Reviews 1 bis 4 (von 4 insgesamt):
18.02.2017 | 23:45 Uhr
zu Kapitel 4
Oh ja, "Zeit der Verachtung".
Wenn überhaupt dann weiß ich nicht ob dieses Buch genau so gut oder besser als "Erbe der Elfen" (und ich finde EdE verdammt gut) ist.
Geralt ist wunderbar sympatisch, wenn auch eine Spur naiv, wie er bemüht weiterhin ist sich aus Politik, Intrigen und Krieg heraus zu halten.
Um dann zu begreifen, dass dies einfach nicht klappt, wenn die ganze Welt um einen herum im Flammen aufgeht.
Abgesehen davon wie das Buch im größeren Geschehen schonungslos REALPOLITIK beschreibt.
Angefangen davon, welche harschen Bedingungen an das neue Elfen-Reich von Nilfgaards Gnaden geknüpft sind bis dahin, wie Kaedwen hastig umschwenkt und seinen eigenen Nutzen aus der Nilfgaarder Invasion zieht ("Wir kommen zur brüderlichen Hilfe!"). Ehrlich gesagt, meine Lieblingstelle war Nilfgaarder Heeres-Intendant, der den ganzen wirtschaftlichen Aspekt des Feldzuges bedenkt ("Von dieser Einheit werden zwar nur ein paar im Kampf sterben, aber Krankheiten und Unfälle auf dem Feldzug werden trotzdem die meisten von ihnen dahin raffen").
Was soll man da noch schreiben? Die "Geralt"-Saga ist zwar nicht für jede Stimmung etwas, aber realitätsnäher kann Fantasy wohl kaum werden.
Und dennoch Platz für etwas Humor, der perfekt zündet.
Klasse Buch aus einer klasse Reihe.
01.02.2017 | 21:50 Uhr
zu Kapitel 2
Das über das finstere Tal klingt schon toll.
Der Trailer hatte mich auch beeindruckt, von wegen Western-Motive in den Alpen.
War leider immer der klassische Fall von "keine Zeit" und "vergessen" in Wechselwirkung,so dass ich es im Kino verpasst habe.
Aber diese Kritik ist noch mal gute Erinnerung und Motivation zu gleich. Muss mal sehen, wo ich Film und/oder Buch ausleihen kann.

Antwort von BlutfederderDichter am 02.02.2017 | 05:58 Uhr
Es freut mich, dass ich dir den Film und das Buch wieder in Erinnerung rufen konnte.
Ich würde mich freuen, wenn du mir eine Rückmeldung gibst, wie dir "Das finstere Tal" gefallen hat.
30.01.2017 | 22:31 Uhr
zu Kapitel 3
Das unterschreibe ich so, Andrzej Sapkowski kann sich absolut mit Terry Pratchett und George R. R. Martin messen.
Ergänzen muss ich dabei noch, dass mir auch gefällt dass es bei aller schrecklicher Behandlung der Nichtmenschen durch die Menschen in den Romanen auch anders herum läuft.
So wird etwa stark impliziert dass lange vor der Ankunft der Menschen die Elfen selbst als "Kolonisten" die schon länger ansässigen Gnome und Zwerge aus den Wäldern und Ebenen ins karge Gebirge verdrängten.
Eine beunruhigend hohe Anzahl von Scioa'tael hat selbst die "Alle Menschen ins Meer zurück treiben"-Einstellung und tötet Menschen nur für das Verbrechen des Menschseins (siehe auch die Geralt-Kurzgeschichte "Der Rand der Welt").
http://hexer.wikia.com/wiki/Der_Rand_der_Welt_(Kurzgeschichte)
Und schließlich wird die ganze Scioa'tael-Bewegung tatsächlich sehr stark von den Nilfgaardern gestützt, denen es sehr nützt wenn sich im Landesinneren die Menschen und Elfen des Nordens gegenseitig nieder machen, während dadurch die Grenzen ein leichteres Ziel für ihrer Armeen werden (speziell "Die Zeit der Verachtung" und "Die Dame vom See" betonen das noch einmal).
http://hexer.wikia.com/wiki/Scoia%27tael
Im Band "Feuertaufe" wird zudem noch sehr stark impliziert dass selbst im Zwergenreich Mahakam eine sehr regressive Gesetzgebung herrscht und ein Großteil der Bevölkerung ein nicht sonderlich beneidenswertes Leben in den Minenschächten und an den Hochöfen fristet. Weshalb eben so viele Zwerge als Handwerker, Händler, Bankiers und Söldner ihr Glück in den Menschenstädten versuchen, trotz gesellschaftlicher und gesetzlicher Unterdrückung sowie die ständige Gefahr von Pogromen.
Kurz, in dieser Welt hat keine Rasse von Natur aus die moralische Überlegenheit oder gar eine perfekte Gesellschaft. Was für mich ein extrem wichtiger Punkt der Romane ist.

Das eher als Ergänzung, im Grunde kann ich allem von dir geschrieben nur zustimmen.

Antwort von BlutfederderDichter am 31.01.2017 | 14:17 Uhr
Danke für deine Review.
Ich bin gerade dabei, "Die zeit der Verachtung" zu lesen, und werde wohl die ganze Reihe und die Kurzgeschichten lesen und eventuell hier besprechen, sollte die Qualität auf diesem Niveau bleiben oder ins Bodenlose abfallen.
Ja, dass habe ich auch gelesen, dass die Elfen nicht besser waren, als einst die Menschen. Yarpen Zigrin hat den Leser und Ciri ja darüber aufgeklärt. Erst selbst als Herrscher auftreten und alles mit ihren Tempeln zupflastern und dann, wenn die bösen bösen Menschen kommen, dann sollen alle Anderlinge plötzlich Freunde sein.
Haben diese Einstellung nicht alle Scioa'tael?
Eine Bitte habe ich, greife in den anderen Reviews, denn ich stelle eine Besprechung von "Zeit der Verachtung" in Aussicht, nicht vor. ich möchte selbst zu den Erkenntnissen kommen.
Es hat mich auf jeden Fall gefreut hier von dir zu lesen
13.01.2017 | 10:29 Uhr
zu Kapitel 2
Lieber Autor

Ja, aufgrund deiner Mail konnte ich die Finger nicht stillhalten und musste gleich mal 'reinlesen. Aber ich hatte ein merkwürdiges Déjà-Vu, bis ich bemerkt habe, dass ich tatsächlich schon mal hier gewesen bin - nicht als Schwarzleser, keine Sorge. Ich wollte mir dieses Stück für später aufbewahren, bis mehrere Kapitel vorhanden sind.
Aber gut, jetzt bin ich hier und kann auch gerne meine Meinung dalassen.

Vorneweg möchte ich sagen, dass ich den Spoiler-Teil aus diversen Gründen nicht gelesen habe und dazu auch keine Stellung beziehen kann.
Darüber hinaus habe ich einiges an Lob für dich mitgebracht. Ich mag deine Wortwahl, auch wenn ich mir nach mehrmaligem Lesen nicht sicher bin, ob Joe jetzt ein Charakter oder ein Tippfehler ist (müsste im ersten Absatz stehen). Du besprichst das Buch in einer hervorragenden Sprache, womit ich sagen will, dass es einem bei deinem Vokabular nicht schwer fällt, deinen Worten Glauben zu schenken.

Leider habe ich doch wenig Informationen bekommen, zumindest nicht so viele, dass ich das Buch unbedingt lesen möchte. Nicht falsch verstehen! Es ist schon nicht schlecht, dass du nicht alles verraten hast, aber mir fehlt die inhaltliche Frage, was den Leitfaden für das Buch angeht. Okay, wir haben einen Fremden, der vorgibt, in einem kleinen Örtchen malen zu wollen, was aber mysteriös ist, weil kaum jemand von diesem Dorf weiß und es auch atypisch ist, dein eigenes zu verlassen, richtig? Und weiter? Ich meine, gibt es ein 'Weiter'? Wenn es kein 'Weiter' gibt, was nicht schlimm ist, dann hat das aber noch nicht mein Interesse gefangen.

Nimm das nicht zu ernst, da wahrscheinlich der Plottwist und alles Wichtige unter 'Spoiler' steht, was ich ja bekanntlich geskippt habe. Und das bringt mich zu meinem nächsten Punkt. Danke, dass du gekennzeichnet hast, welcher Teil Spoiler beinhaltet. Wirklich lobenswert, da ich sicher nicht die Einzige auf der Suche nach neuen Büchern bin, die Potenzial haben.

Ferner möchte ich die Länge deines Textes loben, da er sich relativ flott laß und falls er den Leser nicht ansprechen sollte, man dennoch nicht das Gefühl hat, Zeit verschwendet zu haben.

Dass ich deine 1-10 Bewertung gut finde, weißt du ja bereits. Ahnlich verhält es sich bei dem Vergleich zwischen Buch und Film, was ich aus persönlichen Gründen gut finde, da ich auch viele Filme und Serien begeistert verfolge (und wie bei der Panem-Reihe dann feststelle, dass auch Bücher zu Filmen schlecht umgesetzt sein können, aber reiten wir mal nicht weiter darauf herum. Hust)

Alles in Allem kriegst du auch von mir ein Fazit:
Mir gefällt deine Kritik, besonders deshalb, weil du das Buch eindeutig lobst und eine derart gute Rezension geschrieben hast, dass es meinen Punkt mit dem nicht offensichtlichen Leitfaden fast schon wieder wett macht, denn ich stelle mir die Frage, was zum Henker in dem Buch geschrieben steht und werde es vielleicht sogar lesen, mal schauen. Dein Vokabular ist solide und gibt dem Text die nötige Würze. Mithilfe von deinem Ranking und dem Film/Buch-Vergleich bringst du gen Ende noch einmal ein wenig Spannung auf, was ich äußerst gelungen finde.

Nein, Blutfeder, ehrlich. Ich mag deine Rezension und freue mich tatsächlich auf mehr. Und das Wichtigste bleibt mir noch zu sagen: Danke, dass du nicht (wie 1000 andere, hust) einen Bestseller, sondern ein (mir) unbekanntes Buch gewählt hast. Das macht viel aus.

So, mehr bleibt mir vermutlich nicht zu sagen, außer: Vielen lieben Dank für die herzliche Empfehlung und liebe, liebe Grüße
bis dann oder irgendwann,
nlcr

Antwort von BlutfederderDichter am 13.01.2017 | 11:45 Uhr
Danke für deine Review.
Das Joe ist völlig fehl am Platz und wird geändert. Den Grund für seinen Besuch in diesem Tal habe ich im letzten Satz vor dem Spoiler--Abschnitt angeteast.
Ich freue mich sehr, dass die der Stil gefällt. Die Unterschiede zwischen Buch und Film werde ich auch weiterhin auflisten, wenn ich auch den Film kenne. Meist, wenn auch nicht immer, wird der Film wesentlich schlechter wegkommen. Aber hier ist der Film fast genausogut, was verwunderlich ist, da es ein deutscher Film ist und diese selten über die typischen Sat1-Romantik-Komödien oder Vorschlaghammer-Geschichtsaufarbeitungsfilme hinauskommen.
Hättest du auf mehrere Kapitel warten wollen, dann hätte es sein können, dass wir uns erst in einigen Monaten gelesen hätten, da hier nur die wirklichen Ausnahmebücher hineinkommen, auch die schlechten, sofern ich diese nicht nach mehreren Rundflügen durch die Zimmer meiner Wohnung abgebrochen hätte.