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Autor: Ramana
Review 1 bis 1 (von 1 insgesamt) für Kapitel 8:
22.07.2021 | 13:06 Uhr
Moi :)
Bevor ich mich nun also daran mache, meine 8.000 Wörter irgendwie klein zu kriegen, bist erstmal du drann. Bzw. Ben und Summer sind es, bevor ich mich dann den Rest vom Tag mit meinem Rewatch und dem Geschreibsel aus der Realität auszoome.

Ich hab bei dem Kapitel irgendwie ein bisschen gebraucht, bis ich mich eingefühlt hatte. In die Situation und in das, was da zwischenmenschlich gerade alles los ist. Fangen wir also vielleicht mal mit dem Offensichtlichen an: Ben und Summer haben also endlich beide das Maul aufbekommen, Summer natürlich nur ironisch, weil das geht ja echt nicht, dass sie jemandem gegenüber zugibt, dass sie Gefühle hat, die über die Frustration mit der Allgemeinsituation und Lust auf Sex hinausgehen. Ähem. Entschuldigung. Nein, es ist ja schonmal ein erster, guter Schritt, dass sie wohl über sowas reden können. Auch, wenn oberflächlich betrachtet ja eigentlich "nur" Ben über "was redet", denn Summer hat ja eigentlich was anderes gemeint. Ich frage mich grade ein bisschen, ob du damit so das ultimative "Seelenverwandtschaftsding" rausstellen wolltest ("Er erkennt, was sie eigentlich sagen will, bevor sie es gesagt hat"). Das ist mir gerade aber auch erst so beim dritten Mal drauf rumdenken eingefallen. Aber irgendwie passt das zu den beiden und der Allgemeinsituation: Sogar in dieser Situation, die ja eigentlich eine Art Aussprache wäre, neigen sie dazu, irgendwie massiv aneinander vorbeizureden. Und klar, natürlich hat Ben als der ultimative Summer-Versteher, der er ist, jetzt überhaupt nicht damit gerechnet, dass sie noch einmal was dazu sagt oder so (der Junge ist einfach viel zu gut für sie, ich bleib dabei) und so, wie er das über das "auch" angetextet hat, war schon klar, dass es hier eher um die Meta-Ebene geht, aber irgendwie…ach, ich weiß auch nicht.

Das war alles so Silbertablett-mäßig aufgebaut, ja jetzt schon über mehrere Kapitel mit den super deepen Gesprächen, die die beiden immer wieder hatten, Summers allgemeiner mieser psychischer Verfassung (nein, dass sie im letzten Kapitel noch kurz davor war, mit Billy Boy rumzumachen, zählt nicht als Gegenargument, im Summers Weltanschauung ist das ja vollkommen normal und ok) und Bens wachsender Entscheidungsfreude und dann kriegen die es immer noch nicht hin. Sogar jetzt, in so einer "friss oder stirb"-Situation. Und ja, ich weiß, jetzt wirst du mir gleich erzählen, dass Ben doch dieser super tolle, verständnisvolle, Summer-kennende Typ ist und gar nicht damit gerechnet hat, dass sie jetzt was dazu sagt und überhaupt. Ja. Ich weiß. Aber das steht da ja jetzt trotzdem so rum, er hat's nunmal gesagt. Und weil ich dem Jungen jetzt nicht unterstellen möchte, damit sonderlich leichtfertig umzugehen, müssten sie sich ja eigentlich perspektivisch mal damit auseinandersetzen. Und ach jeh. Ich ahne irgendwie nichts Gutes. Aber vielleicht ist das auch nur mein Pessimismus und die beiden überraschen mich noch. Wer weiß… (Du. Du weißt es. Aber du wirst es mir nicht erzählen.)

Auch auf die Gefahr hin, dass Summer und du mir gleich beide den Hals umdrehen wollt: Ich fand, dass sie in dem Kapitel so Trudy-Vibes hatte. Gar nicht so sehr wegen der Baby-Geschichte an sich, sondern wegen dieser "Es ist eh alles vorbei und ich werde sterben"-Grundhaltung. Trudy hat die ja ganz am Anfang auch - bzw. eigentlich schon relativ lange, bevor die Erwachsenen tot sind, es ist ja literally ihre Begründung dafür, mit Martin ins Bett zu gehen. Aber so die ersten zehn Folgen der S1 lang ist sie ja auch hochgradig depressiv und hart an der Grenze (und drüber) zu suizidal. So diese komplette innerliche Kapitulation vor den Umständen hat mich hier so vom Gefühl her irgendwie stark an sie erinnert. Das ist keine Kritik in dem Sinne, ich finde das in Anbetracht der Umstände und gerade von Summers Situation auch total nachvollziehbar. Es ist mir nur irgendwie aufgefallen. Und dann habe ich - was ich ja im späteren Verlauf auch öfter schon angemerkt habe - mich mal wieder gefragt, ob es Summer nicht wirklich gut täte, mal noch jemanden außerhalb ihres Tribe zu haben, mit dem sie über solche Dinge reden kann. Klar ist es gut, dass sie ihren Tribe hat und Ben und co und dass die sie alle verstehen, aber ich hatte irgendwie gerade hier den Eindruck, es könnte wirklich Sinn für sie machen, sich mal noch wen zu suchen, der halt außerhalb ihrer Bubble ist. Ja, ich weiß natürlich, dass die Rooks sich so abgeschottet haben etc. p.p. , aber das bricht mit ihrem Einmischen in den Krieg ja jetzt auch so ein bisschen auf. Und vielleicht könnte es Summer helfen, irgendwie mal noch wen zum Reden zu haben, der nicht Ben ist. Muss ja nicht direkt Trudy sein, ich glaube nicht, dass die klarkämen, aber einfach noch wen anders, der vielleicht nachvollziehen kann, wie's ihr geht und trotzdem nochmal ne andere Perspektive einbringt. Versteht man, was ich meine?

Ansonsten hat mir so dieses ganze "Verräter und Vertrauen"-Thema irgendwie sehr gut gefallen. Also, dass das hier nochmal so durchgezogen wurde. Macht schon Sinn, dass das Summer jetzt noch durch den Kopf geht, nach dem, was da gerade passiert ist. Aber irgendwie war bei mir die ganze Zeit so das Gefühl da, dass das was ist, was den Rooks nicht passieren würde. Da halte ich es tatsächlich für wahrscheinlicher, dass eine:r eines schönen Morgens einfach weg ist und sein/ihr eigenes Ding macht, aber so richtig mit Verrat, das traue ich da irgendwie keinem zu. Wäre natürlich auch die Frage, wer da in diesem sehr engen, familiären Geflecht was an wen verraten will ;) Stand jetzt gibt's ja keine größeren Rooks-Geheimnisse, von denen nicht eh die meisten wissen, oder?

Noniin. Irgendwie ist mein Faden gerade weg, also beende ich das hier. Ich bin auf jeden Fall gespannt, was die Rooks aus ihrer neuen Rolle als Widerstandskämpfer machen - und wie Summer und Ben jetzt mit der für sie neuen Situation, in der ja jetzt nicht mehr "nur" ein Kind, sondern, *le gasp* auch noch ein "Ich liebe dich" im Raum steht, umgehen ;). Ich hoffe, das hier ist nicht allzu wirr, ich fürchte, ich bin noch nicht so ganz wach. Aber falls doch wirst du dich ja mit Sicherheit beschweren ;)

Nähdään
Lumentyttö

Antwort von Ramana am 22.07.2021 | 22:46 Uhr
Guten Abend liebe Lumentyttoe,

schade, dass du etwas brauchtest, bis du in das Kapitel „rein“ gekommen bist. Sind es gerade zu viele Beziehungsgeflechte?
Dass du alles um Ben und Summer Silbertablett-mäßig aufgebaut fandest, klingt eher negativ. Irgendwie war ich am Ende doch etwas erstaunt, dass dir das Kapitel alles in allem gefallen hat mit dem „wer ist Freund und wer ist Feind“-Thema.

Dass Summer und Trudy sich ähneln könnten, darüber habe ich tatsächlich gar nicht mehr nachgedacht. Aber es ist ja auch schon etwas her, dass ich die erste Staffel von TT gesehen habe.
Aber naja, beides sind schwangere Teenager in einer Extremsituation. Finde ich jetzt auch nicht unrealistisch, dass ihre Weltanschauung vergleichbar ist.

Ich bin ja ein bisschen erschrocken, dass sich dein Review so liest, als würde ich dir den Kopf abreißen, wenn du anderer Meinung bist. Prinzipiell hat der Leser bei mir immer Recht.

Ich persönlich fand Jen in diesem Kapitel ziemlich anstrengend. Aber die hat ja wirklich gerade ein Problemchen ...
Ich hatte allerdings Sorge, ob sie zu gemein sein könnte (auch gegenüber Nick).
Ich hätte auch erwartet, dass du dich aufregst, dass Summer mit einer Pistole spielt.
Aber dann ist Summers Sarkasmus und ihr Verhalten gegenüber Ben doch wieder das größte Ärgernis. Ach, das ist wirklich eine Hassliebe zwischen euch beiden ...!

Ich stelle mir Summer als so eine Art Löwin vor. Wenn sie jemanden liebt, dann liebt sie kompromisslos. Aber sie ist halt auch ziemlich kontrollsüchtig und komplexbeladen ...
Ich denke, Sex kann EINE Möglichkeit sein, Nähe zu einem anderen Menschen herzustellen. Und sich wahrgenommen zu fühlen. Und wenn man eigentlich unter Beziehungsangst leidet, ist es schon einfacher, diesen Kontakt zu jemandem herzustellen, der einem nicht ganz so viel bedeutet ...
Das ist zumindest meine Interpertation von Summer.

Ich musste tatsächlich schmunzeln, als ich las, dass du findest, dass Ben zu gut für Summer sei. Denn Summer würde dir da sogar recht geben.
Ich persönlich fand Ben in diesem Kapitel etwas arschig. Denn Summer ist Single. Ben ist derjenige, der gerade seine Freundin betrogen hat.
Aber zumindest sind wir uns beide in einem Punkt einig: Der Junge sagt ein „Ich liebe dich“ nicht einfach so dahin.
Trotzdem fand ich die Kussszene zwischen den Beiden ziemlich schön (ich hoffe, das darf man auch mal schreiben, und dass es nicht nach Eigenlob klingt).

Deinem Wunsch nach einem Ausflug für Summer kann ich bereits im nächsten Kapitel entsprechen. Das ist doch endlich mal was! ;-)
Ansonsten spoiler ich nicht und hoffe, dass Summer und Ben dich tatsächlich positiv überraschen können. Obwohl du das Ende der Geschichte ja eigentlich sowieso schon kennst. ;-)

Vielleicht kannst du mir zu manchem ja noch per Mail antworten.

Viel Spaß beim Rewatch und dem Eindampfen deiner Kapitel,
Ramana
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