahren.“" -> Dann sag bitte auch nichts, wer immer du bist.

"„Abwarten. Ich traue mich jedenfalls erstmal nichts zu tun, sonst bringe ich alles durcheinander.“" -> Was gibt's denn da noch durcheinander zu bringen? Wobei ich abwarten für nen ganz vernünftigen Vorschlag halte in so einer emotionsgeladenen Situation.

"Nach einiger Zeit schien Peter sich wieder gefangen zu haben." -> Na bitte.

"Er trug Frau Wolf ins Schlafzimmer und legte sie ins Bett," -> Wie Tarzan seine Jane, oh mein Gott ist das romantisch *rote Herzchen in den Augen* ähm... ja.

"„Die Situation ist völlig außer Kontrolle geraten." -> Was du nicht sagst.

"Ich würde sagen, wir alle brauchen jetzt unseren Schlaf." -> Wie wär's mit ner Krisensitzung? Jetzt, wo schon mal alle da sind? Gut, dass man nach so viel essen erstmal Schlaf braucht, kann ich zumindest nachvollziehen.

"Es tut mir Leid, was alles passiert ist.“" -> Als ob er was dafür könnte.

"„Ist schon OK, ich denke, wir sind uns alle einig, dass es das Beste ist, eine Nacht drüber zu schlafen.“" -> Und dann, am nächsten Tag, ist die Welt wieder in Ordnung oder was? Klar, dass alle erstmal runter kommen müssen, aber ich wär trotzdem immer noch für ne Krisensitzung.

"„Wenn etwas ist, ich bin da“, sagte Kathy und alle stimmten ihr zu.
„Danke, das ist wirklich nett, aber ihr müsst das nicht.“
„Wir möchten es aber, wir merken, dass euch die Situation völlig entgleitet.“
„Danke, das ist wirklich sehr nett, ich zumindest werde darauf zurückgreifen.“" -> Kotz, würg, umgekehrtes Lehrer-Schüler-Verhältnis und die Träume junger Mädchen, die sich wünschen, einen reiferen Mann glücklich machen zu können, weil ihre pickelgesichtigen Altersgenossen ihr einfach nicht gut genug sind. Oh Mann. Leider kenne ich das ja aus meiner Teenie-Zeit auch und habe immer noch nichts gefunden, was man dagegen machen kann. Außer träumen. Aber das bitte nicht in einer Geschichte verbraten. Nun gut, dazu hast du ja selbst schon genügend gesagt, leider konnte ich mir auch das dennoch nicht verkneifen. Aber lass dir gesagt sein, dass deine beileibe nicht die einzige Geschichte ist, in der sich solche Träumereien niederschlagen und leider meinen es die Mädels dann meistens auch noch ernst. Wo mein Gedanke jedes Mal ist: "Ist schön, was du dir alles so erträumst, aber sei so gut und behalt's für dich!"

"Laura rannte fast und als sie zu Hause war, fiel sie sofort ins Bett und schlief ein, obwohl es erst 8 Uhr war." -> Nach dem Trubel kann die schlafen? Respekt, ich glaube, damit ich in dieser Nacht gesund hätte schlafen können, hätte mir jemand mit nem Hammer auf den Kopf hauen müssen. Spaß beiseite: Auch das passt nicht so ganz. Ein solches Erlebnis lässt einen in aller Regel so schnell nicht los, das wandert im Kopf rum, das treibt einen um, das macht Angst. Man fragt sich, was da jetzt los ist, man stellt sich vor allem die Frage, wie die eigene Freundin es wagen konnte, in den Erinnerungen rumzupfuschen und ob sie es vielleicht nicht doch gut gemeint hat. Und vor allem fragt man sich, wer zum Teufel noch mal diese (un)lustige Präsenz war, die sich da im Raum befand?! Also wenn sie am Anfang schon über ihren Traum spekuliert, wäre jetzt der perfekte Zeitpunkt, dass die Spekulationen weitergehen. Gut, man muss ihr vielleicht nicht unbedingt bei ihren Selbstgesprächen zuhören, aber ich finde es unglaubwürdig, dass sie nach so einem Tag um acht Uhr todmüde ins Bett fällt, ohne auch nur noch mal einen Gedanken an das Erlebte zu verschwenden.

Alles in allem:

Wie du merkst, habe ich mich bei der Essensszene auf nur wenige Punkte konzentriert, insbesondere auf die Rechtschreibfehler. Letztere sind ja nun einfach feststehend, da gibt es Regeln, wie das geschrieben gehört, das heißt, es gibt ein ganz eindeutiges Richtig und Falsch. Das gibt es leider oder vielleicht auch zum Glück ansonsten bei der Schreiberei ja nun kaum. Und weil ja nun sowieso unklar ist, was mit dieser Essensszene passiert, hab ich mich bislang auf das Wichtigste beschränkt. Also, die Szene als Ganzes: Ich habe sehr wohl gemerkt, welche Insider und Erlebnisse du darin verbraten hast, das hab ich dir auch beim persönlichen Treffen schon gesagt. Und für den, der es wiedererkennt, ist es ausgesprochen lustig und macht Freude, weil man sich an schöne Erlebnisse erinnert fühlt. Der außenstehende Leser allerdings kann wenig damit anfangen. Das meiste in diesem Essensdialog zielt auf Situationskomik ab und wie es nun mal mit Situationskomik so ist, sie ist in der Situation witzig und danach nicht mehr. Das heißt, du kannst dich daran erinnern, dass wir über die trockenen Salzkartoffeln (die es seinerzeit im Speisesaal immer gab*nerv*) herzlich gelacht haben, wenn wir uns vorgestellt haben, dass jemand sie zur Strafe essen muss. Jemand, der nie bei solchen Gesprächen dabei war, kapiert den Witz nicht oder findet ihn denkbar flach. Denn niemand mag trockene Salzkartoffeln, aber jemandem damit zu drohen, dass er sie essen muss, ist ungefähr so, wie jemandem damit zu drohen, ihn mit Spielkarten zu bewerfen oder in den Raum zu kommen und ständig das Licht an- und auszuschalten. Lange Rede, kurzer Sinn: Es ist nicht ratsam, in Geschichten jeden Insider zu verkloppen, den man gerade witzig findet. Besser ist es wirklich, man beömmelt sich im Stillen darüber oder, wenn man ihn partout nicht los wird (was ja eigentlich cool ist, weil man dann immer was hat, woran man sich freuen kann), denkt man sich für sich selbst irgendwelche random scenes aus und schreibt die meinetwegen auch auf. Da hab ich mir neulich was ausgedacht, das kann ich dir mal erzählen, wenn du willst. Aber so was der breiten Öffentlichkeit zu präsentieren, ist keine gute Idee. Die können damit einfach nichts anfangen, schlimmstenfalls bist du die/der einzige, die/der's lustig findet und du weißt, es kommt überhaupt nicht gut, über seine eigenen Witze zu lachen.

Abgesehen davon hab ich dir jetzt einige Tipps gegeben, wie man das Kapitel ab dem Punkt verbessern könnte, wo plötzlich die Präsenz des Bösewichts auftaucht. Das wäre natürlich eigentlich obsolet, wenn man die Essensszene an dieser Stelle jetzt rausstreicht. Aber ich denke mir, das kannst du bestimmt an anderer Stelle noch brauchen. Du musst ja, wie es aussieht, den jetzigen Plot völlig umkonstruieren, aber bestimmte Elemente werden sicherlich bleiben, vielleicht kannst du ja dann darauf zurückkommen. Ich habe mich jedenfalls köstlich amüsiert. Trotzdem, wenn du die Essensszene drin haben möchtest, dann würde ich dir raten, sie komplett umzuschreiben und wirklich nur die Witze zu lassen, die auch jedermann zugänglich sind.

GLG, Spades

Antwort von Svenja2 am 04.09.2017 | 09:24 Uhr
Hiho Spades,

Jetzt, wo ich gerade so drüber nachdenke, weiß ich selber nicht mehr, was das eigentlich sein sollte, das da in den Raum gekommen ist.
Die Szene ist mir aber ins gesamt schon im Nachhinein so derart peinlich, dass ich die von dir zitierten Abschnitte nur noch überflogen habe und mich auf deine Kommentare konzentriert habe und die kann ich in der tat für die Zukunft noch gebrauchen, auch wenn ich einen Teil der Szene verlege und den Rest streiche.
Du hast Recht, dass sie nach dem Abend einfach so einschläft, ist unglaubwürdig und eigentlich hätte ich das auch schon damals wissen müssen, Harry Potter ist ja nach einem denkwürdigen Erlebnis auch nicht einfach so eingeschlafen, sondern hat sich noch so seine Gedanken gemacht.
Auch wenn das dann Selbstgespräche sind, wenn man es richtig macht, kann das schön zu lesen sein.

Und was die Insider angeht, hab ich die damals einfach kopflos in den Raum geworfen, sodass sich das ganze sehr unzusammenhängend liest. Aber auch da, dank dir für die Tipps nochmal.

Und ja, heute gehen mir all diese Kampfszenen viel zu schnell.
hdl Svenja
Spades (anonymer Benutzer)
30.08.2017 | 20:20 Uhr
Huhu!

Vielen lieben Dank für deine Antworten auf meine Reviews! Das freut mich wirklich sehr, besonders, dass ich dir tatsächlich damit noch helfen kann. Bevor es losgeht, gehe ich noch kurz auf deine letzte Antwort ein, ja? Leider kann man hier ja keine Antworten auf Reviews öffentlich beantworten, Mist. Aber gut, dann würde das wahrscheinlich bei manchen zu einer Riesendiskussion ausarten^^ Wie auch immer: Hm, dass dein Office diese Fehler nicht erkennt, wundert mich aber. Kann mir nicht vorstellen, dass mein Word mir das durchgehen ließe. Welche Version hast du denn? Oder liegt es am Screenreader?
Hihihi, das mit Fack ju Göthe war echt n geiler Konter, das muss man dir lassen! Tja, wenn's nur immer so einfach wär. Na ja, wie wichtig die Szene letztlich ist, kommt darauf an, wie wichtig Frau Wolf später für den Plot noch wird. Aber selbst wenn sie insofern wichtig wird, als dass sie sich irgendwann von ihrem Verhalten läutern muss, dann wäre sehr viel eleganter, das langsam und schrittweise passieren zu lassen. Sie könnte ja z. B. an diesem Tag krank sein oder auch einfach wieder ganz normal und trotzdem könnten sich diverse Auffälligkeiten in ihrem Verhalten zeigen, wie Konzentrationsschwierigkeiten oder so. Kann man sich ja noch überlegen. Dann mal weiter zum nächsten Kapitel^^

"Als Peter in der nächsten Schulstunde die Klasse betrat, verstummte jedes Gespräch. Der Lehrer sah aus, als hätte er Tage lang nicht mehr geschlafen." -> Folgendes ist wieder eher subjektiv: Irgendwie scheinen sie in deiner Geschichte allesamt sehr anfällig für körperliche Symptome als Auswirkung auf psychischen Stress zu sein. Das muss nicht zwingend unrealistisch sein, aber so sehr? Entschuldigung, nach einem Alptraum auszusehen, als hätte man tagelang nicht geschlafen? Ich weiß nicht. Kann sein bzw. ich bin überzeugt, dass Peter nicht gerade die erholsamste Nacht aller Zeiten hatte, aber dass er deswegen so fertig ist, finde ich nicht ganz nachvollziehbar. Vielleicht ganz generell mit der Dramatik ein paar Gänge runterschalten^^

"„Ich habe von ihnen geträumt“, sagte Laura." -> Oh je, das klingt wie ne billige Anmache einer Schülerin, die in ihren Lehrer verknallt ist.

"„Ach ja? Na, das ist ja schön.“" -> Diplomatisch reagiert. Das hätte ich von Peter als Lehrer und Pädagoge auch erwartet, sehr gut.

"„Der Traum war ziemlich schrecklich.“
„Das kann ich mir vorstellen“, sagte Joule" -> Wieso? Ich dachte, Peter ist so ein toller Lehrer?!

"und verblüffte wieder alle mit ihrem Wissen, „Ich muss euch erzählen, was mir diese Nacht passiert ist.“" -> Ahhhh ja, das erklärt einiges. Trotzdem, wenn sie alle mit ihrem Wissen verblüfft, muss sie meiner Meinung nach schon im ersten Satz ein bisschen mehr auffahren. So was wie: "Ja, ich weiß. Ich kenne deinen Traum." Zack, bumm, alle sind ruhig und verblüfft über ihr Wissen.

"„Es war ganz schräg. Ich träumte nicht, wie man sonst träumt, es war eine andere Sicht. Ich träumte, aus Lauras und Ihrer Sicht, Peter. Ich sah denselben Traum, aber in verschiedenen Perspektiven. Ich meine, ich konnte sogar eingreifen, wenn auch nur bedingt.“" -> Okay, es mag dir als Teenie schwergefallen sein, deshalb ist dieser Kommentar womöglich nicht ganz fair. Aber das kann man weitaus eleganter formulieren, es klingt unglaublich abgehackt und so, als würde jemand in Verwirrung oder Verzweiflung oder auch völlig geschwächt um Worte ringen. Joule dagegen ist komplett klar im Kopf, hat die Nacht allem Anschein nach weit weniger schlimm erlebt, wenn überhaupt und befindet sich zudem in einer ruhigen Situation, denn sie hat die volle Aufmerksamkeit und muss nicht befürchten, unterbrochen zu werden. Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel:

"Es war ganz schön schräg. Ich träumte nicht, wie man sonst träumt, das soll heißen, es war nicht mein eigener Traum. Ich hatte das Gefühl, in einen fremden Traum gestolpert zu sein, den wiederum zwei Leute gleichzeitig träumten: Du, Laura und Sie, Peter. Es war, als wäre ich dabei und könnte von außen alles beobachten, ich konnte sogar eingreifen, allerdings nur bedingt."
Zum Beispiel.

"„Es war das Treppenhaus dieser Schule…“" -> Vielleicht besser: "Es war im Treppenhaus, hier in der Schule." Ansonsten gut eingeleitet.

"Sie erzählte genau jenen Traum, den Peter und Laura diese Nacht geträumt hatten." -> An der Stelle wäre Dramatik nicht schlecht gewesen, so was wie: "Und tatsächlich erzählte sie genau jenen Traum, den sowohl Laura, als auch Peter diese Nacht gehabt hatten! Es war nicht zu fassen."

"„…Ich konnte machen, dass das Monster verschwindet, dann habe ich Laura zu einem Engel und sichtbar für Peter gemacht. Ich weiß nicht, wie und wieso! Ich weiß nur, dass ich dann aufgewacht bin und irgendwie dachte ich, es sei real gewesen! Irgendwie hatte ich das Gefühl, irgendwas in der Art würde passieren!“" -> Da haben wir's wieder. Das klingt jetzt wie eine Kindererzählung ("ich konnte machen, dass dies und jenes passiert..."). Geht auch sehr viel eleganter. Du musst dich dazu natürlich nicht an meinem Beispiel orientieren, ich hab hier schließlich nicht drauf geklickt, um deine Geschichte umzuschreiben^^

"Der Lehrer schien fassungslos.
„Peter, du bist ja sprachlos!“
„Ja, in der Tat.“" -> Redundanz. Am besten nur den ersten Satz, alles andere streichen.

"In diesem Moment kam Frau Wolf zur Tür herein.
„Ich wollte euch… Oh mein Gott, Peter! Ist alles in Ordnung?“" -> Wow, da scheint wirklich ein engeres Verhältnis zu bestehen. Finde ich in Ordnung, selbst wenn du Frau Wolf jetzt böse lassen würdest, würde sie das doch umso plastischer machen.

"Der Lehrer begann, haltlos zu zittern und flüsterte immer wieder:
„Karin, Karin, Karin“" -> Das meinte ich mit übertriebenen körperlichen Reaktionen. Wenn ich mir den Rest des Kapitels angucke, hat damit wahrscheinlich schon dieses Monster zu tun, was dann gleich durch einen grellen Blitz besiegt wird, aber das hätte ich gerne ein bisschen genauer gehabt. So sieht es meiner Meinung nach nämlich aus, als wäre der Lehrer einfach nur ein ziemliches Weichei, das nichts aushält. Mag sein, dass es übel ist, zu ahnen, dass ein Traum Realität werden könnte. Aber das ist kein Grund, haltlos zu zittern.

"„Mach, dass es aufhört!“, rief Laura" -> Guter Spannungsaufbau.

"In ihr begann eine Stimme zu sprechen:
„Joule kann ihm helfen, nur Joule kann ihm helfen!“" -> Wie praktisch. So ne Stimme hätte ich manchmal auch gern.

"„Joule, hilf ihm!“
Peter konnte nun nicht mehr flüstern, er zitterte immer stärker und begann, die Kontrolle über seinen Körper zu verlieren." -> Mit Verlaub, das klingt für mich nach nem epileptischen Anfall.

"Frau Wolf starrte fassungslos auf Peter," -> Das Wort fassungslos kommt ein bisschen zu oft vor. Womit auch mein Vorschlag von vorhin, in dem es heißt "es war nicht zu fassen" sehr ungünstig ist, sorry deswegen. Aber es sollte ja nur ein Beispiel sein. Zudem: Warum versucht Frau Wolf nicht, ihm irgendwie zu helfen?

"und in diesem Moment wusste Joule, was zu tun war." -> Wirklich sehr praktisch. Woher nur immer diese Eingebungen kommen? Ich wünschte, mancher Terrorist oder rechtsextremer Spinner hätte die öfter: Dann aber in die Richtung gehend, dass es vielleicht keine so gute Idee ist, seinen eigenen Artgenossen, den Menschen, den Kampf anzusagen.

"„Aus! Schluss!“, rief sie und Peter konnte wieder sprechen." -> Alles klar, fremde Macht war schuld. Das ist in Ordnung, wie gesagt, es hätte nur für meine Begriffe am Anfang schon deutlicher sein müssen.

"Ein Blitz zuckte durch den Raum und Peter schrie vor Schmerz auf." -> Warum? Hat der Blitz ihn getroffen? Sitzt er eigentlich noch auf dem Lehrerstuhl oder liegt er vom vorherigen Zittern am Boden, weil er sich nicht mehr halten konnte? Was passiert mit ihm, wenn der Blitz ihn trifft - oder hat er das vielleicht gar nicht, sondern er wurde geblendet und das hat in den Augen gebrannt?

"Da begann Joule in einer fremdartigen Sprache zu murmeln und eine Art Leuchten umgab sie. Es wurde immer intensiver und irgendwann hörten sie einen kurzen Schrei, dann war alles vorbei." -> Weil einfach einfach einfach ist, nicht wahr.

"„Was war das?“, rief Peter entsetzt.
„Ich wusste auf einmal, was ich tun sollte!“
Da erschien plötzlich eine ganz in Weiß gekleidete Gestalt im Raum und sagte:" -> Entschuldigung, jetzt wird's lachhaft. Gut, das hat die weißgekleidete Gestalt bestimmt nicht gesagt. Aber trotzdem, irgendwie ist das ganze Setting merkwürdig, erst erzählen alle von ihren Träumen, dann dreht der Lehrer plötzlich durch, die geläuterte ex-böse Lehrerin kommt zur Tür rein, warum auch immer, der Lehrer dreht erst recht durch und eine Schülerin, die irgendwann plötzlich und ohne Vorwarnung aufgekreuzt ist, rettet ihn... und dann taucht eine Engelsgestalt auf. Ähm...

"„Niemand vor euch hat es geschafft dieses Wesen, das nur Unheil bringt zu vernichten. Ihr alle seid sehr begabt." -> Cool, also auch all die Klassenkameraden, die bisher noch keine einzige Zeile gesprochenen Text hatten. Das nenne ich mal Gerechtigkeit.

"Auch wer es nicht gemerkt hat, jeder hatte seinen Anteil." -> Ist im Prinzip ein tolles Konzept. Leider eben nicht ganz glaubwürdig, weil schon im Vorhinein einige wenige der Klassenkameraden überrepräsentiert waren, während der Rest für das Verständnis des Lesers quasi nicht existent ist. Um dem Abhilfe zu schaffen, wäre es eine Möglichkeit, schon im Vorhinein die Klasse als Ganze zu beschreiben, indem sie sich z. B. in verschiedene kleine Grüppchen aufteilt, die unterschiedliche Interessen und Eigenheiten haben - so wie eben bei Fack ju Göthe diese Super-Intelligenten, die doch wegen einer Hackeraktion sogar mal den BND am Hals hatten, weißt du noch? Das ist zwar ebenfalls ziemlich überzogen, soll ja aber auch nur als plastisches Beispiel dienen. So kann man eine ganze Klasse einführen, ohne, dass es zuviel Zeit kostet und langweilig wird und es wird glaubwürdiger, dass tatsächlich die ganze Klasse an der Rettung des tollen, charmanten Lehrers beteiligt war.

"Du, Laura, solltest am Meisten aufpassen." -> Warum das denn nun schon wieder? Mary Sue-Privilegien oder wie? Joule hat doch gerade die Hauptarbeit gemacht.

"Sie verschwand in einer Art Rauchwolke." -> Lass es doch einfach eine Rauchwolke sein. Das stellt man sich als Leser an dieser Stelle ohnehin vor.

"„Das, was wir da gerade vernichtet haben, war das Monster aus eurem Traum.“" -> Wer sagt das bzw. woher weiß diese Person das?

"„Wir müssen Karin suchen!“, rief Peter." -> Das macht Sinn, hätte ich auch gemacht. Jetzt, wo sich herausgestellt hat, dass das Monster real ist/war, ist schließlich auch sicher, dass Karin sich in realer Gefahr befindet.

"„Was war das! Es kam, als ich in diesen Raum kam! War es meine Schuld?“" -> Ach du je, nachdem diese Frau Wolf so zur Heulsuse mutiert ist, kann ich mir umso weniger vorstellen, dass sie jemals fies war.

"„Nein, war es nicht. Das Wesen hätte von überall her kommen können und es kam durchs Fenster.“" -> Wer war das jetzt schon wieder und, was viel wichtiger ist, woher zum Schneizel weiß diese Person das?!!! Man hat das Wesen ja nicht mal gesehen, der Blitz kam von der Decke und seit wann lassen sich bösartige Fantasy-Kreaturen durch physikalische Barrieren wie geschlossene Fenster oder Türen aufhalten?

"„Joule, das ist ja…“" -> Ach so, Joule hat's mal wieder gewusst. Na, warum bin ich da nicht gleich drauf gekommen.

"„Ist egal, wir müssen Karin suchen!“, rief nun auch Laura.
„Ich erledige das!“, rief Frau Wolf und stürmte aus der Klasse." -> Ja klar. Es war das einzig richtige, aber erst jetzt, wo's die Schülerin und dazu noch eine Mary Sue sagt, wird's gemacht. Lehrer haben im Universum dieser Geschichte offenbar überhaupt nix mehr zu melden. Wenn das in der Realität oder auch anderen Geschichten-Universen so ist, dann wundert es mich nicht im geringsten, dass Frau Leimbach-Knorr ständig Burn-out hat.

"Die Anspannung war zum Greifen nahe." -> Du meinst "Die Anspannung, die über allen lag, war beinahe greifbar." Oder?

"Fast alle saßen still da, nur Peter flüsterte immer wieder Karins Namen." -> In Zeki Müllers Namen, warum sind hier sämtliche Erwachsene komplett verweichlicht?!

"„Hoffentlich lebt sie noch.“
„Es war doch nur ein Traum!“
„Aber das Wesen gab es wirklich!“
„Ich bezweifle, dass dies hier die Realität ist.“
„Doch, Peter, es ist so!“
„Aber, so etwas habe ich noch nie in meinem Leben erlebt!“" -> Dieser Dialog ergibt keinen Sinn. Wer spricht hier mit wem, wer hat welche Meinung, warum bezweifelt Peter plötzlich, dass es Realität ist bzw. wenn er doch nicht daran glaubt, warum hat er solche Angst, dass er immer wieder den Namen irgendeiner Schülerin vor sich hin flüstern muss? Und nur, weil man etwas noch nie in seinem Leben erlebt hat, heißt das nicht, dass es unmöglich ist. Wäre dem so, wre beispielsweise jegliches Forschen sinnlos.

"„Das hier kann nur die Realität sein. Sonst wären wir nicht hier.“" -> Hmmmm, kartesische Logik? Ich denke, also bin ich? Wird leider durch die Existenz luzider Träume ausgehebelt und greift deshalb als Argument nicht wirklich.

"„Irgendwie wird sich das schon erklären lassen.“" -> Na, wenn du dich da mal nicht zu früh freust, wer immer das auch gesagt hat.

"In diesem Moment kam Frau Wolf mit einer Schülerin in die Klasse, die Laura sofort bekannt vorkam." -> Und Peter und Joule nicht? Sie haben doch auch von ihr geträumt.

„Karin!“" -> Juhuuuu, es geht ihr gut! *räusper* Wie gesagt, dass nach ihr gesucht wurde, finde ich völlig logisch. Aber warum muss man sie mitbringen, dafür wahrscheinlich noch extra aus dem Unterricht holen? Frau Wolf hätte auch ganz einfach erzählen können, dass es ihr gut geht und sie seelenruhig in ihrer Klasse sitzt. Fertig, aus. Warum dann dieses Aufhebens?

"„Aber Peter, es ist doch alles klar, ich weiß nicht, was abgeht!“
„Schon OK, es war wohl wirklich nur ein Traum.“" -> Aber vorher so ein Aufhebens darum machen?!

"„Leute, vergesst das alles bitte!“
„Wir werden es versuchen.“
„Was eigentlich?“
Wieder hatte Joule in einer seltsamen Sprache gesprochen.
„Ääähm, was mach ich hier ey?“
„Kein Plan…“" -> Okay, was ist jetzt passiert? Hä?

"„Geh wieder in deinen Unterricht, Karin. Peter, du siehst schlimm aus.“
„Habe die Nacht nicht geschlafen, Erika.“
„Ach ja, kenne ich zu gut." -> Oh Mann, geht zusammen in die Schulkantine und turtelt ne Runde, als Lehrer seid ihr beide echt ne Nulllösung.

" Ich wollte euch nur eure Hefte wieder geben.“
Sie teilte die Hefte aus und der Tag verlief normal weiter. Joule hatte die Erinnerungen der anderen verändert, niemand mehr wusste jetzt, was vorhin passiert war." -> Ach so. Das kann sie so einfach. Und sie weiß einfach so, dass sie das kann. Oder hat sie das gerade rausgefunden, weil sie so mal so eben in ihrem persönlichen Besondere-Fähigkeiten-Archiv rumgewurschelt hat? Die Variante wäre mir, zugegeben, noch fast sympathischer, einfach deswegen, weil ich es doch ziemlich bedenklich fände, wenn Joule ihre besonderen Fähigkeiten die ganze Zeit kannte, es aber nicht für möglich gehalten hat, Laura und co. mal zu informieren. Gerade jetzt, wo's offensichtlich brenzlig wird.

"Sie konnten so auch nicht wissen, dass diese Aktion von ihr sich bald rechen würde." -> "rächen" mit "ä" anstatt "e": Du willst "rächen" = Rache üben, nicht "rechen" = mit dem Gartengerät Rechen den Garten rechen. Über das Foreshadowing haben wir ja nun wirklich ausführlich gesprochen.

Alles in allem: Du weißt selbst nicht mehr, was es mit Joule auf sich hat, ob sie so etwas wie eine zweite Mary Sue sein sollte oder einen Ausgleich zu Laura schaffen sollte, damit die nicht die ganzen Lorbeeren für sich einheimst. Für mich wirkt Joule im Moment eher wie eine Art Gegenpol zu Laura. Ich weiß nicht, ob das beabsichtigt war, aber mir kommt es so vor, als wäre Joule sich ihrer Sache weitaus sicherer, als könnte sie mit ihren Fähigkeiten weitaus besser umgehen, als Laura das kann, was für mich nur den Schluss zulässt, dass sie sich bereits länger damit beschäftigt hat und daher generell mehr weiß. Dass sie nicht mit Laura darüber redet, obwohl sie merken muss, dass irgendetwas Unheilvolles sich anbahnt, weckt in mir die Vermutung, dass sie sich Laura überlegen fühlt und es bevorzugt, ein bisschen mit ihr zu spielen, bevor sie dann irgendwann doch mal ihre Hilfe anbietet. Es sieht an dieser Stelle der Geschichte danach aus, als könnten Joule und Laura irgendwann in einen Konkurrenzkampf miteinander geraten, wobei eigentlich beide die Rettung der Welt wollen, Joule es aber nicht einsieht, der grünschnabeligen und nichts kapierenden Laura zur Seite zu stehen, wenn sie doch im Prinzip die Probleme auch ganz allein lösen könnte. Ein typischer grauer Charakter eben, der nicht böse, aber eben auch nicht vollständig gut ist. Das wäre interessant, denke ich mir.

Zuletzt allerdings ist dieser Kampf gegen das Monster, das offenbar durchs (geöffnete? geschlossene?) Fenster hereinkam, allerdings mächtig kurz geraten. Bis auf den Blitz und Peters schmerzerfülltes Schreien ziemlich unspektakulär, seine körperlichen Reaktionen bis dahin lassen keinerlei Rückschlüsse zu, ob das nun das Wirken des Monsters war oder ob Peter einfach nur ein erbärmlicher Weichkeks ist oder vielleicht doch mal wegen seines Oberstübchens beim Onkel Doktor vorbeischauen sollte. Das bedeutet, dass mich als Leser die Szene wenig berührt, obwohl sie das eigentlich sollte und ich nachher auch nicht erleichtet sein kann, dass alles wieder gut ist. Außerdem verläuft es zu glatt: Kaum ist das Problem da, wurde es auch schon gelöst und zwar durch zwei Schülerinnen. Eine, die ne Eingebung hatte und andere, die plötzlich magische Fähigkeiten aus dem Hut zaubert (haha, Schenkelklopfer) oder die vorher schon hatte. Das Ganze liest sich für mich wie ein kleines Deus ex Machina, was vielleicht nicht so schlimm ist, weil wir ja noch ganz am Anfang sind. Allerdings muss ich wahrschienlich nicht erwähnen, welche Ausblicke das auf den weiteren Fortgang der Geschichte gibt. Klar kann man sich sagen, es muss ja nicht immer so einfach sein, das hier war schließlich erst der Anfang. Andererseits, wenn hier schon keine wirkliche Gefahr erkennbar war, wie soll das dann später noch werden?

Hintergründig Spannung aufbauen, Atmosphäre schaffen, das kannst du. Aber du willst häufig zu schnell zu hoch hinaus und setzt auf Schreckeffekte, die im Film oder im Hörspiel super funktionieren - nicht aber im geschriebenen Text. Tut mir leid. Die Crux am geschriebenen Text ist nun mal, dass du sehr wohl beschreiben kannst, was da ist, das aber nichts daran ändert, dass der Leser es nicht sieht. Er mag überrascht sein, lässt sich aber dadurch viel weniger beeindrucken. Man kann das vielleicht mit folgendem Beispiel vergleichen:

Stell dir eine Wand vor, an der ein großer Fleck Blut klebt.

Und stell dir im Vergleich eine Wand vor, auf der Zettel klebt, auf dem wiederum in völlig normalen Druckbuchstaben steht: "Hier hat mal Blut geklebt."

Was, glaubst du, erschreckt dich mehr?
Wenn man einfach nur beschreibt, hat man denselben Effekt wie mit dem Zettel. Man könnte dann genauso gut ein Hinweisschild aufstellen: "Jetzt bitte erschrecken!" Es wirkt nicht, wenn man es einfach nur beschreibt. Man muss es den Leser fühlen lassen.

GLG, Spades

Antwort von Svenja2 am 31.08.2017 | 08:47 Uhr
Hey Spades,

Dank dir wie immer! Ich freu mich jedes Mal wie Bolle, wenn in den Alerts neue Reviews von dir kommen.
Ja, so eine Antwort auf die Antwort Funktion würde garantiert bei einigen schnell aus dem Ruder laufen^^
Du hast mich da auf eine Idee gebracht, ich denke, die werde ich in Teil 2 einbauen.
Jetzt ist mir auch endlich mal klar, warum mir selbst die ganze Szene so unspektakulär vorkommt. Mit der Erklärung zur Wirkungsweise am Ende hast du eine ganze Groschensammlung bei mir fallen lassen.
Ich weiß, vernünftige Charaktere und viel viel weniger Drama+ mehr Logik hätte meinem 10 Jahre jüngeren Ich ganz gut getan^^
Dass du den Finger immer wieder so präzise in die Wunden legst, hilft nochmal enorm weiter, auch für die Zukunft.
Dass ich zu schnell zu hoch hinaus will, stimmt sogar immer noch, wenn ich so drüber nachdenke. Langsam werde ich auch aus einem Kommentar schlau, den mir mal jemand auf diese Geschichte gegeben hat. Er meinte nämlich, dass ich mehr auf Spannungsbögen achten sollte, wenn ich es noch richtig zusammenbekomme. Er hat sie damals von mir bekommen, weil sein Nachname fast deckungsgleich zu meinem Bösewicht ist und ich darüber lachen musste. Er hat mir dann erzählt, dass seine Vorfaren wohl früher Wälder gerodet haben.

hdl Svenja
Spades (anonymer Benutzer)
29.08.2017 | 10:33 Uhr
Hallöchen!

Erstmal vorweg: Ich freue mich sehr, dass meine Kommentare so hilfreich sind und du es mir nicht übel nimmst, dass ich doch große Teile dieses Werks im Nachhinein verreiße. Aber dafür befindet es sich ja in dieser Kategorie, ganz recht. Hihi, das ist schön zu lesen, wie auch du im Nachhinein darüber denkst und dass du dennoch nicht alles für schlecht erklärst, sondern manche Szenen einfach gelungen findest, genau wie ich auch. Denn es geht ja hier nicht darum, das früher Geschriebene konsequent zu verteufeln. Denn jedes dieser misslungenen Werke ist ein weiterer Pflasterstein auf dem Weg zum kompetenten Autor. Das muss man sich eben immer vergegenwärtigen.

Also dann mal los mit Frau Wolfs unglaublich umwerfender, dramatischer Hintergrundstory (Taschentücher bereit halten!)

"Als Laura aufwachte hatte sie das Gefühl, dass dies erst der Anfang von allem gewesen war." -> Das will ich doch hoffen. Wenn die jetzt schon mittendrin wären, wäre ich von der Story doch ziemlich enttäuscht.

"„Ich wusste doch, dass ihr zwei zusammenkommt! Ähm, Laura, was ist los?“
„Wieso, Joule?“" -> Wer zum Rasputin ist Joule?! Die kam zuvor überhaupt nicht vor, ich hab noch mal ganz genau aufgepasst. Mag sein, dass wir nicht jeden in der Klasse kennengelernt haben, was bei ca. 30 Schülern bestimmt auch normal ist. Aber wenn Joule Laura fragen kann, was los ist, dann scheint sie eine engere Bindung zu ihr zu haben. Warum wurde sie dann vorher nie erwähnt? Z. B., weil sie so lange mit dem Lehrer Peter draußen war, dass alle sich gewundert haben, was die da zu bequatschen haben?

"„Weil du so nachdenklich aussiehst.“
„Ja, sie hat Recht.“" -> Wer sagt das?

"„Ach, ich hatte nur einen Albtraum, mehr nicht.“
„Ach so… In 5 Minuten klingelt es zur Stunde!" -> Na herzlichen Dank auch, die scheinen sich ja sehr für die Belange ihrer Freundin Laura zu interessieren. Wobei, nun gut, für viele ist ein Albtraum kein Grund zur Besorgnis. Ich hätte jetzt erwartet, dass wenigstens einer gefragt hätte, worum es denn ging. Aber gut, das ist wieder mal sehr subjektiv.

"Dann haben wir wieder die Wolf! Vielleicht hat se sich wieder eingekriegt und wird uns wieder foltern…“" -> Sag mal, stehen die da irgendwie drauf?

"„Vielleicht auch nicht“, sagte Laura geheimnisvoll.
„Weißt du schon wieder mehr als wir?“
„Ich? Nein! Wie kommst du darauf?“" -> Jaaaa, wie bei allen Heiligen der Welt kommt er/sie da bloß drauf?! Mann, dieses Überlegenheitsgetue diverser Mary Sues macht mich manchmal echt wahnsinnig. Vor allem, weil sich mir mehr und mehr der Verdacht aufdrängt, dass diese Damen und manchmal auch Herren damit drüber hinwegtäuschen wollen, dass in Wahrheit selbst total planlos sind.

"In diesem Moment wurden sie jäh von der Lehrerin unterbrochen.
„Guten Morgen zusammen! Setzt euch bitte auf eure Plätze, ich möchte mit euch reden.“
„Was ist mit unseren Hausaufgaben?“" -> Ähm... mal im Ernst, ist das irgend so ne abgewandelte Form vom Stockholm-Syndrom?

"„Die habe ich gestern nicht mehr nachschauen können, tut mir Leid, Kathy, es gibt momentan wichtigeres.“
„Was?“" -> Was?! Wichtiger als unsere Hausaufgaben, die wir doch sonst nie machen und wir immer vorne an der Tafel vorbeten müssen, damit der Rest und vor allem Sie, Frau Wolf, sich an unserer Unfähigkeit weiden kann! Oh nein, wie kann das nur passieren!

"„Versuchen sie es einfach“, sagte Kathy aufmunternd.
Das schien der Lehrerin Sicherheit zu geben und sie begann:" -> Dieses Lehrerkollegium ist dringend therapiebedürftig.

"ich wurde rausgeworfen.“
„Mit 11?“" -> Da ist natürlich das Jugendamt nicht eingeschritten, nein nein.

"„Ja. Meine Schwester wollte mir helfen, aber sie haben gemeint, sie sei eine Verräterin und sperrten sie ein. Sie haben sie seitdem immer bewacht, sie hat nichts zu Essen bekommen und ist gestorben." -> Wo hat diese Familie gelebt? Irgendwo in einer einsamen Einöde, wo es möglich ist, eine Siebzehnjährige qualvoll verhungern zu lassen, ohne dass jemand das Geschrei hört oder bemerkt, wenn sie versucht, aus ihrem Gefängnis auszubrechen? Wenn die Eltern sie dann wieder verdreschen oder sonst irgendwas tun, damit sie nicht abhaut, während sie sich nicht mehr wehren kann, so geschwächt wie sie ist? Ich meine, eien Tochter ist kein Haustier, das einfach mal still und leise vor sich hin stirbt, weil man sich nicht drum gekümmert hat. Da geht ein Kampf ums Überleben los, wenn man als Mensch im eigenen Elternhaus eingesperrt wird und nichts zu essen bekommt. Nicht, dass so was nicht vorkommen würde. Aber gerade mit Siebzehn ist meist sehr gerissen und hat oft schon allerhand Kraft. Zudem ist es ja allgemein bekannt, dass man übermenschliche Kräfte entwickelt, wenn man mit dem Tode bedroht wird. Gut, es mag sein, dass irgendwann noch rauskommt, dass die Schwester eigentlich noch am Leben ist und Frau Wolf falsche Infos bekommen hat. Aber mal im Ernst, so gefährlich können die Eltern nicht sein, dass die Schwester es dann niemals geschafft hat, sich bei ihr zu melden!

"Von der Schule bin ich auch verwiesen worden, weil ich angeblich Leute geschlagen haben soll." -> Gut, das sehe ich wiederum ein, es ist ziemlich leicht, jemanden falsch zu verdächtigen, wenn man nur will. Aber wo hat sie dann ihren Abschluss gemacht?

"„Ein älterer Mann gab vor, mir helfen zu wollen, hat mich mitgenommen und… Irgendwann, als niemand uns gesehen hat…"" -> Jawoll, wir können uns alle vorstellen, was dann passiert ist. Das Unglück will offensichtlich kein Ende nehmen.

"„Ich habe versucht, wegzulaufen. Irgendwann fand mich jemand, der mich bei sich hat wohnen lassen." -> Hä? Hat sie's nun geschafft, wegzulaufen oder nicht? Und wie kann es sein, dass sie diesem Fremden dann plötzlich wieder vertraut hat, wo sie doch zuvor so schlechte Erfahrungen gemacht hat?

"Irgendwann habe ich angefangen, hier zu arbeiten." -> Ohne Schulabschluss, Studium und Referendariat? Cool, an der Schule bewerb ich mich auch, bringt bestimmt gutes Geld.

"Ich habe nicht gemerkt, dass ich euch so lange so behandelt habe, wie meine Lehrer mich früher. Ich wusste nicht, warum ich so unbeliebt war." -> Klar, davon gehe ich doch aus, dass sie das nicht gemerkt hat und dass man die Art und Weise, wie man selbst behandelt wurde, an seine Schützlinge weitergibt, ist ein allgemein bekanntes Phänomen. Das würde ich ihr abkaufen, wäre nicht diese allzu unlogische Hintergrundstory.

"Peter… Ich meine… Herr Manns hat mich dann letzte Woche darauf angesprochen und es mir erzählt. Er meinte, ich sollte darüber nachdenken, was ich getan hatte und warum das sein konnte, wie ich mich verhalte." -> Warum nicht schon früher? Was gab den Auslöser? Und wir haben immer noch keine Ahnung, wer Herr Setz ist.

"Jetzt weiß ich es. Es tut mir wirklich aufrichtig leid und ich möchte das wieder gut machen. Ihr habt es nicht verdient, das alles so abzubekommen. Ich hoffe, ihr werdet mir das irgendwann verzeihen können.“" -> Schön, dass sie sich entschuldigt. Trotzdem, so übertrieben gönnerhaft sollte eine Lehrerin nicht sein, wenn sie nicht auch den letzten Rest ihrer Autorität einbüßen möchte.

"„Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll. Hätten sie was gesagt, ich währe da gewesen…“, sagte Kathy." -> "wäre" ohne "h". Ansonsten, oh je, liebe Kathy, ich kann dir nur zugute halten, dass du ein Fake bist. Bzgl. Lehrer-Schüler-Verhältnis haben sich bei dir offenbar ein bisschen die Normen verschoben.

"„Wie währe es, wenn wir einfach mal alle zusammen essen gehen?“, schlug Laura vor.
„Das können wir machen, die Idee hatte ich auch schon. Ihr könnt ja auch noch jemanden eurer Wahl mitbringen.“
„Die Wahl ist nicht schwer, wir wollen Peter!“, rief die gesamte Klasse, worauf Frau Wolf wieder ausgiebig lachte.
„An den habe ich auch gedacht!“
„Ihm haben wir das schließlich zu verdanken!“
So war es beschlossene Sache. Jedoch sollte es nicht so verlaufen, wie sie sich das gedacht hatten." -> Friede, Freude, Eierkuchen und unpassendes Foreshadowing. Aber weißt du ja selber, ich wollt's nur der Vollständigkeit halber erwähnen^^

Zusätzlich beziehe ich mich diesmal auch auf deinen Kommentar: Warum kann ein Charakter nicht einfach mal böse sein, ohne Gründe dafür zu haben?
Meine Meinung dazu ist folgende: Ich finde es super, wenn ein böser Charakter Gründe für sein Verhalten hat. Das macht ihn menschlich, nachvollziehbar und viel plastischer. Ein durchweg böser Charakter ist eindimension und stereotyp, bei ihm macht der/die Erschaffer/in genau das falsch, was bei einer Mary Sue/einem Gary Stu falsch gemacht wird. ABER: Wenn Gründe für das Verhalten, dann bitte nicht derart offensichtlich, nicht derart mit Gewalt auf die Tränendrüse gedrückt, nicht so, dass der böse Charakter innerhalb eines Kapitels zum Saubermann oder in diesem Fall zur Sauberfrau mutiert und das in einer Weise, dass ihn/sie keiner mehr ernstnehmen kann! Diese Hintergrundgeschichte ist unlogisch, weißt Lücken auf und zeigt, wie gerne sich die Person, die sie erzählt, in der Opferrolle sieht. Sie ist durchweg passiv, lässt sich alles gefallen, gibt der Welt die Schuld an ihrem Scheitern und bittet voller Gönnerhaftigkeit ihre Schützlinge um Verzeihung, weil, sie wusste es ja nicht besser und konnte deshalb gar nicht anders. Trotz aller verlorengeganenen Autorität stehen die Schüler weiterhin unter ihr und können daher gar nicht anders, als zu verzeihen. Schließlich können sie froh sein, dass die Folterei durch ihre Lehrerin endlich aufhört - ich hoffe doch, dass meine vorigen Kommentare zu diesem Thema sich auch ohne Betonung als Sarkasmus entpuppt haben.

Dass sie jetzt zusammen essen gehen und dann auch noch gemeinsam mit dem Lehrer Peter, das finde ich hingegen eine schöne Idee, das sollen sie ruhig mal machen. Ich glaube, jeder Idiot hat kapiert, dass sich hier zwischen Frau Wolf und Peter ne Liebesgeschichte anbahnt. Liebeleien unter Lehrern fand ich schon immer cool, weil sie das so schön menschlich macht. Auch bei uns gab's ja diverse Lehrerpaare und ich muss sagen, ich fand das ziemlich klasse. Dass es nicht so verlaufen sollte, wie geplant, das dachten wir uns wahrscheinlich selbst schon, denn wer will einer Schulklasse und zwei Lehrern beim Essen zuhören, ohne, dass was Nennenswertes passiert.

Show, don't tell gelingt mir selbst nicht immer wahnsinnig gut, ich muss meine Texte dahingehend immer korrigieren und finde dann selbst oft noch irgendwelche völlig unnötigen Foreschadowing-Kommentare. Das heißt, mach dir keine Gedanken, wenn dir das passiert, das hat nichts mit dir zu tun. Es ist eine Volkskrankheit unter Autoren, weil die ihre Geschichte ja bereits kennen und am liebsten schon alles im Vorhinein erzählen würden, weil sie so stolz darauf sind. Aber man muss sich da eben ein bisschen am Riemen reißen und durchhalten, dann kommt man schon dazu, alles zu erzählen und die Leser zu überraschen, so, wie man es wollte.

glg, Spades

Antwort von Svenja2 am 29.08.2017 | 10:51 Uhr
Herrlich, diese Kommentare! Aber das sagte ich ja bereits.
Ich hatte letztens noch vergessen, deine Frage zu beantworten. Mir fällt es tatsächlich leichter, Traumszenen zu beschreiben. Warum, das weiß ich selber nicht so genau...

Au man, so viele Logiklücken in einem Kapitel, auf die Hälfte davon bin ich selber noch gar nicht gekommen. Eigentlich müsste ich diese ganze Szene streichen, glaube ich. Trägt nicht wirklich zum Plot bei im nachhinein.

Lehrer ohne Abschluß und Diplom? Geht doch, siehe fack ju Göthe xd oh...wait...den Film gab es damals als ich 14 oder 15 war noch gar nicht.

Upps, die von dir korrigierten Schreibfehler scheint mein Office nicht zu finden.

Deine Antwort auf meinen Kommentar finde ich auch plausibel.
Spades (anonymer Benutzer)
26.08.2017 | 12:57 Uhr
Diesmal wirklich nur ein kurzer Kommentar:

Bis auf ein paar Ecken und Kanten am Schreibstil ist auch das hier ein wirklich gutes Kapitel. Es geht in deiner Geschichte vieles über Träume, aber das ist völlig in Ordnung. Ich hätte die Tatsache, dass Peter denselben Traum hat, vielleicht noch ein bisschen eleganter eingeführt, nicht so plump im Sinne von: "Ach übrigens, Peter hatte denselben Traum und fand das ganz furchtbar." Aber ist schon klar, was du damit andeuten willst.
Da ist offensichtlich die Fake-Kathy durch Jonas' Gedanken auf den Trichter gekommen, dass Laura irgendwas ahnt und auch, dass sie, nachdem sie mit Peter gesprochen hat, keine Fragen gestellt bekommen wollte. Da hat die Fake-Kathy wohl eins und eins zusammengezählt und wollte den Herrschaften nun mal zeigen, was mit denen passiert, die sich gegen sie stellen. Wow, das ist wirklich hart.
Die Treppenhausszene ist in meinen Augen noch p12, nämlich deswegen, weil keine weiteren Details beschrieben werden, nachdem die Schülerin fällt. Also, es steht da z. B. nicht, wie sie zu Boden stürzt, dass man hört, wie ihre Knochen brechen und sie da in ihrem Blut liegt usw. Da fällt mir ein, die Reviews müssen p12 sein, na ja, vielleicht lässt man das grade noch durchgehen. Wie auch immer, das mit dem Rating ist schon in Ordnung.

Antwort von Svenja2 am 28.08.2017 | 09:37 Uhr
Dann bin ich beruhigt, wenn auch die Szene mehr oder weniger gelungen ist und auch, dass das im Treppenhaus noch p12 ist.
Ich bin mal gespannt, was du weiter zu sagen hast. Dank dir für deine Tipps!
hdl Svenja
Spades (anonymer Benutzer)
26.08.2017 | 12:45 Uhr
Also dann, weiter geht's:

"In einem dunklen Raum stand eine Gestalt, deren Gesicht mit einer Maske verdeckt war. Die Person schaute sich um und als sie sah, dass niemand sie zu beobachten schien, rief sie ihren Meister." -> Oha, Fantasy und Horror lassen (endlich!) grüßen.

"Ein Nebelschleier erschien und eine Stimme erklang:
„Alles gut gelaufen?“
„Ich glaube, die kleine hat Verdacht, aber ich habe versucht, ihr diesen unbemerkt wieder auszutreiben.“
„Gut so!“, die Stimme klang nun wütend, „Solltest du dir noch einen einzigen gravierenden Fehler erlauben, weißt du, was dann geschieht!“
Eine Kugel, die die Person an der Hüfte trug, leuchtete kurz auf.
„Ja, Meister, ich weiß, was passiert.“" -> Super Atmosphäre geschaffen. Gruselig, unwirklich, die Andeutung von Gefahr. Besonders klasse finde ich, dass bei der Drohung des Meisters eine Kugel an der Hüfte der Person aufleuchtet. Als ob diese Person die Bombe oder was auch immer sie dann töten wird, bereits bei sich trägt, nur in der Erwartung, dass dieses Ding auslöst, wenn sich die Person einen Fehler erlaubt.

"Die Gestalt hatte Angst, den Meister zu enttäuschen." -> Oh Mann, bitte nicht schon wieder! Das wissen wir doch, ernsthaft, das hat doch jeder gemerkt! Den Satz einfach streichen, dann passt's wieder.

"„Kleine Fehler sind in Ordnung, solange du sie ausgleichen und erklären kannst, aber wehe du machst einen großen Fehler!“" -> Auch, wenn es vielleicht kontraintuitiv erscheint, aber das würde ich anstelle des Meisters genauso sehen. Schließlich haut man einen ergebenen Diener wegen eines kleinen Fehlers nicht gleich weg. Trotzdem, Respekt und Autorität verschaffen muss man sich schließlich. Deshalb ist das so echt in Ordnung.

"„Ja, mein Herr, ich weiß, was ich zu tun habe. Ich nutze den Jungen, er gibt mir durch seine Gedanken alles, was ich wissen muss.“" -> Ja, spätestens jetzt wissen wir, wer das spricht und was los ist. Ist aber nicht schlimm, finde ich, an der Stelle darf es auf die Frage, was denn nun mit Kathy los ist, ruhig eine Antwort geben.

"„Gut“, zischte die Stimme und Zufriedenheit lag darin.
„Ich werde jetzt das Balg weiter quälen. Die ist echt steinhart. Das hätte ich nie gedacht." -> Ich würde nicht das Wort "quälen" verwenden. Jemand, der quält, benennt das normalerweise nicht, weil es ja doch im Sprachgebrauch etwas Negatives ausdrückt. Wenn aber jemand ein anderes Lebewesen quält, tut er das meistens nicht um des Quälens Willen, sondern entweder, um eine bestimmte Handlung oder ein Geständnis zu erpressen (das typische Ziel von Folter) oder aber, um sich an dem Leid dieses Lebewesens zu weiden. In letzterem Fall würde ich den Meister so etwas sagen lassen wie: "Ich werde mich noch weiter mit dem Balg amüsieren." Falls es um etwas ganz Praktisches geht, z. B., dass Kathy irgendwas erzählen oder tun soll, woran der Meister sonst nicht gelangen kann, würde ich ihn so etwas sagen lassen, wie: "Ich werde jetzt das Balg noch ein wenig bearbeiten. Sie wird schon irgendwann weich werden."

"Gutes Gelingen noch.“" -> Ansonsten gefällt mir die Aufmachung des Meisters wirklich gut. Das ist dir ziemlich ordentlich gelungen.

"„Danke, gnädiger Herr.“
Und die Person fiel vor dem Nebelschleier auf die Knie, worauf dieser verschwand." -> Der Herr ist wirklich gnädig, das muss man mal anmerken. Aber gerade das macht ihn ja so grausam. Er lässt seine Dienerin an der langen Leine, doch gerade dadurch gibt es für sie sehr viele Möglichkeiten, ihn zu enttäuschen. Was sie natürlich teuer zu sehen kommen würde.

Zu deinem Kommentar zuletzt: So unnötig finde ich die gar nicht. Es ist spannend, zu wissen, was du aus heutiger Sicht zum Geschriebenen sagst. Und wie gesagt, das Zwischengedöns hier gefällt mir echt gut.

Antwort von Svenja2 am 28.08.2017 | 09:33 Uhr
Ja, ich muss zugeben, aus heutiger Sicht war das hier eine meiner gelungensten Szenen.
Dank dir auch hier für die Anmerkungen!
Spades (anonymer Benutzer)
26.08.2017 | 12:24 Uhr
Hier schon mal vorweg, dieses Review wird etwas kürzer ausfallen, weil ich einige Passagen zusammenfasse und nicht, wie sonst, so kleinschrittig kommentiere. Das liegt einfach, weil es viele Sinnabschnitte gibt, die als solche zusammengehören und man auch in einem kommentieren kann.

"Am Nachmittag gingen Laura, Sarah, Ian und Jonas wie verabredet zu Kathy. Den ganzen Weg über sagte niemand ein Wort, jeder hing seinen eigenen Gedanken nach. Als sie klingelten, dauerte es erst eine Weile, bis jemand öffnete.
„Guten Tag, wir sind Laura, Sarah, Ian und Jonas, wir…“" -> Sind sie das erste Mal bei Kathy oder warum kennt, wer immer da gerade aufgemacht hat, die Freunde nicht? Gut, das mag ja sein, aber sie wissen den Weg zu Kathy anscheinend ganz genau. Hmmmm...

"„Kommt rein, ich habe euch schon erwartet, bitte helft meiner Schwester…“
„Ist es so schlimm?“
„Ja, ich übertreibe wirklich nicht, ihr werdet es sehen.“" -> Das klingt, als ob sie schlimm krank ist. War nicht der eigentliche Grund der, dass ihre Lieblingslehrerin sich komisch benommen hat?

"„Wir wissen schon, wo ihr Zimmer ist, danke.“" -> Also waren sie doch schon öfter da. Die Schwester kennt sie nicht, aber hat sie schon erwartet? Irgendwie alles ein bisschen nebulös.

"„Wenn ihr was wollt, ruft mich einfach.“
„Ja, danke.“
„Ich habe Angst…“
„Du gehst bitte vor.“
„Na gut…“
Jonass Hände zitterten, als er klopfte.
„Herein.“
Vorsichtig öffnete er die Tür und kaum das er einen Schritt getan hatte fiel Kathy ihm auch schon um den Hals. Er wurde puderrot und erwiderte ihre Umarmung. Einige Minuten standen sie so da, Kathy zitternd und Jonas hilflos. Als Kathy sich beruhigt hatte, flüsterte sie:
„Danke.“" -> Das Speed scheint immer noch zu wirken. "puderrot" = "puterrot". Also, rot wie ein Puter, ein Truthahn.

"Sie machte sich behutsam von ihm los und umarmte alle anderen, besonders fest umarmte sie Ian, sodass diesem fast die Luft wegblieb.
„Willst du ihm die Rippen brechen?“, fragte Laura unschuldig.
Kathy lachte und sagte:
„Ich bin einfach so froh, dass ihr hier seid…“" -> So schlecht scheint's ihr nicht zu gehen. Oder sie hat sich überraschend schnell wieder gefangen.

"„Du weißt doch, dass Wir… Ich meine… Ich kann jetzt nicht für die anderen sprechen, aber ich werde immer da sein, wenn du mich brauchst.“
„Wir auch!“, riefen Laura, Sarah und Ian im Chor." -> Was ist denn das für eine Anstellerei? Ist schon klar, dass er gerade versucht, ihr seine Liebe zu gestehen, aber irgendwie ist der Versuch gerade ziemlich plump.

"Wieder lachte Kathy und schien schon wieder fast die Alte zu sein.
„Ich weiß das sehr zu schätzen, ihr seid meine wahren Freunde. Das mit der Wolf hat mich total getroffen und ich musste einfach irgendwie mit jemandem sprechen und…“
„Du brauchst dich nicht rechtfertigen, ich liebe dich so wie du bist“, sagte Jonas und nahm sie in den Arm.
Die anderen standen hilflos in der Gegend herum und wussten nicht, was sie tun sollten, Laura sagte:
„Er hat Recht, Schatz, wir nehmen dich wie du bist.“
„Ich weiß nicht, was ich ohne euch machen würde. Aber da seht ihr mal, dass ich gar nicht so hart bin, wie ihr es immer mitbekommt.“
„Das ist nicht so wichtig, wichtig ist, dass du eine gute Freundin bist und wir dich deshalb nie allein lassen werden, du kannst auf uns zählen. Sorry, wenn ich wieder für alle spreche, aber…“
„Du hast doch Recht, Jonas!“, sagte Laura und Ian und Sarah nickten.
„Ihr seit echt klasse!“
Wwieder lachte sie." -> Friede, Freude, Eierkuchen *gähn*

"„Was höre ich da? Mein Schwesterchen lacht wieder!“
„Lisa, ich bin zwar nicht dein "Schwesterchen“, weil ich so alt bin wie du, aber ja, ich lache wieder. Meine Freunde haben mir einfach gefehlt.“
„Ich weiß, süße! Umso besser, dass sie jetzt da sind. Wolltest du ihnen nicht was erzählen?“
„Las doch die Kathy für ne Weile in Ruhe, so kann sie sich gar nicht beruhigen.“
„Ooooh, Jonaslein in seinem Element!“, sagte Lisa, worauf Kathy sie böse anschaute und rief:
„Schwestern verboten! Raus hier!“
„Kathy, ich wollte nicht…“
„Mach was sie sagt!“, rief Laura. Sie hatte ein ganz seltsames Gefühl bei der Sache. So, als ob sie wüsste, dass Kathy etwas Dunkles zu verstecken versuchte, was ihr aber nicht ganz gelang.
Lisa verschwand." -> Hoppla, Stimmung kippt! Hat Fake-Kathy da wohl doch für einen Moment die Nerven verloren?

"„Kathy, jetzt ist's aber mal gut!“, zischte Kathy zu sich selbst, während sie die Tränen zurück zu halten versuchte.
„Jeder hat mal solche Phasen, das gehört einfach dazu.“, versuchte Jonas sie zu ermutigen.
„Doch nicht den ganzen Tag!“, sagte Kathy.
„Auch mal den ganzen Tag.“
„Atme einfach mal tief durch, das beruhigt“, sagte Ian." -> Wie schön, wenn man so verständnisvolle Freunde hat. Warum macht Laura sich eigentlich gar keine Gedanken mehr, jetzt, wo sie doch die Warnung von ihrem wundervollen Lehrer Peter gehört hat?

"„Kathy, was wolltest du uns eigentlich erzählen?“
„Ich habe eingesehen, dass es nichts bringt, dich zu ignorieren, Jonas. Ich habe versucht, meine Gefühle zu unterdrücken, aber es hat nicht geklappt, dann kam die Sache mit Frau Wolf und ich war einfach nur noch total fertig…“
„Du brauchst mir nichts zu erklären, ich kenne diese Situation.“
„Ich liebe dich, Jonas. Das ist mir klar geworden. Willst du mit mir zusammen sein?“
„Nichts lieber als das…“" -> Ja, das wünscht sich jedes Mädchen, nicht wahr? Mal in dieser Position zu sein, gegenüber dem Jungen, der ihr seine Gefühle gesteht und dann gnädigerweise nachzugeben. Ich kann es verstehen, gerade weil die meisten Jungs in diesem Alter nun mal Macho-Arschlöcher sind, die nur Sex wollen und sonst nichts mit Mädchen anfangen können. Keine Angst, das ist kein Schwarzweißdenken von mir und ich weiß, dass es längst nicht so häufig der Fall ist, wie es vielen in dem Alter vorkommt. Trotzdem, aus diesen Zeilen springt mir dieser innige Wunsch geradezu entgegen, sich wenigstens einmal gegenüber der person of interest in der Machtposition zu befinden. Das ist gleichermaßen süß, nachvollziehbar und in so einer Geschichte leider klischeehaft. Ich habe aber das Gefühl, dass du das mittlerweile selber so siehst. Diese Szene müsste man wahrscheinlich komplett umbauen. Dass die beiden zusammenkommen ist bestimmt von der Fake-Kathy so geplant, aber das kann dann ja doch ein bisschen mehr von ihr initiiert sein. Na ja, müssten wir dann notfalls mal drüber sprechen.

"Ian. Sarah, Laura und Kathys Schwester, die gerade doch wieder hereingekommen war, schauten erst perplex, dann ging das beglückwünschen los.
„Kathy, besser hättest du es nicht treffen können!“, rief Laura.
„Ehrlich, sie hat Recht! Jonas und ich sind schon seit Jahren beste Freunde, das kann nur gut gehen!“, rief Sarah.
„Mensch, das ist so klasse, meine Schwester hat nen Freund! Das find ich toll!“
„Lisa, du machst ja Luftsprünge!“
„Ich wollte schon immer, dass du einen Freund hast!“
„Ja, ist OK, ich habe es verstanden!“
Den Rest des Tages verbrachten sie damit, sich Filme anzuschauen und über ihre Lehrer zu reden. Als es schließlich 11 Uhr geworden war gingen alle erschöpft nach Hause und die meisten schliefen schnell ein." -> Jep, ab diesem Punkt schlafen die meisten Leser dann wahrscheinlich auch ziemlich schnell ein.

Alles in allem: Du hast es selbst schon gesagt, der Plot hängt fest und wer sich hier noch an die Anfangsszene erinnert, der fleht in Gedanken, dass sie doch irgendwann bald bitte wichtig werden möge. Extrem kürzen, den Fokus mehr auf das seltsame Verhalten von Fake-Kathy legen und das Liebesgedöns, wenn es denn wichtig ist, so gering wie möglich halten.

Antwort von Svenja2 am 28.08.2017 | 09:31 Uhr
Ja, ich weiß jetzt auch nicht mehr, warum ich das so einschläfernd eingebaut habe.
Dass da vieles nicht logisch ist, wusste ich ja schon, aber die Punkte, die du zusätzlich noch gefunden hast oder noch finden wirst, sind auch nochmal extrem hilfreich.
Spades (anonymer Benutzer)
26.08.2017 | 11:58 Uhr
Guten Morgen!

Ich hoffe wirklich, dass es in Ordnung ist, wie ich das jetzt hier mache. Aus irgendeinem Grund macht es gerade Riesenspaß. Ich kann aber mit Sicherheit sagen, dass ich mich noch immer sehr freue, diese Geschichte endlich in vollem Umfang lesen zu können, all das wiederzuerkennen, was du mir damals erzählt hast und dadurch zu merken, dass auch nichts von den coolen Momenten, die wir damals hatten, verloren gegangen ist - umso besser, denn wir hatten's wirklich schwer genug. Nun, wie dem auch sei, machen wir mal weiter mit dem ach so netten Lehrer, hihi.

"„Kathy, ist es dir aufgefallen? Irgendwie sah Frau Wolf fertig aus!“
„Die und fertig?“
„Doch, Sarah, sie sah irgendwie aus, als würde sie anfangen zu weinen.“
„Außerdem glaube ich, dass sie gelogen hat. So schnell rennt man doch nicht davon, wenn eine Konferenz ist, dann wäre sie vorher schon in Eile gewesen und das war sie erst, als der Mann kam“, stellte Sarah fest." -> Allmählich haben wir doch begriffen, dass mit Frau Wolf was nicht stimmt. Wie ich im vorigen Review schon angemerkt habe, besser wäre es, man würde die vier Klassenkameraden darüber übereinkommen lassen, dass sie es herausfinden würden. Und, wenn ich das jetzt hier lese, dann vielleicht erst, NACHDEM Frau Wolf die Klasse verlassen hat. Denn da plappert Laura ja los, da äußert sie ihre Gedanken. Es wäre für sie, Sarah, Kathy und Ian die perfekte Gelegenheit, darüber übereinzukommen, dass sie herausfinden wollen, was mit Frau Wolf los ist. Ich bemerke wieder mal: Bis auf Laura, Sarah und Kathy beteiligt sich niemand an der Konversation bezüglich der sich seltsam verhaltenden Frau Wolf. Also wäre es besser und wahrscheinlich auch glaubwürdiger, den Kreis derjenigen, die das wirklich kümmert, auf die drei bzw. die vier, wenn man Ian mit einbezieht, einzugrenzen.

"In diesem Moment kam ihr Deutschlehrer zur Tür herein." -> Wieso das denn? Die Stunde, die eigentlich Frau Wolf hätte leiten müssen, hat doch gerade erst begonnen.

"„Was ist denn hier passiert? Ihr seht alle so erschrocken aus“, fragte er, als er die Gesichter der Schüler sah." -> Gerade hab ich noch gedacht, er wäre vielleicht als Vertretung gerufen worden, weil seine Kollegin so dringend zu irgendeiner dubiosen Konferenz musste. Aber dann hätte er sich doch denken können, dass alle verwirrt sind?

"Die gesamte Klasse war sich darin einig, dass man Peter vertrauen konnte." -> Davon gehe ich aus, wenn sie ihn so selbstverständlich mit Vornamen anreden dürfen. Vielleicht darauf noch mal kurz eingehen, schließlich ist so was nicht alltäglich.

"Bei ihm hatten sie immer Spaß und auch nach Stunden von Frau Wolf, die ihre Schüler gern bis aufs Blut quälte kamen die Schüler doch immer gut gelaunt zu Peter und wenn dies mal nicht der Fall war, hatten sie ihre gute Laune spätestens nach dem Unterricht." -> Schön, dass es solche Lehrer auch noch gibt. Vielleicht könnte er der guten Wolf mal ins Gewissen reden?

"Sie erzählten Peter, was am heutigen Tag vorgefallen war und wie Frau Wolf sich verhalten hatte." -> Am heutigen Tag? Das hat doch höchstens ein paar Minuten gedauert. Ich würde "am heutigen Tag" durch "gerade eben" oder etwas in der Art ersetzen.

"Als sie geendet hatten, sagte Peter:
„Das ist gar nicht so einfach. Normalerweise kann sie nichts und niemand aus der Bahn werfen. Dass sie jetzt eine Konferenz hat, das kann ich nicht glauben, das wüssten wir alle…“" -> Damit wäre die Vertretungstheorie endgültig vom Tisch. Jetzt kommt mir ein Gedanke: Kann es sein, dass sich hier ein Zeitsprung vollzogen hat? Dass die Stunde, die eigentlich Frau Wolf hätte leiten sollen, längst zu Ende ist und der nette Deutschlehrer hätte jetzt eigentlich ganz regulär seinen Unterricht beginnen wollen. Kann das sein? Dann aber frage ich mich, ob ernsthaft die ganze Klasse 45 Minuten lang wie vom Blitz getroffen da sitzt, nur, weil eine Lehrerin sich komisch verhalten hat?!

"„Denkst du etwa, sie lügt uns an?“
Kathy schrie die Worte fast." -> Ähm... Kathy hat nicht zufällig ohne das Wissen des Lesers heute Morgen Speed probiert? Nein?

"„Nein, das habe ich nicht gesagt und das glaube ich weniger. Ich denke eher, dass sie etwas vor euch verbirgt, es muss etwas größeres sein, wie gesagt, man kann sie nicht so einfach aus der Bahn werfen.“" -> Klingt nach einer logischen Überlegung. Ich würde nur sagen, dass es anstelle des Lehrers unklug ist, vor den Schülern zu äußern, dass die Lehrerin möglicherweise etwas vor ihnen verbirgt. Bedenke: So nett und freundschaftlich der Lehrer auch sein mag, es sollte ihm trotzdem daran gelegen sein, seine und die Autorität seiner Kollegen zu wahren.

"Die meisten aus der Klasse ließ das unberührt," -> na bitte, da haben wir's doch.

"nicht aber unsere vier." -> Warum nicht gleich so? ;-)

"Ian schaute Peter erwartungsvoll an, Sarah staunte, Laura wirkte nachdenklich und Kathy, die als eine der härtesten aus der Klasse galt, brach in Tränen aus." -> Die Drogentheorie wird immer wahrscheinlicher... Spaß beiseite. Ich weiß ja mittlerweile, dass Kathy nicht sie selbst ist. Trotzdem, warum muss das so eine Heulsuse sein? Ich glaube, mir ist klar, dass du hier auf die Diskrepanz zwischen der eigentlichen Kathy - die ja nicht da sein kann, weil sie ja im ersten Kapitel entführt worden ist - und der Kathy, die wir hier vorgesetzt bekommen, hinweisen willst. Leider geschieht das ein bisschen zu plump: Dass eine wegen einer Lehrerin zu weinen anfängt - und zwar richtig, nicht einfach nur ein bisschen - ist in meinen Augen höchst unrealistisch. Da müsste Kathy schon irgendeinen ganz engen Bezug zu Frau Wolf haben, was weiß ich, sie müsste z. B. herausgefunden haben, dass Frau Wolf eigentlich ihre totgeglaubte Tante ist, aber sie traut sich nicht, sie drauf anzusprechen. Allerdings kommt das in der ganzen Geschichte nie zur Sprache, es ist einfach nur ihre Lieblingslehrerin. Hast du in unserer Schulzeit mal erlebt, dass jemand geheult hat, weil die Lieblingslehrerin krank war? Na gut, zugegeben, auch an unserer Schule wurden Drogen verkauft. Wie auch immer, wenn Kathy eine der härtesten in der Klasse ist, könnte sich das Missverhältnis zwischen ihrem normalen und dem jetzigen Verhalten schon allein dadurch zeigen, dass sie ihre Sorgen überhaupt laut äußert. Die normale Kathy hätte ja ihre Sorgen z. B. komplett verstecken und laut behaupten können, dass es für das alles bestimmt eine ganz einfache Erklärung gibt. Nur als Vorschlag.

"Peter nahm sie in den Arm und sagte:
„Ich weiß, dass dich das am meisten trifft, weil sie deine Lieblingslehrerin ist…“
„Sie hätte was sagen können…“, flüsterte Kathy unter Tränen, worauf Ian begann zu lachen." -> Tut mir leid, hätte ich auch gemacht an seiner Stelle.

"„Ian!“, rief Laura und alle außer Kathy schauten ihn böse an." -> Wie schön, offensichtlich genießt der alte Lehrerkarikaturen-Sprayer doch keine diplomatische Immunität.

"Jetzt hatte der Rest der Klasse aufgehört sich zu beschäftigen und alle sahen jetzt voller erstaunen, gleichzeitig auch voller Angst zu Kathy, noch nie hatten sie erlebt, dass sie weinte." -> Voller Angst ist vielleicht ein wenig übertrieben, ansonsten gut gemacht, das denke ich auch, dass das in so einer Situation passiert wäre.

"„Sollen wir rausgehen?“, fragte Peter, dem das alles ziemlich unangenehm zu sein schien.
Da Kathy unter Tränen nicht sprechen konnte nickte sie nur und sie und der Lehrer verließen die Klasse." -> Wieso ist Peter das denn unangenehm? Wenn er mit so ner Situation als Pädagoge nicht umgehen kann, hat er seinen Job verfehlt. Oh Gott, sie kann unter Tränen nicht sprechen... bitte, wo gibt's noch mehr Drama?!

"Alle waren fassungslos. So etwas hatte es noch nie gegeben." -> Das wissen wir doch jetzt. Belasse es am besten bei dem ersten Satz, den zweiten kannst du streichen.

"„Meint ihr, sie beruhigt sich wieder?“, fragte Jonas.
„Ich weiß es nicht, es scheint sie total getroffen zu haben“, meinte Sarah, aber Laura widersprach ihr:
„Kommt dir das nicht seltsam vor? So eine harte Frau und auf einmal das? Irgendwas stimmt nicht, glaube ich.“" -> War ja klar, dass Mary Sue wieder das Gras wachsen hört.

"„Ach komm, jetzt mal doch nicht gleich den Teufel an die Wand!“, sagte Jonas.
Laura sollte mit ihrer Andeutung Recht haben und es war ein großer Fehler, dass weder sie noch die anderen diesem Gefühl nachgingen." -> Gaaaaaah! Warum verätst du denn schon alles? Das hätten wir Leser doch selber rausfinden wollen!

"Stattdessen fragte Sarah:
„Warum war Peter eigentlich schon hier? Eigentlich hätten wir ihn doch erst in der 2. Stunde?“" -> Ja, endlich fällt's mal jemandem auf! Also doch kein Zeitsprung. Zumindest habe ich nichts übersehen.

"„Tja, die Wolf ist zu spät gekommen, das hat aber irgendwie noch nicht mal Kathy gemerkt und ja, das mit den Heften und der Unterredung hat ja lange gedauert, HMMM ist es nicht eigentlich egal?“" -> Echt? Sie ist zu spät gekommen und es hat lange gedauert? Für mich waren das nur ein paar Minuten.

"„Schon, aber…“
„Frag nicht! Dann haben wir ihn eben länger!“, rief Ian freudig, der gerade Peter als Engel mahlte." -> Alles klar, während Peter mit Kathy draußen ist und alle noch ganz verstört gucken, springt Ian fröhlich auf und malt Peter als Engel. Der Junge ist echt schmerzbefreit.

"„Ja, du hast Recht“, sagte Laura, die gerade das Bild sah, „Peter ist ein Engel.“
„Laura Liselotte Schmidt, bist du etwa verliebt?“
„Sarah! Ich habe dir doch gesagt, du sollst meinen vollen Namen nicht nennen und nein, bin ich nicht, er ist nur mein Lehrer.“" -> Wer's glaubt, wird selbst ein Engel. Und natürlich muss Mary Sue einen völlig bescheuerten Namen haben, den man abkürzen muss, damit sie sich nicht vollends der Lächerlichkeit preisgeben muss. Okay, letzteres kann man so lassen, es ist ein Klischee, das ich persönlich nervig finde, aber doch immerhin recht beliebt zu sein scheint. Ich meine, die wenigsten sind mit ihrem Namen zufrieden, so erkennt man als Leser dieses Problem wieder, wenn es der/die Held/in ebenfalls hat und kann sich besser mit ihm/ihr identifizieren.

"„Na gut. Wow, die beiden sind schon ne halbe Stunde weg.“" -> Ach so. Na dann will ich nichts gesagt haben. Aber vielleicht könnte man schon vorher deutlich machen, dass es gerade länger dauert, dann erscheint es auch realistischer, dass gerade die ganze Klasse unruhig wird und Ian die Gelegenheit nutzt, um seinem Hobby nachzugehen.

"Gerade als Jonas das ausgesprochen hatte, kam Peter wieder in die Klasse.
„Wo ist Kathy?“, fragte Laura besorgt.
„Sie hat sich abmelden lassen, es hat sie ziemlich erwischt," -> Tja, man hätte sie wohl warnen sollen. Nicht jeder verträgt Speed... tut mir leid, aber es fällt mir gerade sehr schwer, diese Fake-Kathy ernstzunehmen.

sie lässt dir, Laura, Sarah, Ian und Jonas ausrichten…“
„Mir auch?“ -> Nein, dir nicht, du hast nur zum Spaß deinen Namen gehört. Sorry, dass ich das so sagen muss, aber das wäre eher die typische Reaktion eines Mädchens in diesem Alter gewesen. Der Großteil der Jungs in diesem Alter macht so was mit sich aus, würde sich zwar darüber freuen, genannt zu werden, das aber nicht zeigen. Ausnahmen gibt's immer, aber das wirkt in meinen Augen sehr konstruiert.

„Ja, sie lässt euch ausrichten, dass ihr sie heute Nachmittag besuchen kommen solltet, ich weiß, dass es wirklich ernst ist und sie braucht euch.“ -> Weil ihre Lieblingslehrerin sich abgemeldet hat. Ja nee, is klar.

"„Aber sonst hat sie mich nicht beachtet!“" -> Verhalten eher typisch für ein Mädchen. Tut mir leid. Das soll das weibliche Geschlecht nicht herabwürdigen, denn es hat sehr wohl seine Vorteile, so offen über das zu sprechen, was man gerade empfindet und ich glaube, viele Männer wünschten sich, sie könnten es.

"„Das denkst du“, sagte Peter lächelnd.
„Was?“
„Frag nicht weiter“, sagte Laura." -> Natürlich muss Mary Sue wieder eingreifen. War ja klar.

"„Laura, ich würde gern kurz mit dir reden, komm bitte mit raus. Ihr anderen dürft machen was ihr wollt.“
„Was ist denn passiert?“
„Es ist wegen Kathy.“
„Na gut, Leute wir sehen uns in der Pause.“
Mit diesen Worten drehte Laura sich um und ging mit dem Lehrer aus dem Raum." -> Mary Sue-Privilegien zu haben ist schon wirklich was Tolles, nicht wahr! :-D

"„Kannst du etwas für dich behalten?“
Diese Frage wunderte Laura. Was war so geheimnisvoll an Kathy, das nur für sie bestimmt war?" -> Ach komm schon, Kathy benimmt sich schon den ganzen Vormittag seltsam und Laura fragt sich, was so geheimnisvoll ist? Warum es nur für sie bestimmt ist, darüber wundere ich mich ebenfalls. Gut, aber das hast du ja selbst schon angemerkt, also halte ich mich hierzu geschlossen.

"„Ja klar…“, antwortete sie verwundert." -> Wir haben gerade eben schon gelesen, dass sie verwundert ist.

"„Als ich Kathy nach Hause gebracht habe," -> Er hat sie nachhause gebracht?! Da muss sie aber ganz um die Ecke wohnen, wenn er das in weniger als einer halben Stunde schafft. Außerdem, der Typ muss ja optimistisch sein, seinen Lehrplan durchzukriegen, wenn er für so was Zeit hat.

"ist mir in ihren Augen etwas Seltsames aufgefallen. Sie waren nicht blau wie immer, sondern da war etwas Teuflisches in ihnen. Etwas, das nicht zu ihr passt. Ich möchte dich warnen. Schau ganz genau auf dein Umfeld und wenn dir etwas seltsam vorkommt, gehe dem ganz genau nach. Es könnte sein, dass in den nächsten Tagen etwas Schlimmes geschieht.“
„Aber, woher wissen sie das?“, fragte Laura erschrocken.
„Es ist nur so ein Gefühl. Es kann natürlich auch falsch sein, aber ich muss dich sicherheitshalber warnen.“" -> Du meine Güte, ich krieg Kopfschmerzen. Er ist Pädagoge, er hat einen wunderbaren Draht zu seinen Schülern! Wenn er gemerkt hat, dass etwas mit Kathy nicht stimmt, während er sie verdammt noch mal nachhause gebracht hat, warum hat er dann nicht versucht, dem auf den Grund zu gehen?! Und sollte er das doch getan haben und er hat es nur nicht erzählt - ja, dann hätte ich als Leser doch lieber das erfahren, anstatt diese langweilige Szene in der Klasse. Das wäre echt eine Möglichkeit, um dem Ganzen ein bisschen Schwung zu verleihen. Peter bemerkt auf dem Heimweg dieses Teuflische in Kathys Augen. Er versucht, Kathy durch geschicktes Fragen auf den Zahn zu fühlen, doch sie stellt sich dumm, was ihn noch stutziger macht.

"„Na gut… Danke.“
Instinktiv wusste sie, dass ihr Lehrer Recht hatte. Ohne ein weiteres Wort drehte sie sich um und ging wieder in die Klasse. Mit einem flehenden Blick zeigte sie den anderen, dass sie keine Fragen gestellt bekommen wollte." -> Mary Sue auf großer Mission. Das ist natürlich alles absolut dramatisch!

Alles in allem: Wir haben den Lehrer Peter kennengelernt, der mit Sicherheit noch wichtig wird und selbstverständlich auf Anhieb jedem sympathisch ist. Auch deswegen, weil er nicht allzu perfekt ist, schließlich hat er keinesfalls den vollen Durchblick. Er setzt sich zwar für alle ein, kann aber dennoch nicht verhindern, dass irgendetwas Schlimmes sich anbahnt, selbst, wenn er meint, es zu erkennen. Das Ganze bleibt leider sehr stark an der Oberfläche. Es wird mit übertriebenen Gefühlsregungen und scheinbar seltsamen Verhaltensweisen um sich geworfen, die Erzählstimme wird nicht müde, den Leser darauf hinzuweisen, dass er sich bitte ganz viele Sorgen um unsere Helden machen muss, weil bald etwas ganz Schlimmes passieren wird. Da die Erzählstimme allerdings die einzige Präsenz in dieser Geschichte ist, die sich wirklich große Sorgen macht, während alle anderen sich wahlweise wundern, die Tafel vollschmieren, heulen oder ihnen sowieso alles egal ist, ist das leider wenig ernstzunehmen.
Tipp: Weniger erzählen und mehr zeigen. Kathys seltsames Verhalten ist ein guter Anfang, aber leider zu überzogen. Statt dass sie in Tränen ausbricht, könnte sie davon sprechen, dass sie sich Sorgen macht. Keiner könnte das so richtig verstehen, weil doch Kathy sonst nicht so ist. Dann könnte sie vor Peter behaupten, ihr sei schlecht und sie wolle nachhause. Peter würde sie nachhause bringen und das Teuflische in ihren Augen bemerken. Und bitte, wir Leser würden dann DAS gerne sehen und nicht die sinnlose Diskutiererei in der Klasse. Weniger zu erzählen und mehr zu beschreiben würde ich dir übrigens für die gesamte Geschichte raten. Die Erzählstimme muss uns nicht sagen, dass wir mit etwas Schlimmem zu rechnen haben, wenn es die Zeichen innerhalb der Geschichte bereits zeigen.

Antwort von Svenja2 am 28.08.2017 | 09:25 Uhr
Ja, vor Mary Sue Alarm hab ich ja schon großzügig gewarnt^^
Stimmt, dieses show, don't tell sollte ich allgemein mehr machen, nicht nur in der Geschichte. An der Umsetzung haperts aber noch, da sind deine Tipps Gold wert. <3
Spades (anonymer Benutzer)
25.08.2017 | 20:58 Uhr
Es macht gerade wirklich großen Spaß, also weiter:

"Als Laura an diesem Tag in die Schule ging, wusste sie ganz genau, dass etwas anders sein würde." -> Woher?

"Da sie aber nicht wusste, was es war, verwarf sie den Gedanken" -> Dann hätte man ihn auch gar nicht erwähnen brauchen.

"und versuchte ihrer Freundin Sarah zuzuhören, die ihr gerade die Mathehausaufgaben erklären wollte." -> Vielleicht, dass ihr der Gedanke ständig im Kopf herumkreist und sie sich deshalb nicht konzentrieren kann? Das würde doch besser passen, findest du nicht auch?

"„Weißt du, das ist eigentlich nicht so schwer. Die Formel ist A mal A gleich A^2. So weit verstanden?“
„Schon, aber…“
In diesem Moment stürmte Kathy wutentbrannt in die Klasse und direkt auf Ian zu, der gerade Lehrerkarikaturen an die Tafel mahlte." -> "malte" ohne "h". Ansonsten... äh, what the fuck?

"„Ian, wie oft soll ich dir eigentlich noch sagen, dass du keine Lehrerkarikaturen an die Hauswände sprühen sollst?“" -> Lehrers Liebling, oder was? Mag ja sein, dass sie das doof findet, aber darüber gleich wutentbrannt zu sein, ist das nicht ein bisschen übertrieben?

"„Hä?“" -> Ja, genau, das dachte ich auch grade.

"„Frag nicht so blöd! Sogar die olle Weber hat gemerkt, dass das, was da an der Hauswand ist nicht irgendein Bild ist, sondern eins von Herrn Laufer, wie er einen Schlapphut, der ihm über beide Ohren geht mit sich herumträgt, der auch noch aussieht, als wäre er aus den 80s!“" -> Du meinst die Achtziger, stimmt's? Das würde ich dann auch so schreiben. Die "Eighties" hören sich zwar gesprochen ganz cool an, im Text liest sich's aber meiner Meinung nach ein bisschen komisch, außerdem glaube ich nicht, dass ein Teenager das so sagen würde. Na gut, ist auch wieder mal Ansichtssache, aber es würde sich zumindest besser in den Lesefluss fügen.

"„Hey Kathy!“, schaltete sich Laura ein, „Der arme Junge hat doch zu Hause nichts anderes zu tun, als Graffiti zu kaufen" -> Was? Er kauft Graffiti?! Seit wann geht das denn?

"und dann, wenn keiner es sieht, es an die Wände der Schule zu sprühen! Achja, dann kombiniert er es auch noch und sprüht nicht irgendwas, sondern die schönsten Lehrerkarikaturen, die ihm einfallen, denn das ist ja sein größtes Hobby." -> Irgendwie klingt Laura gerade wie eine Mischung aus dem Moralapostel persönlich und einer neunmalklugen alten Oma.

"Außerdem hat Frau Tiz letztens gesagt, dass du als Klassensprecherin zwar…“
„Ich weiß selber ganz genau, dass ich dem armen Jungen zu seinen Pausenbroten bringen muss, weil er sich sonst auf unserem 2 Quadratmetergroßen Schulhof auch noch verläuft, wobei er doch nur gerade aus laufen muss, um zur Essensausgabe zu gelangen, aber er ist ja noch soooo klein, dass er es allein nicht schaffen wird, also bemuttert Frau Tiz ihn." -> Okay, das war jetzt wirklich witzig. Und irgendwie wird mir Kathy gerade sympathisch.

"Ich sage ja schon immer, dass Frau Wolf ihn genau richtig behandelt…“
„Kathy, Kathy, Kathy, was machst du nur für Sachen?“, fragte Sarah." -> Kathys Meinung entspricht allem Anschein nach nicht der in der Geschichte vorherrschenden und in diesem Universum gewünschten Grundansicht, deshalb wird sie fertiggemacht. Schweres Los.

"„Hatten wir zwei hübschen uns nicht darüber geeinigt, dass du erstens unseren armen kleinen Ian in Ruhe lässt und zweitens aufhörst, so über Frau Wolf zu reden?" -> Wie redet sie denn über Frau Wolf?

"Ach, Ian, du könntest dich nützlich machen, mach doch mal bitte ein Bild von Frau Wolf, das sieht bestimmt cool aus!“" -> Wie ich schon sagte, die Grundansicht dieser Geschichte, die hier vorherrscht wie eine politische Meinung: Lehrer sind doof, Ian ist cool und jeder, der was anderes denkt, wird gelyncht. Übrigens: Wieso heißt jemand an einer deutschen Schule eigentlich Ian? Eingewandert? US-Amerikansiche Wurzeln? Exzentrische Eltern? Alles in Ordnung, aber dann wäre es doch ganz nett gewesen, wenn das erklärt worden wäre.

"Aber gerade als Sarah dies ausgesprochen hatte, kam auch schon besagte Lehrerin durch die Tür herein." -> Schock!

"Sofort wurde es so still, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören können.
Die Lehrerin wartete darauf, dass alle auf ihre Plätze gingen. Da man aber daran gewöhnt war nur etwas zu tun, wenn sie es sagte, blieben alle stocksteif dort stehen, wo sie gerade standen" -> Dazu hast du ja selbst schon was gesagt.

"und Frau Wolf sagte:
„Guten Morgen, liebe Klasse!“
„Guten Morgen liebe Frau Wolf!“, sagte die Klasse im Chor." -> Sprechen trauen sie sich also noch.

"„So, nun möchte ich, dass ihr hier nicht wie Kraut und Rüben steht sondern schön auf eure Plätze geht! Ist das klar?“
„Ja, Frau Wolf“, antworteten die, die noch wild in der Gegend herumstanden und setzten sich." -> Na, immerhin hat sie die Schüler endlich von ihrem Bann befreit. Wie großzügig!

"„Nun holt mal eure Hefte raus, ich möchte eure Hausaufgaben sehen!“
Da passierte zum ersten Mal an diesem Tage etwas, das ungewöhnlich war. Normalerweise lies Frau Wolf einen nach dem anderen nach vorne kommen und sah die Hefte durch" -> Ich denke, du willst du damit auf ihre despotische Art, zu unterrichten, hinaus, indem sie bei jedem einzelnen vor der gesamten Klasse seine erledigten Aufgaben und vor allem seine Fehler durchexerziert. Trotzdem ist das leider unrealistisch, da es die ganze Stunde in Anspruch nehmen würde. Wenn überhaupt, würde ich es so machen, dass sich Frau Wolf jede Stunde 2-3 einzelne Opfer rauspickt, die dann vorne alles durcharbeiten müssen.

"diesmal erhob sie sich und sammelte alles selbst ein." -> Weitaus zeitsparender und sinnvoller.

"Auf die fragenden Blicke der Schüler hin sagte sie:
„Ich werde mir die Hefte zu Hause durchsehen, ich möchte mal sehen, ob ihr sie auch ordentlich habt und das kann ich nur, wenn ich sie alle habe! Dann sehe ich auch, wer schludert und wer sich nicht an die Regeln hält!“" -> Verstehe. Hinweis auf die Lehrer-Bosheit, die sie normalerweise an den Tag legt, dennoch ungewöhnlich für sie, da sie die Hausaufgaben ja normalerweise im Unterricht bespricht.

"Gerade, als sie geendet hatte klopfte es an die Tür.
„Herein!“
„komisch“, flüsterte Laura Sarah zu, „Normalerweise lässt sie keinen herein und irgendwie verhält sie sich seltsam.“
„Vor allem“, flüsterte Sarah zurück, „Sie hat Ians Karikaturen noch nicht gesehen, normalerweise entgeht ihr doch nichts, oder?"
„Vielleicht hat sie Tomaten auf den Augen?“, flüsterte Kathy." -> Das war jetzt bitte kein ernst gemeinter Kommentar, liebe Kathy, oder?

"Alle schenkten ihre Aufmerksamkeit" -> Das Wort "schenken" finde ich hier unpassend, ich würde eher so was schreiben wie: "Sie richteten ihre Aufmerksamkeit wieder auf Frau Wolf". Jemandem seine Aufmerksamkeit schenken hat viel mit Wertschätzung zu tun und die bringen sie ihrer Lehrerin ja nicht gerade entgegen.

"„Danke, Herr Setz, ich bin ihnen zu Dank verpflichtet.“
So etwas hatte Frau Wolf noch zu niemandem gesagt, etwas war nicht in Ordnung, das wussten alle jetzt und so kam die Klasse stillschweigend überein, dass sie es herausfinden würden." -> Wie schön, dass die ganze Klasse so gut zusammenhält... Spaß beiseite. Kann es nicht auch heißen, dass Laura, Sarah und Kathy sich vielsagende Blicke zuwerfen und darüber stillschweigend übereinkommen? Dass die ganze Klasse das denkt, ist wenig glaubwürdig, da wir bis jetzt nur vier ihrer Mitglieder überhaupt kennengelernt haben. Wenn man's mal ganz genau nimmt, könnte es dem Rest ja auch vollkommen egal sein, was mit der ollen Wolf los ist.

Alles in allem: Das ist, wie auch schon im vorigen Kapitel, eine Szene, die viel zu dick aufgebläht ist. Viel Geschreibe mit wenig Inhalt. Kürzen, kürzen und noch mal kürzen. Dass Frau Wolf sich seltsam benimmt, haben wir alle verstanden, die typischen Klassenstreitereien auch, wer Herr Setz ist, ich glaube, das wollen wir alle gerne wissen und vor allem, warum Frau Wolf ihm "zu Dank verpflichtet" ist. Vielleicht wär's auch noch ganz hilfreich, zu erfahren, wie Frau Wolf sich normalerweise verhält - ein Flashback oder so ist da gar nicht so schlecht oder auch nur die kurze Erinnerung an eine konkrete Situation. Denn ansonsten hat der Leser keinen Vergleich und steht wie der Ochs vorm Berg. Wir wissen zwar, dass wir Frau Wolfs Verhalten merkwürdig finden sollen, weil uns die Helden der Geschichte ganz eifrig dazu auffordern, aber wir verstehen nicht, warum. Das hätte man als Leser dann doch gerne anders.

Gut, jetzt war's das erstmal für heute, aber wenn es für dich so okay ist, mache ich mit den folgenden Kapiteln genauso weiter. Bis dahin, mach's gut!

HDL, dein/e Spades

Antwort von Svenja2 am 28.08.2017 | 09:16 Uhr
Hiho,

Ich wusste gar nicht, dass man Graffiti nicht kaufen kann.
Deine Kommentare sind so göttlich und gleichzeitig hilfreich <3 das macht Spaß zu lesen!
Ich sag ja, ich litt damals an Langzieheritis und anscheinend auch an Aufbläheritis :D
hdl Svenja
Spades (anonymer Benutzer)
25.08.2017 | 20:07 Uhr
Und das nächste gleich hinterher, ich bin so frei^^

"„Zum Glück habe ich eine Taschenlampe dabei.“, ging es ihr durch den Kopf und sie öffnete die Tür.
Als ihre Augen sich an das Dunkel gewöhnt hatten," -> Augenblick, ich dachte, sie hat eine Taschenlampe dabei?
"stand sie eine Weile da und sah sich um. Rechts und links von ihr zweigten weitere Gänge ab und vor ihr ging es ebenfalls gerade aus. Es sah aus, als hätte sie das Zentrum eines kreuzförmigen Gebäudes erreicht und sie wusste nicht, wie sie weitergehen sollte." -> Coole Idee, dieses Gebäude. Ich muss in meiner Vorstellung zwar ein paar Details ergänzen, trotzdem passt mir die Beschreibung. Ohnehin habe ich das Gefühl, dass dir bei Träumen das Beschreiben leichter fällt, als bei Szenen, die in der Realität stattfinden, kann das sein?

"„Ich weiß einfach nicht mehr weiter“, sagte eine etwa 17Jährige" -> ein etwa 17-Jähriges Mädchen würde hier schöner klingen. Oder besser noch, schreib die 17 als Wort, also "ein etwa siebzehnjähriges Mädchen". Das macht sich in Verbindung mit einem Wort meist besser. Anders natürlich, wenn du eine Uhrzeit, eine Längen- oder Größenangabe, eine größere Menge oder eine Entfernung im Text nennst.

"„Du solltest mit deinen Freunden darüber reden und versuchen, die Sache so gut es geht zu verarbeiten“, sagte eine ältere Frau. Ihre Stimme war etwas tiefer und hatte etwas Weises an sich." -> Oh, interessant. Da bin ich gespannt, was es mit dieser Frau auf sich hat.

"„Er hat mich einfach verlassen, dabei hatte er mir einen Tag vorher noch gesagt, wie sehr er mich liebte! Aber dann hab ich ihm so furchtbar wehgetan und alles war vorbei…“
Sie konnte nicht mehr weiter sprechen, aber als sie geendet hatte, konnte Laura die beiden plötzlich sehen. Die ältere Frau hielt die andere in den Armen, während diese sich fallenlies und hemmungslos schluchzte. Laura konnte nicht genauer erkennen, wie die beiden aussahen, denn plötzlich sah sie nur noch deren Umrisse. Sie konnte deutlich hören, dass die eine sich zu beruhigen schien und flüsterte:
„Er war mein Leben…“" -> Ach ja, das kenne ich noch, dieser übertriebene Herzschmerz, wenn man verlassen wurde oder mit jemandem Schluss gemacht hat, weil der oder die sich in irgendeiner Weise nicht korrekt verhalten hat. Da war dann immer gleich alles ganz furchtbar schlimm! Klinge ich gerade selbst wie eine alte Oma? Wie lange ist es eigentlich her, dass wir in der Pubertät waren? Mann, mittlerweile kommt mir dieses ganze Geheule komplett absurd vor! "fallenlies" = fallenließ, also mit ß.

"Da drehte sich die ältere Frau plötzlich um und Laura konnte sie ganz genau sehen.
Sie war groß und schlank. Ihr Gesicht war zwar faltig, aber trotzdem schön. Ihre Haare waren schon grau und hingen ihr locker über die Schulter. Sie trug nichts weiter als einen langen, weißen Umhang, der ihr bis zu den Knien reichte. Auf eine Art, die Laura sich nicht erklären konnte, faszinierte die Frau sie." -> Mich auch. Der alte und weise Charakter, der in einer Geschichten den Protagonisten auf die Sprünge hilft, mag zwar ein Klischee sein, aber mir gefällt es und diese alte Frau ist echt gut beschrieben.

"„Wir beiden werden unsere Zeit noch haben. Dieses Bild, das du gerade gesehen hast, stammt aus deiner Zukunft. Denn irgendwann sehen wir uns wieder und bis dahin wirst du verstehen, was es mit mir auf sich hat. Nun aber musst du uns allein lassen, denn ich muss ihr helfen, darüber hinweg zu kommen, deine Zeit wird kommen, schneller als du vermagst es dir vorzustellen und dann wirst du verstehen.“ -> Zuletzt hätte ich das Ganze nicht in so vielen Nebensätzen geschrieben, da das ein bisschen gehetzt wirkt. Ansonsten spricht die alte Frau genauso, wie man es erwartet hätte. Scheint so etwas, wie eine Beschützerin der verletzten Seelen zu sein. Wirklich, sie gefällt mir. Warum nur kommt sie in der gesamten folgenden Geschichte nie wieder vor?!

"„Aber was…“
Laura hatte kaum angefangen zu sprechen, da verschwanden die beiden und Laura sah, wie der Raum um sie immer kleiner wurde, dann wachte sie auf."" -> Ja, so läuft es oft wirklich beim Träumen. Wieder mal cool beschrieben.

Den Rest lasse ich unkommentiert, weil du dazu schon das Entsprechende gesagt hast. Nur zum letzten Satz: Ich denke, du wolltest damit darauf hinweisen, welche Funktion dieser Traum hat. Aber ganz im Ernst: Er kann es sich denken. Es ist ersichtlich aus Sätzen wie: "Deine Zeit wird kommen" und "dann wirst du verstehen". Das heißt, nicht nur kann man den letzten Satz weglassen, man kann hier auch komplett auf das Foreshadowing verzichten und stattdessen beschreiben, wie Laura der besch...eidene Traum einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen will.

Alles in allem: Für ein Kapitel viel zu wenig Handlung. Da würde ich lieber noch ein wenig kürzen und stattdessen die Handlung aus dem nächsten Kapitel dahinter packen. Aber du meintest ja selbst schon, dass der Plot hier sehr langsam ins Rollen kommt. Das finde ich auch, ich würde also sagen, ab hier kann man sehr großzügig kürzen. Die alte Frau gefällt mir wirklich gut, die wäre mir um einiges lieber gewesen, als der Engel Kira, der entweder auch böse ist und ich habs nicht gemerkt oder aber, der bzw. die einfach wirklich ne komplette Nulpe ist, was Laura und co. leider viel zu spät merken. Aber darauf werde ich später noch genauer eingehen, es war an dieser Stelle nur einfacher, vorzugreifen. Jedenfalls die Traumsequenz selbst ist schön beschrieben und wie gesagt, dass das eine Vision ist, kann jeder sich denken, der Text richtig liest. Also, kann man ruhig beibehalten, nur, kürzen.

Antwort von Svenja2 am 28.08.2017 | 09:10 Uhr
Erstmal vorweg, ich werde nur die Reviews kommentieren, zu denen mir was einfällt, den Rest nehme ich so zur Kenntnis und freu mich tierisch darüber.
Mit der alten Frau habe ich noch was vor, deswegen kam sie in dem Teil scheinbar nicht mehr vor.
Was Kira angeht, das wird auch noch aufgelöst, Stichpunkte dazu habe ich noch.
Spades (anonymer Benutzer)
25.08.2017 | 19:40 Uhr
Also, dann wollen wir mal:

"Als Kathy auf die Straße ging, hatte sie ein ungutes Gefühl, aber sie konnte nicht sagen, weshalb, denn es war ein ganz normaler Tag.
Die Sonne schien und es wehte ein leichter Wind. Die Vögel sangen fröhlich in den Bäumen und es roch nach Blumen." -> Anfang ist doch schon mal gar nicht so schlecht. Ungutes Gefühl vs. diese übertriebene Idylle ist zwar ein bisschen klischeehaft, aber dennoch in meinen Augen cooles Foreshadowing.

"Kathy beschloss, ihr Gefühl zu ignorieren und bog um eine Ecke, nach der sie in einer Gasse angelangt war. Dort wohnte ihr Klassenkamerad, Jonas, den sie besuchen wollte.
Gerade, als sie einmal kurz stehen blieb, um sich umzusehen, bemerkte sie einen Schatten hinter sich." -> Das Gefühl ignoriert hätte ich wahrscheinlich auch. Schließlich ist sie ein Charakter dieser Geschichte und nicht der Autor, der den Plot kennt und weiß, dass gleich was schlimmes passieren wird. Ist also insofern logisch, ABER: Warum bleibt sie dann stehen, um sich umzusehen?

"„Jonas? Bist du das?“" -> Wieso sollte es Jonas sein? Sie will ihn doch besuchen, da macht es keinen Sinn, wenn er sich plötzlich von hinten anschleicht.

"Sie bekam keine Antwort, also wartete sie" -> Warum?!!!

"was ihr zum Verhängnis werden sollte." -> Welch eine Überraschung.

"Plötzlich spürte sie, wie sie jemand von hinten packte. Sie versuchte sich loszureißen, aber jeh mehr sie sich wehrte, umso fester wurde der Griff." -> "je" ohne "h", ansonsten... puh! Das ist eine Situation, die Angst macht, in die niemand kommen möchte. Der Angreifer von hinten, man sieht ihn nicht und kann ihn deshalb nicht einschätzen, jeder Versuch, sich zu wehren, scheitert. Hieran nichts auszusetzen, gefällt mir.

"„Du kommst jetzt gefälligst mit, oder ich werde dich auf der Stelle töten!“" -> Das hätte ich noch ein bisschen reißerischer formuliert, so im Stil von "Eine falsche Bewegung und du bist tot!", aber ansonsten klasse.

"„Was haben sie mit mir vor?“, fragte Kathy zitternd vor Angst." -> Auch ein beliebtes Stilmittel. Der in Not geratene Charakter fragt seinen Peiniger, was er oder sie vorhat bzw. verspricht, dass er oder sie damit nicht durchkommen wird. Nicht, dass man als Charakter darauf eine ernsthafte Antwort erwarten darf, aber es unterstreicht die Hilflosigkeit, daher, gut so.

"„Das wirst du schon noch sehen!“
„Ich möchte jetzt sofort wissen, was sie von mir wollen, oder ich rufe die Polizei!“
„Wenn du das tust, bist du auf der Stelle tot!“
„Achja? Das wollen wir ja sehen!“" -> Und schon ist die Stimmung kaputt. Dass Kathys Verhalten hier unlogisch ist, hast du ja selbst schon angemerkt. Allerdings hat sich in meinen Augen auch dein Bösewicht gerade zum Osterei gemacht. Wenn du das tust... was denn? Die Polizei rufen? Heißt das, sie darf den Notruf noch absetzen und danach stirbt sie? Oder wird er sich doch eines besseren besinnen und schon den Versuch unterbinden? Aus diesem Grund hätte ich an des Bösewichts Stelle ja das mit der falschen Bewegung gesagt. Das schließt nämlich auch mit ein, sein Handy aus der Tasche zu ziehen.

"Sie griff in die Tasche und holte ihr Handy heraus," -> Und das lässt ihr Angreifer zu?

"da reagierte der Angreifer blitzschnell" -> So blitzschnell kann er nicht gewesen sein, wenn Kathy noch Zeit hatte, in ihre Tasche zu greifen. Selbst, wenn das Handy ganz oben war.

"und verpasste ihr einen harten Schlag auf den Kopf, wodurch sie umfiel und es schwarz um sie wurde." -> Ist sie jetzt tot?

"Dieser Moment sollte vorerst der letzte sein, den sie in Freiheit verbracht hatte." -> Also nicht. Hätte ich mir denken können. Genauso wie das mit der Freiheit. Soll heißen, das ist ein überfüssiger Kommentar. Stattdessen hätte ich lieber so etwas geschrieben wie, dass er sie in sein Auto verfrachtet und mit quietschenden Reifen davon fährt. Irgendetwas in der Art. Oder du endest einfach mit dem Moment, in dem es ihr schwarz vor Augen wird. Vielleicht hört sie noch, wie ihr Handy klappernd zu Boden fällt oder so.

Alles in allem: Eine gute Idee mit der Entführung und in der mittleren Passage auch recht ordentlich gelungen. Du siehst es ja an den Stellen, an denen ich viel gelobt habe: Da kam es, bis auf manche Ecken und Kanten am Schreibstil, die auch subjektiv sein können, wie sich Kathy fühlt, wie hilflos sie ist, wie die Panik sie ergreift und sie trotzdem nicht nachgeben will und verzweifelt kämpft.
Danach wird's unrealistisch. Nicht nur, dass sie, wie du schon angemerkt hast, die Polizei rufen will, sondern auch, dass sie allen Ernstes Zeit hat, nach ihrem Handy in ihrer Tasche zu greifen und dann NUR eine auf'n Döz kriegt, obwohl ihr vorher mit dem Tode gedroht wurde. Gut, okay, so ist es meistens in Entführungsgeschichten. Trotzdem weicht die vorher wirklich gespannte Stimmung an dieser Stelle total auf und das ist sehr schade. Tipp: Die ganze Szene kürzen und dichter schreiben. Am Ende vielleicht kurz darauf hinweisen, dass niemand etwas bemerkt hat und niemand sich über das Auto mit den getönten Scheiben wundert, dass da plötzlich so eilig davon braust. Schon haben wir die Entführungsstimmung beibehalten.

So, weiter geht's ;-)
Spades (anonymer Benutzer)
25.08.2017 | 17:38 Uhr
Liebe Svenja,

da ich das gerade mit meiner Handytastatur tippe, wird dieses Review verhältnismäßig kurz ausfallen. Das sollte aber nicht allzu schlimm sein, weil es ebenfalls nur eine Art Vorwort ist. Ich freue mich wirklich sehr, diese sagenumwobene Geschichte, von der du so viel erzählt hast und an der du immer wieder ein bisschen herum geschrieben hast, endlich gelesen zu haben! Ich glaube, du hast sie mir schon mal gegeben und ich hab's dann doch wieder verpeilt. Vielleicht habe ich sie aber auch schlichtweg deshalb nicht gelesen, weil ich Angst hatte, ich würde sie schrecklich finden und müsste dir das dann sagen. Auch die Geschichten einer besten Freundin muss man nicht immer gut finden, das kann umgekehrt bei dir mit meinen Geschichten genauso sein. Nur, es dann zu sagen, ist immer eine Herausforderung, finde ich. Selbst, wenn jemand wirklich gut mit Kritik umgehen kann.

Umso besser, diese Geschichte hier wieder zu treffen! Ich kann mich noch ziemlich gut daran erinnern, als du sie begonnen hast. Ich glaube, ich hatte da auch gerade irgendwas fantasy-mäßiges am Laufen und wir waren gerade voll im Schreibwahn, alle beide. Und wie stolz wir nicht auf unser Geschreibsel waren, holla die Waldfee! Hach, das waren noch Zeiten. Ich erinnere mich gern daran, muss ich sagen und ich finde es klasse und mutig von dir, das Ganze hier auszubreiten. (For the record: Ich selbst überlege auch schon fieberhaft, wo mein damaliger Kram abgeblieben ist, damit ich mich hier mitblamieren kann, muhahaha!) Aber ich habe trotzdem das Gefühl, dass du diese Geschichte noch nicht ganz aufgegeben hast und irgendwie noch die Hoffnung besteht, daraus ein wirklich lesenswertes Produkt zu machen. Warum eigentlich nicht? So schlecht ist die Idee gar nicht, nur an der Umsetzung hapert's. Wie du ja selber auch findest. Und da ich das alles durchlesen konnte, ohne vor Langeweile zu sterben oder bei der Vorstellung von Ezzer dem Wahnsinn anheim zu fallen, sehe ich mich auch in der Lage, diese ganzen Kapitel ernsthaft zu kommentieren. Ja, ernsthaft. Außer natürlich das, was du selbst schon kommentiert hast. Und außer, du meinst, dass das ohnehin Zeitverschwendung ist, denn dann werde ich dermaßen mit Sarkasmus um mich werfen, dass sogar Ezzer vor Angst erzittert! Oder sich entschließt, aufgrund seines abnormen Körpergeruchs doch endlich mal einen Arzt aufzusuchen... oh nein, es geht schon los! Hilfeeeee! *lach* bis bald!

Hdl, dein/e Spades

Antwort von Svenja2 am 28.08.2017 | 09:03 Uhr
Hey Spades!

Yay, ganze 8 Reviews an einem eher mittelmäßig angefangenen Montagmorgen in den Alerts zu finden, das rettet sowas von den Tag <3
Ja, das waren noch Zeiten!
Nja, deine Geschichten fand ich schon immer alle gut, aber das heißt ja nicht, dass es bei dir mit meinen auch so sein muss. Wäre dann ja auch nicht ehrlich, wenn man mir Honig ums Maul schmiert, obwohl man es eigentlich schrecklich findet. Das zeichnet dich ja auch aus, dass du das sagst, was du wirklich meinst.
Ich bin ja mal wirklich gespannt, was du noch so alles zu sagen hast. Und ja, dafür heißt die Kathegorie ja schließlich "hilfe, eine Geschichte", um sich mit seinen alten Werken so richtig zu blammieren. Ich hätte ja noch schlechtere, wären die nicht einem Festplattencrash zum Opfer gefallen...
hdl
deine Svenja
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