Autor: RamonaXX
Reviews 1 bis 25 (von 72 insgesamt):
13.05.2020 | 16:11 Uhr
zu Kapitel 6
Hej RamonaXX,

wie immer hast du die Stimmung des Bildes super eingefangen. Man kann die Verzweiflung spüren, die Hoffnungslosigkeit, die Richard so erstarren lässt, dass er den Hörer immer noch mit der Hand umklammert, als sei dieser ein Rettungsanker, der sich tragischerweise jetzt ja als das genaue Gegenteil herausgestellt hat.

Zu dem Bild an sich gibt es dieses Mal nicht so viel zu sagen, dafür hat mich die Hintergrundgeschichte umso mehr beeindruckt. Zunächst hast du einmal kurz die Situation des Auftrages beschrieben und dann kommt es emotional ganz dicke. Denn wie so oft in diesem Krieg läuft es nicht wie geplant. Nicht nur, dass ihnen Verstärkung und Proviant fehlen, du schilderst auch eindrucksvoll, wie sich nach und nach Verzweiflung in die Köpfe der Soldaten einnistet und sie Stück für Stück durchdrehen lässt: Zuerst ist es „nur“ der Hunger und als sie dann versuchen, ihn mit irgendetwas, dem sie hier habhaft werden können, zu stillen, kommen zu ihrem eigenen Schutz die Verbote. Das wiederum führt natürlich zu Verstimmungen unter den Kameraden. Letztlich werden sie so zu einer größeren Gefahr füreinander als es die widrigen Umstände an sich je hätten sein können. Bei deinen Schilderungen hast du die Fakten erneut gekonnt mit dem Fiktiven verwoben.

Der letzte Abschnitt schlägt dann aber besonders ein: Sie sind erst zwei (!) Wochen unterwegs (ich hätte anhand deiner Schilderungen eher auf Monate getippt) und Richard muss ihnen die Schlimmste aller Nachrichten überbringen. Ich mag mir gar nicht ausmalen, was dann mit der Truppe (die diesen Namen eigentlich nicht mehr verdient hat) an sich und vor allem innerhalb dieser passieren wird.

Lieben Gruß

Arkia

Antwort von RamonaXX am 16.05.2020 | 19:46 Uhr
Hallo Arkia,

schön, dass Du dich auch im Mai wieder zurückmeldest mit einem Review. Das freut mich wirklich sehr – allein schon zu wissen, dass dieses Projekt nochmal angeklickt und von jemandem gelesen wird, ist schön. ;-)

Und ja, das Mai-Bild hat es auch wieder in sich. Prinzipiell mag ich ja alle Bilder in diesem Kalender – hab sie ja selbst handverlesen – aber dennoch gibt es diese zwei, drei Motive, die ich besonders gerne mag. Einfach, weil sie so „ausdrucksstark“ sind und immer wieder neue Gedanken bei mir anschieben.

So ist es auch mit dem Bild von „Richard“. Seine Haltung, seine Gesicht… alles, was ich von diesem Menschen in diesem Bild aufnehme, sagt mir, dass er gerade wirklich schlechte Nachrichten per Funk erhalten hat. Was das für Nachrichten sind/waren, darüber kann man natürlich lange spekulieren. In meinen Text habe ich mich für einen Weg entschieden. Denkbar wäre aber auch, dass er gerade über den Tod seines Bruders informiert worden ist, der in einer anderen Kompanie kämpft. Oder aber das sein direkter Vorgesetzter gefallen/verwundet ist und er nun das Kommando trägt.

Dass das Thema „Hunger“ hier mit eingeflossen ist, liegt an dem Buch, was ich damals „verschlungen“ habe. Es ist in meinen Augen, das Buch, in dem ich am meisten über den Vietnamkrieg gelernt habe, aber vor allem darüber, was der Krieg mit bzw. aus(!) Menschen macht. Wenn Du an dem Thema interessiert bist, dann schau doch mal nach dem Titel „Matterhorn“ von Karl Marlantes.

Ansonsten sag ich wie immer, danke für deine Zeit (sowohl zum Lesen, als auch zum Reviewen) und deine tiefe Analyse. Sowas liest man als Autor nicht alle Tage!

Herzliche Grüße
Ramona
15.04.2020 | 08:13 Uhr
zu Kapitel 5
Hej RamonaXX,

so jetzt bin ich bei dem Kalender wieder im aktuellen Monat angekommen. :-)

Zu Anfang beschreibst du die Gegebenheiten des Fotos recht schonungslos, so dass man die Härte der Realität sehr gut spüren kann. Auch wie mit den Toten weiter verfahren werden wird und dass die Aufgabe, die Hinterbliebenen zu informieren, den Offizieren verständlicherweise verhasst ist, zeichnet ein deutliches Bild des Geschehens. Eine Frage habe ich noch: Müsste es nicht „Killed in Action“ anstatt „Killing in Action“ heißen? Denn die Soldaten sind ja getötet worden (Passiv) und töten nicht selbst (Aktiv).

Für dieses Bild hast du dir ebenfalls einen passenden fiktiven Hintergrund ausgedacht. Kyles Gedanken zum allgegenwärtigen Tod sind gut nachzuvollziehen und mit seiner Glück-und-Pech-Attitüde dürfte er auch ganz gut fahren und die Situation besser verarbeiten können als bspw. jemand, der an göttliche Fügungen, die von seinen Handlungsweisen abhängen, glaubt. Die äußerlichen Gegebenheiten, und wie Kyle darauf reagiert, hast du gekonnt in Worte gekleidet. Die Gedanken von Peter, der von den Geschehnissen sichtlich mitgenommen ist und sich deshalb nichts sehnlicher wünscht, als zur Ruhe zu kommen, sind ebenfalls nachvollziehbar. Seine Zweifel am reibungslosen Ablauf des Leichentransportes und der Entgegennahme der neuen Vorräte runden die Geschichte zum Foto schlüssig ab.

Lieben Gruß

Arkia

Antwort von RamonaXX am 19.04.2020 | 20:54 Uhr
Guten Abend Arkia,

hier kommt auch schon die zweite Antwort zum zweiten Review. Freut mich, dass Du die Zeit gefunden hast „aufzuholen“ und dich bis in den aktuellen Monat zu „kämpfen“.

Tatsächlich ist es so, dass ich zu diesem Bild eine ganz enge Beziehung habe. Es ist eines von denen, zu denen mir gleich auf Schlag ein Dutzend Geschichten eingefallen sind; eines, das ich einfach überhaupt nicht loslassen konnte.
Gegen Ende des letzten Jahres habe ich mir dann ein großen Traum erfüllt, mir online einen Abzug in den USA bestellt und das Ganze rahmen lassen… Jetzt hängt genau dieses Bild als 105 x 75 cm Format über meinem Schreibtisch und ich schaue es immer wieder an. Nicht weil ich es „heroische“ finde eine Kriegsfotographie aufzuhängen. Sondern weil ich mich erinnern möchte, wie sehr mich dieses Projekt gefordert hat und wie weit es meinen Horizont für die Belange anderer Menschen erweitert hat. (Als Autor allgemein ein gute Eigenschaft :-))

Aber nun mal zu deine Zeilen!
Auch hier kann ich mich einfach nur für dein vieles und zahlreiches Lob bedanken. Und natürlich fürs aufmerksame Lesen! Denn so wird auch dieser Text noch ein kleines bisschen richtiger, bzw. besser. Klar, mit dem „Killing“ hab ich mich in der Zeit geirrt (oder vermutlich damals an einen gleichnamigen Film gedacht). Jedenfalls ist es jetzt ausgebessert. Viele Dank für die offene Kritik.

Was übrigens die wahren Geschichten von „Peter“, „Kyle“ und „Williams“ angeht, so wird’s Du im Nachwort (Kapitel 15) fündig werden…

Herzliche Grüße und bis zum nächsten Mal
Ramona
14.04.2020 | 14:29 Uhr
zu Kapitel 4
Hej RamonaXX,

hier kommt mein Feedback zum Märzbild.
Schon der erste Satz fängt den Gesichtsausdruck der beiden Soldaten auf dem Foto perfekt ein. Ebenso hat mir die dazu ausgedachte Hintergrundstory gefallen. Die Befehle der Oberen, wie man diesen Krieg am besten zu gewinnen hat, die etwas „härtere“ Wortwahl der Soldaten für ihre Feinde, die wahrscheinlich nur die Angst überspielt, die sie immer wieder in Momenten wie diesem jetzt erleben, in dem praktisch in jedem Augenblick alles vorbei sein kann, spiegeln sehr gut ihren inneren Gemütszustand wider.

Verständlich ist auch Harrys Angst, „ins Gras zu beißen“ , bevor er den Heimweg antreten kann, ebenso wie die Tatsache, dass seine Furcht davor mit jedem Tag, mit dem die Heimreise näher rückt, größer wird. Denn er kann auch noch am Tage vor dem Heimflug umgelegt werden. Und es ist absolut nachzuvollziehen, dass er die ganzen Strapazen dieses Krieges nicht umsonst ausgestanden haben will (Was er wohl letzten Endes wie so viele andere Kameraden haben wird, aber das steht auf einem gänzlich anderen Blatt).

Auch die Sehnsucht nach seiner Familie ist spürbar und vermutlich eine der treibenden Kräfte, die ihn diesen kranken Wahnsinn des Krieges durchstehen lässt. Als kleinen Kontrast dazu gibt es dann die Story von Steve, der im Gegensatz zu Harry noch ganz zu Beginn seines Einsatzes steht.
Gelungen finde ich zudem, dass ihre Herkunft die beiden zusammengeschweißt hat, denn in dieser unwirklichen Fremde sind sie sich gegenseitig wohl auch ein Stück Heimat in dieser grauenhaften Zeit.
Ein wenig von der emotionalen Schwere der Geschichte wird dem Kapitel mit den letzten Worten genommen, wo zumindest kurz ein kleiner Hoffnungsschimmer besteht, dass sie es vielleicht, wenn sie so handeln, wie sie es gelernt haben, wieder nach Hause und in die Arme ihrer Liebsten schaffen können.

Lieben Gruß

Arkia

Antwort von RamonaXX am 18.04.2020 | 21:38 Uhr
Hallo Arkia!

Wie schön wieder von dir zu lesen! Und dann gleich so viel und so ausdauernd und so detailliert!!! Das hat mich echt umgehauen! Wirklich, ich war total begeistert – und bin es noch – dass sich jemand so intensiv mit diesem, inzwischen doch nicht mehr „taufrischen“ Projekt beschäftigt und sich da „durcharbeitet“.

Ich weiß noch genau, wie ich die Bilder damals ausgesucht habe. Früher gab es mal die Website „Allposters.de“, da habe ich mich mehrere Nächte durchgeklickt und nach allem gefiltert, das mit dem Vietnamkrieg zu tun hat und in schwarz-weiß gewesen ist. Die Fakten zu den Bildern zur recherchieren, war dann noch mal ein ganzes Stück Arbeit.

Und was die Geschichten angeht – die sind irgendwie alle von selbst gekommen. Ich war selbst immer wieder überrascht wie gut das geklappt hat, aber es war (und ist noch immer) tatsächlich so, dass ich nur lange genau auf ein Bild starren muss, das mich beim ersten Ansehen einfach nicht loslässt und dann kommt irgendwann „Bewegung“ in das Bild und ich entwickle eine Idee, einen Plot und so weiter…

Bei Harry und Steve war das auch so. Ich habe einfach immer wieder in ihre Gesichter geschaut, die Angst gesehen und mir dann überlegt, wie wohl ihr normales Leben jenseits des Krieges ausgesehen haben könnte. Klar, die Bilder sind alle echt und die Geschichten fiktiv. Aber so wie ich das sehe, gibt es da doch eine sehr harmonische Verbindung. Gerade so schöne und ehrliche Reviews wie deine belegen das. *freu*

Wie es für Steve und Harry ausgegangen ist (fiktiv, wie in echt) bleibt natürlich offen. Aber im allerletzten Kapitel sind einige wenige reale(!) Biographien von den abgebildeten Soldaten und deren Fotographen zusammengefasst.

Ich freu mich auf die nächste Rückmeldung von dir!

Herzliche Grüße
Ramona
17.03.2020 | 17:17 Uhr
zu Kapitel 3
Hej RamonaXX,

auch dem Bild zum Februar hast du eine individuelle Note verpasst und ihm (noch mehr) Leben eingehaucht.
Du hast Larrys persönliche Gefühle sowie die technischen Fakten gekonnt miteinander verwoben und so ein stimmiges Bild geschaffen. Ich konnte den Geruch, den Larry wahrnimmt, fast schon ein wenig in der eigenen Nase spüren. Zum Glück gibt es noch kein Geruchsinternet. ;-)
Hier beim Februarbild bekommt man als Leser einen Eindruck, wie sich ein Soldat verhält, der schon etwas länger dabei ist, der über die Tatsache, dass er praktisch jeden Augenblick „abgeknallt“ werden kann, wenn er nicht vorsichtig ist, schon distanzierter nachdenkt. Aber auch bei Larry spürt man, wie der Kampf in diesem unwegsamen Terrain an seinem Nervenkostüm zerrt, auch wenn er immer noch brav alle Befehle ausführt.
Ich konnte mir allerdings nicht so recht vorstellen, wie man durch die Nase seufzt. ;-)

Lieben Gruß

Arkia

Antwort von RamonaXX am 18.03.2020 | 11:47 Uhr
Hallo Arkia,

wie schön, wieder von dir zu lesen! Dass freut mich echt total, weil ich mich noch sehr gut an dein letztes Review erinnern kann! Und hey, jetzt bescherst Du mir schon wieder so tolle Zeilen! Vielen Dank dafür.

Es ist echt lieb von dir, dass Du dir die Zeit nimmst so auf die Figuren (in diesem Fall Larry) einzugehen, dass tut nicht jeder. Und ja, es freut mich sehr, dass der Blickwinkel eines Soldaten, der schon etwas länger dabei ist, so gut rübergekommen ist. Aber ich finde, das Bild reizt auch wirklich sehr dazu, dieser Blick von ihm… wow, was habe ich mich da hineingesteigert und davor gesessen, um passende Worte zu finden. War echt nicht leicht.

Aber es hat sich gelohnt und ich bin super happy, dass sich nach 3 Jahren(!) noch Leser für diesen Kalender finden und mir ihre Meinung dalassen!

Lieben Dank an dich und bis demnächst (vielleicht)
Ramona
21.01.2020 | 19:43 Uhr
zu Kapitel 2
Hej RamonaXX,

ich bin durch den Beitrag in den Social Media Empfehlungen im Blog letztes Jahr auf deinen Kalender hier aufmerksam geworden und habe beschlossen, dass er mich nun durchs Jahr begleiten soll.
Der Beitrag im Januar gefällt mir schon einmal sehr gut. Ich finde, du hast den anonymen Gestalten auf dem Foto mit deinem OS Leben und eine Persönlichkeit eingehaucht. Sehr passend gewählt ist zudem, dass du mit einem unerfahrenen Soldaten beginnst, denn als in Friedenszeiten aufgewachsener Leser hat man (zum Glück) keinerlei Erfahrungen mit Krieg und so konnte ich hier gut mit ihm mitfühlen. Du beschreibst die Stimmung in wenigen Worten sehr treffend, die Gefühle des unerfahrenen Soldaten genauso wie die der „alten Hasen“. Der letzte Absatz macht bereits deutlich, dass es im Krieg immer nur Verlierer und niemals Sieger gibt.
Ich bin gespannt, was der Februar-OS im nächsten Monat bereithält.

Lieben Gruß

Arkia

Antwort von RamonaXX am 25.01.2020 | 09:45 Uhr
Hallo Arkia,

sorry, dass Du ein paar Tage auf diese Antwort warten musstest. Ich habe mich echt wahnsinnig über dein Review gefreut! Gerade weil Du erwähnt hast, dass Du über den Empfehlungs-Blog hier gelandet bist! Dass freut mich riesig! Da ich nicht erwartet hätte, dass dieses Projekt solch eine Aufmerksamkeit dadurch zu Teil wird. Also schon mal ein großes Dankeschön dafür!

Zu dem Januar-Bild eine Geschichte zu finden, war erstaunlich leicht. Da habe ich mich (damals) mit anderen Bildern schwerer getan. Hier ist es echt nur so aufs Blattpapier geflossen. Ich kann natürlich (in diesem Fall – bei anderen schon) nicht sagen, wer die Leute auf dem Bild wirklich waren und welche Ränge sie hatte. Aber schaut man lange genug darauf, dann bekommt man schon anhand der Körperhaltung und der Blicke eine Gefühl dafür, WER hier WO steht und was zu sagen hat. Auch die Emotionen und Gefühle kann man auf diese Art interpretieren…

Ich würde mich freuen, wenn Du wieder reviewst und wünsche dir weiterhin ergreifende und packende Momente beim Lesen dieses Kalenders!

Herzliche Grüße
Ramona
09.03.2018 | 15:03 Uhr
zu Kapitel 4
Hallo Ramona,

ich finde es jedes mal beeindruckend, was du aus den Bildern herausliest. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich die Bilder erst danach betrachte, aber ich habe immer den Eindruck: Genau das sind die Gedanken, die Ängste, die Gefühle, eben dass, was hinter der Stirn vorgeht.

Aber auch ohne den Text, würde ich die Angst in den Augen erkennen. Die Ungewissheit darüber, ob sie jemals die Lieben Zuhause wiedersehen werden, ob sie jemals wieder ein Bier mit Freunden trinken können, ihre Liebe im Arm halten können, oder eben den Apfelkuchen der Großmutter schmecken werden.

Wieder einmal hast du mich mitgenommen nach Vietnam. Wieder einmal fühle ich mit den Jungs dort und verdamme die, die den Krieg angezettelt haben.

Die richtigen Wort und die richtigen Empfindungen, die ich im Text gelesen habe - zumindest aus meiner Sicht.

Danke für den März. (Auch wenn deiner schon ein Jahr zurückliegt)

Liebste Grüße

ender

Antwort von RamonaXX am 17.03.2018 | 21:55 Uhr
Guten Abend Ender,

vielen Dank für dein großes Lob. Ich würde es nicht als "Lesen" bezeichnen. Für mich hat es die Bedeutung von "Zuhören". Ich schau die Bilder an und höre ihnen zu. Sie sprechen, die Soldaten auf den Bildern. Alles an ihnen spricht. Ihre Stirnfalten. Ihre Körperhaltung. Ihre Augen. Einfach alles. Was ich höre wandele ich in Text, packe es in eine kleine Geschichte und bring es dem Leser nah. Wenn man so will das Grundprinzip, DAS Handwerk des Stroytellings.

Der Apfelkuchen war mir hier besonders wichtig. Ich fand, dass es einen angemessen harten Kontrast zum restlichen Inhalt der Geschichte darstellt. Besonders zu dem Ort an dem Harry und Steve gerade sind.

>>Wieder einmal fühle ich mit den Jungs<< Wow, was will ich als Autor mehr? Fühlt der Leser mit dem Protagonisten, hat der Autor alles richtig gemacht. Und noch ein kleines Geheimnis meiner Arbeit verrate ich dir liebend gerne. Die Texte (eigentlich alle meine Texte) entstehen nach einem simplen Leitsatz. "Fake it, until you feel it." Klingt hart, wenn man das mein gewähltes Gerne anwendet. Und es hat mich auch schon so manches Mal zum Verzweifeln gebracht. Aber es wirkt. Es ist der Kern meiner Arbeit.

Danke für dein Review zum März.
Ich blicke optimistisch in den April.

Herzliche Grüße
Ramona
01.03.2018 | 19:28 Uhr
zu Kapitel 15
liebe Ramona,

ich gebe zu, ich habe mir nicht alles durchgelesen, was du über die vielen jungen Männer geschrieben hast, denen du diesen Kalender gewidmet hast. Doch allein der Tatsache geschuldet, dass du es getan hast, gebührt meine Bewunderung. Sie haben alle wirklich gelebt, oder leben noch. Was sie verbindet, ist dieses schreckliche Ereignis, was du uns in deinem Kalender vor Augen gehalten hast.
Ich glaube, wenn sie es wüssten, was du hier für sie getan hast, wären sie sprachlos, da du ja eigentlich eine völlig unbeteiligte bist. Aber sie wären froh zu lesen, dass es Menschen gibt, denen ihr Schicksal nicht egal ist.
Ich möchte dir noch einmal danken, dass du diesen Kalender zusammengestellt hast und wir ihn mit dir teilen durften. Das war eine außerordentlich gelungene Serie, die uns ein ganzes Jahr hindurch begleitet hat.

liebste Grüße deine Maggie

Antwort von RamonaXX am 01.03.2018 | 21:43 Uhr
Liebe Maggie,

schön dich wieder auf dem Schirm zu haben. Mir war die letzten Wochen so, als seist Du etwas abgetaucht?
Nun reviewst Du wieder fleißig und ich freu mich wieder sehr zu den glücklich Beschenken zu gehören! Deine Reviews sind echt wunderbare Geschenke...

2017, das war Vietnam - für mich ganz eindeutig. (So wie 2018 Holocaust ist/wird.) Ich habe viel Energie und Zeit in dieses Projekt investiert, aber dass muss ich dir wohl kaum erklären, da dein Review ganz klar aussagt, welchen großen Respekt Du vor dieser, meiner Leistung hast. Dafür danke ich dir. Denn deine Worte haben mich sehr bewegt. >>wenn sie es wüssten, was du hier für sie getan hast<< Ja, dass wäre wirklich ein interessanter Gedankengang. Wobei ein bisschen wissen "sie" es ja. Zumindest einer. Ich habe Kontakt zu einem Veteran in den USA, dem ich zwei meiner Gedichte ins Englische übersetzt habe. Und er sagt, ich komme verdammt nah an die Wahrheit, die er selbst vor 50 Jahren in Vietnam erlebt hat...

Wenn das Jahr gut läuft, dann wird es im Sommer oder Herbst diesen Vietnam-Kalender als Hörbuch/Podfic auf youtube geben. Ich träume schon sehr lange davon diese Texte zu vertonen und noch mehr Gefühl mit meiner eigenen Stimme reinzulegen. Wenn's soweit ist, schicke ich gerne einen Link rum...

Liebe Grüße an ein meiner treuesten Leserinnen
Ramona
24.02.2018 | 15:12 Uhr
zu Kapitel 3
Liebe Ramona,

wieder hast du aus einem einzigen Bild ein Bildermeer gemacht in meinem Kopf.
Hast einen kleinen Augenblick im Leben dieses Soldaten gezeigt, der doch viel mehr ist, als dieser Augenblick, denn es zeigt das, was diese Männer oft und immer wieder erlebt haben.
So sinnlos, so grausam. Wie viele Leben dort wohl ausgelöscht wurden? Und ich meine nicht die Gefallenen, ich meine die, die zurückkehrten und doch nicht zurückkehrten weil ihre Gedanken im Dschungel gefangen blieben. Dort mit dem Funkgerät auf dem Rücken und der Zigarette im Mund. Angefüllt mit der Angst, es könnte jeden Augenblick ihr letzter sein.

Gerne wüsste ich, wie es Larry ergangen war. Aber wie es an anderer Stelle schon heißt: Das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.

Wieder ein tolles Kapitel

Lieben Gruß

ender

Antwort von RamonaXX am 25.02.2018 | 19:10 Uhr
Hallo Ender,

und da heißt es immer: "Ein Bild sagt mehr als tausend Worte." Und nun komm ich mit gerade mal 500 Worte und zaubere ein ganzes Meer aus Bildern... Vielen Dank für dein großzügiges Lob.
Ja... Larry ist mir sehr ans Herz gewachsen. Irgendwie ist es schon ein komischer Zufall für mich, dass ich genau jetzt mit einem Jahr Abstand Reviews zum Vietnam-Kalender erhalte. Das ist für mich wie so eine Art kleiner Rückblick, wo ich mit einen Gedanken vor einem Jahr gewesen bin. Und bei Larry weiß ich es noch ganz genau, weil er der erste Charakter war, den ich für dieses Projekt geformt habe - auch wenn seine Geschichte in den Februar fällt.
Nicht mehr im Krieg sein und den Krieg loslassen sind gewiss zwei grundverschiedenen Dinge, den wenigsten gelingt das auf Anhieb und manchen gelingt es nie...
Ich hoffe die anderen "Jungs" wie Kyle, Richard, John und Marcus werden dir ebenso intensiv ihre Geschichte erzählen.

Viele Grüße und nochmal meinen besten Dank
Ramona
16.02.2018 | 22:18 Uhr
zur Geschichte
Hallo Ramona,
heute habe ich mir einmal die Zeit genommen Dein Profil genauer anzusehen. Der Grund dafür war dieser Kalender 2017. Ich selbst habe GI`s die in Vietnam gewesen waren kennen gelernt. Die Meisten waren traumatisiert. Das aber eine junge Frau, die noch nie einen Krieg oder eine Katastrophe miterlebt hat, sich so in diese Situationen und die Stimmung hineinversetzen kann nötigt mir riesigen Respekt ab.
Jedes Mal wenn ich etwas von Dir lese bin ich erstmal damit beschäftigt über Dein EInfühlungsvermögen zu staunen. Nach und nach werde ich alles von Dir lesen. Vielleicht sogar die Stargate Geschichten. Dazu werde ich Dir auch mal einen Kommentar schreiben, wenn mich etwas besonders berührt hat.
L. G. Günter
PS Ich bin in jungen Jahren auch Motorad gefahren (MOTO GUZZI California)
G.

Antwort von RamonaXX am 18.02.2018 | 10:33 Uhr
Hallo Günter,

nun hast Du also auch hierher gefunden. Schön.
>>Das aber eine junge Frau, die noch nie einen Krieg oder eine Katastrophe miterlebt hat, sich so in diese Situationen und die Stimmung hineinversetzen kann nötigt mir riesigen Respekt ab. << Wow, was für tolle Worte, vielen Dank. Da bin ich fast geneigt zu fragen ob ich diesen Satz auf meiner Website unter den Leserstimmen zitieren darf? Die Chance "echte" GI's zu treffen, hatte ich bis jetzt noch nicht. Aber ich habe seit einem Jahr mit einem Vietnam-Veteran per Mail Kontakt, der 13 Jahre als Ziviliangestellter bis zum Fall von Saigon im April 1975 dort gearbeitet und gelebt hat. Auch er ist traumatisiert und hat mehrere Bücher darüber geschrieben...
Deine Entscheidung, dich durch meine Werke zu wühle, ehrt mich sehr. Ich könnte mir vorstellen, dass Du das ein oder andere Mal die Stirn runzeln wirst. In drei Jahren ist viel Material zusammengekommen und ich sehe selbst meine Fortschritte, wenn ich zurückblättere. Zum aktuellen Thema "Kriegstrauma" würde ich dir gerne noch eine Empfehlung an die Hand geben. Lies mal "Du bist in mir". Das Gedicht setzt sich unmittelbar mit PTBS und dem Vietnam-Trauma auseinander.

Herzliche Grüße
Ramona

P.S. Bis ich sie zu Gunsten der Verwirklichung meiner Website verkauft habe, hatte ich eine Honda CBR 500.
11.02.2018 | 17:18 Uhr
zu Kapitel 2
Liebe Ramona,

zunächst einmal Respekt! Flüssiger Schreibstil, perfekte Wortwahl und sehr gut beschrieben. Sogar noch mehr, als ich dann später auf dem Bild gesehen habe.

Es ist nicht unbedingt mein Thema. Zuviel habe ich schon über Vietnam gesehen, gelesen, gehört. Dennoch, so wie du das Bild in meinem Kopf malst, ist es eine andere Perspektive des Ganzen. Es wird persönlicher als es so mancher Film vermitteln konnte.

Bislang dachte ich, die einzige Variante dieses Themas, die ich noch sehen und hören wollte wäre Miss Saigon, aber du hast mich eines Besseren belehrt. Aber ich werde es scheibchenweise zu mir nehmen.

Das Beschriebene wird wohl nie mein Freund werden, doch das Geschriebene hat sogar das Potenzial ein guter Freund zu werden.

Summa cum laude von mir.

Ender

Antwort von RamonaXX am 16.02.2018 | 20:55 Uhr
Guten Abend Ender,

schön dir wieder bei einem meiner Werke zu begegnen! Ich fühle mich echt geehrt. Auch Maggie ist/war ein leidenschaftlicher Leser des Vietnam-Kalenders. Es ist viel Zeit und Leiden(sbereit)schaft in dieses Projekt geflossen, was sicher dem geneigten Leser nicht entgeht.
Mit deiner Haltung bist Du in guter Gesellschaft. Vielen ist das Thema durchaus unangenehm, die Umsetzung hingegen sagt ihnen voll und ganz zu. Ich könnte jetzt noch weiter ausholen, aber ich halt mich zurück. Bitte geh deinen eigenen Weg, in deinem eigenen Tempo durch diesen Kalender, wenn Du es willst. Das ist wichtig. "Scheibchenweise" ist da sicher eine gute Wahl, denn die Intensität der knappen Text ist doch ziemlich hoch und sie sind vollgepackt mit emotionalen Momentaufnahmen...
Ebenso möchte ich dir für einen Vergleich mit "Miss Saigon" danken. Ein große Ehre für mich, dass überboten zu haben. Was mich zu meinem finalen Dankeschön, sprich einer theaterreifen Verbeugung, bringt. "Summa cum laude" hat für mich eine besonders tiefe Bedeutung, wo ich doch 2016 mein Studium kurz vor dem Bachelor abgebrochen habe und so jeder Chance auf diese Wertung entsagt habe. Sie nun für das zu erhalten, was mir wahrhaft am Herzen liegt - das Schreiben (über Krieg) - ist wirklich wundervoll!

Liebe Grüße und nochmal Dankeschön!
Ramona
18.01.2018 | 19:13 Uhr
zu Kapitel 13
liebe Ramona,

dieses Kalenderblatt ist eindeutig das beste. Endlich dürfen die Jungs nach Hause. Was für eine Erleichterung müssen sie verspüren, was für eine Euphorie, noch gepaart mit Ungläubigkeit, ob das alles kein Traum ist, ob das jetzt wirklich passiert. Es ist ein glückliches Kalenderblatt und schließt das Jahr ab, genauso wie für die Jungs hier den Krieg. Trotzdem - ein Nachgeschmack wird bleiben, ein Gefühl im Magen, das man nicht wegbekommt, nicht wenn man an die zurückliegenden Monate denkt, die Bilder dieser Zeit wieder im Kopf hat. Doch im Moment herrscht das Glücksgefühl vor, das Gefühl, es geschafft zu haben, am Leben zu sein. Ich wünsche den Jungs einen guten Heimflug.

herzlichst deine Maggie

Antwort von RamonaXX am 22.01.2018 | 20:06 Uhr
Hihi....

Ja, Maggie. Der Dezember ist wirklich ein schönes Kalenderblatt. Mit deiner Meinung reihst Du dich bei diversen Vorrendner ein und ich kann das gut verstehen. Wir Menschen lieben Geschichten die glimpflich ausgehen - und wer von uns kennt nicht das schöne Gefühl nach Hause zu kommen? (Egal wo "Zuhause" ist.) Aber die Wahrheit - gerade die Wahrheit von Soldaten und anderen Menschen, die mit Krieg in Berührung gekommen sind - sieht häufig anders aus. Viele tragen das was sie getan und was sie gesehen haben ein Leben lang mit sich herum. Krieg hat nie ein Happy End. So sehr wir uns das auch wünschen. Deshalb ist das hier auch nicht das Ende des Kalenders. Für mich endete die wirklich letzte Geschichte mit einem ganz wesentlichen Element - das ich nebenbei für viel realisierbare halte, als ein glückliches Ende für alle - die letzte Geschichte endete mit Trost. Wer das anderen Menschen geben kann, hat die Kraft viel zu bewegen...

Ich bin gespannt, wie deine Meinung zu dem Bonus-Kapitel ausfällt.

Liebste Grüße
deine Ramona
02.01.2018 | 13:48 Uhr
zu Kapitel 14
So, schon Januar, aber ich komme leider erst jetzt zu Lesen, und besser spät als nie ^^
"Was jetzt kam, war das, was viele immer unterschätzten – das Aufräumen. Es war das, was nie in heldenhaften Geschichten oder Berichten über den Krieg und seine Soldaten thematisiert wurde." <- Ich liebe diesen Satz. Vielleicht nicht mein Lieblingssatz im ganzen Kapitel, aber es ist genau das, was mir jedes Mal in Filmen oder Bücher auch auffällt. Übers Aufräumen redet irgendwie immer keiner. Es gibt "nur" eine Schlacht, und dann ist oft (in fiktiven Welten zumindest) alles gut, aber vom Aufräumen ist nie die Rede. Deshalb finde ich es auch so gut, dass du hier darauf eingegangen bist.
Mein Lieblingssatz war allerdings "Alle Schwüre und Sprüche sich nicht anschießen zu lassen, und sich nach dem Gefecht wiederzusehen, waren manchmal vergebens." Ja, es ist ein trauriger Satz, aber auch hier steckt wieder sehr viel Wahrheit dahinter, und auch wenn es ein sehr hoffnungsloser Satz ist, ist er irgendwie doch auch sehr ... ich weiß nicht "schön" geschrieben. (Auch wenn das natürlich im Zusammenhang mit dem Thema vielleicht nicht gerade der beste Satz ist.) Aber auch "Nichts, außer dem Krieg, der sie zu allen Überfluss auch zusammengebracht hatte." und "Und wenn es hart auf hart kommt, geschieht all das auch in weniger als einer Stunde." war wirklich gut, und genauso eigentlich jeder andere Satz. Du hast die emotionalen Auswirkungen sehr gut beschreiben und das Gefühl auch gut dem Leser näherbringen können.
Und auch wenn es meiner Meinung nach vielleicht kein ganz so guter Abschluss ist, wie der Dezember (den fand ich wie gesagt als Abschluss echt gut) so finde ich war es doch auch wieder ein sehr schöner, gefühlvoller Text, der (soweit ich das sagen kann) sehr schön eine der Situationen dargestellt hat, die man ja normalerweise, wie der Text auch sagt, als "Ziviler" gar nicht richtig mitbekommt.
Und außerdem muss ich dir auch für dein Nachwort gratulieren. Es ist keines diese doch eher langweiligen (die ich auch schreibe), sondern noch einmal viele Informationen und Fakten zu dem Text/den Texten, den/die du geschrieben hast, und daher bleibt es auch interessant zu lesen. Finde ich jedes Mal aufs neue schön, wenn du uns noch einmal ein paar Fakten näherbringst.
Ich wünsche dir noch einen wundervollen Tag, hoffe du bist gut ins neue Jahr gestartet, und wir lesen uns demnächst bei deinem neuen Kalender,
Riri

Antwort von RamonaXX am 08.01.2018 | 19:05 Uhr
Liebe Riri,

diesmal hat’s bei mir etwas länger mit der Antwort gedauert. (Bin eben doch noch nicht wieder fit mit meinem Rücken. So gesehen, hat das Jahr echt blöd angefangen…) Für mich ist der Vietnam-Kalender irgendwie schon seit Weihnachten innerlich abgeschlossen. Liegt sicherlich auch daran, dass ich mich voller Eifer auf den nächsten Kalender gestürzt habe. Du weißt ja schon worum es geht… also bin ich mal sehr gespannt auf deine Meidung.

Aber machen wir nochmal einen Abstecher nach Vietnam, bzw. im „Polember“ nach Korea. *Ramona an sich selbst: Wieso hat mich eigentlich keiner für diese brillante Wortschöpfung gelobt, hä?* Dass Du den ersten Satz liebst kann ich gut nachvollziehen. Es fiel mir auch nicht leicht, so provokant zu schreiben. Aber es ist nun Mal das, was mir tatsächlich aufgefallen ist. Viele Kriegsfilme und Kriegsfilmszenen enden mit oder nach einer Schlacht. Aber niemand „filmt“ die Gesichter der Überlebenden. Niemand, außer manchen Kriegsberichterstatter. So kam dieses Bild im meine wertvolle Sammlung.

Den Satz über das nicht-anschießen-lassen darfst Du ruhig „schön“ nennen. Ich weiß, wie Du das meinst. Und auch ich finde ihn in seiner Tragweite und Dramatik schön. Er bringt zum Ausdruck, worüber zu sprechen doch so schwer fällt. Mein ganz persönlicher Lieblingssatz ist übrigens >>Es war das, was die Leute nicht verstanden, die niemals einen Kampfeinsatz miterlebt hatten.<< Ich mag diesen Satz deshalb so gerne, weil ich mich damit so weit aus dem Fenster gelehnt habe. Denn obwohl ICH das geschrieben habe, gehöre ich genau – oder eben vielleicht aufgrund meines Interesses an dem Thema, doch nicht sooo genau – zu der Gruppe, an die sich der Satz richtet.

Hihi, ja der „Going Home“ wäre ein schöner Abschluss gewesen. Sehr harmonisch und ausklingend. Aber Kriege und Kampfhandlungen klingen nicht harmonisch aus. Insofern stand hinter dem bitteren Beigeschmack des Bonuskapitels schon eine gewisse Absicht. Ich wollte noch einmal die seelische Belastung auf den Tisch bringen und gleichzeitig zeigen, dass Trost kein unerfüllter Wunsch ist.

Ich danke dir für die Gratulation zum Nachwort. Die Fakten zusammenzutragen und zu überprüfen, hat eine Weile gedauert. Aber ich hatte einfach das Gefühl, dass es als Hintergrund wichtig ist. Zumal ich mich ja wirklich lange mit diesen Menschen befasst habe. Ich will mich kein bisschen an ihrem Schaffen bereichern, ich möchte einfach nur ihrer Geschichten weitererzählen, damit sie nicht gleich nach ihrem Tod vergessen werden...

Danke, dass Du diesen Kalender mit so viel Eifer gefolgt bist.
Du bist eine wunderbare Stammleserin! *Ramona knuddelt Riri*
deine Ramona
31.12.2017 | 10:52 Uhr
zu Kapitel 15
Liebe Ramona!
Danke für diesen Jahreskalender, der wirklich gut geschrieben war und emotional berührend.
Die Fotos waren so toll, ich hätte sie sonst niemals gesehen.

Wenn man die Welt anschaut, dann ist der 3. Weltkrieg schon längst in Gange.
Denn die ganze Welt war ja nie im Krieg.
Die EU ist längst im Krieg, England, Frankreich, auch D ist in Kriegshandlungen in anderen Kontinenten verwickelt, USA und NATO sowieso.

Ö ist noch neutral, wir werden das aber leider durch die EU demnächst verlieren.
Was besonders bitter ist, weil bei uns noch allgemeine Wehrpflicht ist, ein Milizheer, kein Berufsheer.
D.h., jeder ab 16 muss nach dem Schulabschluss aber noch vor dem Studium zu Bundesheer oder Zivildienst, im Kriegsfalle werden alle  Männer unter 50 eingezogen.

Darum wünsche ich mir Frieden im Neuen Jahr.
Damit nicht noch mehr Männer das erleben müssen, was du hier schilderst immer wieder.

Ich brauche nichts vom neuen Jahr, außer Gesundheit,
aber ich will nicht noch mehr Menschen verlieren...

Ich wünsche dir all das, was du dir selbst wünscht, und noch mehr.
Fühl dich umarmt.
Deine R Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ

Antwort von RamonaXX am 01.01.2018 | 11:55 Uhr
Liebe Net Sparrow,

ich wünsche dir ein frohes Neujahr.
Im letzten Jahr habe ich es nicht mehr geschafft dir zu antworten. ;-)
Aber auf einen Tag kommt es ja auch nicht so genau an.

Nun sind wir also alle in 2018 (mehr oder weniger) angekommen.
Und bevor ich später meinen neuen Kalender starte,
möchte ich mich ganz herzlich für dein Abschluss-Review bedanken.

Soldaten, Krieg und Militär sind eben doch ganz klar meine Themen.
Und ich werde meine Leidenschaft, anderen Menschen
ein Fenster in diese Welt zu zeigen, ganz klar 2018 fortsetzen!
Diese Dinge sind zu wichtig, als wir sie einfach ausblenden können.

Viele Grüße und danke für die Umarmung
Ramona
27.12.2017 | 23:03 Uhr
zu Kapitel 14
Ich las mal den Satz, dass Männer nicht weinen.
Falsch, Männer ergreift die tiefste Trauer, wenn sie einen großen Verlust erleiden.
Es wird auch behauptet, dass einen das Leben abhärten würde.
Nein, es ist ein dummer und abwegiger Gedanke.

Alles ist falsch. Das Leben reißt einem nur stückchenweise die Lebensfreude aus den Gliedern.
Ich selbst kenne es. Freitag, aus einem Manöver kommend wurde mir mitgeteilt, dass ich
am Dienstag zur Hochzeit von Uffz Müller fahren sollte. Montag erfuhr ich, dass ich am Mittwoch
zu seiner Beerdigung fahren würde.

In solchen Momenten zerreist es einen, weil alles so ungerecht erscheint.
Noch schlimmer war die Nachricht, dass man mir diese Bürde auslastete das Ehrengeleit
anzuführen und der Braut kondolieren zu müssen.

Ich hatte keinen Kameraden, der meine Gefühle auffing.
Ja, Männer kann die Sentimentalität auch die Beine unter dem Achtersteven weghauen.
Ich finde Du hast es sehr treffend beschrieben.

Gruß Christian

Antwort von RamonaXX am 31.12.2017 | 09:28 Uhr
Auch hier hast Du wieder selbst Erlebtes mit eingebracht. Dafür danke ich dir.
Was ich über Krieg schreibe, bleibt doch zum größten Teil "erfundene Erinnerung".
Erinnerung - weil es eben doch meist die Geschichten von anderen sind.
Und erfunden - weil ich mir die übergeordneten Zusammenhänge im Rahmen einer Geschichte ausgedacht habe.

>>Das Leben reißt einem nur stückchenweise die Lebensfreude aus den Gliedern.<<
Wobei "stückchenweise" hier wohl das schlimme daran ist....

Wie schon im Vorwort erwähnt, war das Bild einfach zu bewegend, es nicht mit reinzunhemen.
Am Ende ist es auch ein klein bisschen egal ob Korea, Vietnam, WW2 oder WW1.
Ich habe auf meiner "Reise" festgestellt, dass in jedem Krieg die gleichen, schrecklichen Dinge passieren.
Oder wie von Clausewitz gesagt hat: "Krieg ist ein Akt der Gewalt und in der Anwendung derselbigen gibt es keine Grenzen."

Es ehrt mich zu hören, dass ich auch dieses besondere Bild mit meinen Worten glaubhaft nachgezeichnet habe.
Es für den Leser erlebbar gemacht habe.

Viele Grüße
Ramona
27.12.2017 | 02:09 Uhr
zu Kapitel 13
Entweder sie kamen hier raus oder sie verreckten hier. Etwas dazwischen gab es für sie nicht.
Bitte das erste hier streichen.
Die zweite kleine Anmerkung. Die Bell UH machte sich immer durch ihr tuckerndes Geräusch bemerkbar, welche für Zweiblattrotoren kennzeichnend ist.
Es ist ein unverkennbares Kennzeichen, so das es viele viele Bezeichnungen für dieses Fluggerät gibt.

Genau bei der Landung müssten zwei Sachen passieren. Der Sergeant oder Leutnant müsste die Soldaten zur Rundumsicherung aufrufen. Es ist ein schwacher Moment.
Zudem müssten Befehle gegebene werden. Die Verwundeten zuerst. Baxter, sie den 2. Heli usw.

Der Zugführer beobachtete die Umgebung in solchen Momenten immer mit Argusaugen.

Ja, das Gefühl der Erleichterung ist übermächtig, es muss heraus. Das ist alles soweit stimmig und trifft es. Eine grenzenlose Erleichterung. Jetzt springe ich dem Verrecken von der......

Viel mehr kann ich nicht beitragen, weil der Rest von Dir verarbeitet wurde.
Gruß Christian

Antwort von RamonaXX am 30.12.2017 | 17:01 Uhr
Hallo Christian,

vielleicht hab ich doch zu viele der heldenhaften Kriegsfilme gesehen?
Ohne Frage rutsche ich hier in Richtung "falscher Mythos" ab.
Aber es ist ein bewusstes "gleiten lassen."

Über die Zeit hat sich meine Einstellung zur heroisch/heldenhaften Darstellung von Krieg sehr gewandelt.
Ich weiß, dass es nicht der Wahrheit entspricht, aber dennoch habe ich nach einer Daseinsberechtigung dieser Form gesucht.
Inzwischen denke ich, dass ein mögliche Motivation dazu sein kann, etwas reparieren zu wollen. Zumindest im Fiktiven.
Man denke nur mal Chuck Norris, der 1970 einen Bruder in Vietnam verlor.
Was hätte als Schauspieler mehr Sinn ergeben, als dieses Schicksal mit einem Heldenkriegsfilm zu flicken/verarbeiten?

Mit dem "Huey" habe ich mich mal ein Weilchen beschäftigt.
Dazu ist auch ein eigener Text entstanden: "Das Märchen der Luftkavallerie"
Ist einer der wenigen Texte, wo ich es mal mit der humorvollen Seite versucht habe...

Viele Grüße
Ramona
25.12.2017 | 21:18 Uhr
zu Kapitel 12
Der Tod ist eine schleichende Katze, die einen unverhofft anspringt.
Mein Vater ist selbst mit der Sikorsky S 58 abgestürzt.
Die Folgen trafen die gesamte Familie, weil zwei Ärsche meinem Vater danach das Leben zur Hölle machten.

Beides angeblich bedeutende Politiker, wollten nicht wahrhaben, dass man mit einem Beckenbruch nicht mehr dienstfähig ist.

Als Zweites fällt mir ein, es gibt keine einfachen Aufträge im Krieg. Selbst der Gang zum Donnerbalken kann gefährlich sein.
Neben den Toten an der Front gab es viele, die an Krankheiten starben oder anders verunglückten.
Ich rate jedem jungen Menschen einmal auf einen Soldatenfriedhof zu gehen und die Namen samt dem Alter zu lesen.
Erst dann begreift man, dass man Glück hatte.

Heute ist es notwendiger als je zuvor an die Schrecken des Krieges zu erinnern. Wenn ich nur denke, was meine Mutter durchleben musste,
dann reicht es für Generationen und meinem Vater erging es kaum besser.

Krieg ist ein gefräßiges Monster, welches planlos, zufällig Leben zerstört.

Gruß Christian

Antwort von RamonaXX am 30.12.2017 | 16:50 Uhr
Hallo Christian,

Danke für das Beistreuen deiner persönlichen Erfahrungen. Ich finde so was sehr bewegend zu lesen.

>>Ich rate jedem jungen Menschen einmal auf einen Soldatenfriedhof zu gehen [...] Erst dann begreift man, dass man Glück hatte.<<
Was glaubst Du wie es mir geht? Jetzt mit 26, wo ich von den jungen Amerikanern in Vietnam lese und schreibe.
Und nachrechne, dass ich eigentlich laut Altersstatistik schon längst tot sein müsste, wäre ich mit ihnen in den Krieg gezogen.

Zum Thema >>einfachen Aufträge im Krieg<< ja, da kann man nachpfeilen.
Zumindest an der Formulierung, was ich auch getan habe. Routine gibt es durchaus schon....

>>Krieg ist ein gefräßiges Monster, welches planlos, zufällig Leben zerstört.<<
Dem kann ich kein vollendendes Wort mehr hinzufügen.

Viele Grüße
Ramona
25.12.2017 | 20:09 Uhr
zu Kapitel 14
Liebe Ramona!
Also ich hätte auch nichts gegen ein 2. Jahr mit Kalenderfotos.
Was für ein berührendes Bild. Absolut kein Slash, nur Hurt/Comfort.

Manchmal ist besser, nichts zu sagen.
sondern sich einfach still dazuzusetzen. Jemanden in den Arm nehmen.
Denn für manchen Schmerz gibt es keine Worte.

Ich hab die Fotos immer ganz toll gefunden,
und wie du sie umgesetzt hast, war beeindruckend.

Ich wünsche dir wunderbare Festtage mit Menschen, die dein Herz berühren.
Icb wünsche dir für 2018 Glück, Liebe, Gesundheit, schöne Augenblicke,
und dir und uns allen ein Jahr, das wir gut bewältigen können.
Ich wünsche dir und uns allen Frieden, persönlichen und den in der Welt.
R இ

Antwort von RamonaXX am 27.12.2017 | 11:32 Uhr
Liebe Net Sparrow,

ich hoffe Du hattest schöne Weihnachtstage mit der Familie?
Bei mir lief es glatt, nur dass ich mir vor Weihnachten beim Umräumen meines Zimmers
den Rücken an einer zu schweren Bücherkiste verhoben habe, nervt.
Aber dafür gibt es zur Ablenkung ja schöne fanfiction zu lesen und zu schreiben...

Selbstverständlich wird es auch 2018 einen Kalender von mir geben.
Aber ohne Bild und mit einem anderen Krieg(sthema)...

>>Absolut kein Slash<< Genau darauf wollte ich hinaus.
Und genau das gibt das Bild auch für mich her.
Wie gesagt, die Aufnahme gehört nicht nach Vietnam.
Aber ich fand sie viel zu stark, als das ich sie hätte weglassen wollen.

Ich freu mich riesig, dass Du diesem Kalender mit seinen aufwühlenden Geschichten so intensiv verfolgt hast.
Am 31.12. wird das Projekt dann mit einem letzten Nachwort auch definitiv abgeschlossen...

Herzliche Grüße und wir lesen uns!
Ramona
25.12.2017 | 18:24 Uhr
zu Kapitel 5
Zunächst eine gut gelungene Bildbeschreibung.
Die Gefühle für den Kameraden liegen auf Eis, weil es jeden treffen kann und die Abstumpfung
recht schnell die Sinne hierfür vernebelt.

Krieg ist eine Art unbefriedigendes Geduldsspiel, ohne Sieger.
Das Wort Nachversorgung gefällt mir nicht. Ich würde es als Nachschub bezeichnen.
Mein Vater war nun mal Truppenfachlehrer für Nachschub und bildete zudem auch noch alle
Logistikfachleute aus, die für die EU tätig sind.
Es reichte von der Materialverwaltung, Materialprüfung, den Sicherheitsvorschriften bis zu den
wirtschaftlich optimalen Umschlagmethoden. Das meiste was man heute kennt, ist Deutsche
Logistik. Angefangen vom Container, den Spanngurten über die Semiblindenschrift und die Lagervorschriften.
Fasse mal Konservendosen an, jeder Doseninhalt hat eine andere Anzahl an Ringwülsten, mit unterschiedlichen
Abständen.

Bisher weiß ich nicht, ob Du es mit Deinen Sinnen ertastest, oder tatsächlich erlebst.

Gruß Christian

Antwort von RamonaXX am 27.12.2017 | 11:23 Uhr
Hallo Christian,

das "verschluckte" Review für den April...
Herzlichen Dank für deine Mühe, es nochmal zu tippen.

Was die Bildbeschreibung betrifft, nun ja, da habe ich getrickst.
Ich dachte tatsächlich zuerst, dass es Nebel ist.
Aber wenn man genau hinsieht, erkennt man einen Rauchgranate auf dem Bild.
Mir gefiel die Metapher mit der schweren Gardine aber so gut, dass ich die Granate geflissentlich übergangen habe.
(Bunter Rauch auf einem SW-Bild macht sich ehe nicht so gut.)

Abstumpfung und Gefühlskälte - das ist wohl hier das Kernthema.
Auch dieses Bild zähle ich zu meinen TOP 3. Ich kann es lange anschauen, ohne Müde zu werden.

>>Bisher weiß ich nicht, ob Du es mit Deinen Sinnen ertastest, oder tatsächlich erlebst.<<
Von meiner Selbstwahrnehmung aus gesprochen, würde ich sagen, dass die Grenzen dazwischen immer mehr verschwimmt.

Viele Grüße
Ramona
23.12.2017 | 01:42 Uhr
zu Kapitel 11
Danke, es fehlte noch. Dieser Zwiespalt zwischen den Familienmitgliedern und der Gesellschaft.
Die Frauen Daheim und die Familien litten jeden Tag, jede Stunde und immer wieder.

Kriege sind Seelenfresser, die einem langsam die Kraft zum Leben nehmen. Die Frauen litten immer, denn
zwischen Hoffen und bangen zu leben zermürbt genauso wie der Dreck und das klima, dem die Soldaten ausgesetzt waren.

Dieses Kapitel hast Du mit der Sanftmütigkeit einer Dampframme klar herauskristallisiert.

Gruß Christian

Antwort von RamonaXX am 26.12.2017 | 17:33 Uhr
Oh, das Bild von "Marcus" - definitiv in meinen TOP 3 in diesem Kalender.
Man kann so unglaublich viel in diesen tiefen Blick und dieses feine Lächeln rein interpretieren.
Und da es mich bei jedem Bild gereizt hat einen neuen Ausschnitt zu zeigen, ist es hier der Blick nach Hause geworden.
Bzw. der Blick von der Heimatfront in den Krieg - verschwommen, undurchsichtig, von den Medien verschleiert und geschönt.
Da sind die Brief, die nach Hause gehen wohl noch am nächsten an der Wahrheit - wobei da ja auch Zensur eine Rolle spielt.

Die >>Sanftmütigkeit einer Dampframme<<, das gefällt mir! Danke für dein Review.

Viele Grüße
Ramona
23.12.2017 | 01:20 Uhr
zu Kapitel 10
Hallo Sergeant Ramona,
fein beschrieben. da gibt es Gegner und die Natur, beides stellte sich gegen die Soldaten.
im Militär haben sich für solche Aufgaben nette Begriffe eingeschlichen.
Führen heißt Verantwortung tragen und das Bild hast Du richtig und militärisch
klar vermittelt. Ein Feldwebel ist alles zugleich, ein Teufel, ein Engel, der Antreiber, der
Feldgeistliche, und dann noch der Prügelknabe, wenn etwas schief läuft.

ich glaube ich muss Dich befördern, zum schweren Raketenstuffz. Bei general muss ich aufhören.

Leider.

Gruß Christian

Antwort von RamonaXX am 26.12.2017 | 17:26 Uhr
Oh, Beförderung? Na da freu ich mich aber!
Erinnerst Du dich, dass Du mir schon vor einer ganzen Weile gesagt hast, dass ich mehr weiß als die meisten Mannschaftssoldaten?
Jetzt bin ich schon Unteroffiziere, und lass dir gesagt sein, ich werde die imaginären Streifen mit Stolz tragen.
Denn stolz bin ich ganz gewiss auf meine Arbeit.

Die Rolle der NCOs - wie sie im Englischen heißen und dessen Begriff mir geläufiger ist - hat mich schon früh interessiert.
"Schlechte" noncoms können einem das Leben zur Hölle machen und "gute" das Überleben ggf. sichern.
Ihre Funktion als Bindeglied zwischen der Mannschaft und den Offizieren ist nicht zu unterschätzen.
Deshalb hier der Mittelpunkt auf den Feldwebel/Sergeant.

Viele Grüße
Ramona
23.12.2017 | 01:10 Uhr
zu Kapitel 9
Hier steht der Mensch scheinbar im Vordergrund.
Aber wieder diese bohrende Zweifel. gefühle und Ungewissenheit können einen innerlich zerreißen.
Dazu die militärischen Drogen, die anderen Drogen, der Suff. Für viele junge Kerle eine zu große Last.

Mir fällt auf, Du spielst geschickt mit den Gefühlen. Offensichtliches ist da, aber dann auf den Ring zu kommen und direkt darauf af die Politik, das ist genial.

Ich ziehe meinen Hut, ein prima Setting.

Gruß Christian

Antwort von RamonaXX am 25.12.2017 | 18:19 Uhr
Hallo Christian,

zu "John" ist es mir wieder deutlich schwere gefallen etwas zu schreiben.
Aber offensichtlich konnte ich das auch hier gut verstecken. ;-)

Ich denke ist etwas, dass alle Text gemeinsam haben.
Sie beschäftigen sich mit dem Innenleben der Figuren,
sie beziehen das Äußere mit ein und enden aber bei menschlichen Kerngefühlen.

Danke für den Kompliment zum Setting.
Die Kombination aus Gefühlen - Ring - und Politik ist einfach so aus mir hinaus geflossen.
Keine große Kunst, in meinen Augen.

Viele Grüße
Ramona
23.12.2017 | 01:03 Uhr
zu Kapitel 8
Ein tolles Bild, der Ungerechtigkeit. Der eine musste in den krieg und der andere durfte in der Heimat
seinen Hobbies nachgehen. Betrachtet man die Verluste, dann war es tatsächlich eine miese Lotterie.

Jungs, wie Nick , hätten niemals in den krieg gedurft, denn das Sterben war keine Posse, sondern Realität.
Hunderte oder tausende fuhren traumatisiert in die Heimat und fanden nie mehr Halt in der Gesellschaft.

Du hast die Szene neutral und sehr realistisch geschrieben. Mehr kann und möchte ich nicht sagen.

Gruß Christian

Antwort von RamonaXX am 25.12.2017 | 12:56 Uhr
Hallo Christian,

als ich zum ersten Mal von dieser Lotterie gehört habe, wollte ich das zuerst nicht glauben.
Aber es ist leider wahr, man hat die Jungs, die nach Vietnam gingen zum Teil tatsächlich ausgelost.

Ja, Jungs wie Nick haben da nichts verloren.
Sein Bild hat es in diesen Kalender geschafft, weil mich sein Blick einfach nicht losgelassen hat.
Was einem da entgegenblickt ist gewiss nichts und niemand, der freiwillig in den Krieg gegangen ist.
Da kamen mir dann auch recht schnell die Gedanken zum Vergleich zwischen Rinder schlachten und Menschen abschlachten.
Ich wollte den drastischen Unterschied aufzeigen. Scheint mit gelungen zu sein... Danke für's Review.

Viele Grüße
Ramona
22.12.2017 | 22:29 Uhr
zu Kapitel 7
Eine feine Skizze, die die unterschiedlichen Charakäre gut trifft.
Vernunft, dumme Bildung, Killer und Angsthasen.

Dazu die tollen Bilder Amazing Greace, wenn die Gefallenen zurückkehrten.
Sagte man ihren Eltern, dass sie nur noch menschliche Zerrbilder waren?

Ich weiß es nicht, aber ich wäre am Ende marschiert, dass weiß ich, denn nur so behält man die
Superhelden im Blickfeld.

Dieses Grau in Grau ist zudem deprimierend und auch das zeichnet das Bild nach.

Gruß Christian

Antwort von RamonaXX am 24.12.2017 | 18:57 Uhr
Tja, jedes Bild hat seine Eigenart. Hier waren es ganz klar die vier Typen.
Die Inspiration für die vier kam aus verschiedenen Büchern und Filmen.
Irgendwie gibt es ja doch wiederkehrende Charaktere im Krieg....

Was deine eigenen Position in diesem Bild betrifft, so ist die Argumentation schlüssig.
Ich wäre auch eher hinten gelaufen, als vor diesen durchgeknallten Spinnern.
Verteidigen kann ich sagen, dass ich nicht die Reihenfolge festgelegt habe.
Sondern mir Körperhaltung und Ähnliches angeschaut und daraus die Charaktereigenschaften abgeleitet habe.
So ist das Bild mit diesen vier unterschiedlichen Typen entstanden.

Viele Grüße
Ramona
22.12.2017 | 20:53 Uhr
zu Kapitel 6
Hallo, jetzt mus ich eine Frage stellen.
Hatten die keine EPAs dabei. Die drögen Haferkekse machen 2 Tage satt,
dazu die Ratione des ersten Tages, also dürfte es nicht so mies sein.
Großer Beliebtheit galt dem Quensch, der Schokolade, und den Kaugummis.

Habe das Zeug oft selbst genossen, oder muss ich schreiben genießen dürfen.
Real hat jeder Soldat für 7 Tage Proviant dabei. So hab ich da gelernt.
Ich glaube kaum, dass es bei den Mariens anders ist, da sie sogar die Schokolade
von den Deutschen übernommen haben, nach dem ersten Weltkrieg.

Am Schluss hast Du zweimal Nachversorgung, schreibe Nachschub oder Mampf.
Der Spruch lautete immer Ohne Mampf kein Kampf. Schreibe ggf. dass das Ausfliegen nicht klapp.
oder die Ablösung sich verzögert. Das würde keine Fragen aufwerden.

Gruß Christian

Antwort von RamonaXX am 24.12.2017 | 10:34 Uhr
Okay, hier sehe ich tendenziell Chance zum Missverständnis.
Was deine Argumentation betrifft, so stimme ich vollkommen überein,
dass nach vier Tagen noch nicht sämtlicher Proviant verbraucht ist.
In der Geschichte hingegen war gemeint, dass seit vier Tagen der Proviant aufgebraucht ist.
(Nicht, dass sie erst seit vier Tagen unterwegs sind.)

Ich merke, dass es durchaus sein Gutes hat, nach längere Zeit noch mal Reviews zu erhalten.
Nicht nur, weil mich das sehr erfreut, sonder weil ich selbst die Texte noch mal reflektiere.
Und dabei Punkte für kleine Nachbesserungen entdeckt.
Auch hier werde ich nochmal den Korrekturstift schwingen...

Und dann muss ich mich ja doch wieder für das beiläufige Zuwerfen ein paar Schlagwörter bedanken.
"EPA" war genau das, was ich gesucht habe - ohne es zu wissen.
Es ist eben doch nicht so leichte Militärbegriffe zu googlen, wenn man die Begriffe nicht kennt. ;-)
Die amerikanische Version MRE (meal ready to eat) kannte ich schon.
Das deutsche Pendant war mir noch nicht geläufig.

Viele Grüße
Ramona

P.S. Mir scheint, Du hast den "April" übersprungen. Zufall?
22.12.2017 | 20:36 Uhr
zu Kapitel 4
Das Bild zeigt mehr als Anspannung, Du hast die Situation gut eingefangen.
Es ist der Mangel an Selbstvertrauen, der an ihnen nagt und das ist schlimmer, als wenn einem der Himmel auf den Kopf fällt.

Das sind die Momente für einen blöden Witz von einem Vorgesetzen. "Steckt noch ein ppar Zahnstocher in den Boden,
das zieht den glatt die Sandalen und wenn sie Pech haben stürzen sie in einen hinein und sind ....... Also Jungs haltet die Augen offen.
Lauscht genau hin, vor Euch sind Stolperdrähte. Wenn sie Euch knutschen wollen dürft irh sie gerne mit Eure Erpsenschleuder abweisen."

Prima geschrieben, vermutlich wärst Du auch eine tolle Soldatin, denn offenbar reizt Dich dieses Thema.
Schön ist, dass Du das Bild mit realistischen Gedanken unterlegst.

Gruß Christian

Antwort von RamonaXX am 23.12.2017 | 11:34 Uhr
Lieber Christian,

fleißig, fleißig.... Das muss ich schon sagen. Wobei sich diese kurzen Texte ja auch in wenigen Minuten lesen lassen.
Ich freue mich über den Lob. Denn hier kann ich ganz klar sagen, dass ich mir an dem verfluchten Text fast die Zähne ausgebissen habe.
Schön, dass man das nicht merkt. :-) Unterm Strich sage ich auch, dass es "rund" und "stimmig" geworden ist. Aber bis dahin war es ein weiter Weg.

Ermutigung durch einen lässigen Spruch oder ein Schulterklopfen hätten die zwei sicher gebraucht.
Wobei ich mich beim Betrachten des Bildes auch immer wieder frage, wie der Fotograph, Horst Fass, sich in diesem Moment wohl gefühlt hat?

>>vermutlich wärst Du auch eine tolle Soldatin<< Danke. Das hättest Du sicher nicht geschrieben, wenn Du es nicht so gemeint hättest.
Vom Standpunkt der Selbstwahrnehmung aus, muss ich allerdings sagen, dass mir ein paar wesentliche Eigenschaft für einen Soldaten fehlen.
Insofern beschränkte ich mich darauf den Krieg der Anderen (auch mit sich und ihren zerstörten Seelen) auf dem Blattpapier auszutragen.
Auf das meine Worte noch viel Betroffene erreichen, die nicht selbst in der Lage sind ihre Erfahrungen in Worte zu fassen.

Viele Grüße
Ramona