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Autor: lunitta
Reviews 1 bis 7 (von 7 insgesamt):
13.03.2020 | 08:49 Uhr
Du hast dir wirklich Mühe gegeben. Als ich hier ein wenig rumgstöbert habe, war ich etwas frustriert schon über die meisten Texte, die relativ eindimensional über das Wort "Hass" geschrieben haben. Ich mag es, dass du dir viel Mühe gegeben hast über verschiedene Formen des Hasses.

Hass ist für mich etwas - schon seit meiner Kindheit - immer durch Erfahrung entstanden - Hass ist für mich auch nicht etwas was mit Gewalt gleichzusetzen ist. Hass ist für mich ein etwas stärkeres Wort für "nicht mögen". Wenn ich hasse, kann ich immer anhand von Beispielen und signifikanten Zahlen belegen, warum ich etwas hasse.

Hass ist für mich auch ein absolut normales Grundbedürfnis. Kleine Kinder hassen, ohne dass sie es als "Hass" bezeichnen können. Menschen mögen sich oder mögen sich nicht. Das ist vollkommen normal und natürlich. Hass wird man niemals abschaffen können durch ein Verbot, damit würde man unser individuelles Wesen auslöschen.

Ich hasste meinen Klavierlehrer damals, weil er immer so einen schrecklichen Mundgeruch hatte und zu nahe kam - und mich überall antatschte - auch im Gesicht. Ich hasste ihn. Niemals würde ich - selbst heute - meinen Hass verleugnen.

Ich hasste wirklich nicht viele Menschen auf dieser Welt - aber ich habe Angst vor vielen Menschen. Nicht wegen meinen Minderwertigkeitskomplexen oder irgendwelchen Phobien, sondern weil ich durch meine Erfahrung genau weiß, wie viele Menschen denken und handeln. Angst zu haben ist etwas natürliches. Damit haben unsere tierischen Vorfahren mehr als einmal ihr Leben gerettet. Angst ist hilfreich, instinktiv und gehört zu uns Menschen, wie einfach zu atmen.

Ich habe zum Beispiel wirklich Angst vor fundamentalistischen Gläubigen - ja, egal welcher Religion sie angehören: Evangelikale, Muslime, Juden, Ideologien wie den Kommunismus und anderen ideologischen Dämlichkeiten: Und warum?

Ich bin als Kind in einer fundamentalistischen Sekte aufgewachsen - und ich kann nur eins Menschen sagen, die so etwas nie erlebt haben: Ihr könnt nicht verstehen, wie Fanatiker denken. Aber es macht Angst - und ihr solltet das ernst nehmen, wenn jemand das sagt, der sich aus solchen Kreisen befreien konnte. Fanatiker in Ideologie und Glauben darf man hassen, denn sie tun alles dafür um die Freiheit des Individuums und die Freiheit des Denkens einzuschränken. Kein Minderwertigkeitskomplex, kein xxxphobie hat damit irgendetwas zu tun. Wer so etwas behauptet ist beinahe schon gemein und unterstellend. Damit disqualifiziert man im Grunde alle, die Angst haben oder jemanden hassen. Jeder Mensch hat individuelle Erfahrungen gemacht, warum man jemanden nicht mag.
Unser Gehirn macht es sich ganz einfach, weil sonst unser Gehirn explodieren würde, und benutzt Schubladen um dann alles einzuordnen: Daher ist es bei mir so, wenn alte Männer mit Kaffeemundgeruch mir zu nahe kommen finde ich diese Personen sofort äußerst widerlich. Auch gehe ich als Frau mit meinen Kindern kleineren Gruppen südländisch aussehender Jugendlicher immer aus dem Weg, nachdem man mich mehrmals beleidigt hat und meinen Mann sogar als "Schwuchtel" vor meinen Kindern beleidigt hat und ihn verfolgt hat. Erfahrungen sind das, die uns zu Entscheidungen raten, die uns sagen, wen wir meiden sollten und wen nicht. Ich meide aufgrund meiner Erfahrungen streng Gläubige Menschen - jeglicher Coleur - weil ich weiß, dass sie im Grunde ihres Herzens alle anderen Nicht-Gläubigen zutiefst verachten, auslachen und sich überheblich "besser gestellt" sehen. Es ist so. Ich weiß es. Ich habe es erlebt. Und nichts hat sich daran geändert. Menschen, die aufgewachsen sind in einer heilen Welt, wo Religion ein Schulfach war und man zur Kommunion Geld bekommen haben, wissen gar nicht, wie "wahre" Gläubige die anderen verachten.

Ich persönlich fürchte mich vor der "Re-Religiösierung" (falls es das Wort gibt) der Gesellschaft. Denn dadurch wird neuer Hass - allein aufgrund der Religion hier wieder Fuß fassen, die beinahe ausgerottet war. Ich sehe Religion (im Grunde fast alle stark Gläubigen Religiöse) als eine Ursache von Hass. Und wie soll ich als Frau und Nicht-Gläubige darauf reagieren, wenn man mich hasst, nur weil ich eine Frau bin und an nichts glaube? Soll ich dann die anderen umarmen? Mitleid haben? Sie mögen? Nein - ich will sie hassen, so wie sie mich hassen.
Darauf habe ich ein Recht.
Diese Freiheit, die zu hassen, die mich hassen und sich hinter ihrer Religionsfreiheit verstecken darf man mir nicht nehmen. Es kann doch nicht sein, dass Religionen - ob nun Katholisch, Evangelikale oder Islam in ihren "heiligen Büchern" dazu aufrufen zu hassen - aber jemand ohne Religion darf das nicht? Eigentlich müsste man, wenn man Hass bekämpfen will, erstmal anfangen Religionen zu verbieten - ich habe zwei Heilige Bücher gelesen in meinem Leben, nicht nur einmal. Und ich muss ehrlich sagen - kein Buch was ich je davor oder danach gelesen habe, hatte mehr Hass als diese Bücher.

Wie gesagt: Ich habe Fundamantalisten als Kind erlebt - und ich weiß wie verdammt schwierig das ist sich von solchen zu lösen. Daher macht mich das wirklich auch ein wenig wütend, wenn ich von anderen lese oder höre, dass man Menschen mit Angst Irrationalität vorwirft (teils hier in anderen Texten). Im Gegenteil, durch meine Erfahrungen bin ich äußerst rational und sehe Angst als rationale Konsequenz an. Durch Angst darf man sich allerdings nicht verkriechen und wimmernd um sein Leben flehen. Man muss für seine Freiheit einstehen, für sich selbst - Angst hilft einem nur dabei vorsichtig zu sein.

Ich bin für Fremdenhass, wenn Fremde mich hassen. Ich bin für Homosexuellen-Hass, wenn Homosexuelle mich hassen würden. Ich erlaube jedem Greta zu hassen, wenn sie sagt, dass sie uns hasst. Ich finde jeder darf hassen. Aber was niemals passieren darf ist, dass Gesetze - dir für alle gelten - nicht mehr durchgesetzt werden und die Zivilisation nicht mehr schützen, die wir uns mühsam aufgebaut haben. Hass ist erlaubt. Gesetze brechen nicht. Die Gedanken sind frei.
Ich verstehe Hass - ich erlaube zu hassen, man darf mir ins Gesicht sagen, dass man mich hasst. Aber mir darf man niemals verbieten jemanden zu hassen oder zu verachten - etwas menschlicheres als Hass gibt es nicht. Wir können nicht verleugnen Menschen zu sein.

Daher: Eine wunderbare Aufstellung - aber mir fehlt noch das Problem: Religion - die Wurzel vieler Übel! Religion ist voller Hass auf Anders- oder Ungläubige. Bischöfe bezichtigen mich als Unmenschen, weil ich an keinen Gott glaube und in manchen islamischen Ländern, wäre ich gehängt und gesteinigt worden, weil ich an nichts glaube. Das ist Hass. Und von diesem Hass hast du leider nichts geschrieben. Dieser Hass ist real und tötet außerhalb von Deutschland hunderte, tausende Menschen. Terror, oft auch religiös begründet, hat bereits über zehntausende getötet.
Ideologien, wie der Kommunismus unter Mao hat über 40 Millionen Chinesen das Leben gekostet. Glaube an eine Ideologie, für die man andere tötete. Glaube und Hass liegen nahe beinander. Der Nationalsozialismus hat auch einfach aufgrund einer Ideologie ein ganzes Volk ausrotten wollen. Glaube/Ideologien/Hass - dieser Dreiklang wurde bislang von niemanden hier angesprochen.

Aber wie gesagt: Du hast viele andere Dinge angesprochen - die Welt allerdings besteht nicht nur aus Deutschland. In 15 Ländern dieser Welt werden Homosexuelle aufgrund ihrer individuellen Liebe getötet - und es sind streng religiöse Länder, die sie hassen. Nicht hier in Deutschland. In einigen Ländern dürfen Frauen ohne Kopftuch nicht aus dem Haus und werden mit Körperstrafen und Gefängnis belegt. Hass gegen Homosexuelle, Hass gegen Frauen ist nirgendwo so schlimm, wie in streng religiösen Ländern. Also: Ein Themenfeld fehlt dir noch! Ich bin gespannt, ob du aus dem gut situierten Deutschland mit den kleinen Wohlstandsproblemen der "Hassrede" und des hassens dich lösen kannst und den unglaublichen Hass auf Frauen und Homosexuelle, sowie Ungläubige siehst, in den Ländern, wo ihre Religion per Gesetz verordnet zu hassen. Das ist nämlich das größte Problem in meinen Augen.
12.03.2019 | 21:21 Uhr
Wir sollten uns Lieben Rechte sowie Linke und auch die Mitte Arme sowie Reiche und auch die Mitte Frauen sowie Männer und auch die Mitte
Was wir hier tun ist Falsch. Sich gegenseitig runterzumachen und die Fehler der jeweils anderen Seite aufzuzeigen. Wir schießen nicht
mit Waffen aufeinander aber mit Worten, mit Worten von denen wir hoffen das sie dem anderen Schaden und demonstrieren das er unterlegen
ist das wir die Wahrheit kennen und er die Lüge lebt. Das ist zu einfach wir müssen vor allem dann wenn schlimme dinge geschehen Vergebung,
Diskussion und Kompromisse einleiten und wir dürfen uns nicht auf unser eigenes Weltbild verlassen. Alle Menschen der Welt sind eine Familie
und wir sollten und gegenseitig Lieben mit Respekt und Verantworung gegenübertreten jeden Tag. Bis der Gepflanzte Samen wachsen kann. Bis auch
der Letzte Mensch auf dieser Welt sich als Teil der Familie betrachtet und seine Familie Liebt.
11.06.2018 | 23:56 Uhr
Ich weiß nicht wie alt Du bist, aber Hass kennst Du noch nicht.
Stelle Dir vor, Du fährst mit einem Bus durch Frankreich, Holland oder anderswo.
Plötzlich laufen Leute auf Dich zu und bewerfen Dich mit Steinen, weil Du die Wahrheit sagst,
weil Du eine Frau bist oder aus einem anderen nichtigen Grund.

Welche Emotion empfindest Du?
Ich glaube noch keinen Hass, denn Hass ist stärker und erst dieser Hass ließe Dich schreckliches tun.
Wenn Du eine Waffe hättest, dann würdest Du ggf. morden, Deine Gefühle vergessen.
Ergo nehme ich an, dass Du nicht weißt was Hass ist.
Hass spaltet Seelen und Du bist bestenfalls aufgewühlt oder unsicher.

Glaube mir, Hass würde Dich zerfressen, weil es ein böses Gefühl ist.

Also befreie Dich davon. Ich wüsste einen Weg, aber wer ist schon stark genug, um gegen sich selbst zu kämpfen.
Was denkst Du , wäre es für ein Weg. Ja, mache Kampfsport, denn dort lernst Du diesen Kampf, Demut lehrt Dich -
Dich und alles zu lieben und im rechten Moment gegen Hass anzugehen.

Gruß Christian
Millicent Lestrange (anonymer Benutzer)
09.03.2018 | 23:40 Uhr
Ich verstehe auch nicht ganz, wie Hassliebe überhaupt in echt zustande kommt, das gibt es zwar wahrscheinlich schon irgendwo, ich hab es aber noch nie gesehen.
Bis bald, Milli

Antwort von lunitta am 12.03.2018 | 16:05 Uhr
Hey und danke für deine lieben Reviews :)
Ich finde einfach dass Hass zu viel auf der Welt existiert und ich versuche damit vielleicht auch ein wenig mich selbst dadurch selbst zu bessern,zum Beispiel im Bezug zu meinem Bruder.
Ganz aufgegeben habe ich die Hassliebe ja irgendwie auch noch nicht,aber wer weiß :D
Nochmal danke dass du meine Gedanken gelesen hast und sogar kommentiert :)
Lg lunitta
Millicent Lestrange (anonymer Benutzer)
09.03.2018 | 23:37 Uhr
Dieses Kapitel hat mich zum Nachdenken gebracht, ich bin der Meinung, dass man zwar nicht unbedingt beeinflussen kann, wen oder was man hasst, aber dass man es im Nachhinein ändern kann.
Auf deinen Bruder bezogen könntest du dich einfach mal auf die Dinge konzentrieren, die du an ihm magst und das vielleicht auch aufschreiben. Probiers mal aus.
LG Milli
Millicent Lestrange (anonymer Benutzer)
09.03.2018 | 23:30 Uhr
Hi, ich finde es wichtig, über so ein Thema zu sprechen und ich kann deinen Gedanken nur zustimmen.
Ich bin neugierig, was du noch dazu schreibst.
LG Milli
21.05.2017 | 16:09 Uhr
Hallo!
Schließe mich deiner Meinung an!
Leider, leider sind wir Menschen zum teil echt rücksichtslos, und denken nicht immer daran, dass mit unserem Hass, menschen verletzt werden können.
oder manchen Menschen ist das sehr wohl klar....
Liebe Grüße!
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