Autor: Meine Katze
Reviews 1 bis 6 (von 6 insgesamt):
28.06.2019 | 17:34 Uhr
zu Kapitel 1
Hallihallo!
Wäre es nicht prinzipiell möglich, dass Orks die Fähigkeit besitzen, ihren Kreislauf zu verlangsamen, ähnlich den Säugetieren, die Winterschlaf halten, allerdings nicht derart ausgeprägt, dass sie eine ganze Jahreszeit verschlafen? Das wäre zwar keine Erklärung, wie sie sich dennoch ernähren, Pizzalieferdienste und Ähnliches dürfte man wohl ausschließen, aber es heißt ja, dass Insekten sehr nahrhaft wären. Könnten sie sich dann nicht theoretisch von Spinnen und Schnecken o.Ä. ernähren?
Mal eine etwas andere FF, aber sehr gelungen!
LG, Taura Maril
21.11.2018 | 00:06 Uhr
zu Kapitel 1
Gute Frage zumindest in den Romanen erwähnt Tolkien für Mordor, dass Sauron für seine Ork-Armeen die Nahrung in von Sklaven betrieben Bauernhöfen im fruchtbaren Nurn produzieren lässt.

Aber Moria?
Da ist schon eine Schwäche.
Wovon ernähren sich überhaupt die in Bergstollenen lebenden Zwerge in den meisten Fantasy-Franchises, nicht wahr?

Witzigerweise wird im Prequel von "Splint" namens "The Black Heart" eine ähnliche Frage gestellt.
Da ist es dann so dass die Goblins erst in den letzten paar Jahrzehnten das Nebelgebirge überbevölkert haben und sie daher zu Tausenden zu Saruman kommen, der sie als Arbeiter und Plündererbanden einsetzt.
https://archiveofourown.org/works/699400/chapters/4265826#workskin
30.08.2018 | 19:56 Uhr
zu Kapitel 1
Genial, Genial, einfach nur Genial!
Vielleicht erklärt die petrophage Ernährungsweise der Orks (in einem der Reviews) auch, warum keine riesigen Geröllhaufen neben Moria, dem Erebor und anderen Höhlenstädten liegen.
01.08.2018 | 11:15 Uhr
zu Kapitel 1
Orks betreiben Photosynthese xD
das ist so gut...
19.11.2017 | 11:55 Uhr
zu Kapitel 1
Prägnant und präzise! Die beste Zusammenfassung des derzeitigen Wissenstandes die ich kenne. Ich würde allerdings die Hypothes a) - Orks sind wechselwarm - nicht ganz so schnell verwerfen. Immerhin wird Modor in der bisher vorhandenen Literatur als sehr feurig beschrieben, und möglicherweise bezieht Moira Fernwärme von dort. Allerdings heißen - nach eher obskuren, mündlichen Quellen - die Schenken in Mordor entweder "Zum Schwarzen Raucher" oder "Zum weißen Raucher", was wiedrum auf Chemosynthese hindeuten würde. Auch die dritte Hypothese - Pilzkultur - erscheint durchaus valide, um nicht zu sagen am stichhaltigsten. Trotzdem möchte ich eine vierte auf den Tisch bringen: Orks, in einer Art konvergenten Evolution zu Petrophaga lorioti, ernähren sich von ... Stein! Das das in den Filmaufnahmen gezeigte Gebirge keinen erkennbaren Schwund aufweist, ist mit grosser Wahrscheinlichkeit auf die geringe Populationsdichte - die auch in dieser Arbeit angenommen wird - zurückzuführen.

SCNR ;)

Antwort von Meine Katze am 11.12.2017 | 13:55:06 Uhr
Oha, ein Review von einem Fachkollegen – das verlangt natürlich nach einer fachlich fundierten Antwort ;-)


Werter Fachkollege, ich danke Ihnen sehr für die interessanten Anregungen zum Thema Orkotrophologie.
Lassen Sie mich deshalb auf einige Ihrer Ausführungen etwas detaillierter eingehen.

Die Möglichkeit wechselwarmer Orks lässt sich natürlich nicht gänzlich ausschließen, und die allgemein recht warmen Temperaturen Mordors könnten durchaus dafür sprechen. Allerdings steht die hohe Aktivität der Orks, besonders während der kühleren Nachtstunden, dem entgegen, und auch das Verbreitungsgebiet, das gemäßigte bis deutlich kühle Klimata einschließt, spricht ehr gegen eine Poikilothermie. Besonders die Filmaufnahmen aus dem Jahr 2014, die mehrere nur spärlich bekleidete Orks zeigen, welche ihren Tätigkeiten (Mord und Totschlag) bei eindeutig winterlichen Temperaturen (Eis und Schnee) nachgehen und dabei keinerlei Anzeichen für eine temperaturbedingt nachlassende Agilität zeigen, deuten darauf hin, dass Orks homoiotherme Lebewesen sind.

Die von Ihnen vorgebrachte Idee einer Beheizung Morias durch Fernwärme aus Mordor halte ich zudem für unwahrscheinlich, da allein die große Distanz eine effektive Wärmeübertragung sehr schwierig machen würde. Zudem hat(te) Moria mit dem Balrog lange Zeit eine eigene, recht passable Wärmequelle, die eine Versorgung mit Wärme von außen unnötig machte.

Sehr interessant ist aber Ihre These bezüglich einer petrophagen Ernährungsweise der Orks.
Petrophagie ist zwar sehr selten – neben Petrophaga lorioti sind bisher lediglich die Finsterbergmade, welche ausschließlich in den zamonischen Finsterbergen vorkommt, sowie vereinzelte Trollarten als gesteinsverzehrende Organismen bekannt – aber sie kann für Orks deshalb nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden. Tatsächlich böte die Petrophagie-These nicht nur für das Vorkommen großer Orkpopulationen in unwirtlichen Gegenden eine Erklärung, sondern würde auch ein gänzlich neues Licht auf die Entstehung der großen Höhlensysteme, die das Nebelgebirge vielerorts durchziehen, werfen. Diese wären demnach nicht nur durch natürliche Prozesse und Bergbautätigkeiten zustande gekommen, sondern sie wären vielmehr Fraßspuren, die Generationen von Orks in Jahrtausenden durch das Nebelgebirge genagt hätten.
Leider geben jedoch weder die schriftlichen, noch die filmischen Aufzeichnungen bislang irgendeinen Hinweis auf eine petrophage Lebensweise – es deutet im Gegenteil alles auf eine fleischlastige omnivore Ernährungsweise hin.
Möglicherweise sind Orks auch einfach fakultativ petrophag, womit sie allerdings eine große Ausnahme unter den höheren Lebewesen darstellen würden, da alle anderen bekannten Spezies ihre Energie entweder ausschließlich aus organischer oder nur aus anorganischer Materie beziehen (petrophage Trolle berichten beispielsweise von massiven Verdauungsstörungen beim Verzehr organischen Materials).
Letztendlich sind wir wohl auf weitere Daten angewiesen, um der Frage nach der Ernährung größerer Orkpopulationen in kargen Habitaten wirklich näher kommen zu können.
Erfreulicherweise ist ja bereits eine längerfristige Forschungsreise nach Mittelerde geplant, welche die Fachwelt sicherlich mit weiterem, interessanten Material bezüglich Orks versorgen wird.

Mit allerbesten Grüßen,

Meine Katze


(Orks mit Petrophaga lorioti in Verbindung zu bringen, das ist einfach genial – ich hab vor Lachen fast meinen Tee über die Tastatur verteilt als ich das gelesen habe :D )
08.05.2017 | 09:41 Uhr
zu Kapitel 1
He he, Orks betreiben Chemosynthese? Nicht schlecht! In der Tat machen sich Fantasy-Autoren (und Fanfic-Schreiber) viel zu wenig Gedanken über die sozio-ökonomischen Bedingungen in ihren Fantasy-Welten. Von den Elben könnte man z.B. vermuten, dass sie sich als Jäger und Sammler im Wald durchschlagen können, aber womit bezahlen sie all die Luxusgüter, wie importierten Wein, teure Stoffe, Edelsteine und magische Waffen?

Antwort von Meine Katze am 10.05.2017 | 20:29:57 Uhr
Ach was, Elben sind so eine Art Schmarotzerpflanzen - sie zapfen einfach die Bäume im Wald an und ziehen denen die Nährstoffe ab. Daher auch die Lebensweise auf/in Bäumen. ;)

Aber ernsthaft - der Mangel an Ackerland war tatsächlich etwas, was mich bei den HdR-Filmen gestört hat - weder um Rohan, noch um Minas Tirith herum gab es irgendwelche Felder und Weiden - die Leute leben da einfach von nichts. Bei den Elben könnte man noch Argumentieren, dass deren Felder einfach nicht zu sehen waren (im Wald versteckt etc.), aber bei den Städten der Menschen? Na ja, und um die Subsistenz von Orks macht sich sowieso kein normaler Mensch Gedanken.
Im Buch war aber zumindest der Pelennor Acker- und Weideland, da hat Tolkien schon dran gedacht, dass die Leute in Minas Tirith von irgendwo versorgt werden müssen.

Jäger-Sammler haben übrigens durchaus Sachen zum tauschen (Geld braucht man nicht): alles was man aus totem Tier herstellen kann (z.B. Pelze, Leder, Fleisch, Schmuck), aus Holz, Stein, diversen Pflanzen... . Aber ob die Elben als komplexe Jäger-Sammler leben könnten - keine Ahnung. Mit der Populationsgröße der Elben und ihrem Habitat habe ich mich bislang nicht befasst, ich bin ehr auf Orks spezialisiert. ;)

LG
Meine Katze