Autor: CatherineK
Reviews 1 bis 11 (von 11 insgesamt) für Kapitel 15:
Grashuepfer (anonymer Benutzer)
19.10.2019 | 18:51 Uhr
zu Kapitel 15
Sorry, aber nach zwei Glas Bier dürfte jemand, der sonst noch nie Alkohol getrunken hat, davon etwas spüren!
Noch dazu, wenn es sich dabei um den Angehörigen der American Natives handelt,...denen ja bekanntermaßen "die Enzyme fehlen"...

Antwort von CatherineK am 20.10.2019 | 13:06:40 Uhr
Hallo Grashüpfer,

vielen Dank für diesen Hinweis. Allerdings ist ja Glas auch nicht gleich Glas und nirgendwo wird etwas darüber gesagt, ob Winnetou den Alkohol spürt oder nicht.
Wenn das aber in 15 Kapiteln das einzige Problem in dieser Geschichte war, macht mich das sehr glücklich...

Viele Grüße
Catherine
28.08.2019 | 10:45 Uhr
zu Kapitel 15
Liebe Catherine,

was lange währt und so. Ich kämpfe mich hier mehr oder weniger langsam voran, es gibt noch so viel zu tun und ich finde doch keine Zeit, weil mich ein anderes Projekt und auch der fiese Alltag gerade völlig vereinnahmen.

Wenigstens einen Haken auf der To-do-Liste will ich aber nun setzen, indem ich dir endlich wieder einmal einen Review schreibe, nachdem ich schon das wundervolle vorherige Kapitel ausgelassen habe.

Und wundervoll finde ich auch dieses, gerade weil es wie die meisten Tagebucheinträge eine mittlerweile fast wohltuende Leichtigkeit transportiert, die in all den düsteren Geschichten guttut. Hier sind es einmal nicht die großen Katastrophen, sondern nur die kleinen Fallstricke des Alltags und das gefällt mir ausnehmend, da ich für eben diese auch sehr zu haben bin.

Schon deinen Anfang finde ich sehr gelungen und er macht mich gleichzeitig traurig. Zum einen, weil er uns den Weg zur Fahne weist. Wenn wir nun bei dem Gespräch der Geschwister angekommen sind, steht der Aufbruch und damit wohl auch das Ende dieses Tagebuchs bevor. Zum anderen beginnt beim Lesen von W1 bei mir immer genau an dieser Stelle die Bedrückung, denn wir alle wissen, was aus der Reise in den Osten resultiert.

Ich möchte diese erste Passage aber nicht verlassen, ohne auf eine Stelle hinzuweisen, die ich absolut spannend und ungewöhnlich interessant finde: "Seine hohe Meinung von mir ehrt mich, doch macht mir die Vorstellung große Angst, Nscho-tschi könnte meinetwegen mehrere Jahre fern von ihrer Familie und Heimat verbringen müssen." Bis hier her dachte ich vor allem: Endlich sagt das mal jemand! Ich persönlich denke nämlich IMMER: Mädel, du willst monate- oder jahrelang von zuhause weg? Was wird das mit dir und aus dir machen? Wirst du jemals in der Fremde glücklich sein oder aber, falls du es dort bist, bei deiner Heimkehr wieder sein können?

Und kurz glaubte ich, dass OS sich das gleiche fragt: "Was passiert, wenn sie zurückkehrt?" Aber nein, du machst das viel geschickter, denn du lässt hier den wirklich noch jungen Mann, nachdem er in kurzer Sorge um NT war, auf die Sorge um sich selbst zurückfallen und das ist so wunderbar passend: "Wird dann von mir erwartet werden, dass sie ich heirate?" Ich finde dieses Spiel aus Grübelei, Besorgnis diverser Art und das Weiterschieben des Problems, das sich erst einmal nicht lösen lässt, eine ganz starke und gelungene Passage, vor allem auch da sie in der Hoffnung gipfelt: "Vielleicht lernt sie dort einen anderen jungen Mann kennen, der ihr Herz gewinnt." Das wäre natürlich aus OSs Sicht die beste Lösung ;-)

Natürlich mag ich aber auch den gesamten Rest des Kapitels. Es ist einfach nur toll W einmal bei einer Situation über die Schulter blicken zu können, in der er minimal unsicher ist, in der er sich nicht recht wohl fühlt, in der er Sorge hat in ein Fettnäpfchen zu treten. Ich möchte ihn einfach nur herzen für seine "Überforderung" mit einem gesalzenen Eintopf und seine Begeisterung für Bier, Kaffee und ein blondes Mädchen.

Dennoch möchte ich direkt ans Ende springen, das ich in ganz besonderer Weise als tröstlich und auch als "hach-schnüff- empfinde. Zum einen der Trost, den du in diese Passage gepackt hast: "Plötzlich fühlte ich sie wieder, die Aura, die Winnetou üblicherweise umgab und die in den letzten Stunden von einer mir unerklärlichen Scheu verdrängt worden war. Es war, als würde er mit einem Mal innerlich wieder wachsen und alles in seinen Bann ziehen. Ein Strahlen schien von ihm auszugehen, was nicht sicht- aber deutlich fühlbar war und alle anderen in den Schatten stellte." Mal ganz davon abgesehen, dass ich es liebe, wenn mit so gezielt gesetzten Worten Ws Besonderheit betont wird, dieses Strahlen und Leuchten, das ihn über alle erhebt, finde ich die Sätze extrem wichtig, um aus dem Kapitel mit einem guten Gefühl heraus zu gehen. W hat sich etwas gestellt, was ihm ein wenig Angst gemacht hat. Doch er hat diese Probe überstanden, er hat festgestellt, dass er sich nicht fürchten oder scheuen muss und er hat zurückgefunden zu dem, was und wie er immer ist. Es mutet an wie ein bestandener Test, aus dem der Prüfling mit neuem altem Selbstbewusstsein hervorgeht.

Und dann natürlich noch das Hach-schnüff: "Was gäbe ich darum, nur einmal in sein Herz blicken zu können!" Was gäben wir alle doch darum, nicht wahr? Ich glaube, dass zumindest viele hier auch deshalb schreiben, weil sie es dann können und dürfen - hineinblicken in diesen (fiktiven) Menschen, der uns anzieht, wie das Licht die Motten. Mit dem Unterschied allerdings, dass die Motten sich verbrennen, während wir im Strahlen unseres W aufblühen.

Liebe Catherine, es ist nicht alles gesagt, aber ich denke wir wissen beide, dass diese allumfassenden Kommentare einfach nicht in den Alltag passen. Daher schließe ich hier, nicht jedoch ohne dir noch einmal mitzuteilen, dass ich jeden Satz und jede Nuance deiner Texte genieße, auch die, zu denen ich nun nichts geschrieben habe.

Herzlichen Dank und bis bald!

Luni

Antwort von CatherineK am 31.08.2019 | 13:20:27 Uhr
Liebe Luni,

in zweierlei Hinsicht habe ich mich sehr über deinen Kommentar gefreut. Zum einen natürlich, weil du wie immer etwas zu sagen hast, zum anderen, weil du angesichts knapper Zeit (wie ich ja weiß) den Mut zur Kürze hattest (zumindest für deine Verhältnisse...der Kommentar ist ja objektiv betrachtet alles andere als kurz;-))!
Wie wir es besprochen haben, werde ich versuchen, nun ebenso mutig auch kurz zu antworten!

Gefreut habe ich mich darüber, dass du dem Tagebuch eine Leichtigkeit bescheinigst. Ha, dass das gerade von einer meiner Geschichten jemand sagt...:-))!! Aber ich empfinde das genauso wie du; es ist hier gerade alles mal wieder sehr düster - das mögen wir ja auch alle!

OS kann noch nicht so abgeklärt auf NTs Vorhaben blicken, wie wir es tun. Du sagst es, er ist viel jünger. Dennoch glaube ich schon, dass er die Sensibilität besitzt zu erkennen, wie schwierig das für NT sein muss, wenn sie alles zurücklässt. Er kann es nur nicht in letzter Konsequenz überdenken, daher kommt er zum Schluss wieder zu sich selbst zurück. Schön, dass du mir das so abkaufst!

Ich wollte Winnetou natürlich am Ende nicht als schwach oder gar ängstlich rüberbringen, er musste schon er selbst bleiben, das war mir sehr wichtig. Einerseits ist er zwar etwas unsicher in der für ihn ungewohnten Situation, aber das ist eben nur ein Moment, den er - wie du so schön schreibst - überwindet und aus dem er gestärkt hervorgeht. Und ganz wichtig war mir auch, dass er nicht um sich selbst kreist, sondern über den Tellerrand hinausblicken kann, was die Tochter von Smith anbelangt.

Ein gutes Gefühl sollte am Ende bleiben, wie eigentlich in den meisten Tagebuch-Kapiteln. Noch sieht OS die Schatten nicht wirklich, die sich drohend über die Szenerie zu legen beginnen und das soll das Tagebuch auch ausdrücken.

Liebe Luni, herzlichen Dank für die wunderbare Rückmeldung!
Liebe Grüße
Catherine
15.08.2019 | 22:20 Uhr
zu Kapitel 15
Liebe Catherine,
auch Dich habe ich lange auf einen Kommentar warten lassen. Ich entschuldige mich dafür.

Du hast Dein Kapitel "die fremde Welt" genannt. Und in diese fremde Welt kann man sich so ganz hinein versetzen. Empfinden nicht auch wir, wenn wir in andere Länder reisen, das eine oder andere befremdlich? Um wie viel schwieriger wird es da für OS gewesen sein in einem fernen Land, in einer völlig anderen Kultur, sozusagen adoptiert zu sein?

Aber zunächst einmal passiert, was ja täglich tausendfach geschieht. NT verliebt sich in den weißen Blutsbruder Ws. OS belauscht unabsichtlich das Gespräch, das NT mit ihrem Bruder führt und macht sich hier seine eigenen Gedanken dazu. Er liebt NT, aber eher als Ws Schwester, er sieht in ihr nicht die Frau, mit der er sein Leben verbringen will.

KM hat seine Jugend unter der strengen Fuchtel des Vaters verbracht, nun will er seine Freiheit genießen, er will reisen, er will erleben, er will leben!
Da ist kein Platz für NT, kein Platz für irgendeine Frau.

W weiß das. Ich denke, er kennt seinen neuen Bruder besser, als es diesem bewusst ist. Trotzdem rät er seiner Schwester, eine Schule im Osten zu besuchen, um sich das Wissen einer weißen Frau anzueignen. Ob er hier wirklich eine gemeinsame Zukunft von NT Und OS im Sinn hat, oder aber eher an die Zukunft seines Volkes gedacht hat, wissen wir nicht. Vielleicht hat er sich beides erhofft.

OS weiß nicht so recht, wie er mit der Situation umgehen soll. Sich bemerkbar machen, mit W reden, ihm reinen Wein einschenken?
Letztlich tut er nichts von alledem, er sitzt es aus, würden wir heute sagen.

Aber auch W hat so seine Problemchen. Es müssen dringend Besorgungen gemacht werden in dem naheglegenen Örtchen. Bisher hat er das immer mit KP erledigt, aber der alte Lehrer lebt ja nicht mehr. So fragt W Os, ob er mit ihm "einkaufen" möchte.
Os stimmt bereitwillig zu, vielleicht ist er auch ein wenig erleichtert, NT nicht sofort wieder über den Weg laufen zu müssen. Unterwegs berichtet W OS, wie die "Einkäufe" bisher abgelaufen sind. KP ist mit seinem Einkaufszettel in den Store gegangen, während W und sein Vater draußen gewartet haben. OS ist darüber etwas verwundert. Er weiß, dass W einst in einer Zeit Häuptling sein wird, die seinem Volk viele Veränderungen bringen wird. KP hat die Grundvoraussetzungen geschaffen, sozusagen den Samen in Ws Herz gelegt. Aber was nutzt all das Wissen, all die Bildung, wenn W die Praxis fehlt?
So wie OS die Kultur der Apachen kennenlernen, ihre Bräuche und Sitten erlernen muss, ist es auch für W wichtig, den Umgang mit den Weißen zu erlernen.
OS versucht ihm das mit deutlichen Worten, aber trotzdem behutsam klar zu machen und schließlich willigt der Häuptlingssohn ein.

Und es kommt, wie es kommen musste. Die erste Begegnung ist die mit einem Bleichgesicht der dummen Sorte. Ein Weißer, der von sich glaubt, hoch über den eingeborenen Menschen zu stehen und damit doch nur beweist, wie einfältig seine Denkweise ist.

Zum Glück ist der Geschäftsinhaber von einem anderen Kaliber, er sieht in W einen Kunden, den er höflich behandeln muss. Schließlich hat er ihn schön öfter in Begelitung KPs gsehen und immer gutes Geld(Gold) für seine Ware erhalten.

Wie W sich wohl gefühlt haben mag während der Debatte? Wie er sich wohl gefühlt hat ,als er von diesem ungepflegten Menschen als stinkende Rothaut beschimpft wird. Er, der immer auf Sauberkeit geachtet hat?
Ich denke, es war ein Wechselbad der Gefühle: Da war einmal die Wut über diesen unerträglichen Hilfsverkäufer, kurz darauf wird er durch den Storebesitzer an den Tod KPs erinnert, auch hier wieder der aufkommende Zorn, die Trauer und dann ein wenig Freude darüber, dass da jemand, ein Weißer ist, der aufrichtig erschrocken ist über den Mord an KP.

Os beschließt kurzerhand dem Besitzer den Einkaufszettel anzuvertrauen und W zum Essen einzuladen. Es gibt Eintopf und Bier. Und klar, das ist etwas total Ungewohntes für den Gaumen des Apachen, zu stark gesalzen, zu stark gewürzt.
Beinahe musste ich lachen, als ich mir das gesicht des Häuptlings vorgestellt habe.
Aber er wird sich sicher dran gewöhnt haben. Schließlich steht er (später in meinen Geschichten) auch auf Brötchen und Marmelade.
Anders ist es mit dem Bier. Das schmeckt ihm so gut, dass er ein zweites Glas trinkt. Und OS nutzt die Gelegenheit für eine kleine Lehrstunde in Sachen Geselligkeit. Man prostet sich mit dem Bier zu, erinnert sich an Gutes und wünscht sich Gutes.

W lässt sich diese Trinksprüche zuerst durch den Kopf gehen, und er befindet sie für gut. Prost, lieber Winnetou!

Als es ans Bezahlen geht, ist es nun wieder an OS zu staunen. W zahlt mit Gold! Und der Ladenbesitzer betrügt nicht, sondern rechnet sorgfältig ab.
Ein gutes Geschäft für beide!

Zum Abschluss gibt es Kaffee, der nun eher dem Geschmack des Apachen entspricht, als der salzige Eintopf. Er schmeckt ihm sogar so gut, dass Smith beschließt ihm ein Päckchen zu schenken. Kleine Geschenke erhalten eben die Freundschaft!

Und dann lernt er Jane kennen. Mir gefällt, dass W Augen für die Schönheit, aber auch die Unberührtheit des Mädchens hat. Und dann zeigt sich wieder einmal seine Weitsicht, seine Ernsthaftigkeit, als er dem Vater nahelegt, gut auf seine Tochter aufzupassen.
Denn : Es gibt in jedem Volk gute und schlechte Menschen, die Unschuld in jeder Form ausnutzen!

Ich könnte noch unendlich viel zu diesem Kapitel schreiben, aber ich will es für heute gut sein lassen.
Und ich wünsche mir für das nächste Kapitel, wie OS, einmal einen Blick in Ws Herz und Denken werfen zu können.

Marieschi

Antwort von CatherineK am 21.08.2019 | 08:15:34 Uhr
Liebe Marieschi,

das hier ist leider noch nicht das Glöckchen, auf das du wartest...
Du brauchst dich aber überhaupt nicht entschuldigen; erstens kenne ich ja den Grund, warum es diesmal etwas länger gedauert hat und zweitens siehst du ja, dass es mir leider genauso geht. Momentan hetze ich gefühlt hier den Geschichten hinterher...

Aus OSs Sicht müsste diese neue Welt eigentlich noch viel befremdlicher sein als er das selbst beschreibt. Ich zumindest stelle es mir unendlich schwierig vor, in eine schriftlose Kultur hineinzuwachsen, die nach ganz anderen Maßstäben lebt, als wir sie gewohnt sind.

Ich kann mir auch vorstellen, dass W durchaus noch andere Gedanken hat, als er NT in den Osten schicken will. Vielleicht ist ihre Liebe zu OS vordergründig der Auslöser dieser Idee, letztendlich aber könnte er auch einen größeren Nutzen sehen. Vielleicht erkennt er auch den Nutzen einer Verbindung seiner Schwester mit einem Weißen? Eigentlich könnte jemand mal einen Oneshot zu Ws Gedankengängen hierüber schreiben, soviel wie dazu hier bereits gerätselt wurde ;-)

Auch Ws Gedanken und Gefühle während der Szene im Store bleiben uns verborgen. Leider ist dies der Ich-Perspektive geschuldet, die uns dies nun einmal verwehrt. Man kann es nur ahnen. Du schreibst: "Da war einmal die Wut über diesen unerträglichen Hilfsverkäufer, kurz darauf wird er durch den Storebesitzer an den Tod KPs erinnert, auch hier wieder der aufkommende Zorn, die Trauer und dann ein wenig Freude darüber, dass da jemand, ein Weißer ist, der aufrichtig erschrocken ist über den Mord an KP." Das denke ich auch, doch ich kann mir auch vorstellen, dass er sich darüber hinaus auch noch vielleicht beschämt und beschmutzt vorgekommen ist. Beschämt, weil über ihn geredet wird, nicht mit ihm. Weil er in diesem Moment kaum Möglichkeiten hat, zu reagieren, vielleicht auch nicht weiß, was er tun soll. Es war bestimmt schwierig für ihn; einen roten Mann hätte er niedergeschlagen oder sich anders gewehrt; hier aber ist er in einer fremden Umgebung und muss die Initiative einem anderen überlassen.

Was das Bier angeht, so habe ich mich immer gefragt, wie und wann der Häuptling das wohl zum ersten Mal getrunken hat. Da lag es nahe, das hier in diese Szene zu packen ;-). Mit dem Zuprosten kommt W aber noch nicht ganz so gut klar. "Howgh" aber kann niemals falsch sein; er rettet sich also in das Gewohnte.

Am Ende darf der Apache dann wieder den Winnetou durchblitzen lassen, den wir kennen. Er fühlt sich sicherer und ist wieder in der Lage, Risiken und Probleme zu erkennen, seine Weitsicht zu zeigen, wie du so treffend schreibst.

Liebe Marieschi, ich weiß nicht, ob ich deinem Wunsch nachkommen kann. Ein Blick in Ws Herz war zu diesem Zeitpunkt der Freundschaft von meiner Seite aus noch nicht vorgesehen. Aber vielleicht wäre er doch auch ganz reizvoll...?! Ohne es zu versprechen, werde ich doch mal sehen, was sich machen lässt ;-)

Liebe Grüße und herzlichen Dank für dein Review, über das ich mich sehr gefreut habe!
Catherine
12.08.2019 | 13:54 Uhr
zu Kapitel 15
Liebe Catherine!

Da glaubt man in den Ferien mehr Zeit zu haben und dann ist gerade das Gegenteil der Fall. Nun ja, ab heute darf ich ja wieder arbeiten und versuche also mit etwas mehr Alltag im Gepäck ein paar verlässliche Zeitfenster für FF zu finden.

Im Grunde war mir dieses Tagebuch zwar bekannt, aber irgendwie doch ein wenig aus dem Blick geraten. Ich hatte ein wenig quer gelesen und war vor allem an dem Kapitel über das Fest der Apachen hängen geblieben, zumal es dort ja auch eine gewisse "Dopplung" des Motivs mit einem meiner Flügelschläge gab.

Dennoch war der Text in den letzten Monaten irgendwie weit weg und ich habe mich sehr gefreut, als er wieder aufgetaucht ist! Schon das letzte Kapitel war sehr bereichernd für meine kleine KM-Welt, zudem traurig und tröstlich zugleich.

Dieses aber hier hat mich in besonderer Weise gepackt. Ich konnte es mir erst gar nicht erklären, kam dann aber zu dem Schluss, dass es die ungewöhnliche Idee ist, dass W etwas "fürchtet", dass es etwas gibt, was er meidet, was ihm in gewisser Weise Angst macht, das mich hier so anzieht.

Unser unfehlbarer Häuptling der alles kann, alles weiß, sich in alles findet, ist hier ein junger Mann, der sich in einer Situation wiederfindet, die ihm Unbehagen bereitet - und das ist einfach wundervoll.

Zudem gelingt dir in den Gedanken OSs dieser Absatz, den ich einfach nur bewundere: "Ich verstand, dass der Lehrer Winnetous die beiden Apachen hatte schützen wollen. Doch gleichzeitig hielt ich dies für einen Fehler. Er hatte meinen Blutsbruder mit der Lebensweise der Weißen vertraut gemacht, ihn Lesen und Schreiben gelehrt, ihn an seinem Wissen und seinen Kenntnissen teilhaben lassen. Doch all dieses Wissen war blanke Theorie. Winnetou kannte Macbeth, hatte aber noch nie am Tisch eines Weißen gesessen. Ich nahm mir vor, das zu ändern. Nur wenn der künftige Häuptling der Apachen seine Scheu vor den Weißen überwand und erfuhr, dass es auch hier gute Menschen gab, konnte er für dauerhaften Frieden sorgen."

Macbeth kennen, aber noch nie einen Kaffee getrunken haben. Mit KP vielleicht über Goethe sinnieren, aber noch nie einen gesalzenen Eintopf gegessen haben... Dieser Kontrast, der so viel Sinn ergibt und doch so innovativ, weil in klare Worte gepackt, daher kommt, hat mich völlig geflasht!

Zudem gelingt es dir spielend die Szene so zu gestalten, dass man mitfiebert, dass man dem jungen OS über die Schulter zu schauen glaubt und bemerkt, dass er hier auf dünnem Eis unterwegs ist - jugendlicher Leichtsinn und so. Einen Grizzly nur mit dem Messer angreifen, weil es eben sein muss, und einen Apachen in einen Gemischtwarenladen zwingen, weil es eben sein muss. Perfekt getroffen!

Ich kann es nur schwer in Worte fassen, doch dieses Kapitel fühlt sich an wie ein fehlendes Puzzleteil, das man nicht mehr gesucht und dann ganz unverhofft gefunden hat!

Ich danke dir dafür!

Herzliche Grüße
Karla

Antwort von CatherineK am 21.08.2019 | 07:54:52 Uhr
Liebe Karla!

Dieses Ferienphänomen kenne ich auch; mag das daran liegen, dass andere auch Ferien haben und die freigewordene Zeit für sich fordern...;-)?
Schön, dass du es trotzdem geschafft hast, mir eine Rückmeldung zu hinterlassen!

Dass das Tagebuch bei Vielen aus dem Blick geraten ist, finde ich sehr verständlich. Immerhin hat es auch geraume Zeit (über ein Jahr, glaube ich) pausiert. Bei all den spannenden Geschichten hier vergisst man das dann schnell...

Es freut mich, dass ich dich mit diesem Kapitel ein wenig berühren konnte. Es macht tatsächlich Spaß, W und OS als junge Männer darzustellen, die auch mal Fehler machen und etwas emotionaler sein dürfen als wir sie später sehen. Trotzdem ist es ein schmaler Grat, einen W zu beschreiben, der sich - wenn auch nicht gänzlich offen - vor etwas fürchtet. Schön, dass es dann doch gelungen zu sein scheint.

Dass Ws "Bildung" eher von theoretischer Natur gewesen ist, und KP vielleicht doch die Praxis etwas vernachlässigt hat, ist ja eine Interpretation meinerseits, die sich aus dem Original höchstens erahnen lässt. In W ist es der weiße Lehrer, der sich den Weißen zuerst zeigt, bevor er schließlich die beiden Apachen dazu ruft. Daraus kann man eine Art Grundeinstellung herleiten. Ich fand den Gedanken jedenfalls reizvoll und konnte ihn zugleich dazu nutzen, OS auch einmal Lehrer sein zu lassen.

Mit dem Puzzleteil machst du mir ein großes Kompliment! Du suchst ja in deiner Oneshotsammlung auch nach solchen Teilen, die bei May einfach fehlen und die man dann so herrlich mit eigenen Inhalten und Interpretationen füllen kann. Wenn du dieses hier gelungen findest, freut mich das einfach nur!

Herzlichen Dank und liebe Grüße
Catherine
12.08.2019 | 01:06 Uhr
zu Kapitel 15
Huhu,
ich habe in letzter Zeit ein wenig geschwächelt, ich weiß.
Old Shatterhand ist also nun ein wenig schlauer in Bezug auf Ntscho-tschi, wenn auch unfreiwillig und er ist sich noch nicht sicher, wie er damit umgehen soll, zumal Winnetou seine Schwester – trotz des Wissen, dass Old Shatterhand sich (noch) nicht binden will, auf eine Schule der Weißen zu gehen um zu lernen. Logischerweise ist Old Shatterhand natürlich nun hin- und her gerissen, da er ja nicht weiß, ob nach ihrer Rückkehr nicht doch erwartet wird, dass er sie heiratet (denn schließlich ist sie auf eine Schule für Weiße gegangen). Aber andererseits lernt sie dort Dinge, die für den Stamm von Nutzen sein könnten. Das nächste Problem in seinen Augen ist einfach, dass er sie zwar liebt, aber eher wie eine Schwester. Das Gespräch von sich aus auf diese Sache zu lenken und klar zu stellen, dass er nicht heiraten will, ist auch keine Option, denn dann müsste er ja zugeben, dass er gelauscht hat, wenn auch unfreiwillig. Also erst einmal abwarten.

Glücklicherweise brachte der nächste Morgen Abwechslung und Winnetou und er ritten zu einem Handelsposten. Winnetou kennt diesen zwar, war aber noch nie in dem Laden, da er sonst immer Klekih-petra dabei hatte, der dort einkaufen ging. Irgendwie schaffte Scharlih es doch, Winnetou zu überzeugen mit in den Laden zu kommen, aber leider gab es dort einen schlechten Start, denn der Angestellte ließ hören, dass er Indianer nicht sonderlich leiden mochte und erst Recht keinen bedienen wollte.
Old Shatterhand verlor die Beherrschung und Winnetou legte vorsichtshalber die Hand an seine Waffe. Der Lärm, den Scharlih dann verursachte, als er den Angestellten in seine Schranken verwies, alamierte den Besitzer des Ladens, der sich für die nicht vorhandene Gastfreundschaft aufrichtig entschuldigte, den Angestellten entließ und noch einmal von vorne begann. Und auch der Tod Klekih-petras tut ihm aufrichtig leid.

Die Essensszene war toll geschrieben.

Während der Ladenbesitzer die Sachen von der Liste zusammen suchte, aßen Winnetou und Scharlih Eintopf und tranken Bier, welches Winnetou, der so etwas zum ersten Mal probierte, sogar schmeckte. Offenbar schien der Besitzer wirklich ehrlich zu sein, denn er machte beim Bezahlen offenbar keinerlei Anstalten, Winnetou zu übervorteilen.

Und eine neue Freundschaft geschlossen.

War schön zu lesen. Bis zum nächsten Mal

Antwort von CatherineK am 18.08.2019 | 11:49:00 Uhr
Hi Izzy,

wir schwächeln alle mal, kein Problem. Gerade du bist doch sonst immer da!

OS wartet erst einmal ab. Das ist einfach, aber er ist ja auch noch jung. Und du analysierst seine (wenigen) Handlungsmöglichkeiten hier ganz richtig. Letztlich bleibt ihm die Hoffnung, dass NTs Liebe sich mit der Zeit abschwächt, oder dass sie gar jemand anderen kennen lernt.

Es freut mich, dass du die Essensszene magst! Es hat mir auch Spaß gemacht, sie zu schreiben. Ich hab immer gerätselt, wo denn wohl W sein erstes Bier getrunken hat und wann er mit den Speisen der Bleichgesichter vertraut wurde. Warum dann dies also nicht in jene erste Zeit hineinlegen und OS dabei sein lassen? Ich fand das irgendwie plausibel.

Nachdem W sich überwunden hat, in den Store hineinzugehen, musste das Ganze ja am Ende gut ausgehen, sonst hätte er das wohl nie wieder getan. Es wird hier ein Grundstein gelegt; W erfährt, dass die Weißen nicht alle schlecht oder gut sind, und er kann Vertrauen aufbauen zu dem Storebesitzer. Letztlich wird er diesen ja auch einmal allein aufsuchen müssen.

Vielen Dank, liebe Izzy, für deine Rückmeldung!
Viele Grüße
Catherine
09.08.2019 | 09:45 Uhr
zu Kapitel 15
Ich finde es weiterhin sehr spannend, hier mitzulesen. Solche Eindrücke und Episoden hat der gute Karl uns ja in seinem Werk verwehrt. ;-) Das macht seine Helden doch gleich weitaus menschlicher.

Antwort von CatherineK am 12.08.2019 | 20:05:51 Uhr
Hallo SilviaK!

Ich bin eigentlich ganz froh, dass KM uns diese Lücke in seinem Werk hinterlassen hat, denn es macht mir auch sehr viel Spaß, sie mit meiner eigenen Fantasie zu füllen und seinen und unseren Helden etwas mehr Menschlichkeit und Normalität einzuhauchen!
Vielen Dank für diese Rückmeldung; ich hab mich gefreut, von dir zu hören!

Liebe Grüße
Catherine
08.08.2019 | 10:59 Uhr
zu Kapitel 15
Liebe Catherine!

Wie schön, dass es schon so schnell weitergeht mit Deinem Tagebuch. Just in time vor der Aktivität, die in der kommenden Woche hier zu erwarten ist ;-)!

Ich steige mal wie meist mit dem Titel ein.

„Die fremde Welt“

Auch hier bezieht sich der Titel sowohl auf OS, als auch auf W und in gewissem Maße sogar auf NT.

Wir beginnen mit OS, der das Gespräch zwischen W und NT hört und so von NTs Gefühlen ihm gegenüber erfährt.

Das stürzt ihn in ein ganz schönes Dilemma, das Du hier sehr gut und sehr klar umreißt.

Er mag NT, aber eher so wie eine kleine Schwester. Er will sich nicht binden und schon gar nicht an eine Indianerin – auch wenn es die hübsche Häuptlingstochter ist ;-)!

Aber er macht sich auch Gedanken darüber, was eine Zurückweisung Nts für Konsequenzen haben könnte.

„Die fremde Welt“, die sich gerade erst für ihn aufgetan hat und die er so faszinierend findet, könnte sich ihm mit einem Mal wieder verschließen.

Die Überlegungen, ob NT nicht aus den falschen Gründen nach St. Louis will und dass dies vielleicht vorteilhaft für den Stamm wäre, aber ja der Tatsache entgegensteht, dass NT für lange Zeit von ihrer Familie und ihrer Heimat getrennt wäre und eine „fremde Welt“ betreten muss, finde ich bei Dir weitaus differenzierter als bei KM selbst, obwohl der sich ja durchaus auch so seine Gedanken darüber gemacht hat.

Soweit zu dem, was wir aus W I bereits ein Stück weit kennen, Du aber noch gekonnt verfeinert hast. ;-)

Dann aber führst Du uns zu einer neuen Episode aus dieser frühen Zeit der Freundschaft und die hat ihren ganz eigenen Reiz.
W muss eine für ihn „fremde Welt“ betreten.

Offen gestanden habe ich mir da noch nie Gedanken drüber gemacht, wie viel Kontakt W bis zu diesem Zeitpunkt mit den Weißen hatte und wie das dann ausgesehen haben könnte. Ganz offensichtlich eine Bildungslücke, die Du nun schließt ;-)!

Du wählst dafür ein fast schon alltägliches Szenario – Waren müssen beschafft werden, die von den Apachen nicht selbst hergestellt werden können, ihnen aber das Leben erleichtern.

So ganz alltäglich ist es aber dann doch nicht, denn bislang ist W zwar schon mit bei dem Händler gewesen, aber KP hat die Verhandlungen geführt. Ich bin hier ganz auf OSs Seite und finde das in diesem Fall einmal nicht sehr weitsichtig von dem sonst so weisen Lehrer, dass er W nicht an diesen Aspekt des Umgangs mit den Bleichgesichtern herangeführt hat. Ich bin mir aber sicher, dass er es nur gut gemeint hat und seinen Schützling vor dem bewahren wollte, was dann auch zunächst in diesem Handelsposten geschieht.

Den unverschämten, rothaarigen Jüngling beschreibst Du echt gut. Den hatte ich direkt vor Augen, so wie auch den ganzen Laden mit seinen vielen Details. Da beneide ich Dich wirklich um Dein Talent. So etwas bekomme ich nicht hin!

Hier bekommen wir wieder vor Augen geführt, dass W und OS noch jung sind und am Anfang ihrer Entwicklung stehen.

OS ist doch noch recht ungestüm, wobei ich seinen Drang W zu verteidigen sehr gut getroffen finde. Genauso seine Enttäuschung darüber, dass sie ausgerechnet jetzt an einen Weißen geraten, der W beleidigt und ablehnend gegenübersteht. Genau zu dem Zeitpunkt, den er doch nutzen wollte, um endlich auch einmal W etwas beizubringen und ihm die Welt der Weißen ein wenig zu eröffnen.

Und auch W greift zur Pistole. All dies zeigt, dass sie noch dazulernen müssen und werden und macht die beiden irgendwie lebendiger und menschlicher, was mir sehr gut gefallen hat.

In die Kategorie „lebendiger und menschlicher“ fällt dann auch die Szene rund um den Eintopf, das Bier und den Kaffee ;-)!

Während OS reichlich zulangt, kann W mit dem Eintopf nun mal so gar nichts anfangen. Da musste ich doch sehr schmunzeln.

Immerhin schmecken ihm das Bier und der Kaffee. Und damit zeigst Du eben in einer kleinen Episode wieder Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Freunde.

Das Zuprosten fand ich einfach zu köstlich ;-))) !!!

Am Ende ist der Ausflug in die „fremde Welt“ für W und OS ein voller Erfolg. W hat in Smith einen neuen Freund gefunden, was sich nicht zuletzt darin zeigt, dass er diesen ermahnt auf seine hübsche Tochter aufzupassen und für OS hat sich der Wunsch erfüllt auch einmal Ws Lehrer sein zu dürfen.

Die Gedanken zum Schluss über Gemeinsamkeiten und Unterschiede, die Freunde verbinden und trennen haben Allgemeingültigkeit und kommen bei jeder Freundschaft zum Tragen und bilden einen perfekten Abschluss für das Kapitel!

Liebe Catherine, lieben Dank für einen weiteren tiefen Einblick in diese einzigartige Freundschaft!

Liebe Grüße

Danny

Antwort von CatherineK am 19.08.2019 | 08:49:25 Uhr
Liebe Danny,

es stimmt, die Überschrift ließe sich hier auch auf OS und NT beziehen, obwohl ich das eigentlich gar nicht beabsichtigt hatte. Den Absatz über das belauschte Gespräch habe ich vor allem eingeschoben, um eine zeitliche Einordnung zu treffen und den Leser darauf vorzubereiten, dass diese Geschichte irgendwann ein Ende haben wird und muss ;-)

Natürlich musste sich aber mein OS auch Gedanken über das Dilemma machen, in dem er nun unvermutet steckt sowie über mögliche Konsequenzen für ihn selbst. Dass du das gelungen findest, freut mich sehr!

Du schreibst: "Offen gestanden habe ich mir da noch nie Gedanken drüber gemacht, wie viel Kontakt W bis zu diesem Zeitpunkt mit den Weißen hatte und wie das dann ausgesehen haben könnte." Hihi, genau dazu ist mein Tagebuch ja da. Lücken finden und mit eigener Fantasie schleißen, das war ja von Beginn an die Absicht. Und ich gebe zu, das macht mir großen Spaß, wobei allmählich besagte Lücken weniger werden, oder ich sie einfach nicht sehe...

Diese hier aber stammt eigentlich aus W2, wo Old Death (sinngemäß) sagt, dass W viel in den Städten der Weißen verkehre. Da hab ich mich immer schon gefragt, wie das denn sein kann. Der ist doch nicht einfach in jungen Jahren in diese Städte gegangen und hat sich allein in Gasthäuser etc. gesetzt. Irgendwas musste doch mal geschehen sein, das ihn dazu sozusagen animiert hat, das ihn neugierig gemacht hat und ihn auch so ein bisschen befähigt hat, mit dieser Situation umzugehen. Warum also nicht OS die "Einführung" machen lassen, dachte ich.

Sicher hätte auch KP dies zuvor schon tun können, aber dann hätte ich es nicht mehr schreiben können. Und so habe ich Mays Lücke bzgl. KP etwas schamlos ausgenutzt und ihn hier mal etwas weniger weise einen Fehler machen lassen. Aber ich stimme dir völlig zu: Das war nicht beabsichtigt und hätte der weiße Lehrer länger gelebt, hätte er es vielleicht noch besser gemacht.

Dinge zu beschreiben, die man anfassen kann (z.B. hier Menschen oder Orte), macht mir wenig Schwierigkeiten; Probleme bereiten mir eher Mondnächte, Sonnenaufgänge und Stimmungen... so hat jede von uns halt seine Stärken und (leider auch) Schwächen...

Der ältere OS hätte in dem Store wohl besonnener reagiert; er hätte aber auch gewusst, dass der Rothaarige W nicht wirklich beleidigen kann und der Häuptling wäre lockerer gewesen. Die beiden sind eben noch jung und kennen sich noch nicht in allen Facetten. Schön, dass das aus dem Text herauszulesen ist!

Was das Bier angeht, so hab ich mich schon immer gefragt, wie W wohl dazu gekommen ist. Ähnlich wie mit den Städten: Ich konnte mir nie vorstellen, dass ein Apache einfach so in einen Saloon geht und sich ein (deutsches) Bier bestellt (s. W2). Irgendwann muss er das kennen gelernt haben;-). Das Zuprosten konnte ich mir dann nicht verkneifen und W kann ja auch recht wenig damit anfangen. Also beschränkt er sich auf ein "howgh" anstatt den Toast zu erwidern.

Liebe Danny, es macht mich glücklich, dass dir dieses Kapitel gefallen hat und ich damit einige Lücken schließen konnte! Herzlichen Dank für dein wunderbares Review!

Liebe Grüße
Catherine
07.08.2019 | 08:01 Uhr
zu Kapitel 15
Liebe Catherine!

Jetzt hab ich gleich wieder aufgeholt, bevor es ja vielleicht am Montag was neues zu tun gibt ;)

Ich mag dieses Kapi mega dolle voll!

Allein schon der Titel, der ja iwie erst mal so vermuten lässt, dass jetzt wieder OS was "Komisches" sieht oder lernt und dann aber man ja erfährt, dass es anders is, dass ja dieses Mal W die fremde Welt sieht.

Und das passt auch dazu, dass ja am Anfang OS von dem belauschten Gespräch was erfährt. Und auch, dass er ja, wenn man das in W1 ordentlich liest, eben nich NT so liebt, dass er sie heiraten würd. Egal jetzt ob mit oder ohne Schule.

Das is mehr so eine spätere Lesart dann, dass man da voll die Liebesgeschichte rein interpretiert hat. Und hier is das aber voll stimmig bei dir, dass uns OS sozusagen erklärt, warum das eben nix geworden wär mit ihnen beiden. Und bestimmt hat er auch recht, dass NT auch über ihn weggekommen wär und vielleicht auch jemand anderen evtl. in der Stadt gefunden hätt.

Und iwie is das auch so ne ganz neue Idee, dass KP auch iwie was "falsch" gemacht hat. Er hat W zu sehr beschützt und ihm zu viel abgenommen. Natürlich is das schon richtig, dass er als Weißer bei den Einkäufen geholfen hat, aber er hätt eben helfen müssen und es nich alles machen dürfen. Mehr so Hilfe zur Selbsthilfe wär doch gut, so wie OS das jetzt macht.

Ich mein klar, KP hatte nich vor wegzugehen im Gegensatz zu OS. Aber er stirbt ja auch mal iwann (jetzt natürlich schneller als gedacht) und dann is W allein und kann das alles nur theoretisch. Ich find, das war voll die wichtige Lehrstunde!

Und es is auch iwie voll die süße Idee, dass W Bier und Kaffee kennenlernt. Muss er ja mal iwo, dass ihm das dann später schmeckt. Mir is Bier ja zu bitter.

Ich find das auch gut, dass nich gleich alle so voll in Ehrfurcht erstarren, weil W kommt, sondern dass der Rothaarige da voll gemein is erst mal und dass OS dann auch eingesteht, dass er mega überfordert is plötzlich. Aber es is dann eben auch wieder beruhigend und iwie sehr mayisch, dass der eigentliche Besitzer dann eben doch ein ehrlicher Kerl is.

Und ich mag das voll, dass W mal ein Mädchen anstarrt! Der is jung und die is schön und für ihn auch mega exotisch, da passt das total find ich!

Also insgesamt echt ein Kapi, das ich toooootal mag. Bin nur traurig, weil ich schon so ahn, jetzt wo du das Gespräch und die Schule erwähnst, dass es bald rum sein wird. Schnief.... Ich könnt noch hundert so Episoden lesen!!!!!

Schick dir ein mega dickes THX für dieses neue Kapi, das mich echt so iwie voll happy gemacht hat. Mal wieder ein bissl was Leichtes und Schönes, wo es so düster is grad überall.

Ganz viele liebe Grüße und bis bald!

Deine Melissa!

Antwort von CatherineK am 18.08.2019 | 11:40:56 Uhr
Liebe Melissa,

bitte entschuldige, dass du so lange auf diese Antwort warten musstest. Sei aber versichert, dass ich mich sehr über deine Rückmeldung gefreut habe!

Hihi, über meine Titel-Idee war ich selbst ganz glücklich; natürlich war es Absicht, dass sie ein wenig in die Irre führen sollte, was sich dann ja aber recht schnell auflöst.

Die Liebesgeschichte, ja, ich glaube auch, dass KM das eigentlich eher als eine Art Schwärmerei von NT für den "tollen" OS verstanden haben wollte. Natürlich mit enorm schlimmen Folgen, leider. Ich fand es aber auch sehr natürlich, dass sich ein so junger Mann nicht gleich binden will, und sei es an die Tochter des Häuptlings. Es mag ihm daher letztlich auch als ganz guter Ausweg erschienen sein, dass NT zunächst einmal in einer Schule untergebracht wird.

Was KP angeht, so bin ich froh, dass mir hier offenbar seine Handlungsweise abgenommen wird. Wir wissen ja über den weißen Lehrer nur sehr wenig, also bietet er auch etwas Interpretationsspielraum. In W1 ist er es, der sich zunächst den Weißen zeigt; erst später ruft er seine Begleiter hinzu und daher denke ich, dass er auch in dieser Situation vielleicht W schützen würde. Zumindest zunächst, in jungen Jahren. Später hätte er ihn dann evtl. mitgenommen, aber er dachte ja auch, noch viel Zeit zu haben.

Genau, irgendwo musste W das Bier ja mal kennen gelernt haben. Das dachte ich auch so und hab die Gelegenheit genutzt ;-). Den Kaffee haben wir uns hier im Fandom ja eher selbst erdichtet; ich glaube, bei KM gab es den nicht.

Naja, ich bin tatsächlich in einigen Klischees a la May hängen geblieben. Der fiese, schmutzige Kerl, das hübsche Mädchen, das W anstarrt, der "gute" Storebesitzer. Du deckst das ganz richtig auf, gibst mir aber netterweise Rückendeckung, dass man das so machen kann. Den Hinweis darauf, dass die blonde Schönheit ja für W exotisch sein muss, finde ich super, danke dafür! Ich glaube auch, in diesem Rahmen, in dem er Fokus woanders liegt, ist das so in Ordnung. Aber anderswo muss ich solche Dinge vielleicht doch mal etwas kritischer unter die Lupe nehmen ;-).

Liebe Melissa, es macht mich glücklich, dass dir dieses Kapitel so gefällt! Vielleicht merkst du, dass ich mir gerade echt Mühe gebe, mal etwas weniger düster zu schreiben :-))

Ganz liebe Grüße
Catherine
06.08.2019 | 18:45 Uhr
zu Kapitel 15
Liebe Catherine,

Zuerst dachte ich angesichts des Titels, dass es nun darum geht, dass Ntscho-Tschi nach St- Louis will, um zu lernen, wie eine Weiße zu leben. Aber so weit sind wir zum Glück noch nicht. Zunächst schnallt OS endlich, dass die Schwester Ws mehr für ihn empfindet als nur schwesterliche Gefühle. Die Gedanken, die er sich dazu macht, finde ich alle sehr plausibel und so wie du schreibst, ist es ja wohl Winnetou, der seiner Schwester rät, auf eine Schule der Weißen zu gehen, obwohl er anscheinend bemerkt hat, dass OS keine Beziehung möchte.

Es geht ja in allen möglichen Geschichten hier immer wieder um die Frage, ob OS Schuld hat an dem Tod Ntscho-Tschis und ihres Vaters. So wie du das beschreibst, trifft auch W somit einen großen Teil der Schuld.

OS glaubt keine andere Wahl zu haben, als die Dinge einfach laufen zu lassen, womit das Unheil seinen Lauf nimmt. Meiner Meinung nach hätte er aber, ohne sich zu verraten, durchaus mit W reden können. Er hätte sagen können: “Hör mal, ich glaube, deine Schwester empfindet mehr für mich als ich.” Und dann hätte er seinen ganzen Überlegungen mit W besprechen können.

Aber wir wissen ja, dass es anders gekommen ist, seufz.

Nach diesem bedrückenden Einstieg wird dein neues Kapitel aber richtig schön. Klar, dieser Angestellte ist ein ziemlicher A... und ich kann gut verstehen, dass OS ihm eine scheuern will. Aber der nette Ladenbesitzer macht das ja wieder wett. Und wie du W darstellst, schüchtern und so jung und unerfahren im Umgang mit den Weißen ist so nett und warmherzig, hach.

Ein Gedanke ist mir aber noch gekommen. Es wird ja immer betont, dass W keinen Alkohol trinkt, aber das bezieht sich anscheinend nicht auf Bier, obwohl auch Bier betrunken machen kann. Eigentlich hätte ich gedacht, dass W nach zwei Gläsern, er hat ja auch nicht viel von dem ungewohnten Essen zu sich genommen, einen kleinen Schwips haben müsste. Aber auch für KM war Bier wohl nur ein leckeres Getränk ohne jegliche Gefahr. Aber vielleicht war das Bier ja so ein leichtes Bier, wie man es in Schweden bekommt ;-) .

Ich habe dieses Kapitel sehr gerne gelesen und war froh, dass nichts Schlimmes passiert ist, das ist ja auch mal schön.

Schöne Grüße

Arvara

Antwort von CatherineK am 12.08.2019 | 20:03:12 Uhr
Liebe Arvara!

Wenn man einen Schuldigen an NTs Tod sucht, kann man natürlich sagen, dass sowohl OS als auch W ihren Anteil haben. Der eine, weil er dazu geraten hat, der andere, weil er nicht abgeraten hat. Dann hätte aber auch IT eine Mitschuld, denn er hätte es auch verbieten können. Ich sehe das insgesamt aber gänzlich anders. Ich finde, es gibt nur einen Schuldigen, und das ist Santer, der NT ermordet hat. Alles andere war nicht vorhersehbar, weder für OS noch für W.

Natürlich hätte OS sagen können, dass er NT nicht liebt; dann wäre sie vielleicht nicht aufgebrochen. Vielleicht aber auch gerade, um ihm zu beweisen, dass sie anders sein und ihm eine ebenbürtige Partnerin sein kann. Ich finde aber nicht, dass er aufgrund dieses Versäumnisses die Schuld trägt. Was ich ihm höchstens vorwerfen kann ist, dass er sich niemals diese Gedanken selbst gemacht hat. Er selbst hätte sich nämlich durchaus die Verantwortung zuschreiben können. Das aber tut er ebensowenig wie W.

Schön, dass dir der junge W gefällt. Natürlich hatte ich Bedenken, ob man ihn mir so abnehmen würde...

Über das Bier habe ich auch nachgedacht und gebe dir durchaus Recht: Vielleicht ist W tatsächlich etwas beschwipst. Er hat sich ja aber wie immer sehr gut unter Kontrolle, so dass das niemand merkt;-)
KM spricht in Bezug auf Alkohol aber meines Wissens immer von Feuerwasser, worunter er - wie ich denke - Hochprozentiges versteht. Schnaps, Brandy, Whiskey... Davon ist Bier dann doch meilenwert entfernt ;-).

Herzlichen Dank für deine Rückmeldung, über die ich mich sehr gefreut habe!
Liebe Grüße
Catherine
06.08.2019 | 17:41 Uhr
zu Kapitel 15
Das wird sich wohl im laufe der Zeit zeigen. Dennoch war es gut, das Karl ihn mit genommen hat.
Auch wenn dieser erst nicht wollte.
Weiter so, freue mich auf das nächste Kapitel.

LG
Onlyknow3

Antwort von CatherineK am 12.08.2019 | 19:52:51 Uhr
Hi Onlyknow3!
Ja, die Zeit wird so Einiges zeigen, womit OS und W noch nicht unbedingt rechnen...
OS hat aber erkannt, dass er W einen wichtigen Einblick in das Leben der Weißen verschaffen kann und nutzt seine Chance.
Schön, dass du weiterhin dabei sein wirst!
Liebe Grüße
Catherine
06.08.2019 | 10:54 Uhr
zu Kapitel 15
Liebe Catherine,


lange habe ich mich hier nicht mehr gemeldet, heute will ich die Gelegenheit nutzen, dass ein neues Kapitel kam und ich gerade Zeit habe.

Zunächst erfolgt über die Erwähnung des belauschten Gesprächs eine zeitliche Einordnung: Wir haben noch ein wenig Zeit bis zum Aufbruch, es wird ja beispielsweise noch das Gespräch mit Intschu tschuna geben, also dürfen wir uns wohl noch auf ein paar weitere Episoden freuen. :)

Ich bin auch gespannt, inwieweit OS seine hier begonnenen Überlegungen fortführen wird, sobald Nscho-tschis Pläne ihm offiziell mitgeteilt werden. Seine Überlegungen finde ich schlüssig und in character: Er sorgt sich zwar kurz um N, wenn sie seinetwegen so lange von zu Hause fort wäre, aber im Grunde geht es doch kaum um sie und ihre Gefühle, sondern darum, wie er aus der Nummer herauskommt: Das Thema offen anzusprechen und N die Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft zu nehmen, geht nicht, weil er Angst vor den Konsequenzen hat. Also muss er N gehen lassen und ihr damit auch die Illusion lassen, er könnte sich ihr noch zuwenden. (Dass er keinen dritten Weg sieht, passt auch.) Das birgt die Gefahr, dass nach Ns Rückkehr eine Heirat erwartet werden könnte. OS beruhigt sich mit dem Gedanken, N könnte auf der Schule Nützliches für den Stamm lernen (was jedoch nicht ihr eigentlicher Antrieb ist) und einen anderen Heiratskandidaten finden, was ihn dann endgültig von allen Erwartungen befreien würde. Seine Gedanken kreisen also nahezu ausschließlich um seine Schuld und deren mögliche Bewältigung, aber diese Schuld bleibt abstrakt (Wofür genau würde er denn Schuld auf sich laden?), denn der Bezug zu Ns Gefühlen bleibt weitgehend implizit. Er reflektiert zwar knapp, aus welchem Grund und mit welchen Erwartungen N aufbrechen würde, aber überhaupt nicht, wie sich dies auf ihre Gefühle auswirken würde, wenn ihre Hoffnungen letztlich enttäuscht werden. Was N auf sich nehmen würde, um eine Chance auf ein Liebesglück mit OS zu wahren, wird ebenfalls nur angedeutet: Leben in der Stadt, fernab von ihrer Familie und allem, was sie kennt. Dass OS das alles nicht so genau reflektiert, passt dann eben auch gut zum weiteren Handlungsverlauf bei May.


Dann geht es aber um etwas ganz anderes: OS wird für diese Episode zum Lehrer Ws. Der Ansatz, W als eher unerfahren im direkten Umgang mit Weißen darzustellen und seine Reserviertheit ihnen gegenüber in den Fokus zu rücken, gefällt mir sehr gut. Wieder einmal zeigst du deutlich, dass unsere Helden noch sehr jung sind. W vermeidet Aufeinandertreffen mit Weißen, wenn er es kann, und legt für eine ganze Weile sogar seine sonst so einnehmende Aura ab. Ein souveräner Umgang mit der Situation, wie wir es von W sonst kennen, erfordert eben Erfahrung und daraus erwachsene Sicherheit, die dein W noch nicht hat. Und auch OS reagiert impulsiv und zeigt so, dass er noch viel lernen muss.

Sehr atmosphärisch fand ich zahlreiche Kleinigkeiten in deiner Geschichte: das quietschende Ortsschild, das sich im Aufbau befindliche Gebäude, die Einkaufsliste (hihi), das Sammelsurium verschiedenster Waren und später dann v.a. die ganze Szene rund um den Eintopf, Ws Reaktion auf die ungewohnte Würzung und OS‘ kindliche Freude über das Gericht, Bier und Kaffee an einem einzigen Tag.

Aus zweierlei Gründen stimmig empfand ich den Zwischenfall mit Dusty: Rein äußerlich passt die Beschreibung, angefangen vom Sonnenbrand über die wässrigen Augen bis hin zu Kleidung und Accessoires, gut zu Unsympathen im May’schen Kosmos. Außerdem ist der humorige Ton der Szene herrlich, der trotz der eigentlich sehr ernten Thematik zwischen den Zeilen aufblitzt: Dusty beschwert sich über stinkende Rote und will sich mit einem schmutzigen Taschentuch davor schützen; als OS ihn packt, reißt sein Kragen und er kracht zu Boden.

Witzig fand ich auch die Bemerkung, dass gutes Personal schwierig zu finden sei. XD
Der Ladeninhaber wirkt sympathisch. Bei der Beschreibung seiner Tochter war ich etwas erschlagen ob der vielen Attribute und Wertungen, ich denke, die Aussage würde sich auch mit weniger vermitteln, zumal man sie ja in Ws Reaktion gespiegelt bekommt.

Die letzten Absätze runden die Episode schön ab: Vieles trennt die Blutsbrüder, noch mehr verbindet sie, vieles gibt es noch zu entdecken. Das ist ja der rote Faden, der sich bei all diesen frühen Episoden der Freundschaft durchzieht. W erscheint OS oft noch rätselhaft: Seine Scheu vor dem Kontakt mit den Weißen, die Unsicherheit über Ws mögliches Verhalten im Store, die Feststellung am Ende, nicht in sein Herz blicken zu können.


Liebe Grüße
Regenengel

Antwort von CatherineK am 12.08.2019 | 20:28:16 Uhr
Liebe Regenengel!

Du erkennst die Einordnung des Kapitels ganz richtig! Es scheint noch Zeit bis zum Aufbruch zu sein, wir wissen aber auch nicht, ob OS noch Tagebucheinträge schreiben wird. Fest steht, dass das belauschte Gespräch der Anfang vom Ende ist. Zu dem Zweck habe ich diesen Abschnitt auch geschrieben ;-).

Schön, dass du die Überlegungen meines OS in Charakter findest! Es stimmt schon, er reflektiert nicht richtig, denkt auch nicht bis zum Ende und schon gar nicht denkt er über NTs Gefühle nach. Das wirkt vielleicht etwas egoistisch, aber man darf eben nicht vergessen, dass mein OS hier noch wirklich jung ist. Der ist aufgebrochen, um die Welt zu sehen und er fängt erst gerade damit an. Da kommt eine Heirat nicht infrage.
Vielleicht - so habe ich gedacht - sieht er es auch als durchaus positiv für NT an, in eine Schule zu gehen. Sie kann dann tun, was den meisten Frauen seiner Heimat verwehrt bleibt, und was er selbst für ein hohes Gut hält: nämlich etwas erleben, reisen, Neues lernen und kennen lernen. Warum sollte das nicht auch erstrebenswert sein, wenn der geliebte Mann hinterher trotzdem nicht zur Verfügung steht?

Der junge, etwas unsichere W ist so ganz und gar nicht mayisch. Umso mehr freut es mich, dass auch du ihn mir so abnimmst! Ich fand es immer merkwürdig, dass W in Band 2 der Trilogie beschrieben wird als jemand, der viel in den Städten der Weißen verkehrt und sehr weltmännisch auftritt. Mir fehlte da ein Zwischenstück, so ein Moment, in dem W das "lernt" oder eben zum ersten Mal ausprobiert. In diesem Kapitel wird also zumindest der Grundstein für Ws späteres Verhalten gelegt.

Ich liebe es, all diese Kleinigkeiten, die du da nennst, in meine Geschichten zu bringen, und daher freut es mich sehr, wenn das bemerkt wird! Schon immer hab ich mich gefragt, woher denn W Bier kennt. Kaffee ist nicht KM-echt, aber der geistert hier des Öfteren mal durch die Geschichten, sodass ich als Kaffee-Junkie den unbedingt dazunehmen musste;-)

Und noch mehr freut es mich, dass du den humorigen Unterton der Dusty-Szene bemerkt hast, jubel! Denn Humor ist so überhaupt nicht meins... (was sich natürlich auf das Schreiben bezieht, nicht auf das wirkliche Leben :-DD)

Vielleicht habe ich bei der Tochter etwas übertrieben, das kann gut sein. Manchmal schießt man ja über das Ziel hinaus, zumal mir nicht ganz bewusst war, dass Ws Reaktion das derart spiegelt. Ich werd nochmal drüberlesen; danke für den Hinweis!

Vielen Dank für dieses wunderbare und auch so überaus schnelle Review, worüber ich mich sehr gefreut habe!
Herzliche Grüße
Catherine