Autor: RamonaXX
Reviews 1 bis 5 (von 5 insgesamt) für Kapitel 2:
11.02.2018 | 17:18 Uhr
zu Kapitel 2
Liebe Ramona,

zunächst einmal Respekt! Flüssiger Schreibstil, perfekte Wortwahl und sehr gut beschrieben. Sogar noch mehr, als ich dann später auf dem Bild gesehen habe.

Es ist nicht unbedingt mein Thema. Zuviel habe ich schon über Vietnam gesehen, gelesen, gehört. Dennoch, so wie du das Bild in meinem Kopf malst, ist es eine andere Perspektive des Ganzen. Es wird persönlicher als es so mancher Film vermitteln konnte.

Bislang dachte ich, die einzige Variante dieses Themas, die ich noch sehen und hören wollte wäre Miss Saigon, aber du hast mich eines Besseren belehrt. Aber ich werde es scheibchenweise zu mir nehmen.

Das Beschriebene wird wohl nie mein Freund werden, doch das Geschriebene hat sogar das Potenzial ein guter Freund zu werden.

Summa cum laude von mir.

Ender

Antwort von RamonaXX am 16.02.2018 | 20:55:40 Uhr
Guten Abend Ender,

schön dir wieder bei einem meiner Werke zu begegnen! Ich fühle mich echt geehrt. Auch Maggie ist/war ein leidenschaftlicher Leser des Vietnam-Kalenders. Es ist viel Zeit und Leiden(sbereit)schaft in dieses Projekt geflossen, was sicher dem geneigten Leser nicht entgeht.
Mit deiner Haltung bist Du in guter Gesellschaft. Vielen ist das Thema durchaus unangenehm, die Umsetzung hingegen sagt ihnen voll und ganz zu. Ich könnte jetzt noch weiter ausholen, aber ich halt mich zurück. Bitte geh deinen eigenen Weg, in deinem eigenen Tempo durch diesen Kalender, wenn Du es willst. Das ist wichtig. "Scheibchenweise" ist da sicher eine gute Wahl, denn die Intensität der knappen Text ist doch ziemlich hoch und sie sind vollgepackt mit emotionalen Momentaufnahmen...
Ebenso möchte ich dir für einen Vergleich mit "Miss Saigon" danken. Ein große Ehre für mich, dass überboten zu haben. Was mich zu meinem finalen Dankeschön, sprich einer theaterreifen Verbeugung, bringt. "Summa cum laude" hat für mich eine besonders tiefe Bedeutung, wo ich doch 2016 mein Studium kurz vor dem Bachelor abgebrochen habe und so jeder Chance auf diese Wertung entsagt habe. Sie nun für das zu erhalten, was mir wahrhaft am Herzen liegt - das Schreiben (über Krieg) - ist wirklich wundervoll!

Liebe Grüße und nochmal Dankeschön!
Ramona
14.12.2017 | 22:30 Uhr
zu Kapitel 2
Krieg ist ein Leben in Schmutz und Ungewissheit.
Man bewegt sich, erkundet, beobachtet, lauscht, zeigt Präsens, patrouilliert, versorgt sich und ab und an gibt es Gefechte.
Menschen sterben. Die jungen Amerikaner waren nicht darauf vorbereitet. Sie wussten nicht, was Krieg bedeutete.
Und sie waren nicht darauf vorbereitet, dass sie ständig auf den Boden starren mussten, auf Drähte achten mussten, auf Klappbrettfallen,
auf Minen, auf Sprengfallen, Signaldrähte, und Feine, die zusammen mit der Natur kämpften, Sie wussten nicht was Pungis (Bambusspitzen) waren und sie
träumten von einem Krieg ohne Verluste.

Hätten sie zuvor doch nur die Fremdenlegionäre gefragt. Sie taten es nie und sie hatten enorme Verluste. Dumme Verluste und sie starben.

Einen Kritikpunkt habe ich. Ich bin mir nicht sicher, ob es Staub ist, es könnte ebenso Dunst sein, Nebel, Blattverdunstung etc.
Vielleicht wäre der Ausdruck Schwebteilchen, oder von Hitze geschwängerte Luft passender.

Über die Jahre verfolge ich nun schon Deine Entwicklung.
Du schreibst sicher, voller Selbstvertrauen und schreibst Dein Ding.
Gut, es freut mich und dieses Mal nicht in Reimform.

Gruß Christian

Antwort von RamonaXX am 22.12.2017 | 13:34:20 Uhr
Hallo Christian,

wie bereits erwähnt freut es mich, dass Du zu diesem Projekt - denn genau das ist es für mich - gefunden hast. Wie ich genau auf die Idee gekommen bin, kann ich heute gar nicht mehr sagen, aber ich weiß das es mir über das Jahr großen Spaß gemacht hat, mir die verschiedenen Geschichten zu den verschiedenen Bildern auszudenken. Wobei "Spaß" sicher nicht das treffende Wort ist. Es war viel mehr eine anspruchsvolle Aufgabe, sich in jedes Bild einzufühlen, den abgebildeten Menschen einen Namen und eine Geschichte zu geben, die in eben jener Momentaufnahme münden.

Ich selbst habe überhaupt kein Talent fürs Fotografieren. Aber mich beeindruckt immer wieder, was andere mit einer Kamera zu Stande bringen. Das man Kriegsberichterstattung auch moralisch und ethisch hinterfragen sollte, ist klar. Es ist gewiss eine Profession mit Zwickmühlen. Insofern war es auch meine selbst auferlegte Vorgabe auf Bilder zurückzugreifen, die keine direkte Gewalt zeigen.

Ich danke dir für deine Lob und auch für die geäußerte Kritik. Ich habe den Punkt nochmal überdacht und umgeschrieben...
"Mein Ding" - ich denke genau das habe ich in der Auseinandersetzung mit Krieg/Soldaten/Militär gefunden. Es ist immer wieder ein großen Lob für mich, wenn (ehemalige) Angehörige des Militärs zu mir kommen, mir (symbolisch) die Hand auf die Schulter legen, um mir in die Augen zu schauen und dann zu sagen: "Ja, genau so ist das." Es zeigt mir, wie wichtig meine Arbeit für andere sein kann.

Viele Grüße
Ramona
10.01.2017 | 22:45 Uhr
zu Kapitel 2
Hei Ramona,

ebenso wie meine Vorredner finde ich die Idee klasse. Ich habe auch - ganz wie vorgeschlagen - zuerst den Text gelesen und mir dann erst das Bild angesehen. Es war in dem Sinne effektvoll, weil durch deinen Schreibstil und durch deine Beschreibungen ein genaues Bild vor Augen entsteht, welches man dann mit der Fotografie vergleichen kann. Im Großen und Ganzen hatte es auch mehr oder weniger übereingestimmt - wie in einer der vielen Romanverfilmungen, da stimmen meist auch nicht alle Details... aber im Großen und Ganzen.
Am liebsten würde ich Linus weiter begleiten, einfach nur um zu wissen wie es ihm dort ergeht (erging). Und ich möchte, dass er so wenig Leid wie möglich erfährt. Du hast seine Gefühle sehr gut beschrieben und transportiert. Es wäre von mir schon fast anmaßend zu behaupten, dass sie nachvollziehbar sind, aber ja.

Sehr schön.

Ein kleiner Fehler ist mir aufgefallen: "Durch den Schleier seiner eigenen Betroffenheit nahm Linus war, dass Second Lieutenant Rogers, der vor Cordwells Füßen stand und sein Gewehr locker über die Schulter geschwungen hatte, in seine Richtung sprach." - [...] nahm Linus wahr, [...]

Ich werde dieses Projekt auf jeden Fall weiter verfolgen.

Beste Grüße
Floki

Antwort von RamonaXX am 11.01.2017 | 11:14:12 Uhr
Tach Floki,

wenn Du die anderen Reviews so genau studiert hast, wir es dich sicher nicht wundern, wenn ich nur noch Mal sagen kann, wie überrascht ich bin, dass diese Idee so schnell, so viele Liebhaber gefunden hat. Für mich ist besonders schön zu lesen, wie Du dich mit dem Text (also erst dem Text) und dann mit dem Bild auseinander gesetzt hast. Mir fehlt diese Perspektive völlig. Da ich ja die ganze Zeit beim Schreiben die Bilder "anstarre", um ihnen ihrer Geschichte zu entlocken und in Worte zu fassen. Es ist sehr interessant für mich zu lesen, dass es wohl auch andersrum seine Wirkung entfaltet. Und selbstverständlich ist es so, dass bei solchen Sachen immer eine gewisse Abweichung besteht. Dass unterstreicht ja eigentlich nur die Vielfalt der menschlichen Fantasie. :-)

Die Geschichte von Linus endet leider hier. Aber ich kann dich verstehen. Ein Fortsetzung wäre durchaus interessant, einfach nur um zu wissen das er es schafft; es hoffentlich schafft. Am Ende ist es ja genau das, was ich mit den One-Shots erreichen will - nämlich das sich die Leser Gedanken um die Figuren und ihre Schicksale machen. (Und Du scheinst dir viele Gedanken gemacht zu haben.)

Danke auch für deinen Fav-Eintrag. Ich würde mich freuen in den nächsten Monaten weiter Reviews von dir lesen zu dürfen.

Viele Grüße
Ramona

Danke auch für deinen Einsatz als "Fehler-Fee". Du hast vollkommen recht, da fehlt ein "h". Wird sofort korrigiert!
02.01.2017 | 10:45 Uhr
zu Kapitel 2
Hi,
also ich muss sagen, ich finde diese Idee jetzt schon richtig gut, und so wie ich all deine Texte einschätze, werde ich hieran auch viel Freude haben, obwohl 'Freude' wohl angesichts des Themas mal wieder das falsche Wort ist.
Auf jeden Fall hat mir der erste Kalender Monat schon einmal sehr gefallen. Ein sehr bewegender Text, der gut zu dem wundervollen Bild passt, dass du dir da ausgesucht hast. Und ich kann die Gefühle von Linus sehr gut nachvollziehen, auch wenn ich wohl (auch hoffentlich) niemals in der Lage sein werde, sie wirklich gänzlich zu verstehen oder sogar ebenfalls zu erleben.
Und trotz des Themas hat mir dieser OS bereits ein Lächeln ins Gesicht gezaubert, und ich freue mich schon auf mehr von dir.
Dann würde ich mal sagen bis spätestens Februar und Grüße,
Riri

Antwort von RamonaXX am 03.01.2017 | 17:14:03 Uhr
Huhu Riri,

wie schön, wieder ein Review von dir zu bekommen. (Und diesmal kein House! - Wobei ich natürlich weiß, das Du bei fast allem was ich posten einen Blick reinwirfst...) Danke dafür. Und ja, Du darfst ruhig sagen, dass dir der Kalender und die Idee generell Freude machen. Das ist schon okay. Ich weiß ja, wie das gemeint ist. :-) Ich freu mich zu lesen, dass die Gedanken und Gefühle von Linus so gut rübergekommen sind. Das Bild hat mich auch vom ersten Moment an gepackt, mit dem Licht und den Leuten. Es erzählt von ganz allein seine Geschichte und ich habe sie "einfach nur" aufgeschrieben. Wenn ich mich recht erinnere, war dieses Bild sogar ausschlaggebend für die Idee mit dem Kalender. Die anderen Bilder werden vom Stil her sehr ähnlich sein. Also was das Ablichten von Soldaten in ihrer "natürlichen" Umgebung angeht. (Selbstredend ist Krieg nichts "Natürliches".) Ich denke, da werden übers Jahr ein paar bewegenden One-Shots zusammenkommen. Ich freu mich auf mehr Reviews von dir und danke dir für den Fav-Eintrag!

Viele Grüße
Ramona
01.01.2017 | 15:57 Uhr
zu Kapitel 2
Liebe Ramona!
Das war schon ein tolles Bild, fast künstlerisch, und man muss ja wissen, dass das eben wirklich damals mitten im Krieg entstanden ist.
Eine gute Bildbeschreibung.
Und da es ja OneShots sind, kann ich dir hier schon ein Sternchen mitreichen.
Herzlichst.
R ♡

Antwort von RamonaXX am 01.01.2017 | 23:00:41 Uhr
Lieber Internet-Spatz,

herzlichen Dank für den Stern. Dir scheint es ja wirklich gut zu gefallen, wow.
Kiregsfotographie ist etwas sehr vielseitiges. (Horst Faas war übriges Deutscher.)
Neben unfassbar schrecklichen Bilder findet man auch Momente des "Glücks" und der "Hoffnung".
Solche und eben die "Nachdenklichen" wollte ich einfangen und als Text verarbeiten.
Danke für den lobenden Kommentar. Am 01. Februar gest's weiter...

Viele Grüße
Ramona