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Autor: RamonaXX
Reviews 1 bis 3 (von 3 insgesamt) für Kapitel 2:
30.12.2016 | 19:54 Uhr
Liebe Ramona,

Das war ja mal wieder eine Geschichte, die es in sich hatte. Es ist schon erstaunlich, wie du dich so in die Gefühlswelt zweier junger Männer hinein versetzen kannst, die eigentlich selbst nicht einmal wissen, was da gerade mit ihnen passiert. Ich finde diese Idee und die Umsetzung außerordentlich gut gelungen. Wo ist überhaupt die Grenze zwischen schwul und nicht schwul. Gibt es mehrere Stufen oder Intensitäten? Ich finde, jeder muss dem, was er fühlt, selbst einen Namen geben, oder eben einfach nur fühlen, ohne es zu benennen. Worauf es den beiden ankam, kann ich sehr gut nachvollziehen. Nähe, Wärme, Schutz, Geborgenheit - wer mag diese Gefühle nicht? Was es für die beiden so besonders gemacht hat, das war das gegenseitige Vertrauen. Keiner wollte den anderen ausnutzen oder benutzen. Sie waren beide so vorsichtig und einfühlsam, da kann man fast neidisch werden^^
Das hast du echt wunderbar geschrieben, bin begeistert.

Liebe Grüße und ein Sternchen (ein besonderes strahlendes)

Maggie

Antwort von RamonaXX am 31.12.2016 | 00:01 Uhr
Liebe Maggie,

das ist wirklich schön, dass Du dich mit dieser großen Akribie durch meine Geschichten ließt und mir so oft so schmeichelhafte und ermutigende Kommentare dalässt. Dass ich mich so gut in Elias und Chris einfühlen kann - danke für das Kompliment - rührt sicher auch daher, dass ich etwa im gleichen Altern bin. Zumindest zähle ich mich mit 25 irgendwie zu 21 und 23 dazu. Außerdem fließen ja immer eigene Erfahrungen ins Schreiben mit ein. Am Ende schreibt man als Autor sowieso meist über sich selbst, auch - oder gerade genau dann - wenn man es nicht will. Max Frisch soll mal gesagt haben: "Schreiben heißt sich selbst lesen". Ich finde das stimmt zu 100%. Wenn ich meine eigenen Geschichte mit etwas Abstand noch mal durchlese, erkenne ich mich selbst. Und so sind wahrscheinlich auch ein paar meiner eigenen ersten Erfahrungen auf die ein oder andere Artin diese beiden jungen Männer hineingeflossen.

Ich freu mich zu lesen, dass Du die Kernfrage nach dem "Was-heißt-eigentlich-schwul-sein" so eindeutig benannt hast. Grenzen verwischen, moralische Fragen stellen, junge, unsichere Menschen sich ausprobieren und sich Halt geben lassen - dass sind alles Dinge die diesen Text zu dem machen, was er ist. Ich danke dir von Herzen für das Review und auch für den Stern. (Er strahlt so hell, ich glaub, ich kann mich darin sonnen!) Hoffentlich gefällt dir der Abschluss der Trilogie ebenso gut. (Dauert aber noch etwas bis er online geht...)

Liebe Grüße
Ramona
29.12.2016 | 22:51 Uhr
Hi Ramona,

wow, du kannst wirklich wunderschön, einfühlsam schreiben, wirklich toll! *Daumen hoch*
Elias und Chris sind mir richtig ans Herz gewachsen. Ich möchte noch viel mehr von ihnen lesen, aber wie ich gesehen habe, schreibst du leider nur noch ein Kapitel - schade.
Sie brauchen sich, sie brauchen die Nähe zueinander, auch die Körperliche. Elias, der immer so stark als Sergeant sein muss, kann sich endlich mal vertrauensvoll fallen lassen.
Auch er ist nur ein Mensch, ein Mensch, der einen anderen Menschen braucht. Chris und Elias brauchen sich gegenseitig. Die zärtliche gegenseitige Annäherung, das Streicheln und Küssen, gibt beiden ein so schönes geborgenes Gefühl. So dass der Krieg und alles was damit zu tun hat, für einen Moment in den Hintergrund rückt. Aber so ganz ausblenden kann man es nicht. Elias überkommt es und er kann sich in Chris Arme fallen lassen, es tut ihm so gut, alles mal rauszulassen, bei einem Menschen, einem Freund, der ihm nahe ist. Ihre Nähe, auch die Körperliche, das Vertrauen, welches sie gegenseitig aufgebaut haben, lässt etwas schönes in ihr so von Leid erfülltes Leben. Sie sind sich immer noch nicht ganz sicher, wohin das führen wird. Sie genießen einfach nur den Augenblick, etwas Normalität in all dem Chaos. Auch wenn sie immer wieder abstreiten, dass es mehr ist als nur das Bedürfnis nach menschlicher Nähe. Aber für den Moment ist es alles was sie brauchen. Elias kann sich endlich so gut entspannen, dass er vertrauensvoll in Chris Armen einschläft. Es wird ihm Kraft für die nächste schwere Aufgabe geben.
Ein wirklich sehr schönes, emotionales, unter die Haut gehendes Kapitel! Dankeschön für diesen Lesegenuss, auch wenn das Thema eigentlich ein trauriges ist! :-)

Liebe, herzliche Grüße
John´s Chaya

Antwort von RamonaXX am 30.12.2016 | 13:11 Uhr
Liebe John's Chaya,

ich kann dir gar nicht sagen, wie sehr ich mich über dieses besondere Review freue! Danke besonders für den Daumen. "Wunderschön und einfühlsam" zu schreiben, ist meine höheres Ziel. Ich habe da einfach oft diesen starken Impuls beim Schreiben, der mich treibt und der mir sagt, dass ich gerade dafür ein "Händchen" habe, wie man so schön sagt. In diese Kurzgeschichte (oder ist doch eher ein längere One-Shot?) ist viel Zeit und Herzblut geflossen, wie bei anderen Texten auch - aber hier war es gefühlt eben doch ein kleines bisschen mehr... Was sicherlich auch einen Teil dazu beigetragen hat, dass es am Ende umfangreiche 10.000 Worte geworden sind.

Die Art und Weise wie Du den Text siehst und die Beziehungen von Chris und Elias interpretierst, geht mir wirklich nah. Es ist genau das, was ich zum Ausdruck bringen wollte. Die beiden brauchen einander, um zu überleben. Elias, der sonst so strak für seine Leute ist und sie alle mitzieht, motiviert und wieder aufrichtete, hat endlich jemanden gefunden, bei dem er auch mal schwach sein kann. Jemand, bei dem er sich neue Energie ziehen kann und der auch bereit ist diese Energie zu geben. Und Chris, der ist natürlich auch glücklich jemanden zu haben, mit dem der sich in diesen schweren Zeiten eine Inseln der Ruhe, einen Rückzugsort schaffen kann. Im Roman zu Film wird erwähnt, dass Chris auch deshalb nach Vietnam gekommen ist, weil er Dinge über das Leben lernen wollte, die nicht in Büchern stehen. Ich denke, was er hier mit Elias erlebt, ist so eine Sache!

Dazu kommt das Chris (21) sexuell noch sehr unerfahren ist und mit dem, was er mit Elias (23) erlebt echtes Neuland betritt - sprich "reifer" wird. Das wird Dreh- und Angelpunkt im dritten Teil werden. Wobei "Teil" gar nicht die richtige Bezeichnung ist. Da habe ich mich ein bisschen selbst mit den Worten verheddert. Es gab die erste Gesichte "Ich bin für dich da", dann kam die Fortsetzung "Ich bin immer für dich da" und der Abschluss der Trilogie wird heißen "Ich werd' dich nie vergessen". Also ich werde kein "drittes Kapitel" in dem Sinne posten, sondern eine dritte Gesichte! Diese hier ist definitiv abgeschlossen. Du darfst dich also noch auf ein bisschen mehr über die zwei freuen.

Das Elias und Chris dir ans Herz gewaschen sind, ehrt mich. Es ist immer schön Kommentare von Leser zu bekommen, wie gut und originalgetreu man Figuren getroffen hat. Aber noch schöner ist es, wenn man seine Leser so elektrisiert, dass sie von einem Fandom angezogen werden, dass ihnen ursprünglich gar nicht so vertraut ist. Es ist ein schönes Gefühl, Menschen zu erreichen. Und dich scheine ich mit meiner Geschichte erreicht zu haben, ganz tief und unter Haut. Was für ein Geschenk.

Ganz liebe Grüße
Ramona
27.12.2016 | 12:27 Uhr
Liebe Ramona!
Ich lese ja gerne Slash auf FF.de,
und auf den englischen Seiten geht es noch ganz anders als hier zur Sache.
So gesehen war das hier sehr dezent - und genau das hat gepasst.
Aber es war schon mehr als Freundschaft. Freunde kuscheln vielleicht, geben sich Wärme,
aber das hat schon sexuelle Bedürfnisse bei ihnen beiden geweckt.

Ich seh es nicht als dramatisch an,
ich glaube, bei sehr jungen Teenies nennt man das Doktorspiele, und viele Jungs experimentieren mal mit dem besten Freund, obwohl sie Mädchen zugeneigt wären. Auch Mädchen "üben" durchaus mal küssen mit einer Freundin.
Und nicht umsonst gibt es den Begriff "Friend with benefits" - Freund mit gewissen Vorzügen.

Elias ist ein zutiefst verletzter Mann,
wahrscheinlich schon vor dem Krieg, umsonst nimmt niemand Drogen.
Chris ist Idealist, das hast du klar herausgearbeitet.

All das, was sie machen, macht man auch mit einer Frau, es ist nicht so unterschiedlich.
Alles andere findet nur im Kopf statt. Daher: Blendet das Denken mal aus und fühlt nur!!!
Das hast du auch gut beschrieben, dass es ihnen leichter fällt, Berührungen anzunehmen als selbst zu verteilen.

Das war wohl so eine Art Panikattacke.
So lange dort zu sein, unter diesen Bedingungen, mit dauernden Verlusten, selbst ständig in Gefahr, das hinterlässt Spuren.
Und wer sich gestattet, mal nicht hart zu sein zu sich selbst, der kann zusammenbrechen.

Sie sind nicht bis zum Letzten gegangen, das ist aber nur mehr eine Frage der Zeit :)
Ich nehme an, das kommt im 3. Teil. (Ich krieg eh einen Alert bei dir.)

Du hast das psychologisch so gut aufgerollt,
großes Kompliment für die Geschichte.
Herzlichst.
R ♡

Antwort von RamonaXX am 27.12.2016 | 17:42 Uhr
Hallo Net Sparrow,

auch hier hast Du wieder viele Aspekte in dein Review mit eingebracht, wofür ich mich gerne bei dir bedanken möchte.

Ich denke, "Slash" ist ein sehr dehnbarer Begriff. Auch ich bin schon auf der englischsprachigen Plattform AO3 in ein paar dubiose Geschichte hineingestolpert. Hätte ich mal vorher die Warnings gelesen, dann wäre ich sicher nicht so überrumpelt worden als Jack O'Neill sich das Bett plötzlich mit Cameron Mitchell UND John Sheppard geteilt hat... *beide Augen zukneifend* Und dann gibt es halt auch noch die seichten Sachen, so wie das hier. Aber wie Du selbst schreibst, es ist in sich stimmig.

Oh ja, da ist was geweckt worden, bei den beiden. Und ja, es ging definitiv über Freundschaft hinaus, was da gelaufen ist. Es entwickelt sich etwas. Aber das ist ja auch der Sinn in und das Schöne an Beziehung, dass sie wachsen und sich entwickeln. Vertrauen ist nicht plötzlich da, wo es vorher nicht war. Und dem entsprechend verhält sich ja auch Elias, indem er mit dem unerfahrenen Chris eben nicht bis zum Äußersten geht, sondern irgendwann wieder das Tempo rausnimmt.

Die Panikattacke war noch mal so ein schwacher Punkt von Eilas und hat mich beim Schreiben sehr an den One-Shot in der Hängematte erinnert. Er ist eben auch auf eine gewissen Art bedürftig. In Summe ergibt sich da eine interessante Mischung aus Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen Chris und Elias. Beide sitzen sie in diesem Krieg fest und beide suchen sie nach Nähe, Wärme und Zuspruch, wohlwissend, dass sie sich auf eine verbotene Beziehung einlassen. Bei Chris ist die treibende Kraft, dass er - noch sehr unerfahren - elektrisiert ist von den Gefühlen, die er in Elias' Nähe hat. Währen Elias davon angezogen wird, dass er jemanden gefunden hat, der seinem rettenden "Ideal" entspricht und bei dem er sich seine Sorgen von der Seele reden und streicheln kann.

Mit deiner Vermutung zum dritten Teil liegst Du gar nicht so weit weg. :-) Der grobe Plot liegt schon seit zwei Monaten in der Schublade und wartet darauf bearbeitet zu werden. Ihre Beziehung wird sich noch mal eine Stufe weiter entwickeln, aber wieder mit kleinen Hindernissen und Schikanen...

Ich danke dir noch mal für die liebeswerten Reviews und dass Du so einen tiefen Blick in die Bedeutung der Geschichte geworfen hast.
Ich habe wirklich das Gefühl, dass das was ich zu sagen hatte und was mir am Herzen lag, angekommen ist.

Liebe Grüße und auf bald
Ramona
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